Alle Artikel in: Reiten

Dressurtraining im Gelände

Um Verwirrungen vorzubeugen: Zwar ist der Beitrag von Wiebke geschrieben, auf dem Titelfoto seht ihr jedoch Theresa und den Zausel in Action, weil das Bild so gut zum Thema passte 🙂 Die Stoppelfeld-Zeit ist zwar schon beinahe vergangen, aber ich möchte das trotzdem zum Anlass nehmen, um die vielfältigen Möglichkeiten dressurmäßigen Trainings im Gelände zu beschreiben. Neben Stoppelfeldern gibt es außerdem auch noch viele andere Möglichkeiten, die man sich auch als Dressurreiter viel öfter zu Nutze machen sollte. Zu allererst ist es meiner Meinung nach für jedes Pferd, egal ob Dressur-, Spring-, Vielseitigkeits- oder Freizeitpferd, wichtig, regelmäßig ins Gelände zu gehen. Hier werden neben der Abwechslung viele Fähigkeiten geschult. So lernen die Pferde mit unterschiedlichen Untergründen umzugehen, müssen  bei unwegsamem Gelände lernen, auf ihre eigenen Füße zu achten und sich selbst auf den Weg zu konzentrieren und nicht nur „in der Gegend herumzugucken“. Ich versuche immer so früh wie möglich (in Begleitung) mit Pferden raus zu gehen. Natürlich ist das Maß dessen, was man im Gelände arbeiten möchte, abhängig vom Alter und Ausbildungsstand des Pferdes. …

Frust im Turniersport – Ein Erfahrungsbericht

Dies ist ein Gastbeitrag von Vanessa. Vanessa ist mit ihrer 12jährigen Schimmelstute Pepper seit einigen Jahren sehr erfolgreich im Springsport unterwegs. Vanessa war früher Teil des Teams und hat regelmäßig für Horsediaries geschrieben, ihre alten Beiträge findet ihr hier. Auf ihrer Instagram Seite berichtet sie außerdem sehr regelmäßig über Pepper, schaut auch dort gerne mal vorbei!   Frust. Jeder kennt es, schlechte Tage. Bergauf und bergab. Hoch und runter. Gerade im Reitsport, wo der Partner ein Tier mit Launen und Gefühlen ist, kann es schnell passieren, dass man auch mal gegeneinander arbeitet, sich nicht verstanden fühlt oder einfach mal etwas nicht klappt. Jeder weiß, es muss erstmal zu Hause klappen. „Immer eine Klasse mehr als auf dem Turnier“ wird gelehrt. Und so lange es zu Hause nicht klappt, klappt es auch in den seltensten Fällen auf Turnier, wo dann noch die Aufregung und die angespannte Atmosphäre dazu kommt. Fehler können und dürfen passieren, genauso, wie man auch mal eine ganze Prüfung verhauen kann. Sowohl der Partner Pferd, als auch wir selber sind nicht immer gleich …

Ein Leben ohne Reiten?

Ziemlich genau ein Jahr ist es jetzt her, dass ich mit dem Reiten aufgehört habe. Emmi wurde am 9. Mai 2017 besamt, 18 Tage später wurde festgestellt, dass sie trächtig ist. Danach bin ich sie nicht mehr geritten. Trotzdem war ich vorerst noch fast täglich im Stall, um sie anderweitig zu bewegen und von der Weide reinzuholen. Ich wollte Emmi eigentlich schon im April zur Besamung in den Aufzuchtstall, in dem sie und Fürstino aktuell stehen, bringen. Dort wäre sie in professionellen Händen gewesen und ich hätte mich entspannt zurücklehnen können. Das war schließlich der Gedanke hinter dem Besamen – ich wollte mich auf mein Examen konzentrieren und Emmi gut versorgt wissen, ohne sie reiten zu müssen. Leider wurde daraus nichts, da bei uns im Stall Druse ausgebrochen war und wir den Hof nicht verlassen konnten. Das Ganze zog sich von März bis August, bis ich Emmi endlich guten Gewissens umstellen konnte. Ab da war es dann endlich so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Das Pferd war weit weg, ich konnte meine Reitsachen auf …

„Ich reite keine Turniere mehr!“

Dies ist ein Gastbeitrag von Wiebke, der Besitzerin von Emmis Bruder Da Vinci. Die beiden sind seit 13 Jahren ein Team und waren jahrelang zusammen im Turniersport erfolgreich. „Du bist doch immer Turniere geritten – warum denn jetzt nicht mehr?“ „Dein Pferd ist doch so gut drauf im Moment, nenn doch ruhig nochmal was, das wird bestimmt gut!“ Ich bin ehrgeizig und ich bin jahrelang Turniere geritten, habe mich immer (in meinem und in dem Rahmen der Pferde, die ich hatte) weiter entwickelt. Aber jetzt habe ich beschlossen, dass ich eine Pause brauche. Warum das so ist, versuche ich euch in diesem Beitrag zu erklären. Eigentlich reite ich Turniere seit ich denken kann, ich komme aus einer Reiterfamilie und bin immer toll gefördert worden – genau wie ich es wollte. Wenn ich mich richtig erinnere, bin ich meine ersten Führzügelwettbewerbe 1997 oder 1998 geritten. Es ging Jahr für Jahr weiter, Reiterwettbewerbe, E-Dressuren, 2004 die ersten A- und L-Dressuren, ich glaube 2008 war ich das erste Mal M platziert und 2012 bin ich die ersten S-Dressuren …

Neid im Reitsport – eine Gegendarstellung einer (manchmal) Neidischen

Verschiedene persönliche Blogs zum Thema Reitsport und Pferde haben das Thema Neid in den letzten Monaten thematisch aufgearbeitet und ihre Sicht der Dinge geschildert. Dabei geschah dies immer aus der Position eines Beneideten. Neid ist in unserem alltäglichen Sprachgebrauch direkt sehr negativ besetzt und wird oft fälschlicherweise mit Missgunst gleichgesetzt. Die Begriffe haben allerdings einen kleinen, aber in der Bedeutung sehr gravierenden Unterschied: Neid bedeutet einfach nur, dass sich jemand etwas wünscht, was jemand anderes bereits hat. Jeder kennt dieses Gefühl und hat es selbst schon mal erlebt. Man sieht jemanden mit einer Kugel Eis über den Bürgersteig laufen und möchte auch eine Kugel, man hört von einer tollen Urlaubsreise und möchte auch sofort in die Sonne oder es kommt jemand mit einer Schleife vom Turnier zurück und man möchte auch, dass sich die Mühe endlich auszahlt und man selbst mit Erfolg belohnt wird. Neid ist also nichts schlechtes und kann anspornen und beflügeln. Missgunst hingegen ist die hässliche Schwester zum Neid. Sie gönnt dem anderen nicht, was er hat, frei nach dem Motto: Wenn …

Turnierbericht – Püppis Comeback nach der Babypause

5 Monate ist mein kleiner Sohn nun alt. Wir haben in unseren neuen Alltag hineingefunden, ich bin körperlich wieder fit und habe keine Rückenschmerzen mehr, dadurch wurde auch das Reiten in den letzten Wochen wieder viel besser. Also habe ich mir gedacht, dass ich doch so gerne dieses Jahr noch ein Turnier reiten würde. Unser letztes Turnier war im September 2016, also waren es 14 Monate dazwischen. Es wurde langsam mal wieder Zeit! Passenderweise war für letztes Wochenende ein Turnier in unserem alten Stall ausgeschrieben. Ich habe extra für dieses eine Turnier noch mich selbst und Püppi für 2017 fortgeschrieben, obwohl die Saison ja nun auch schon wieder zu Ende ist, und eine M* und eine M** genannt. Die M* war gleichzeitig die Qualifikation für eine M** Kür. Zwischen der Nennung und dem Turnier lag noch unser 2-wöchiger Urlaub. Als ich wiederkam, stellte ich fest, dass es gar nicht mehr so lange hin ist, und Püppi gerade wegen ihrer kurzzeitigen Magenschmerzen einige Tage Pause gehabt hatte. Also habe ich einen Plan gemacht, wie wir uns …

Reiten mit Franklin Bällen – Ein Erfahrungsbericht

Viele von euch haben wahrscheinlich schon von den Franklin Bällen gehört, die momentan ja tatsächlich in aller Munde und in nahezu jeder (Fach-)Zeitschrift zu finden sind. Da ich – wie wahrscheinlich jeder Reiter – seit ewigen Zeiten mit den immer gleichen Sitzbaustellen kämpfe, freute ich mich über diese „Erfindung“ und dachte, mit ein bisschen Übung und Training mit den Bällen werden diese Baustellen bald Geschichte sein :D. Es gibt verschiedene Bälle, die unterschiedliche Effekte und Auswirkungen haben. In diesem Video werden die verschiedenen Bälle erklärt: Ich hatte dann vor einiger Zeit die erste Unterrichtsstunde mit besagten Bällen. Nachdem ich einige Runden Schritt geritten bin, kam auch schon die Wasserrolle zum Einsatz. Diese sollte ich direkt unter meine Gesäßknochen legen. Das Gefühl ist wirklich komisch, man „rollt“ quasi auf dem Sattel hin und her und die Hüfte und das Becken werden angesprochen und ich hatte das Gefühl der Sitz wurde durch die Rolle einerseits „stabil“, weil ich z.B. nicht mehr mit der Hüfte einknicken oder mehr zu einer Seite sitzen konnte, aber andererseits schwingen Hüfte und …

Das Antrainieren – Püppis August

Kalenderwoche 36 – Püppis August Rückblick Hamburg – gemischtes Sommerwetter, 20-28 Grad Besonders gefreut habe ich mich diesen Monat über: Ich war vor zwei Wochen bei einer osteopathischen Behandlung, weil mein Rücken beim reiten große Schmerzen bereitet hatte. Ich kannte die Osteopathie bisher nur von den Pferden, und da sie bei unseren Pferden immer gute Erfolge erzielt hat, hatte ich Hoffnung, dass ich einfach eine Blockade im Rücken habe, welche gelöst werden kann. Und so war es auch, meine Brustwirbelsäule war blockiert und wurde gelöst. Seitdem kann ich endlich wieder schmerzfrei reiten und langsam mit dem Antrainieren beginnen. Darüber habe ich mir Sorgen gemacht: Momentan bin ich noch im Urlaub auf Mallorca, aber vorgestern erreichte mich die Nachricht, dass Püppi ein Eisen verloren hat und wohl lahm ist, weil die Kappe des Eisens in den Huf gedrückt hat. Ich hoffe, dass es nichts Schlimmes ist, genaueres weiß ich aber noch nicht. Schönstes Erlebnis diesen Monat: Einerwechsel reiten 😀 Ich habe mich soooooooo gefreut, endlich Einerwechsel mit Püppi zu reiten. Die hat sie während meiner Schwangerschaft …

Endlich wieder auf dem Pferd nach der Babypause, so ging es weiter – inklusive Video!

Wer uns auf Instagram folgt, hat es schon gesehen: Anfang der Woche habe ich ein kurzes Video gepostet, auf dem Püppi und ich im Aufbautraining zu sehen sind. Normalerweise denkt man beim Wort Aufbautraining ans Pferd, aber hier bin natürlich ich gemeint, denn Püppi ist in super Form. Meine Form dagegen lässt nach 10 Monaten Babypause noch sehr zu wünschen übrig – wie das allererste Mal reiten so lief hatte ich euch ja letzte Woche HIER berichtet. Nun möchte ich euch berichten, wie es nach dem ersten Mal reiten weiterging. Erst einmal hatte ich am nächsten Tag einen dicken Muskelkater in den Schultern und Oberschenkeln und mein Rücken tat noch zwei Tage weh, so dass ich weder Kinderwagen noch Maxi Cosi noch Baby tragen mochte. Und das nach 20 Minuten reiten.. könnt ihr euch vorstellen, wie gefrustet ich war? Aber davon wollte ich mich nicht abhalten lassen, also ging es fünf Tage später wieder aufs Pferd. Und zwei Tage drauf erneut. Beide Male waren ähnlich wie das erste Mal, ich ritt ca. eine halbe Stunde, davon …

Ich höre wirklich auf zu reiten!

Heute vor ziemlich genau einem Jahr bin ich noch eine M-Dressur mit Emmi geritten. Wer hätte damals gedacht, dass das unser tatsächlich letztes Turnier sein würde… Ich habe den Bericht gerade noch mal gelesen und ich finde aus dem Text spricht so viel Frust und Enttäuschung, dass ich wirklich froh bin, mir selbst zugestanden zu haben, dass das aktive Turnierreiten momentan nicht in mein Leben passt. Mir tut es heute wirklich weh, zu lesen, wie schlecht ich Emmi gesehen habe und wie kritisch ich mit unserer Leistung umgegangen bin. Diejenigen von euch, die Emmis Tagebuch schon länger verfolgen, haben mitbekommen, dass ich eine sehr lange, schwierige Phase hatte, in der ich die Lust am Reiten mehr oder weniger komplett verloren habe. Das war auch einer der Hauptgründe, warum ich Emmi habe decken lassen. Natürlich bin ich nach der Entscheidung, Emmi decken zu lassen, trotzdem noch weiterhin geritten. Gerade in der Anfangsphase, als meine Reitbeteiligung schon aufgehört hatte, aber wir noch auf den richtigen Zeitpunkt für die Besamung warten mussten und ich danach auch nicht wusste, …