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Führtraining mit Fürstino

Lange gab es kein Update mehr über den kleinen Fürstino. Das liegt vor allem daran, dass ich versuche, euch bei jedem Besuch durch Instastories mitzunehmen und es darüber hinaus nicht so viel zu berichten gibt. Der kleine Mann steht auf der Weide und wächst vor sich hin. Wir haben jedoch die letzten Wochen mit dem Halfter- und Führtraining begonnen. Das Aufhalftern habe ich alleine geübt und ihm einfach, während ich ihn gekrault habe, das Halfter vorsichtig über den Kopf gezogen.

Das ging ziemlich schnell ohne Probleme, sodass ich beim nächsten Besuch nach dem Aufhalftern einfach mal einen Strick eingehakt habe. Da war es dann aber leider vorbei mit Fürstinos Geduld und er fing an, sich rückwärts in den Strick zu hängen. Damit hatte ich gar nicht gerechnet, sodass ich plötzlich an einem Ende des Stricks hing und er am anderen und ich total überfordert war. Natürlich wollte ich nicht, dass er so viel Druck aufs Genick bekommt. Ich wollte aber auch nicht loslassen, weil ich Angst hatte, dass er auf den Strick treten und sich verletzen würde. So zog er immer weiter rückwärts und drehte irgendwann um, während ich immer noch am Strick hing. Das führte dazu, dass er kurz hinfiel, was mir wenigstens die Zeit gab, zu ihm zu gehen und den Strick abzumachen. Nachdem ich den ersten Schock verdaut habe, habe ich den Strick noch einmal kurz eingehakt und ihn einfach nur am losen Strick stehen lassen, was beim zweiten Versuch zum Glück auch funktionierte.

Das war leider gar nicht so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt hatte und ich habe mir ziemlich große Vorwürfe gemacht. Ich bin viel zu blauäugig an die Sache rangegangen und hätte mir auf jeden Fall einen erfahrenen Helfer dazu holen sollen. Im Internet liest man überall, dass schon leichter Druck aufs Genick im Fohlenalter zu Verletzungen führen kann und das wollte ich natürlich auf jeden Fall vermeiden. Allerdings habe ich dann mit einigen Leuten gesprochen und die meisten erzählten mir, dass auch ihre Fohlen mal am Strick gezogen hätten und natürlich später trotzdem normale, gesunde Reitpferde werden. Insbesondere bei Westernreitern gibt es sogar die Praxis, das Fohlen einfach an einer Wand anzubinden und sie so lange sich zurückwerfen zu lassen, bis sie von selbst aufgeben.

Daher war ich dann recht schnell beruhigt, dass Fürstino wohl keinen Genickschaden davon getragen hat. Als ich das nächste Mal bei ihm war, war auch alles längst vergessen und er ließ sich wie immer überall anfassen und kraulen und war in keiner Weise empfindlich. Für das Führtraining habe ich mich dann mit der lieben Wiebke verabredet, die wesentlich mehr Erfahrung mit Fohlen hat als ich und mich netterweise unterstützt hat. Ich habe aufgehalftert und sie war dabei immer nah an Fürstino, damit er sich gar nicht erst zurückwerfen konnte. Wir haben dann angefangen ein bisschen Druck auf den Strick auszuüben und erstmal nur den Kopf sanft zur Seite gezupft. Sobald er reagiert hat, wurde natürlich gelobt. Als nächstes habe ich dann Emmi und Fürstino an den Stricken genommen und bin los marschiert. Wiebke ist dabei hinter Fürstino geblieben und und hat ihn sanft nach vorne geschoben, wenn er mal nicht weitergehen wollte.

So hat das alles schon ganz toll geklappt und wir haben nach kurzer Zeit zufrieden aufgehört. Das Training werden wir natürlich noch einige Male wiederholen! Und ich habe gelernt, dass ich solche neuen Dinge in Zukunft nicht mehr alleine probiere. Zu zweit ist es viel einfacher, gegebenenfalls korrigierend einzugreifen.

Was wir bisher noch nicht geübt haben, ist das Hufe geben. Wir haben Fürstino schon mal etwas an den Beinen gestreichelt und berührt, aber das fand er gar nicht mal so toll. Das werde ich nach meinem Urlaub mal in Angriff nehmen und hoffe, er lernt schnell, dass das alles halb so wild ist!

 

7 Kommentare

  1. Mariola sagt

    Total spannend! Schon lustig, was später alles so „selbstverständlich“ ist, muss jetzt eben alles gelernt werden.Ich bin schon super gespannt, was du vom Hufe anheben und auskratzen, ersten Mal Schmied oder Hänger angucken alles noch erzählen wirst!

    • Ja wirklich lustig! Man denkt bei erwachsenen Pferden gar nicht darüber nach, was sie alles mühsam lernen mussten, damit sie so zuverlässige Reitpferde werden konnten! Daher bin ich auch etwas zu naiv an die Sache rangegangen und dachte mir, ach, wird er schon verstehen wie das mit dem Führen funktioniert 😀 Hänger ist Fürstino schon öfter gefahren, weil unsere Weiden weiter weg vom Stall sind, aber natürlich immer nur mit Mama zusammen. Ich werde auf jeden Fall berichten, wie es mit dem Schmied läuft 🙂

  2. Mariola sagt

    Ach das ist ja eigentlich mega praktisch mit dem Hänger fahren. Wenn er dann später alleine fahren soll, ist es hoffentlich schon selbstverständlich! Mach dir keine Vorwürfe, natürlich ist es jetzt nicht ideal gelaufen, aber erstens hat er ja keinen Schaden genommen und zweiten denke ich, dass wenn man jetzt alles zu vorsichtig und nach dem Motto „Ohje was wird er jetzt machen?!“ angeht, überträgt sich das bestimmt auch… Du hast ja das richtige draus mitgenommen. Einfach ausprobieren aber eben zu zweit!

  3. Anne sagt

    Wäre es vielleicht eine Idee, den Strick durch den Ring am Halfter zu fädeln und gar nicht einzuhaken, so dass du ihn doppelt in der Hand hast und im Zweifel das Ende ohne den Haken loslassen kannst, ohne dass er dann mit dem Strick davon läuft und drauf treten kann? Nicht dass ich Ahnung von Fohlen hätte oder das schon jemals probiert hätte, war nur so eine Idee, die dir vielleicht ein bisschen Sicherheit geben könnte, wenn du mal ohne oder mit einem unerfahreneren Helfer übst.

    • Ehrlich gesagt ist das eine ziemlich gute Idee und ich frage mich gerade, warum ich selber noch nicht darauf gekommen bin 😀 Grundsätzlich soll er natürlich schon lernen, dass er nicht jederzeit weg kann, aber so hätte ich zumindest jederzeit die Möglichkeit ihn loszulassen. Danke dir!!! Manchmal ist man ja selbst zu blind für das Offensichtliche 😀

Wir freuen uns immer über eure Kommentare :-)