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Die erste Woche mit Fürstino

Vor mittlerweile 8 Tagen ist der kleine Fürstino geboren. Und es ist Wahnsinn, wie er sich schon in dieser kurzen Zeit entwickelt hat. Während er die ersten beiden Tage nur ein bisschen aufs Paddock durfte, ging es seit Donnerstag jeden Tag auf die Weide. Zunächst nur tagsüber mit einer anderen Stute und ihrem Fohlen, da er doch noch etwas schwächlich war und man ihn so besser überwachen konnte. Ich bin sehr froh, dass er so schnell auf die Weide konnte, da das Laufen auf hartem Boden für die Entwicklung des Bewegungsapperats und die korrekte Beinstellung sehr wichtig ist. Es gibt Ställe, in denen die Fohlen nach der Geburt wochenlang nur auf dem Paddock oder in der Halle laufen – das wäre für mich nicht in Frage gekommen.

Seit Montagmorgen stehen die beiden nun 24 Stunden draußen auf einer riesigen Weide mit vielen Bäumen und super viel Gras. Vorerst stehen sie auch dort mit nur einer anderen Stute zusammen, deren Fohlen erst letztes Wochenende geboren ist. Sie stehen aber schon direkt neben der großen Herde mit den anderen Stuten und den älteren Fohlen und können sich so schon mal aneinander gewöhnen. Die Stuten kennen sich ohnehin alle, da sie den ganzen Winter über zusammen in einer großen Herde standen. Aber durch die Fohlen muss sich natürlich alles noch mal neu sortieren und ich glaube für den kleinen Fürstino ist es ganz gut, nicht direkt ins kalte Wasser geworfen zu werden.

Am Montag Abend hatten wir dann unser erstes Fotoshooting mit der lieben Theresa. Die beiden haben das sehr gelassen über sich ergehen lassen. Ich bin wirklich beeindruckt, was für eine tolle Fohlenmutter Emmi ist. Sie lässt sich gerne streicheln, lässt uns ganz selbstverständlich ans Fohlen und passt andererseits total gut auf ihn auf. Wehe er entfernt sich mal weiter als zwei Meter von ihr, da trabt sie sofort hinterher. Auch gegenüber der anderen Stute schirmt sie ihn lieber ab. Das wird sich in den nächsten Wochen sicherlich noch verändern, aber momentan kleben die beiden noch komplett aneinander.

Fürstinos Selbstbewusstsein hat sich in den ersten Tagen schon ungefähr verzehnfacht. Anfangs schnüffelte er nur ganz zaghaft an mir, war aber durchaus schon sehr zutraulich und nicht ängstlich. Mittlerweile ist er schon richtig frech. Als ich mich am Montag vor ihn gehockt habe für die Fotos wollte er mir am liebsten auf den Schoß steigen und auch Theresas Kameratasche war nirgendwo sicher vor ihm. Am liebsten wäre er uns schon angestiegen, aber da gab es dann doch ein paar mahnende Worte und einen sanften Schubser. Ich bin mir sicher, dass Emmi in ihren 16 Lebensjahren nicht so frech war wie der Kleine mit 6 Tagen :D. Ihr werdet wahrscheinlich lachen, aber ich habe mir erstmal ein Buch über Fohlen- und Jungpferdeerziehung bestellt, damit ich weiß, wie ich damit am besten umgehe. In den letzten zehn Jahren hatte ich eigentlich immer nur Emmi um mich und die ist eben so brav, dass jegliche Erziehung nutzlos wäre. So ein kleiner wilder Junghengst ist da schon ein anderes Kaliber und bevor er mir mit steigender Kraft anfängt, auf der Nase herumzutanzen, will ich lieber von Anfang an alles richtig machen. Ich freue mich auch über Tipps von euch, wie man den kleinen Mann am besten in Schach hält, ohne dass er direkt Angst bekommt.

Emotional war die letzte Woche wohl eine der aufregendsten Wochen meines Lebens. Die ersten Tage konnte ich noch gar nicht fassen, was da passiert ist. Irgendwann habe ich dann realisiert „Wow, er ist wirklich da und du hast ab jetzt zwei Pferde.“ Das war ein komisches, aber auch sehr schönes Gefühl. Ich muss ehrlich sagen, dass ich von Anfang an nicht ausgeschlossen habe, das Fohlen gegebenenfalls zu verkaufen und mir stattdessen eventuell ein reitbares Nachwuchspferd zuzulegen. Seit Fürstino da ist, sind diese Gedanken aber ganz weit weg und ich kann mir nichts schöneres vorstellen, als das kleine Pferdekind aufwachsen zu sehen und seine Entwicklung zu bestaunen. Bereits die wenigen Tage mit ihm waren eine unglaublich bereichernde Erfahrung, die ich um keinen Preis der Welt missen wollte. Für mich ist es ein absolutes Wunder, dass Emmi mir den kleinen Mann geschenkt hat und ich bin ihr dafür wahnsinnig dankbar.

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