Alle Artikel in: Tagebücher

Der Frühling wie er schöner nicht sein könnte

Ich hege schon seit einigen Jahren einen gewissen Traum. In der Nähe des Stalls gibt es eine wunderschöne Allee aus Kirschblüten die jedes Jahr im Mai für einige Tage in voller Blüte steht. Die Kulisse ist einfach jedes Jahr wieder bezaubernd und wirklich wie geschaffen zum Fotografieren. Als hätte jemand diese Allee gepflanzt, nur um dort eine perfekte Fotokulisse zu schaffen. Einmal mit dem Pferd dort Fotos machen! Was würden das für Bilder werden! Leider befindet sich die Allee mitten in einem Wohngebiet, direkt an einem U-Bahnhof und vor einer sehr beliebten Eisdiele. Hinreiten kann man nicht, höchstens aufladen und hinfahren. Aber dann steht man da mit Anhänger und Pferd im Wohngebiet zwischen U-Bahnstation, Hauptstraße und Eisdiele … Jedes Jahr wieder, wenn die Kirschen blühen, denke ich darüber nach wie toll es wäre dort zu fotografieren und während ich noch überlege, ob man es nicht doch vielleicht umsetzten könnte, sind die Kirschen auch schon wieder verblüht. Die Pracht ist nämlich nur von kurzer Dauer. Dieses Jahr hatte ich dann einen Entschluss gefasst: Wir versuchen es …

Unsozial oder Charakterschwach?

Seitdem ich mein kleines Blondinchen besitze, weiß ich eigentlich erst, was Reiter mit dem Titel „Charakterpferde“ meinen. Jeany ist nämlich alles andere als einfach nur ein Deutsches Reitpony. Bei ihren pferdischen Freunden kennt man sie auch als das Monster ohne Ohren oder als Fräulein Flinkebein. Auch die ganz Großen machen einen groooßen Bogen um den blonden Kugelblitz. Ist mein Pony einfach unsozial, charakterschwach oder hat sie ein ganz anderes Problem? Seitdem ich Jeany habe, ist sie im Umgang mit anderen Pferden ziemlich, drücken wir es mal nett aus, anstrengend. Ganz am Anfang konnte sie es nicht ausstehen, wenn neben ihr ein Pferd angebunden wurde oder zu dicht an ihrer Box vorbei geführt wurde. Dass es für mich unmöglich war, sie mit einem anderen Pferd zusammen zu führen, ist also selbstredend. Ich habe es zunächst auf die Umstellung und den neuen Stall geschoben und gehofft, es würde sich mit der Zeit von selbst legen, aber leider war das nicht der Fall. Ich habe also angefangen konsequent mit ihr vom Boden zu arbeiten, hatte am Anfang auch …

Klassischer Fall von: Schön blöd

Der Zausel hat eine chronische Bronchitis, schon seit Jahren, das ist ein großer Teil seiner Krankengeschichte und hat uns viel Sorgen und Kummer bereitet. Es ist der Grund warum wir seine Haltung radikal umgestellt haben, sobald wir von der Diagnose wussten, es ist der Grund warum wir viele Hebel in Bewegung gesetzt haben, damit er staubfrei an der frischen Luft gehalten werden kann. Wir haben viel erreicht und durch sehr radikale Schritte, die zunächst sehr auf Kosten meines Komforts und der Reitmöglichkeiten gingen, das schlimmste verhindern können. Er kommt gut mit seiner chronischen Bronchitis zurecht, ist zu 100 % belastbar und die meiste Zeit auch hustenfrei. Weil er eben so gut zurecht kam in der letzten Zeit und wir lange keine Probleme mehr mit dem Husten hatten, dachte ich, ich könnte es noch mal wagen, ihm doch Heu anstatt Heulage zu füttern. Die letzten Ballen Heulage waren alle nicht so richtig schön, er hatte immer wieder mit Kotwasser zu kämpfen und das Heu sah sowas von grün und frisch und lecker aus, dass man selbst …

Mentaltraining – Erfolg beginnt im Kopf

Für jeden kann der persönliche Erfolg anders aussehen – für die einen sind es Schleifen auf Turnieren, für die anderen ist es den Parcours bis zum Ziel zu schaffen, eine Dressur ohne bockendes Pferd zu vollenden, oder aber auch nur eine Runde ausreiten gehen zu können. Und schafft man dies, aus welchen Gründen auch immer, nicht, so hat jeder von uns das gleiche Problem: der Kopf! „Ich kann das nicht.“, „Das ist mir zu schwer.“, „Was ist wenn mein Pferd doch wieder bockt?“, „Der Sprung sieht aber gruselig aus, den springt meiner bestimmt nicht!“, „Die sind ja schon wieder als Zuschauer da, dann muss ich mich heute besonders anstrengen!“ So oder so ähnlich rattert es dann im Kopf, und, als hätten wir es vorher nicht gewusst – es klappt schon wieder nicht. Bei dem einen ist es der Wassergraben oder die blaue Planke, bei dem nächsten die Wendys und LK1-an-der-Bande-Steher, oder auch nur ein Hund, der uns beim ausreiten entgegen kommt. Und, da spreche ich aus eigener Erfahrung – ist man einmal in dem Teufelskreis …

Ein Dressurzausel

Bevor ich hier meine neuen Tagebucheinträge schreibe, schaue ich mir immer erstmal an, was ich euch beim letzten Mal so erzählt habe, wo ich anfange und ob eigentlich überhaupt etwas besonderes passiert ist. Wenn ich dann feststelle, eigentlich ist gar nicht viel aufregendes passiert, was ich erzählen könnte, ist das für den Zausel ein sehr gutes Zeichen. Das bedeutet nämlich, dass wir ohne größere Zwischen- und Ausfälle einfach reiten konnten! Und genau so ist das tatsächlich mal bei diesem Tagebucheintrag. Seit Ende Januar ist nichts aufregendes passiert und der Zausel ist einfach so, wochenlang am Stück, ganz artig seine Runden gelaufen. Während ich das schreibe, überlege ich direkt, ob ich nicht schnell den Finger oben rechts auf die Taste lege und den letzten Absatz wieder lösche: Ich will die nächste Pause ja nicht beschreien! Wir sind seit Ende Januar viel Unterricht geritten, meistens zwei mal in der Woche, bei zwei verschiedenen Trainern und jedes Mal macht es mir unheimlichen Spaß. Der Zausel macht super gut mit, ist gut drauf und wird immer besser. Ich merke aber …

Vom Stallwechsel, der Sattelsuche und den ersten Turnieren

Der Winter ist im Gehen und für einige hat bereits die Hallensaison begonnen. So auch für uns, aber zunächst möchte ich einen kleinen Winterrückblick geben, denn so ganz im Alltagstrott sind wir nicht geblieben. Das Jahr 2016 haben wir zunächst mit einem Stallwechsel begonnen. Pepper steht nun mit dem Fahrrad 15 Minuten entfernt und genau zwischen meinem Wohnort und meiner Arbeitsstelle. Die Trainingsbedingungen sind top, sie kommt jeden Tag auf Wiese und zum Springtraining kann ich hin reiten, denn das schlimmste am Hängerfahren ist das Aufräumen des Autos danach… Also für uns hat der Umzug Vorteile gebracht und auch Pepper fühlt sich sehr wohl ☺ Nebenbei haben wir seit November einen neuen Sattel gesucht, es sollte ein Wechsel von einem Tiefsitzer, zu einem Flachsitzer vonstattengehen. Ich habe mich zwar immer sehr in meinem Sattel wohlgefühlt, aber nach einem Probesitzen im Sattel meines Reitlehrers habe ich doch gemerkt, dass ich in einem Flachsitzer viel mehr Bewegungsfreiheit habe und gerade bei den höheren Sprüngen doch arg eingeschränkt werde mit meinem Tiefsitzer. Da ich aber keine Eile hatte …

Püppis Saisonstart 2016

Am letzten Wochenende stand unser erstes richtiges Turnier in der neuen Saison an. Wir waren vor  ein paar Wochen schon einmal auf einem Dressurreiter-Club Turnier, um Püppi wieder ein bisschen an die Turnier Atmosphäre zu gewöhnen, das war auch gut, denn sie ist am Anfang des Jahres doch immer sehr aufgeregt. Ich hatte dort eine M** geritten, allerdings war sie so aufgeregt und spannig dass ich auf eine Note verzichtete und es nur als Trainingsturnier abhaken konnte. Jetzt stand also der erste richtige Start an, ich hatte eine M* auf 60iger Viereck genannt (M6). Eigentlich wollte ich vorher noch eine Kandaren L reiten, um ihr die Prüfungshalle schon einmal zu zeigen, allerdings wurde die auf Freitag verlegt, wo ich keine Zeit hatte. Auch sonst waren die Bedingungen nicht ganz optimal, mein Vater hatte an dem Wochenende einen Lehrgang und war nicht da, so dass ich das erste Mal gemeinsam mit meinem Freund losgefahren bin, zudem war Püppi am Montag noch geimpft worden, so dass sie Montag bis Mittwoch frei hatte. Donnerstag habe ich einen Tag auf …

Vorstellung Lucky

Lucky ist ein waschechter Westfale, geboren und aufgezogen in der Nähe von Münster, wo ich ihn im Alter von vier Jahren bei seinem Züchter fand und kaufte. Er hatte eine sehr gute Grundausbildung erhalten und auch schon erste Turniererfahrung in Reit- und Dressurpferdeprüfungen gesammelt. Bei uns war es Liebe auf den zweiten Blick, da ich Lucky zwar enorm chic und elastisch fand, mich beim ersten Probereiten jedoch noch nicht auf Anhieb so zuhause fühlte. Ich war einfach „mehr Pferd vor mir“ gewohnt, zumal ich unmittelbar vorher einen Pferd vom… öhm… nennen wir es mal „traditionellen Kaliber“ probegeritten hatte. Lucky hingegen verkörpert den hochbeinigen, eleganten und modernen Typ, blutgeprägt, und damals trotz seiner knapp 1,70m Stockmaß noch ziemlich schlaksig und schmal. Dennoch glaubten meine damalige Trainerin und ich, in diesem Pferd das größte Potential zu sehen und so zog Lucky nach zweimaligem Ausprobieren zu mir nach Köln. Nun hatte ich ein junges Pferd und habe einfach nach bestem Wissen und Gewissen ausgebildet. Ich hatte zwar keinen festen Trainer, aber natürlich immer mal wieder Unterricht. Und scheinbar auch wirklich …

Ein Reit-Zausel

Der letzte Beitrag hier über den Zausel ist schon wieder eine ganze Weile her und es muss dringend ein Update her. Ich möchte also kurz berichten, wie es dem Zausel so geht und was wir im Moment so machen. Und das ist tatsächlich alles ganz erfreulich, man kann das gute Tier nämlich im Moment entsprechend seines ursprünglichen Verwendungszweckes nutzen: Ich reite! Den Sommer hatte er mit gezerrter Sehne mal wieder pausiert, das Antrainieren zog sich dann noch etwas in die Länge, weil das Bein jedes Mal wieder dick wurde, wenn wir mehr als Schritt gingen. Zwischen September und Oktober haben wir mehrere Versuche unternommen, mussten aber doch immer noch länger pausieren, so dass er weiterhin im Wesentlichen auf der Weide entspannte. Als das Bein dann aber wieder in Ordnung war und ich ein paar Mal geritten war, wurde er unschön direkt in die Sattellage gebissen, so dass er noch mal eine Woche Pause hatte, die wir mit ein bisschen spazieren gehen überbrückten. Im November waren wir dann aber so weit, dass wir zumindest ein bisschen …

Püppi – Lehrgang mit Video

Dieses Wochenende ist bei uns im Stall Lehrgang bei einer Richterin, die bis in die hohen Klassen richtet. Ich kenne sie bereits seit Jahren und habe schon beim Protokoll schreiben auf Turnieren bei ihr viel gelernt und habe mich total auf den Lehrgang gefreut. Neue Impulse mitnehmen, und gerade aus den Augen eines erfahrenen Richters Unterricht bekommen, das finde ich einfach toll. Für den ersten Tag habe ich Trense gewählt, morgen will ich dann auf Kandare reiten. Vom ersten Tag war ich total begeistert, sie hat sofort erkannt, wo Püppis und meine Schwächen liegen und es war eine gute Mischung zwischen den Basics und Lektionen. Püppi war auch total motiviert und hat sich super angestrengt. Ich habe das Gefühl, dass wir der Klasse S langsam wirklich näher kommen. Ich freue mich schon riesig auf morgen, dann geht es weiter! Ich habe das Video mal nicht bearbeitet, sondern einfach alles drinnen gelassen!