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Der große Umzug – Emmis August

Kalenderwoche 34 – Emmis August

Hamburg – 15-18 Grad und Regen. Jeden einzelnen Tag.

Mit einer kleinen Verspätung gibt es heute endlich Emmis Monatsbericht. Wie ich euch bereits bei Facebook erzählt hatte, bin ich am Montag nach Amsterdam geflogen und habe es leider nicht mehr geschafft, den Bericht vorher zu schreiben. Ich hatte den Laptop dann sogar nach mitgenommen, aber dass es auf einem dreitätigen Städtetrip nicht so realistisch ist, irgendetwas über Pferde zu schreiben, hätte ich mir eigentlich denken können.

Besonders gefreut habe ich mich diesen Monat über:

Der Titel lässt es schon erahnen, wir sind letzte Woche Dienstag endlich umgezogen und Emmi ist nun in dem Stall angekommen, in dem sie auch ihr Fohlen bekommen wird. Darüber bin ich so unendlich froh! Der ganze Umzug stand irgendwie unter einem schlechten Stern, ursprünglich wollte ich schon zu Mai umziehen, aber es kamen immer wieder irgendwelche Ereignisse dazwischen. Nachdem ich am Montag die Info aus dem neuen Stall bekommen hatte, dass wir nun kommen dürfen, wollte ich möglichst keine Zeit verlieren, bevor wieder irgendetwas schief geht. Daher ging es dann auch direkt am nächsten Tag los. Ich hatte mich früh morgens mit meinem Vater an der Autobahn verabredet, damit er mir dort Auto und Hänger übergeben kann. Da ich mitten in der Stadt wohne, fahre ich selbst nämlich nur ein sehr kleines Auto und nutze für Fahrten mit Pferd immer den Wagen meines Vaters. In dem großen Auto mitsamt Hänger ging es dann wieder zurück nach Hamburg und zu Emmis aktuellem Stall. Zum Glück hatte eine liebe Freundin spontan Zeit mich beim Umzug zu begleiten. Da ich seit über einem Jahr nicht mehr mit Pferd gefahren war, war ich darüber sehr froh. Zu zweit fühlt man sich doch irgendwie etwas besser. Im Stall angekommen haben wir erstmal alles am Hänger vorbereitet, das Heunetz gefüllt und uns dann auf den Weg zur Weide gemacht. Emmi kam natürlich brav mit uns mit und marschierte auf dem Hof auch in den Hänger, als würde sie jedes Wochenende nichts anderes tun.

Wir haben uns noch schnell verabschiedet und dann ging es auch schon los. Die Fahrt verlief zum Glück total unproblematisch und wir kamen sogar recht gut durch. Am neuen Stall angekommen konnten wir direkt an der Weide ausladen und Emmi wurde ihren neuen Freundinnen vorgestellt. Sie steht dort jetzt erstmal mit zwei anderen Stuten gemeinsam. So können sich die drei schon aneinander gewöhnen und werden dann gemeinsam in die große Herde mit den anderen tragenden Stuten eingegliedert. Schon die aktuelle Weide, auf der sie zu dritt stehen, ist so unfassbar riesig. So eine Haltung habe ich mir für Emmi schon immer gewünscht. Trotzdem war es ein merkwürdiges Gefühl sie dort „zurückzulassen“, da der Stall immerhin 50km von mir entfernt ist und ich Emmi noch nie so weit weg von zuhause hatte. Allerdings weiß ich, dass Emmi dort zu bestens versorgt ist und ich mir absolut gar keine Sorgen machen muss, sodass ich mich nur an die neue Situation gewöhnen muss.

Am Freitag letzte Woche habe ich Emmi dann das erste Mal besucht. Eigentlich hatte ich gar nicht geplant, so schnell wieder zu ihr zu fahren, aber ich muss gestehen, dass ich doch ein kleines bisschen Sehnsucht hatte. Daher war es dann auch wirklich schön, sie wiederzusehen. Natürlich hatte sie sich schon super eingelebt, unkompliziert wie sie ist. Die drei Mädels verstehen sich auch sehr gut, obwohl die anderen beiden bisher immer nur alleine draußen standen. Ausnahmsweise ist Emmi sogar der Chef, sie kennt sich mit dem Herdenleben ja bestens aus. In größeren Herden ist sie immer eher der Typ, der Stress aus dem Weg geht und nicht gerade die Führungspersönlichkeit schlechthin. Ich bin mal gespannt, wie sich die Dynamik in der großen Herde entwickeln wird.

Darüber habe ich mir Sorgen gemacht:

Emmi hatte durch die vielen Fliegen etwas Probleme mit den Augen. Meine Tierärztin hatte mir empfohlen, ihr auf jeden Fall eine Maske aufzusetzen. Das habe ich daraufhin natürlich getan, aber nur mit begrenztem Erfolg. Ich hatte eine Zebramaske von Bucas gekauft, die auch wirklich gut saß, aber Emmi fand sie einfach nur ätzend. Die ersten Tage ging es noch, aber danach hat sie die Maske leider täglich ausgezogen. Wenn ich mit dem Ding ankam, hat sie sofort die Flucht ergriffen. An einem Tag hatte ich die Maske gerade aufgesetzt und natürlich gut fest gemacht, da ging Emmi 5 Meter und wälzte sich. Eine geübte Scheuerbewegung mit dem Kopf und zack war die Maske ab… Danach habe ich beschlossen, dass ich mich nicht weiter zum Affen mache und sie nun wohl ohne Maske überleben muss. Bisher klappt das ganz gut und die Augen haben sich zumindest nicht verschlechtert und sind nicht eitrig oder ähnliches.

Schönstes Erlebnis diesen Monat:

Neben dem Umzug auf jeden Fall das Fotoshooting mit Theresa, von dem ihr auch bereits ein paar Fotos gesehen habt.

Dafür habe ich unerwartet Geld ausgegeben:

Diesen Monat hatte ich keine besonderen ungeplanten Ausgaben. Dafür habe ich ausnahmsweise mal Geld eingenommen. Ich habe nämlich meinen Dressursattel über ebay Kleinanzeigen verkauft. Ich war mit ihm schon lange nicht mehr glücklich und wollte daher nicht, dass er so lange rumliegt, bis ich Emmi vielleicht wieder antrainiere. Dafür wollte ich lieber meinen Springsattel behalten. Einerseits war ich total glücklich, dass es so schnell ging, ich hatte ihn gerade mal eine Woche inseriert. Andererseits war es auch etwas traurig, den Sattel abzugeben, in dem ich die ganzen letzten Jahre geritten bin. In dem Sattel habe ich meine erste und einzige L-Dressur gewonnen und bin meine erste M-Dressur geritten. So hängen also einige Erinnerungen an ihm… Aber er hat eine supernette neue Besitzerin gefunden, die mit ihm sicherlich genau so schöne Momente erleben wird ;-).

Wenn Emmi noch etwas sagen könnte:

Hoffentlich darf ich für immer auf dieser riesigen Wiese bleiben. Du musst auch nicht so oft kommen, eigentlich habe ich ganz gern meine Ruhe…

6 Kommentare

  1. Emmi ist so eine Hübsche 🙂 Ich freue mich so für dich, dass sie endlich umziehen konnte und hoffentlich bald ein genau so hübsches Fohlen auf die Welt bringt 🙂

  2. Ich wünsche euch viel Glück 🙂
    Ich habe jetzt schon öfters deine Beiträge durchgelesen, vorallem „(m)ein Leben für das Pferd?“.
    Ich habe seit etlichen Monaten wirklich keine Lust mehr…bin davor immer geritten und dann wurde das Horsi (10) dauerlahm und es hat sich offiziell Athrose rausgestellt. Ich finde das traurig, auf der anderen Seite steht sie momentan noch auf der Sommerwiese und so muss ich mich nicht so oft kümmern, könnte ja eh nur spazieren und putzen. Und so geht das seit einem Jahr. Ich habe zwar eine RB aber ich fühle mich immer schlecht wenn ich nicht rauskomme. Wenn sie jetzt die erste Behandlung bekommt, denke ich schlägt sie direkt an, aber dann fühle ich mich umso schlechter wenn ich nicht 180% gebe wie damals und so hart trainiere … wie damals. Ich würde sie so gerne einfach nur auf eine Wiese stellen, aber das will mein Vater nicht, er würde sie dann verschenken (!). Ich weiß einfach nicht mehr was ich machen soll…wenn sie jetzt wieder auf den Paddock kommt dann muss ich wieder jeden Tag raus, aber es ist mittlerweile wirklich etwas geworden dass ich nicht mehr gerne mache. Ich fühle mich so illoyal aber ich habe Spaß am schauspielern und trainieren entdeckt und würde das gerne so oft wie möglich machen… auf der anderen Seite ist da mein Pferd das ich seit 4 Jahren habe und immer da war. Es ist als würde ich den besten Freund hintergehen. 🙁 Du bist die erste auf die ich gestoßen bin die auch ähnlich fühlt, wie in deinen Beiträgen beschrieben damals, und deswegen wollte ich mir das einfach mal von der Seele schreiben. Was würdest du machen? Jemanden erstmal die volle Verantwortung geben wäre toll aber ich würde mir das nicht verzeihen … würde immer noch zu Hause sitzen und den Drang verspüren jeden Tag rausfahren zu müssen. 🙁

    • Liebe Mel,
      das ist auf jeden Fall eine eine schwierige Situation und ich kann dich gut verstehen. Auf der anderen Seite verstehe ich auch deinen Vater, denn ein erst 10jähriges Pferd auf die Weide zu stellen und den Rest seines Lebens „einfach so“ durchzufüttern bedeutet natürlich einen riesigen finanziellen Aufwand. Wie alt bist du denn?
      Grundsätzlich kannst am Ende nur du wissen, was für dich die richtige Entscheidung ist. Ich würde dir aber auf jeden Fall raten, deine Gefühle ernst zu nehmen. An allererster Stelle in deinem Leben stehst immer noch du selbst und nicht dein Pferd. Du sagst, wenn du jemand anderem die Verantwortung übergeben würdest und in zum Beispiel zur Verfügung stellen, würdest du immer noch dich verpflichtet fühlen, jeden Tag hinzufahren. Warum denn eigentlich? Warum sollte sich jemand anders nicht genau so liebevoll um dein Pferd kümmern wie du?

    • Ich denke, du hast verschiedene Möglichkeiten, wenn dein Pferd wieder gesund werden sollte – zur Verfügung stellen, zwei Reitbeteiligungen oder eben Verkauf / Verschenken oder natürlich alles alleine machen und täglich hinfahren. Vielleicht schreibst du dir zu den jeweiligen Möglichkeiten mal in Ruhe die Vor- und Nachteile auf und überlegst dir, ob es wirklich so schlimm wäre, dein Pferd abzugeben. Nur weil er dann bei anderen Menschen ist, heißt es nicht, dass es ihm dort schlechter ginge. Aber ich weiß natürlich selbst, wie schwierig eine solche Entscheidung ist.
      Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute und mach dir nicht zu viele Sorgen! Jede Entscheidung ist richtig, wenn sie sich in dem Moment richtig anfühlt!

Wir freuen uns immer über eure Kommentare :-)