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Schon wieder Reitpause – Life-Update Teil 1

Mehr als vier Monate lang war es hier still auf dem Blog. Eine lange Zeit für meine Verhältnisse. Auch wenn Blogs im Jahr 2019 schon fast altmodisch anmuten und alle ehemals großen Blogger aktuell nur noch Instagram und YouTube nutzen, ist der Blog für mich immer noch der wichtigste Teil von Horse Diaries und liegt mir sehr am Herzen. Auf Instagram ist leider nicht der Platz für ausführliche Texte und ich finde es nach wie vor am schönsten, euch hier auf dem Blog an meinem Pferdemädchenleben teilhaben zu lassen.

Warum trotzdem so lange kein neuer Beitrag kam, könnt ihr euch sicher denken.  Nach Emmis Diagnose im Mai ging alles sehr schnell und seit Ende Mai genießt Emmi (wieder) das Weideleben. Es gab also wenig zu berichten seitdem. Anfang September war der Tierarzt noch mal bei Emmi für einen ersten Kontroll-Ultraschall. Ursprünglich wollte ich erst später nachschauen, aber ich war dann doch zu ungeduldig und wollte gerne einen Zwischenstand wissen. Der Zwischenstand sah leider nicht so gut aus. Die Verletzungen am Fesselträger sehen minimal besser aus. Aber eine minimale Verbesserung innerhalb von vier Monaten ist leider nicht besonders vielversprechend. Ich habe den Tierarzt gefragt, wie er die Chancen einschätzt, dass sie überhaupt jemals wieder voll belastbar werden würde. Er wollte sich daraufhin nicht so richtig festlegen und sagte, er wäre hinsichtlich einer vollen sportlichen Belastbarkeit „eher vorsichtig“, ich sollte das Pferd aber noch nicht ganz aufgeben. Sie habe die nötige Härte, um wieder auf die Beine zu kommen und ich solle noch mal zwei bis drei Monate abwarten. In dieser Phase sind wir also gerade, weiter abwarten… 

Ich weiß bis heute noch nicht, ob ich Emmi überhaupt wieder belasten würde, wenn ich denn könnte. Darüber versuche ich mir aktuell auch wenig Gedanken zu machen. Das kann ich immer noch entscheiden, wenn es dazu überhaupt kommen sollte, dass sie wieder ganz gesund wird. Was ich aber weiß, ist dass ich Emmi und das Reiten wahnsinnig vermisse. Natürlich kann ich sie auf der Weide besuchen und tue das auch regelmäßig, aber das ist einfach nicht das selbe, wie ein Pferd bei sich im Stall stehen zu haben, mit dem man den Alltag teilt. 

Daher drehten sich meine Gedanken seit der Zwischenuntersuchung vor allem darum, wie ich wieder zurück aufs Pferd komme, ohne darauf angewiesen zu sein, dass Emmi möglichst schnell wieder gesund wird. Die für mich am nächsten liegende Lösung war, nach einem dritten Pferd zu schauen. Also durchkämmte ich ehorses von vorne bis hinten und nervte alle meine reitenden Freunde mit gefühlt hunderten Videos von außenrum trabenden 4jährigen. Relativ schnell kam die Ernüchterung dahingehend, dass ein gutes Pferd nicht ganz so günstig zu haben ist, wie ich das gerne hätte. Abgesehen davon fühlte es sich aber auch sonst nicht ganz richtig an, ein weiteres Pferd zu kaufen. Spätestens wenn Fürstino angeritten würde, müsste ich aus zeitlichen Gründen ein Pferd wieder abgeben. Wie realistisch wäre das überhaupt für mich als jemand, der sehr an seinen Pferden hängt und noch nie ein Pferd verkauft hat? Und wäre es nicht blöd, jetzt ein junges Pferd zu kaufen und es in zwei Jahren, wenn es gerade so einigermaßen anfängt, Spaß zu machen wieder zu verkaufen, um das nächste junge Pferd zu reiten? Also dann doch lieber Fürstino verkaufen? Das absolute Wunschkind aus meiner geliebten Emmi? Und was ist überhaupt, wenn das dritte Pferd krank werden sollte und ich plötzlich zwei Rentner und einen Jungspund habe? Tja, ihr merkt vielleicht, ich habe mir ziemlich den Kopf zerbrochen und das, bevor ich überhaupt ein einziges Pferd angeschaut hatte. Ich musste mir dann wohl oder übel eingestehen, dass gerade anscheinend nicht der optimale Zeitpunkt für den Kauf eines weiteren Pferdes ist. 

Die nächste Option, die mir sinnvoll erschien, war ein Pferd zur Verfügung. Das Angebot hier ist allerdings noch mal deutlich kleiner als bei Verkaufspferden und es gibt EXTREM viele Interessenten, die (vor allem aus finanziellen Gründen) gerne ein Pferd zur Verfügung hätten. Allerdings kam relativ schnell eine Anzeige online, die sich ziemlich perfekt anhörte. Eine 7jährige Stute, Dressurpferd, tolle Abstammung, die Besitzerin suchte jemanden für ca. 1,5 Jahre, also zeitlich genau passend. Und das Beste: die Stute stand in der Nähe von Hamburg. Nach ein paar Nachrichten machten wir daher einen Termin zum Ausprobieren. Die Besitzerin war super nett, der Stall schön und die Stute auch sehr schick und lieb im Umgang. Ich war schon total begeistert. Leider lief es dann beim Probereiten nicht ganz wie erhofft, da sich die Anlehnung als problematisch herausstellte. Anfangs dachte ich noch, ich würde irgendwas gerade total falsch machen, bis die Besitzerin und die Bereiterin mich dann aufklärten, dass das durchaus gerade ein Problem bei der Stute sei… Wir brachen das Probereiten dann relativ schnell ab, da es einfach nichts gebracht hätte und die Besitzerin auch sagte, sie hätte in den nächsten Tagen einen Osteopathen-Termin, um sicherzugehen, dass keine Schmerzen hinter dem Verhalten stecken. Wir verabredeten, in Kontakt zu bleiben und nach dem Termin weiter zu schauen. Da ansonsten alles sehr gut zu passen schien, wollte ich das Pferd trotz der unerwarteten Problematik noch nicht aufgeben.

Ein paar Tage später, an einem Dienstag Vormittag bekam ich dann eine sehr aufgeregte WhatsApp Nachricht einer guten Freundin, die mich in den Moment erstmal etwas verwirrt zurückließ.

(Fortsetzung folgt) 

Fotos: https://www.instagram.com/she.vaux/

11 Kommentare

    • Hahaha sorry! Ich hatte gar nicht geplant, zwei Teile zu machen, aber es wurde dann so lang, dass ich einfach abgebrochen hab 😀

  1. Tina Pöhler sagt

    Liebe Cathy, ich finde es vollkommen okay, dass Du Dich eintschlossen hast, kein drittes Pferd zu kaufen. Du sagst ja selbst, dass es unmöglich, dann, wenn der süße Fürstino so weit ist, eingeritten zu werden, unmöglich ist…
    Fürstno verkaufen ist ja wohl überhaupt keine Option. Das würde Dir das Herz brechen.
    Mensch, hoffentlich wendet sich alles zum Guten und Emmi wird wieder gesund.
    Auch wenn Du Dich sehr rar machst, ich denke sehr oft an Dich. Weiterhin drücke ich Dir/Euch ganz fest die Daumen!
    Alles Liebe
    Deine Tina P.

  2. Pingback: Neues Pferd, neues Glück! (Life-Update Teil 2) | Horse Diaries

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