Alle Artikel in: Pflege

Alle Jahre wieder – Das Thema Eindecken

Wir haben November, die Tage sind schon merklich kürzer geworden, die Temperaturen kälter und das Laub fällt langsam von den Bäumen. Längst sind die meisten Pferde eingedeckt, zumindest die, die sowieso und auf jeden Fall den ganzen Winter eingedeckt sein werden. In der Hoffnung, sie würden weniger Fell schieben, haben viele bereits ganz früh angefangen einzudecken und schon Anfang September standen die ersten Pferde in ihren Wintermänteln auf der Weide. Es gibt viele gute Gründe dafür, sein Pferd einzudecken. Aber es gibt ebenso viele sehr gute Gründe es nicht zu tun. Und wie bei fast allen Dingen sollte die Entscheidung, ob ein Pferd eingedeckt werden sollte oder nicht, immer eine individuelle sein, denn jedes Pferd ist anders, jede Haltungsform bietet eine andere Entscheidungsgrundlage, jede Nutzungsform des Pferdes stellt andere Ansprüche an die Fellbeschaffenheit der Tiere. In vielen Gesprächen mit anderen Reitern drängt sich mir aber immer wieder das Gefühl auf, dass diese Entscheidung nicht wirklich individuell getroffen wird, sondern das Eindecken mittlerweile so selbstverständlich dazu gehört wie das Hufeauskratzen. Kaum einer stellt sich überhaupt die …

Mähne kürzen

Einfach abschneiden, verziehen oder ausdünnen? Wer der Mähne seines Pferdes Herr werden will, muss sich zunächst überlegen, welche Technik er dafür anwenden möchte. Meine Erfahrungen und Tricks habe ich euch in diesem Artikel versucht zusammenzustellen. Was banal klingt, kann durchaus seine Kniffligkeit haben, schließlich sind die meisten Reiter keine Frisörmeister. Beim ersten Versuch, dem lieben Vierbeiner eine schicke Frisur zu verpassen, ist so mancher Pferdebesitzer schon kläglich gescheitert und musste sich das Gespött seiner Mitreiter anhören. Aber keine Sorge, wir haben uns alle schon mal verschnitten, verzupft, verfrisiert und das Gute ist: Es wächst ja wieder! Mit ein Paar Tricks und Tipps und ein bisschen Übung ist es gar nicht so schwer: Als Vorbereitung sollte man sich einen Mähnenkamm oder ein Bürste zurecht legen und das gewünschte Werkzeug zum Kürzen. Welche Möglichkeiten es dort gibt, erläutere ich im folgenden Abschnitt. Die Mähne sollte zu Beginn gründlich gekämmt und auf eine Seite gelegt werden. Bei widerspenstigen Mähnen kann es helfen, diese ein wenig mit einem nassen Schwamm zu befeuchten, dann ist es einfacher, gerade zu schneiden. …

Gefahr im Alltag

Reiten und der Umgang mit Pferden sind kein ungefährliches Unterfangen. Das weiß jeder, der mit Pferden zu tun hat, das ist das erste, was jedem Reitschüler eingebläut wird. Pferde sind große Tiere, bringen je nach Größe schnell mal 500 bis 600 kg auf die Waage und können damit sich selbst, andere Pferde, ihre Reiter oder auch Unbeteiligte schwer oder sogar tödlich verletzen. Das ist für niemanden von euch eine neue Erkenntnis, wir alle kennen die unzähligen Regeln und Vorsichtsmaßnahmen im Umgang mit Pferden. Und trotzdem passieren immer wieder Unfälle mit dramatischen Folgen. Natürlich sind einige dieser Unfälle eine Folge der Verkettung unglücklicher Zufälle und mit aller Vorsicht und Umsicht nicht zu verhindern, aber viele der Unfälle, die sich in Ställen ereignen, hätten durch etwas mehr Vorsicht und das Einhalten gewisser Regeln für den sicheren Umgang mit Pferden verhindert werden können. Leider passieren solche vermeidbaren Unfälle oft sehr erfahrenen Pferdeleuten, die seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, mit Pferden umgehen und einen hohen Erfahrungsschatz haben. Aber grade diese Routine im Umgang mit den Pferden ist ein hervorragender …

Der zweite Winter ohne Decke

Wer den letzten Tagebucheintrag vom Zausel gelesen hat, hat vielleicht gesehen, dass er im Moment seinem Namen mal wieder alle Ehre macht und mit dickem Plüsch im Offenstall steht. Er trägt dieses Jahr zum zweiten mal keine Decke und ist natürlich auch nicht geschoren. Schon letztes Jahr hatte ich euch von unserem ersten Winter ohne Decke berichtet (zum noch mal lesen gehts hier lang). Wir sind eher unfreiwillig zum Pelz gekommen, durch mehrere große, offene Wunden konnte ich den Zausel letztes Jahr nicht eindecken. Da ich ihn während des Heilungsprozesses eh nicht reiten oder trainieren konnte, hatten wir bis Januar auch keine Probleme mit dem Schwitzen. Als wir dann im Februar aber langsam das Training wieder aufnahmen, hat mich das schwitzen und auch das ständig dreckige Pferd doch ganz schön genervt und ich habe mir fest vorgenommen, den Zausel im nächsten Winter wieder einzudecken, vielleicht auch zu scheren. Aber dann kam erstmal das Frühjahr und während der ganze Stall täglich mit den Decken hin- und herjonglierte, die Pferde aus- und wieder ein, dann wieder aus und …

Zeit sparen im Stall

Seitdem ich vor einigen Wochen mein erstes Staatsexamen abgeschlossen habe, hat sich mir eine völlig neue Welt eröffnet. Ich. habe. ZEIT. Ganz viel davon! Bis 10 Uhr schlafen, gemütlich frühstücken und danach ganz in Ruhe in den Stall. Das einzige, was mich hetzt, sind mein Magen (alle 3 Stunden braucht er neues Futter) und die Kuscheldecke zuhause auf dem Sofa… Ein Träumchen! Die letzten Jahre hatte ich dieses Privileg jedoch nur äußerst selten, da ich immer für irgendetwas lernen musste, neben dem Studium gearbeitet habe und auch noch ehrenamtlich aktiv war. Die Studenten unter euch kennen sicher das Problem: Man hat eigentlich nie so richtig frei, denn selbst am Wochenende oder in den Ferien gibt es noch irgendetwas, was man eigentlich machen müsste und was einem ein schlechtes Gewissen beschert. Ich habe deshalb in stressigen Phasen versucht, meinen Tag möglichst gut durchzuorganisieren und die Zeit im Stall effektiv zu nutzen. Daher kommen hier meine Tipps, wie das Reiten auch mit kleinem Zeitfenster möglich wird, auch wenn man nicht wie unsere Autorin Theresa auf dem Foto …

Homöopathie am Pferd – alles Zauberei? Ein Erfahrungsbericht

Fast jeder hat zumindest schon einmal davon gehört: Homöopathische Behandlung von Pferden. Ich möchte in diesem Artikel weder eine Lanze für die Befürworter noch für die strikten Gegner der Homöopathie brechen. Was hier zum Ausdruck gebracht werden soll, sind meine persönlichen – durchweg positiven – Erfahrungen mit homöopathischen Behandlungen von Pferden. Die homöopathischen Behandlungsmöglichkeiten sind schier endlos. Ob kleines Hautekzem, Impfreaktionen oder Rückenschmerzen – scheinbar gibt es für jedes pferdische Wehwehchen eine Lösung. Wichtig zu beachten, und das sollte für jeden Pferdebesitzer selbstverständlich sein, ist aber, dass man bei langwierigeren Beschwerden des Pferdefreundes entweder einen Schulmediziner hinzuzieht oder ihm gänzlich die Behandlung überlässt! Ein guter Homöopath wird aber auch darauf hinweisen, wenn er der Meinung ist, seine Behandlung alleine reicht nicht aus und es wäre sinnvoll, einen Schulmediziner hinzuziehen. Dass Homöopathie nicht bloße „Zauberei“ ist und nur funktioniert, wenn man daran glaubt, haben meine Pferde mehrfach widerlegt. Meine beste persönliche Erfahrung ist die Behandlung meines damals fünfjährigen Wallachs. Die Entwicklung seit der Behandlung lässt sich für mich nicht leicht in Worte fassen, aber ich will es …

Pflegetipp: Blonder Schweif

Viele Pferdemädchen sowie auch gestandene Reiterinnen bekommen große Herzchenaugen, wenn sie ein hübsches Pony mit einem vollen, blonden, leicht gelockten Schweif sehen – wie damals Barbies „Leckermaul“. Ich gebe zu, auch ich habe immer geschwärmt, bevor mein kleines Blondinchen bei mir einzog. Dass der blonde Schweif aber in Wirklichkeit viel Arbeit, Pflege und vom Wasser aufgeweichte Hände bedeutet, bedenken wahrscheinlich die wenigsten. So toll ein blonder bzw. weißer Schweif auch aussieht, im Alltag ist er eine echte Herausforderung.  Als ich Jeany bekam, fand sie Wasser ziemlich blöd und ich konnte den Schweif quasi den ganzen Winter über so gut wie gar nicht waschen. Nach fleißigem Üben und dem Eintreffen des Frühlings versuchte ich also den inzwischen schwarzen und verdreckten Schweif wieder weiß zu bekommen. Normalerweise wasche ich nur mit klarem Wasser und das Langhaar mit Babyshampoo. Ich wusch und wusch und wusch, aber nichts passierte. Der Schweif wurde einfach nicht wieder sauber. Klar war das tiefe Schwarz verschwunden und der Schweif war auch wieder heller, aber so richtig strahlend weiß habe ich ihn nicht mehr bekommen. Ich …