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Die neue Generation RidersChoice Reithosen – Produkttest und Gewinnspiel

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Es gibt seit einiger Zeit eine neue Generation der RidersChoice Reithosen. Im letzten Jahr hatte ich schon die Ehre, die erste Charge der RidersDeal Reithosen auszuprobieren und hatte euch anschließend hier auf dem Blog berichtet. Viele von euch haben mir daraufhin ihre Erfahrungen mit den Hosen geschrieben und genau wie ich waren alle mit der Passform und dem Tragekomfort super zufrieden. Ein Problem, das sowohl bei euch als auch bei mir auftauchte, war das Pilling. Der sehr dünne und weiche Stoff bildete bei längerer Benutzung bei einigen Hosen kleine Knötchen, die zwar die Funktionsfähigkeit nicht berühren, aber optisch von vielen als störend empfunden wurden.

Das RidersDeal Team ist daraufhin auf die Suche nach einem noch besseren Stoff gegangen, der den Tragekomfort der ersten Generation mit einer besseren langfristigen Haltbarkeit vereint. Ob ihnen das gelungen ist, lest ihr in diesem Testbericht. Als RidersDeal mich gefragt hat, ob ich auch die neuen Reithosen wieder testen möchte, war ich sofort Feuer und Flamme. Die große Skepsis vor der „Billigreithose“, die ich im letzten Jahr ehrlicherweise noch hatte, war schon lange verflogen.

Wie sieht die neue Generation der Reithosen aus?

Ich habe das Modell RidersChoice „Classic Design“ getestet. Vom Design her hat sich bei dem Modell nichts verändert. Die Reithosen haben weiterhin den gleichen Silikon-Vollbesatz und auch die Nähte und der Schnitt sind wie bei dem Vorgängermodell. Allerdings gibt es mittlerweile neue Farben. Als letztes kamen die Farben Dark Grey (dunkelgrau) und Forest Night (waldgrün) dazu. Beide gefallen mir richtig, richtig gut, ich habe mich letztlich für den Test für die Hose in Dark Grey entschieden. Für diejenigen, die ein etwas ausgefalleneres Design mögen, gibt es die Reithose auch noch in der Variante „Silver Design“.

Das Markenzeichen der RidersChoice Reithosen ist die seitlich am Oberschenkel angebrachte Handytasche, auf der das RidersChoice Logo aufgestickt ist. Die Tasche ist groß genug für die allermeisten gängigen Handys, aber trotzdem eng genug, sodass das Handy beim Reiten nicht herausfällt.

Wie ist der Stoff der neuen RidersChoice Reithosen?

Die Reithosen haben einen festeren Stoff als die erste Generation. Dadurch ist die Hose nicht ganz so elastisch und sitzt bei mir in der gleichen Größe etwas enger als das Vorgänger-Modell. Durch den festeren Stoff ist sie sowohl für warme als auch für etwas frischere Temperaturen geeignet. Für diejenigen, die einen elastischeren Stoff bevorzugen, gibt es mittlerweile die RidersChoice Reitleggings.

Die Hose hat einen elastischen Beinabschluss, sodass nichts drücken oder scheuern kann. Man kann sie dadurch untenrum sowohl über den Socken als auch unter den Socken tragen.

Wie ist die Passform der Hosen?

Die RidersChoice Hosen gibt es in den Größen 32-50. Im Gegensatz zu anderen Marken wurde also sowohl an die sehr schmalen ReiterInnen als auch an größere oder kräftigere ReiterInnen gedacht. Ich trage die gleiche Größe wie in meiner alten RidersChoice Hose und wie auch bei anderen Marken (z.B. Pikeur und Cavallo). Ich bin 1,71m und habe verhältnismäßig lange Beine. Normalerweise trage ich daher immer eine Langgröße, die RidersChoice Hose ist für mich aber auch so lang genug.

Die Reithosen haben eine normale Bundhöhe. Die Hosen fallen weiterhin größengerecht aus.

Wie ist die Qualität der neuen Generation?

Während ich diesen Beitrag schreibe, liegen sowohl die Reithose der alten Generation als auch die der neuen Generation neben mir. Der veränderte Stoff Blick fällt auf den ersten Blick auf. Die neue Hose wirkt qualitativ hochwertiger und ist nach meinem Eindruck noch besser verarbeitet. Natürlich ist meine Reithose der ersten Generation auch ein Jahr älter und mehr getragen, aber auch die neue Hose habe ich schon einige Male gewaschen, bevor ich diesen Bericht schreibe. Im Gegensatz zu einigen anderen (auch teuren) Reithosen ist der Stoff noch kein bisschen ausgeblichen und die Hose sieht immer noch aus wie neu.

Mein Fazit

Über das Preis-Leistungsverhältnis der RidersChoice Hosen gibt es keine zwei Meinungen. Ich bin immer noch erstaunt, wie RidersDeal es schafft, für den (übrigens unveränderten) Preis von 49,99€ eine alltagstaugliche und hochwertige Reithose anzubieten. Im Vergleich mit dem Vorgängermodell hat sich die Qualität noch einmal positiv weiterentwickelt. Mir gefallen das schlichte Design und die vielen coolen Farben. Aus meiner Sicht kann ich die RidersChoice Hosen daher jedem uneingeschränkt empfehlen, der eine gute und schlichte Reithose für einen sehr guten Preis sucht!

Wer von euch hat die neue Reithose schon ausprobiert? Wie gefallen euch das Design und die neuen Farben? Hinterlasst gerne einen Kommentar unter diesem Beitrag und mit etwas Glück könnt ihr sogar eine Reithose gewinnen – unter allen Kommentaren verlost RidersDeal nämlich eine Reithose RidersChoice Classic Design in einer Farbe und Größe eurer Wahl (sofern verfügbar). Schreibt einfach in den Kommentar, welche Größe und Farbe ihr gerne haben möchtet. Das Gewinnspiel endet am 21. Juni 2020 um 24 Uhr. Der Gewinner wird per E-Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ich wünsche euch viel Glück!

Stallwechsel mit Rocky – Tipps zum sicheren Pferdetransport

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Diejenigen von euch, die den letzten Beitrag bereits gelesen haben, haben es schon mitbekommen: Ich habe ein neues Pferd zum Reiten gefunden! Die 12jährige Rocky, die einer guten Freundin gehört. Und morgen steht auch schon unser erster gemeinsamer Transport an, denn wir werden gleich zu Beginn unserer gemeinsamen Zeit den Stall wechseln. Ich kenne den neuen Stall schon länger, da ich vor einigen Jahren selbst mit Emmi dort stand. Ganz besonders freue ich mich auf das schöne Ausreitgelände dort. Aber auch ansonsten bietet der Stall alle Annehmlichkeiten, die man sich nur wünschen kann.  

Der Umzug ist aber auch ein Grund, sich einmal intensiver mit dem Thema Pferdetransport auseinander zu setzen. Fünf Tipps, damit Pferd und Reiter entspannt und sicher ans Ziel kommen findet ihr in einem ausführlichen Beitrag rund um das Thema Pferdetransport, der heute auf dem ERGO-Blog online gegangen ist:

RidersDeal Reithosen – Produktvorstellung zum Start in die Saison

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Nachdem ich sie nun mehrere Monate lang auf Herz und Nieren getestet habe, möchte ich sie euch endlich vorstellen: Die RidersDeal Reithose! Ursprünglich wollte ich die Turnierreithose auf meinem ersten Turnier dieses Jahr zeigen. Leider musste unsere Saison durch Emmis Lahmheit allerdings gecancelt werden… Daher habe ich zum Reiten nur die graue Reithose getragen, aber die weiße Reithose trotzdem für ein paar Fotos aus dem Schrank geholt.

Eine Reithose für 49,99€ – ich muss zugeben, dass ich sehr gespannt war, als RidersDeal mit der Anfrage auf mich zu kam, ob ich die Hosen gerne mal testen würde. Dass man für den Preis wirklich eine vollwertige und alltagstaugliche Reithose bekommt, konnte ich mir nicht wirklich vorstellen. Wie die Reithose im Praxistest wirklich abgeschnitten hat, erfahrt ihr nun in diesem Bericht!

Die RidersDeal Reithose in der Farbe „steelgrey“.

Wie ist das Tragegefühl der RidersDeal Reithosen?

Die bunten Reithosen haben einen dünnen elastischen Stoff und sind dadurch sehr bequem. Man hat durch den dehnbaren Stoff außerdem viel Bewegungsfreiheit, die Hosen sind also auch gut zum Springen oder fürs Gelände geeignet, wo man sich im Sattel etwas mehr bewegen muss. Vor allem für wärmere Temperaturen ist die Hose perfekt, da es darin nicht zu warm wird. An kälteren Tagen trage ich einfach eine Strumpfhose unter der Hose. Da das Material sehr elastisch ist, ist das gar kein Problem! Für die richtigen Frostbeulen unter euch gibt es die Hose für den Winter aber auch noch in einer Softshell-Version. Der Grip-Besatz ist ebenfalls angenehm zu tragen und bietet guten Halt, ohne dass man zu sehr am Sattel festklebt.

Ist die weiße Reithose blickdicht?

Die weiße Reithose ist aus etwas dickerem Stoff, um die Blickdichte zu gewährleisten. Die Vordertaschen zeichnen sich wie man auf den Fotos sieht, minimal ab. Ansonsten ist die Hose aber blickdicht, insbesondere auch am Po :-).

Wie sitzen die Hosen? Wie fallen die Größen aus?

Bei RidersDeal gibt es keine Langgrößen, sondern nur die normalen Größen 32-50. Die Reithosen sind daher grundsätzlich für alle Figuren passend und auch für kräftigere Reiterinnen geeignet, was ich total super finde. Die Gröpen fallen normal aus, ich trage die gleiche Größe wie bei anderen Marken (38). Normalerweise trage ich zwar immer die Langgröße, hier brauche ich sie gar nicht. Die RidersDeal Hosen sind genau so lang wie meine anderen Hosen in Langgröße.

Die Reithosen haben keinen Hochbund, sitzen aber auch nicht besonders tief auf der Hüfte, was ich persönlich nicht so gern mag, und sind daher angenehm zu tragen.

Besonders toll finde ich die seitlich angebrachte Handytasche. Ich nutze die total gerne und sie hält das Handy gut. Insbesondere bei der Turnierreithose finde ich sie sehr praktisch. Wenn man mal alleine losfährt, hat man das Handy so trotzdem immer griffbereit.

Zusätzlichen Stauraum für Kleinkram bietet die Reißverschlusstasche

Wie ist die Qualität der Reithosen? Bekommt man für 49€ wirklich eine gute Reithose?

Da ich die Reithose erst seit ein paar Monaten trage, kann ich dazu noch kein abschließendes Urteil fällen. Meiner Meinung nach kann man bei einem Preis von 49€ nicht die Verarbeitung einer Markenreithose mit einem Preis von 200€ aufwärts erwarten. Bisher ist die Qualität jedoch – für mich überraschend – sehr überzeugend. Ich habe sie bisher ungefähr 15 mal gewaschen. Es lösen sich keine Nähte auf und der Grip-Besatz ist auch noch unversehrt.

Eine Sache muss ich jedoch ehrlich zugeben – in dem Bereich an Po und Oberschenkeln, wo die Hose Kontakt zum Sattel hat, hat sich mittlerweile etwas Pilling am Stoff gebildet. Pilling sind kleine Knötchen im Stoff, die man zum Beispiel mit einem Fusselrasierer einfach abrasieren kann. Pilling hat nichts damit zu tun, dass die Qualität des Stoffs minderwertig ist, sondern entsteht natürlicherweise bei kurzfaserigen Stoffen handelt. Der Stoff zeichnet sich dadurch aus, dass er besonders dünn und atmungsaktiv ist und sich anfühlt wie eine zweite Haut. Bei Reibung und verstärkter Belastung werden die kurzen Fasern jedoch aufgerieben und es bilden sich kleine Knötchen am Stoff. Das Problem betrifft insbesondere den grauen Stoff der aktuellen Charge. Das RidersDeal-Team weiß um die Problematik und arbeitet derzeit daran, für die nächsten Reithosen, die im Herbst rauskommen, einen anderen Stoff auszuwählen. Dieser wird etwas fester sein, ähnlich wie der Stoff der weißen Reithose (dort gibt es die Problematik nicht) und daher auch nicht mehr anfällig sein für Pilling.

Solltet ihr aktuell das gleiche Problem bei einer RidersDeal Reithose haben, könnt ihr euch jederzeit an das Team wenden. Allerdings beeinträchtigt das Pilling die Funktionalität nicht weiter, sodass ihr es auch einfach abrasieren oder ignorieren könnt – ich habe mich für letzteres entschieden, da es mich ehrlich gesagt nicht stört.

Wo kann man die Hosen kaufen?

Die Reithosen gibt es bisher nur online zu kaufen. Wenn ihr bereits bei RidersDeal angemeldet seid, könnt ihr die Reithose derzeit hier bestellen für 49,99€ plus 5,99€ Versand innerhalb Deutschlands. Falls ihr RidersDeal bisher nicht kennt und euch nicht bei einer weiteren Plattform anmelden möchtet, könnt ihr die Hose auch bei Amazon kaufen. Dort kostet sie allerdings 59,99€, dafür ist der Versand bereits inklusive und als Amazon Prime Nutzer ist sogar der Express-Versand enthalten.

Fazit

Ich würde die Reithose jedem empfehlen, der eine günstige, aber trotzdem bequeme Reithose sucht, die nicht nach dem ersten Tragen auseinanderfällt. Vor allem ist sie für Reiter geeignet, die ein leichtes Tragegefühl und viel Bewegungsfreiheit mögen. Es gibt sie in vielen verschiedenen Farben und da sie ansonsten sehr schlicht gehalten ist, lässt sie sich super kombinieren. Ich hätte mir eine so günstige Reithose normalerweise nicht gekauft, weil ich skeptisch gewesen wäre hinsichtlich der Qualität, und ich trage sie nun wirklich sehr gerne und werde sie mir sicher auch noch in weiteren Farben zulegen!

Insbesondere bei der Turnierreithose finde ich es toll, dass es durch RidersDeal jetzt eine günstige Alternative zu teuren Markenreithosen gibt. Allen, die eine Hose für ihre Abzeichenprüfung brauchen oder vielleicht erstmal testen wollen, ob das Turnierreiten überhaupt etwas für sie ist, kann ich die Hose wärmstens ans Herz legen. Man bekommt für einen super günstigen Preis eine wirklich tolle Hose!

Fremde Nasen in persönlichen Angelegenheiten…

…eine Reiterkrankheit?

Lang ist es her, dass ich für Horsediaries einen Artikel geschrieben habe. Allerdings kommen mir immer mal wieder Gedanken, die ich in einer ähnlichen Form vor langer Zeit schon ein mal hier mit euch geteilt habe, welche mich einfach nicht loslassen und mich dazu gebracht haben, ein paar Zeilen auf dem Blog nieder zu schreiben.

Manchmal glaube ich, dass in keinem anderen Sport, bei keinem anderem Hobby mehr über fremde Menschen geurteilt wird als im Reitsport. Da wird gemunkelt ob Familie Gänseklein im Lotto gewonnen hat oder ein illegales Nebengewerbe betreibt, um sich drei erfolgreiche Sportpferde in einem Vollpensionsstall zu leisten. Es wird an der Bande gestanden und darüber debattiert, wie klein Emma ihr Pferdchen doch viel besser versammeln könnte, so wird das schließlich nie was mit der L-Platzierung – ohne dass sie jemals um Tipps gebeten hätte natürlich. Es wird mit den Augen gerollt, wenn Martha mit einer dickeren Decke kommt und die nächste ihrem Pferd das xte Zusatzfutter bringt. Kurz um, einfach dutzende Reiter/innen stecken ihre Nasen in Angelegenheiten, in denen sie einfach nichts zu suchen haben. Je mehr Abstand ich zu der Reiterei bekomme, desto mehr Dinge fallen mir auf, über die ich früher geschwiegen habe.

Vielleicht kennen einige von euch dieses unangenehme Gefühl welches einen überkommt, wenn man die altbekannte Stallgasse betritt und man genau weiß, dass man anders ist als die anderen. In meinem Fall liegt das Gefühl daran, dass ich einfach kaum noch vor Ort bin. Ich weiß, dass ich nahezu die einzige bin, die so selten im Stall ist und ich weiß, dass es Menschen gibt, die darüber urteilen. Ohne überhaupt einen blassen Schimmer zu haben, wieso das so ist. Über Dritte wurde mir schon zugetragen, dass meine Pferde doch bei anderen Besitzern sehr viel besser aufgehoben seien als bei mir, da ich ja eh nie für sie da wäre und erst recht nicht mehr reiten würde.

Die Denkweise schockt mich, ich bin ehrlich. Ein Mensch der mich nicht kennt, sagt zu einem anderen Menschen der mich nicht kennt, ich solle doch meine Pferde verkaufen, weil sie es woanders besser hätten.

Weil diese anderen Leute liebend gerne chronisch kranke Pferde kaufen? Am besten noch, um sie zu reiten, obwohl sie krank sind?

Kein anderer ist mit meinen Stuten ihren Leidensweg gemeinsam gegangen außer mir. Niemand anderes hat gesehen, wie mein Pony 14 Tage lang in einer Klinik stand, vollgepumpt mit Chemie, leidend. Nach unterschiedlichsten Untersuchungen von unterschiedlichsten Ärzten und mit den Nerven am Ende. Auch kein anderer hat gesehen, wie ich in Tränen ausbrach, als mir mein damaliger Tierarzt offenbarte, dass meine große Stute nicht mehr belastbar sei, niemals mehr. Niemand, außer meiner Stute und mein Tierarzt.

Ich glaube daran, dass diese beiden Pferde ganz genau wissen, dass sie deshalb noch bei mir sind, weil sie bei anderen vermutlich als Zuchtstuten geendet wären, wohlmöglich auch in der Wurst oder im schlimmsten Fall einfach so weiter geritten worden wären, bis gar nichts mehr ginge. Nur deshalb freuen sich auch beide immer noch wenn sie mich manchmal auch nur einmal in der Woche sehen. Sie wissen, wer ich für sie bin und sie wissen auch, was wir bis hierhin alles gemeinsam erlebt, genossen und ausgehalten haben. Wenn man mir an dieser Stelle etwas anderes unterstellen mag, dann bitte. Aber ich bin ein Herzensmensch, ich weiß dass ich die Verbindung zu meinen Pferden nie verloren habe und andersherum genau so wenig, das reicht mir.

Ich kann verstehen, dass man sich fragt weshalb das Pony immer noch in Vollpension steht, vielleicht weil man nicht weiß, dass es nicht so leicht ist für super leichtfuttrige Pferde einen geeigneten Platz in einem Offenstall zu finden und weil es noch viel schwieriger ist, Stallbesitzer zu finden, auf die man sich blind verlassen kann.

Warum ich mich auf Stallbesitzer blind verlassen muss? Weil mein Leben nicht mehr so ist wie damals, als sich alles nur um meine beiden Pferde drehte, ich kontrollieren konnte, ob alle vier Beine noch dran sind, ob die Pferde vital sind, sie gutes und ausreichendes Futter bekommen und Auslauf haben. Deshalb ist es für mich wichtig, tolle Stallbesitzer zu haben auf die ich mich verlassen kann. Stallbesitzer, die auch in schwierigen Zeiten da sind und nach Möglichkeiten für einen suchen, obwohl sie es nicht müssten.

Jeder Mensch, dem das Schicksal schon mal begegnet ist, weiß, dass sich Dinge ändern können, dass sich Prioritäten verändern müssen und man sich in dem sicheren Glauben bewegt alles wendet sich irgendwann so, dass es niemand mehr nötig haben wird über einen fremden Menschen zu urteilen.

Manchmal wünschte ich mir, ich könnte für ein paar Tage meine Schuhe an jene verteilen, die meinen, sie wüssten es besser. Ich würde sie so gern ein paar Schritte mit meinen Schuhe laufen lassen, mit der Erfahrung und Erinnerung an Tage im Stall mit meinen Pferden, von denen sie nichts wissen, mit meinem Leben fernab von der Wendystallwelt. Ob sie es dann immer noch wagen würden ihre Nase in meine Angelegenheiten zu stecken? Zu urteilen? Oder würden sie verstehen…?

Ostwind 4 – Aris Ankunft // Gewinnspiel

Seit Donnerstag ist der neue Ostwind-Film in den Kinos!

Durch einen Zwischenfall werden Mika (Hanna Binke) und ihr Ostwind auf eine harte Probe gestellt. Mikas Großmutter, Sam und Herr Kaan versuchen unterdessen, Gut Kaltenbach am Laufen zu halten, wobei sie Unterstützung von der ehrgeizigen und scheinbar netten Isabell bekommen. Aber alles geht schief: Das Gestüt droht in fremde Hände zu fallen und Ratlosigkeit macht sich breit. Bis Fanny die impulsive und kratzbürstige Ari (Luna Paiano) nach Kaltenbach bringt und damit für mächtigen Wirbel sorgt. Ari fühlt sich sofort von Ostwind angezogen und scheint eine besondere Wirkung auf den berühmten Hengst zu haben. Ist es möglich, dass Ostwind und Mika eine weitere Seelenverwandte auf Gut Kaltenbach finden? Und wird Ari es schaffen, Ostwind vor dem skrupellosen Pferdetrainer Thordur Thorvaldson (Sabin Tambrea) zu schützen?

Anlässlich des Kinostarts habe ich wieder ein tolles Gewinnspiel für euch.

Es gibt DREI Pakete zu gewinnen, jeweils bestehend aus 2 Kinotickets, dem Roman zum Film sowie einem Filmplakat.

Wenn ihr am Gewinnspiel teilnehmen möchtet, hinterlasst einfach einen Kommentar unter diesem Beitrag und gebt eine gültige E-Mailadresse an, unter der ihr zu erreichen seid (wird nicht öffentlich angezeigt). Das Gewinnspiel läuft bis zum 7. März um 24 Uhr. Die Gewinner werden per E-Mail kontaktiert.

Ich wünsche euch allen viel Glück!

Teilnahmebedingungen: Teilnahmeberechtigt sind Personen mit einer gültigen Lieferanschrift in Deutschland. Minderjährige können nur mit dem Einverständnis ihrer Eltern teilnehmen. Es ist keine Barauszahlung möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die Preise wurden mir von Constantin Film kostenlos zur Verfügung gestellt.

Wenn Sportpferde älter werden…

Vielleicht kennen es einige – irgendwann beginnen die sogenannten „Alterswehwehchen“ auch bei den Vierbeinern. Bei nasskaltem Wetter dauert es lange bis die Pferde sich gerne bewegen oder sie sind generell etwas steifer. Extreme Hitze geht nicht mehr spurlos an unseren älter gewordenen Freunden vorbei oder es kommen vielleicht sogar körperliche Einschränkungen dazu. Dieser Artikel soll meine Erfahrungen mit euch teilen, vielleicht steckt der ein oder andere von euch gerade genau in der gleichen Situation oder hat bereits solche Erfahrungen gemacht.

Dies ist ein Gastbeitrag von Wiebke, der Besitzerin von Emmis Bruder Da Vinci.

Mein Pferd ist jetzt 18 Jahre alt und seit fast 14 Jahren in meinem Besitz. Über diesen ganzen Zeitraum bin ich seine ständige Reiterin und er mein permanenter Wegbegleiter. Es ist also wirklich nicht weit her geholt, wenn es heißt wir hätten ein „eheähnliches Verhältnis“ :D. Wir kennen uns wirklich sehr gut und ich denke das ist auch wichtig, um zu merken, wann das Pferd älter wird bzw. ob es langsam älter wird. Mit 18 ist mein Pferd sicher noch kein Pferd, das man komplett zum alten Eisen zählen muss – es gibt ja einige Pferde, die in dem Alter noch im hohen Sport gehen.

Das Älterwerden ist ein Prozess, den man erst erkennen muss. Mir ist das eine Zeit lang gar nicht unbedingt aufgefallen, weil sich viele Sachen schleichend verändern, die ich gar nicht mit dem Älterwerden in Verbindung gebracht habe. Manche Sachen sind vielleicht auch eher ein „reifer werden“. Mein Pferd ist zum Beispiel im Umgang „träger“ geworden, unter anderem trödelt er mittlerweile immer ein bisschen, wenn man ihn aus der Box holt. Als jüngeres Pferd war er außerdem immer extrem glotzig, das ist zunächst mit besser werdender Durchlässigkeit weniger geworden, aber irgendwann hat er es komplett abgelegt.

Richtige körperliche Einschränkungen hat er zum Glück gar nicht und darüber bin ich sehr, sehr froh. Er sieht außerdem top aus, die weißen Haare halten sich bisher gut versteckt unterm Schopf und er ist gesund, fit auf den Beinen und bleibt das hoffentlich auch noch sehr lange. Dennoch merke ich ihm beim Reiten an, dass sich in den letzten 1-2 Jahren schon etwas verändert hat. Vor allem bei nasskaltem Wetter ist er nicht mehr das „Immer-locker-Pferd“ von früher, sondern hält sich teilweise lange im Hals und Rücken fest. Alles in allem ist er trotzdem in einem guten Leistungszustand. Das liegt sicher auch daran, dass er über all die vergangenen Jahre immer im Training war. Er hatte glücklicherweise nie lange verletzungsbedingte oder anders begründete Pausen. Ich glaube, das macht viel aus, wenn es darum geht, ob ein älteres Pferd noch lange fit ist oder schon früher „in Rente muss“.

Dass er aber nicht mehr das Pferd ist, das immer direkt nach dem Aufsteigen von alleine locker ist, ist tatsächlich das, was mich persönlich am meisten „einschränkt“. Es gibt immer noch Tage, da ist er einfach von Anfang an locker, der Hals lässt sich bewegen, die Ganasche ist locker und er zieht vom ersten Tritt an ehrlich über den Rücken ans Gebiss. Aber gerade im Winter werden diese Tage mittlerweile weniger. Ich musste erst lernen, damit umzugehen. Dadurch dass ich (leider?) ziemlich ehrgeizig bin, fiel es mir wirklich schwer – auch wenn ich das Turnierreiten schon seit einiger Zeit (vorübergehend) an den Nagel gehängt habe – mein bis S ausgebildetes Pferd an „schlechteren“ Tagen 60 Minuten locker zu reiten, bis er endlich los ließ und den Rücken öffnete. Mir macht schon immer das Ausbilden und Besserwerden am meisten Spaß. Zu merken, dass man das hohe Leistungsniveau nicht mehr halten kann, war anfangs nicht so leicht für mich. Zwar reite ich neben meinem eigenen Pferd auch noch ein jüngeres Pferd mit viel Qualität, was mir auch viel Spaß bereitet, aber irgendwie ist es schon ein komisches Gefühl, wenn das eigene Pferd, was für mich unangefochten das beste und tollste ist, nicht mehr 100 % der Leistung bringen kann. Ich habe mich sogar oft undankbar ihm gegenüber gefühlt, weil ich nach dem Reiten unzufrieden abgestiegen bin. Dabei sollte ich doch eigentlich froh sein, dass er „nur“ ein bisschen steif ist. Es ist nämlich auch nicht so, dass man von unten denkt, dass das Pferd ein super steifes Schiff ist – nein, wenn man ihn nicht kennt und nicht genau drauf achtet, dann fällt einem glaube ich nichtmal auf, dass er anders läuft als vor 5 Jahren.

Ich habe mich dann mehr oder weniger zwingen müssen, meinen Ehrgeiz herunter zu schrauben und passe das Training nun an seine Bedürfnisse an. Als eine richtige Trainingsumstellung würde ich das nicht bezeichnen, aber wenn ich merke, dass er fest ist, setze ich mir andere Ziele und versuche nur ihn locker zu reiten, ohne mich an irgendetwas festzubeißen. Damit geht auch quasi zwangsläufig einher, dass ich insgesamt gesehen weniger Lektionen reite. Zwar bestand früher unser Training logischerweise auch nicht aus reinem Lektionsreiten, aber mittlerweile überwiegen die Tage, an denen ich ausschließlich Losgelassenheit und Durchlässigkeit erarbeite. Außerdem achte ich darauf, dass er immer kontinuierlich gearbeitet wird. Früher habe ich z.B. über den Winter immer das Training runter gefahren. Das mache ich jetzt nicht mehr, weil ich weiß, dass er besser drauf ist, wenn er regelmäßig was tut. Dazu zählt übrigens auch Longieren. Wenn er nämlich doch mal länger als zwei Tage Pause hatte, ist er mittlerweile doch ein richtiges kleines Steiftier und das möchte ich uns beiden ersparen. Allerdings reite ich zur Motivationserhaltung (und im Winter zur Vermeidung von Hallenkoller bei uns beiden) auch nicht öfter als fünfmal pro Woche.

Was mir aber auffällt: Die Tage, an denen er super gut drauf ist, an denen ich (fast) alle Lektionen abrufen kann und er einfach spitzenmäßig läuft, fallen viel mehr ins Gewicht als früher und sind irgendwie auch mehr wert.

Außerdem habe ich gemerkt, dass es besser ist, wenn ich nicht morgens reite bevor er raus kommt. Nach der Nacht in der Box braucht er immer ein bisschen, um seine Glieder in Schwung zu bringen. Wenn ich reite, nachdem er sich draußen schon stundenlang bewegt hat, ist er gleich viel lockerer! Für die Motivation hilft es uns beiden außerdem möglichst viel auszureiten – da möchte er aber dann bitte unbedingt auch nicht nur Schritt gehen. Und im Trab und Galopp vorne, ganz klar!! Da ist das Alter und die Erziehung manchmal ziemlich schnell vergessen :D.

Wie es die nächsten Jahre mit uns als Reiter-Pferd-Paar weiter geht, weiß ich noch nicht ganz genau. Aber der Gedanke, dass ich mittlerweile das ein oder andere Mal weniger Spaß daran habe ihn zu reiten als früher quält mich schon. Dadurch dass er mich über einen so langen Zeitraum begleitet hat und wir so viel gemeinsam erlebt haben, ist er wirklich besonders für mich und irgendwie komme ich mir fast ein bisschen verlogen vor, nun zu sagen „Ich habe keinen Spaß mehr daran ihn zu reiten.“. Fest steht auf jeden Fall, dass ich, solange er gesund und fit ist, dafür sorgen werde, dass er immer entsprechend fit gehalten und gymnastiziert wird. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass mein Nachwuchspferd inzwischen 3 Jahre alt ist und Ende dieses/Anfang nächsten Jahres in die Arbeit soll und ich ihn dann nach dem Anreiten auch zeitnah selbst reiten möchte. Dennoch hilft mir der Gedanke an das Nachwuchspferd ab und zu, wenn ich mal wieder ein bisschen geknickt bin, dass es mit meinem jetzigen Pferd nun keine Vorwärtsentwicklung mehr gibt und dass wir auch nicht mehr wieder auf das hohe Leistungsniveau zurückkehren, was wir schonmal hatten.

Alles in allem ist aber irgendwie auch schön, dass ich diese ganze Entwicklung miterlebe. Ich bin vor ungefähr 8 Jahren mit meinem Pferd in eine andere Region gezogen. Die Leute „von früher“ kennen ihn nur als oft ziemliches verrücktes Pferd und viele, die ihn lange nicht mehr gesehen haben, können sich kaum vorstellen, dass er so artig und umgänglich geworden ist, dass ich (fast) jeden auf ihn setzen könnte. Diese Veränderung seines Wesens gehört auch irgendwie zum Älterwerden dazu und ich freue mich, dass ich ihn schon so lange begleite und das alles mit erlebe. Da gehört dann eben jetzt mittlerweile auch dazu, dass ich mich ihm anpassen muss.

Geschicklichkeitsreiten auf dem Turnier – Unsinn oder sinnvolle Abwechlung?

Seit Einführung der WBO ist es amtlich: für Turniereinsteiger gibt es nicht mehr nur die klassischen Dressur- und Springwettbewerbe im unteren Bereich, sondern auch verschiedene Varianten des Geschicklichkeitsreitens. Was früher nur auf sogenannten Orientierungsritten, Reiterrallyes oder für Kinder bei den Mounted Games zu finden war, kann nun auch in Form verschiedener Wettbewerbe in der Halle oder auf dem Viereck stattfinden. Ob das eine gute Sache ist und wenn ja, warum, möchte ich gerne in diesem Gastbeitrag erörtern.

Sarah ist 30 Jahre alt und kommt aus dem schönen Allgäu. Mit ihren Ponys ist sie nicht nur erfolgreich in Dressurprüfungen bis Kl. L unterwegs, sondern nimmt auch regelmäßig mit ihnen an sogenannten Präzisions- und Actionwettbewerben teil. Auch gibt sie regelmäßig Kurse in diesem Bereich. Was es damit auf sich hat, wie sie dazu kam und welche Vorteile solche Prüfungen bieten können, lest ihr in ihrem Gastbeitrag. Einen zusätzlichen Einblick in ihre Arbeit mit den Ponys und ihren Reitschülern findet ihr auf ihrem Instagram Account sanoca_ponypower .Ich selbst kam über Umwege zu dieser Sparte des sogenannten Breitensports. Eigentlich empfand und empfinde ich mich als vielseitige Dressurreiterin und mit Pferdespielen hatte ich nur auf Orientierungsritten (auch genannt „O-Ritte“) Kontakt. An diesen nahm ich weniger wegen des Wettkampfgedanken teil – dafür konnte ich ja auf „richtige“ Turniere gehen, sondern weil ich dabei die Möglichkeit hatte, tolles Gelände zu erkunden und lange Galoppstrecken zu genießen. Mit den verschiedenen Geschicklichkeits- und „Schreckhindernissen“ befasste ich mich dann im Rahmen der Ausbildung meines jungen Nachwuchspferdes. Er war ein Exemplar, das trotz täglichen Weidegangs in der Herde bitte täglich beschäftigt werden wollte. Um ihn nicht zu oft körperlich zu belasten, baute ich also Bodenarbeit ein und gewöhnte ihn an Planen, Regenschirme, Flattervorhänge und, und, und. Als echtes Spielkind fand er daran großen Gefallen und so manches Spielutensil hat er inzwischen auf dem Gewissen.

Als er 6 Jahre alt war, nahmen wir zum ersten Mal an einem großen Breitensportturnier teil. Hier interessierte ich mich weniger für die Spieleprüfungen, als für Caprillitests, die Eignungsprüfung für Freizeitpferde und den GHP. Diese Prüfungen bereiteten uns beiden viel Vergnügen und die Spieleprüfungen, die ich beobachten konnte, gefielen mir sehr gut. Ich bedauerte, dass es so etwas nicht öfter gab. 3 Jahre später, im Jahr 2014, fand dann das Bundespferdefestival in Ellwangen statt und kurzerhand packten wir beide Turnierponys ein und meldeten verschiedene Prüfungen. Nach einer 1 im GHP und dem Sieg in unserem ersten Präzisionsparcours hatte ich endgültig Blut geleckt. Ich fing an, nach solchen Prüfungen Ausschau zu halten und mit meinem Verein auch selbst ein solches Turnier im kleinen Rahmen zu organisieren. Heute gibt es zumindest eine Handvoll solcher „Breitensportturniere“ in meinem Umkreis und ich nutze sie gerne als Abwechslung für meine Pferde und auch für Berittpferde, die aus dem einen oder anderen Grund (noch) nicht auf „normalen“ Turnieren starten können. Inzwischen darf ich mich auch Vizebreitensportbeauftragte meines Pferdesportkreises nennen und gebe hin und wieder Lehrgänge für interessierte Aktive.

„Die Brücke“ – Prüfstein für Vertrauen und Gelassenheit

In dieser Vorstellung fanden sich schon gute Argumente für das Geschicklichkeitsreiten – Spaß & Abwechslung. Doch warum sollte man das nicht einfach nur zu Hause machen? Sollte Turnierreiten nicht ein Leistungsvergleich sein?

1. Warum nicht nur zu Hause?

Das ist eine Frage, die ich am liebsten mit „du kannst auch nur zu Hause Dressur reiten und springen!“ beantworten würde. Diese Antwort wäre natürlich richtig, aber warum es im Gegenteil sogar GUT sein kann, auch so etwas auf Turnieren anzubieten, möchte ich zu einem späteren Zeitpunkt erklären.

2. Sollte Turnierreiten nicht ein Leistungsvergleich sein?

Selbstverständlich sollte es das, aber wo fängt die Definition von Leistung an? Wer das als Argument gegen Geschicklichkeitsprüfungen nimmt, müsste konsequenter Weise auch die Streichung aller Klassen unter A (oder sogar L?) fordern. Doch auch die Anfänger leisten bereits etwas und ihre Leistungen können untereinander verglichen werden. Außerdem kann jeder gerne einmal selbst probieren, wie gut er mit seinem Pferd durch einen Parcours mit Geschicklichkeits- und Gruselelementen kommt.  Wie so oft beim Reiten gilt auch hier: Je leichter es aussieht, desto mehr Arbeit steckt meistens dahinter.

Erst im vergangenen Jahr hatten wir einen alteingesessenen klassischen Richter auf unserem Breitensportturnier – und er war begeistert!

Doch es gibt noch viele andere gute Gründe für das Geschicklichkeitsreiten als Turniersport:

Keine Reitweisenbeschränkung

Wenn man einmal davon absieht, dass es gewisse Ausrüstungsregeln zu beachten gibt, kann einfach jeder mitmachen! Völlig egal ob FN-Reiter, Barockreiter, Gangpferdereiter, Westernreiter… gerade für Reitvereine mit gemischten Mitgliedern ist dies eine tolle Möglichkeit, alle „an einen Tisch“ zu bekommen und jedem etwas zu bieten.

Blick über den Tellerrand

Wie oft hört man die Lästereien über „willenlose Westernmaschinen“, „zusammengezogene Sportsklaven“, „Pferde, die nur Gangsalat können“, „schlurfende Hirschhalsfreizeitpferde“, „seitwärts krebsende Barockpferde ohne jeden Schwung“ etc. pp.?

Auf einem Breitensportturnier passiert häufig etwas ganz anderes!Der Westernreiter wird bewundert, wie sein Pferd am durchhängenden Zügel durch den Actionparcours flitzt; der Dressurreiter, weil er geschmeidig und elegant durch Labyrinth reitet und sein Pferd ja gar nicht so ein glotzender Fachidiot ist; der Isländer, weil er in 2 Sekunden von cooler Socke auf Flitzebogen umschaltet und wieder zurück; der Spanier, der um die Tonnen galoppiert, als würde die Reiterin gerade nebenbei Doma Vaquera üben; das Freizeitpferd, das sich einfach VOR GAR NICHTS fürchtet…  Es ist ein miteinander, man fragt nach Tipps und es macht einfach Laune!

Leistungsvergleich für „Jederpferd“

Oft hört man „Mit dem Pferd brauche ich mich gar nicht auf dem Turnier blicken zu lassen“. Häufig sagen das Reiter, die erst eine Weile nach dem Pferdekauf auf den Geschmack eines Wettkampfs gekommen sind, ihren geliebten Vierbeiner aber nicht austauschen möchten. Oder man würde eigentlich gerne eine Klasse höher starten, hat aber Angst, nicht mithalten zu können. Beim Geschicklichkeitsreiten brauche ich aber weder einen Lampenaustreter noch einen Hochhausspringer. Der kurzbeinige, rundbauchige Shetty-Araber-Kaltblut Mix kann genauso antreten wie ein Don Totilas-Hitmeier – und keiner der beiden ist benachteiligt! Es gibt zwei Varianten: Den Stil-Trail (meistens als Präzisionsparcours) und den Zeit-Trail (Actionparcours). Beim Stil-Trail geht es um ein harmonisches, gelassenes Überwinden der Hindernisse, beim Actionparcours um Fehler und Zeit. Brav über jedes Hindernis muss dabei jedes Reiter-Pferde Paar erst einmal kommen, egal ob groß oder klein, egal ob dick oder dünn, egal ob Rassepferd oder Wald-und-Wiesen-Mix und eben auch egal, ob es 1.000€ oder 100.000€ gekostet hat.

Mein absolutes Lieblingsargument für das Geschicklichkeitsreiten als Turniersport, das ich unter 1. schon andeutete, ist jedoch dieses: Es gibt dem sogenannten Freizeitreiter den Impuls, sich mit seiner und der Ausbildung seines Pferdes auseinander zu setzen. Viele nehmen nämlich in erster Linie aufgrund des Spaßfaktors an solchen Prüfungen teil und gewinnen dabei die ein oder andere Erkenntnis. Ich kenne sogar ein paar Reiter, die durch diese Prüfungen erst den Weg in den „normalen“ Turniersport gefunden haben!

Doch wie kommt man durch die Teilnahme an solchen Prüfungen auf die Idee, mehr für seine reiterliche Entwicklung zu tun?

Stil-Trail – Gruselhindernisse

Klar, zuerst einmal müssen die Pferde brav und artig über die verschiedenen Hindernisse gehen. Insbesondere Plane, Brücke und Flattervorhang sind sehr beliebte Hindernisse. Doch auch ungewöhnlichere Aufgaben, wie das Durchreiten einer Poolnudelgasse (das Pferd muss hierbei die Poolnudeln mit der Brust zur Seite drücken) können vorkommen. Viele Reiter nehmen dies zum Anlass, solche Aufgaben zu Hause zu üben. Meiner Erfahrung nach ist hierbei weniger die Gewöhnung der Pferde an „seltsame Dinge“ der eigentliche Erfolg, sondern dass der Reiter in geschützter Umgebung die Reaktion seines Pferdes kennenlernt. Er lernt so es besser einzuschätzen, angemessen und richtig zu reagieren und gewinnt so an Souveränität und Selbstvertrauen, was sich schlussendlich auf das Pferd auswirkt. Dies ist besonders für das Reiten im Gelände wertvoll – es wird auch in schwierigen Situationen kontrollierter und sicherer.

Ein solches Hindernis zu überwinden kostet viel Mut und Arbeit

Stil-Trail: Rittigkeitshindernisse

Ein Präzisionsparcours besteht grundsätzlich nicht nur aus GHP-Hindernissen, sondern auch aus Rittigkeitsaufgaben: Labyrinth, Slalom, Querpassage und Wendehammer sind hier sehr beliebt.

Hiervon möchte ich zwei Aufgaben näher beleuchten.

Beim Wendehammer reitet man in eine hammerförmige Gasse ein. Der Eingang ist sehr schmal, im „Hammerbereich“ wird gewendet und das Hindernis durch den schmalen Eingang wieder verlassen. Das Wenden soll harmonisch und flüssig erfolgen. Logisch, dass nur der Reiter, der die Aufgabe ohne Ziehen und Zerren schafft, eine ordentliche Note erhält (die Noten werden je Hindernis vergeben). Wenn derjenige die Aufgabe auch noch z.B. mit einer formschönen Kurzkehrtwendung absolviert,  dann werden die richtig hohen Noten gezückt.

Auch der Slalom ist ein gutes Beispiel: Teile ich diesen gut ein, sitze ich ordentlich und dosiere ich meine Hilfen angemessen, gibt es bestimmt die 6 oder 7. Geht mein Pferd dabei durchs Genick und stellt sich passend auf unsichtbare Hilfen um, sind wir dagegen ganz schnell bei der 9!

Spätestens, wenn es an die Rittigkeitsprüfung geht, ist jedoch schnell klar: Ganz vorne steht nur das gut gerittene Pferd mit einem gut sitzenden und harmonisch einwirkendem Reiter. Eine Rittigkeitsprüfung kombiniert eine kleine Dressuraufgabe (die auch Westernreiter reiten können!) mit Geschicklichkeitshindernissen. Reite ich saubere Hufschlagfiguren, die Übergänge am Punkt und sitze im Gleichgewicht ohne mein Pferd zu stören, ist die Note solide – aber super wird es eben erst im oben genannten Fall.

Im Labyrinth sind durchlässige und geschmeidige Pferde im Vorteil

Actionparcours

Ja, ich bin ehrlich: Im Actionparcours ist es wie im Springen. Es können auch die vorne sein, die gnadenlos durchheizen. ABER ich habe auch schon Leute mit stilistisch einwandfreien und trotzdem sauschnellen Ritten gewinnen sehen.  Doch hier ist der Sinn der guten Ausbildung leider „nur“, dass es für einen Pferdefreund selbstverständlich sein sollte, sein Pferd verschleißarm zu reiten. Da dies leider immer noch nicht jeder so sieht, hier ein kleiner Appell an die Veranstalter: Bitte schreibt nur die Variante „Fehler vor Zeit“ aus – zumindest, wenn ihr als Veranstaltungsort nur einen Rasenboden zur Verfügung habt. Manche nehmen den Spruch „lieber tot als Zweiter“ nämlich definitiv zu ernst.

Geschicklichkeitsreiten und Springen

In den meisten Wettbewerben, die ich bisher geritten bin, kam eine Variante eines kleinen Sprungs vor. Diese sind meistens nicht höher als 60cm, was dazu führt, dass sich eigentlich jeder überwindet. Ist bekannt, dass viele Kinder mit kleinen Ponys oder Shettys teilnehmen, gibt es für die Kinder auch gerne mal einen „Ponyhöhenausgleich“. Ein solcher Sprung lässt sich natürlich besser, sicherer, schöner und auch schneller (schneiden) überwinden, wenn man das zu Hause regelmäßig trainiert!

Ich denke, ich habe genug geschrieben, um zu erklären, warum ich diese Disziplin so schätze. Ich sehe mich immer noch als Dressurreiter, doch das Geschicklichkeitsreiten ist definitiv meine liebste Nebensparte geworden. Ich würde mich freuen, wenn nicht nur Freizeitreiter, sondern auch der ein oder andere klassische Turnierreiter durch meinen Text neugierig geworden ist und diese Sparte einmal mit seinem Pferd ausprobiert. Egal, ob es auf Anhieb klappt oder ihr fleißig üben müsst – ich wünsche euch und euren Vierbeinern viel Spaß dabei!

Text: Sarah Börner

Fotos: Stefanie Zimmermann

Immenhof – Interview mit Regisseurin Sharon von Wietersheim

Am 17. Januar kommt die Neuverfilmung des Klassikers „Immenhof“ in die deutschen Kinos. Wenn ihr den Film gerne sehen wollt, schaut unbedingt auf meiner Instagram-Seite vorbei, denn dort gibt es aktuell 3 x 2 Freikarten sowie den exklusiven Immenhof Kaffeebecher zu gewinnen!

Ich durfte der Drehbuchautorin und Regisseurin des Films, Sharon von Wietersheim, ein paar Fragen zu dem Film stellen.

Haben sie die Immenhof Filme als Kind gesehen? Wenn ja, was hat Ihnen daran besonders gefallen?

Ich habe sie als Kind gesehen und bis heute liebe ich sie. Mir gefiel der Lebensstil. Einfach mit Pferden zu leben, in der Natur, das finde ich nach wie vor erstrebenswert. 

Sie haben sowohl das Drehbuch des neuen Films geschrieben als auch die Regie geführt. Hatten Sie beim Schreiben des Drehbuchs bereits alle Szenen klar vor Augen oder haben Sie einige Sachen während der Dreharbeiten noch verändert oder angepasst?

Es gibt Dinge, von denen weiche ich keinen Zentimeter ab. Sehe ich allerdings, dass sich etwas besser entwickelt oder sich eine neue Perspektive auftut, die spannend ist, kann ich das sofort zulassen. Natürlich weiss man auf welche Szenen es ankommt und diese Szenen bereitet man akribisch vor. Das jedoch immer wieder Dinge passieren, die man nicht vorhersehen konnte, muss man auch gut darin sein, schnell neue Lösungen zu finden. Im Großen und Ganzen habe ich in den Keypoint-Szenen die Größe der Bilder und die Emotionen erreicht, die ich mir gewünscht habe. Klar gibt es immer noch etwa, was noch besser hätte laufen können. 

In den früheren Immenhof Filmen geht es um die Erlebnisse rund um einen Ferienreithof. Im neuen Film geht es um die 16-jährige Lou, die mit ihren Schwestern und ihrem Vater auf dem Gestüt Immenhof lebt. Wenn man sich den Trailer des neuen Films ansieht, erkennt man auf den ersten Blick keinen Zusammenhang zu der Geschichte der Originalfilme. Gibt es überhaupt eine Verbindung zwischen den Filmen? Welche Elemente aus der Original Filmreihe werden wir in der Neuverfilmung wiede
rfinden? 

Die alten Filme handelten von einer Familie, die nicht komplett war. Die Neuverfilmung wird hier sogar noch radikaler, da bei uns auch Oma Janzen fehlt. Ich fand es spannender, die Jugendlichen ihre Probleme selbst lösen zu lassen, als dies von Erwachsenen erfüllen zu lassen. Die Geschichte hat sehr viel mit mir zu tun. Es geht um den Verlust eines geliebten Menschen, den man nicht wirklich überwinden kann. 

Das einzige, was Lou hilft, ist ihre Liebe zu den Pferden. Was ich versucht habe herauszuarbeiten sind keine Gemeinsamkeiten, sondern Gefühle. Ich finde es elementar wichtig, ein Zuhause zu haben. Einen Ort, wohin man sich zurückziehen kann. Ein Ort, an dem glücklich war, an den man wunderbare Erinnerungen hat. Ein Paradies, in dem man sich sicher und geborgen fühlt. Ein bisschen wie bei Scarlett O Hara die Plantage Tara ihr das Gefühl von Heimat gibt, wollte ich einen Ort zeigen, wo Menschen und Tiere in Liebe und gegenseitigem Verständnis miteinander leben. Immenhof als Heimat, als Zuhause zu zeigen, das einem vielleicht weggenommen wird, empfand ich als sehr starken Konflikt. Da viele Kinder in getrennten Familien aufwachsen, wollte ich das Thema „Verlust der Heimat“ der Heimat aufzeigen.  

Haben Sie privat Kontakt zu Pferden oder sind Sie als Kind geritte
n?

Ich fing mit fünf Jahren an zu reiten und kann es noch heute. Mein Vater hat mir Reitstiefel anfertigen lassen, da es die in dieser kleinen Größe nirgends gab. Ich liebe Pferde, alle Tiere und bin glücklich, ihnen nahe zu sein. 

War dies ihr erster Dreh mit Pferden am Set? Wie haben Sie die Arbeit mit den Pferden empfunden? Sind Pferde gute Schauspieler
?

Es war nicht der erste Dreh mit Pferden. Ich durfte in England schon mit dem Pferd drehen, das Mel Gibson in Braveheart geritten hat. Das war super. Ich habe den Dreh mit den Pferden sehr genossen. Ich musste geduldig sein, eine große Herausforderung für mich. Bei den Pferden klappt es, bei Menschen nicht immer. Pferde sind in der Regel keine Schauspieler. Man kann ja schlecht sagen, jetzt trabst du den Weg entlang und da vorne bei der Koppel bleibst Du stehen und blickst über den Zaun. Man muss sich auf das Pferd einlassen. Es gibt die Richtung vor. Unsere Pferde waren perfekt, wunderbar und haben all das gemacht, was ich mir gewünscht habe. Die Pferdetrainer waren sehr gut, wir haben uns immer abgesprochen, was geht und wie wir es am besten machen. Doch alles in allem, glaube ich einfach, dass ein Tier immer das macht, was Du Dir wünscht, wenn Du es liebst. Es spürt das Gefühl, fühlt sich sicher und vertraut Dir. Unsere Tiere wurden ja auch nach Strich und Faden verwöhnt und unsere Tiertrainer auch. Schließlich waren sie mit am Wichtigsten am Set. Heiner Lauterbach war komplett überrascht, was die Pferde täglich geleistet haben. Er sagte, er hätte schon oft mit Tieren gedreht, die hätten meist nie das gemacht, was sie sollten, unsere aber wären top. Ich habe allen am Set von Anfang an klar gemacht, dass die Pferde immer die Nummer 1 sind. „Horses first“ und „We make horses great again“  waren unsere Standardsätze und JEDER HAT SICH DARAN GEHALTEN. 


Woher kommen die Filmpferde und wie läuft die Zusammenarbeit ab? Kann man Filmpferde einfach mieten? Haben die Pferde eigene Trainer dabei, die bei den Dreharbeiten anwesend sind und auf die Besonderheiten der Pferde hinweisen können?

Wir haben zuerst die Trainer gefunden. Die sind super. Filmpferde.com. Sie haben das Drehbuch gelesen und dann Pferde vorgeschlagen. Dieses Auswahlverfahren dauerte Jahre und irgendwann sagte Gerd Grzesczak: „Sharon, Du musst Dich entscheiden! Wir brauchen auch noch Zeit, die Pferde vorzubereiten und sie zu trainieren!“ Bei den Pferden sind stets die Besitzer und die Trainer, also die Horsemaster, dabei. Faktisch kann man sie mieten, doch wenn man keine Beziehung zu ihnen hat oder aufbaut, bringt das nicht viel. Der Regisseur muss ja wissen, was das Pferd dem Zuschauer vermitteln soll und das geht nur mit Respekt dem Tier gegenüber. 

Das Gestüt Peterhof ist den meisten Reitern ein Begriff und sicherlich eine der schönsten Reitanlagen Deutschlands. Wie war es, dort zu drehen

Es ist sicherlich eines der schönsten Gestüte Deutschlands, vielleicht sogar Europas. Die Dreharbeiten waren ein einziger TRAUM. Die Stallungen, die Koppeln, die gesamte Anlage wurde von Arlette Jasper-Kohl konzipiert, gebaut und eingerichtet. Den Pferden geht es da besser, als vielen Menschen. Sie leben in großen Boxen, sind stundenlang täglich auf der Koppel, werden bewegt, gefüttert. Der Stall ist so sauber, man könnte vom Boden essen. Die Menschen, die sich dort um die Pferde kümmern, sind großartig. Wir haben sie und das Ehepaar Kohl ganz fest in unser Herz geschlossen. Wir haben Sezuan gesehen. So einen wunderbaren Hengst habe ich mein Leben noch nicht gesehen. Perfekt und er weiß, wie umwerfend er ist. Er ist ein großer Star. Ich liebe auch seinen Sohn Sam und seine kleine Tochter Sanzola. Sie ist ein Traum. 

Was sehr schade ist, ist dass die Besitzer der umstehenden Felder Windräder direkt neben dem Hof angebracht haben. Es ist unverständlich, dass so etwas genehmigt wurde. Die Windräder sehen so nah, dass sie Einfluss auf die Pferde haben. Eines wurde sogar massiv verletzt, es erschrak und wollte flüchten und hat sich dabei verletzt. Die Kohls kämpfen seit Jahren darum, dass die Windräder abgebaut werden. Es ist unverständlich, warum man sie ihnen direkt vor die Nase gesetzt hat. 

Mussten die Schauspieler vor den Dreharbeiten Reitstunden nehmen oder waren bereits Vorkenntnisse vorhanden?

Leia (Leia Holtwick, spielt die Hauptdarstellerin Lou, Anm. d. Red.) konnte Gott sei Dank reiten. Das war ein großer Glücksfall. Es wäre für mich als Reiterin ein Alptraum gewesen, meine Schauspielerin ständig mit von der Kamera abgewandten Kopf drehen zu müssen. Sie ist alle Szenen selbst geritten und hat natürlich zusätzlich am Set Reitunterricht von unseren wunderbaren Pferdetrainern erhalten.

Ist eine Fortsetzung des Films geplant
?

Sollten die Zuschauer unseren Film wertschätzen oder besser gesagt lieben, wäre es eine große Freude einen zweiten Teil zu drehen. Es war ein Abenteuer, ein großes und aufregendes. Wir haben viel von unseren Pferden gelernt.

Liebe Sharon, vielen herzlichen Dank für das ausführliche Interview! Ich freue mich schon sehr darauf, den Film im Kino zu sehen und bin sehr gespannt, wie er bei den Zuschauern ankommen wird! 

Reiten in der Schwangerschaft – Gastbeitrag von Sofia

Für fast jede Reiterin stellt sich irgendwann die Frage: Was mache ich eigentlich mit meinem Pferd, wenn ich einmal ein Kind bekomme? Um einen Einblick in das Leben als schwangere Reiterin zu bekommen, haben wir uns an Sofia gewandt, die mittlerweile eine kleine Tochter bekommen hat.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich im März 2015 auf Horsediaries. Da er einer der beliebtesten Beiträge auf dem Blog ist und ihn einige von euch sicherlich noch nicht kennen, möchte ich ihn euch gerne noch einmal zur Verfügung stellen.

Sofia ist 33 Jahre alt, kommt aus dem Rheinland und hat einen 12-jährigen Westfalenwallach namens Lucky Luke, den sie 4-jährig bekommen hat und seitdem erfolgreich auf Turnieren vorstellt. Und sie hat eine 1 1/2 jährige Tochter.  Also haben wir sie gefragt, wie sich ihr Reiter-Leben durch die Schwangerschaft verändert hat und freuen uns sehr, dass Sie folgenden Gastbeitrag für uns geschrieben hat:

Als ich meinen positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielt, rasten mir unzählige Gedanken durch den Kopf. Der erste galt meiner Familie, der ich die Neuigkeit sofort erzählen wollte. Der zweite Gedanke galt meinen Job. Und der dritte Gedanke galt der Turniersaison.

Irgendwann stellen sich die meisten Frauen die Frage: Möchte ich Kinder haben? Das Leben mit Kind ändert sich ohnehin schon um die viel zitierten „180 Grad“. Hat man dann auch noch ein Pferd ist auch dieser sehr wichtige Teil des Lebens davon betroffen. Pferdebesitzer wissen, dass ein Pferd oft so viel Arbeit mit sich bringt, als hätte man bereits ein Kind. Nun soll das Erstgeborene Konkurrenz bekommen? Oh je oh je.

Das Leben einer Reiterin beginnt jedoch sich schon weit vor der Geburt zu verändern. Betreibt man Reiten als Leistungssport, wird man die Veränderung der Leistungsfähigkeit schnell bemerken. Aber auch für Frauen, die rein freizeitmässig auf dem Pferd unterwegs sind, stellt sich schon zu Beginn der Schwangerschaft die Frage, wie es nun weitergehen soll.

Für einige Frauen kommt es aus Sicherheitsgründen, manchmal aber leider auch aus gesundheitlichen Gründen, nicht mehr in Frage, sich schwanger aufs Pferd zu setzen. Man findet im Internet sogar Studien über die Risiken des Reitens in der Schwangerschaft. Da müssen wir nichts schönreden: Reiten ist eine Risikosportart und jede Frau sollte sich der Tatsache bewusst sein, dass sie ab sofort nicht mehr nur für ihre eigene Gesundheit verantwortlich ist. Das geliebte Pferd, sei es noch so ein braver Vertreter, ist eben doch ein Tier und damit nicht zu 100% berechenbar.

Ich habe Rücksprache mit meiner Ärztin gehalten und bin bis zum Ende des 7. Monats geritten. Allerdings habe ich nur noch mein eigenes Pferd geritten, bin nicht mehr gesprungen und nur noch in der Halle bzw. auf dem Platz geritten. Darüber hinaus habe ich jeden Tag aufs Neue entschieden, wie es mir heute ging und wie viel ich mir zutraute. An manchen Tagen konnte ich selbst zum Ende des zweiten Trimesters noch locker durch die Gegend traben als wäre nichts, es gab aber auch Tage im ersten Trimester, da zwickte und zwackte es im Aussitzen – und das habe ich eben nicht wie sonst früher üblich ignoriert.

Außerdem habe ich bemerkt, dass ich mich instinktiv in den Paraden vom Trab zum Schritt oder in der Rückführung von der Trabverstärkung in den versammelten Trab nicht mehr so stark hingesetzt habe wie früher. Ich habe sogar leicht entlastet, weil mir das Gefühl sonst unangenehm war. Mit fortschreitender Schwangerschaft habe ich dann auch bemerkt, dass meine Bauchmuskulatur ihren Job nicht mehr richtig wahrnehmen konnte und ich die Kraft im Rumpf verlor. Auch das Aussitzen im Trab wurde immer unangenehmer, sodass ich zum Ende hin eigentlich nur noch leichtgetrabt und gemütlich galoppiert bin.

Das Reiten in der Schwangerschaft kann sehr sehr schön und auch entspannend sein, denn gerade zu Beginn war die einzige Zeit am Tag, zu der mir nicht hundeelend war, die Stunde im Sattel meines Pferdes. Jedoch sollte jede Frau bzw. jedes Paar selbst entscheiden, inwieweit sie das Risiko eingehen möchten.

Nun folgen noch einige Dinge, die ich vor meiner Schwangerschaft nicht wusste:

  1. Auf einmal äußern Bekannte, aber auch Wildfremde ungefragt ihre Meinung.  Als Schwangere genießt man zum einen eine gewisse Rücksichtnahme seiner Mitmenschen. Auf einmal lächeln einem fremde Personen zu, sind freundlich, lassen einen vor und helfen einem bei ganz alltäglichen Dingen. Allerdings konnte ich neben diesen schönen Erlebnissen auch eine gewisse Distanzlosigkeit und eine schonungslose ungefragte Meinungsäußerei feststellen. „Wie, Sie tragen hohe Schuhe? Das ist aber nicht gut für den Rücken.“ „Also in Ihrem Zustand noch Zugfahren/Arbeiten/Rumlaufen/Autofahren, das ist doch viel zu anstrengend.“ „Hast Du gerade wirklich am Aperol Spritz geschnuppert? Aber den trinkst Du doch hoffentlich nicht?“ Ungefragt mischen sich Dritte ein, so könnt Ihr Euch sicherlich die ein oder andere hochgezogene Augenbraue und die entsetzte Aussage „Wie, Sie reiten noch???“ vorstellen.
  2. Schlecht ist schlecht und müde ist müde. Wir Reiter schleppen uns ja bekanntlich halbtot in den Stall. Fieber, Bronchitis, Magen-Darm-Infekt? Wer es ins Bad schafft, schafft es auch in den Stall. Anders verhält es sich mit den Wehwehchen in der Schwangerschaft, die meistens in den ersten 12 Woche auftreten. Übelkeit und bleierne Müdigkeit haben schon die lebensfrohsten Frauen in die Knie gezwungen und unter Reiterinnen für Stallabstinenz gesorgt. Auch wenn man sein Pferd noch so sehr liebt… kein Gewissen ist so schlecht, wie es einem in der Schwangerschaft gehen kann. Für diese Zeit ist es sehr hilfreich, wenn man über gute Geister oder notfalls über Service am Stall verfügt, die dem Vierbeiner auch dann Bewegung verschaffen, wenn man selbst auf dem Sofa liegen bleiben muss. Auch mal spontan, denn vor 10 Minuten war noch alles gut.
  3. Schwanger ist man nicht nur am Bauch. Es gibt glückliche Schwangere, die passen ewig lang in ihre normalen Klamotten und tragen nur eine süße Kugel vor sich her, die nach der Geburt in Nullkommanix verschwunden ist. Von hinten würde man keine Schwangerschaft vermuten. Diese Frauen können dann bei ihren Reithosen den Knopf auflassen und ein Haargummi durch den Verschluss ziehen um den Hosenbund zu erweitern und zu fixieren. Darüber einfach ein längeres Top und fertig ist das Umstandsreitoutfit. Alle anderen Frauen werden merken, dass ein guter Sport-BH ein wichtiger Begleiter wird, außerdem die ganz engen Reithosen nicht mehr nur am Bauch sondern auch am Rest des Körpers zu eng werden und dass Wassereinlagerungen die Passform der Stiefel nachteilig beeinflussen können. Da man im Netz keine Umstandsreithosen finden kann, empfehle ich die Knopfvariante und die Wahl einer bequemen und etwas stretchigeren Hose, um ein unangenehmes Einengen zu vermeiden. Und auch nach der Geburt sieht man nur in Glücksfällen sofort aus wie früher. Für Normalsterbliche gilt: 9 Monate kommt’s, neun Monate geht’s.
  4. Man fällt ja doch ganz schön lange aus. Was mir vor der Schwangerschaft ebenfalls nicht bewusst war, ist die Zeit, die man im Extremfall nicht reiten kann. Ich dachte immer, ich könnte ja locker bis kurz vor der Geburt reiten, dann schnell das Kind bekommen und wieder weitermachen. Bin ja kein Weichei. Unsere Tochter kam im Oktober zur Welt und ich dachte im Frühjahr zuvor allen Ernstes, ich könnte ja im Dezember noch ein Late Entry mitnehmen. Das mag in Ausnahmefälle funktionieren. Man hört von Reiterinnen, die quasi vom Pferd in den Kreissaal gefahren sind. Aber die Realität kann ganz anders aussehen: Wenn die Schwangerschaft euch am Reiten hindert, entweder weil ihr nicht wollt oder weil ihr schlichtweg nicht könnt, dann fallt ihr schon mal bis zu 9 Monaten aus. Und je nachdem, wie die Entbindung verläuft, kann es danach auch noch einige Wochen dauern, bis ihr wieder aufs Pferd steigen könnt.

Außerdem gibt es da ja auch noch das Thema Stillen. Je nachdem, welchen Rhythmus ihr habt, kann es passieren, dass ihr alle 1,5 – 2 Stunden stillen müsst und in der Zeit zum Stall fahren, reiten und wieder zurück ist je nach Entfernung sehr sportlich. Darüber hinaus spricht man in den ersten 6 Wochen nach der Geburt vom sogenannten „Wochenbett“, was der Erholung des Körpers von der Schwangerschaft und Geburt dienen soll und von mehr oder weniger starken Blutungen begleitet wird. Ja – es kann gut sein, dass ihr mehrere Wochen am Stück blutet und nein – ein Tampon ist verboten. Kein schönes Thema, ich weiß … aber so ist es nunmal.

Ergo – wenns extrem läuft, sitzt ihr ein knappes Jahr nicht auf dem Pferd.

Und wenn Ihr dann wieder aufsitzt, dann habt ihr erst einmal das Gefühl, dass nichts mehr funktioniert. Insbesondere die Muskulatur im Bauch-, Rücken- und Beckenbereich hat sich verabschiedet und es ist eher an einen gemütlichen Schrittausritt als an eine Dressurstunde zu denken.

Ich war recht schnell wieder auf dem Pferd, aber ich saß wie ein Fragezeichen und sackte regelrecht in mir zusammen, weil mit die komplette Körperspannung fehlte. An ein Turnier wäre nicht zu denken gewesen. Ich ritt im Dezember, also ca. 10 Wochen nach der Geburt, einen Dressurlehrgang mit, und selbst da war ich längst noch nicht wieder fit.

So ist es nicht verwunderlich, dass reitende werdende Mütter ihr Pferd entweder verkaufen, sich eine oder mehrere Reitbeteiligungen suchen oder das Pferd zur Verfügung stellen. Denn so sehr man es möchte – man KANN einfach ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr alles alleine schaffen. Ich habe mein Pferd im Sommer zur Verfügung gestellt, bin als TT mit auf die Turniere gefahren und unter der Woche habe ich beim Training unterstützt. Auch wenn es mich ab und zu kaum auf meinem Stuhl hielt und mir der Sport wahnsinnig gefehlt hat, konnte ich so wenigstens miterleben, wie mein Pferd durchs Viereck trabte und die Turnieratmosphäre genießen. Und als außenstehender Dickbauch stolz mitfiebern 🙂

Es gibt also Lösungen, um die Zeit der Schwangerschaft zu überbrücken und nicht jedes Pferd ist ein Turnierpferd, was im Training gehalten werden muss. Geht der Vierbeiner gerne auf die Weide, kann man ihm eine Pause gönnen und nur soviel machen, wie man noch schafft …. und wenn man eine Stute besitzt, könnte man auch hier über eine parallele Babypause nachdenken. Eine Schwangerschaft muss also nicht zwingend zur Aufgabe des Reitsportes führen. In den meisten Fällen rückt die Reiterei aber, zumindest für eine Zeit lang, ein wenig in den Hintergrund.

Wie gefallen Euch Beiträge zum Thema Schwangerschaft und Leben mit Baby?

Update: Da der Beitrag so gut ankam, haben wir hier die Fortsetzung für euch zum Thema Reiten mit Baby!

Foto: Natascha Jendreiko

Warum du niemals ein Pferd kaufen solltest…

Dieser Beitrag ist bereits etwas älter und wurde in der Cavallo Ausgabe 05/2017 abgedruckt und im Zuge dessen vom Blog entfernt. Wegen des positiven Feedbacks möchte ich ihn euch jetzt gerne wieder online stellen.

Dieser Artikel richtet sich an all diejenigen Reiter und Reiterinnen dort draußen, die der großen Versuchung bisher eisern widerstanden haben. Die sich von keiner noch so weichen Nase oder spektakulären Trabaktion eines Vierbeiners hinreißen ließen, ihr Konto zu plündern. Die sich Woche für Woche mit Pferdebesitzern rumquälen, die ihnen sagen, was sie zu tun haben und vor allem wie. Gerade auch diejenigen, die langsam die Schnauze voll vom Reitbeteiligungsdasein oder Schulpferdereiten haben und ernsthaft überlegen, sich ein eigenes Pferd zuzulegen. Ich habe dazu nur drei Worte zu sagen… TUT. ES. NICHT!

Hier sind meine fünf persönlichen Gründe, warum ein Pferdekauf das dümmste ist, was man tun kann.

1. Pferde kosten Geld.

Das muss ich wohl niemandem sagen, denn wer von euch hat ernsthaft noch nie eine Suchmaske einer Onlinepferdebörse ausgefüllt, um zu sehen, was euch das perfekte Pferd wohl kosten würde…

2. Pferde haben kostet noch mehr Geld.

Das einzige, was mehr Geld kostet als Pferde kaufen, ist Pferde haben. Auch das ist euch natürlich nicht fremd, schließlich habt ihr schon das jetzt teuerste Hobby im ganzen Freundeskreis, ganz ohne eigenes Pferd. Was euch aber vielleicht noch nicht in vollem Ausmaß bewusst ist: Es ist ein Fass ohne Boden… Man kauft einen fitten Barhufer mit passendem Sattel und kann wenige Monate später da stehen mit einem Pferd, das aufgrund frisch diagnostiziertem Beinleiden xy den teuersten Spezialbeschlag Deutschlands braucht. Alle sechs Wochen versteht sich. In der Zwischenzeit hat es sich außerdem muskulär derart verändert, dass mit dem Aufpolstern des Sattels nichts mehr zu holen ist. Dem edlen Ross passt auch plötzlich kein einziger Sattel mehr von der Stange, sodass ihr seufzend die Kreditkarte zückt, um den italienischen Maßsattel mit Butterfly Effect zu bestellen. Fertigungszeit ein halbes Jahr, aber für die Zeit könnt ihr euch doch sicher einen anderen, einigermaßen sitzenden Sattel kaufen zur Überbrückung?

3. Pferde kosten Zeit.

Jaja ich weiß, ihr seid spätestens jetzt völlig gelangweilt und fühlt euch auch ein bisschen auf den Schlips getreten, denn schließlich seid ihr keine Anfänger, sondern versorgt an manchen Tagen genau so selbständig ein Pferd wie es dessen Besitzer tut. An manchen Tagen. Genau da liegt der kleine, aber feine Unterschied. Pferdebesitzer kann ein Vollzeitjob sein. Sattler, Osteopath, Tierarzt, Reitlehrer und Hufschmied müssen in regelmäßigen Abständen ans Pferd. So weit so gut. Das Problem: Die Kollegen arbeiten leider zu genau den selben Zeiten wie ihr. Ab jetzt heißt es also regelmäßig Urlaub zu nehmen fürs Pferd. Das ließe sich vielleicht noch einigermaßen einplanen, wenn nicht auch hier wieder die 8326 unwägbaren Faktoren wären. Was, wenn im neuen Stall plötzlich nicht mehr richtig gemistet wird? Wer ist dafür verantwortlich, dass das Pferd täglich in einer frischen sauberen Box steht? Richtig, IHR. Was, wenn es im Winter spiegelglatt ist und die Pferde auf einmal nicht mehr rausgebracht werden können oder trotz Offenstall nur noch im Stall rumstehen… Wer ist dafür verantwortlich, dass das Pferd täglich bewegt wird? Ihr natürlich. Was wenn das Pferd plötzlich Magenbeschwerden hat und der Tierarzt empfiehlt, in der nächsten Woche jeweils um 8, um 12, um 6, um 10 und um 4 Uhr nachts Mash zu füttern? Wer steht nachts dafür auf, hetzt unausgeschlafen vor der Arbeit am Stall rum und lässt die eigene Mittagspause ausfallen, damit das Pferd warm speisen kann? IHR.

Ein gesundes, fittes Pferd ist ein wahnsinniger Zeitaufwand, aber es kann so viel passieren, wodurch dieser Aufwand ins Unermessliche steigt. Womit wir beim nächsten Punkt wären…

4. Pferde sind ständig krank.

Pferde sind andauernd krank und damit meine ich auch ANDAUERND. Sehne durch, sechs Monate einsperren und Schritt führen. Hautirritation in der Sattellage, vier Monate longieren und ohne Sattel juxen. Hufgeschwür, zum Glück nur zwei Wochen Reitpause, dafür die ganze Stallgasse voller Blut. Und das schlimmste? Man wird das kranke Tier nicht los. Die Reitbeteiligung sitzt für ein paar Euros längst auf dem nächsten Pferd, während ihr ein paar Tausender los werdet und vom Reiten nur noch träumen könnt. Dein Pferd und du, ihr seid eine Schicksalsgemeinschaft in allen Lebenslagen. Wenn du jetzt denkst, man könnte ein Pferd ja auch einfach verkaufen… Stimmt – aber leider kein Krankes.

5. Pferde sind außerordentlich sterbefreudig.

Tja, alles hat ein Ende und dass auch Pferde nicht unsterblich sind, ist hinreichend bekannt. Dass das gemeine Sportpferd aber gefühlt die durchschnittliche Lebenserwartung eines Hamsters hat, ist den wenigsten bewusst. Ob Kolik, Weideunfall oder sonstige Gelegenheit – Pferde sind erfinderisch, wenn es darum geht, plötzlich aus dem Leben zu scheiden. Und dann steht man da: Kaufpreis, monatelanger Beritt und versunkene Rettungskosten haben bestenfalls alles vorhandene Geld vernichtet, schlimmstenfalls steht ihr vor einem Berg Schulden. Und alles was vom geliebten Vierbeiner übrig bleibt, ist ein Haufen Schabracken und geplatzer Träume. Der Vorteil am toten Pferd: Es kostet nichts mehr. Reiten kann man es allerdings auch nicht.

 

Wer bis hierher gelesen hat und auf dem Weg einen immer röteren Kopf vor Wut und Empörung bekommen hat: Nein, das ist natürlich nicht ernst gemeint. Diese Ansammlung von Negativitäten beruht allein auf meiner persönlichen Erfahrung als Pferdebesitzer: In 12 Jahren hatte ich zwei Pferde, insgesamt vier Kolik-OPs, sieben Sättel und unzählige kleine Wehwechen, die mir oft den letzten Nerv (und Euro) geraubt haben. Dass sich das ganze Unterfangen trotzdem mehr als gelohnt hat und ich mein Pferd sehr liebe und nicht hergeben will, steht für mich außer Frage… Also einmal tief durchatmen und auf zum Pferdekauf würde ich sagen 😉