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10 Tipps zur Vorbeugung von Koliken

Bauchweh bei Pferden… Wer kennt das leidliche Thema nicht? Schon als kleines Mädchen wusste ich, was eine Kolik ist, schließlich lernt man die elementaren Pferdekrankheiten schon bei den ersten Reitabzeichen kennen. Was so eine Kolik für das Pferd jedoch wirklich bedeuten kann, musste ich zum ersten Mal schmerzlich erfahren, als vor mittlerweile 9 Jahren mein erstes Pferd nach zwei Kolikoperationen einging.

Leider wurde ich danach schon wieder Besitzerin eines Kolikpferdes und bin es nach zwei Kolik-OPs (zum Glück) bis heute noch. Zwar hatte mein Pferd nach ihren Operationen noch zwei Koliken, diese hat sie jedoch zum Glück so überstanden. Die Koliken traten allerdings bei allen möglichen Haltungsformen auf und ich bin mittlerweile der Ansicht, dass es einfach empfindliche Pferde gibt, bei denen es nur vom Zufall abhängt, ob eine Kolik auftritt oder nicht. Dennoch versuche ich natürlich, alles mir mögliche zu tun, um Koliken zu vermeiden. Da der ein oder andere von euch vielleicht auch Probleme mit dem Thema hat, habe ich mich dazu entschlossen, meine persönlichen Vorsorgemaßnahmen einmal aufzuschreiben.

 

  1. Kraftfutter – so viel wie nötig und so wenig wie möglich – Je weniger Getreide, um so weniger Belastung für den Magen. Pferde, die 24 Stunden auf der Weide stehen und sich nur von Gras ernähren, haben wissenschaftlich erwiesen ein viel geringeres Risiko, an Kolik zu erkranken als ihre Artgenossen in der Box, die normal gefüttert werden. Das ist natürlich nicht für jeden einen machbare Lösung und einige Sportpferde brauchen Kraftfutter, um ihre Leistung erbringen zu können. Generell sollte man darauf achten, möglichst viele kleine Portionen zu füttern. Für manche Pferde kann ein getreidefreies Müsli eine Alternative sein. Außerdem sollte zwei Stunden vor und nach der Belastung kein Kraftfutter gegeben werden. Vor der Belastung beschwert es den Magen, nach dem Training ist der Magen leer und eventuell übersäuert, sodass ihn Kraftfutter ebenfalls belasten kann. Auch direkt vor dem Weidegang sollte man auf die Gabe von Kraftfutter verzichten.
  2. Ausreichend Wasser – Dieser Tipp mag banal klingen, aber leider verirren sich in einer Tränke schnell mal ein paar Pferdeäppel oder eine tote Maus. Die Folge: Das Pferd trinkt nicht mehr. Daher sollte man täglich die Tränke des Pferdes kontrollieren.
  3. Ausreichend Raufutter – Der Darm unseres Pferdes ist darauf ausgerichtet, den ganzen Tag Nahrung aufzunehmen und braucht diese Mengen an Raufutter auch, um in Gang zu bleiben. Fresspausen von mehr als 4 Stunden sollten vermieden werden. Damit das Pferd trotzdem nicht zu dick wird, empfiehlt sich die Fütterung aus Raufen oder engmaschigen Heunetzen. Zwar bergen Heunetze wiederum die Gefahr, dass das Pferd sich mit dem Huf (insbesondere dem Eisen) in ihnen verfangen kann, mir persönlich ist es aber wert, dieses Risiko einzugehen, wenn ich dafür einen Faktor für Koliken ausschließen kann.
  4. Das richtige Zusatzfutter –  Im Winter ist die Fütterung von Mash maximal 3x die Woche empfehlenswert. Es sollte nicht täglich gegeben werden, da die enthaltenen Schleimstoffe in zu großer Menge dem Darm auch schaden können. Außerdem sollte man bei der Pferdefütterung auf ein ausgewogenes Calcium/Phosphor-Verhältnis achten. Da Mash ungefähr 7x mehr Phosphor als Calcium enthält, kann bei sehr häufiger Mash Fütterung ein Calciummangel auftreten.  Während der Weidesaison sollte auf Mash verzichtet werden. Außerdem sind Möhren mit Leinöl ein toller und gesunder Energielieferant. Leckerlis, Äpfel und Bananen hingegen sollte man empfindlichen Pferden nur sehr selten und dosiert zu fressen geben.
  5. Nur hochwertiges Futter – Dieser Punkt versteht sich eigentlich von selbst, ich habe ihn dennoch hier aufgenommen, weil ich es so wichtig finde. Egal, ob Kraft-, Rau- oder Saftfutter, achtet darauf, dass es weder alt noch schimmelig oder sonst irgendwie beeinträchtigt ist. Bei vorgemischten Müslis schaut genau auf die Zutatenliste. In vielen Müslis sind hohe Anteile an Melasse – das ist nichts anderes als Zucker und daher nicht besonders gesund.
  6. Genügend Bewegung – Tierärzte empfehlen 20 Minuten Trab und Galopp pro Tag (!). Generell gilt, mehr ist mehr! Pferde sind Bewegungstiere und sinnvolles Training hilft genau wie bei Menschen, den Körper fit und gesund zu erhalten. Durch die Bewegung wird außerdem die Darmmotorik angeregt und überflüssige Gase können sich lösen.
  7. Späne statt Stroh – Durch eine Einstreu mit Spänen oder Holzpellets kann man vermeiden, dass sich das Pferd mit Stroh voll frisst und dadurch an Verstopfung leidet. Um ihm trotzdem die Möglichkeit zu geben, sich mit ausreichend Raufaser zu versorgen, kann man Futterstroh in dosierten Mengen zufüttern. Der Nachteil bei dieser Lösung ist allerdings, dass man noch penibler auf eine ausreichende Heufütterung achten muss, da das Pferd zwischen den Heumahlzeiten weniger oder gar kein Stroh zum Knabbern hat als ein Pferd, das mit Stroh eingestreut wird. Man sollte hier also genau abwägen, ob das Pferd überhaupt dazu neigt, zu viel Stroh zu fressen oder ob die Koliken einen ganz anderen Grund haben.
  8. Pferde dürfen nicht zu viel Sand aufnehmen – Pferde können Sand nicht nur aus Langeweile bewusst fressen, sondern auch unbewusst beim Grasen mitaufnehmen. Man sollte das Pferd nicht ohne zusätzliches Raufutter auf kurz gefressene Weiden stellen, da dann zwangsläufig Sand mit aus dem Boden gerupft und gefressen wird. Es empfiehlt sich, zum Ende der Weidesaison oder auch einfach mal zwischendurch Flohsamenschalen zuzufüttern. Diese funktionieren wie kleine Schaufeln im Darm und transportieren den Sand so auf dem natürlichen Wege zurück nach draußen.
  9. Vorsicht beim Anweiden – Gras ist für Kolikpferde nicht grundsätzlich schlecht, sondern sogar sehr gesund. Man muss jedoch aufpassen, dass man die Weidezeiten langsam steigert. Es empfiehlt sich, mit 5-10 Minuten Grasen an der Hand anzufangen und das jeden Tag um ein paar Minuten zu steigern. Wenn man dann bei 45-60 Minuten ist, lohnt es sich, das Pferd auf die Weide zu bringen. Man kann die Zeiten dann in etwas größeren Abschnitten steigern und nach ca. zwei Wochen kann das Pferd den ganzen Tag auf der Weide verbringen.
  10. Unnötigen Stress vermeiden – Was für euer Pferd Stress ist, kann man so pauschal nicht sagen. Generell können alle Veränderungen Stress für das Pferd bewirken. Ein neues Pferd in der Herde, Transporte zum Turnier oder ein Stallwechsel können sensible Pferde bereits sehr belasten. Das bedeutet allerdings noch nicht zwingend, dass sie darauf auch mit Bauchweh reagieren. Andere Pferde wiederum lassen sich so schnell von nichts aus der Ruhe bringen und haben insofern sowieso schon eine größere Belastungsgrenze. Man sollte sein Pferd genau beobachten, wie es mit solchen Situationen umgeht und darauf Rücksicht nehmen, so gut es geht und so weit es einen selbst nicht zu sehr einschränkt.

 

Ich hoffe, ich konnte euch die ein oder andere nützliche Anregung zum Umgang mit Kolikpferden geben. Für robuste Pferde sind natürlich nicht alle Punkte relevant und generell reagiert jedes Pferd auf Umstände anders. Diese Tipps basieren auf persönlichen Erfahrungen, Gesprächen mit Tierärzten und Artikeln aus Fachzeitschriften. Natürlich bin ich selbst kein Tierarzt, verzeiht mir daher, wenn nicht alle medizinischen Zusammenhänge perfekt erklärt sind.

Wenn ihr noch weitere Tipps habt, wie man Koliken vermeiden kann, teilt eure Erfahrungen doch mit uns in den Kommentaren.

Interview mit Juliane Barth von Julis Eventer

Julis Eventer ist vielen Busch-Fans bereits ein Begriff. Auf ihrem Blog erzählt Juliane Barth aus ihrem Leben im Vielseitigkeitssport. Seit Mai 2016 berichtet sie auf Julis Eventer von ihren eigenen Turnieren, von Trainingserlebnissen und darüber, was eigentlich das richtige Training ist und wie man sich Ziele setzen kann.

Bekanntheit verschaffte ihr sicherlich der „Newsfeed Luhmühlen“ – ein Video von der 4-Sterne Geländestrecke in Luhmühlen, das von nahezu allen Berichterstattern in der Busch-Szene geteilt wurde! Anzusehen ist dieses Video und auch diverse andere Videos, FMA’s und Turnierberichterstattungen auf ihrem Youtube-Channel Julis Eventer, auf Instagram ist sie unter julis_eventer zu finden und bei Facebook ebenfalls unter Julis Eventer.

Wir haben Juliane zu einem kleinen Interview gebeten und freuen uns, dass sie sich dafür einen Moment Zeit genommen hat. Davon hat sie neben Berufsleben und den Pferden nämlich gar nicht so viel übrig: Denn Juliane hat neben ihrem Crack Alani, der jüngst mit ihr das erste internationale VS-Turnier absolviert hat, noch zwei andere Pferde im Stall stehen: den 12 Jahre alten Ted und die 7-jährige Nessi.

  • Wie alt bist du und was machst du beruflich?

Ich bin 27 und bin selbstständig in der Werbefilmproduktion, das bedeutet ich leite Produktionen, führe Regie oder mache Kamera & Schnitt bei kleineren Projekten auch selbst.

  • Wie bist du zum Reitsport gekommen? Oder wurde es dir in die Wiege gelegt?

Richtig erkannt 😉 Das wurde mir in die Wiege gelegt. Meine Mutter ist mit dem Pferdevirus schon lange infiziert und sagt immer, dass ich wohl eher reiten als laufen konnte…

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  • Seit wann reitest du Vielseitigkeit?

Ich würde sagen seit 14 oder 15 Jahren, also schon ziiiiemlich lange 😀

  • Warum hast du dich für das Vielseitigkeitsreiten entschieden und wie siehst du das Risiko? In den letzten Jahren gab es ja einige schlimme, zum Teil sogar tödliche Unfälle – gerät man da nicht manchmal auch ein bisschen ans Zweifeln?

Eine schwierige Frage, für die ich etwas ausholen muss.. Gerade in diesem Jahr, denn es gab allein 2016 schon 3 tödliche Unfälle auf der ganzen Welt. Ich kam eigentlich zum ersten Mal ins Zweifeln, als Ben Winter vor 2 Jahren in Luhmühlen stürzte. Denn ich war vor Ort und kannte Ben aus meiner Zeit in Warendorf bei Andreas Ostholt. Dieses Unglück traf mich wirklich sehr. Und ich musste ein wenig darüber nachdenken, wie ich mit der ganzen Sache umgehe. Ich habe aber für mich entschieden, den Sport weiterzumachen, bin aber auf jeden Fall vorsichtiger geworden. Ich reite nur bei optimalen Bedingungen. Das bedeutet vor allem, was die Vorbereitung, die Gesundheit meines Pferdes und von mir angeht. Natürlich auch bezüglich der Boden- und Wetterverhältnisse. Vor allem in schwereren Prüfungen kommt das dann immer mehr zum Tragen. Aber bei aller Vorsicht: Ich liebe diesen Sport einfach. Ich habe mal versucht, nur Springen zu reiten. Auch bis M*, aber es füllt mich nicht aus. Diese Glücksgefühle, die ich habe, wenn ich mit meinem Pferd eine Geländestrecke gemeinsam geschafft habe, die kann ich durch keine andere Disziplin ersetzen.

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  • Wie gestaltest du das Training deiner Pferde?

Möglichst vielseitig 😉 Ich achte sehr auf Ausgewogenheit und langweile mich auch selbst schnell, daher mache ich nie zwei aufeinanderfolgende Tage das gleiche. Und sonst versuche ich einfach, all meinen Disziplinen gerecht zu werden.. 2x die Woche Dressur, 1-2x Springen, 1x Longe, 1x frei, 1x Konditionstraining.. Naja, und das wechselt dann immer mal hin und her, wenn am Wochenende Turnier ist.

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  • Ich selbst reite Vielseitigkeit nur auf A-Niveau und auch nur mit einem Pferd und selbst da stoße ich schon manchmal an Grenzen was die Organisation von Beruf und Training des Pferdes anbelangt. Wie schaffst du es, das alles unter einen Hut zu bekommen?

Ohja.. da ist ein großer Punkt natürlich meine Mutter, die mich so wahnsinnig toll unterstützt. Letztes Jahr hatte ich ein irre gutes berufliches Jahr, war viel im Ausland und konnte trotzdem meine Pferde fit halten und auch auf dem Turnier vorstellen.. das geht nur mit jemandem, der genau weiß, worauf es ankommt bei jedem Pferd. Auch sie arbeitet natürlich voll, deswegen unterstützen wir uns da gegenseitig. Wenn sie nicht kann, muss ich halt einspringen. Aber bei meiner Selbstständigkeit kann ich das ganz gut einteilen (bislang)…

  • Was waren (neben Strzegom ;)) deine größten reiterlichen Erfolge oder besondere Erlebnisse mit deinen Pferden?

Hehe, Strzegom war natürlich der absolute Oberhammer bis jetzt. Aber ja, da gibt es noch den M-Sieg im Springen in Hüttenberg (Hessen).. mit Gustl (der jetzt Rentner ist). Das war ein besonderer Moment, denn mein damaliger Trainer war dabei (und man hört noch seine Tipps auf dem Video). Jimmy in Hungen, da ich eine 9,0 im Gelände hatte.. so was vergisst man auch nicht.

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Jimmy und Juliane 2006

Und noch das eine Mal, das ich mit Gustl in der Festhalle reiten durfte und 3.war! Das ist so eine extreme Atmosphäre dort, echt der Wahnsinn!

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  • Wie kommt man zu so einem „Top-Pferd“ wie Alani? Hast du gezielt nach einem Busch-Aspiranten mit so viel Talent gesucht? Wie bist du zu deinen anderen Pferde gekommen?

Witzige Frage.. ich hoffe, die Antwort wird nicht zu lang. Also, bisher (bis auf Nessi) sind alle Pferde irgendwie zu UNS gekommen..

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Nessi in diesem Jahr in einer Springprüfung

Wir haben nicht danach gesucht. Alani war das Pferd meines ehemaligen Stallbesitzers und er suchte jemanden, der ihn ausbilden kann. Das habe ich gemacht und bis 5-jährig keinen Geländesprung gemacht, denn er ist lang, eigentlich zu groß für mich und hat kaum Vollblutanteil. Da kommst du eigentlich nicht auf die Idee, dass das vielleicht (d)ein Buschpferd wird. Als er dann 5 war und verkauft werden sollte, blutete mir natürlich das Herz. Und unsere beiden Pferde damals hatten gesundheitliche Probleme und wir wussten nicht, ob das noch sportliche Zukunft hatte. Also haben Mama und ich zusammengelegt und ihn „übernommen“ – denn was kann es besseres geben, als ein Pferd zu haben, wo man bei jedem Schritt dabei war – von Anfang an. Das ist eigentlich das Optimum. Erst da hab ich dann mal Gelände „versucht“ 😉

Auch die anderen haben ihren Weg irgendwie zu uns gefunden. Teddy zum Beispiel ist Langzeit zur Verfügung gestellt von guten Bekannten. Wir haben als „Normalsterbliche“ ja nur max. 2-3 Pferde zur gleichen Zeit, weil man mehr nicht schafft und auch gar nicht die Kohle hat, sich ständig neue fertig ausgebildete Pferde zu kaufen.

  • Hattest du vor Alani schon einmal so ein „besonderes Pferd“?

Ein besonderes Pferd… Alle Pferde, die ich bis jetzt geritten habe, haben mich irgendwie dahin gebracht, wo ich heute bin. Angefangen bei meinem Pony Flicka, bei dem ich lernte, mich durchzusetzen, und Royal Flash, der alles konnte und den ich im E-Gelände reiten durfte und natürlich Jimmy, der mich brav durch meine ganze Junioren-Kaderzeit (Pubertät) getragen hat.

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Royal Flash und Juliane 2003

Gustl, der mich in einer Saison von A nach M katapultierte im Springen und das völlig mühelos.

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Glorious Time alias „Gustl“ 2008

Und natürlich Teddy, der mich jeden Tag aufs Neue auf die Probe stellt.

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Ted 2015 in einer Geländeprüfung

Alani ist halt der Erfolgsgarant unter ihnen, klar, gerade dieses Jahr.. aber „besondere Pferde“ sind sie wirklich alle. In den 20 Jahren, die ich nun reite, hatte ich diese 6 Pferde – und wenn es möglich war, bleiben sie ihr Leben lang bei mir.

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Alani 2016

  • Deine Mutter begleitet dich zu den meisten Turnieren. Unterstützt sie dich auch neben den Turnieren viel?

Jaaa <3 Sie begleitet mich auf jedes Turnier. Ich erzähle da immer gerne die Geschichte, als ich in Hessen einmal versucht habe, alleine aufs Turnier zu fahren und soooo genervt und verärgert wieder nach Hause kam, dass ich mir schwor, nie wieder alleine los zu fahren. Wir sind halt ein eingespieltes Team – da sitzt jeder Handgriff, da muss man nix erklären oder besprechen. Das läuft eben. Und sie unterstützt mich auch sonst. Sie hat mir damals den ersten Werbejob verschafft direkt nach der Uni und ich arbeite auch sonst viel für die Firmen, in denen sie arbeitet. Da sie Marketing-Manager ist, passt das ganz gut zusammen.

  • Seit diesem Jahr gibt es deinen Blog. Wie kam es dazu, dass du diesen ins Leben gerufen hast und was versprichst du dir davon?

Hui, irgendwie war das eine verrückte Idee, als wir von Everswinkel nach Hause fuhren… die Fahrten sind ja dann doch immer recht lang und man hat Zeit, über Sachen zu reden und die Gedanken schweifen zu lassen.. Und irgendwie hab ich ja ganz gute Voraussetzungen mit Bild/Video-Möglichkeiten und noch dazu viel Lust zu schreiben und mehr von den Pferden zu erzählen als nur meine Erfolge auf Facebook zu posten. Was ich mir davon verspreche, weiß ich selbst noch nicht so richtig.. vielleicht ja irgendwann ein zweites Standbein 🙂

  • Dein Video zum 4-Sterne Gelände in Luhmühlen ging regelrecht durch die Decke. Hast du damit gerechnet? Und hat sich das Video auch auf die Reichweite deines Blogs ausgewirkt?

Joa.. sagen wir es so: ich hatte es erhofft! Denn sonst hätte ich das nicht noch abends alles fertig gemacht, damit es Sonntag morgen gleich als erstes online geht – noch vor der TV-Berichterstattung und anderen Videos.. Aber trotzdem hat es mich überwältigt, wie viel da passiert ist und wie viele Namen das ja auch verbreitet haben! Ich denke schon, dass sich das auf die Abos und Follower ausgewirkt hat, auf jeden Fall.

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  • Beruf, die Pferde, nun auch noch ein Blog! Wie viel Zeit investierst du in deinen Blog und welche Rolle nimmt er auf deinen To-Do-Listen ein? Schreibst du nur, wenn du grade Zeit und Lust hast oder steckt da doch etwas mehr Organisation und Ehrgeiz dahinter?

Auf den To-Do-Listen wird der Anteil des Blog tatsächlich immer mehr. Ein Wahnsinn, bald gibt es eine eigene Seite dafür. Aber bisher ist es eher, wie ich Zeit und Lust habe und welches Thema mich auch selbst gerade interessiert. Ich habe den Ehrgeiz, wenigstens 2 Posts die Woche und 1 Video alle 2 Wochen zu machen, werde das aber nicht als Regel einführen wie es einige andere Blogs machen. Dafür ist mein Beruf viel zu unkalkulierbar. Ich denke, ich wachse in die Orga auch noch rein – mit den „geplanten Beiträgen“ und so.

  • Welche Ziele hast du dir für dieses Jahr gesetzt und arbeitest du auf ein weiter entferntes Ziel hin?

Bisher hab ich mir noch kein bestimmtes Ziel gesetzt und freue mich einfach ganz naiv über jeden Abonennten und jeden Follower auf Facebook oder Instagram. Die Social-Welt ist ja auch eine sehr eigene Welt, die man erstmal verstehen lernen muss ;).

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Vielen Dank, Juliane, dass du dir die Zeit genommen hast und uns so nett geantwortet hast und uns all die schönen Fotos zur Verfügung gestellt hast! Wir wünschen dir für die restliche Saison 2016, dass sie genauso weitergeht wie sie angefangen hat und außerdem natürlich alles Gute für dich und deine Vierbeiner. Wir freuen uns auf viele weitere tolle Bilder, Berichte und Videos.

Sommerzeit ist Weidezeit

Es hat ein wenig gedauert, bis die Pferde bei uns auf die Weiden durften. Genau genommen bis zum Wochenende 05.06., Anfang Juni und damit Wochen später als in allen anderen Ställen. Sehnsüchtig wurde der große Tag erwartet, hufescharrend herbei gesehnt. Während die ganz Fleißigen schon gefühlt seit Mitte April an der Hand grasen lassen, haben wir es dieses Jahr ganz gemütlich angehen lassen. Bloß keine Eile beim Angrasen, sonst steht man wieder wochenlang mit dem lieben Vierbeiner an der Hand auf der Wiese und schaut ihm beim Fressen zu.

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Weil die Sehnsucht nach frischem Grün unter den Hufen und vor allem im Magen dann aber doch ganz schön groß war, ist der Zausel gleich mal mit Strick am Halfter abgehauen. Zum Glück war es ein sehr altes Exemplar, dass irgendwann schon mal gerissen und dadurch sehr kurz war, beim laufen bestand daher keine Gefahr, dass er drauf treten konnte. Entsprechend Zeit und Nerven hatte ich daher auch, ihn trotz flatterndem Strick noch zu fotografieren.

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In seiner Herde wurde ein bisschen die Besetzung getauscht; dazu aber an anderer Stelle noch mal etwas ausführlicher mehr. Den Auftakt in die Weidesaison haben alle gut überstanden und wir haben die Pferde sukzessive immer ein bisschen länger draußen stehen lassen. Die ersten Tage ging es zur Weide dann erstmal mit Führkette, um diese Sache mit dem baumelnden Strick mal ganz schnell auszuschließen. Bei aller Freude über die grüne Saison darf man doch bitte die guten Manieren nicht vergessen!? Es hat aber nur ein paar Tage gedauert, ehe beide Pferde ganz entspannt zur Weide geschlendert sind und auch sehr artig gewartet haben, bis die Stricke ab sind, ehe sie den Freunden auf der Weide hallo sagen gehen. Mittlerweile ist es sogar eher so, dass sie morgens gar nicht raus wollen, weil wir zur Zeit sehr viele Bremsen haben und sie den Tag eigentlich lieber im Unterstand verbringen würden. Durch den vielen Regen in den letzten Wochen steht immer noch viel Wasser auf den Weiden und sie erinnern eher an ein Feuchtbiotop, himmlische Bedingungen für die Plagegeister. Hoffentlich bekommen wir jetzt noch mal den Sommer mit trockenerem Wetter zurück und werden dafür die lästigen Viecher los.

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Wenn das Wetter gut bleibt, geht es gegen Ende der Woche an die Nordsee, ein bisschen Urlaub und Lungenkur für die Pferde. Drückt uns ein bisschen die Daumen für das Wetter, ja?

Horsemanship – jetzt dreht sie völlig durch.

Wie die meisten von euch wissen, ist mein Pony ja nur noch bedingt reitbar. Ich habe also häufig Tage, an denen vieles zu viel und einiges zu wenig ist. Ich bin also immer wieder auf der Suche nach neuem Input, lasse mich durch andere Reit- und Arbeitsweisen inspirieren und versuche meinem Pony trotz ihrer Krankheit und der großen Einschränkung immer wieder neues zu bieten. Umso erfreuter war ich, als bei uns vor einiger Zeit ein Horsemanship Infoabend ausgehängt wurde. Von meinem Erlebnis dort, wollte ich euch gern berichten.

Ich muss allerdings noch etwas ausholen. Eigentlich ist es nur ein paar Jahre her, als eine enge Freundin mich mit ihrem Pony immer wieder inspirierte doch auch mal Bodenarbeit auszuprobieren. Anfangs hatte ich einfach keine Geduld dafür, ein Pferd ist eben kein Australian Shepherd und braucht meistens doch mehr als 2 Versuche, um neue Dinge zu verstehen. Ich habe also angefangen und doch wieder aufgehört und wieder angefangen und doch wieder aufgehört und immer so weiter. Die meisten in meinem Wirkungskreis haben das Pferdeflüstern belächelt und nicht selten hört man abwertende Sprüche über die „Knotenhalfter-Tanten“, pseudo Pferdeflüsterer. Das war damals definitiv auch ein Grund, weshalb ich mich nicht wirklich getraute habe, weiter in die Materie einzusteigen. Auch wenn ich die Grundlagen vom Horsemanship in einem Crashkurs mal gelernt hatte, bin ich nie weiter in die Tiefe gegangen. Umso gespannter war ich also auf den Infoabend.

Vermutlich kommt es auch immer drauf an, wer einem Dinge wie Bodenarbeit oder speziell Horsemanship beibringt und wie offen man für Neues ist. Ich war am Ende des Abends jedenfalls total überzeugt und habe mich ein bisschen geärgert, dass ich mich nicht schon viel früher mit dem Thema auseinander gesetzt habe und mich viel zu sehr von den anderen Menschen beeinflussen lassen habe. Die meisten Leute beschäftigen sich meistens mit dem Horsemanship, wenn das Pferd sich weigert auf den Anhänger zu gehen. Wir haben zwar absolut kein Verladeproblem, aber dafür gibt es gerade mit Jeany im Umgang das ein oder andere Defizit.

Die Hauptmessage an dem Abend war auf jeden Fall, dass es im Horsemanship nicht nur auf die Arbeit mit dem Seil, dem Stick und dem Knotenhalfter ankommt, sondern dass man bereit ist sich, seine Körpersprache und seine innere Einstellung zu seinem Partner-Pferd zu reflektieren. Gleichzeitig ist es das A und O sein Pferd zu respektieren und seine Bedürfnisse zu erkennen und zu erfüllen um ein harmonisches miteinander zu schaffen. Die Fallbeispiele des Trainers haben mich sehr beeindruckt, ebenso die kurze praktische Demonstration an einem fremden Pferd aus unserem Stall.

Nach dem ganzen Input habe ich für mich entschieden, dass es mir wirklich egal sein sollte was andere Menschen denken. Ich gebe zu, auch in meinem Alter muss ich mich oft daran erinnern. Ich bin der Meinung, dass gerade die Arbeit vom Boden eine willkommene Abwechslung ist. Gerade für kranke Pferde wie Jeany ist es Ideal auch den Kopf auszulasten. Wenn es dann noch zu einem harmonischeren Miteinander führt und mein Verständnis ihr gegenüber fordert, gehe ich gerne jeden belächelnden Blick ein! Gott sei Dank sind in unserem Stall alle wirklich total offen und das bestärkt natürlich nochmal ungemein!

Ich bin wirklich gespannt auf die Fortführung des Kurses am nächsten Wochenende und freue mich euch darüber berichten zu können! Gibt es unter unseren Lesern denn auch Horsemanship Erfahrene? Falls ja, habt ihr es schwer unter anderen Pferdeleuten oder werdet ihr akzeptiert?

 

Augenblicke mit Isabell Albrecht

Horsediaries liebt tolle Pferdefotos! Und weil es so viele talentierte Pferdefotografen in den unendlichen Weiten des Netzes gibt, wollen wir euch hier immer mal wieder besonders schöne Serien besonders begabter Fotografen zeigen. Zum Schwärmen, Träumen, Bewundern, ein bisschen Augenschmaus im Alltag. Nehmt euch ein paar Minuten Zeit und taucht mit uns ein in die wunderbare Welt der Pferdefotografie.

Wir haben euch vor kurzem bereits Isabells Fotobuch gezeigt, in dem sie die wunderbaren Aufnahmen ihrer Stute Bella verewigt hat. Weil uns die Serie so gut gefallen hat und weil sie etwas ganz besonderes sind, möchten wir euch noch mal einen etwas umfassenderen Einblick in Bellas und Isabells Streifzüge geben.

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„Viele Fotografen kennen das vielleicht: Man läuft tagtäglich an bestimmten Orten nichtsahnend – quasi mit Scheuklappen – vorbei, ohne zu erkennen wie schön, interessant und fotogen sie sind. Genau so ging es mir mit dem Ausreitgelände an dem Stall, wo Bella 9 Jahre lang stand. Doch auch als Fotograf entwickelt man sich weiter und lernt, seine Umgebung intensiver wahr zu nehmen und ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Strukturen in Landschaften auf Fotos toll wirken. Irgendwann Anfang des Jahres fing ich an, regelmäßig mit Bella spazieren zu gehen. Es war für mich einfach ein wunderbarer Ausgleich zum Alltag, auch gerade dann, wenn die Motivation zum Reiten mal eine Weile fehlt, konnte ich so ganz ohne Druck die Zeit mit meinem Pferd genießen.

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Die Kamera kam immer häufiger mit – einmal begonnen entdeckte ich immer neue Ecken, die sich toll in Fotos einbringen ließen.

Aus dem Ganzen eine Serie zu machen, entwickelte sich erst mit der Zeit und viele Fotos sind auch rein aus dem Moment und Intuition entstanden, ohne vorher lange zu Hause an Ideen rumzutüfteln.

Zu unseren Streifzügen gehörte auch ein Kurzurlaub an der Nordsee – im Watt zu reiten war natürlich eins der Highlights, aber genauso sind wir auch hier durch die Landschaft gewandert, und nachdem Bella gelernt hat, dass Wellen sie nicht fressen werden, gab es auch eine Hand voll weiterer Motive für die Serie.

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Gerade der Herbst bescherte uns wunderschöne Stunden, als wir um viertel nach 6 in kompletter Dunkelheit loszogen und der Nebel noch über den Wiesen hing. Zu dieser Zeit mit dem Pferd unterwegs zu sein, der Natur beim Erwachen zu lauschen, zu sehen, wie am Horizont der Himmel langsam immer orangener wird bis die ersten Sonnenstrahlen hervorkommen und zusammen mit dem Nebel eine unglaubliche Stimmung schaffen, ist einfach unbezahlbar. Danach mit ein oder zwei Fotos nach Hause zu stiefeln, die man dann gemütlich beim verdienten Frühstück sichtet, ist dann nur noch das Tüpfelchen auf dem ‚i’.“

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Liebe Isabell, vielen Dank für den Einblick, den du uns in eure herrlichen Streifzüge gegeben hast und dafür, dass wir deine Bildstrecke hier zeigen dürfen.

Weitere Fotos von Isabell Albrecht findet ihr auf ihrer Homepage oder ihrer Facebookseite. Ihr solltet unbedingt vorbei schauen, es lohnt sich!

*Bitte beachtet, dass die Bilder urheberrechtlich geschützt sind und weder kopiert noch an anderer Stelle veröffentlicht werden dürfen!

Kurzkehrt- und Hinterhandwendung – so gelingt’s

Spätestens wenn es darum geht, sein Pferd und sich mit Lektionen der Klasse L vertraut zu machen, taucht auch das Wort Kurzkehrt- oder Hinterhandwendung auf. Manche Reiter treibt diese Lektion beinahe an den Rande des Wahnsinns und oft sieht man auf Turnieren in hilflose Gesichter, weil die Lektion mal wieder in die Hose ging. Wir wollen in diesem Artikel versuchen, die Tücken und Schwierigkeiten auszuführen und zu erklären, wie man es schafft, dass das Pferd nicht „einfach nur irgendwie umdreht“.

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Zunächst einmal allgemein: Wo liegt überhaupt der Unterschied zwischen einer Kurzkehrtwendung und einer Hinterhandwendung?

Grundsätzlich unterscheidet sich die Hilfengebung bei beiden Lektionen nicht. Bei beiden Lektionen soll die Vorhand einen Halbkreis um die Hinterhand beschreiben. Dabei soll das Pferd in einer leichten Anlehnung und in guter Stellung und Längsbiegung den Hilfen des Reiters folgen. Soweit so gut. Unterscheiden tun sich Kurzkehrt- und Hinterhandwendung dadurch, dass die Kurzkehrtwendung immer aus der Bewegung erfolgt, also entweder aus dem Mittelschritt oder aus dem (versammelten) Trab. Nach Absolvieren der Kehrtwendung geht die Bewegung fließend weiter. Möchte man also eine Kurzkehrtwendung aus dem Trab reiten, pariert man kurz vor dem Wechselpunkt durch und trabt direkt nach Ende der Kehrtwendung wieder an.

Allgemeine Voraussetzungen für diese beiden Lektionen sind zunächst einmal, dass das Pferd schon recht sicher an den Hilfen des Reiters steht, die Übergänge zwischen den Gangarten sicher und fließend klappen und dass das Pferd bereits den seitwärtstreibenden Schenkel kennt und diesem folgt. Auch der Reiter sollte sich auf A-Niveau bewegen, eine gefühlvolle Hand haben und Schenkel- und Gewichtshilfen bereits gezielt einsetzen können.

Wie nahezu jede Lektion beginnt auch für eine Kehrtwendung die Vorbereitung mit halben Paraden. Hiermit wird das Pferd aufmerksam gemacht, schonmal etwas geschlossen und auf eine neue Lektion vorbereitet. Es ist in Bewegungsrichtung gestellt, beginnt man also auf der linken Hand, ist das Pferd leicht nach links gestellt.

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Der Reiter belastet vermehrt den inneren Gesäßknochen und tritt den inneren Steigbügel gut aus. Wichtig ist dabei, dass man nicht in der inneren Hüfte einknickt. Dadurch verschiebt sich das Gesäß nach außen und verlagert sich dadurch. Die Hilfe kann dann nicht mehr korrekt erfolgen. Man muss also darauf achten, dass zwar vermehrt nach innen gesessen wird, aber trotzdem beachten, dass man dennoch gerade über dem Pferd bleibt. Eingeleitet wird die Wendung mit dem inneren Zügel, der auch etwas seitwärtsweisend sein darf, hiermit führt der Reiter das Pferd in die Wendung hinein.

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Der innere Schenkel hat zusammen mit dem äußeren Schenkel die Aufgabe, das Pferd zu biegen. Der äußere Schenkel verhindert, dass die Hinterhand ausweicht. Der innere Schenkel sorgt dafür, dass das Pferd taktmäßig weiter tritt.

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Häufige Fehler beim Reiten von Kurzkehrt- und Hinterhandwendungen:

Der wahrscheinlich häufigste Fehler ist, dass das Pferd mit den Hinterbeinen nicht aktiv mit tritt, sondern „dreht“.

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Um diesen Fehler zu vermeiden, kann der Reiter versuchen, den Kreis, den die Hinterhufe beschreiben, ein wenig größer anzulegen. Dabei muss allerdings darauf geachtet werden, dass die Hinterbeine nicht kreuzen. Meistens passiert dieser Fehler, wenn das Pferd den inneren Schenkel nicht gut genug annimmt und ein bisschen dagegen drückt. Verhindert werden kann dies, indem man die Wendung etappenweise reitet. Das heißt man reitet zwei Schritte in der Wendung und reitet dann am inneren Schenkel 1-2 Schritte geradeaus und dann wieder zwei Schritte in die Wendung. Auch hier muss allerdings darauf geachtet werden, dass der äußere Schenkel nicht zu sehr seitwärts treibt um zu verhindern, dass das Pferd mit den Hinterbeinen kreuzt.

Das Kreuzen ist ein weiterer Fehler. Dieser passiert oft, wenn das Pferd beginnt seitwärts zu gehen anstatt mit der Vorhand um die Hinterhand herum zu gehen. Um diesen Fehler zu verhindern empfiehlt es sich zunächst die Wendung schultervor-artig einzuleiten, sodass bereits  vor Beginn die Vorhand vor der Hinterhand ist. Sobald man merkt, dass Pferd beginnt seitwärts zu gehen, kann man auch hier einen Schritt vorwärts reiten, Schultervor herstellen und dann wieder die Vorhand um die Hinterhand herumführen.

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Außerdem muss zwingend beachtet werden, dass ein Vorwärtstreten in der Lektion durchaus erlaubt ist. Ein Zurücktreten sollte allerdings in jedem Fall verhindert werden, denn dieses zeigt, dass sich das Pferd den vorwärtstreibenden Hilfen entzieht und zurückweicht.

Wer gerade erst beginnt, an Kurzkehrt- bzw. Hinterhandwendungen zu arbeiten, sollte zunächst mit kleineren Wendungen anfangen, z.B. eine Viertel-Drehung auf einem frei angelegten Quadrat. Dies hat den Vorteil, dass der Reiter schon von Anfang an ein Gefühl dafür hat, die Lektion wieder „aufzulösen“ und das Pferd fängt im besten Fall nicht an, sich selbst zu drehen ohne auf die Reiterhilfen zu warten. Sobald die kleineren Abschnitte der Übung klappen, kann die Lektion auch ganz bis zum Ende geritten werden.

Für unerfahrene Pferde ist es übrigens leichter zunächst die Kurzkehrtwendung zu erlernen, da diese aus der Bewegung erfolgt. Denn niemals vergessen: Immer die Vorwärtstendenz erhalten, Zurücktreten innerhalb der Lektion ist immer der größere Fehler.

Der Frühling wie er schöner nicht sein könnte

Ich hege schon seit einigen Jahren einen gewissen Traum. In der Nähe des Stalls gibt es eine wunderschöne Allee aus Kirschblüten die jedes Jahr im Mai für einige Tage in voller Blüte steht.

Die Kulisse ist einfach jedes Jahr wieder bezaubernd und wirklich wie geschaffen zum Fotografieren. Als hätte jemand diese Allee gepflanzt, nur um dort eine perfekte Fotokulisse zu schaffen. Einmal mit dem Pferd dort Fotos machen! Was würden das für Bilder werden!

Leider befindet sich die Allee mitten in einem Wohngebiet, direkt an einem U-Bahnhof und vor einer sehr beliebten Eisdiele. Hinreiten kann man nicht, höchstens aufladen und hinfahren. Aber dann steht man da mit Anhänger und Pferd im Wohngebiet zwischen U-Bahnstation, Hauptstraße und Eisdiele …

Jedes Jahr wieder, wenn die Kirschen blühen, denke ich darüber nach wie toll es wäre dort zu fotografieren und während ich noch überlege, ob man es nicht doch vielleicht umsetzten könnte, sind die Kirschen auch schon wieder verblüht. Die Pracht ist nämlich nur von kurzer Dauer.

Dieses Jahr hatte ich dann einen Entschluss gefasst: Wir versuchen es einfach! Was soll schon groß schief gehen? Der Zausel fährt sehr artig und gut Anhänger, sollte es vor Ort doch nicht gehen, würden wir aufladen und nach Hause fahren.
Also eine Verbündete gesucht, die uns begleitet, damit der Zausel nicht ganz alleine vor der Eisdiele steht. Das Wetter war seit Tagen perfekt und sehr stabil, die Kirschen standen in voller Blüte, die meine liebste Fotografin konnte sich Zeit für uns nehmen, also los!

So begeistert ich die Tage vorher von meiner Idee war, desto mehr Zweifel kamen dann doch auf, als ich den Zausel fotofertig machte, den Anhänger ankuppelte und viele hochgezogene Augenbrauen erntete, nach dem ich die ehrliche Antwort auf die Frage, wo es denn hingehen soll, gab. Vielleicht war das doch eine etwas zu verrückte Aktion!?
Leute fahren ihre Pferde zwar ständig durch die Gegend, aber zumeist sind wenigstens die angestrebten Ziele in der Regel auf Pferde eingestellt. Und darf man das überhaupt? In eine öffentliche Parkanlage mit Pferd? Was wenn uns eins der Pferde abhauen würde und dann mitten durch die Stadt laufen würde? Was wenn eins der Pferde so aufgeregt sein würde, dass es sich nicht mehr verladen ließe? Vielleicht war das doch alles nicht so eine ganz tolle Idee?

Andererseits reiten wir auch sonst auf dem Weg zum Wald durchs Dorf, so unbekannt würde die Situation nicht sein und der Zausel ist zwar in fremden Umgebungen aufgeregt, aber nicht völlig unzurechnungsfähig. Seine vierbeinige Begleitung außerdem von ausgesprochen entspanntem Temperament und meine zweibeinige Verbündete voll sorgloser Vorfreude auf die tollen Fotos die entstehen würden. Also Pferde verladen und los ging es.
Beide Pferde stiegen sofort direkt absolut vorbildlich in den Anhänger ein  und genauso vorbildlich auch wieder aus. Leider waren wir etwas später dort als gedacht, so dass wir etwas Zeitdruck wegen der immer tiefer stehenden Sonne hatten. Uns blieb nur ungefähr eine Stunde für die Fotos, ehe die Sonne untergehen würde.
Dafür war die Lichtstimmung einfach perfekt!

Zu unserer Überraschung waren wir mit unserer Idee auch nicht alleine und zwei weitere Pferde wurden in den Kirschen fotografiert.
Wir suchten uns ein schönes Plätzchen ohne die anderen zu behindern und haben direkt angefangen zu fotografieren. Vielleicht ging es alles ein bisschen zu schnell, der Zausel war auf jeden Fall noch nicht in der Situation und seiner Aufgabe angekommen. Er war sehr unruhig, mochte nicht stillstehen, brüllte ständig nach seinen zu Hause gebliebenen Homies. Schöne Fotos waren so nur sehr schwer möglich. Weil es sich wirklich sehr schwierig gestaltete, kam dann erstmal das Pony dran, welches seinen Job hervorragend machte und recht schnell viele Posen anbot, so dass der Zausel einen weiteren Versuch bekam. Es blieb aber wirklich schwierig mit ihm, mitunter wurde er sehr rüpelig und stumpf, rannte mich einfach um, stieg mich an und brüllte in einer Tour. Wahlweise ging noch auf und ab gehen oder Gras fressen. Alles nicht wirklich fotogen und nicht das, was unsere liebste Fotografin von uns sehen wollte.

Mit der untergehenden Sonne und dem schwindenden Licht hatte ich auch ständig den Zeitdruck im Nacken, gleich würde unsere Chance auf die schon so lange erträumten Bilder verpasst sein, dabei hatten wir doch erheblichen Aufwand betrieben, um hier her zu kommen. Und der Zausel wollte einfach nicht mitspielen. Ja, ich gebe zu, ich wurde zunehmend genervter und gestresster, was sich sicherlich auch alles andere als positiv auf mein Pferd auswirkte. Wir wechselten uns immer mal wieder mit dem Pony ab, unternahmen mehrere Anläufe, aber wirklich zur Ruhe kam der Zausel leider nicht.

Als die Sonne ganz weg war, als es keine Chance mehr auf Fotos gab und als das Shooting ganz offiziell beendet war, da wurde er dann ruhiger und stand auch mal ein paar Augenblicke neben mir und schaute einfach in die Gegend. Das Pferd ist eben auch immer ein Spiegel unserer selbst. Willst du zu viel, klappt gar nichts.

Auf dem Heimweg war ich ehrlich gesagt sehr geknickt. Ich glaubte, keine schönen Bilder für den Aufwand bekommen zu haben, und weil die Blütezeit nur so kurz ist frühestens im nächsten Jahr eine neue Chance zu haben und ich war zwischendurch echt genervt und grob dem Zausel gegenüber geworden. Als er gar zu rüpelig wurde und mich einfach umrannte, mich am Halfter über die Wiese hinter sich herzog, mich anstieg, weil er nicht stillstehen wollte, hat er ein paar deutliche Klapse bekommen. Ich wusste mir in der Situation nicht anders zu helfen und er nahm mich einfach nicht mehr wahr, ohne dass ich so deutlich wurde. Wahrscheinlich kann man das unter dem Aspekt der Sicherheit und des Respekts rechtfertigen, vielleicht auch, weil Pferde untereinander auch schon mal ganz schön ruppig miteinander umgehen und meine Klapse im Gegensatz zu den vielen Schnappern, die die Pferde in der Herde so austauschen, wohl eher harmlos ausfallen.
Trotzdem fühlte sich das im Nachhinein nicht gut an und ich hatte ein sehr schlechtes Gewissen. Weil ich die Fotos wollte, musste er stillstehen, weil wir so wenig Zeit hatten, musste er das sofort und nicht, nachdem er sich ein bisschen an die Situation gewöhnt hatte. Ich habe nicht richtig reagiert an diesem Abend und meinen Willen vor das Wohlergehen meines Pferdes gestellt. Das fühlte sich falsch an und war auch falsch. Den ganzen Abend hat mich das noch belastet, weil ich dem Zausel gegenüber ein so schlechtes Gewissen hatte.

 

Dank der besten Fotografin sind trotzdem tolle Fotos entstanden und wenigstens dafür hat es sich gelohnt. Für die nächste Fotoaktion habe ich mir fest vorgenommen das Stillstehen am Boden mehr zu üben, mehr Aufmerksamkeit des Zausel zu Hause in fairen Bedingungen zu fordern und dann viel viel mehr Zeit einzuplanen, damit er sich ganz in Ruhe einfinden kann, entspannen kann und dann vor eine Aufgabe gestellt wird, die er auch bewältigen kann. Das, was ich an diesem Abend von ihm verlangt habe, konnte er einfach nicht bewältigen, weil wir das nie Zuhause „trocken“ wirklich üben und es dann unter der Aufregung einfach zu viel verlangt ist.
Ich glaube, die Offenstallhaltung kommt in diesem Fall auch noch erschwerend hinzu, weil er einfach eine sehr starke Bindung zu seiner Herde hat. Er ist eigentlich auch nie alleine unterwegs, sondern wenn er mal getrennt von der Gruppe ist, ist zumindest immer mit der Stute meiner Mutter noch an seiner Seite. Wahrscheinlich wäre es auch besser gewesen, sie anstatt des Ponys meiner Freundin mitzunehmen, zumindest wenn ich den Zausel gefragt hätte. Das hätte ihm sicherlich auch deutlich mehr Sicherheit gegeben als ich das konnte.

Am Ende haben wir doch tolle Bilder bekommen und ein paar Hausaufgaben für Zuhause, damit das nächste Fotoshooting besser klappt.

Unsozial oder Charakterschwach?

Seitdem ich mein kleines Blondinchen besitze, weiß ich eigentlich erst, was Reiter mit dem Titel „Charakterpferde“ meinen. Jeany ist nämlich alles andere als einfach nur ein Deutsches Reitpony. Bei ihren pferdischen Freunden kennt man sie auch als das Monster ohne Ohren oder als Fräulein Flinkebein. Auch die ganz Großen machen einen groooßen Bogen um den blonden Kugelblitz. Ist mein Pony einfach unsozial, charakterschwach oder hat sie ein ganz anderes Problem?

Seitdem ich Jeany habe, ist sie im Umgang mit anderen Pferden ziemlich, drücken wir es mal nett aus, anstrengend. Ganz am Anfang konnte sie es nicht ausstehen, wenn neben ihr ein Pferd angebunden wurde oder zu dicht an ihrer Box vorbei geführt wurde. Dass es für mich unmöglich war, sie mit einem anderen Pferd zusammen zu führen, ist also selbstredend. Ich habe es zunächst auf die Umstellung und den neuen Stall geschoben und gehofft, es würde sich mit der Zeit von selbst legen, aber leider war das nicht der Fall. Ich habe also angefangen konsequent mit ihr vom Boden zu arbeiten, hatte am Anfang auch Hilfe dabei. So wurde zwar die Kommunikation zwischen ihr und mir klarer, sie hielt es allerdings nach wie vor für notwendig, sich zu verteidigen (grundlos), auch wenn ich dabei war. Als es dann im Sommer in die Herde ging, hatte ich schon wirklich Angst, sie würde wild um sich schlagen. Es kam allerdings ganz anders. Sie zog sich in eine Ecke zurück und wollte einfach nur ihre Ruhe haben, kam ihr eine der anderen Stuten zu Nahe, pinselte sie wild mit dem Schweif und rannte panisch ein paar Schritte weiter vor. Irgendwann suchte sie Schutz bei der Herdenältesten und wuchs mit ihr sehr eng zusammen. Imi durfte ihr Nahe sein, eng neben ihr gehen und stehen usw. Vereinzelnd ließ sie auch andere Herdenmitglieder zu sich, so auch meine andere Stute Wayana, die kurze Zeit später eine Box direkt neben Jeany bezog.

Es vergingen ein paar Monate bis die kleine Blonde es auch gestattete, dass jemand neben uns anbinden durfte, ausreiten zu zweit war auch kein Problem mehr (aber bitte ohne Schnüffelkontakt) und in der Herde hatte Jeany nun feste Ankerpunkte. Ende des letzten Jahres habe ich den Stall aus persönlichen Gründen gewechselt und hatte nicht erwartet, dass die Kleine die alten Kamellen nochmal auspacken würde. Jetzt im neuen Stall finde ich einige Verhaltensweisen nun so extrem, dass ich im Juli einen Termin mit einem Trainer habe, an dem wir gezielt auf Ursachenforschung gehen  und uns gemeinsam Trainingsmethoden überlegen werden. Ihr fragt euch nun sicher, was Jeany denn so schlimmes anstellt, es ist ja selbstredend, dass auch ein Pferd nicht jedes Pferd mögen muss. Da bin ich auch ganz bei euch, allerdings bekam im Winter der Pferdpfleger einen Tritt ab und seit dem ist für mich Schluss mit lustig.

Mal ein Beispiel:
Ich führe Jeany und ihren Weidekumpel (auch ein Deutsches Reitpony, Wallach, gleich alt und einfach nur lieb) Richtung Weide. Wir müssen auf dem Weg an zwei Boxenpaddocks vorbei. Wenn die Pferde auf ihren „Terrassen“ stehen und freundlich die Nase über das Paddock strecken (aber Jeany nicht mal ansatzweise erreichen können) fängt sie an hektisch zu tänzeln, mit dem Schweif zu schlagen und verliert den Kontakt zu mir völlig. Ebenso müssen wir durch eine Gasse, links und rechts Weiden. Manchmal grasen die Pferde auch in Zaunnähe, was Jeany total aus der Fassung bringt. In so einer Situation hebt sie auch schon mal die Beine und man muss wirklich höllisch aufpassen. Am schlimmsten ist es allerdings wenn man sie reinholen möchte. Sobald sie mich (oder die anderen Reinholer) sieht, kommt sie ans Tor, scharrt wie wild und wehe ihr Ponyfreund nähert sich. Dann wird er mit stark angelegten Ohren in Drohgebärde vom Zaun gejagt und nicht selten schlägt sie auch gezielt in seine Richtung aus. Wäre der Kerl nicht so flink, hätte er so manches mal einen Schlag bekommen. Sobald man sie dann am Kopf hat, guckt sie zwar immer noch grimmig wenn er sich nähert, aber sie veranstaltet immerhin keinen Affenzirkus mehr.

Ich bin wirklich gespannt, was der Profi zu dem Verhalten sagt und wie man das ganze trainieren kann. Ich werde natürlich weiter berichten und schon hoffentlich bald, die Entwicklung in einem Video zusammenschneiden. Mich würde total interessieren, ob es da draußen eventuell Pferdebesitzer mit ähnlichen Pferden gibt und wie ihr damit umgeht oder damit arbeitet?

 

Oh du schöner Offenstall: Die perfekte Heuraufe

Der Zausel und seine Crew bewohnen einen wunderbaren Offenstall auf einer Reitanlage. Während die meisten Boxenpferde ganz klassisch vom Boden aus gefüttert werden, sieht man in fast allen Offenställen, Gruppenhaltungen und ähnlichen Konzepten Heuraufen unterschiedlichster Form und Machart stehen. Welche Heuraufe aber ist die beste? Und worauf kommt es überhaupt bei einer Heuraufe an? Braucht man denn tatsächlich eine? Auf all diese Fragen würde ich gern in diesem Artikel eingehen und meine persönlichen Erfahrungen mit euch teilen.

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Wozu braucht man eigentlich eine Heuraufe?


Das ist sicherlich die erste Frage, die man sich stellt, bevor man überhaupt eine Heuraufe kauft. Man kann Pferde zweifelsohne auch einfach vom Boden aus füttern, ihnen also eine große Portion Raufutter auf die Erde legen, so wie das meistens auch in den Boxen gehandhabt wird. Oder aber einfach den ganzen Rundballen in den Auslauf schieben und die Pferde fressen lassen, bis alles verputzt ist. Wir haben ganz zu Anfang dieses Experiment gewagt, weil wir noch keine Heuraufe hatten. Grundsätzlich funktioniert das schon. Die Pferde können das Raufutter gut aufnehmen und werden satt. Allerdings stellt man schnell fest, dass man enorme Verluste an Raufutter hat. Füttert man im Sand, wird es sehr schnell zertreten, untergewühlt und auf dem ganzen Paddock verteilt. Mindestens die Hälfte der gefütterten Menge landet nicht im Pferd, sondern im Dreck. Füttert man auf befestigtem Untergrund, klappt das schon ein wenig besser, aber Pferde sind keine besonders reinlichen Tiere und erledigen ihre Geschäfte während des Fressens und auch direkt in das Heu hinein. Besonders auf hartem Untergrund nutzen sie das Heu sogar richtig gern zum Reinpinkeln, weil es dort nicht so unangenehm an die Beine spritzt. Oder sie nutzen es als gemütliche Liegefläche, von der man im Dösen auch mal den ein oder anderen Halm naschen kann. Nur fressen mögen Sie das Heu danach nicht mehr. Wer ein paar Tage schubkarrenweise siffiges Heu vom Paddock gefahren hat, um noch mehr frisches den Pferden zu servieren, wird schnell zu dem Entschluss kommen: Ohne Raufe geht es nicht.
Außerdem hat man bei lose gefüttertem Raufutter keine Kontrolle über die Fressgeschwindigkeit oder Fresspausen. Die Pferde verdrücken unter Umständen deutlich mehr, als ihrer Figur zuträglich wäre.

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Was muss eine Heuraufe können?


Die wichtigste Eigenschaft einer Raufe ist sicherlich, dass sie das Raufutter vor dem Zertreten, Wegwehen, Beschmutzen und Verteilen auf dem ganzen Auslauf schützt. Sie hält es an Ort und Stelle und verhindert, dass die Pferde mit ihren Hufen durch das Heu trampeln können, gewährt ihnen aber natürlich die Möglichkeit mit dem Maul an das Heu zum Fressen zu gelangen. Damit bietet sich zunächst jede Form von Behälter, Netz oder Gitter an, welches eine Öffnung zum Fressen hat.
Zusätzlich darf eine Raufe natürlich kein Verletzungsrisiko für die Pferde bergen.
Schaut man sich mal auf dem Markt um, wird man feststellen, dass diese beiden grundlegendsten Eigenschaften einer Heuraufe nicht einmal von allen Modellen erfüllt werden. Gerade das Verletzungsrisiko ist ein wichtiger Aspekt, den man vor der Anschaffung einer Raufe nicht oft genug überprüfen kann. Hier hilft oft auch der Austausch mit anderen Pferdebesitzern, die vielleicht schon Erfahrungen mit dem einen oder anderen Model gemacht haben. Manchmal reicht die eigene Phantasie nicht aus, um sich das potientielle Verletzungsrisiko einer bestimmten Raufe oder die Ungeschicklichkeit einiger Pferde auszumalen.
So haben sich schon Ponys in Treckerreifen verfangen und Pferde Karabinerhaken wie ein Piercing durch die Nase gezogen.

Wir halten unsere Pferde jetzt seit mittlerweile fast 6 Jahren in Offenstallhaltung und haben schon verschiedene Raufen ausgiebig gestestet. Auf Grund dieser Erfahrungen haben sich über die beiden oben genannten Kriterien hinaus einige Eigenschaften herauskristallisiert, die mir bei einer Raufe wichtig sind:

  • möglichst wenig Verlust an Raufutter
  • reduzierte Fressgeschwindigkeit durch Netze
  • Rundballenfütterung möglich
  • leichtes Befüllen, einfache Handhabe
  • gute Durchlüftung des Raufutters
  • Schutz vor Regen
  • mind. vier Fressplätze
  • Fressen von mind. zwei Seiten möglich
  • leichtes Aufstellen
  • gute Stabilität
  • auch auf unbefestigtem Boden nutzbar
  • nicht zu groß, da der Paddock nicht super großzügig ist
  • nicht viel teurer als 1000 €

Alle aufgeführten Kriterien in einer Raufe zu vereinen, ist gar nicht mal so einfach. Wir haben mehrere Modelle probiert und lange nichts gefunden, was uns wirklich überzeugt hat. Der Kostenfaktor war lange Zeit auch nicht unentscheidend und lag zunächst auch deutlich unter den oben angegebenen 1000 €. Wir wollten zunächst sehen, ob man nicht auch mit einer kostengünstigeren Lösung ganz gut zurecht kommen würde. Mit der Zeit hat sich dann das Budget etwas noch oben erweitert, sofern alle anderen Punkte wirklich erfüllt wären.

Der erste Versuch – Selbstgebaute Kisten

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Nach dem die Pferde in den ersten Wochen im Offenstall reichlich Heu zertrampelt hatten und klar war: Ohne Raufe geht es nicht!, haben wir uns zunächst an selbstgebauten Raufen versucht. Dazu haben wir aus einfachen Latten aus dem Baumarkt (unbehandeltes Holz verwenden!) Kisten gebaut, in die das Heu einfach lose reingeschmissen wurde. Eigentlich haben diese sehr einfachen und günstigen Raufen (Kostenpunkt ca. 20-30 € pro Raufe) sehr gute Dienste geleistet. Das Holz wird allerdings sehr gern angenagt und die oberen Latten müssen dann nach einem guten Jahr mal getauscht werden. Wir hatten die Raufen im Unterstand stehen, 3 Stück, räumlich gut von einander getrennt, damit alle Pferde in Ruhe fressen können. Da die Raufen an einer Wand standen, bieten sie nur 1-2 Pferden Platz zum Fressen, 3 gehen theorisch auch, dafür müssen sich die Pferde aber sehr mögen. Die Raufen hatten eine Größe von ca. 130 x 60 cm und waren gut 1 m hoch. Gefüttert wurde zwei mal am Tag mit losem Raufutter, morgens und nachmittags und es passte gerade so viel rein, dass das Heu jeweils bis zur nächsten Fütterung reichte. Eine Ballenfütterung war in diesen Kisten nicht möglich, theoretisch könnte man aber die Maße der Kiste entsprechend anpassen (entweder für Quaderballen oder Rundballen). Die Verluste waren verhältnismäßig gering, da einfach oben aus den Kisten raus gefressen wurde, die Pferde aber den Kopf über den Raufen ließen und wenig Heu seitlich rausgezogen haben.
Als zeitweise noch zwei Shettys im Unterstand standen, haben wir die Raufen durch Netze an den Seiten erweitert. Da die Shettys den Kopf nicht oben in die Raufe bekommen haben, konnten sie nur seitlich das Heu rausziehen. Dies hat dann zu etwas mehr Verlust geführt. Dafür hatten die Ponys keinen uneingeschränkten Zugang zum Raufutter haben, denn durch die Netze an den Seiten wurde ihnen das Fressen ein wenig erschwert, wohin gegen die Großpferde weiterhin uneingeschränkt Heu von oben aus den Kisten fressen konnten. Diese Raufe eignet sich also durchaus für unterschiedlich besetzte Gruppen, bei denen die Kleinen weniger fressen sollen als die Großen.
Weil die Raufen recht leicht sind, mussten wir sie am Unterstand festschrauben, sonst haben die Pferde sie durch die Gegend gezogen.
Später entschieden wir uns dann, dass wir auf Grund der chronischen Huster in der Gruppe das Raufutter lieber unter freiem Himmel füttern wollten, um noch weniger Staubbelastung zu erreichen.

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Dazu waren dann die selbstgebauten Kisten nicht mehr so geeinget: Sie konnten nicht mehr an einer Stallwand befestigt werden und wurden oft durch die Gegend gezogen oder umgeworfen. Das Holz rottete draußen deutlich schneller und bei Regen wurde alles nass. Weil immer nur kleine Portionen gefüttert wurden, was das nicht allzu schlimm, aber nicht optimal.
Schließlich zerlegten die Pferde eine der Raufen komplett und ehe man eine neue baute, haben wir uns dann für ein anderes System entschieden.
Zusammengefasst haben die hatten die Kisten die folgenden Vor- und Nachteile:

 

ProContra
kostengünstigwird angenagt
wenig Heuverlustnicht so wetterbeständig
leichtes befüllenzu leicht, wird von den Pferden bewegt
gute Durchlüftungkein Schutz vor Regen
einfach Herzustellenkeine ganzen Rundballen
geringes Verletzungsrisikounbeschränkter Zugang zum Futter
natürliche Fressposition

 

Der zweite Versuch: Eine Edelstahlraufe

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Als zweite Heuraufe zog diese Edelstahlraufe bei uns ein. Eine recht schmale, hohe sechseckige Konstruktion aus Edelstahl mit engen Längsstreben, aus denen die Pferde das Heu zupfen können. Unten in der Mitte befindet sich ein kleines Dach, von dem das Heu nach links und rechts rutschen soll, damit in der Mitte nichts liegen bliebt. Die Raufe stand erst mit Erdnägeln befestigt im Sand. Das hat aber nicht besonders gut gehalten und die Pferde haben sie regelmäßig umgeschmissen. Daraufhin haben wir sie auf einem Holzbrett verschraubt, das war zumindest stabiler. Die Raufe lässt sich über eine Klappe befüllen, die sich genau so öffnet wie eine Boxentür, nämlich in dem man einen der Stäbe nach unten zieht und sich dadurch das Türchen öffnen lässt. Man muss diese Raufe auch mit losem Heu befüllen, sie ist eher für 1 – 2 Pferde konzipiert, zumindest wenn man nur zwei mal am Tag füttert. Durch seitliches Rausziehen des Heus ist auch hier relativ viel Verlust. Außerdem bleibt in der Mitte immer viel Heu liegen, an das die Pferde auf Grund der starren Gitterkonstruktion nicht dran kommen. Durch die engen Stäbe ist aber die Fressgeschwindigkeit recht gut beschränkt. Durch einen geschlossenen Deckel ist das Heu zumindest gegen Wasser von oben geschützt, an den Seiten kommt aber natürlich trotzdem recht viel Wasser an das Heu. Durch die schmale Form besteht keine so gute räumliche Trennung der Pferde und rangniedrige Tiere werden leicht vom Fressen abgehalten.unbenannt_-13

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Insgesamt eignet sich diese Raufe eher für eine Box oder für eine Einzelhaltung auf einem Paddock, nicht so sehr für die Gruppenhaltung.

Heunetze

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Die Pferde hatten über ein Jahr lang unbegrenzten Zugang zu Heu genossen. Das war nicht für alle bekömmlich und wir wollten lieber Netze verwenden, um die Menge des Heus ein bisschen einzudämmen. Wir haben dazu zwei hängende Netze gekauft, eines wurde an der Außenwand des Unterstandes befestigt, das andere zwischen Stallwand und einem Pfosten aufgehängt. Beides zwar unter dem Vordach des Stalls, aber nicht im Unterstand, um die Staubbelastung gering zu halten. Weil das Netz zwischen Stallwand und Pfosten durch das Eigengewicht des Raufutters sehr schnell durchhing, haben wir es zusätzlich an zwei Stellen mit Ketten vom Dach aufgehängt.
Gut gefallen hat mir an den Netzen, dass das Heu gut durchlüftet ist, die Pferde langsamer fressen müssen und so weniger Heu aufnehmen können.
Allerdings haben sie ziemlich an den Netzen rumgezerrt und sie so mehrfach einseitig losgerissen. Das befüllen der Netze war im Gegensatz zu den Kisten recht mühsam und dauerte deutlich länger. Außerdem war der Verlust an Heu deutlich größer, weil beim rauszuppeln des Heus viel auf dem Boden landete, was die Pferde dann nicht mehr fraßen. Ein Netz hatten wir zwischen einer Wand und einem Pfeiler gespannt, so dass das Netz an sich auch als räumliche Trennung der Pferde diente. So schaffte man auf verhältnismäßig wenig Raum viel Platz zum Fressen und rangniedrige Tiere können durch das Netz getrennt entspannt auf der gegenüberliegenden Seite fressen. Weil das Zupfen aus den Maschen heraus ziemlich mühsam ist, haben die Pferde schnell entdeckt, dass man den Kopf von oben in das Netz hinein stecken und dann viel bequemer fressen kann. Das bringt allerdings ein hohes Verletzungsrisiko, vor allem, wenn sie mit Halfter auf dem Paddock stehen. Abhilfe kann man schaffen, in dem man das Netz oben verschließt, zum Beispiel mit mehreren Karabinerhaken (Achtung: Sicherheitshaken verwenden!) Dies erschwert dann aber wiederum das Befüllen der Netze, weil man zunächst alle Karabiner lösen und anschließend wieder verschließen muss. Der Zausel entwickelte dann eine Neigung, das Netz mit dem Huf zu bearbeiten und schaffte es mehrfach, mit dem Eisen im Netz hängen zu bleiben. Er neigt zum Glück nicht dazu, schnell in Panik zu verfallen und konnte sich entweder selbst befreien oder wartete geduldig, bis ihm jemand zu Hilfe kam, nachdem dies aber zwei mal passiert war, haben wir die Netze abgenommen, um ernsthaften Verletzungen vorzubeugen.

ProContra
gute Durchlüftungerhöhtes Verletzungsrisiko
langsame Futteraufnahmemühsames Befüllen
stressfreies fressen für rangniedrige Tiereviel Heuverlust durch Zupfen
benötigt Pfosten oder Wand zur Befestigung

Heuglocke

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Während wir noch Ausschau nach der perfekten Raufe hielten und nicht so recht fundig wurden, machte dann der Stallbesitzer recht kurzen Prozess und kaufte eine Heuglocke. Die Glocke wird über einen Rundballen gestülpt und verfügt über vier Löcher, aus denen die Pferde fressen können. Durch die runde Form der Raufe entsteht leicht ein Pferdekarussel, wenn der Ranghöchste die anderen vom Fressen verscheucht, wandern diese einfach um die Raufe rum zum nächsten Loch. Das sieht zunächst komisch aus, pendelt sich aber recht schnell ein, weil der Ranghohe keinen richtigen Erfolg dabei hat, die anderen vom Futter zu verscheuchen und diese immer am gegenüberliegenden Platz fressen können. Auch wenn es erstmal etwas unruhig aussieht, kommen hier eigentlich alle Pferde zu ihren Fresszeiten, weil es keinem gelingt, die Raufe komplett alleine in Beschlag zu nehmen. Wir hatten damit zum ersten Mal einen ganzen Rundballen im Paddock, was die Fütterung enorm erleichterte und für eine Gruppe von 4-5 Pferde auf jeden Fall sinnvoll ist. Im Winter hält der Ballen so 4-5 Tage, im Sommer eher eine Woche, weil sie dort tagsüber auf der Weide stehen. Die Glocke schützt den Ballen vor Nässe und vor dem Zertreten. Zusätzlich zu der Glocke wird noch ein Netz über den Ballen gespannt, so dass die Pferde langsamer fressen. Allerdings passte das Netz nicht so 100 % über den Ballen und die Pferde fanden meistens eine Lücke, um neben dem Netz das Heu rauszuziehen. Dadurch hatten wir vergleichsweise viel Heu, welches zertrampelt wurde. Auch hier zeigte sich wieder, dass bei seitlichem Rauszupfen des Heus einfach viel zu Boden rieselt und dann nicht mehr gefressen wird. Ein weiteres Problem mit dem Netz zeigte sich, wenn der Ballen fast aufgefressen war. War das Netz bei neuem Ballen eher zu klein und bedeckte den Ballen nicht vollständig, lag es einige Tage später dann lose in der Glocke rum und wurde von den Pferden oft raus gezogen und flog dann im Paddock rum. Ein erhebliches Verletzungsrisiko!
Bei Wärme entwickelte sich unter der Glocke außerdem ein recht unangenehmes Klima, es wird sehr warm, was grade für Heulageballen ungünstig ist. Außerdem ist das Heu sehr schlecht belüftet und unter der Glocke sammelt sich der Staub, was für Allergiker sehr ungünstig ist. Die Glocke ist auch so leicht, dass sie von den Pferden umgeschmissen wird, wenn der Ballen leer gefressen ist. Auch hier steigt dann das Risiko für Verletzungen.
Mit der Glocke waren wir am wenigsten zufrieden, hatten sie aber recht lange in Gebrauch, weil wir nun auf der Suche nach der perfekten Lösung waren – und die war natürlich nicht so leicht zu finden.

ProContra
Rundballenschlechtes Klima unter der Glocke
einfach zu befüllenkaum Belüftung des Heus
Schutz gegen Regenzu leicht, wird umgeschmissen
mittlerer PreisVerletzungsgefahr - Heunetz liegt lose auf dem Boden, wird rausgezogen
viel Heuverlust durch rauszupfen

Ringraufen aus Edelstahl

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Im Futterhandel wohl am verbreitetsten sind Ringe aus Edelstahl mit Bügeln, in die ein Rundballen gestellt wird. Diese bewegen sich meistens so um die 1.000 € und wären damit noch in unserem finanziellen Rahmen gewesen. Wir haben uns gegen die Anschaffung einer solchen Raufe entschieden, weil sie zum einen keinen zuverlässigen Regenschutz bietet – man kann zwar aufmontierte Dächer für diese Art der Raufen bestellen, dadurch dass aber der Ballen auf dem Boden steht und die Raufe nicht durch sein Eigengewicht beschwert, sollen diese Konstruktionen sehr windanfällig sein und dann schon mal umwehen. Außerdem gibt es für diese Raufen keine zufriedenstellende Lösung für Heunetze. Man kann zwar einen Ballen mit einem Netz überspannen, ist der Ballen aber runtergefressen, liegt das Netz in großen Schlaufen auf dem Boden und kann von den Pferde rausgezogen werden. Die Bügel bergen außerdem das Risiko des Reintretens und Hängenbleibens, zumindest bei einigen Modellen. Letztlich hat uns diese Raufe im Verhältnis zum Preis zu wenig Vorteile geboten.

Viereckige Edelstahlraufen mit Dach


Ebenfalls weit verbreitet sind die großen viereckigen Raufen mit Dach, bei denen der Ballen nicht auf dem Boden steht, sondern in der Raufe selbst und dadurch der Raufe durch sein Eigengewicht zusätzliche Stabilität gibt. Diese Raufen zählen zu den teuesten Konstruktionen, sind aber auch sehr praktikabel und vereinen fast alle gewünschten Eigenschaften. Sie sind stabil, bieten reichlich Fressplätze, schützen das Heu gut vor Wetter und dem Zertreten und bergen bei der richtigen Auswahl (am besten durch enge Längsstreben getrennte Fressplätze) kaum Verletzungsrisiko. Einzig der Einsatz eines Heunetzes ist nicht ganz so einfach umzusetzen, zumindest nicht, wenn man ein dauerhaft gespanntes Netz möchte. Meistens wird eine dafür vorgesehende Konstruktion nicht mit angeboten und muss durch erfinderische Eigenleistung hergestellt werden. Wir erhielten aber von einem Hersteller den Tipp aus mit Sand gefüllten PVC Rohren aus dem Baumarkt einen Rahmen für ein Netz zu bauen, welcher dann in die Raufen eingelegt wird und den Ballen mit einem Netz umspannt. Außerdem sind diese Raufen oft sehr groß und massiv, was den Transport und Aufbau für alle Offenstallbesitzer ohne Trecker oftmals erschwert. Zur Beladung dieser Raufen benötigt man in der Regel auch einen Trecker oder Radlader, weil die schweren Ballen in die Konstruktion hineingehoben werden müssen. Da bei uns auf dem Hof ein Radlader zur Verfügung steht, war für mich eher die Größe der Raufe ein Punkt, der gegen eine Anschaffung sprach. Unser Paddock ist sicherlich nicht klein, aber eben auch nicht außerordentlich großzügig bemessen für 4-5 Pferde. Grade, wenn die Pferde im Winter ihre komischen 5 Minuten bekommen und freudig durchs Paddock bocken, bin ich um jeden freien Platz froh, der ihnen dafür zur Verfügung steht.
Hätten wir nicht eine noch bessere Alternative gefunden, wäre es aber wohl, trotz des recht hohen Kostenfaktors (ca. 1500 €) solch eine Raufe geworden.

Nach der Auflistung der verschiedenen Raufen und ihrer Vor- und Nachteile ist nun natürlich die spannendste Frage, für welche Raufe wir uns entschieden haben und wie sie sich im Praxistest schlägt. Weil der Artikel aber schon so lang geworden ist, muss ich euch damit auf den nächsten Teil der Offenstallserie vertrösten. In Teil 2 rund um die Heuraufen wird es dann ausschließlich um unsere neue Heuraufe gehen, die wirklich alles vereint, was ich mir von einer Heuraufe wünsche.

Fotoserie Teil 10: Zausels Fotobuch 2015

Wir wollen die vielen wunderbaren Fotos, die in finsteren Ecken auf euren Rechnern schlummern, aus ihrem Dörnröschenschlaf befreien und zu Papier bringen. Denn diese kostbaren Erinnerungen an wunderbare Momente sind viel zu schade, um ungesehen in den hintersten Ecken eurer Festplatten zu schlummern. Darum widmet sich gleich eine ganze Artikelserie um die verschiedenen Möglichkeiten, digitale Fotos zu handfesten Schmuckstücken zu machen. Wir hoffen, euch ein bisschen Anregen und Inspirieren zu können und freuen uns sehr, wenn ihr eure Werke via Instgram mit dem Hashtag #Horsediaries_Lieblingsfotos präsentiert.

Der Entwurf für mein eigenes Fotobuch liegt schon lange auf meinem Rechner. Um es tatsächlich bestellen zu können, fehlten aber einige Bilder aus dem Jahr 2015 in voller Auflösung. So zog es sich bis fast ganz zum Schluss unserer Aktion mit Saal Digital hin und beinahe hätte ich mir den Rabattcode nicht mehr sichern können. Zum Glück hat es aber doch alles rechtzeitig geklappt und gestern durfte ich das Werk dann zum ersten Mal in den Händen halten: Ist das schön geworden!

Slider-0078Ich hatte es gestern schon kurz auf Snapchat gezeigt (wer uns dort folgen mag: Horsediaries ist unser Benutzername) und versprochen, es hier noch mal ausführlicher zu zeigen. Entschieden habe ich mich für ein quadratisches Buch in 28 x 28 cm. Ich hatte kurz etwas gezögert, die im Zuge unserer Fotoserie gezeigten Exemplare in Hochformat und Querformat haben mir auch ausgesprochen gut gefallen. Weil ich aber schon zwei Bücher im quadratischen Format habe, bin ich dann doch dabei geblieben. Meine Bücher stehen auf einer Regelleiste über der Couch, da passte es dann besser beim gleichen Format zu bleiben.Slider-0081 Slider-0080 Slider-0083 Slider-0085 Slider-0086

Während das 1. Buch nur aus Bildern besteht, habe ich mich bei diesen nun dazu entschieden, die Texte, die ich hier im Rahmen von Zausels Tagebuch geschrieben habe, mit in das Buch aufzunehmen. Ich habe in den letzten Jahren oft festgestellt, dass man sich an einige Details doch nicht mehr so gut erinnern kann. Wann war noch mal die Operation? Und wie lange hat es dann noch mal gedauert bis ich wieder reiten konnte? War der Ausflug an den See eigentlich 2013 oder 2014? Immer, wenn ich mir bei solchen Dingen nicht ganz sicher war, habe ich hier auf Horsediaries in alten Tagebuchtexten nachgelesen. Da das Internet ja aber nicht unbedingt von unendlicher Dauer ist und ganze Webseiten verschwinden können, fand ich den Gedanken, unsere Geschichte auch in Papierform aufzuheben, sehr schön. Außerdem liest es sich in einem Buch mit Seiten zum Blättern ja doch irgendwie netter als am Bildschirm, oder? Ich gebe zu, ich bin in diesem Punkt aber auch ein bisschen nostalgisch.

Mein Fotobuch 2015 besteht also aus vielen vielen Bildern und ein bisschen Text. Bei den Bildern habe ich versucht, möglichst großformatig zu bleiben und nicht zu viele Bilder auf einer Doppelseite zu platzieren. So können sie einfach am besten wirken. Mein persönliches Highlight sind immer wieder die Bilder, die über beide Doppelseiten gezogen sind und in voller Größe zur Geltung kommen.Slider-0088 Slider-0089 Slider-0090 Slider-0091

Bei den Seiten habe ich mich für mattes Papier entschieden, weil sich Licht darauf weniger spiegelt und man die Bilder ungestörter betrachten kann. Außerdem verzeiht es eher mal einen Finger auf dem Bild ohne gleich unschöne Fingerabdrücke zur hinterlassen. Das ist für Besucher, die durch das Buch blättern ganz gut. Beim Cover habe ich mich ebenfalls für die matte Oberfläche entschieden, weil die samtige Haptik einfach wunderbar ist, auch wenn diese Oberfläche empfindlicher ist, als die Hochglanz Variante. Da bekommen Besucher mit Patschfingern dann gleich eins auf die schmierigen Pfoten 😉

Das Buch hat nach andächtigem Durchblättern gleich seinen Platz über dem Sofa gefunden und macht sich ganz hervorragend zwischen den anderen Alben und Bildern. Leider ruft es sofort einen „mehr davon“-Effekt in mir hervor, ich muss unbedingt noch das Buch von 2014 gestalten und wenn ich schon mal dabei bin, auch das für 2016. Und der Hund braucht auch noch seine eigenen Bücher…Slider-0092 Slider-0096 Slider-0094 Slider-0097 Slider-0104

Ihr seht, es besteht Suchtgefahr, aber die Bücher sind auch einfach zu schön. Ich muss dann nur irgendwie noch anbauen über meinem Sofa, da ist gar kein Platz mehr!

 

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