Alle Artikel in: Persönliches

Spiegel deiner Seele – Wenn sich das Bewusstsein verändert

Als „Gelegenheitsreiter“ wie ich es bin, hat man jede Menge Zeit, um im Stall Eigenschaften von Pferden und Menschen zu beobachten, an alte Geschichten und Erlebnisse zu denken und sich selbst als Reiter in seinem Reiterleben zu reflektieren. Feierabendzeit, die Straßen sind voll, das Wetter macht auch mal wieder was es will und das Pferd steht im Stall und wartet auf seinen täglichen Besuch vom Menschen. Endlich im Stall angekommen, beißt man nochmal schnell vom Apfel ab, der Rest wird dem Pferd zur Begrüßung ins Mäulchen gestopft, schnell gehalftert und ab zum Putzplatz. Am Putzplatz trifft Freundin A, die ebenfalls dauergestresste Freundin B und beide schnattern und kotzen sich über den Alltag aus. Nebenbei wird das Pferd halbherzig geputzt und zwischendurch angepflaumt, weil es in den Strick beißt, genervt die Ohren anlegt, von einer Seite zur anderen tänzelt und einfach nicht still stehen kann. Oder aber der Kandidat steht anteilnahmslos am Anbinder und man hört Sätze wie „Mein Pferd hat heut mal wieder so viel Motivation wie ein Toastbrot.“ Die Wenigsten fragen sich allerdings, woher …

Eine Liebeserklärung

Zwei goldene gespitzte Ohren, welche über die Boxenwand schauen, sobald du mein Auto hörst. Ich rufe deinen Namen und nicht selten kommt mir ein freudiges Gebrummel entgegen. Weisst du eigentlich, dass du mir damit regelmäßig eine Gänsehaut verursachst? Wenn ich dann deine Boxentür öffne und du freudig frech meine Taschen untersuchst und genau weisst, dass du spätestens nach einem Küsschen mit deiner verstaubten Schnauze eine Möhre bekommst, bringst du mich das erste Mal zum Lachen. Mein Tag kann noch so grau sein, der Kopf gedankenschwer, sobald ich deine Ohrenspitzen sehe und dein weiches Maul spüre, ist alles weg. Alles Schwere. Häufig sitze ich auf deinem Paddock, beobachte dich beim Dösen, halte deinen Kopf in meinem Schoß und massiere dir deinen Nacken. Ich muss achtsam sein, damit dein kleiner Dickschädel mir keine Beule verpasst… Die einzige sportliche Aktivität, die wir regelmäßig betreiben: Kopfnüssen ausweichen. Ob ich nur ein Spaziergehpony habe, werde ich gefragt und ob ich das Dressurreiten denn gar nicht vermisse. Meistens nehme ich dich dann fest in den Arm und lächle. „Sehr sogar.“ Antworte ich, „Aber nichts …

Vom Bloggen und dem echten Leben…

Sicherlich geht es nicht an euch vorüber,  dass es hier immer mal Phasen gibt, in denen wir viel posten und welche, in denen wir wenig posten. Zur Zeit ist grade so eine Phase, in der wenig passiert. Das liegt daran, dass wir keine hauptberuflichen Blogger sind, sondern bloggen, weil es uns Spaß macht. Gibt es gerade etwas Spannendes zu erzählen oder bewegen uns Dinge, von denen wir meinen, sie könnten auch für euch interessant sein, dann schreiben wir einen Artikel und teilen unsere Erfahrungen mit euch. Manchmal passieren aber auch einfach nicht so viele Dinge, über die wir hier berichten könnten. Manchmal haben wir neben unseren Berufen und den 127 anderen Dingen, die man so tun muss (Steuererklärungen, Wäsche waschen, in den Urlaub fahren, Umziehen, Lernen, Geschenke besorgen, zum Arzt gehen…) keine Zeit oder irgendwie einfach keine zündende Idee für den nächsten Artikel. Wir haben uns mehrfach zusammen gesetzt (eher virtuell in unserer Whatsapp-Gruppe, aber heutzutage zählt das ja auch) und haben uns vorgenommen wieder mehr zu posten. Weil wir fanden, damit der Blog professionell …

Ein Danke

Letzte Woche haben wir hier unser kleines Jubiläum gefeiert und eine Trense unter unseren Lesern verlost. Um an dem Gewinnspiel teilnehmen zu können, musstet ihr einen Kommentar unter dem Beitrag lassen. 30 Leser haben an dem Gewinnspiel teilgenommen und ihr hättet einfach schreiben können, dass ihr die Trense gewinnen möchtet. Eigentlich hätte sogar auch ein einziges Wort oder sogar nur ein Buchstabe gereicht, um teilzunehmen, wenn man das mal ganz genau nimmt. Ihr habt uns aber unheimlich tolle und liebe Kommentare geschrieben, über die wir uns wirklich sehr gefreut haben. Und grade weil das nicht selbstverständlich ist, weil wir es nicht etwa zur Bedingung gemacht haben, uns zu schreiben, warum ihr hier gern lest oder was euch an dem Blog gefällt, sondern weil es einfach von euch selbst heraus kam, hat uns das wirklich den Tag versüßt. Es ist schön zu lesen, dass ihr den Blog schätzt, hier gern reinschaut, mit unseren Tagebuchpferden mitfiebert und vor allem, dass ihr genau die Dinge an unserem Blog schätzt, die uns selbst auch von Anfang an besonders wichtig waren. Als …

Happy Birthday Horsediaries

Heute, am 14.08.2016, wird Horsediaries zwei Jahre alt! Wir freuen uns unheimlich, mit euch diesen Meilenstein zu feiern und haben uns zu einem kleinen Fotoshooting anlässlich des zweiten Geburtstages getroffen.  Das zweijährige Jubiläum möchten wir auch nutzen, um euch einen etwas besseren Einblick hinter die Kulissen von Horsediaries zu geben. Angefangen hat das hier alles aus einer Schnapsidee heraus im Sommer vor zwei Jahren. In einer Whats App Gruppe kam die Idee auf, einen Reitsportblog zu erstellen und mit verschiedenen Autoren, Themen rund um den Reitsport zu behandeln. Etwas hat es gedauert, bis wir so ganz genau heraus gefunden haben, zu welchen Themen wir hier eigentlich schreiben möchten, was euch interessiert und wo unsere Stärken liegen. Heute, nach zwei Jahren bloggen, haben wir uns ganz gut eingegrooved, haben uns ein wenig verkleinert was das Team betrifft, einige Themengebiete gestrichen und konzentrieren uns auf persönliche Erfahrungsberichte und Geschichten und Anekdoten aus unserem Reiterleben. Wir, das hat sich in den letzten Wochen auch noch mal etwas geändert, haben uns ein wenig aufgeteilt in dasOrganisationsteam einerseits und die …

Mein mutiger Zausel

Mein liebes Zauselchen und ich kennen uns schon eine ganze Weile. Genau genommen sind es nun schon 8 Jahre, seit ich ihn als junges Pferd, damals grade noch 5 jährig, bekommen habe. Das Zauselchen hat neben seinem meist verwendeten Spitznamen – eben Zausel – noch eine ganze Reihe anderer Spitznamen, die sich auf Grund seines Charakters, seiner Stärken und Schwächen, so ergeben und etabliert haben. Zum Beispiel Schlaufuchs, eine Anspielung auf seine Fellfarbe und seine erstaunlich schnelle Auffassungsgabe. Neue Dinge lernte er als junges Pferd mit Begeisterung und beeindruckend schnell. Oder auch Hektor, weil er gerne mal von einer gewissen inneren Unruhe geplagt wird, die ihn immer etwas hektisch und impulsiv handeln lassen. Und dann wären da noch Angsthase, Schissbüx und Hasenherz. Schon immer war er eher ängstlich, immer in Hab-Acht-Stellung, schnell auf der Flucht und im Gelände oft sehr gestresst vor lauter Eindrücken und Gefahrenpotential. Nicht selten kamen wir nicht an Steinen, Mülleimern und Baumstümpfen vorbei, weil er sich einfach nicht traute, an ihnen vorüber zu gehen. Zu groß die Angst, sie könnten ihn …

Ein Fohlen für Püppi?

Eigentlich bin ich kein Stuten-Typ. Wir haben immer Wallache gehabt und ich bin wenig Stuten geritten. Bis Püppi vor mittlerweile fast vier Jahren durch Zufall zu mir kam (unsere Geschichte könnt ihr hier nachlesen)! Seitdem reite ich also eine Stute, mit all ihren Stärken und Schwächen. Püppi ist dazu noch eine richtige Stute, das stellt mich immer wieder vor Herausforderungen. Man kann sie zu nichts zwingen, wenn man sie aber auf seiner Seite hat, macht sie alles für einen. Sie ist schon sehr speziell und hat einen starken Charakter. Eine der wenigen Vorteile, die ich an Stuten immer gesehen habe, ist natürlich die Tatsache, dass sie Fohlen bekommen können. Welcher Reiter träumt nicht heimlich davon, eigenen Nachwuchs zu züchten? Die Geburt des eigenen Fohlens mitzuerleben, zu sehen wie das Kleine sich immer prächtiger entwickelt und nach einigen Jahren in die Fußstapfen als Reitpferd treten kann, weil es einfach rundum gelungen und ein Spitzenpferd ist, ja das haben wir im Kopf wohl alle mal durchgespielt. Darüber haben wir hier auch schon mal einen Artikel veröffentlicht: Über den Traum …