Allgemein, Emmi, Tagebücher
Kommentare 2

Unser Jahr 2018

Und zack, da ist das Jahr 2018 vorbei. Das Jahresende kommt doch immer schneller als man denkt. Zeit für eine Zeitreise durch das Jahr 2018 – ein Blick auf die verschneiten Straßen von NYC, Fürstinos Schritt ins Leben und meine ersten Ritte auf Emmi. Hier kommt also unser Jahr 2018 im Schnelldurchlauf:

Januar bis März

Nachdem ich im Dezember 2017 die Klausuren des zweites Staatsexamens hinter mich gebracht habe, fliege ich am 27.12.2017 nach New York, um dort die Wahlstation meines Referendariats abzuleisten. Ich fliege mit gemischten Gefühlen los. Einerseits freue ich mich auf die Zeit und die vielen neuen Eindrücke, andererseits wusste ich von einem vorherigen Besuch, dass NYC nicht gerade meine Traumstadt war. In Kalifornien hingegen fühle ich mich seit meinem Auslandssemester wie zuhause und würde jederzeit dorthin ziehen. Ich weiß, dass viele das nicht nachvollziehen können und New York hier in Deutschland extrem gehypt wird. Gefühlt jedes deutsche Mädchen mit Instagram Account war schon mindestens einmal dort oder träumt zumindest heimlich vom Leben an der Fifth Avenue.

Wir kommen bei -13 Grad und Schneesturm in NYC an, was das Ankommen nicht gerade erleichtert. Im Januar habe ich dann meine ersten Arbeitstage und mein Freund, der mich netterweise nach New York begleitet hat, fliegt wieder nach Hause. Zum Glück habe ich dort viele nette andere Menschen kennengelernt und bin viel unterwegs, sodass ich nicht zu viele Gedanken an zuhause verschwenden kann. Meine absoluten Highlights in dieser Zeit sind die Trips nach Miami und Washington DC – beides Städte, die mir persönlich um Längen besser gefallen haben als New York und deren Besuch ich jedem empfehlen kann!

Heimweh habeich natürlich trotz vieler toller Aktivitäten und dem Besuch lieber Freunde von zuhause. Neben den vielen lieben Menschen zuhause vermisse ich natürlich auch Emmi und – was mich am meisten erstaunt – das Bloggen. Ich habe mich so daran gewöhnt, regelmäßig über mein pferdiges Leben zu berichten und alles mit euch zu teilen, dass es sich merkwürdig anfühlt, plötzlich nur noch sehr wenig zu posten. Damals war Horse Diaries noch ein Teamprojekt und wir haben alles zu viert gemacht. In New York merke ich zum ersten Mal, wie wichtig mir der Blog und Instagram geworden sind und wie viel Freude es mir macht, Dinge mit euch zu teilen. Ich realisiere, dass es mir nicht mehr reicht, Teil eines Teams zu sein, sondern dass ich gern mein eigenes Ding machen würde und einen eigenen Blog starten will.

Ende März ist meine Station in New York zuende und ich bin wahnsinnig froh, zurück nach Hause fliegen zu können. Leider wird mein Rückflug wegen eines Schneesturms um drei Tage verschoben. Umso größer ist die Freude, als ich endlich wieder in Hamburg angekommen bin und meine Lieben in die Arme schließen kann. Eine meiner ersten Fahrten führt natürlich zu Emmi auf die Weide, die nicht ganz so begeistert vom Wiedersehen ist wie ich, aber die mitgebrachten Möhren dennoch gerne nimmt ;).

April

Am 09. April ist Emmis Stichtag. Die Aufregung steigt langsam, aber eine Geburt ist noch lange nicht in Sicht. Trotzdem wird Emmi schon aufgestallt und ging nur noch tagsüber auf die Weide, um sie besser beobachten zu können. Ich bin in der Zeit damit beschäftigt, für meine mündliche Prüfung zu lernen. Ende des Monats ist es dann so weit und ich war endlich Volljuristin!

Außerdem erzähle ich meinen Teamkolleginnen bei Horse Diaries endlich, dass ich gern einen eigenen Blog starten würde. Sie reagieren ganz anders als erwartet und biet mir an, unseren Blog zu übernehmen und alleine weiterzuführen. Ich freue mich riesig über die Chance und nehme das Angebot natürlich an. Zwar bin ich (bis heute) auch etwas wehmütig nach der langen gemeinsamen Zeit, aber es fühlt sich nach dem richtigen Schritt an.

Mai
Bei Emmi stehen noch immer wenige Zeichen auf Geburt, aber so ganz langsam füllt sich ihr Euter ein bisschen. Am 9. Mai wird dann – viel zu spät, aber trotzdem früher als erwartet – ein klitzekleines zartes Hengstfohlen geboren. Ein brauner Hengst also… Dabei war ich mir so sicher gewesen, dass es eine Stute wird. Ich war überglücklich, dass alles gut gegangen war und vor allem, dass Emmi die Geburt gut überstanden hatte. In den Tagen nach der Geburt fahre ich täglich zu den beiden und verliebte mich Hals über Kopf in den kleinen Mann. Frühere Gedanken an einen möglichen Verkauf sind plötzlich ganz weit weg. Es dauert einige Tage, bis ich mich für einen Namen entschieden habe. Ich wollte etwas deutsches, kurzes, was nicht zu hochgestochen klingt – für ein Stutfohlen hatte mein Freund sich den Namen „Fürstina“ überlegt und daraus wurde dann kurzerhand Fürstino :-). Fürstino kränkelt ein bisschen, erholt sich davon jedoch glücklicherweise schnell.

Direkt nach Fürstinos Geburt steht außerdem das Hamburger Spring- und Dressurderby an. Anna und Püppi starten in der Amateur-Dressur-Tour und ich durfte die beiden als TT begleiten. Weder Anna noch ich waren vorher schon mal auf einem internationalen Turnier hinter den Kulissen, sodass für uns alles neu und spannend war. Wir haben riesigen Spaß bei wunderbarem Wetter und Anna konnte sich sogar sehr erfolgreich platzieren. Ein rundum gelungenes Pferdemädchen-Wochenende.

Juni

Fürstino entwickelt sich gut. Er wächst und legt langsam zu. Trotzdem fahren wir nicht zur Fohlenschau, weil ich der Meinung bin, dass er noch nicht so weit ist und ich den beiden den Stress nicht unnötig zumuten möchte. Ich bin erstaunt, wie gut Emmi trotz ihrer 16 Jahre und einem Jahr Pause aussieht und entscheide mich, sie nach dem Absetzen wieder anzutrainieren. Emmi wird außerdem ins Hannoveraner Hauptstutbuch aufgenommen.

Weil ich das Reiten bereits jetzt sehr vermisse, suche ich mir eine Reitbeteiligung. Ich probiere Quira aus und fühle mich direkt so wohl, dass ich ihrer Besitzerin zusage, sie ab sofort 2x wöchentlich mitzureiten.


Juli

Emmi verletzt sich auf der Weide und steht plötzlich auf drei Beinen. Das vierte Bein ist elefantös dick und sie kann sich kaum noch bewegen. Ich mache mir große Sorgen, es stellt sich jedoch glücklicherweise heraus, dass es nur ein fieser Einschuss war und Emmi ist bereits nach wenigen Tagen wieder fit.

Hinkebein

Im Juli fahre ich außerdem auf die Hannoveraner Auktion nach Verden, um mich dort mit Alisa zu treffen. Wir hatten uns über Instagram kennengelernt und haben uns nun das erste Mal persönlich getroffen. Zum Glück bestätigt sich, dass wir uns super verstehen und wir verbringen einen tollen Tag in Verden.


August

Quiras Besitzerin ist im Urlaub und während meiner Urlaubsvertretung fängt Quira an zu lahmen. Ich erlebe das erste Mal, wie es sich anfühlt, wenn man selbst die Reitbeteiligung ist und das Pferd plötzlich krank wird. Ich konnte natürlich nichts dafür, trotzdem fühlt es sich blöd an, solche schlechten Nachrichten zu überbringen.

September

Quira ist wieder fit und wir haben viel Spaß zusammen. Theresa begleitet mich zu Emmi und Fürstino für ein Shooting bei Sonnenuntergang. Wir haben absolutes Glück und wahnsinnig tolles Licht. Fürstino hat sich außerdem grandios entwickelt und sieht mittlerweile richtig schick aus.

Inka Kelting besucht mich im Stall bei Quira, weil ich unbedingt ein paar Erinnerungsfotos an die Zeit mit ihr haben möchte.

Oktober

Im Oktober passiert nicht viel. Ich habe noch eine Prüfung, die viel Zeit in Anspruch nimmt und bin danach zwei Wochen auf Kreta.

Hotel Daios Cove auf Kreta

Ich habe aufgehört, Quira zu reiten, weil ich ab November Emmi wieder antrainieren wollte und es nicht schaffen würde, zwei Pferde in zwei Ställen zu reiten. Am 31. Oktober wird Fürstino abgesetzt und steht nun mit seinen Freunden zusammen im Laufstall. Sie kommen nur noch tagsüber raus und lernen so sehr schnell, sich in der Gruppe brav führen zu lassen.

November

Mein Plan, Emmi anzutrainieren, scheitert an der Stallsuche. Ich wollte gerne wieder zurück in meinen alten Stall, dort ist jedoch alles voll. Daher bleibt Emmi vorerst im Aufzuchtstall und steht weiterhin 24 Stunden am Tag auf der Weide. Da das Wetter weiterhin trocken ist, scheint es sie nicht sonderlich zu stören 🙂 Parallel gehe ich auf Stallsuche und versuche, eine Alternative zu finden, wo wir zumindest vorübergehend unterkommen können. Ende November finde ich endlich einen passenden Stall.

Weideidylle im November

Dezember

Am 1. Dezember zieht Emmi in unseren neuen Stall. Ich freue mich riesig, sie wieder in meiner Nähe zu haben. Ich fange zunächst an, sie am Halfter zu longieren und setze mich nach wenigen Tagen das erste Mal für ein paar Minuten aufs Pferd. Das Gefühl, wieder auf Emmi zu sitzen, ist unbeschreiblich und man merkt ihr an, dass sie ebenfalls riesigen Spaß daran hat, wieder zu arbeiten. Schon nach wenigen Einheiten baut sie spürbar Kondition auf und die Anlehnung verbessert sich.

Anfang des Monats besucht mich außerdem die liebe Alisa in Hamburg und wir fahren gemeinsam zur Pferd & Jagd. Mein erstes Event, auf das ich offiziell als Bloggerin fahre. Es macht super viel Spaß, durch die Stände zu stöbern, neue Leute kennenzulernen und sich inspirieren zu lassen.

Am 28. Dezember bekommen wir Besuch von Jurina Zwirner und machen eine großes Fotoshooting, bei dem viele tolle Bilder entstanden sind. Ich habe bereits einige Fotos bekommen und bin sehr begeistert! Ich freue mich schon riesig, sie euch bald zu zeigen.

Das war also unser Jahr 2018 – ein Jahr voller neuer Eindrücke, Erlebnisse und Lektionen. Es gab auch einige Tiefpunkte, die jedoch mit den Pferden nichts zu tun haben und daher hier unerwähnt bleiben. Insgesamt war es jedoch ein tolles Jahr, das mir besonders durch die Geburt von Fürstino für immer in Erinnerung bleiben wird. Außerdem war es mein bisher intensivstes Jahr als Bloggerin. Ein riesiges Dankeschön geht an alle treuen Leser für eure vielen Klicks und die tollen Kommentare. Außerdem muss ich mich vor allem bei der allerbesten Fotografin Theresa bedanken, die nach wie vor 90% meiner Fotos macht und sich dabei jedes Mal wieder selbst übertrifft.

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch und ein erfolgreiches neues Jahr 2019! Bis bald!

Kategorie: Allgemein, Emmi, Tagebücher

von

27 Jahre, lebt zusammen mit Emmi und ihrem Fohlen Fürstino in Hamburg und berichtet auf HorseDiaries über die Höhen & Tiefen im Leben eines Pferdebesitzers.

2 Kommentare

  1. Caro sagt

    Was für ein toller Jahresrückblick und was für ein wunderbares, aufregendes und spannendes Jahr! 🙂 Ich bin sehr gespannt, was du im nächsten Jahr über das Trainieren mit Emmi berichten wirst. Liebe Grüße und ein frohes neues Jahr!

Wir freuen uns immer über eure Kommentare :-)