Alle Artikel in: Haltung

Gesunder Knabberspaß für langweilige Paddocktage

Ein sandiges Paddock und tagein tagaus das gleiche Rauffutter mümmeln – das kann auf Dauer ganz schön langweilig und eintönig sein, ist aber der Alltag vieler Pferde, vor allem im Winter. Dabei zeigen Beobachtungen an Wildpferden und wildlebenden Hauspferden, dass sich diese durchaus gern abwechslungsreich und vielseitig ernähren. Neben der Futtergrundlage Gras nehmen die Pferde, wenn sie die Möglichkeit dazu haben, auch gern Laub und Äste von Bäumen zu sich, nagen an der Rinde von Bäumen und fressen im Herbst gern die reichlich vorhandenen Baumfrüchte, die zu Boden fallen. Auch andere Tierarten, wie zum Beispiel das Rehwild, bedienen sich gern an den mineral- und vitalstoffreichen Baumrinden und Blättern ihrer Umgebung und ergänzen so ihre Nahrung um wichtige Vitalstoffe. Da wir unsere Pferde heutzutage zum Großteil sehr eintönig mit Gras auf extra angelegten Pferdeweiden und Heu aus den immer gleichen Grassorten ernähren, bleibt die Abwechslung etwas auf der Strecke. Das ist nicht nur für die Geschmacksnerven schade, sondern es fehlen eben auch die vielen unterschiedlichen Mineralien, Vitamine und Vitalstoffe, die sich in der vielseitigen Kost der …

Langzeittest: Lavisano Urfutter „reform probiotic“ & „due evo“

Bei dem Futtermittel „Lavisano – das Urfutter“ handelt es sich um ein pelletiertes Komplettfutter, welches laut Herstellerangaben speziell auf die natürlichen und ursprünglichen Bedürfnisse unserer Pferde abgestimmt ist. Wir sind letztes Jahr im Winter auf dieses Futter aufmerksam geworden, als wir ein wirksames Mittel gegen Kotwasser gesucht haben. Seit dem Winter haben wir nun das Lavisano Futter gefüttert und es wird Zeit, ein Resümee über die Langzeiterfahrungen zu schreiben. Lavisano – das Urfutter Lavisano gibt es in drei unterschiedlichen Ausführungen, das Lavisano due evo ist das Basisfutter, Lavisano reform probiotics ist ein probiotisches Futter zur Darmsanierung und das Lavisano top avantgarde bietet besondere Unterstützung in der Wettkampfvorbereitung und Rehabilitation. Der Hersteller empfiehlt bei Problemen mit der Verdauung und auch grundsätzlich zur Umstellung auf das Lavisano Futter zunächst mit dem Reform Probiotic zu beginnen und nach frühestens ca. 6 Wochen auf das Basisfutter Due evo umzusteigen. Anwendung und Dosierung Wir haben uns an diese Empfehlung gehalten und zunächst ca. 10 Wochen lang das probiotische Futter gefüttert. Unsere Pferde bekommen die Pellets anstatt Krippenfutter (in unserem Fall …

Ein effektives Mittel bei Kotwasser

Der Zausel und auch unsere Stute kämpfen schon eine ganze Weile mit Kotwasser. Begonnen hatte das ganze irgendwann im letzten Frühjahr, trat da aber eher sporadisch auf. Als die Pferde dann ins Gras kamen, wurde es besser, war zeitweise ganz weg, tauchte dann wieder etwas auf, begleitete uns irgendwie immer so ein bisschen durch den Sommer. Es war aber nie richtig schlimm, selten musste man mal den Hintern waschen und vieles ging dann eh so im Zuge des Abspritzens, nach dem Reiten runter. Während dieser Zeit hatte ich es noch so ein bisschen mit „Vielleicht war mal ein Ballen nicht so gut“ und „Vielleicht haben sie zu viel nasses Gras gefressen“ abgetan und habe es weitestgehend vor mir hergeschoben, das Problem mal ernsthaft anzugehen. Als dann die Weidesaison rum war, wurde das Problem stärker. Mit fallenden Temperaturen und wachsendem Fell gestaltete sich auch das Waschen als immer problematischer und das Thema Kotwasser rückte schnell sehr weit nach vorne auf der Agenda der Problemchen, die man endlich mal in den Griff bekommen musste. Anfang Dezember wurden dann bei …

Oh du schöner Offenstall – Die Heuraufe mit Netz im Test

In dem Artikel Oh du schöner Offenstall – Die perfekte Haureufe  hatte ich bereits einige unserer persönlichen Erfahrungen niedergeschrieben, die wir mit unterschiedlichen Heuraufen gemacht haben und welche Modelle mir gut oder weniger gut gefallen haben. Außerdem habe ich eine Art Checkliste zusammen getragen, die alle Eigenschaften aufführt, die unsere perfekte Heuraufe erfüllen müsste. Da wir mit dem letzten Modell nicht so glücklich waren, haben wir uns Anfang des Jahres nach einer neuen Raufe umgesehen. Allerdings sind wir bei den gängigen, auf dem Markt erhältlichen Raufen nicht so wirklich fündig geworden. Vor allem die Kombination aus Heuraufe und Henetz ist gar nicht so einfach zu finden und die meisten angebotenen Lösungen sind eher schlechte Kompromisse, bei denen einfach in einer Heuraufe ein Netz miteingebaut wird, ohne dass die Raufe selbst dabei auf einige Probleme, die in Zusammenhang mit dem Netz stehen, eingehen würde. Bei der Verwendung von Heunetzen in Kombination mit Rundballen hat man meistens das Problem, dass das Heunetz zwar um den neuen Ballen stramm sitzt, sobald die Pferde aber einen Großteil des Heus aufgefressen …

Und plötzlich dachte ich: ist mir egal

Auf einer meiner letzten Reisen hatte ich am Abend ein längeres Telefonat mit einem Exfreund, mit dem ich heute freundschaftlich verbunden bin. Als wir uns kennenlernten, war Lucky zarte fünf Jahre alt und mein ein und alles. Wie ihr in seiner Geschichte nachlesen könnt, hat er sich dann in den folgenden Jahren gut entwickelt und die ein oder andere Schleife gewonnen. Er war allerdings auch einmal gravierender und länger verletzt mit unklarer Prognose. Am Ende unserer Beziehung, also der meines Freundes und mir – denn Lucky und ich sind ja immer noch zusammen 🙂 – hatte Lucky gerade seine erste Platzierung in der Klasse S erreicht. Ihr könnt euch also vorstellen, wie viel Zeit und Energie ich in die Reiterei investiert habe und wie emotional es oft zuging. An einem Tag im August stirbt mein Pferd fast, ein Jahr später gewinnt es M und zwei Jahre später geht es seine erste S. Was für eine Achterbahnfahrt und sehr intensive Zeit für einen Pferdebesitzer – aber eben auch für seinen Partner. Mein lieber Exfreund sagte mir …

Oh du schöner Offenstall: Die perfekte Heuraufe

Der Zausel und seine Crew bewohnen einen wunderbaren Offenstall auf einer Reitanlage. Während die meisten Boxenpferde ganz klassisch vom Boden aus gefüttert werden, sieht man in fast allen Offenställen, Gruppenhaltungen und ähnlichen Konzepten Heuraufen unterschiedlichster Form und Machart stehen. Welche Heuraufe aber ist die beste? Und worauf kommt es überhaupt bei einer Heuraufe an? Braucht man denn tatsächlich eine? Auf all diese Fragen würde ich gern in diesem Artikel eingehen und meine persönlichen Erfahrungen mit euch teilen. Wozu braucht man eigentlich eine Heuraufe? Das ist sicherlich die erste Frage, die man sich stellt, bevor man überhaupt eine Heuraufe kauft. Man kann Pferde zweifelsohne auch einfach vom Boden aus füttern, ihnen also eine große Portion Raufutter auf die Erde legen, so wie das meistens auch in den Boxen gehandhabt wird. Oder aber einfach den ganzen Rundballen in den Auslauf schieben und die Pferde fressen lassen, bis alles verputzt ist. Wir haben ganz zu Anfang dieses Experiment gewagt, weil wir noch keine Heuraufe hatten. Grundsätzlich funktioniert das schon. Die Pferde können das Raufutter gut aufnehmen und werden …

Oh du schöner Offenstall

Wer gelegentlich das Tagebuch des Zausels liest, ist vielleicht darüber gestolpert, dass eben dieser einen Offenstall auf einer Reitanlage bewohnt. Durch eine glückliche Fügung hat sich für uns vor fast 4 Jahren die Möglichkeit ergeben, einen lang gehegten Traum zu verwirklichen: Selbst einen Offenstall bauen! Die Kombination aus artgerechter Pferdehaltung und optimalen Trainingsgelegenheiten auf einer Anlage vereint. Der Offenstall hat eine Größe von ca. 600 m² und besteht aus einem befestigten Sandpaddock und einem großzügigen Unterstand. Er bietet 4-5 Pferden ausreichend Platz. Der Unterstand hat eine Größe von 4×9 Metern und ist zu drei Seiten geschlossen. Daran schließt sich ein überdachter Putz- oder Fressplatz von 4×3 Metern an. Der Unterstand verfügt über eine feststehende Wand mit Tür auf 3×4 Metern, durch zusätzliche Bretter kann dort eine Notbox eingerichtet werden, falls mal ein Pferd länger stehen muss. Solange diese aber nicht gebraucht wird, ist der komplette Unterstand ohne Einteilung durch die Pferde nutzbar. Durch ein Vordach entsteht außerdem auf der gesamten Länge des Unterstands noch mal ein regengeschützter Bereich, wo sich die Pferde unterstellen können. Bei der Planung …