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Wie läuft es mit Rocky?

Ich hatte euch ja versprochen, dass ich euch auf dem Laufenden halte, wie es mir und Rocky so ergeht während meiner „Urlaubsvertretung“.

Nachdem wir im November den Stall gewechselt haben, hatten wir zunächst eine ziemlich schwierige Zeit. Rocky ist ein sehr sensibles Pferd, sodass ihr der Stallwechsel sichtlich zu schaffen machte. Sie hatte im alten Stall ohnehin etwas abgebaut, der Stress tat dann sein übriges und wir mussten sie erstmal ein wenig wieder aufpäppeln. Mit sehr viel gutem Heu und viel longieren wurde ihre Figur aber schnell besser.

Rocky Anfang November 2019

Im Dezember gab es dann leider noch mal ein etwas größeres Down und ich konnte mehrere Wochen nicht reiten. Wieso genau, möchte ich hier nicht veröffentlichen, aber ich war ziemlich deprimiert und wusste gar nicht genau, ob ich sie überhaupt noch wieder reiten würde. Seit letztem Monat geht es jetzt langsam aber sicher wieder bergauf. Ich reite wieder regelmäßig und komme ganz langsam wieder zurück ins Training. Allerdings bin ich jetzt seit mittlerweile drei Jahren nicht mehr regelmäßig geritten und ich merke, dass es mir deutlich schwerer fällt wieder reinzukommen als gedacht.

Sowohl reiterlich als auch im Umgang ist Rocky das absolute Gegenteil von Emmi. Während Emmi sehr gelassen ist und komplett in sich ruht, ist Rocky extrem wach, aufmerksam und auch eine gute Portion schreckhaft. Alles Eigenschaften mit denen ich mich in den letzten zehn Jahren nie auseinandersetzen musste. Daher ist es zugegebenermaßen immer noch eine ziemliche Herausforderung mich auf Rocky einzustellen, auch wenn wir täglich besser zusammenwachsen. Rocky ist von ihrer Qualität und Leistungsbereitschaft ein wirklich ganz tolles Pferd, aber eben nicht so ganz easy zu bedienen. Leider komme ich auch aus zeitlichen Gründen seltener aufs Pferd als gedacht. Ich arbeite zwar nur montags bis donnerstags, bin dafür aber meistens bis mindestens 20:30 im Büro. Danach noch zu reiten ist leider zu aufwendig, um es regelmäßig zu machen. Rockys Stall ist 25 Kilometer von mir entfernt und ich muss einmal durch die komplette Stadt durch, dadurch bin ich immer mindestens 40-45 Minuten unterwegs pro Strecke. Ich habe das Glück, dass Rocky bei einer sehr lieben Trainerin in Vollberitt ist und somit immer top versorgt und trainiert wird. Ich muss mir also unter der Woche keinen Stress machen. Auch Rockys Besitzerin kommt ca. alle zwei Wochen zu Besuch und kümmert sich dann natürlich selbst um sie. Das alles führt aber dazu, dass ich maximal 2x pro Woche tatsächlich auf dem Pferd sitze und dadurch dauert es natürlich entsprechend länger, sich wirklich aneinander zu gewöhnen.

Reiterlich arbeiten wir aktuell noch an der Basis. Das heißt einerseits mein Sitz, da ich durch Skoliose und das mangelnde Training gerade im Aussitzen Probleme habe, Rocky zu sitzen. Nach zwei Einheiten Sitzlonge fühlt es sich aber schon deutlich besser an. Darüber hinaus sind einige Dinge wie zum Beispiel eine konstante Anlehnung, durchlässige Übergänge und korrektes vorwärts-abwärts füt Rocky keine Selbstverständlichkeit, sondern müssen bei ihr sehr konsequent erarbeitet und abgefordert werden.

Das ganze Projekt ist insgesamt etwas komplizierter, als ich es mir vorgestellt hatte. Trotzdem bin ich sehr dankbar, dass ich die Chance bekomme, so ein gutes Pferd mitzureiten und selbst sehr viel zu lernen. Durch den Beritt bin ich zeitlich trotzdem flexibel und ich habe die Möglichkeit sehr viel Unterricht zu reiten. Sowohl reiterlich als auch mental bringt mich das Training mit Rocky extrem voran und ich bin sehr gespannt, wie wir uns in den nächsten Wochen noch weiter entwickeln werden.

Fotos © Svenja Pitz

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28 Jahre, lebt zusammen mit Emmi und ihrem Fohlen Fürstino in Hamburg und berichtet auf HorseDiaries über die Höhen & Tiefen im Leben eines Pferdebesitzers.

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