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10 Fakten über Jeany

Wer jetzt 10 typische Fakten über Ponydickschädel erwartet, den muss ich an dieser Stelle enttäuschen. Bis auf wenige Punkte ist Jeany nämlich eigentlich eher alles andere als ein typisches Pony:

  1. Okay, sie liebt Fressen, sie würde morden für Futter. Typisch Pony, ich weiß.
  2. Jeany muss immer als erstes ihren Trog kontrollieren, wenn sie in die Box kommt.
  3. Jeanys Lieblingstrick ist das Vorderbeinchen heben. Sie macht das auch gern mal am Putzplatz wenn ich vor ihr stehe und mich unterhalte. Frei nach dem Motto „Sieh zu Frauchen, sonst trete ich dir in den Hintern, mir egal ob du ein Kommando gegeben hast oder nicht“
  4. Jeanys Spitzname ist Jeans. Wie die Hose.
  5. Jeany mag andere Pferde nur bedingt. Man könnte fast sagen, dass sie sehr wählerisch ist, was ihre sozialen Kontakte betrifft.
  6. Das Blondinchen hat keinen Ponydickschädel und ist auch nicht typisch Ponyfaul. Jeany rennt für ihr Leben gern oder sollte ich besser rennt um ihr Leben sagen?
  7. Trotz großer Bemühungen, ist sie allerdings mit einer gesunden Portion Wahnsinn ausgestattet, der sie so manches Mal aus dem Konzept bringt. Aber das macht ja bekanntlich auch die Besten aus. So ein Pferd in einer Longierhalle bei offener Tür ist ja offensichtlich auch eine große Gefahr für kleine Ponys, oder nicht?
  8. Der zweite Vorname von Frau Pony ist „Ungeduld“. Sobald ich beim Putzen länger brauche als gewöhnlich, tänzelt Jeany von links nach rechts, stupst mich an, scharrt wild in der Luft und möchte wirklich dringend loslegen.
  9. Jeany mag keine Hallen und auch keine Ecken. Eigentlich hasst sie alles, wo sie nicht gut überblicken kann. Das zeigt sich durch ausgesprochen intensive Zuckungen. Am liebsten wurde sie auf dem Platz geritten oder im Gelände mit besonderes großer Weitsicht. Aber wehe am Horizont zeichnen sich Menschen ab. Die könnten angreifen!
  10. Jeany hat Angst vor Wasser. Man könnte meinen als waschechte Blondine sollte sie mit ihren 9 Jahren so langsam aber sicher die Scheu vor dem kühlen Nass verloren haben, aber nein. Jedes Mal vor dem Schweifwaschen gibt es eine Diskussion…

Gut in Form – Zausels August

Kalenderwoche 33 – Zausels August
Hamburg – Eigentlich recht sommerlich und dann wieder einen ganzen Tag lang Dauerregen – der Sommer 2017 war in Hamburg wirklich ein Reinfall

Besonders gefreut habe ich mich diesen Monat über:

Nach 3 Wochen war endlich unser Reitlehrer wieder da und wir konnten wieder Unterricht reiten. Der Juli war irgendwie etwas geprägt von kleinen Pausen, der Zausel hatte zweimal ein Eisen verloren, wurde akupunktiert und der Sattel lag nach einem Aufpolstern plötzlich sehr schief. Alles so Kleinigkeiten, die aber dazu führten, dass wir nicht so sehr intensiv reiten konnten und irgendwie immer wieder kleine Pausen machen mussten. Dann war der Reitlehrer drei Wochen weg und wir haben ehrlich gesagt etwas den Drive verloren.
Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich letzte Woche das erste mal wieder Unterricht geritten bin und feststellen musste, obwohl ich eher wenig geritten bin, lief der Zausel echt super und wir haben doch gar nicht mal so schlecht gearbeitet wie ich befürchtet hatte.
Der Zausel ist super in Form und der Unterricht hat richtig viel Spaß gemacht, ich freue mich schon auf nächste Woche! Der Titel dieses Artikels bezieht sich also vor allem auf seine Trainingsverfassung, nicht so sehr auf seine körperliche Form. Die ist, wie man auf den Bildern sehen kann, der üppigen Weidesaison geschuldet im Moment leider sehr ausladend… Aber der Sommer ist ja nun auch fast rum.

Darüber habe ich mir Sorgen gemacht:
So richtig Sorgen kann man das nicht nennen, der Sattel war erst schief, das Problem ist zum Glück behoben, aber dafür finde ich nun, dass er nicht mehr so perfekt im Schwerpunkt liegt. Da muss nun auch noch mal nachgebessert werden und wie so oft gilt: Irgendwas ist immer…

Schönstes Erlebnis diesen Monat:

Eigentlich hätte das wohl ein Ritt am Strand sein sollen,  denn eigentlich wollten wir die Pferde wie die letzten Jahre auch schon Ende Juli bis Ende August mit nach Sylt nehmen. Das hat dieses Jahr aber leider nicht geklappt, weil ich mir kurzfristig grade zu dieser Zeit keinen Urlaub nehmen konnte. Das ist natürlich sehr schade, aber ehrlich gesagt war das Wetter diesen Sommer im Norden eh so unbeständig und verregnet, dass ich auch nicht sooo traurig bin. Bei ständigem Regen hätten weder der Zausel noch ich Lust gehabt, mehrere Wochen auf Sylt zu verbringen und der wetterempfindliche Zausel ist dann doch besser in Hamburg untergebracht, wo er einen Unterstand hat, in dem er sich vor Dauerregen verstecken kann.
Nächstes Jahr sieht es hoffentlich sowohl wettertechnisch als auch beruflich wieder besser aus und wir können die Pferde wieder mit hoch auf die schönste Insel nehmen.

Dafür habe ich unerwartet Geld ausgegeben:

Auch wir hatten eine Erhöhung der Einstellgebühr im Briefkasten und es fallen monatlich 3o € mehr Fixkosten an. Hinzu kam das Umpolstern des Sattels, der jetzt wohl noch ein weiteres Mal geändert werden muss.

Wenn Zausel noch etwas sagen könnte:
Ich mag den Regen nicht, lieber schwitze ich unter der Regendecke als dass ich im Regen friere. Bin ich erstmal richtig nass, wird mir wirklich entsetzlich kalt und ich fange selbst bei 18 Grad an zu zittern. Ein Unterstand auf der Weide wäre genau das richtige!

Endlich wieder auf dem Pferd nach der Babypause, so ging es weiter – inklusive Video!

Wer uns auf Instagram folgt, hat es schon gesehen: Anfang der Woche habe ich ein kurzes Video gepostet, auf dem Püppi und ich im Aufbautraining zu sehen sind. Normalerweise denkt man beim Wort Aufbautraining ans Pferd, aber hier bin natürlich ich gemeint, denn Püppi ist in super Form. Meine Form dagegen lässt nach 10 Monaten Babypause noch sehr zu wünschen übrig – wie das allererste Mal reiten so lief hatte ich euch ja letzte Woche HIER berichtet.

Nun möchte ich euch berichten, wie es nach dem ersten Mal reiten weiterging. Erst einmal hatte ich am nächsten Tag einen dicken Muskelkater in den Schultern und Oberschenkeln und mein Rücken tat noch zwei Tage weh, so dass ich weder Kinderwagen noch Maxi Cosi noch Baby tragen mochte. Und das nach 20 Minuten reiten.. könnt ihr euch vorstellen, wie gefrustet ich war? Aber davon wollte ich mich nicht abhalten lassen, also ging es fünf Tage später wieder aufs Pferd. Und zwei Tage drauf erneut. Beide Male waren ähnlich wie das erste Mal, ich ritt ca. eine halbe Stunde, davon den Großteil Schritt. Blöderweise tat mein Rücken weiterhin bei jedem Trabtritt bzw. Galoppsprung weh, so dass ich schmerzfrei nur im leichten Sitz galoppieren und traben konnte. Leichter Sitz im Galopp ist ja ganz ok, aber habt ihr schon mal im leichten Sitz getrabt? Ich kann euch sagen, es fühlt sich schrecklich an und sieht auch extrem albern aus. Alles geht gefühlt nach unten, Püppi muss sich auch gewundert haben, was ich da auf ihr veranstalte. Aber so konnte ich den Schwung mit den Beinen abfedern und den Rücken entlasten. Natürlich lief sie total auf der Vorhand und alles war sehr bergab.. aber zumindest konnte ich ein paar Runden schmerzfrei reiten.

Beim 4. und 5. Mal habe ich dann den Springsattel drauf gemacht, weil ich mit dem natürlich viel angenehmer im leichten Sitz reiten kann. Und das brachte einen kleinen Durchbruch, ich konnte tatsächlich wieder halbwegs normal aufgerichtet leichttraben, und sogar ein wenig normal galoppieren! Das 5. Mal ging sogar so gut, dass ich mutiger wurde und richtig lange geritten bin und sogar einige Lektionen aus Spaß dazunahm. Zum Beispiel die neu erlernten Einerwechsel 🙂

Mehr will ich darüber hier gar nicht schreiben, ich habe mich nämlich beim 4. und 5. Mal reiten filmen lassen und kommentiere euch in dem Video, wie es genau lief.

Gefallen euch kommentierte Videos? Dann schreibt mir das gern in die Kommentare, dann würde ich die nächsten Trainingseinheiten auch für euch festhalten und hoffe, dass ich dann bald auch wieder im Dressursattel wieder schmerzfrei reiten kann!

Hier findet ihr das Video:

Ich höre wirklich auf zu reiten!

Heute vor ziemlich genau einem Jahr bin ich noch eine M-Dressur mit Emmi geritten. Wer hätte damals gedacht, dass das unser tatsächlich letztes Turnier sein würde… Ich habe den Bericht gerade noch mal gelesen und ich finde aus dem Text spricht so viel Frust und Enttäuschung, dass ich wirklich froh bin, mir selbst zugestanden zu haben, dass das aktive Turnierreiten momentan nicht in mein Leben passt. Mir tut es heute wirklich weh, zu lesen, wie schlecht ich Emmi gesehen habe und wie kritisch ich mit unserer Leistung umgegangen bin. Diejenigen von euch, die Emmis Tagebuch schon länger verfolgen, haben mitbekommen, dass ich eine sehr lange, schwierige Phase hatte, in der ich die Lust am Reiten mehr oder weniger komplett verloren habe. Das war auch einer der Hauptgründe, warum ich Emmi habe decken lassen.

Natürlich bin ich nach der Entscheidung, Emmi decken zu lassen, trotzdem noch weiterhin geritten. Gerade in der Anfangsphase, als meine Reitbeteiligung schon aufgehört hatte, aber wir noch auf den richtigen Zeitpunkt für die Besamung warten mussten und ich danach auch nicht wusste, ob es geklappt hat, saß ich noch mehrmals die Woche auf dem Pferd. Allerdings nur noch im Springsattel. Ich habe gemerkt, dass ich mit meinem Dressursattel einfach nicht mehr zurecht komme. Er ist für mich zu klein und zu eng und ich kann nicht bequem und locker darin sitzen. Mein Springsattel ist schon ziemlich alt, es ist ein Flachsitzer von Jaguar und ich habe ihn für mein früheres Pferd vor über zehn Jahren gebraucht gekauft. Was mir aber die ganzen Jahre nie so bewusst war, weil ich ihn nur für Ausritte und Springen benutzt habe: Ich reite echt gerne darin und zwar auch Dressur. Man sitzt natürlich weniger im Pferd, aber dafür hat man viel mehr Bewegungsfreiheit, ich kann viel lockerer mitgehen und fühle mich einfach total wohl. Außerdem habe ich gemerkt, dass ich mir im Springsattel viel weniger Druck mache und das ist für mich ein ganz wichtiger Punkt. Sobald ich den Dressursattel auf dem Pferd hatte, hatte ich immer das Gefühl, es müsse nun auch wirklich nach Dressurreiten aussehen. Umso genervter war ich dann, wenn es mal nicht so geklappt hat und ich im Spiegel nur einen angespannten Reiter und ein unzufriedenes Pferd sah. Im Springsattel hingegen bin ich viel entspannter, galoppiere eher mal ein paar Runden im leichten Sitz und lasse die Zügel aus der Hand kauen. Das überträgt sich natürlich aufs Pferd und so hatte ich noch ein paar total schöne Trainingseinheiten mit Emmi. In dem Wissen, dass wir sowieso nur noch ein bisschen lockere Bewegung machen und nichts mehr erreichen müssen, hat es mir wirklich wieder richtig Spaß gemacht zu reiten.

Mittlerweile steht Emmi seit knapp zwei Monaten 24 Stunden auf der Weide und seitdem bin ich sie auch nicht mehr geritten. Das war gar nicht so geplant, aber hat sich irgendwie so ergeben. Eigentlich hatte ich geplant, noch ein paar Ausritte zu machen und sie weiterhin locker zu bewegen. Ich hatte dann aber viel anderes um die Ohren und Emmi war so entspannt und zufrieden, dass ich nicht mehr das Gefühl hatte, sie noch zusätzlich bewegen zu müssen. Am 1. August habe ich dann auch meine Sattelschränke leer geräumt, da ich meine Box gekündigt hatte und Emmi nur noch ihren Weideplatz hat. Eigentlich wollten wir an dem Tag auch direkt umziehen, aber das verschiebt sich nun leider noch um ein paar Tage (mehr dazu). Ich fuhr also morgens in den Stall, mit Ikea Tüten und Müllsäcken bewaffnet, um alles auszuräumen. Zum Glück war es gar nicht mehr so viel Zeug, da ich nur 1,5 kleine Schränke zur Verfügung hatte und dort außer zwei Sätteln auch gar nicht mehr viel reinpasste. Dennoch war es ein sehr merkwürdiges Gefühl, die Sachen ins Auto und von dort später in den Keller zu räumen. Die Reitstiefel, meine Kappe, Sporen, Trense, all die Sachen, die man als Reiter täglich so braucht, werde ich jetzt mindestens anderthalb Jahre nicht mehr benutzen.

Ich bin tatsächlich in meinem ganzen Leben noch nie für eine längere Zeit nicht geritten. Die längste Zeit war 2012 während meines Auslandssemesters, wo ich vier Monate auf keinem Pferd saß. Dieses Mal wird es definitiv länger sein und das macht mich fast ein bisschen wehmütig. Dennoch ist es in meiner aktuellen Situation das einzig Vernünftige. Ich schreibe im Dezember mein zweites Staatsexamen und freue mich sehr, dass ich mich nun endlich darauf konzentrieren kann. So sehr ich Lernen hasse, mir fällt es deutlich leichter, wenn ich möglichst wenig andere Verpflichtungen habe, die mich ablenken. Einfach morgens in die Bibliothek zu fahren und abends wieder nach Hause zu kommen, ohne noch Training, Tierarzt und Hufschmied dazwischen quetschen zu müssen, erscheint mir ziemlich entspannt. Nach meinem Staatsexamen steht dann meine Wahlstation an, die ich in New York verbringen werde. Ich hatte sehr gehofft, dass ich noch mal die Möglichkeit bekomme, ins Ausland zu gehen, und freue mich schon sehr darauf. Von Januar bis Ende März werde ich dort arbeiten, nach meiner Rückkehr steht dann (hoffentlich) die Geburt von Emmis Fohlen an und meine mündliche Prüfung. Wenn alles gut läuft, bin ich dann im Mai nächsten Jahres mit meinem Studium fertig. Was ich dann machen will? Ehrlich gesagt keine Ahnung. Vermutlich erstmal drei Monate aus dem Fenster gucken und mich freuen, dass es nach acht Jahren Paragraphen endlich vorbei ist. Bis ich weiß, wie es dann beruflich bei mir weitergeht, hat es auf jeden Fall wenig Sinn, sich darüber Gedanken zu machen, wie es mit dem Reiten weitergeht.

Aktuell vermisse ich das Reiten ehrlich gesagt noch nicht. Mir reicht es völlig aus, Emmi auf der Weide zu besuchen, ihr die Nase zu streicheln und Möhrchen reinzuschieben. Meiner Meinung nach hat sich unsere Beziehung zueinander auch total verbessert, seit ich sie nicht mehr sportlich reite. Alles, was ich momentan möchte, ist, dass es Emmi gut geht und sie ein schönes Leben hat. Seit der Leistungsdruck weg ist, bin ich wieder viel verliebter in Emmi und sehe viel mehr ihre Stärken, ihr liebevolles Wesen und wie schön sie einfach ist. Während ich durch den ganzen Frust beim Reiten tatsächlich überlegt hatte, sie zu verkaufen, bin ich jetzt einfach dankbar, sie zu haben und Zeit mit ihr zu verbringen. Manchmal denke ich, wenn ich mit dieser Demut und ohne all die Ansprüche an mein Pferd an das Dressurreiten herangegangen wäre, wäre einiges anders gelaufen.

Auf der anderen Seite ist ein Leben ohne Reiten für mich unvorstellbar. Seit ich drei Jahre alt bin, bin ich ein Pferdemädchen. Jahrelang gab es für mich nichts wichtigeres als Reiten. Ich denke, es ist normal, dass sich die Prioritäten im Laufe des Lebens öfter mal verschieben. Dennoch sehe ich mich langfristig auf jeden Fall wieder auf dem Pferd und auch auf Turnieren. Das merke ich nämlich schon jetzt, dass mich Turnierfotos und -berichte anderer total motivieren, irgendwann auch wieder selbst zu starten. Mich würden eure Erfahrungen zu dem Thema auf jeden Fall sehr interessieren. Wie lang war die längste Zeit, die ihr nicht geritten seid? Habt ihr euch freiwillig dazu entschieden oder war es den Umständen geschuldet? Wie lange hat es gedauert, bis ihr es vermisst habt?

Endlich wieder reiten! Püppis Juli

Kalenderwoche 32 – Püppis Juli Rückblick

Hamburg – Aprilwetter mit Regen, Hagel, Sonne, Wind im schnellen Wechsel

Besonders gefreut habe ich mich diesen Monat über:

Meine Rückkehr in den Sattel! Ich habe euch ja HIER berichtet, dass ich nach meiner 10-monatigen Babypause zum ersten Mal wieder geritten bin. Es lief nicht so gut wie gedacht, aber es war trotzdem so schön, ich habe das Reiten wirklich sehr vermisst!

Darüber habe ich mir Sorgen gemacht:

Ich habe mir Sorgen um meinen Rücken gemacht, weil der so weh tat beim Reiten, dass ich nur im leichten Sitz reiten konnte, um den Rücken zu entlasten. Wie es mit dem Rücken weiterging und sich das Reiten nach dem ersten Mal entwickelt hat, berichte ich euch noch in dieser Woche in Püppis Tagebuch!

Schönstes Erlebnis diesen Monat:

Das erste Mal im Stall mit meinem kleinen Sohn um zu reiten, war wirklich ein besonderer Moment für mich. Ich glaube fast jede Reiterin, die ein Kind bekommt, hat die Hoffnung, dass sich ihr Kind auch für Pferde interessieren wird und mit in den Stall kommt. Ich habe das auch, auch wenn es im Reitstall natürlich viel mehr Mädchen gibt als Jungs. Und wenn er später lieber Fußball spielen möchte als Reiten, ist das natürlich auch ok 🙂 Aber es war ein toller Moment, mit ihm gemeinsam in den Stall zu fahren und Püppi wieder zu reiten, während er mit meiner Schwester spazieren ging.

Dafür habe ich unerwartet Geld ausgegeben:

Letzte Woche erreichte mich Post unseres Stallbesitzers: Die Boxenmiete wurde um 10 Euro erhöht, dazu werden ab sofort 20 EUR monatlich für den Weideservice berechnet, so dass meine monatlichen Fixkosten unerwartet um 30 EUR gestiegen sind.

Wenn Püppi noch etwas sagen könnte:

Schön, dass du wieder da bist, wann können wir wieder springen?

Warum liegt hier eigentlich Stroh? 10 Dinge, an denen man einen Reiterhaushalt erkennt!

Reiter sind ein spezielles Völkchen mit allerlei Besonderheiten. Daher stellen sie unter anderem auch gesteigerte Anforderungen an ihr trautes Heim. Wie sich so ein Reiterhaushalt von einem normalen Haushalt unterscheidet?

  1. Vor der Tür steht ein großes Auto mit ausreichend PS. Das kann sowohl der neuste Porsche Cayenne sein als auch der Opel Kombi aus 1985 – hauptsache mit Anhängerkupplung und genügend Zugkraft.
  2. Auf der Fußmatte liegen stets ein paar Heuhalme. Daneben stehen mindestens zwei paar matschige Stiefel, an denen ebenfalls Heu klebt. Wir nennen das Landhausstil!
  3. Im Flur liegt Heu. Und Stroh. Oder Späne, je nachdem. Man kann die Reitsachen ja schlecht im Treppenhaus ausziehen? Wie jetzt, staubsaugen? Sorry, keine Zeit, heute kommt der Hufschmied!
  4. Der Boden ist übersäht von Schabracken, Decken und sonstigen merkwürdigen Gegenständen. Warum das nicht im Keller liegt? Der ist leider voll. Außerdem ist das Klima da unten echt nicht gut für das Leder. Und für die Eskadron Schabracke. Und für das Lammfell erst!!
  5. Wer den Wäschekorb öffnet, dem zieht ein herber, leicht strenger Duft entgegen. Reiten ist eben anstrengend und Pferdekacke riecht leider nicht nach Rosenblüten.
  6. In der Waschmaschine findet man bei genauerem Hinsehen eigentlich immer ein paar kleine bunte Härchen. Leider finden sie sich vereinzelt auch an Socken oder weißen T-Shirts wieder, sehr zum Leidwesen des männlichen Mitbewohners. Diese Schabracken-Waschservices kann aber auch keiner bezahlen, außerdem duften die Schabracken gar nicht so schön wie beim selber Waschen.
  7. Ab und zu rutscht leider ein Leckerlie mit in die Waschmaschine, der sich dann in mikroskopisch kleine Partikel zersetzt und lustige braune Krümel auf der gesamten Wäsche verteilt. Sieht sehr edgy aus, mit dem Style kommt ihr safe ins Berghain!
  8. Wenn man den Kühlschrank öffnet, läuft man Gefahr, vom Maxipack Möhren erschlagen zu werden. Möhren schimmeln nämlich wirklich erstaunlich schnell und es ist sehr wichtig, davon immer ausreichend parat zu haben, für „wenn er mal wieder so süß guckt“. Also das Pferd. Nicht der Mann. Der kann für sich selbst einkaufen!
  9. In der Küche duftet es nach frisch gekochtem Mash, daneben steht eine Brotdose mit klein geschnittenen Apfelstücken bereit. Und nein, die ist nicht für die Kinder.
  10. Zu guter letzt, der Kleiderschrank: Immer zu klein, wer denkt sich eigentlich diese Maße aus? Man braucht schließlich zu jeder Schabracke ein passendes Shirt. Und mindestens 24 Reithosen. Von den Turnieroutfits ganz zu schweigen, wer will schließlich jedes Wochende gleich aussehen?

Und, wer von euch erkennt sich in einigen Punkten wieder? Fallen euch noch weitere Besonderheiten ein?

Tumor, Shooting, Stallwechsel – Ein Update

Momentan habe ich wirklich das Gefühl, ich blogge so viel wie noch nie. Aber da aktuell irgendwie so viel passiert, was ich mit euch teilen möchte, ist das hoffentlich in Ordnung 🙂 Wer nicht mehr hinterher kommt, darf natürlich auch jederzeit nachfragen! Ich versuche euch alles so detailliert und zeitnah wie möglich zu schildern, damit diejenigen von euch, die ebenfalls überlegen, ihre Stute decken zu lassen, vielleicht von meinen Erfahrungen profitieren können.

Ich schulde euch noch den Bericht von Emmis Tierarztbesuch am Donnerstag. Ich hatte euch ja erzählt, dass ich mit meiner Tierärztin vereinbart habe, dass wir wegen der merkwürdigen Struktur am Eierstock noch mal Ultraschall machen wollten. Nicht um zu gucken, ob es sich verändert hat, sondern um es für den nächsten Tierarzt zu dokumentieren. Emmi zieht hoffentlich bald in den Stall um, in dem sie auch ihr Fohlen bekommen soll (dazu unten mehr…) und wird dort von einem neuen Tierarzt behandelt, da der Stall von meiner jetzigen Praxis zu weit entfernt ist. Damit der neue Tierarzt dann etwas hat, womit er den Befund vergleichen kann, wollten wir also „Ultraschallfotos“ machen, da das beim letzten Termin vor lauter Aufregung unter gegangen war. Daher habe ich Emmi am Donnerstag morgens reingeholt und nach langer Zeit mal wieder in Ruhe geputzt, während ich auf unsere Tierärztin wartete. Emmi war super entspannt und ein bisschen müde und hat sich vor allem über Futter und den Salzleckstein gefreut. Früher habe ich nie gemerkt, wie viel sie den nutzt, aber seit sie auf der Weide steht und nicht mehr 24/7 einen Stein zur Verfügung hat, leckt sie jedes Mal, wenn ich es ihr anbiete, bestimmt fünf Minuten am Stück daran.

Als die Tierärztin dann da war und das Ultraschallgerät angeschlossen hatte, ging es auch endlich los. Zuerst konnten wir wieder Teile vom Fohlen sehen und dann schallte sie den „kranken“ Eierstock. Als der ins Bild kam, guckten wir beide etwas verwirrt, denn die wabenartige Struktur, die zu so großer Sorge geführt hatte, war einfach verschwunden. Ich konnte es bei dem letzten Termin selbst ganz deutlich sehen und war daher auch wirklich nicht so positiv gestimmt. Dieses Mal war aber rein gar nichts mehr davon zu sehen… So konnten wir zwar ein Foto machen, allerdings sieht man darauf nichts mehr von dem Problem. Das ist zwar sehr merkwürdig, aber auf jeden Fall positiv. Meine Tierärztin meinte, wir hätten uns wohl unnötig verrückt gemacht und vielleicht sollte ich lieber gar keine Untersuchung mehr machen, um sich nicht umsonst Sorgen machen zu müssen. Ich bin auf jeden Fall erstmal erleichtert und wieder etwas entspannter, was die ganze Geschichte angeht. Das tollste war es natürlich, das Fohlen zu sehen, allerdings bewegt sich das irgendwie so wild, dass wir es nicht geschafft haben, ein gutes Foto zu machen. Ich zeige euch die Fotos trotzdem mal, auch wenn ihr wahrscheinlich ähnlich wenig darauf erkennen könnt wie ich.

Der „kranke“ Eierstock

 

Der kleine Strich ist die Nabelschnur vom Fohlen 🙂

 

Am Montag haben Theresa und ich es dann endlich geschafft, neue Fotos von Emmi zu machen. Wir hatten wunderschönes Licht und natürlich jede Menge Spaß. Eins der Fotos seht ihr hier schon als Titelbild. Ich habe das erste Mal Fotos mit Pferd im Kleid gemacht und muss sagen, dass ich das ziemlich ungewohnt fand. Die Fotos sind total schön geworden, aber so richtig identifizieren kann ich mich damit irgendwie noch nicht. Ihr werdet die Ergebnisse natürlich nach und nach hier auf dem Blog und bei Instagram zu sehen bekommen.

Gestern war der 1. August und damit der Tag, für den unser Wechsel in den Aufzuchstall geplant war. Darauf fiebern wir mittlerweile seit mehr als drei Monaten hin. Ich habe meine Box gekündigt und musste auch meine Stallschränke gestern räumen. Leider gibt es jedoch einen neuen Krankheitsfall in unserem aktuellen Stall, der schon wieder verhindert, dass wir umziehen können. Daher bleibt Emmi erstmal noch länger auf ihrer Weide. Ehrlich gesagt bin ich mit den Nerven ziemlich am Ende, da ich schon so lange wechseln möchte und immer wieder etwas dazwischen kommt. Ich versuche immer wieder, mir solche Sachen nicht zu sehr zu Herzen zu nehmen, aber leider klappt das nur mäßig. Mein ganzer Plan beruht darauf, dass Emmi in diesen Stall kommt, da ich weiß, dass die Pferde dort optimal versorgt werden und außerdem eine gute Freundin von mir dort steht und immer nach Emmi sehen könnte. Leider passieren aber immer und immer wieder Dinge, auf die ich keinen Einfluss habe. Das gibt mir das Gefühl, ich kann eigentlich machen was ich will und es klappt sowieso nie so, wie ich es plane. Vermutlich werde ich Emmi nun erstmal einige Wochen in einen anderen Stall bzw auf eine andere Weide als eine Art Quarantäne stellen müssen, damit wir dann risikolos wechseln können. Das ist für Emmi natürlich alles andere als optimal, aber ansonsten müssten wir noch bis Oktober bei uns im Stall bleiben. Und wer weiß schon, ob dann nicht wieder irgendetwas passiert und dann ist die Weidesaison um und ich stehe ziemlich blöd da. Also drückt uns bitte die Daumen, dass wir eine Lösung finden, damit Emmi schnellstmöglich umziehen kann und ich nicht noch einen Nervenzusammenbruch erleide.