Emmi, Tagebücher
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Emmis großes Blutbild – Wurmkur in der Trächtigkeit?

Ich hatte euch ja berichtet, dass letzte Woche der Tierarzt bei Emmi war und ich bei der Gelegenheit auch gleich Blut habe abnehmen lassen. Emmi macht einen gesunden Eindruck und sieht super aus, aber ich wollte trotzdem sichergehen, dass es ihr an nichts fehlt. Gestern kamen dann die Ergebnisse und leider ist es nicht ganz so gut wie erwartet.

Selen und Zink sind zu niedrig, das ist aber zumindest hier in Norddeutschland fast schon normal, weil wir so selenarme Böden haben. Außerdem ist der Kupferwert leicht erhöht, das hemmt die Aufnahme von Zink leider zusätzlich. Ich denke, ich werde ihr ein Präparat zufüttern, falls von euch jemand eine Empfehlung hat für ein Selenpräparat, das auch gut aus der Hand gefüttert werden kann, schreibt mir gerne in die Kommentare.

Darüber hinaus ist der „Eosinophile-Wert“ erhöht. Da ihr wahscheinlich mit dem Begriff genau so viel anfangen könnt wie ich, hier mal die Erklärung dazu:

Eosinophile Granulozyten zählen zu einer der kleinsten Gruppen der Granulozyten und gehören auch noch zu den weißen Blutkörperchen. Beim Pferd wie beim Menschen „fressen“ auch die Eosinophilen Granulozyten Bakterien und Gewebereste. Ein Grund dafür, warum diese Granulozyten insbesondere während einer abklingenden Infektion erhöht sind. Diese „Gesundheitspolizisten“ bilden sich im Knochenmark der Pferde und ihre Entstehung wird über die vom Botenstoff Interleukin-5 aktivierten Lymphozyten reguliert. Ihre Aktivität hängt sehr stark von Stresssituationen ab. Ein Grund dafür, warum starker Stress am Ende auch die Abwehrleistung bzw. Rekonvaleszenz nach Krankheit deutlich schwächt.

Im Blutbild des Pferdes wird der Wert der Eosinophilen Granulozyten auch gerne als Parameter für den aktuellen Verwurmungsgrad herangezogen. Häufig ist ein erhöhter Eosinophiler Granulozyten-Wert ein Indiz dafür – lässt aber streng genommen keinen sicheren Rückschluss darauf zu (gleichzeitig neben erhöhten Eosinophilen niedriger Eisen- und niedriger Hämoglobinwert mit leicht verringerten Leukozyten, wären ein deutlicheres Indiz für einen möglichen Parasitenbefall beim Pferd).

Quelle: https://www.natural-horse-care.com/blutbild/eosinophile_blutbild_pferd/

Da ich Emmi wegen ihrer Trächtigkeit seit Dezember nicht mehr entwurmt habe, kann es gut sein, dass der Wert durch einen Wurmbefall zustande kommt. Die anderen in dem Text genannten Werte sind jedoch alle im Normbereich. Leider sind die Empfehlungen bezüglich der Entwurmung in der Trächtigkeit sehr unterschiedlich. Einige Tierärzte, unter anderem meine letzte Tierärztin, empfehlen ganz normal zu entwurmen. Andere Tierärzte empfehlen zumindest während der ersten 100 Tage keine Wurmkur zu geben. Und wiederum andere raten, man solle am besten gar nicht entwurmen. Ich habe mich noch nicht entschieden, wie ich damit umgehen werde. Daher würde mich mal sehr interessieren, wie ihr das Thema handhabt? Tragende Stute entwurmen, ja oder nein?

Außerdem sind auch die Leberwerte mal wieder leicht erhöht. Emmi hat leider schon seit ein paar Jahren Probleme mit ihren Leberwerten, ich vermute, dass sie mal etwas Jakobskreuzkraut im Heu hatte oder irgendwas anderes vorgefallen ist, was die Leber nachhaltig belastet. Das wiederum spricht natürlich gegen eine Entwurmung, da diese die Leber wieder belasten würde. Ich habe mit Heparal zur Unterstützung des Stoffwechsels sehr gute Erfahrungen gemacht, konnte aber bisher noch nicht rausfinden, ob das für tragende Stuten zugelassen ist. Vielleicht weiß das jemand von euch zufällig?

Ich werde am Montag noch mal in Ruhe mit dem Tierarzt sprechen und dann entscheiden, wie wir am besten vorgehen, um die kleinen Problemchen Stück für Stück auszumerzen. Zum Glück sind das ja alles keine schwerwiegenden Sachen, aber ich möchte schließlich alles richtig machen, damit Emmi ganz in Ruhe ihre Trächtigkeit genießen kann.

Wir freuen uns immer über eure Kommentare :-)