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Oh du schöner Offenstall: Die perfekte Heuraufe

Der Zausel und seine Crew bewohnen einen wunderbaren Offenstall auf einer Reitanlage. Während die meisten Boxenpferde ganz klassisch vom Boden aus gefüttert werden, sieht man in fast allen Offenställen, Gruppenhaltungen und ähnlichen Konzepten Heuraufen unterschiedlichster Form und Machart stehen. Welche Heuraufe aber ist die beste? Und worauf kommt es überhaupt bei einer Heuraufe an? Braucht man denn tatsächlich eine? Auf all diese Fragen würde ich gern in diesem Artikel eingehen und meine persönlichen Erfahrungen mit euch teilen.

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Wozu braucht man eigentlich eine Heuraufe?


Das ist sicherlich die erste Frage, die man sich stellt, bevor man überhaupt eine Heuraufe kauft. Man kann Pferde zweifelsohne auch einfach vom Boden aus füttern, ihnen also eine große Portion Raufutter auf die Erde legen, so wie das meistens auch in den Boxen gehandhabt wird. Oder aber einfach den ganzen Rundballen in den Auslauf schieben und die Pferde fressen lassen, bis alles verputzt ist. Wir haben ganz zu Anfang dieses Experiment gewagt, weil wir noch keine Heuraufe hatten. Grundsätzlich funktioniert das schon. Die Pferde können das Raufutter gut aufnehmen und werden satt. Allerdings stellt man schnell fest, dass man enorme Verluste an Raufutter hat. Füttert man im Sand, wird es sehr schnell zertreten, untergewühlt und auf dem ganzen Paddock verteilt. Mindestens die Hälfte der gefütterten Menge landet nicht im Pferd, sondern im Dreck. Füttert man auf befestigtem Untergrund, klappt das schon ein wenig besser, aber Pferde sind keine besonders reinlichen Tiere und erledigen ihre Geschäfte während des Fressens und auch direkt in das Heu hinein. Besonders auf hartem Untergrund nutzen sie das Heu sogar richtig gern zum Reinpinkeln, weil es dort nicht so unangenehm an die Beine spritzt. Oder sie nutzen es als gemütliche Liegefläche, von der man im Dösen auch mal den ein oder anderen Halm naschen kann. Nur fressen mögen Sie das Heu danach nicht mehr. Wer ein paar Tage schubkarrenweise siffiges Heu vom Paddock gefahren hat, um noch mehr frisches den Pferden zu servieren, wird schnell zu dem Entschluss kommen: Ohne Raufe geht es nicht.
Außerdem hat man bei lose gefüttertem Raufutter keine Kontrolle über die Fressgeschwindigkeit oder Fresspausen. Die Pferde verdrücken unter Umständen deutlich mehr, als ihrer Figur zuträglich wäre.

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Was muss eine Heuraufe können?


Die wichtigste Eigenschaft einer Raufe ist sicherlich, dass sie das Raufutter vor dem Zertreten, Wegwehen, Beschmutzen und Verteilen auf dem ganzen Auslauf schützt. Sie hält es an Ort und Stelle und verhindert, dass die Pferde mit ihren Hufen durch das Heu trampeln können, gewährt ihnen aber natürlich die Möglichkeit mit dem Maul an das Heu zum Fressen zu gelangen. Damit bietet sich zunächst jede Form von Behälter, Netz oder Gitter an, welches eine Öffnung zum Fressen hat.
Zusätzlich darf eine Raufe natürlich kein Verletzungsrisiko für die Pferde bergen.
Schaut man sich mal auf dem Markt um, wird man feststellen, dass diese beiden grundlegendsten Eigenschaften einer Heuraufe nicht einmal von allen Modellen erfüllt werden. Gerade das Verletzungsrisiko ist ein wichtiger Aspekt, den man vor der Anschaffung einer Raufe nicht oft genug überprüfen kann. Hier hilft oft auch der Austausch mit anderen Pferdebesitzern, die vielleicht schon Erfahrungen mit dem einen oder anderen Model gemacht haben. Manchmal reicht die eigene Phantasie nicht aus, um sich das potientielle Verletzungsrisiko einer bestimmten Raufe oder die Ungeschicklichkeit einiger Pferde auszumalen.
So haben sich schon Ponys in Treckerreifen verfangen und Pferde Karabinerhaken wie ein Piercing durch die Nase gezogen.

Wir halten unsere Pferde jetzt seit mittlerweile fast 6 Jahren in Offenstallhaltung und haben schon verschiedene Raufen ausgiebig gestestet. Auf Grund dieser Erfahrungen haben sich über die beiden oben genannten Kriterien hinaus einige Eigenschaften herauskristallisiert, die mir bei einer Raufe wichtig sind:

  • möglichst wenig Verlust an Raufutter
  • reduzierte Fressgeschwindigkeit durch Netze
  • Rundballenfütterung möglich
  • leichtes Befüllen, einfache Handhabe
  • gute Durchlüftung des Raufutters
  • Schutz vor Regen
  • mind. vier Fressplätze
  • Fressen von mind. zwei Seiten möglich
  • leichtes Aufstellen
  • gute Stabilität
  • auch auf unbefestigtem Boden nutzbar
  • nicht zu groß, da der Paddock nicht super großzügig ist
  • nicht viel teurer als 1000 €

Alle aufgeführten Kriterien in einer Raufe zu vereinen, ist gar nicht mal so einfach. Wir haben mehrere Modelle probiert und lange nichts gefunden, was uns wirklich überzeugt hat. Der Kostenfaktor war lange Zeit auch nicht unentscheidend und lag zunächst auch deutlich unter den oben angegebenen 1000 €. Wir wollten zunächst sehen, ob man nicht auch mit einer kostengünstigeren Lösung ganz gut zurecht kommen würde. Mit der Zeit hat sich dann das Budget etwas noch oben erweitert, sofern alle anderen Punkte wirklich erfüllt wären.

Der erste Versuch – Selbstgebaute Kisten

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Nach dem die Pferde in den ersten Wochen im Offenstall reichlich Heu zertrampelt hatten und klar war: Ohne Raufe geht es nicht!, haben wir uns zunächst an selbstgebauten Raufen versucht. Dazu haben wir aus einfachen Latten aus dem Baumarkt (unbehandeltes Holz verwenden!) Kisten gebaut, in die das Heu einfach lose reingeschmissen wurde. Eigentlich haben diese sehr einfachen und günstigen Raufen (Kostenpunkt ca. 20-30 € pro Raufe) sehr gute Dienste geleistet. Das Holz wird allerdings sehr gern angenagt und die oberen Latten müssen dann nach einem guten Jahr mal getauscht werden. Wir hatten die Raufen im Unterstand stehen, 3 Stück, räumlich gut von einander getrennt, damit alle Pferde in Ruhe fressen können. Da die Raufen an einer Wand standen, bieten sie nur 1-2 Pferden Platz zum Fressen, 3 gehen theorisch auch, dafür müssen sich die Pferde aber sehr mögen. Die Raufen hatten eine Größe von ca. 130 x 60 cm und waren gut 1 m hoch. Gefüttert wurde zwei mal am Tag mit losem Raufutter, morgens und nachmittags und es passte gerade so viel rein, dass das Heu jeweils bis zur nächsten Fütterung reichte. Eine Ballenfütterung war in diesen Kisten nicht möglich, theoretisch könnte man aber die Maße der Kiste entsprechend anpassen (entweder für Quaderballen oder Rundballen). Die Verluste waren verhältnismäßig gering, da einfach oben aus den Kisten raus gefressen wurde, die Pferde aber den Kopf über den Raufen ließen und wenig Heu seitlich rausgezogen haben.
Als zeitweise noch zwei Shettys im Unterstand standen, haben wir die Raufen durch Netze an den Seiten erweitert. Da die Shettys den Kopf nicht oben in die Raufe bekommen haben, konnten sie nur seitlich das Heu rausziehen. Dies hat dann zu etwas mehr Verlust geführt. Dafür hatten die Ponys keinen uneingeschränkten Zugang zum Raufutter haben, denn durch die Netze an den Seiten wurde ihnen das Fressen ein wenig erschwert, wohin gegen die Großpferde weiterhin uneingeschränkt Heu von oben aus den Kisten fressen konnten. Diese Raufe eignet sich also durchaus für unterschiedlich besetzte Gruppen, bei denen die Kleinen weniger fressen sollen als die Großen.
Weil die Raufen recht leicht sind, mussten wir sie am Unterstand festschrauben, sonst haben die Pferde sie durch die Gegend gezogen.
Später entschieden wir uns dann, dass wir auf Grund der chronischen Huster in der Gruppe das Raufutter lieber unter freiem Himmel füttern wollten, um noch weniger Staubbelastung zu erreichen.

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Dazu waren dann die selbstgebauten Kisten nicht mehr so geeinget: Sie konnten nicht mehr an einer Stallwand befestigt werden und wurden oft durch die Gegend gezogen oder umgeworfen. Das Holz rottete draußen deutlich schneller und bei Regen wurde alles nass. Weil immer nur kleine Portionen gefüttert wurden, was das nicht allzu schlimm, aber nicht optimal.
Schließlich zerlegten die Pferde eine der Raufen komplett und ehe man eine neue baute, haben wir uns dann für ein anderes System entschieden.
Zusammengefasst haben die hatten die Kisten die folgenden Vor- und Nachteile:

 

ProContra
kostengünstigwird angenagt
wenig Heuverlustnicht so wetterbeständig
leichtes befüllenzu leicht, wird von den Pferden bewegt
gute Durchlüftungkein Schutz vor Regen
einfach Herzustellenkeine ganzen Rundballen
geringes Verletzungsrisikounbeschränkter Zugang zum Futter
natürliche Fressposition

 

Der zweite Versuch: Eine Edelstahlraufe

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Als zweite Heuraufe zog diese Edelstahlraufe bei uns ein. Eine recht schmale, hohe sechseckige Konstruktion aus Edelstahl mit engen Längsstreben, aus denen die Pferde das Heu zupfen können. Unten in der Mitte befindet sich ein kleines Dach, von dem das Heu nach links und rechts rutschen soll, damit in der Mitte nichts liegen bliebt. Die Raufe stand erst mit Erdnägeln befestigt im Sand. Das hat aber nicht besonders gut gehalten und die Pferde haben sie regelmäßig umgeschmissen. Daraufhin haben wir sie auf einem Holzbrett verschraubt, das war zumindest stabiler. Die Raufe lässt sich über eine Klappe befüllen, die sich genau so öffnet wie eine Boxentür, nämlich in dem man einen der Stäbe nach unten zieht und sich dadurch das Türchen öffnen lässt. Man muss diese Raufe auch mit losem Heu befüllen, sie ist eher für 1 – 2 Pferde konzipiert, zumindest wenn man nur zwei mal am Tag füttert. Durch seitliches Rausziehen des Heus ist auch hier relativ viel Verlust. Außerdem bleibt in der Mitte immer viel Heu liegen, an das die Pferde auf Grund der starren Gitterkonstruktion nicht dran kommen. Durch die engen Stäbe ist aber die Fressgeschwindigkeit recht gut beschränkt. Durch einen geschlossenen Deckel ist das Heu zumindest gegen Wasser von oben geschützt, an den Seiten kommt aber natürlich trotzdem recht viel Wasser an das Heu. Durch die schmale Form besteht keine so gute räumliche Trennung der Pferde und rangniedrige Tiere werden leicht vom Fressen abgehalten.unbenannt_-13

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Insgesamt eignet sich diese Raufe eher für eine Box oder für eine Einzelhaltung auf einem Paddock, nicht so sehr für die Gruppenhaltung.

Heunetze

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Die Pferde hatten über ein Jahr lang unbegrenzten Zugang zu Heu genossen. Das war nicht für alle bekömmlich und wir wollten lieber Netze verwenden, um die Menge des Heus ein bisschen einzudämmen. Wir haben dazu zwei hängende Netze gekauft, eines wurde an der Außenwand des Unterstandes befestigt, das andere zwischen Stallwand und einem Pfosten aufgehängt. Beides zwar unter dem Vordach des Stalls, aber nicht im Unterstand, um die Staubbelastung gering zu halten. Weil das Netz zwischen Stallwand und Pfosten durch das Eigengewicht des Raufutters sehr schnell durchhing, haben wir es zusätzlich an zwei Stellen mit Ketten vom Dach aufgehängt.
Gut gefallen hat mir an den Netzen, dass das Heu gut durchlüftet ist, die Pferde langsamer fressen müssen und so weniger Heu aufnehmen können.
Allerdings haben sie ziemlich an den Netzen rumgezerrt und sie so mehrfach einseitig losgerissen. Das befüllen der Netze war im Gegensatz zu den Kisten recht mühsam und dauerte deutlich länger. Außerdem war der Verlust an Heu deutlich größer, weil beim rauszuppeln des Heus viel auf dem Boden landete, was die Pferde dann nicht mehr fraßen. Ein Netz hatten wir zwischen einer Wand und einem Pfeiler gespannt, so dass das Netz an sich auch als räumliche Trennung der Pferde diente. So schaffte man auf verhältnismäßig wenig Raum viel Platz zum Fressen und rangniedrige Tiere können durch das Netz getrennt entspannt auf der gegenüberliegenden Seite fressen. Weil das Zupfen aus den Maschen heraus ziemlich mühsam ist, haben die Pferde schnell entdeckt, dass man den Kopf von oben in das Netz hinein stecken und dann viel bequemer fressen kann. Das bringt allerdings ein hohes Verletzungsrisiko, vor allem, wenn sie mit Halfter auf dem Paddock stehen. Abhilfe kann man schaffen, in dem man das Netz oben verschließt, zum Beispiel mit mehreren Karabinerhaken (Achtung: Sicherheitshaken verwenden!) Dies erschwert dann aber wiederum das Befüllen der Netze, weil man zunächst alle Karabiner lösen und anschließend wieder verschließen muss. Der Zausel entwickelte dann eine Neigung, das Netz mit dem Huf zu bearbeiten und schaffte es mehrfach, mit dem Eisen im Netz hängen zu bleiben. Er neigt zum Glück nicht dazu, schnell in Panik zu verfallen und konnte sich entweder selbst befreien oder wartete geduldig, bis ihm jemand zu Hilfe kam, nachdem dies aber zwei mal passiert war, haben wir die Netze abgenommen, um ernsthaften Verletzungen vorzubeugen.

ProContra
gute Durchlüftungerhöhtes Verletzungsrisiko
langsame Futteraufnahmemühsames Befüllen
stressfreies fressen für rangniedrige Tiereviel Heuverlust durch Zupfen
benötigt Pfosten oder Wand zur Befestigung

Heuglocke

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Während wir noch Ausschau nach der perfekten Raufe hielten und nicht so recht fundig wurden, machte dann der Stallbesitzer recht kurzen Prozess und kaufte eine Heuglocke. Die Glocke wird über einen Rundballen gestülpt und verfügt über vier Löcher, aus denen die Pferde fressen können. Durch die runde Form der Raufe entsteht leicht ein Pferdekarussel, wenn der Ranghöchste die anderen vom Fressen verscheucht, wandern diese einfach um die Raufe rum zum nächsten Loch. Das sieht zunächst komisch aus, pendelt sich aber recht schnell ein, weil der Ranghohe keinen richtigen Erfolg dabei hat, die anderen vom Futter zu verscheuchen und diese immer am gegenüberliegenden Platz fressen können. Auch wenn es erstmal etwas unruhig aussieht, kommen hier eigentlich alle Pferde zu ihren Fresszeiten, weil es keinem gelingt, die Raufe komplett alleine in Beschlag zu nehmen. Wir hatten damit zum ersten Mal einen ganzen Rundballen im Paddock, was die Fütterung enorm erleichterte und für eine Gruppe von 4-5 Pferde auf jeden Fall sinnvoll ist. Im Winter hält der Ballen so 4-5 Tage, im Sommer eher eine Woche, weil sie dort tagsüber auf der Weide stehen. Die Glocke schützt den Ballen vor Nässe und vor dem Zertreten. Zusätzlich zu der Glocke wird noch ein Netz über den Ballen gespannt, so dass die Pferde langsamer fressen. Allerdings passte das Netz nicht so 100 % über den Ballen und die Pferde fanden meistens eine Lücke, um neben dem Netz das Heu rauszuziehen. Dadurch hatten wir vergleichsweise viel Heu, welches zertrampelt wurde. Auch hier zeigte sich wieder, dass bei seitlichem Rauszupfen des Heus einfach viel zu Boden rieselt und dann nicht mehr gefressen wird. Ein weiteres Problem mit dem Netz zeigte sich, wenn der Ballen fast aufgefressen war. War das Netz bei neuem Ballen eher zu klein und bedeckte den Ballen nicht vollständig, lag es einige Tage später dann lose in der Glocke rum und wurde von den Pferden oft raus gezogen und flog dann im Paddock rum. Ein erhebliches Verletzungsrisiko!
Bei Wärme entwickelte sich unter der Glocke außerdem ein recht unangenehmes Klima, es wird sehr warm, was grade für Heulageballen ungünstig ist. Außerdem ist das Heu sehr schlecht belüftet und unter der Glocke sammelt sich der Staub, was für Allergiker sehr ungünstig ist. Die Glocke ist auch so leicht, dass sie von den Pferden umgeschmissen wird, wenn der Ballen leer gefressen ist. Auch hier steigt dann das Risiko für Verletzungen.
Mit der Glocke waren wir am wenigsten zufrieden, hatten sie aber recht lange in Gebrauch, weil wir nun auf der Suche nach der perfekten Lösung waren – und die war natürlich nicht so leicht zu finden.

ProContra
Rundballen schlechtes Klima unter der Glocke
einfach zu befüllenkaum Belüftung des Heus
Schutz gegen Regenzu leicht, wird umgeschmissen
mittlerer PreisVerletzungsgefahr - Heunetz liegt lose auf dem Boden, wird rausgezogen
viel Heuverlust durch rauszupfen

Ringraufen aus Edelstahl

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Im Futterhandel wohl am verbreitetsten sind Ringe aus Edelstahl mit Bügeln, in die ein Rundballen gestellt wird. Diese bewegen sich meistens so um die 1.000 € und wären damit noch in unserem finanziellen Rahmen gewesen. Wir haben uns gegen die Anschaffung einer solchen Raufe entschieden, weil sie zum einen keinen zuverlässigen Regenschutz bietet – man kann zwar aufmontierte Dächer für diese Art der Raufen bestellen, dadurch dass aber der Ballen auf dem Boden steht und die Raufe nicht durch sein Eigengewicht beschwert, sollen diese Konstruktionen sehr windanfällig sein und dann schon mal umwehen. Außerdem gibt es für diese Raufen keine zufriedenstellende Lösung für Heunetze. Man kann zwar einen Ballen mit einem Netz überspannen, ist der Ballen aber runtergefressen, liegt das Netz in großen Schlaufen auf dem Boden und kann von den Pferde rausgezogen werden. Die Bügel bergen außerdem das Risiko des Reintretens und Hängenbleibens, zumindest bei einigen Modellen. Letztlich hat uns diese Raufe im Verhältnis zum Preis zu wenig Vorteile geboten.

Viereckige Edelstahlraufen mit Dach


Ebenfalls weit verbreitet sind die großen viereckigen Raufen mit Dach, bei denen der Ballen nicht auf dem Boden steht, sondern in der Raufe selbst und dadurch der Raufe durch sein Eigengewicht zusätzliche Stabilität gibt. Diese Raufen zählen zu den teuesten Konstruktionen, sind aber auch sehr praktikabel und vereinen fast alle gewünschten Eigenschaften. Sie sind stabil, bieten reichlich Fressplätze, schützen das Heu gut vor Wetter und dem Zertreten und bergen bei der richtigen Auswahl (am besten durch enge Längsstreben getrennte Fressplätze) kaum Verletzungsrisiko. Einzig der Einsatz eines Heunetzes ist nicht ganz so einfach umzusetzen, zumindest nicht, wenn man ein dauerhaft gespanntes Netz möchte. Meistens wird eine dafür vorgesehende Konstruktion nicht mit angeboten und muss durch erfinderische Eigenleistung hergestellt werden. Wir erhielten aber von einem Hersteller den Tipp aus mit Sand gefüllten PVC Rohren aus dem Baumarkt einen Rahmen für ein Netz zu bauen, welcher dann in die Raufen eingelegt wird und den Ballen mit einem Netz umspannt. Außerdem sind diese Raufen oft sehr groß und massiv, was den Transport und Aufbau für alle Offenstallbesitzer ohne Trecker oftmals erschwert. Zur Beladung dieser Raufen benötigt man in der Regel auch einen Trecker oder Radlader, weil die schweren Ballen in die Konstruktion hineingehoben werden müssen. Da bei uns auf dem Hof ein Radlader zur Verfügung steht, war für mich eher die Größe der Raufe ein Punkt, der gegen eine Anschaffung sprach. Unser Paddock ist sicherlich nicht klein, aber eben auch nicht außerordentlich großzügig bemessen für 4-5 Pferde. Grade, wenn die Pferde im Winter ihre komischen 5 Minuten bekommen und freudig durchs Paddock bocken, bin ich um jeden freien Platz froh, der ihnen dafür zur Verfügung steht.
Hätten wir nicht eine noch bessere Alternative gefunden, wäre es aber wohl, trotz des recht hohen Kostenfaktors (ca. 1500 €) solch eine Raufe geworden.

Nach der Auflistung der verschiedenen Raufen und ihrer Vor- und Nachteile ist nun natürlich die spannendste Frage, für welche Raufe wir uns entschieden haben und wie sie sich im Praxistest schlägt. Weil der Artikel aber schon so lang geworden ist, muss ich euch damit auf den nächsten Teil der Offenstallserie vertrösten. In Teil 2 rund um die Heuraufen wird es dann ausschließlich um unsere neue Heuraufe gehen, die wirklich alles vereint, was ich mir von einer Heuraufe wünsche.

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