Alle Artikel mit dem Schlagwort: Pferdeblogger

Reitersprache // Deutsch – Eine Übersetzung

„Reiter sind schon ein komisches Volk!“ – Nicht selten habe ich diesen Satz in meiner aktiven Reiterzeit gehört. Heute, wo ich ausreichend Abstand zur Szene und den meisten Reitern gewonnen habe, muss ich nach einigen stillen Beobachtungen feststellen, dass die Kritiker damit tatsächlich Recht haben. Erst kürzlich hatte ich eine interessante, philosophische Unterhaltung mit Nichtreitern über Matratzeneinstreu. Nachfolgend findet ihr eine kleine Zusammenfassung von Begrifflichkeiten, die für Nichtreiter unsere Verrücktheit doch deutlich unterstreichen. Schickt sie gern an alle genervten Nichtreiterfreunde und Partner, vielleicht führt sie zu einem etwas besseren Verständnis eurer Pferdeprobleme ;). Matratzeneinstreu – Nicht etwa eine mit Einstreu gefüllte Matratze, nein. Die wahre Bedeutung von einer Matratzeneinstreu ist wesentlich unromantischer. Eigentlich kann man sagen, dass es nichts mehr ist, als über mehrere Wochen gesammelter Mist in einer Pferdebox, die täglich nur mit frischem Stroh übergestreut wird. Das Pferd schläft nachts also nicht wie zuerst angenommen, wie eine Prinzessin auf der Erbse, sondern auf seinem eigenst angesammeltem Klo. Nicht sehr lecker. Die Parade kommt nicht durch – Nein, damit ist keine Pferdeparade gemeint, die …

Der Zausel ist kein Fotopferd

Mein Zauselchen war nicht immer das, was man so als tiefenentspannt bezeichnen würde. Genau genommen war er sogar viele Jahre das genaue Gegenteil davon, leicht hysterisch, schnell hochgefahren, nervös bis schreckhaft, mit kurzer Hemmschwelle wenn es um spontane Fluchtmanöver ging, ein Hasenfuß, der hinter jedem Stein einen Berglöwen vermutet. Das hat sich aber in den letzten Jahren alles deutlich entspannt, er ist viel viel gelassener geworden, auf dem Hof und im täglichen Umgang ist er wirklich absolut tiefenentspannt, selbst Ausritte sind für uns total entspannte Normalität geworden. Nur Fototermine sind irgendwie immer wieder totale Stresserlebnisse und ich weiß gar nicht so richtig, wie es dazu immer wieder kommt. Wir sind letzte Woche mit einer Freundin zu einer Wiese geritten, um dort Fotos zu machen. Zu zweit sind wir die Strecke, die er gut kennt, vollkommen entspannt am langen Zügel geritten, haben gequatscht und das Zauselchen war so, wie ich ihn in den letzten Jahren immer kenne: vollkommen tiefenentspannt. An der Wiese angekommen mussten wir noch etwas auf den Fotografen warten, wir haben auf den Pferden …

Jeanys August – Zurück zur Normalität

Kalenderwoche 35 – Jeanys August Rückblick Niedersachsen, so langsam zieht der Herbst ein. Frischer Wind, wärmende Sonne, blühende Heide. Besonders gefreut habe ich mich diesen Monat über: Endlich Aussicht auf Besserung in meinem Zeitmanagement. Ich hatte etwas Urlaub und habe etwas Abstand zum Alltag gewinnen können und hoffe, dass ich ab sofort wieder regelmäßiger in den Stall komme und es nun auch wieder regelmäßiger in den Sattel schaffe. Ich werde berichten, ob ich durchhalte. Darüber habe ich mir Sorgen gemacht: Die Weidesituation am Wochenende. Am Wochenende müssen wir unsere Pferdchen selbst raus bringen, was für mich momentan zeitlich eine echte Herausforderung darstellt. Gott sei Dank haben wir wirklich fantastische Stallbesitzer und eine hervorragende Lösung mit einer neuen Weidegruppe gefunden. So dass die Sorgen eigentlich schon wieder der Vergangenheit angehören. Schönstes Erlebnis diesen Monat: Die unproblematische Zusammenführung der neuen Weidegruppe. Ich weiß noch wie ängstlich ich noch vor ein paar Jahren war, als im alten Stall neue Pferde in die Herde kamen. In Jeanys jetzigem Zuhause ist das Management aber so großartig, dass ich absolut null …

Ich höre wirklich auf zu reiten!

Heute vor ziemlich genau einem Jahr bin ich noch eine M-Dressur mit Emmi geritten. Wer hätte damals gedacht, dass das unser tatsächlich letztes Turnier sein würde… Ich habe den Bericht gerade noch mal gelesen und ich finde aus dem Text spricht so viel Frust und Enttäuschung, dass ich wirklich froh bin, mir selbst zugestanden zu haben, dass das aktive Turnierreiten momentan nicht in mein Leben passt. Mir tut es heute wirklich weh, zu lesen, wie schlecht ich Emmi gesehen habe und wie kritisch ich mit unserer Leistung umgegangen bin. Diejenigen von euch, die Emmis Tagebuch schon länger verfolgen, haben mitbekommen, dass ich eine sehr lange, schwierige Phase hatte, in der ich die Lust am Reiten mehr oder weniger komplett verloren habe. Das war auch einer der Hauptgründe, warum ich Emmi habe decken lassen. Natürlich bin ich nach der Entscheidung, Emmi decken zu lassen, trotzdem noch weiterhin geritten. Gerade in der Anfangsphase, als meine Reitbeteiligung schon aufgehört hatte, aber wir noch auf den richtigen Zeitpunkt für die Besamung warten mussten und ich danach auch nicht wusste, …

Warum liegt hier eigentlich Stroh? 10 Dinge, an denen man einen Reiterhaushalt erkennt!

Reiter sind ein spezielles Völkchen mit allerlei Besonderheiten. Daher stellen sie unter anderem auch gesteigerte Anforderungen an ihr trautes Heim. Wie sich so ein Reiterhaushalt von einem normalen Haushalt unterscheidet? Vor der Tür steht ein großes Auto mit ausreichend PS. Das kann sowohl der neuste Porsche Cayenne sein als auch der Opel Kombi aus 1985 – hauptsache mit Anhängerkupplung und genügend Zugkraft. Auf der Fußmatte liegen stets ein paar Heuhalme. Daneben stehen mindestens zwei paar matschige Stiefel, an denen ebenfalls Heu klebt. Wir nennen das Landhausstil! Im Flur liegt Heu. Und Stroh. Oder Späne, je nachdem. Man kann die Reitsachen ja schlecht im Treppenhaus ausziehen? Wie jetzt, staubsaugen? Sorry, keine Zeit, heute kommt der Hufschmied! Der Boden ist übersäht von Schabracken, Decken und sonstigen merkwürdigen Gegenständen. Warum das nicht im Keller liegt? Der ist leider voll. Außerdem ist das Klima da unten echt nicht gut für das Leder. Und für die Eskadron Schabracke. Und für das Lammfell erst!! Wer den Wäschekorb öffnet, dem zieht ein herber, leicht strenger Duft entgegen. Reiten ist eben anstrengend und …

Jeanys Julirückblick – Kühe, Bremsen und Gewitter

Kalenderwoche 31 – Jeanys Juli Rückblick Niedersachsen – Regen, heiß, sonnig, windig, Unwetter. Es ist war fast ein bisschen wie Herbst. Besonders gefreut habe ich mich diesen Monat über: Jeanys Fortschritte. Ich erinnere mich noch an die Kuhphobie, die Jeany im alten Stall bereits hatte. Ich habe unermüdlich täglich an den Kühen gearbeitet, sie dort grasen lassen. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass es nie so wirklich besser wurde. Jetzt im neuen Stall machen wir deutliche Fortschritte. Jeany kann schon entspannter an der Kuhweide grasen und wir kommen dran vorbei, ohne dass ich Angst um meine Füße haben muss. Ich finde, das ist ein sehr großer Erfolg. Darüber habe ich mir Sorgen gemacht: Der Monat blieb sorgenfrei. 🙂 Schönstes Erlebnis diesen Monat: Ein gemütlicher Stallabend in bester Gesellschaft. Wir haben die Ponys so richtig gründlich geschrubbt, die Mähnen gemacht, den Schweif gewaschen und waren anschließend noch einen kurzen, friedvollen Blick auf die Kühe werfen. Bewusst Zeit fürs Pony nehmen, definitiv eine Sache die ich in den letzten Monaten viel zu wenig gemacht habe. Man soll …

Emmi ist tragend!

ENDLICH kann ich euch erzählen, wie es nach Emmis Besamung weiterging und was die Ultraschallkontrolle ergeben hat. Ich berichte am besten einmal von vorne, was seit der Besamung alles so passiert ist. Ich konnte bei der Besamung leider nicht dabei sein, weil ich arbeiten musste, sodass ich Emmi erst am nächsten Tag wieder gesehen habe. Ich habe sie natürlich kritisch beäugt und mein Gefühl sagte mir: Sie ist tragend! Fröhlich schrieb ich also meinen Freunden, dass Emmi schwanger aussehen würde und ich ein gutes Gefühl hätte. Erwartungsgemäß nahm mich natürlich niemand ernst, aber das war mir erstmal egal. Pünktlich 18 Tage später hatten wir dann unseren ersten Kontrolltermin. Einige Tierärzte kontrollieren auch erst nach 21 Tagen. Der Vorteil, wenn man früher nachguckt, liegt darin, dass die Stute, wenn sie nicht aufgenommen hat, schon wieder rossig sein könnte. Dann kann man sofort noch einmal besamen und geht nicht das Risiko ein, die Rosse zu verpassen. Die 18 Tage vergingen wirklich wahnsinnig langsam und ich war so froh, als es endlich so weit war. Am Tag vorher …