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Dänemark mit Hund, geht das?

Endlose Weiten, von Norddeutschland aus zügig zu erreichen, freundliche Einheimische – eigentlich ist Dänemark ein Land zum Schwärmen. Leider gab es in den letzten Jahren einige Tumulte um das Hundegesetz, weshalb immer mehr enttäuschte und verängstigte Hundebesitzer dem Land den Rücken kehren und sich andere Reiseziele suchen.

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Ich gebe zu, ich hatte auch Angst und wie in meinem Urlaubsbericht aus der Bretagne  zu entnehmen, war ich auch wirklich sauer über die strengen und wirren Gesetze. Es hat sich allerdings einiges getan. Zum Beispiel darf die Polizei nicht mehr alleine entscheiden, ob ein Hund auf Grund eines Beißvorfalls eingezogen werden kann. Für solche Fälle darf man nun einen Gutachter hinzuziehen, der die gesamten Umstände beurteilt. Wenn ich so zurück blicke, hatte ich noch nie auch nur eine unangenehme Begegnung zwischen Hund und Gesetz im Land. Eigentlich habe ich Dänemark immer als sehr hundefreundliches Land empfunden. Seitdem ich denken kann, bereise ich mit meiner Familie Dänemark in den unterschiedlichsten Regionen und unsere Hunde waren immer dabei. Vom kleinen Beagle bis zum Schäferhund, in Restaurants im Außenbereich (im Innenbereich sind die Vierbeiner wegen der Hygieneverordnung verboten), an den Stränden, in den Städten, nie auch nur ein böses Wort oder ein böser Blick! Ganz im Gegenteil, an jeder Ecke findet man sogar Wassernäpfe.

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Es gibt einige Dinge, die man trotzdem vor der Einreise mit Hund, wie in jedem fremden Land beachten sollte:

  • Chip oder Tätowierung (Für Tiere, die ab 3. Juli 2011 zum ersten Mal gekennzeichnet werden, ist der Mikrochip Pflicht.)
  • EU-Heimtierausweis
  • Gültige Tollwutimpfung*

*Es ist wichtig, dass die letzte Impfung bzw. Nachimpfung nicht älter als die Tätowierung oder das Einsetzen des Chips ist. Eine neue Impfung muss mindestens 3 Wochen vor der Einreise durchgeführt worden sein. Die Dauer des Impfschutzes richtet sich nach den Anweisungen der Impfstoffproduzenten.

  • An den Stränden besteht vom 1. April bis 30. September Leinenpflicht
  • In Wäldern besteht ganzjährig die Pflicht, den Hund an der Leine zu führen. Es gibt ausgewiesene Hundewälder, wo die Tiere ganzjährig ohne Leine laufen dürfen

Seit dem 01.07.2010 gilt die erweiterte Liste über verbotene Hunde in Dänemark. Diese Regeln, gelten auch für alle Touristen, die ihre Hunde in das Land einführen wollen. Die Haltung, Zucht und Einfuhr ist für folgende Rassen, die nach dem 17.03.2010 angeschafft wurden strengstens untersagt:

Pitbull Terrier, Tosa Inu, Amerikanischer Staffordshire Terrier, Fila Brasileiro, Dogo Argentino, Amerikanische Bulldogge, Boerboel, Kangal, Zentralasiatischer Ovtcharka, Kaukasischer Ovtcharka, Südrussischer Ovtcharka, Tornjak, Sarplaninac. Das Verbot gilt auch für Kreuzungen der betreffenden Hunderassen. Es obliegt dem Halter des Hundes, die Rasse oder den Typ zu dokumentieren, ebenso den Zeitpunkt der Anschaffung.

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Auf den ersten Blick klingt das natürlich alles nach einem großen Brocken. Wenn man es aber genau nimmt, gibt es in jedem Land Regeln, an die man sich insbesondere als Hundebesitzer halten muss und auch sollte. Ich persönlich habe auch noch immer eine Kopie der Papiere dabei und kann so einen Nachweis über die Herkunft und Rasse vorweisen und fühle mich damit einfach sicherer, ganz gleich in welchem Land ich mich aufhalte.

Die Strände und das Küstenvorland sind kilometerlang und man trifft gerade im Herbst selten eine Menschenseele. Für mich gibt es nichts schöneres mit meinen Hunden. Bezüglich der Leinenpflicht kann ich sagen,  dass meine Hunde auch im Sommer ohne Leine gelaufen sind. Allerdings nur an menschenleeren Strandabschnitten und sie waren/sind immer und unter allen Umständen abrufbar. Angesprochen oder ermahnt wurde ich nie, sondern habe meistens noch sehr nette Einheimische getroffen und bin einige Kilometer mit ihnen gemeinsam am Strand gelaufen, während unsere Hunde ausgelassen tobten. In den Touristikzentren findet man auch reichlich Informationen über tolle „Hundewälder“. Eingezäunte, gekennzeichnete, große Waldabschnitte, wo die Hunde ganz legal ohne Leine laufen dürfen. Natürlich begegnet man dort auch manchmal Wild und man sollte als Hundebesitzer darauf eingestellt sein, falls der Hund ein Jäger ist. In der Hauptsaison trifft man natürlich regelmäßig Gleichgesinnte und ich hatte hier auch schon nicht ganz so schöne Begegnungen, aber wenn ich ehrlich bin, ist es wie in Deutschland auch. Es gibt eben rücksichtsvolle Hundehalter und natürlich auch diejenigen, die meinen, ihnen gehöre die Welt.

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Unterkommen kann man in unzähligen, tollen Ferienhäusern. Ob ein Hund gestattet ist, sieht man ganz leicht in den Hauskatalogen oder auf Nachfrage. Zwar muss man in solchen Unterkünften immer für Selbstversorgung sorgen, aber ich persönlich nehme das gerne in Kauf, wenn ich mit meinen Lieblingen entspannen kann.

Ich kann nur für mich sprechen, wenn man richtig informiert ist, ist Dänemark einfach ein Traum und wenn man dennoch unsicher ist, beantworten die gängigen Reiseveranstalter einem auch alle Fragen ganz ehrlich und offen! Gibt es hier noch ein paar gleichgesinnte Dänemark-Junkys?

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Kategorie: Allgemein, Hunde, Persönliches

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29 Jahre, Kommunikationsdesignerin Schwerpunkt Editorial und Fotografie, Frischluftfanatiker, am liebsten in Begleitung ihrer Fellnasen.

2 Kommentare

  1. Mandy sagt

    Ich boykottiere ein Land, in dem Hunde nur wegen Ihrer Rasse eingeschläfert werden. Da fahr ich lieber wo anders hin, auch wenn ich mit meiner Hündin nichts zu befürchten hätte

Wir freuen uns immer über eure Kommentare :-)