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Gastbeitrag von Sofia: Reiten in der Schwangerschaft

Für fast jede Reiterin stellt sich irgendwann die Frage: Was mache ich eigentlich mit meinem Pferd, wenn ich einmal ein Kind bekomme? Wir finden dieses Thema auch unheimlich spannend, sind bisher aber allesamt kinderlos. Also haben wir uns an Sofia gewandt, die seit vorletztem Jahr bei den Muttis mitreden kann.

Sofia ist 33 Jahre alt, kommt aus dem Rheinland und hat einen 12-jährigen Westfalenwallach namens Lucky Luke, den sie 4-jährig bekommen hat und seitdem erfolgreich auf Turnieren vorstellt. Und sie hat eine 1 1/2 jährige Tochter.  Also haben wir sie gefragt, wie sich ihr Reiter-Leben durch die Schwangerschaft verändert hat und freuen uns sehr, dass Sie folgenden Gastbeitrag für uns geschrieben hat:

Als ich im Februar 2013 meinen positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielt, rasten mir unzählige Gedanken durch den Kopf. Der erste galt meiner Familie, der ich die Neuigkeit sofort erzählen wollte. Der zweite Gedanke galt meinen Job. Und der dritte Gedanke galt der Turniersaison.

Irgendwann stellen sich die meisten Frauen die Frage: Möchte ich Kinder haben? Das Leben mit Kind ändert sich ohnehin schon um die viel zitierten „180 Grad“. Hat man dann auch noch ein Pferd ist auch dieser sehr wichtige Teil des Lebens davon betroffen. Pferdebesitzer wissen, dass ein Pferd oft so viel Arbeit mit sich bringt, als hätte man bereits ein Kind. Nun soll das Erstgeborene Konkurrenz bekommen? Oh je oh je.

Das Leben einer Reiterin beginnt jedoch sich schon weit vor der Geburt zu verändern. Betreibt man Reiten als Leistungssport, wird man die Veränderung der Leistungsfähigkeit schnell bemerken. Aber auch für Frauen, die rein freizeitmässig auf dem Pferd unterwegs sind, stellt sich schon zu Beginn der Schwangerschaft die Frage, wie es nun weitergehen soll.

Für einige Frauen kommt es aus Sicherheitsgründen, manchmal aber leider auch aus gesundheitlichen Gründen, nicht mehr in Frage, sich schwanger aufs Pferd zu setzen. Man findet im Internet sogar Studien über die Risiken des Reitens in der Schwangerschaft. Da müssen wir nichts schönreden: Reiten ist eine Risikosportart und jede Frau sollte sich der Tatsache bewusst sein, dass sie ab sofort nicht mehr nur für ihre eigene Gesundheit verantwortlich ist. Das geliebte Pferd, sei es noch so ein braver Vertreter, ist eben doch ein Tier und damit nicht zu 100% berechenbar.

Ich habe Rücksprache mit meiner Ärztin gehalten und bin bis zum Ende des 7. Monats geritten. Allerdings habe ich nur noch mein eigenes Pferd geritten, bin nicht mehr gesprungen und nur noch in der Halle bzw. auf dem Platz geritten. Darüber hinaus habe ich jeden Tag aufs Neue entschieden, wie es mir heute ging und wie viel ich mir zutraute. An manchen Tagen konnte ich selbst zum Ende des zweiten Trimesters noch locker durch die Gegend traben als wäre nichts, es gab aber auch Tage im ersten Trimester, da zwickte und zwackte es im Aussitzen – und das habe ich eben nicht wie sonst früher üblich ignoriert.

Außerdem habe ich bemerkt, dass ich mich instinktiv in den Paraden vom Trab zum Schritt oder in der Rückführung von der Trabverstärkung in den versammelten Trab nicht mehr so stark hingesetzt habe wie früher. Ich habe sogar leicht entlastet, weil mir das Gefühl sonst unangenehm war. Mit fortschreitender Schwangerschaft habe ich dann auch bemerkt, dass meine Bauchmuskulatur ihren Job nicht mehr richtig wahrnehmen konnte und ich die Kraft im Rumpf verlor. Auch das Aussitzen im Trab wurde immer unangenehmer, sodass ich zum Ende hin eigentlich nur noch leichtgetrabt und gemütlich galoppiert bin.

Das Reiten in der Schwangerschaft kann sehr sehr schön und auch entspannend sein, denn gerade zu Beginn war die einzige Zeit am Tag, zu der mir nicht hundeelend war, die Stunde im Sattel meines Pferdes. Jedoch sollte jede Frau bzw. jedes Paar selbst entscheiden, inwieweit sie das Risiko eingehen möchten.

Nun folgen noch einige Dinge, die ich vor meiner Schwangerschaft nicht wusste:

  1. Auf einmal äußern Bekannte, aber auch Wildfremde ungefragt ihre Meinung.  Als Schwangere genießt man zum einen eine gewisse Rücksichtnahme seiner Mitmenschen. Auf einmal lächeln einem fremde Personen zu, sind freundlich, lassen einen vor und helfen einem bei ganz alltäglichen Dingen. Allerdings konnte ich neben diesen schönen Erlebnissen auch eine gewisse Distanzlosigkeit und eine schonungslose ungefragte Meinungsäußerei feststellen. „Wie, Sie tragen hohe Schuhe? Das ist aber nicht gut für den Rücken.“ „Also in Ihrem Zustand noch Zugfahren/Arbeiten/Rumlaufen/Autofahren, das ist doch viel zu anstrengend.“ „Hast Du gerade wirklich am Aperol Spritz geschnuppert? Aber den trinkst Du doch hoffentlich nicht?“ Ungefragt mischen sich Dritte ein, so könnt Ihr Euch sicherlich die ein oder andere hochgezogene Augenbraue und die entsetzte Aussage „Wie, Sie reiten noch???“ vorstellen.
  2. Schlecht ist schlecht und müde ist müde. Wir Reiter schleppen uns ja bekanntlich halbtot in den Stall. Fieber, Bronchitis, Magen-Darm-Infekt? Wer es ins Bad schafft, schafft es auch in den Stall. Anders verhält es sich mit den Wehwehchen in der Schwangerschaft, die meistens in den ersten 12 Woche auftreten. Übelkeit und bleierne Müdigkeit haben schon die lebensfrohsten Frauen in die Knie gezwungen und unter Reiterinnen für Stallabstinenz gesorgt. Auch wenn man sein Pferd noch so sehr liebt… kein Gewissen ist so schlecht, wie es einem in der Schwangerschaft gehen kann. Für diese Zeit ist es sehr hilfreich, wenn man über gute Geister oder notfalls über Service am Stall verfügt, die dem Vierbeiner auch dann Bewegung verschaffen, wenn man selbst auf dem Sofa liegen bleiben muss. Auch mal spontan, denn vor 10 Minuten war noch alles gut.
  3. Schwanger ist man nicht nur am Bauch. Es gibt glückliche Schwangere, die passen ewig lang in ihre normalen Klamotten und tragen nur eine süße Kugel vor sich her, die nach der Geburt in Nullkommanix verschwunden ist. Von hinten würde man keine Schwangerschaft vermuten. Diese Frauen können dann bei ihren Reithosen den Knopf auflassen und ein Haargummi durch den Verschluss ziehen um den Hosenbund zu erweitern und zu fixieren. Darüber einfach ein längeres Top und fertig ist das Umstandsreitoutfit. Alle anderen Frauen werden merken, dass ein guter Sport-BH ein wichtiger Begleiter wird, außerdem die ganz engen Reithosen nicht mehr nur am Bauch sondern auch am Rest des Körpers zu eng werden und dass Wassereinlagerungen die Passform der Stiefel nachteilig beeinflussen können. Da man im Netz keine Umstandsreithosen finden kann, empfehle ich die Knopfvariante und die Wahl einer bequemen und etwas stretchigeren Hose, um ein unangenehmes Einengen zu vermeiden. Und auch nach der Geburt sieht man nur in Glücksfällen sofort aus wie früher. Für Normalsterbliche gilt: 9 Monate kommt’s, neun Monate geht’s.
  4. Man fällt ja doch ganz schön lange aus. Was mir vor der Schwangerschaft ebenfalls nicht bewusst war, ist die Zeit, die man im Extremfall nicht reiten kann. Ich dachte immer, ich könnte ja locker bis kurz vor der Geburt reiten, dann schnell das Kind bekommen und wieder weitermachen. Bin ja kein Weichei. Unsere Tochter kam im Oktober zur Welt und ich dachte im Frühjahr zuvor allen Ernstes, ich könnte ja im Dezember noch ein Late Entry mitnehmen. Das mag in Ausnahmefälle funktionieren. Man hört von Reiterinnen, die quasi vom Pferd in den Kreissaal gefahren sind. Aber die Realität kann ganz anders aussehen: Wenn die Schwangerschaft euch am Reiten hindert, entweder weil ihr nicht wollt oder weil ihr schlichtweg nicht könnt, dann fallt ihr schon mal bis zu 9 Monaten aus. Und je nachdem, wie die Entbindung verläuft, kann es danach auch noch einige Wochen dauern, bis ihr wieder aufs Pferd steigen könnt.

Außerdem gibt es da ja auch noch das Thema Stillen. Je nachdem, welchen Rhythmus ihr habt, kann es passieren, dass ihr alle 1,5 – 2 Stunden stillen müsst und in der Zeit zum Stall fahren, reiten und wieder zurück ist je nach Entfernung sehr sportlich. Darüber hinaus spricht man in den ersten 6 Wochen nach der Geburt vom sogenannten „Wochenbett“, was der Erholung des Körpers von der Schwangerschaft und Geburt dienen soll und von mehr oder weniger starken Blutungen begleitet wird. Ja – es kann gut sein, dass ihr mehrere Wochen am Stück blutet und nein – ein Tampon ist verboten. Kein schönes Thema, ich weiß … aber so ist es nunmal.

Ergo – wenns extrem läuft, sitzt ihr ein knappes Jahr nicht auf dem Pferd.

Und wenn Ihr dann wieder aufsitzt, dann habt ihr erst einmal das Gefühl, dass nichts mehr funktioniert. Insbesondere die Muskulatur im Bauch-, Rücken- und Beckenbereich hat sich verabschiedet und es ist eher an einen gemütlichen Schrittausritt als an eine Dressurstunde zu denken.

Ich war recht schnell wieder auf dem Pferd, aber ich saß wie ein Fragezeichen und sackte regelrecht in mir zusammen, weil mit die komplette Körperspannung fehlte. An ein Turnier wäre nicht zu denken gewesen. Ich ritt im Dezember, also ca. 10 Wochen nach der Geburt, einen Dressurlehrgang mit, und selbst da war ich längst noch nicht wieder fit.

So ist es nicht verwunderlich, dass reitende werdende Mütter ihr Pferd entweder verkaufen, sich eine oder mehrere Reitbeteiligungen suchen oder das Pferd zur Verfügung stellen. Denn so sehr man es möchte – man KANN einfach ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr alles alleine schaffen. Ich habe mein Pferd im Sommer zur Verfügung gestellt, bin als TT mit auf die Turniere gefahren und unter der Woche habe ich beim Training unterstützt. Auch wenn es mich ab und zu kaum auf meinem Stuhl hielt und mir der Sport wahnsinnig gefehlt hat, konnte ich so wenigstens miterleben, wie mein Pferd durchs Viereck trabte und die Turnieratmosphäre genießen. Und als außenstehender Dickbauch stolz mitfiebern 🙂

Es gibt also Lösungen, um die Zeit der Schwangerschaft zu überbrücken und nicht jedes Pferd ist ein Turnierpferd, was im Training gehalten werden muss. Geht der Vierbeiner gerne auf die Weide, kann man ihm eine Pause gönnen und nur soviel machen, wie man noch schafft …. und wenn man eine Stute besitzt, könnte man auch hier über eine parallele Babypause nachdenken. Eine Schwangerschaft muss also nicht zwingend zur Aufgabe des Reitsportes führen. In den meisten Fällen rückt die Reiterei aber, zumindest für eine Zeit lang, ein wenig in den Hintergrund.

Wie gefallen Euch Beiträge zum Thema Schwangerschaft und Leben mit Baby?

Update: Da der Beitrag so gut ankam, haben wir hier die Fortsetzung für euch zum Thema Reiten mit Baby!

Foto: Natascha Jendreiko

15 Kommentare

  1. Leona sagt

    Ich freue mich zu lesen, dass doch noch andere in der Schwangerschaft weiterreiten. Allgemein wird ja immer davon abgeraten, aber ich widersetze mich dem auch. Die ersten 3 Monate ging e leider gar nichts, jetzt im 6. reite ich mehrmals meine junge Ponystute und es gibt Weniges, was mich so glücklich macht! Man muss nur immer auf seinen Körper hören!

  2. Grace sagt

    Also mich würde dich mehr zu dem Thema Mega interessieren da ich jetzt auch im gebärfähigen Alter bin und meine Uhr tickt. Aber ich habe auch große Angst vor einer Schwangerschaft und vor allem der Mutterschaft wegen meinem Pferd.

  3. lena sagt

    Huhu, *wink* ich bin auch bis zum 7. Monat geritten (dann hat sich das pferd auf der weide verletzt) und obwohl alle gesagt haben danach reitet man nicht mehr sitze ich mind. 3mal die Woche auf dem Pferd. Natürlich muss man auf seinen Körper hören aber bei einem braven pferd geht das. Ohne pferd wäre ich nicht glücklich und glücklicherweise akzeptiert mein mann das. In diesem sinne, der kurze pennt noch und ich fahre dann jetzt mal zum pferd 🙂

  4. Toll geschrieben!

    Trotz aller negativen Sachen, finde ich auch sehr viel positives in dem Text und irgendwie macht es Mut! Ich habe das Glück, dass ich mein Pferd ohnehin schon teile und dadurch weiß, dass es im Falle einer Schwangerschaft bestens versorgt ist. 🙂

    Die Frage mit dem Reiten in der Schwangerschaft habe ich für mich noch nicht abschließend beantwortet. Aber mein Mann hat mal gesagt, wenn das Reiten dich glücklich macht, dann macht es auch das Kind in dir glücklich. Und das wollen wir doch!

  5. Pingback: Gastbeitrag von Sofia: Reiten mit Kind | Horse Diaries

  6. Viola sagt

    Ein schöner Beitrag! In meiner ersten SS bin ich bis in den 8 Monat geritten (nur mein Pferd) und in der jetzigen SS bis in den 7.
    Was mir ein bisschen fehlt ist der Gedanke, dass es ja auch Alternativen gibt, wie man ohne Reiten sein Pferd in Form halten kann, bzw beschäftigen. Wir halten uns zB mit regelmäßiger Handarbeit, Longenarbeit (nein, nicht das stumpfe ausgebundene im Kreis laufen lassen, sondern richtig arbeiten ;)) etc etc Fit. Es gibt so viele Möglichkeiten die man je nach körperlichen Zustand variieren kann und es macht Spaß 🙂
    Bei Interesse kann ich gerne mehr berichten 🙂 auch über das Leben mit 2,5 jährigem Kind und Pferden 🙂

    LG
    Viola

  7. Lisa sagt

    Toller Beitrag!
    In meiner ersten Schwangerschaft bin ich bis zur 30. Woche geritten, allerdings später nur mehr Schritt und leichtraben auf dem Platz . Das hat mir sehr gut getan.

    Jetzt bin ich wieder Schwanger im vierten Monat und gehe noch ausreiten. Allerdings habe ich jetzt schon so viel zugenommen dass ich dieses mal sicher nicht mehr lange in die Reithose passe 😀

  8. Lisa sagt

    Ich selber bin auch bis zum 7.monat gerittem.habe viiiele böse und schockierte gesicher über mich ergehen lassen müssen.
    Mir ging es wunderbar!
    Auch nach der Entbindung war ich super schnell fit.waren nur 4 1/2wochen und dann habe ich langsam wieder angefangen zu trainieren

    • Hallo, ich würde mich für Dein Selbstversuch-Tagebuch auf Facebook interessieren, leider komme ich mit dem Link nicht weiter. Gibt es Dein Tagebuch noch?

  9. Vielen Dank für diesen ehrlichen Beitrag. Ich bin jetzt im 5. Monat schwanger und dachte anfangs, dass ich einfach weiterreite – habe ja ein braves Pferd. In den ersten 3 Monaten wars dann aber manchmal einfach sehr unangenehm, so dass ich im Wald schon mal abgestiegen bin und nach Hause geführt habe 🙂 Und die anderen 2 Monate hatten wir jetzt sehr viel schlechtes Wetter, so dass an Reiten auf dem Reitplatz auch nicht zu denken war, weil der meist unter Wasser stand, was mir dann auch wieder zu gefährlich war zwecks ausrutschen.
    Man wird automatisch vorsichtiger ob man das will oder nicht, weil man eben doch einfach die Verantwortung spürt die man jetzt hat. Ich hoffe, dass ich in den letzten Monaten vor der Entbindung noch ein paar gemütliche Runden auf dem Platz drehen kann, wenn der wieder begehbar ist. 😉 Aber – da muss ich mich einer der vorherigen Kommentatorinnen anschließen – es gibt wirklich so vieles was man ersatzweise machen kann. Letztendlich vermisst man wahrscheinlich nur selber das Reiten aber mein Pferd freut sich gerade auch über Bodenarbeit jeglicher Art, Freiarbeit und Spaziergänge im Wald – die einen nebenbei auch selbst fit halten 😉

  10. Gianna sagt

    Auch wenn der Artikel etwas älter ist,finde ich ihn klasse! Ich bin bis 4 Wochen vor meiner Geburt noch geritten,allerdings nur mein eigenes Pferd. Bei mir im Stall war es sehr entspannt, alle fanden es klasse. Natürlich hört man auf seinen Körper, so habe ich mal mehr,mal weniger gemacht. Mir persönlich ging es so,dass ich hinterher lieber im Springsattel unterwegs war, viel leichter Sitz und aussitzen ging ab dem 7.Monat der Schwangerschaft nicht mehr.

  11. Wow würde auch gerne bis zum 7. Monat reiten, mach mir aber leider einfach Zuviele Gedanken…. Bin grad im 3. und hab mich schon mal blöd verspannt das sich das Ganze aufs Pferd übertragen hat… Versuche jetzt mehr vom Boden zu machen

  12. Simca sagt

    Eure Diskussion ist ja schon ein bisschen älter, aber ich finde es toll, dass es so viele mutige Frauen gibt, die sich trotz Schwangerschaft – ist ja keine Krankheit! – aufs Pferd setzen. Ich habe drei Kinder und bin während aller drei Schwangerschaften bis fast zum Schluss geritten. Allerdings bin ich Freizeitreiterin und unsere Pferde stehen das ganze Sommerhalbjahr über Tag und Nacht auf der Weide und sind entsprechend entspannt. Ich hatte keinen Trainingsdruck und bin nur zu meinem Spaß geritten.
    Meine Frauenärztin ist mit einem Berufsreiter verheiratet und hat mir immer geraten, einfach auf meinen Körper zu hören. Sie meinte, dass der menschliche Körper sehr robust ist und durchaus für Belastungen geeignet. Für meinen Rücken war das Reiten sehr angenehm und ich hatte in keiner Schwangerschaft Rückenprobleme, bin bis zum Schluss beweglich geblieben und hatte hinterher auch eine schnelle Rückbildung ohne irgendwelches Rückbildungsballett.
    Dieser Aspekt des Kinderkriegens war also nicht das Problem. Die Probleme fangen beim Kinderhaben an, dann hat man nämlich kaum noch Zeit zum Reiten. Zumal wenn man nach einem Jahr wieder anfängt zu arbeiten. Es ist bis heute ein Mega Spagat zwischen Familie, Arbeit und den Pferden, zumal ich mit drei Jungs gesegnet bin, die sich alle nicht sonderlich fürs Reiten interessieren. Ich glaube, daran scheitern am Ende weit mehr Reiterinnen als am Reiten oder Nichtreiten in der Schwangerschaft.

Wir freuen uns immer über eure Kommentare :-)