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Ein effektives Mittel bei Kotwasser

Der Zausel und auch unsere Stute kämpfen schon eine ganze Weile mit Kotwasser. Begonnen hatte das ganze irgendwann im letzten Frühjahr, trat da aber eher sporadisch auf. Als die Pferde dann ins Gras kamen, wurde es besser, war zeitweise ganz weg, tauchte dann wieder etwas auf, begleitete uns irgendwie immer so ein bisschen durch den Sommer. Es war aber nie richtig schlimm, selten musste man mal den Hintern waschen und vieles ging dann eh so im Zuge des Abspritzens, nach dem Reiten runter. Während dieser Zeit hatte ich es noch so ein bisschen mit „Vielleicht war mal ein Ballen nicht so gut“ und „Vielleicht haben sie zu viel nasses Gras gefressen“ abgetan und habe es weitestgehend vor mir hergeschoben, das Problem mal ernsthaft anzugehen.
Als dann die Weidesaison rum war, wurde das Problem stärker. Mit fallenden Temperaturen und wachsendem Fell gestaltete sich auch das Waschen als immer problematischer und das Thema Kotwasser rückte schnell sehr weit nach vorne auf der Agenda der Problemchen, die man endlich mal in den Griff bekommen musste.
Anfang Dezember wurden dann bei beiden Pferden die Zähne gemacht und ich hegte die hoffnungsvolle Aussicht, dass sich mit neuen Zähnen das Problem vielleicht in Luft auflösen würde. Tat es natürlich nicht, ich hatte aber vorsorglich den Tierarzt, der die Zahnkorrektur vornahm, nach einem Mittel gefragt, welches gute Wirkung bei Kotwasser zeigen sollte.

Wir bestellten auf Anraten des Tierarztes das Präparat XY . Bis dieses geliefert wurde, hatte der Zausel bereits kahle Stellen an den Hinterbeinen. Das Waschen und eincremen wurde zusehends schwieriger, weil es ihm offenbar sehr unangenehm war und er nicht mehr stillstand. Auch die Stute ließ sich nicht mal mehr unter den Schweif gucken und das waschen artete immer mehr zur Arie aus. Entsprechend hoffnungsvoll war ich natürlich, als das Präparat eintraf und hoffentlich für eine schnelle Linderung des Problems sorgen sollte.
Leider passierte auch nach mehreren Tagen der Fütterung gar nichts und ich begann eine Ahnung davon zu bekommen, welch frustrierendes Thema Kotwasser sein kann.

Kotwasser kann sehr viele Ursachen haben, weswegen es auch so schwierig zu behandeln ist. Außerdem ist noch nicht wirklich bekannt, wie es eigentlich genau entsteht und an welcher Stelle des Verdauungsprozesses, es zur Bildung von Kotwasser kommt. Die Konsistenz der Äppel ist bei Kotwasser nicht verändert, es ist also nicht mit Durchfall zu vergleichen. Deswegen ist es für das Pferd auch weniger schlimm, kann aber bei langanhaltendem Auftreten zu einer Unterversorgung bestimmter Mineralstoffe wie Magnesium und Kalzium führen. Vor allem aber greift die aggressive braune Brühe die Haut an und kann sogar zu offenen Wunden führen, was natürlich sehr schmerzhaft ist.
Neben Fütterungsfehlern, Magengeschwüren oder Verstopfungen, sind von Kotwasser vor allem rangniedrige Tiere betroffen. Stress scheint also ein wichtiger Faktor bei der Entstehung von Kotwasser zu sein. Auch steht immer wieder die Wahl des Raufutters in Verdacht, Kotwasser auszulösen. Viele Pferde, die mit Silage gefüttert werden, übersäuern durch das Futter und reagieren mit unterschiedlichsten Problemen, unter anderem mit Kotwasser.

Es gibt viele Präparate, die mit Lingocellulose angereichert sind. Dieser Stoff sorgt bei Pflanzen für die Verholzung der jungen Triebe und bindet Wasser im Nahrungsbrei. Meist zeigen diese Präparate kurzfristige Wirkung, da sie ähnlich wie Löschpapier, das überflüssige Wasser aufsaugen. Sobald man diese allerdings absetzt, tritt das Problem wieder auf. Sie bekämpfen also eher das Symptom und es macht Sinn, zunächst zu versuchen, die Ursachen für das Kotwasser zu finden und dann an diesem Punkt anzusetzen.

Daher habe ich noch mal einen Tierarzt zu Rate gezogen und zunächst mal eine Bestandsaufnahme gemacht. Wir haben bei unseren Pferden Kotproben genommen, um eine Verwurmung auszuschließen. Auch wenn es keinen ganz eindeutigen Beweis für „keine Würmer“ gibt (da Würmer nicht regelmäßig sondern Schubweise ausgeschieden werden, kann man leicht gerade dann die Probe entnommen haben, wenn gerade keine Würmer ausgeschieden wurden – am besten nimmt man gleich mehrere Proben an verschiedenen Tagen) zeigte sich zumindest kein Verdacht auf starken Befall und die Pferde wurden auch in der Vergangenheit sehr regelmäßig entwurmt. Dafür hatten aber beide merklich Sand im Darm, welcher bei der Haltung auf einem Sandpaddock auch nicht ganz überraschend ist. Der Sand im Darm kann die Verdauung erheblich durcheinander bringen und sogar zu Verstopfungen und schlimmen Koliken führen oder eben Kotwasser verursachen.

Während ich noch auf die Ergebnisse der Kotuntersuchung wartete, zeigte mir der Onlineshop, in dem ich das Präparat Arbocel von Rettenmaier gegen das Kotwasser bestellt hatte, einen Kaufvorschlag für ein Futtermittel, mit dem andere Kunden sehr gute Erfahrungen gemacht hatten. Ich las mir die Erfahrungsberichte durch, welche wirklich sehr positiv ausfielen und schaute mir dann noch mal die Rezensionen zu dem Mittel an, welches wir schon erfolgslos verfüttert hatten. Diese vielen auch eher mäßig aus und der Erfolg schien sehr unterschiedlich zu sein.
Weil die Rezensionen des anderen Futters so gut waren, schaute ich mich etwas genauer auf der Seite des Herstellers um und mein Interesse war geweckt.
Es handelt sich dabei um das Alleinfutter „Lavisano – das Urfutter“. Seine Zusammensetzung angelehnt an die ursprüngliche Nahrung der Urpferde, die als Steppenbewohner vor allem sehr strukturreiches aber recht energiearmes Futter zu sich nahmen. Angelehnt an das Nahrungsspektrum aus ihrer ursprünglichen Heimat, der persischen Halbwüste, bietet Lavisano ein sehr Kohlenhydratarmes Futter, welches ideal auf den Verdauungs-Apparat des Pferdes abgestimmt ist. Sämtliche moderne Zivilisationskrankheiten des Pferdes lassen sich mit diesem Futter beahndeln, vor allem wenn man es wie vom Hersteller empfohlen, als alleiniges Futter gibt. Auch Heu und Stroh von unseren Wiesen hier sind eigentlich viel zu Kohlenhydratreich und als Futter für den Kargfresser Pferd nicht wirklich geeignet – das zumindest behauptet der Hersteller.

Da unsere Pferde in einer Gruppe leben, kam für mich eine komplette Umstellung auf das Urfutter nicht in Frage, davon abgesehen dass das bei einem Kilopreis von ca. 1 € auch ganz schön ins Geld geht.
Aber warum nicht einfach mal die täglichen Kraftfutterrationen (die sowieso aus dem getreidefreien Agrobs Wiesengrün bestehen) gegen das Lavisano austauschen und sehen, ob das Futter wirklich hält, was es verspricht? In den Rezensionen schrieben nämlich fast alle, dass sie das Futter bloß anstelle von Kraftfutter füttern, trotzdem weiterhin Heu oder Heulage geben und das Kotwasser vollkommen verschwunden war.
Ich bestellte also mal einen Sack zur Probe und entschied mit zu der Variante „probiotic“. Der Hersteller bietet sein Lavisano Futter in drei verschiedenen Ausführungen an – als Basisfutter (Lavisano due evo) als probiotisches Reformfutter zur Sanierung des Darms (Lavisano reform probiotic) und als Leistungsfutter für besondere Beanspruchung ( Lavisano top avantgarde). Gerade bei Kotwasser rät der Hersteller zu einer Kur mit dem reform probiotic und dann zum Umstieg auf das Basisfutter nach ca. 6-8 Wochen.

Die Pferde fressen das pelletierte Futter sehr gern und speicheln es auffallend stark ein. Die Ration im Eimer wird richtig zu einem Brei zerkaut, während sie es fressen. Durch die recht großen Pellets sind sie angehalten, ordentlich zu kauen und fressen verhältnismäßig lange und mit großem Appetit an dem Futter.
Bereits nach zwei Tagen wurde das Kotwasser deutlich besser und war nach weiteren wenigen Tagen komplett weg. Wirklich komplett weg. Was für ein Wundermittel!
Aber so schnell wollte ich dem Futter nicht trauen und blieb erstmal skeptisch, wer weiß, wie lange sich dieser Zustand hielt? Doch tatsächlich, solange wir das Futter fütterten, blieb der Hintern trocken.
Dann neigte sich unser Vorrat dem Ende entgegen und ich hatte versäumt, rechtzeitig neues Futter zu bestellen. Für wenige Tage mussten wir dann wieder auf das Agrobs Wiesengrün umsteigen, weil wir nichts anderes mehr da hatten. Prompt ging es mit dem Kotwasser wieder los, aber kaum war Nachschub geliefert, verschwand es wieder. Ich konnte also einen direkten Zusammenhang zwischen dem Lavisano Futter und dem Kotwasser herstellen, solange die Pferde das Futter drei mal am Tag anstelle von Kraftfutter bekamen, trat kein Kotwasser auf.

Laut Futterzusammenstellung ist im Lavisanofutter unter anderem Leinensaat und Weizenkleie enthalten. Beide binden recht viel Wasser und sind auch in den meisten Mashsorten enthalten und sorgen dort für die breiige Konsistenz. Durch die wirklich sehr spontane und direkte Verbesserung des Kotwassers durch Gabe des Futters gehe ich auch hier von einem gewissen „Löschpapiereffekt“ aus. Dennoch ist in erster Linie wichtig, dass man ein Mittel gefunden hat, das hilft und das Kotwasser stoppt. Sofern ich die Zusammensetzung des Futters beurteilen kann, ist dort nichts schädliches enthalten, im Gegenteil, nach meinem Ermessen ist es ein wirklich gutes Futter, welches die Pferde auf artgerechte Weise ernährt. Ich habe von dem  massenhaften Füttern von Kraftfutter ohnehin schon lange Abstand genommen und festgestellt, dass es meinem Pferd ohne Hafer und Co. viel besser geht. Mir kommt daher das Getreidefreie und kohlenhydratreduzierte Futter sehr entgegen und die schnelle Wirkung hat mich überzeugt, eine ganze Palette zu kaufen und den Pferden die nächsten Wochen dieses Futter zu füttern.

Wirklich Interessant sind bei solchen Futterumstellungen natürlich die Langzeiterfahrungen, die ich an dieser Stelle noch nicht gemacht habe. Unsere Pferde sind aber immerhin seit Mitte Dezember Kotwasserfrei und bleiben es hoffentlich auch.
Nichts desto trotz bleibt mir im Hinterkopf, dass wir möglicherweise nur ein Symptom bekämpfen. Da die Pferde laut Einschätzung der Tierärztin klinisch gesund sind, kommt Anfang Februar unsere Tierheilpraktikerin, mit der ich das Thema noch mal aufgreifen möchte.
Bei Interesse teile ich euch dann gern unsere Langzeiterfahrungen und die Einschätzung der THP zu dem Futter mit.
Bis dahin sind wir erstmal froh, ein wirksames Mittel gegen Kotwasser gefunden zu haben.

 

Dieser Testbericht steht in keiner Verbindung zu Lavisano oder dem Onlineshop Hipposport.de und stellt lediglich meine ehrliche Meinung und persönlichen Erfahrungen dar. Weder haben wir das Produkt gesponsert bekommen noch werden wir für diesen Beitrag in irgendeiner Weise bezahlt. 

4 Kommentare

  1. Nadine sagt

    Danke, danke, danke! Mein Wallach hat schon seit Jahren mit immer wieder Kotwasser zu kämpfen. Selten wirklich stark, aber auch ein bisschen ist zu viel. Den Tierarzt habe ich schon ettliche Male befragt und jedes seiner Wundermittel bisher ohne Erfolg getestet. Kotproben gebe ich regelmäßig ins Labor und auch die Blutwerte sind unauffällig. Über dieses Futter bin ich noch nicht gestolpert, wobei mir auffällt, dass ich die Marke kenne und glaube, dass sie jemand bei uns im Stall verfüttert. Ich werde mich auf jeden Fall mal schlau machen und ggf. auch umstellen.

    Liebe Grüße,
    Nadine 🙂

    • Theresa sagt

      Hallo liebe Nadine,
      Kotwasser kann wirklich ein sehr leidiges und nerviges Thema sein, vor allem, wenn man schon diverse Mittel getestet hat und nichts so richtig hilft.
      Wir füttern das Futter immer noch sehr erfolgreich, das Kotwasser war seither kein Thema mehr. Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass es bei deinem Wallach auch anschlägt! Berichte doch mal, obs geholfen hat!
      Liebe Grüße

  2. Hallo Theresa,
    Deinem Bericht kann ich nur zustimmen. Auch ich habe wirklich zig Mittel, Futter, Kuren etc. ausprobiert und seit ich auch Anfang Februar Lavisano gebe, ist Kotwasser, klemmiges Laufen kein Thema mehr. Mein Haflinger ist nicht mehr wieder zu erkennen. Ich werde es jetzt noch bis Ende März füttern und dann auf das Lavisano DUO EVO umsteigen und genauso wie Du, bin ich auch auf Umwegen auf dieses Futter gestossen.

    • Theresa sagt

      Hallo liebe Iris,
      toll, dass das Lavisano Futter bei deinem Haft auch so gut angeschlagen hat, das scheint wirklich ein Wirksames Mittel gegen Kotwasser zu sein. Wir werden auch in den nächsten Wochen umstellen, ich bin sehr gespannt wie sie dann das Duo Evo vertragen werden.
      Dir weiterhin alles gute und berichte doch mal, wie bei euch die Umstellung geklappt hat, das würde mich sehr interessieren!
      Liebe Grüße,
      Theresa

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