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Wie geht es mit Emmi weiter?

Nachdem Fürstino nun erfolgreich abgesetzt wurde, haben mich immer wieder Fragen erreicht, wann ich Emmi wieder reiten werde. Leider konnte ich darauf nie eine Antwort geben, da ich es selbst nicht wusste. Mein ursprünglicher Plan war, Emmi nach dem Absetzen Anfang November wieder zurück in den Stall zu holen, in dem wir vor ihrer Babypause standen. Der Stall hat für mich alles, was man sich als Pferdebesitzer wünscht – nette Stallbesitzer, zuverlässiges Personal, gute Futterqualität, Paddockboxen, ganztätigen Weidegang im Sommer, mehrere Stunden Paddock im Winter, drei Reithallen, eine Führmaschine und ein wunderschönes Gelände direkt ab Hof. Noch dazu liegt der Stall sehr zentral und ist aus der Stadt in 20-30 Minuten zu erreichen. Da ich nicht die einzige bin, die sich dort sehr wohlgefühlt hat, ist der Stall immer sehr voll und hat eine Warteliste. Ich hatte mich im Sommer wieder angemeldet und hatte gehofft, dass zu November oder spätestens zu Dezember etwas für uns frei wird. Leider war dem aber nicht so. Zuerst habe ich noch abgewartet, aber als sich so gar nichts bewegen wollte, habe ich angefangen, mich nach Alternativen umzusehen. Das gestaltete sich schwieriger als gedacht. Es gibt zwar viele tolle Ställe im Hamburger Umland, die meistens sind für mich jedoch nicht gut zu erreichen. Ich wohne mitten in der Stadt, sodass die meisten Ställe 25-40km entfernt sind oder schlicht und einfach auf der falschen Seite der Stadt liegen, sodass ich einmal quer durch die Innenstadt gurken müsste, um dort hinzufahren.

Ich habe mir sehr viele Ställe im Internet angesehen und Freunde befragt und schließlich vier Ställe besichtigt. Jeder der Ställe hatte unterschiedliche Vorteile und Nachteile und gewisse Kompromisse hätte ich überall machen müssen. Allerdings hatte ich in allen Ställen das Gefühl, dass ich mein Pferd dort bedenkenlos hinstellen könnte, ohne dass ich mir Sorgen machen muss, ob sie gut versorgt ist. Denn wenn man mal ganz ehrlich ist, ist die Stallsuche für die meisten von uns nicht deshalb schwierig, weil die Ställe so schlecht sind, sondern weil wir verdammt anspruchvoll sind. Pferdeleute haben meiner Meinung nach zu Recht den Ruf, ein bisschen verrückt zu sein, wenn es um das geliebte Tier geht und ich kann mich selbst da nicht herausnehmen. Mein Pferd soll möglichst viel raus und ich brauche 7 Tage Hol- und Bringservice, bei der Futterqualität und der Raufuttermenge mache ich wegen Emmis Kolik absolut keine Abstriche, der Hallenboden sollte bitte täglich abgezogen und gepflegt werden, ich möchte ein Ausreitgelände und – ein häufiges Ausschlusskriterium – die Öffnunsgzeiten müssen passen. Der Stall kann noch so toll sein, wenn er unter der Woche um 21 Uhr schließt, ist das für mich leider zu früh. Um dann abends noch entspannt reiten zu können, müsste ich spätestens gegen 18 Uhr in der Stadt losfahren und das empfinde ich als Stressfaktor. Auch möchte ich gerne morgens um 7 Uhr in den Stall fahren können, um gegebenenfalls vor der Arbeit das Pferd noch bewegen zu können. Insgesamt also ziemlich viele Ansprüche!

Trotzdem habe ich letztlich einen Stall gefunden, der die meisten meiner Kriterien erfüllt und in dem ich mich bei der Besichtigung auf Anhieb wohl gefühlt habe. Emmi wird dort ab dem 1. Dezember eine große Außenbox in einer schönen, neuen Stallgasse beziehen. Was ich besonders toll finde – es gibt eine Futterkammer für Zusatzfutter, eine große beheizte Sattelkammer und eine beheizte Deckenkammer direkt in der Stallgasse. So hat man viel Platz für seine Sachen und vor allem kurze Wege im Stall – also mehr Zeit fürs Pferd! Es gibt eine große Reithalle, eine kleine Halle zum Longieren, Freilaufen und Freispringen und zwei ganz tolle Außenplätze. Vor allem über das schöne 60er Viereck freue ich mich sehr. Das Ausreitgelände beginnt direkt ab Hof und es gibt keine festen Öffnungszeiten. Soweit also alles perfekt! Allerdings sind die Auslaufmöglichkeiten für die Pferde deutlich begrenzter als in meinem alten Stall und das ist auch der Grund, warum der Stall erstmal nur als Zwischenlösung über den Winter gedacht ist.

Nachdem ich das nun fest gemacht habe und die Box reserviert ist, freue ich mich riesig darauf, wenn es endlich losgeht! Bis dahin steht Emmi weiterhin 24 Stunden draußen auf der Weide. Auch wenn ich weiß, dass es Emmi dort sehr gut geht, bin ich erleichtert, dass ich sie endlich reinholen kann. Das zottelige Pferdchen mit der langen Mähne hat tatsächlich nicht mehr so viel mit dem Sportpferd aus letztem Jahr zu tun und ich möchte das natürlich wieder ändern. Der erste Schritt nach dem Umzug wird also sein, sie erstmal wieder ordentlich zu frisieren und schick zu machen. Außerdem hat sie noch immer einige Reste von Mauke an den Ballen, die noch aus dem letzten, unglaublich nassen Winter übrig sind. Wenn sie wieder in der Box steht, kann ich das auch endlich richtig behandeln. Auch die bedarfgerechte Fütterung ist bei Boxenhaltung deutlich einfacher. Und vor allem freue ich mich natürlich, sie wieder näher bei mir zu haben und dann langsam wieder anzutrainieren!

Weideleben

 

 

 

 

Kategorie: Allgemein, Emmi, Tagebücher

von

27 Jahre, lebt zusammen mit Emmi und ihrem Fohlen Fürstino in Hamburg und berichtet auf HorseDiaries über die Höhen & Tiefen im Leben eines Pferdebesitzers.

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