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Die schlechtesten Blogger der Welt!

Okay, ich gebe zu der Titel klingt etwas dramatisch, aber so fühlen wir uns manchmal… Als wären wir eigentlich gar keine Blogger, als wären wir hier eigentlich irgendwie falsch und würden nur verzweifelt versuchen etwas zu sein, was wir gar nicht sind. Was uns eigentlich von den „richtigen“ Bloggern unterscheidet? Irgendwie eine ganze Menge.

Erstmal bloggen wir von Anfang an als Team und sind damit wohl der einzige Reitsportblog, der nicht nur von einer Person betrieben wird. Wir haben 2014 in einer Gruppe von über 10 Mädels angefangen, übrig geblieben sind Theresa, Anna, Carina und ich. Wir fanden es von Anfang an eine gute Idee, den Blog mit mehreren Mädels zusammen zu machen. Zunächst einmal, weil der Start leichter fällt und man im Team nicht so schnell aufgibt. Jede von uns hatte am Anfang ziemliche Bedenken, „in die Öffentlichkeit zu gehen“. Wir haben alle Berufe, in denen es wichtig ist, von Kunden, Kollegen oder seinen eigenen Mitarbeitern ernst genommen zu werden. Ein Tagebuch online zu stellen, in dem man wendymäßig von seinem Pferdchen berichtet, kam uns allen nur so mittelseriös vor. Daher sollte HorseDiaries kein normaler Blog werden, sondern ein Online Magazin. Eine Seite, auf der es eben nicht vordergründig um den Kult um den Blogger geht, sondern mehr um die Inhalte und vor allem auch um den Austausch mit den Lesern. Wir wollten keine Plattform zur Selbstdarstellung, sondern eine Art Community, in der wir schreiben können, was uns bewegt und uns mit anderen Pferdebesitzern darüber austauschen können. Eher eine Art interaktive Zeitschrift als ein reines Tagebuch. Das ist uns so einigermaßen gelungen, wobei mit der Zeit die redaktionellen Beiträge etwas nachgelassen haben, da sie doch deutlich mehr Aufwand erfordern, als einfach nur aus seinem Alltag zu berichten.

Jetzt bin ich etwas davon abgeschweift, warum  wir fürs Bloggen eigentlich nicht geeignet sind. Zwar sind die anfänglichen Hemmungen, öffentlich über die Pferde zu schreiben, mit der Zeit weniger geworden. Was allerdings geblieben ist, ist unsere Scheu davor, Dinge aus unserem Privatleben zu veröffentlichen. Fast alle anderen Blogger sind da deutlich freizügiger. Selfies mit dem Boyfriend machen, schnell ’ne Roomtour in der Wohnung drehen und ein FMA aus dem Stall veröffentlichen gehören eigentlich zum guten Ton eines jeden Bloggers. Doch nichts davon werdet ihr auf unserer Seite finden. Ehrlich gesagt habe ich sogar von 2-3 Turnieren total motiviert komplette Follow me Arounds gedreht, die Clips abends direkt auf den PC geladen – aber niemals zusammengeschnitten und hochgeladen. Nicht weil ich zu faul dazu wäre oder die Videos so schrecklich geworden sind, sondern weil es sich einfach nicht richtig angefühlt hat. Seine Gedanken niederzuschreiben ist das eine, die Menschen mit ins eigene Schlafzimmer zu nehmen, das andere. Man könnte denken, das sei doch nur ein kleiner Schritt, wenn man sowieso schon so vieles mit der Öffentlichkeit teilt. Für uns fühlt sich das aber an wie der eine Schritt zu weit. Wenn Geschäftspartner den eigenen Namen googlen und ein Onlinemagazin finden, ist das doch irgendwie was anderes als ein Video aus dem Privatleben.

Außerdem oder wahrscheinlich gerade deswegen haben wir kaum junge Follower. Während alle anderen Blogger von 13jährigen Mädels umringt und angehimmelt werden, haben wir die ü30 Fraktion auf unserer Seite. Das war zwar unser Konzept von Anfang an, aber irgendwie verbindet man Bloggen heutzutage doch vor allem mit vielen jungen Fans, die 284 unnötige Fragen (OMG, ich liebe es wie deine Katze guckt und woher sind eigentlich deine Schnürsenkel??) stellen und ihre Blogger als Vorbilder verehren. Wir sind keine Vorbilder, wir sind ganz normale Mädels und werden von unseren Lesern auch genau so behandelt. Uns ist das sehr lieb, aber kann man eigentlich Erfolg als Blogger haben, wenn man keine Fans hat!?

Ein weiterer Punkt, warum wir uns in der Szene manchmal deplatziert fühlen, ist die Intensität, mit der wir bloggen. Wir posten eigentlich viel zu selten, um bei anderen Bloggern mithalten zu können. Wir betreiben den Blog nur als Hobby und während andere pro Tag ein Video, zwei Beiträge und fünf Fotos hochladen und dazu noch ihre Snapchat Story füllen, sitzen wir ganz schnöde in der Unibibliothek oder im Büro, um dort unsere Möhren zu verdienen. So kommt es, dass ihr durchaus von einem von uns mal nur einmal im Monat etwas zu lesen bekommt. Das macht es natürlich deutlich schwieriger, interessant zu bleiben. Man folgt schließlich am liebsten den Menschen, die einem durch sehr regelmäßige Posts und Fotos das Gefühl geben, möglichst viel von seinem Leben mitzuerleben.

Tja, wir sind also eigentlich weder fürs Bloggen gemacht noch besonders gut in dem, was man von herkömmlichen Bloggern erwartet 😉 Dafür sind wir eben ein bisschen besonders und sehr dankbar, dass ihr uns trotzdem so aktiv verfolgt. Wir hoffen also, ihr bleibt den schlechtesten Bloggern der Welt erhalten und seid auch weiterhin noch hier mit dabei!

13 Kommentare

  1. Ina sagt

    Melde mich aus der U30 Fraktion 😉 BIn 25 und mag den Blog total gerne! Habe schon oft gedacht, dass das ein Modell ist, in dem ich auch gerne der Welt über „meinen Pferdealltag“ berichten würde. Aber alleine – wie ihr schon sagt, ist das schwer. Für mich wirkt euer Blog eben nicht so Wendy-mäßig, es sind interessante Einblicke in euren Alltag und auch super Produkttests, bei denen man nicht den Eindruck hat, wie bei vielen anderen „Pferde-Bloggern“ oder „Pferde-Instagramern“ dass Ihr dafür bezahlt werdet.
    Ich finde es super 🙂 Macht weiter so – und falls Ihr mal Unterstützung aus dem Münsterland braucht – meldet euch 🙂

    Viele Grüße

    Ina

    • Danke für das Kompliment, das freut uns sehr! Unser Team wollen wir momentan nicht erweitern, aber wir freuen uns immer über interessante Gastbeiträge 🙂 Also wenn du ein bestimmtes Thema hast, über das du gern schreiben möchtest, kannst du uns sehr gerne etwas zuschicken!
      Ganz liebe Grüße aus Hamburg

    • Anne sagt

      Ich kann mich da Ina nur anschließen. Ich bin auch 25 Jahre alt und lese eure Berichte und Tests sehr gerne. Vorallem sind sie ehrlich und auch Emotionen wie Angst oder andere Bedenken werden bei euch offen geäußert, ohne vorher große Geheimnisse darum zu machen. Finde es toll, dass es auch solche Darstellungen des eigenen Reiterlebens, ohne großzügige Einblicke ins Private oder das Geiern um mehr Follower mit übermäßigen Produktverlosungen, etc. gibt. Die Seite gemeinsam zu führen finde ich auch hervorragend, so bekommt man doch sehr unterschiedliche Eindrücke, sei es Freizeitreiter, Turnierreiter oder nur Krankenpflegerin des eigenen Pferdes;) Liebe Grüße und bleibt weiter am Ball!
      Eure Anne

      • Vielen Dank für das tolle Feedback, liebe Anne! Über solche Kommentare freuen wir uns natürlich immer riesig 🙂

  2. Hallo ihr Lieben.
    Als ich diesen Beitrag gerade gelesen habe, müsste ich immer wieder schmunzeln. Genau das habe ich mir auch schon so oft bei meinem Blog gedacht. Denn ich bin euch und eurem Blog recht ähnlich, nur das ich Einzelkämpfer bin.
    Gern würde ich mich mal mit einem Gastbeitrag bei euch melden.
    Liebe Grüße

    Steffi’s Bloglife

  3. Sarah sagt

    Ich mag euch gerade deshalb, weil ihr keinen Hype um euch selbst macht und mich nicht mit eurem Privatleben „nervt“.

    So empfinde ich es nämlich, wenn ich wieder erst mal 30 Beiträge durch klicken muss, bis ich wieder einen interessanten Beitrag oder Trainingsbericht zu lesen bekomme. Oder wenn ich, statt 5 Minuten Prüfungsritt, ein einstündigen FMA durch zappen muss, wenn ich doch nur wissen will, wie es lief.

    Also, behaltet bitte euer Format so bei. 🙂

    (gerade noch so U30)

  4. Kirsten sagt

    Toller Beitrag! Ich melde mich mit meinen 32 Jahren aus der Ü30 Fraktion. Ich mag euren Blog aus genau den beschriebenen Gründen. Ich schreibe für mein Leben gerne und fiebere die letzten Jahre auch bereits darauf hin einen eigenen Blog zu erstellen. Aber ja, in der aktuellen Reitsportwelt und vorallem unter den Bloggern musst du dich entweder gänzlich im privaten Bereich öffnen, Videos drehen oder Produkte in die Kamera halten, um erfolgreich zu sein. Bei euch ist es authentisch und ich finde mich in vielen Erzählungen und Beiträgen wieder. Ich hoffe ihr bleibt uns noch lage so erhalten!

    • Vielen Dank, liebe Kirsten! Du hast Recht, die Bloggerwelt ist schon sehr kommerzialisiert, aber das kann ja jeder für sich entscheiden, inwiefern er daran teilnehmen möchte 🙂
      Wir machen ja auch Kooperationen und freuen uns, wenn man so ein kleines bisschen zurück bekommt für den ganzen Aufwand. Aber mit wem und zu welchen Bedingungen entscheiden wir eben sehr kritisch und würden nie ein Produkt bewerben, das man auf jedem zweiten Instagram Foto der anderen Blogger sieht. Trau dich ruhig einfach loszulegen, löschen kann man einen Blog schließlich jederzeit. Und es macht so viel Spaß seine Erlebnisse zu teilen, es lohnt sich wirklich!
      Ganz liebe Grüße
      Cathy

  5. Wie schön zu erfahren, dass es noch andere Reitsportblogger gibt, die auch nicht ihr komplettes Privatleben in die Öffentlichkeit bringen wollen! Als ich in diese mir bis vor kurzem noch unbekannte Welt der Reitsportblogger stieß, war ich doch teilweise sehr überrascht, wie viel gezeigt wird. Ich meine, das kann jeder für sich selbst entscheiden, wie viel man zeigt, ob gleich von Anfang an oder erst mit der Zeit. Wichtig zu betonen finde ich, dass es jeder so machen soll, wie man sich selbst damit wohl fühlt.

Wir freuen uns immer über eure Kommentare :-)