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Langzeittest: Lavisano Urfutter „reform probiotic“ & „due evo“

Bei dem Futtermittel „Lavisano – das Urfutter“ handelt es sich um ein pelletiertes Komplettfutter, welches laut Herstellerangaben speziell auf die natürlichen und ursprünglichen Bedürfnisse unserer Pferde abgestimmt ist.
Wir sind letztes Jahr im Winter auf dieses Futter aufmerksam geworden, als wir ein wirksames Mittel gegen Kotwasser gesucht haben. Seit dem Winter haben wir nun das Lavisano Futter gefüttert und es wird Zeit, ein Resümee über die Langzeiterfahrungen zu schreiben.

Lavisano – das Urfutter
Lavisano gibt es in drei unterschiedlichen Ausführungen, das Lavisano due evo ist das Basisfutter, Lavisano reform probiotics ist ein probiotisches Futter zur Darmsanierung und das Lavisano top avantgarde bietet besondere Unterstützung in der Wettkampfvorbereitung und Rehabilitation.
Der Hersteller empfiehlt bei Problemen mit der Verdauung und auch grundsätzlich zur Umstellung auf das Lavisano Futter zunächst mit dem Reform Probiotic zu beginnen und nach frühestens ca. 6 Wochen auf das Basisfutter Due evo umzusteigen.

Anwendung und Dosierung
Wir haben uns an diese Empfehlung gehalten und zunächst ca. 10 Wochen lang das probiotische Futter gefüttert. Unsere Pferde bekommen die Pellets anstatt Krippenfutter (in unserem Fall war das ein getreidefreies Müsli von Agrobs) dreimal am Tag in recht geringen Mengen – die Stute nur ca. 1 Hand voll, der Zausel 1/2 Schippe.
Die erhoffte Wirkung bzgl. des Kotwassers stellte sich bei dreimaliger Fütterung täglich sehr schnell ein und bereits nach 1-2 Tagen war das Kotwasser erheblich besser und nach weiteren 1-2 Tagen komplett weg. Dieser Zustand hielt sich eigentlich den ganzen restlichen Winter.

Ergänzung nach einer Leserzuschrift:
Da es sich bei dem Futter um ein bereits mineralisiertes Alleinfutter handelt, entspricht die vom Hersteller empfohlene Fütterungsmenge von ca. 3 kg für ein Großpferd pro Tag auch der Menge, die es benötigt, um ausreichend mit Mineralien versorgt zu werden. Füttert man weniger, sollte man halbjährlich oder mindestens einmal jährlich ein Blutbild machen lassen und bei Bedarf gezielte fehlende Mineralien unter tierärztlicher Leitung hinzufüttern. So empfiehlt es der Hersteller. Abraten würde er von anderen Mineralfuttern, die ggf. zu einer Überversorgung führen. Meistens ist gar keine zusätzliche Fütterung von einzelnen Mineralstoffen nötig, wenn die Pferde einen Salzleckstein und als Abwechslung auf der Speisekarte auch ungiftige Blätter und Zweige angeboten bekommen.

Verträglichkeit und Handling
Die Pferde fressen das Futter auch nach mehreren Wochen gern und gut, scheinen es sehr gut zu vertragen und machen einen gesunden und gut genährten Eindruck. Die Akzeptanz des Futters ist nach wie vor gut, auch wenn sie auf Hafer und haferhaltiges Müsli noch größeren Appetit haben. Könnten sie wählen, würden sie wohl eher den Hafer fressen, aber da es den nicht gibt, wird auch das Lavisano gern genommen.
Fressgeschwindigkeit wird durch die recht großen Pellets deutlich verlangsamt und das Futter wird sehr gut eingespeichelt. Es riecht angenehm, aber unaufdringlich und wird in 25 kg Säcken verpackt, die sich auch noch ganz gut handeln lassen. Die Verpackung besteht aus Papiersäcken, was auf der einen Seite sehr umweltfreundlich und müllsparend ist, auf der anderen Seite aber eine trockene Lagerung voraussetzt und einen schonenden Umgang mit den Säcken während des Transportes, diese zerreißen nämlich leicht, erstrecht, wenn sie Feuchtigkeit ausgesetzt waren.

Wirksamkeit in Bezug auf Verdauungsprobleme
Auch im Langzeittest über mittlerweile mehrere Monate hat mich das Futter von Lavisano in Bezug auf die Wirksamkeit bei Verdauungsproblemen überzeugt. Die ersten Wochen nach Einführung des Futters waren schon sehr positiv und dieser Effekt hat angehalten, so lange wir das Reform Probiotic gefüttert haben. Den gesamten Winter über hatten wir mit dem sonst sehr nervigen Thema Kotwasser keinerlei Probleme, unabhängig von der Witterung und dem Raufutter (die Pferde haben Heulage zur freien Verfügung, allerdings etwas limitiert durch enge Heunetze). Dies hat auch sehr zum Wohlbefinden der Pferde beigetragen, denn weder das Waschen bei den eisigen Temperaturen im Winter, noch die hautreizende braune Brühe, die ständig über die Hinterbeine läuft, sind für die Pferde besonders angenehm.
Nach dem wir ca. 10 Wochen lang das probiotische Futter gefüttert haben, sind wir auf die Basisvariante umgestiegen. Diese ist etwas günstiger (Due evo ca. 20 € für den 25 kg Sack anstatt Reform probiotic 25 € / 25 kg) und unterscheidet sich rein äußerlich nicht von der probiotischen Variante. Einige Wochen nach dem Umstieg auf die Basisvariante ist das Kotwasser in sehr schwacher Form wieder aufgetreten. Insgesamt zeigt auch dieses Futter seine Wirksamkeit gegen Kotwasser, allerdings nicht ganz zu zuverlässig wie das Reform Probiotic.
Da wir eine gemischte Palette bestellt hatten, haben wir zunächst das Basisfutter erstmal verfüttert, da sich das Kotwasser wirklich nur sehr schwach alle paar Tage mal zeigte. Bei der neuen Bestellung habe ich jetzt eine ganze Palette ausschließlich reform probiotic bestellt, damit wir das Kotwasser auch in Zukunft komplett verbannen können.

Fazit nach drei Monaten Fütterung

Mein Fazit zum Lavisano Futter fällt auch im Langzeittest ausgesprochen positiv aus. Die Wirksamkeit des Reform probiotic ist auch über einen längeren Zeitraum gegeben und kann enorme Entlastung im Bezug auf Kotwasser bringen. Unsere Stute neigt eh etwas zu Verdauungsproblemen und äppelt grade unter leichtem Stress extrem oft und sehr dünn. Auch darauf hatte das Futter positive Auswirkungen und Kuhfladen in der Halle gehören der Vergangenheit an.
Nicht ganz so wirkungsstark hat sich bei uns die etwas günstigere Basisversion Due evo des Futters gezeigt. Wer ein Pferd mit Verdauungsproblemen hat, sollte auf jeden Fall den grünen Sack mit probiotischer Wirkung wählen und beim testweisen Umstieg auf die Basisvariante nicht zu viele der blauen Säcke auf Vorrat kaufen. Trotzdem würde ich den Versuch auch aus Kostengründen ruhig wagen, die beiden Sorten ähneln sich extrem und der Wechsel dürfte den Pferden kaum etwas ausmachen. Vielleicht sind die bestehenden Probleme ja vollkommen kuriert und die Basisversion ist für euer Pferd tatsächlich ausreichend? Den Versuch sollte man auf jeden Fall wagen.
Bei unseren Pferden hat sich die Problematik mit dem Kotwasser nun grade wieder komplett gegeben. Obwohl sie nach wie vor nur das due evo bekommen, sind sie seit ein paar Wochen wieder komplett kotwasserfrei. Vielleicht habe ich der Umstellung auch einfach nicht genug Zeit gegeben und zu schnell die nächste Palette probiotic bestellt.  Da die Palette mit grünen probiotic Säcken aber nun grade wieder geliefert wurde, werden die nun erstmal verfüttert.

Dieser Testbericht steht in keiner Verbindung zum Hersteller Lavisano und stellt lediglich meine ehrliche Meinung und persönlichen Erfahrungen dar. Weder haben wir das Produkt gesponsert bekommen noch werden wir für diesen Beitrag in irgendeiner Weise bezahlt. 

 

5 Kommentare

  1. Viola sagt

    Hey. Mich würde interessieren, ob du zusätzlich noch ein Mineralfutter fütterst? Das Lavisano ist ja im Grunde schon mineralisiert. LG =)

    • Theresa sagt

      Hallo Viola,
      ich füttere kein zusätzliches Mineralfutter, eben weil es schon mineralisiert ist. Da der Zausel aber immer ein bisschen Probleme mit dem Muskelstoffwechsel hat, bekommt er noch zusätzlich ein Vitamin E Präperat.

      • Viola Schoolmann sagt

        Super Danke! Wie viel kg fütterst du am Tag in etwa? Hatte mal bei Lavisano angefragt und dort meinten die, dass man 3 kg für ein 500 kg Pferd füttern sollte, damit es ausreichend Mineralien bekommt. Nur 3 kg? Find ich ganz schön viel

        • Theresa sagt

          Hallo Viola,
          so ganz genau kann ich es nicht sagen wie viel er bekommt, aber eher weniger, ich schätze mal so 1-1,5 kg. Danke für den Hinweis mit der Menge und der Mineralisierung, da wende ich mich noch mal an Lavisano und schaue, wie wir die Ration optimieren können!
          Liebe Grüße Theresa

        • Theresa sagt

          Hallo Viola,
          ich habe mich noch mal an den Hersteller gewendet und gefragt, ob Sie ein Mineralfutter empfehlen können, sollte man weniger als die empfehlende Menge füttern.
          Die Antwort habe ich dir oben in den Artikel ergänzt =)
          Liebe Grüße
          Theresa

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