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Püppis Januar

Im letzten Jahr haben wir eine neue Serie gestartet – 365 Tage Pferdebesitzer mit allen Höhen und Tiefen. Mir hat das monatliche Berichten sehr gut gefallen, zum Einen „zwingt“ es einen, regelmässig Tagebucheinträge zu schreiben, zum Anderen kann man am Ende des Jahres so ein super Resümee ziehen und schauen, was das Jahr so gebracht hat. Also habe ich beschlossen, weiterhin monatliche Updates zu schreiben, aber meine eigenen Kategorien zu implementieren.

Los gehts also für den Monat Januar!

Wie war Püppi drauf?

Püppi ist momentan wirklich in der Form ihres Lebens. Sie ist jetzt 11, weit ausgebildet, ist erwachsen und geworden und hat Kraft bekommen. Häufig war sie im Winter schlechter als im Sommer, weil sie Kälte nicht so super abkann. Man merkte dann, dass sie länger brauchte um warm zu werden, manchmal am Bein klemmte und nicht so zog etc. Diesen Winter ist das alles überhaupt nicht zu spüren (bisher, ich hoffe es bleibt so 🙂 ) Und das, obwohl ich sie sogar komplett geschoren habe. Sie ist total gehfreudig und motiviert beim Reiten und man merkt richtig, dass sie Spaß hat. Ich bin super zufrieden mit ihrer Form und hoffe einfach, dass es lange so bleibt!

Wie sah das Training aus?

Im Winter kann man das Training ja nicht ganz so abwechslungsreich gestalten wie im Sommer, trotzdem versuchen wir es so abwechslungsreich wie eben möglich zu gestalten. Einmal die Woche springt Püppi, ich habe ja schon mehrmals geschwärmt, wie toll sie das macht.

Auch in diesem Monat hatten wir wieder super Springstunden. je nachdem, in welcher Gruppe sie springt, sind es manchmal nur kleine Gymnastiksprünge, oder auch mal ein höherer Pacour, ich schätze mal in Richtung A** oder ein leichtes L Springen. Ab nächstem Monat werde ich selber wieder springen. Ich bin jetzt 1 1/2 Jahre gar nicht gesprungen, also fehlt mir das komplett die Routine, aber dafür ist Püppi dank meines tollen Springtrainers mittlerweile so sicher und souverän am Sprung, dass wir sicher wieder schnell reinkommen. Aber ich möchte erstmal klein anfangen 🙂

Ansonsten hat Püppi meist einmal die Woche komplett frei, wir häufig einmal die Woche longiert bzw. mein Vater macht dass auch Handarbeit mit ihr und übt so vor allem die Piaffe, die ihr unter dem Reiter noch schwerer fällt als an der Hand. Und an den restlichen Tagen reiten wir Dressur. An manchen Tagen nur vorwärts-abwärts, an anderen feilen wir an den Lektionen. Ich habe mir vorgenommen, wieder mehr auf Kandare zu reiten, da ja die Saison auch bald wieder losgeht. Auf Trense finde ich sie aber doch einfacher zu reiten und schöner in der Anlehnung, deshalb greife ich noch zu oft zur Trense.

Woran arbeiten wir gerade?

Das variiert eigentlich von Training zu Training. An manchen Tagen legen wir den Schwerpunkt eher auf die Trabarbeit. Dort arbeiten wir daran, dass ich Püppi zu jederzeit vor mir behalte, dass sie oben im Genick bleibt und mir nicht abtaucht zwischendurch. Außerdem reiten wir viele Übergänge zwischen versammeltem Tab – Passage und Starkem Trab mit dem Ziel, dass sie ganz gleichmäßig bleibt, auf feine Hilfen reagiert und hinten nie stecken bleibt. Hiervon habe ich im Januar auch ein kleines Video gemacht:

An anderen Tagen arbeiten wir mehr am Galopp, dort ist es meine Hauptaufgabe, dafür zu sorgen, dass sie in der Versammlung den Durchsprang erhält und ihre Galoppade nicht verliert. Das ist gar nicht so einfach und eine unserer Themen, an denen wir einfach immer arbeiten müssen.

Turniere:

Im Janaur stand noch kein Turnier an, ich habe aber zumindest schon einmal das erste Turnier genannt! Ende März geht es los, ich habe eine M** und einen St. Georg genannt und bin schon voller Vorfreude!

Was ist noch passiert?

Im Januar hatten wir ein schönes winterliches Fotoshootings mit Theresa! Ich würde auch wahnsinnig gern neue Reitfotos machen, aber es wird wohl noch etwas dauern, bis wir wieder draussen reiten können.

Unerwartete Kosten

Mein Sattel  musste nochmal angepasst werden, das kostete 190 EUR. Dann kam noch die Tierarztrechnung für Ende Dezember, als Püppi sich am Hinterbein eine Schramme zugezogen hatte, die sich entzündet hatte. Das waren dann 60 EUR für eine Spritze Entzündumgshemmer.

Neid im Reitsport – eine Gegendarstellung einer (manchmal) Neidischen

Verschiedene persönliche Blogs zum Thema Reitsport und Pferde haben das Thema Neid in den letzten Monaten thematisch aufgearbeitet und ihre Sicht der Dinge geschildert. Dabei geschah dies immer aus der Position eines Beneideten.

Neid ist in unserem alltäglichen Sprachgebrauch direkt sehr negativ besetzt und wird oft fälschlicherweise mit Missgunst gleichgesetzt. Die Begriffe haben allerdings einen kleinen, aber in der Bedeutung sehr gravierenden Unterschied: Neid bedeutet einfach nur, dass sich jemand etwas wünscht, was jemand anderes bereits hat. Jeder kennt dieses Gefühl und hat es selbst schon mal erlebt. Man sieht jemanden mit einer Kugel Eis über den Bürgersteig laufen und möchte auch eine Kugel, man hört von einer tollen Urlaubsreise und möchte auch sofort in die Sonne oder es kommt jemand mit einer Schleife vom Turnier zurück und man möchte auch, dass sich die Mühe endlich auszahlt und man selbst mit Erfolg belohnt wird.
Neid ist also nichts schlechtes und kann anspornen und beflügeln.

Missgunst hingegen ist die hässliche Schwester zum Neid. Sie gönnt dem anderen nicht, was er hat, frei nach dem Motto: Wenn ich etwas nicht haben kann, sollen es andere auch nicht bekommen.

Ich weiß, dass in den oben genannten Blogs vor allem die Missgunst gemeint war, als es um das Thema „Neid unter Reitern“ ging und teile auch die Ansicht, dass Missgunst eine wirklich hässliche Emotion ist. Trotzdem kann ich durchaus nachempfinden, wie man sowohl Neid als auch Missgunst unter Reitern empfinden kann.

Reiten ist ein faszinierender, fesselnder, leidenschaftlicher Sport, er ist vielseitig, intensiv und einzigartig, aber eines ist er nicht: Fair.
Die Chancen auf Erfolg sind vielleicht so ungleich verteilt wie in kaum einem anderen Sport – das stelle ich einfach mal so in den Raum. Erfolg im Reitsport hängt von so vielen Faktoren ab, die man als Reiter selbst nicht in der Hand hat, dass das Frustlevel schon mal ganz schön hoch sein kann. Natürlich fällt Erfolg nicht vom Himmel und bei den meisten erfolgreichen Reitern steckt mit Sicherheit viel Arbeit, hartes Training und eiserne Disziplin hinter dem Erfolg. Im Zusammenhang mit Neid und Missgunst wird gern auf eben diese Tatsache verwiesen, dass man für den Erfolg auch einiges geleistet hat, einige Opfer gebracht hat und einem der Erfolg nicht in den Schoß gefallen ist.

Manchmal vermisse ich an dieser Stelle aber ein bisschen die Demut vor den eigenen Chancen, die Erkenntnis, dass es nicht jedem vergönnt ist, für den Erfolg hart zu arbeiten, zeitaufwendig zu trainieren und alles zu geben. Ich möchte damit gar nicht die Arbeit, die zweifelsohne hinter jeder Erfolgsgeschichte im Reitsport steht, mindern oder klein reden, ich glaube nur, es gibt so viele, die gern mehr gegeben hätten, gern härter trainiert hätten, gern mit aller Disziplin am Erfolg gearbeitet hätten, aber nie die Chance dazu hatten. Wie viele Reiter konnten ihren Traum von der Turnierkarriere nicht verwirklichen, weil sie nicht das passende Pferd dazu hatten? Oder weil das passende Pferd leider nicht mit der nötigen Gesundheit und Härte ausgestattet war? Oder hatten nie die Chance ein eigenes Pferd zu besitzen, obwohl sie dazu bereit gewesen wären, auf so vieles mehr zu verzichten als es der ein oder andere Mehrpferdebesitzer überhaupt muss? Hatten als Kind nicht die Chance von den Eltern zur Reitstunde gefahren zu werden oder überhaupt Kontakt zu Pferden zu haben, weil vielleicht eine Allergie innerhalb der Familie dies verhindert hat? Misserfolg ist genauso vielseitig wie Erfolg selbst auch.
Und bei Erfolg und Misserfolg geht es nicht nur um einen Schrank voller Schleifen, sondern jeder setzt seine Ziele und damit auch seine Maßstäbe für Erfolg ganz unterschiedlich. So kann auch Neid und Missgunst aufkommen, wenn man seit Jahren intensives Scheutraining betreibt und trotzdem kaum vom Hof kommt, während sich andere ein junges Pferd kaufen und damit vollkommen unvoreingenommen und ohne jemals auch nur an Scheutraining gedacht zu haben, stundenlange Ausritte unternehmen können. Kann man es da jemanden verübeln, wenn in ihm der Neid hochkommt?

Ich habe selbst auch schon Neid empfunden und mich vielleicht mal nicht ganz so gebührend über den Erfolg eines Stallkollegen freuen können, wie ich es eigentlich gern gekonnt hätte. Zu sehr schmerzt in dem Moment der zerplatzte Traum vom eigenen Erfolg, wenn man statt zu trainieren das eigene Pferd unermüdlich im Schritt durch die Halle führt. Und vielleicht war auch so manches Mal ein kleines bisschen Missgunst dabei, wenn man kurz bei sich gedacht hat, dass das Pflegen eines kranken Pferdes doch ein viel größeres Opfer ist, als morgens um 4 aufzustehen und zum Turnier zu fahren anstatt auf eine Party zu gehen. Ja, da hat man vielleicht schon mal so ganz heimlich gedacht, man selbst hätte es eher verdient, mit Erfolg belohnt zu werden, als manch anderer. Und ich hatte in diesen Situationen „nur“ ein krankes Pferd, wie bitter muss sich der Neid einer Reitbeteiligung anfühlen, die sich Jahre lang kümmert und bemüht, trainiert und pflegt, nur damit dann am Ende der Pferdebesitzer das Pferd, dessen er schon so lange überdrüssig war, für teures Geld verkaufen kann?

Ihr lieben erfolgreichen Reiter da draußen, ich möchte mich im Namen aller Neidischen entschuldigen. Habt ein bisschen Nachsicht mit uns in diesen Momenten menschlicher Schwäche. Eigentlich freuen wir uns natürlich auch mit euch – eigentlich. Aber manchmal können wir das nicht ganz so zeigen, wie wir es gern würden. Habt ein bisschen Nachsicht, dass wir auch gern eure Chancen gehabt hätten, dass wir gern bewiesen hätten, dass wir diszipliniert trainieren können, dass wir hart arbeiten können, dass wir Zeit und Mühe investieren können. Wir hätten so gern und durften nicht. Es ist nichts persönlich gegen euch, es ist nur manchmal nicht so leicht hinzunehmen, dass manchmal aller Wille nicht hilft, wenn es nicht sein soll.

 

Hallo Zausel, wie geht es dir?

Hallo Zausel, wie geht es dir? – Das ist im Moment jeden Tag die Frage, die ich dem Zausel als allererstes stelle, wenn ich ihn begrüße. Da er mir bisher eine Antwort schuldig geblieben ist, versuche ich zu ergründen, wie es ihm gehen könnte, in dem ich ihn sehr genau beobachte, seinem Gesicht den aktuellen Gemütszustand versuche abzulesen, jegliches Zeichen und jede seiner Regungen versuche in irgendeiner Form zu deuten.

Hat er heute einen guten Tag? Oder guckt er schon missmutig und irgendwie traurig, dann ist es bestimmt ein schlechter Tag. Oder guckt er vielleicht grade nur so, weil ihm einer seiner Mitbewohner zu nah gekommen ist und er die Möhrchen, die er von mir erwartet, nicht teilen möchte? Oder liegts am Schneeregen, der ihm grade auf die Nerven geht?

Auf jeden Fall glaube ich fest daran, dass man dem Pferd viel von seiner aktuellen Stimmung im Gesicht ablesen kann und man als Reiter bei allen Dingen, die man so tut, ruhig immer mal wieder die Frage stellen sollte, ob es dem Partner Pferd grade gut geht mit dem, was man von ihm verlangt oder mit den Bedingungen, die man ihm bietet eigentlich wirklich zufrieden ist. Auch wenn sie uns nicht direkt Antworten können, ist es eine wichtige Frage, die wir unserem Pferd durchaus stellen sollten, wenn wir es begrüßen. Man muss sie ja nicht unbedingt laut aussprechen, wenn man im Stall nicht für die schrullige Tante gehalten werden möchte, die immer mit ihrem Pferd sabbelt.

Im Moment glaube ich aber, dass ich mir diese Frage ein bisschen zu oft stelle. Ich versuche wirklich aus jeder Regung abzulesen, wie es dem Zausel grade geht und ob es vielleicht irgendwelche Anzeichen gibt, die auf eine erhoffte Besserung oder schlimmeren Falls sogar eine Verschlechterung hindeuten. Hinzu kommt noch das Umfeld, dass mich jeden Tag fragt „Und, wie geht’s dem Zausel heute? Schon besser?“. Ich freue mich über so viel Anteilnahme und Interesse am alten Patienten, aber ehrlich gesagt weiß ich grade selbst nicht so genau wie es ihm geht. Und dann fange ich an, Sachen über zu interpretieren, mir den Kopf zu zerbrechen bis es mich belastet und anstrengt immer wieder zu fragen „Zausel wie geht’s dir heute?“. Bis ich genervt bin von seiner trüben Stimmung und seinem Rumgekränkel und ihm sagen will „Stell dich nicht so an du alter Esel, ich tue hier mein Möglichstes, damit es dir gut geht, reiß dich doch mal ein bisschen zusammen.“ nur um mich dann wieder mit einem schlechten Gewissen herumzuplagen, dass ich ihm damit unrecht tue und er mit Sicherheit gern besser drauf wäre, als er es im Moment ist, aber sich eben aus welchem Grund auch immer einfach nicht gut fühlt.

Es ist nicht so, dass es ihm richtig schlecht geht. Er ist im Paddock unauffällig, normal, teilweise sogar ausgesprochen lustig und fröhlich und albert so mit seinen Mitbewohnern rum, dass er sich ein Eisen abtritt. Lasse ich ihn in der Halle laufen, schlurft er erst unmotiviert los, braucht mehrere nachdrückliche Aufforderungen, um mal aus dem Quark zu kommen, nur um dann plötzlich loszubocken und dann doch ganz fleißig seine Runden zu drehen. Das hält zwar nicht wahnsinnig lange an, aber eben immerhin ein paar Runden. Das letzte Mal als ich aber geritten bin, fühlte er sich sehr matt und steif an und war sehr unmotiviert. Und letzte Wochen waren wir im Schritt einen kleinen Spaziergang machen, da musste ich ihn regelrecht hinter mir herziehen und er machte ein Gesicht das wirklich „Kein Bock“ mit 5 Ausrufezeichen schrie. Die Ohren nach hinten geklappt, der Hals langgezogen, die Nüstern mürrisch nach oben gezogen. Und das bei einer kleinen Runde Schritt ins Gelände, an der Hand. Kann man dazu als Pferd einfach wirklich null Bock haben oder ist das doch ein Zeichen dafür, dass es ihm nicht gut geht?

Wie viel schlechte Laune darf ein Pferd eigentlich haben? Und wie viel Rücksicht muss ich auf die Launen meines Pferdes nehnem? Gibt es eigentlich Depressionen beim Pferd? Und ist es richtig, ihn mit seiner Bocklosigkeit auf dem Paddock in Ruhe zu lassen oder ist es wichtig, ihn täglich zumindest ein bisschen zu fordern, wenigstens kleine Ausflüge im Schritt zu unternehmen, wenigstens ab und an ein bisschen in der Halle zu joggen, wenigstens ab und an mal den Kreislauf in Wallung zu bringen? Oder wäre er sogar besser dran, wenn ich ihn mehr körperlich fördern würde um den Trainingsstand zu erhalten, die Muskulatur nicht ganz zu verlieren, weil sich ein fitter, trainierter Körper besser regenerieren kann?

Ihr habt hier und auf Facebook und Instagram nach meinem letzten Blogpost zum Zausel ganz viele tolle Nachrichten geschickt und mir wahnsinnig viele Anregungen zukommen lassen. Außerdem hat natürlich auch mein direktes Umfeld Vorschläge und Ideen, Dinge, die bei dem eigenen Pferd geholfen haben und Krankheiten, die das Pferd von einer Freundin der Reitbeteilung hatte und auf die kein Tierarzt gekommen ist. Das sind teilweise Vorschläge, die wir schon probiert haben, teilweise Dinge, die wir vor Jahren mal haben testen lassen, die jetzt aber nicht mehr zutreffen müssen, teilweise Krankheiten oder Behandlungsalternativen, von denen ich noch nie was gehört habe.
Und damit wiederum viel Gedankenfutter, über das man sich den Kopf zerbrechen kann.
Welche eurer Anregungen kann ich für den Zausel ausschließen, welche könnten ein interessanter Ansatz sein, welche sollte man probieren, untersuchen lassen, im Hinterkopf behalten?
Möchte ich mein Pferd mal wieder von Kopf bis Fuß untersuchen lassen? Alles testen was einem einfällt? Auch, wenn wir das schon mehrfach durch hatten und nie eine eindeutige Diagnose bekommen haben? Oder gibt es doch noch eine alternative Heilmethoden, die wir nicht probiert haben?
Die Möglichkeiten sind ja schier unendlich und jeder hat so seine eigenen Wunderheiler, die den Durchbruch erbracht haben. Und das Mittelchen, was alles verändert hat.

Mein Problem an der Sache: Ich möchte unheimlich gern, dass es dem Zausel wieder besser geht. Egal wie. Ich bin Wunderheilern gar nicht mal abgeneigt, Zusatzmittelchen auch nicht, Hauptsache es hilft. Ich möchte dem Zausel keine Chance verwehren, wieder fitter zu werden. Und ich bin sehr ungeduldig. Es soll ihm schnell wieder besser gehen. Auch, weil ich gern wieder reiten würde, vor allem aber, weil mich sein aktueller Zustand betrübt, jedes mal wenn ich ihm Stall bin. Wer hat schon gern ein kränkliches Pferd?
Ich bin also wahnsinnig anfällig für all die Anregungen und Vorschläge, die mich erreicht haben. Und zusätzlich google ich mir die Finger wund, was es noch geben könnte.
Ich bin geneigt, alle Anregungen und Vorschläge in die Tat umzusetzen, alle Mittelchen, die empfohlen werden, sofort zu kaufen und zu verfüttern, frei nach dem Motto viel hilft viel und irgendwas schlägt ja vielleicht an. Außerdem sollte man vielleicht doch eine Haaranalyse machen? Und den Wunderheiler kommen lassen, der mittels Handauflegen und Energie alles wieder ins Lot bringt.

Ich weiß aber auch, dass das nicht sinnvoll ist. Dass man nicht alles gleichzeitig angehen kann. Dass manche Dinge einfach Zeit brauchen. Dass der Körper sich manchmal sogar besser selber heilen kann, wenn man ihn nicht noch mit 25 Mittelchen belastet, sondern ihm einfach Ruhe und Geduld entgegen bringt. Und ich weiß, dass es dem Zausel nicht schlecht geht. Es geht ihm nur nicht so gut, aber das ist kein Zustand, in dem man jetzt wie wildgeworden alles auf den Kopf stellen muss, was bisher gut funktioniert hat.

Für den Moment habe ich also beschlossen, einfach mal wieder „Ommm“ zu sagen. Uns auf Dinge zurück zu besinnen, die sonst gut funktioniert haben. Den alten Zustand wieder herzustellen.
Das Stroh haben wir aus dem Stall verbannt. Unsere Stute bekommt es im Moment separat zusätzlich gefüttert, der Zausel wird strikt davon fern gehalten. Er bekommt Zink zu gefüttert, weil das im Blutbild etwas zu niedrig war, außerdem weiterhin ein Präparat mit Vitamin E und Selen, weil ihm das für seine Muskulatur einfach gut tut. Vielleicht hilft es auch der im Moment evtl. etwas angestrengten Atemmuskulatur, sich wieder zu entspannen. Außerdem bekommt er jetzt eine Flasche Hämolythan (Spurenelementkonzentrat mit Eisen) , weil auch das ihm in der Vergangenheit schon geholfen hat, nach einer schlechten Phase wieder auf den Damm zu kommen. Für die Lunge gibt es aktuell jeden Tag einen Hustentee über das Futter und ich habe einen Eimer Plantagines +C bestellt. Außerdem bekommt er zur Zeit noch seine chinesischen Kräuter, die für ihn immer nach der Akupunkturbehandlung zusammen gestellt werden.

Das ist schon eine ganze Menge und mehr wäre einfach zu viel. Jetzt heißt es erstmal weiter abwarten, die ein oder andere Tasse Tee trinken und den Zausel einfach weiterhin jeden Tag fragen, wie es ihm geht. In ein paar Wochen sagt er dann hoffentlich einfach wieder „Super, lass uns etwas unternehmen!“ Vielleicht, weil einfach das Stroh der Übeltäter war. Vielleicht, weil die Mittelchen dann ihre Wirkung entfaltet haben. Vielleicht, weil dann der Frühling nicht mehr weit ist. Vielleicht, weil dann die Tage schon länger sind. Vielleicht auch, weil er die Pause einfach brauchte. Hauptsache, er fühlt sich bald wieder besser.

 

 

 

Winterblues und es geht noch schlimmer

Bei der aktuellen Wetterlage wundert sich wohl niemand, wenn man sich mit etwas schwermütigen Verstimmungen und einem Winterblues herumschlägt. Vor allem nicht, wenn man sich nicht mal mit einer heißen Tasse Tee auf dem Sofa aufwärmen kann oder den verregneten Sonntag einfach mal mit einem Buch und einem Kaffee im Sessel verbringen kann.

Der arme Zausel steht Tag ein Tag aus draußen und im Hamburger Winter, das bedeutet: er steht vor allem viel im Regen oder dreht seine immer gleichen Kreise in der Halle, weil die Reitwege längst schon dem vielen Regen nicht mehr standhalten. Tja, wer würde da nicht irgendwie ein wenig unmotiviert und matt im Matsch stehen und vielleicht nicht unbedingt in Jubel ausbrechen, wenn einem auch noch mit sportlicher Betüchtigung gedroht wird?

Bis zu einem gewissen Grad hatte ich in den letzten Wochen durchaus Verständnis für mein etwas lustloses und mattes Zauselchen.
Aber bei allem Humor ist mir in den letzten Wochen deutlich geworden, dass da leider mehr als nur ein leichter Winterblues hintersteckt und mit dem Zausel mal wieder irgendetwas nicht in Ordnung ist. Ich weiß bloß leider wie immer nicht, was es sein könnte.

Genau genommen hatte das schon im September angefangen, als ich nach drei Wochen aus dem Urlaub wieder kam und irgendwie das Gefühl hatte, er strotze nicht grade vor Arbeitswillen und Motivation. Außerdem war er etwas steif und machte so den Eindruck, als hätte er sich außerordentlich gut mit dem Ferienprogramm arrangiert und sähe überhaupt keine Notwenigkeit, das Training wieder ernsthafter aufzunehmen. So ein bisschen leichte Bewegung ist ja ganz nett, aber bitte nichts, was echte Anstrengung fordert.
Ist ja nicht so, dass man das von sich selbst nicht kennt, wer rastet der rostet und der innere Schweinehund fühlt sich so vor sich hin rostend ja auch ganz wohl. Um dem Zausel den Wiedereinstieg ins Training etwas leichter zu machen, nahm ich mir vor,  Motivation für uns beide mitzubringen, vermehrt Unterricht zu reiten, ihn fütterungstechnisch ein bisschen zu unterstützen und vor allem erstmal konsequent an den Grundlagen zu arbeiten, der Rest würde dann schon ganz von alleine zurück kommen.

Ein paar Wochen verstrichen und ich merkte, der Plan ging nicht auf, von alleine kam da gar nichts zurück, im Gegenteil, ich musste immer mehr fordern, um überhaupt nur den Istzustand zu erhalten.

Also fing ich an, die gängigen Punkte abzuklappert, die einem so einfallen, wenns irgendwie nicht so rund läuft. Ihr kennt das sicherlich: Wir hatten Herbstzeit, Fellwechsel, die Umstellung von Weide auf ausschließlich Paddock, das kann ja schon mal ein bisschen schlauchen. Also gabs erstmal eine Kur für den Stoffwechsel. Etwas Zeit verging und inzwischen war der Zausel ganz schön plüschig geworden, die winterlichen Temperaturen ließen aber auch noch auf sich warten. Es war also die nächste Ausrede gefunden: Bei den warmen Temperaturen und dem dicken Plüsch kann man ja schon mal ein bisschen schlapp sein, wenns kälter wird, geht’s ihm bestimmt besser. Es wurde kälter, besser gings dem Zausel aber trotzdem nicht.

Weil er mir dieses Jahr auch wirklich sehr plüschig vorkam, ließ ich ein Blutbild machen und dieses auch auf Cushing kontrollieren. Zum Glück bestätigte sich kein Cushing und auch sonst war das Blutbild eines des ausgewogensten Blutbilder, welches ich je vom Zausel gesehen hatte. Lediglich ein leichter Zinkmangel war zu sehen. Zusätzlich plagte ihn seit einiger Zeit Mauke an den Hinterbeinen. Er bekam dann eine Zinkkur, die Mauke behandelten wir sehr erfolgreich und gegen erste Anzeichen von winterlichem Kotwasser fütterten wir zusätzlich zur Heulage Futterstroh, welches alle Pferde sehr gut annahmen. Wirklich fitter wurde der Zausel aber auch von all diesen Maßnahmen nicht.

Als nächstes bestellte ich den Sattler zur Kontrolle des Sattels, welcher auch wieder eine Aufpolsterung benötigte und nicht mehr so optimal lag. Der Termin war also durchaus wichtig und nötig, aber der Sattel nicht ursächlich für seine Abgeschlagenheit und brachte entsprechend auch keine Veränderung seines Zustandes.

Zwischendurch hatte er immer wieder Tage, an denen er super gut drauf war, andere, an denen er irgendwie echt schlecht drauf war und viele dazwischen, an denen es irgendwie okay war, aber im Vergleich zu seiner eigentlichen Bewegungsfreude und Leichtrittigkeit dann doch nicht normal war.

Sein Zustand war dabei nicht dramatisch schlecht, für außenstehende auch nur schwer zu erkennen, aber ich glaube jeder kann nachvollziehen, dass man selbst sein Pferd eben einfach kennt und auch wenn es von der Bande aus vielleicht noch nicht auffällt, merkt man eben doch, dass etwas nicht so ganz in Ordnung ist.
Es fallen ja auch allen mehr oder weniger gute Ausreden ein, woran es liegen könnte, man bekommt viele gut gemeinte Ratschläge und manchmal ist es selbst nicht einfach, seinen Überzeugungen treu zu bleiben, wenn man merkt, dass eben grade nicht alles super gut läuft.

Wer hier ein bisschen länger mitließt weiß, dass der Zausel die letzten Winter ohne Decke verbracht hat, haferfreies Futter bekommt, im Offenstall lebt und sich damit seine Haltungs- und Fütterungsbedingungen recht deutlich von den meisten anderen Pferden im Stall unterscheidet. Die meisten Ratschläge bezogen sich auf diese einfach zu benennenden Unterschiede, er bräuchte sicherlich nur etwas Hafer, so ohne Energie kann er ja nichts leisten, er brächte sicherlich nur eine Decke, so kalt wie er wird kann man ja nicht locker laufen, er müsste sicherlich nur geschoren werden, mit so viel Pelz könne er ja nicht richtig arbeiten, er bräuchte sicherlich nur eine kuschelige dick eingestreute Strohbox, damit er mal richtig schlafen kann, wer immer im Freien schlafen muss, kann ja nichts leisten.
Das sind alles gut gemeinte Ratschläge und bestimmt sind sie auch nicht vollkommen falsch. Aber ich kenne mein Pferd seit vielen Jahren und wir haben uns mühsam ein Haltungs- und Fütterungskonzept erarbeitet, mit dem er gut zurecht kommt.
Ich habe über die Jahre an vielen Stellschrauben gedreht, viele Sachen ausprobiert und sämtliche Entscheidungen bzgl. Haltung und Fütterung gründlich durchdacht und mit den Jahren versucht immer mehr zu optimieren. Ich bin auf Grund von positiven Erfahrungen überzeugt von einigen Dingen geworden, von denen ich mir manchmal auch wünschen würde, andere würden sie erkennen, weil ich sie für pferdegerechter halte, als das, was in vielen Ställen die Norm ist.

Über die Jahre, in denen ich jetzt eigene Pferde habe, ist mir vor allem das Pferdewohl immer wichtiger geworden und steht inzwischen deutlich über dem Trainingserfolg. Ich nehme zum Beispiel bewusst ein dreckiges Pferd in Kauf, Trainiere im Winter weniger intensiv und schweißtreibend, weil ich der Überzeugung bin, dass der Verzicht auf dauerhaftes Eindecken und Scheren dem Pferd zugute kommt.

Diesen Überzeugungen kann man natürlich besonders einfach treu blieben, wenn man merkt, dem Pferd geht es rund um gut, vielleicht sogar besser als unter anderen Haltungsbedingungen. Dann gibt es keinen Anlass etwas zu ändern. Letztlich war ja auch nur Zausels lange Krankengeschichte überhaupt Anlass dafür, dass wir so viele Dinge verändert haben, ich an so vielen Stellen umgedacht und hinterfragt habe, ob zwangläufig immer das, was alle anderen auch machen, das beste für mein Pferd sein muss.
Oft genug bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass ich mich nicht danach richten muss, was alle anderen Einsteller machen sondern mein Pferd mir vorgibt was für ihn gut ist.

Das Problem an der Sache ist nur, dass er mir nicht erklären kann was ihm gut tut und was nicht. Ich kann euch gar nicht sagen wie oft ich verzweifelt vor dem kränkelnden Pferd gestanden habe und versucht habe zu ergründen, wie ich ihm helfen kann. Ich habe sämtliche Experten hinzugezogen, die einem so einfallen können, von Tierärzten und Schmieden,  über Heilpraktikern, Chiropraktikern, Haltungs- und Ernährungsexperten,  und natürlich auch Sattlern und Reitlehrern haben sich schon etliche Leute das Pferd angesehen und wir haben selten irgendwelche Mühen oder Kosten gespart. Es ist nicht so, dass ihm niemand helfen konnte, aber sowohl sein Krankheitsbild als auch seine Diagnose sind recht schwammig und diffus, es gibt diverse Ansätze zur Therapie, jedes Pferd reagiert unterschiedlich und letztlich gibt es leider nicht das eine wirksame Mittel, dass alle Probleme aus dem Weg schafft.

Schon kurz nach dem ich ihn gekauft hatte wurde eine akute Bronchitis diagnostiziert die sich dann leider im weiteren Verlauf trotz aller sofort radikal umgesetzten Maßnahmen als eine chronische Erkrankung (RAO) manifestierte. Er lebt damit nun schon seit Jahren weitestgehend beschwerdefrei und viele der Ausfallzeiten in den letzten Jahren waren anderen Dingen zuzuschreiben, nicht seiner Lunge.
Trotzdem begleitet uns das Thema natürlich seit vielen Jahren im Alltag und es gibt eben so einige Dinge zu beachten.
Wir leben schon lange damit, dass er mal bessere, mal schlechtere Phasen hat, oftmals ist es müßig immer genau verstehen zu wollen, woran es liegt. Seine Lunge reagiert hochsensibel auf eigentlich alles, was bis in die Lunge vordringt. Außerdem reagiert sie auf Wetterumschwünge, Lufttemperatur, natürlich auf Pollenflug, möglicherweise auch auf Insekten, es kann potentiell alles reizbar sein. Außerdem ist sein Immunsystem immer dann angeschlagen, wenn die Lunge wieder auf irgendetwas reagiert, und schnell setzt sich dann noch eine andere Seite oben drauf.
Natürlich kommen auch schnell mehrere Dinge zusammen und er reagiert oftmals eher träge und mit deutlicher Zeitverzögerung auf sich verändernde äußere Umstände. Im Nachhinein ist es dann sehr schwer auszumachen, wenn genau eine schlechte Phase eigentlich begonnen hat und welche Umstände sich in diesem Zeitraum verändert haben. Es ist mir in den letzten Jahren nicht gelungen, wirklich herauszufinden, worauf er genau reagiert und welches wirklich die Auslöser dafür sind, dass es ihm besser oder schlechter geht.
Genau genommen tappen wir also ziemlich im Dunkeln wenn es um die Ursache für gute und schlechte Phasen geht und entsprechend schwer ist es, in schlechten Phasen zu reagieren und äußere Umstände zu verändern. Zumal manche eben auch nicht veränderbar sind, zum Beispiel das Wetter oder Pollenflug in der grünen Saison.
Da seine Phasen eher langwierig über mehrere Wochen gehen, sehr seicht beginnen und auch nur langsam wieder abklingen, sind Faktoren wie Wetter und Temperatur auch unheimlich schwer einzuschätzen, schließlich verändert sich dies auch in einem Zeitraum von 6-10 Wochen sehr stark. Tendenziell sind die Übergangszeiten zwischen den Jahreszeiten nicht so gut und schlagen ihm eigentlich immer etwas auf das Befinden.

Wir befinden uns aber zur Zeit grade mitten im Winter, das Wetter ist einigermaßen stabil, es dürfte so gut wie kein Pollenflug herrschen und in den letzten Jahren ging es ihm um diesen Zeitraum herum eigentlich immer gut.

Zur Zeit ist der Zausel aber so schlecht drauf wie schon sehr sehr lange nicht mehr und wir befinden uns in einem absoluten Tief. Er ist so schlecht drauf, dass ich zur Zeit gar nicht oder nur Schritt ins Gelände reite und nur versuche, ihn zumindest etwas in Bewegung zu halten. Sein Zustand wurde in den letzten Wochen immer schlechter und alle Versuche, ihn wieder fit zu bekommen, haben bisher nichts daran ändern können. Angefangen mit Blutbildern, Zusatzfutter, über Sattel aufpolstern, Akupunktur, chinesische Kräuter, viel Unterricht, dann mehr Abwechslung im Training und schließlich der Versuch das Training deutlich zu reduzieren und nur noch ins Gelände zu gehen, nichts brachte eine Änderung.

Seinem Pferd dabei zuzuschauen, wie es ihm schleichend immer schlechter geht, ist kein schöner Anblick und man fängt an empfänglicher für Vorschläge zu werden, die eigentlich gegen die eigenen Überzeugungen gehen. Der Zausel ist seit 14 Tagen eingedeckt und bekommt Hafer gefüttert. Ich wusste eigentlich, dass dies nichts an seinem Zustand ändern wurde, Hafer füttert kein krankes Pferd spritzig und eine Decke sorgt nicht für Bewegungsfreude. Trotzdem will man ja nichts unversucht lassen und grade das eindecken kann einem kranken Pferd zumindest helfen, wichtige Kraftressourcen zu schonen um wieder gesund zu werden.

Heute stand dann noch ein Besuch vom Pferdezahnarzt an und dann sind wirklich alle Register gezogen, die einem so einfallen können, wenn das Pferd irgendwie müde, schlapp und unfit ist. Seine Zähne waren soweit unauffällig, ein paar kleine Haken hatten sich seit dem letzten Termin vor einem Jahr gebildet, aber nichts ungewöhnliches.
Dafür bestätigte sich ein Verdacht, der eigentlich nur allzu eindeutig schon lange an der Tür klopfte, den ich aber einfach lieber überhören wollte weil er frustrierend und unbequem ist.
Beim abhorchen fand der Tierarzt ihn kurzatmig und krampfig, zwar war kaum Schleim zu hören, aber die Bronchien scheinen zur Zeit leider wieder stark verkrampft zu sein, so dass er einfach schlecht Luft bekommt. Da hilft dann kein Sattler, kein Hafer, kein Reitlehrer und kein Motivationsprogramm im Gelände, wer schlecht Luft bekommt kann nichts leisten und mag sich nicht groß bewegen.

Ich habe auch schon so meinen Verdacht, wer der Übeltäter in diesem Dilemma ist, allerdings stellt uns das wieder vor altbekannte Probleme, für die wir nun grade eine ganz gute Lösung gefunden hatten.
Ich nehme mal an, dass er das Futterstroh nicht verträgt und darauf zur Zeit leider so stark wie lange nicht mehr reagiert. Er kommt mit den meisten äußeren Störfaktoren wie Pollenflug, Wetter und Jahreszeitenwechsel eigentlich ganz gut zurecht, das macht sich zwar immer mal ein bisschen bemerkbar, aber dass er so schlecht drauf ist wie zur Zeit hatten wir wirklich mehrere Jahre nicht. Und gleichzeitig habe ich mehrere Jahre sehr konsequent Stroh von ihm ferngehalten und es diesen Winter zum ersten Mal wieder gefüttert, weil alle Pferde die reine Heulage nicht mehr so gut vertragen.
Das Futterstroh hat sich als außerordentlich beliebt bei den Pferden und sehr wirksam in Bezug auf Kotwasser gezeigt. Ich hatte den Eindruck dass es sich sehr positiv auf das Wohlbefinden aller Pferde ausgewirkt hat, auch unserer Stute bekommt es sehr gut, sie wirkt weniger aufgebläht und hat weniger weiche Äppel. Fütterungsbedingt bin ich absolut begeistert von der Zugabe von Futterstroh und habe das Gefühl, dass es den Pferden wirklich gut tut, zumindest, was die Verdauung angeht.
Umso frustrierender ist die Erkenntnis, dass der Zausel es wahrscheinlich nicht verträgt und es zur Zeit so aussieht, als wäre sein schlechter Zustand auf das Stroh zurück zu führen.

Sollte das Stoh also die Lösung für seine Lunge sein, verschiebt sich damit die Problematik nur zur Verdauung, denn auf Dauer ist die ausschließliche Fütterung von Heulage eben auch keine gesundheitsfördernde Möglichkeit. Trotzdem wiegen leider die Folgen einer kranken Lunge zumindest kurzfristig erheblich schlimmer, so dass wir uns für die Verdauung dann irgendetwas anderes überlegen müssen.

Er bekommt nun zunächst eine Dose Venti Plus gefüttert. Mir ist bewusst, dass dieses Medikament kein Therapeutikum ist und nur die Symptome kurzfristig ausschaltet. Es löst die Verkrampfungen in den Lungenbläßchen so dass das Pferd kurzfristig wieder besser Luft bekommt. Bei der Gabe von Venti Plus entsteht sehr schnell ein gewöhnungseffekt und schon nach kurzer Zeit ist das Medikament vollkommen wirkungslos. Wir werden es nun die nächsten Tage einsetzten um herauszufinden, ob sein schlechter Zustand tatsächlich auf das auffällige Atemgeräusch zurückzuführen ist. Er sollte sich also unter dem Medikament kurzfristig wieder deutlich vitaler und agiler zeigen. Wenn dem so ist müssen wir versuchen herauszufinden, worauf er zur Zeit so stark reagiert, da wäre das Stroh dann eben meine erste Vermutung. Es ist dabei wichtig, langsam und Schritt für Schritt die verschiedenen Verdachtsfälle auszuschließen. Sollte es nicht das Stroh sein, tappe ich aber ehrlich gesagt ziemlich im Dunkeln.
Gelingt es uns den aktuellen Auslöser zu entfernen, erholt sich die Lunge hoffentlich in einigen Wochen. Diesen Prozess werden wir zusammen mit dem Tierarzt versuchen so gut es geht zu unterstützen. Ein bisschen Zeit muss man dem ganzen aber auch einfach geben und solange sich sein Zustand nicht noch weiter verschlechtert, würde ich gern versuchen ohne Kortison ein bisschen auf die Selbstheilung des Körpers zu setzen. Mal sehen, ob der Zausel dafür ausreichend Kraft hat, oder ob wir ihm doch noch mehr unter die Arme greifen müssen.

Bezgl. der Decke wird er jetzt erstmal solange er so kränklich ist und das Wetter weiterhin winterlich oder nass bleibt eingedeckt bleiben. Mit dem Hafer bin ich mir noch nicht so sicher, ob ich ihm damit wirklich einen Gefallen tue, ich hatte die letzten Jahre eigentlich immer das Gefühl er reagiert eher empfindlich auf hohe Eiweißmengen, weswegen ich ihm seit einigen Jahren nur haferfreies Futter gebe. Möglicherweise belastet das viele Eiweiß im Moment eher den Stoffwechsel als dass es ihm wirklich Energie gibt?

Ich hatte zwischendurch schon überlegt ihn komplett in eine Winterpause zu schicken oder vielleicht auch hinnehmen zu müssen, dass er inzwischen einfach alt geworden ist und keine Lust mehr auf Reiten und Trainieren hat. Ein Pferd, welches sich nicht mehr gern bewegt, vor allem wenn ihm die Möglichkeit der freien Bewegung angeboten wird, hat aber meistens leider einen schwerwiegenderen Grund als einen kleinen Winterblues oder einen kalten Rücken wegen fehlender Decke bekommen. Selbst wenn sich nun herausstellt, dass die Lunge nicht sein akutes Problem ist, muss da irgendetwas sein, was ihn so matt und träge macht. Bitte erinnert mich daran, wenn es ihm in ein paar Wochen nicht besser geht und ich euch hier sowas schreibe wie „Vielleicht überkommt ihn auch nur die Frühjahrsmüdigkeit und er braucht eine kuschelige Box, um sich mal auszuschlafen“.

Nun habt ihr hier einen ewiglangen Text zum altbekannten Patienten Zausel zu lesen bekommen und ich entschuldige mich für die vielen Absätze, die ihr lesen musstest. Ein herzliches Dankeschön an alle, die bis hierhin gelesen haben und an unserer Geschichte und den kleinen und großen Sorgen eines Pferdebesitzer teilhaben. Es waren in letzter Zeit einfach so einige Dinge die mich beschäftigt haben und die auch so Stück für Stück in einem Prozess von einem ungewollten Verdacht zu einem vorsichtigen Lösungsansatz gereift sind. Nicht zuletzt angestoßen heute von unserem wirklich kompetenten Pferde(zahn)Arzt, der zum Glück auch das ganze Pferd einmal kritisch beäugt, bevor er sich den Zähnen widmet.

Ich werde euch über den weiteren Verlauf auf dem laufenden halten und hoffe, beim nächsten mal schon etwas positiveres Berichten zu können.

 

 

 

Erfahrungsbericht Aquatraining – Gastbeitrag einer Leserin

Dieser Beitrag ist ein Gastbeitrag von Lina Stahl, die gerne ihre Erfahrungen zum Thema Aquatraining mit euch teilen möchte.

Nachdem mein 7- jähriger Wallach Rokko (Rubin- Royal x Gamblers Star) im September beschlossen hatte, seine Winterpause frühzeitig mit einer Verletzungen einzuläuten, musste ich die Baustelle „Pferd“ einige Zeit ruhen lassen.
Mitte September bekam Rokko nach einem Geländelehrgang einen Infekt mit hohem Fieber. Zwei Wochen Pause. Ende September eine Fesselzerrung. Zwei Wochen Pause. Anfang Oktober war er dann aufgrund einer Entzündung in der Schulter lahm. Zwei Wochen Pause. Anfang November, nachdem die Entzündung ausgeheilt war, kam er mir eines Abends stocklahm entgegen, sodass ich ihn sofort in die Klinik brachte. Die Diagnose war eine tiefe Entzündung im Huf und ein Hämatom. Die Eisen kamen ab, Entzündungshemmer wurde gegeben und er kam auf die Wiese bis Ende November. Keine Belastung. Keine Arbeit. Nach 2 Wochen kam der Schmied und haute speziell geformte Eisen drauf- mein Pferd blieb weiterhin lahmfrei. Da er nun 3 Monate nicht gearbeitet wurde und aussah wie ein Wiesenpferd, beschloss ich ihn zum Aquatraining nach Warendorf zu stellen. Ausschlaggebend für das Aquatraining waren sowohl seine losen Kniebänder, die wir im Sommer durch das regelmäßige Spring- und Geländetraining zwar gut in den Griff bekommen hatten, als auch die Entzündungen in Schulter und Huf. Da es in der Winterzeit aus wettertechnischen Gründen einfach nicht möglich ist, entsprechend zu trainieren und die Angst, dass er beim Antrainieren ohne Muskeln mit der Hinterhand wegknickt und stolpert, war mir zu groß. Durch seine losen Kniebänder, die im Frühjahr 2017 festgestellt wurden, habe ich mich den Sommer über intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und alle Möglichkeiten abgewogen, bis ich auf den Begriff Aquatraining stieß. Ich informierte mich über den Aquatrainer, seine Wirkung, las Erfahrungsberichte im Internet und in Fachzeitschriften, sprach mit mehreren Tierärzten, ließ die Kniebänder nochmal untersuchen und suchte schließlich einen Aquatrainer in unserer Umgebung. Zum einen gab es spezielle Wasserführanlagen und zum anderen die Aquatrainer.

Meine Wahl fiel letztendlich auf den Aquatrainer in Warendorf, weil er mich finanziell und auch persönlich überzeugte.Ich hatte mir im Oktober schon einmal den Aquatrainer auf der Anlage Reitstall am Rothebach angeschaut und war ganz begeistert. Der Reitstall wird von der Stallbesitzerin Frau Richter sehr verantwortungsvoll betrieben. Der Aquatrainer ist das neuste Modell, steht in einer großen, hellen Halle mit Blick nach draußen, sodass die Pferde während des Aquatrainings das Geschehen auf dem Hof mitverfolgen können. Das war unter anderem auch für mich persönlich ein weiterer Pluspunkt.

Entschlossen, den Schritt zu wagen, verluden wir Rokko Ende November und fuhren nach Warendorf. Wir wurden abends herzlich empfangen, die Box von Rokko war schon vorbereitet, sodass er direkt mit seinen Stallnachbarn Kontakt aufnehmen konnte. Nach den Formalitäten kam Rokko noch am gleichen Abend ins Wasser. Nach kurzem Zögern marschierte er direkt auf dem Laufband, stutze als das Wasser höher wurde, aber ging brav weiter. Ich hatte den Eindruck, dass- trotz seines anfänglichen Wasserproblems als er jünger war, ihm das laufen im Wasser richtig Spaß machte und ihm auch die Geräusche überhaupt nicht störten. Im Gegenteil, er war ganz fasziniert von dem Schweinchen, dass auf dem Hof lief und auch von den Hunden, die jeden Besitzer freudig begrüßten. Rokko lief zur Gewöhnung 10 Minuten im Wasser und 10 Minuten auf dem leeren Laufband.
Dienstag kam er morgens wieder in den Trainer, stand den Vormittag über draußen und wurde nachmittags longiert. Ich hatte ein gutes Gefühl und war ganz beruhigt, denn er war dort mehr als nur gut aufgehoben. Mittwochs war Rokko bei unserem Besuch morgens sehr aufgedreht- dies war wohl auf den ersten Frost des Jahres zu schieben. Im Trainer lief er so motiviert, dass ich unfassbar stolz auf ihn war, wie gut er das Training annahm. Freitags kamen wir nachmittags zum Longieren. Mein Pferd lief brav, völlig locker und ein wenig müde (wegen der Anstrengung im Aquatrainer) an der Longe. Er wirkte zufrieden und war am Kauen. Jeden Samstag wird in der Halle über die Winterzeit morgens mit den Pferden freigesprungen. Rokko kannte freispringen noch nicht, sprang jedoch sehr motiviert. Im Trab gefiel mir seine Hinterhand deutlich besser, er war geschmeidig und zog das Knie an, der Rücken öffnete sich und der Schweif pendelte im Rhythmus. Frau Richter führte ihn an die Sprünge behutsam heran, lobte ihn. Im Vordergrund steht nicht die zu überwindende Höhe, so Frau Richter, sondern wichtig ist, dass die Pferde Spaß am Springen haben, von alleine den Weg suchen und locker werden. Zugleich fördert das Freispringen auch die Bildung der Muskulatur der Hinterhand, in unserem Fall die schwache Muskulatur seines Knies und das Fördern der Beweglichkeit und die Balance. Da Rokko doch recht müde war, verbrachte er den restlichen Tag auf dem Paddock. Die anderen Tage setzten sich wieder aus Aquatraining und Longe mit Paddockzeit zusammen.

Schließlich holten wir nach einer Woche ein gesundes, gestärktes und zufriedenes Pferd ab. Frau Richter beriet uns über unseren weiteren Trainings- und Fütterungsplan. Wir fahren einmal die Woche zum Freispringen und einmal bis zweimal die Woche zum Aquatraining weiterhin nach Warendorf, sodass wir das Training im Wasser auf 30 Minuten mit Trabintervallen über den Dezember und Januar steigern. Anfang Januar lief er 30 Minuten im Schritt mit 3x 1 Minute Trab mit mehr Wasser als zu Beginn. Des Weiteren longieren wir einmal die Woche. Bei der Arbeit mit der Longe stehen nicht die Übergänge im Vordergrund, sondern der Aufbau von Kraft durch durchgehendes Traben im fleißigen Arbeitstempo. Wenn die Kraft in der Hinterhand wieder da ist, wird mit den Übergängen begonnen und der Galopp auch auf kleinerem Zirkel hinzugenommen. Außerdem longieren wir ca. 20 Minuten im Wechsel von je 5 Minuten pro Hand. In der Dressurarbeit steht das Lösen der Rückenmuskulatur auf dem Plan und das Hinzukommen der einzelnen Lektionen. Wenn das Wetter es zulässt, reiten wir auch ins Gelände, um Rokko mental fit zu halten. Das ist auch bei Pferden, die nach einer langen Steh- und Rehazeit wieder antrainiert werden, von großer Bedeutung. Im Gelände kann das Pferd entspannen und es sorgt für einen Ausgleich zu dem Training auf dem Platz oder in der Halle.
Wichtig sind das schonende Antrainieren und die Ruhephasen nach einem anstrengenden Training. Deswegen hat Rokko auch einmal die Woche einen freien Tag, wo er nur auf dem Paddock steht und eine Wellnesseinheit abends genießt. Ab Januar wird auch wieder das regelmäßige Springtraining und das Hallengeländetraining ein Teil unseres Trainings sein, bevor es im März wieder nach draußen auf den Geländeplatz geht und wir uns auf die grüne Saison vorbereiten. Insgesamt zog sich seine Rehabilitationsphase über den ganzen Dezember und wird sich noch weiter über den Januar ziehen.  Durch das abwechslungsreiche und ausgewogene Training und einer Futterumstellung haben wir wieder ein gesundes, leistungsbereites und zufriedenes Pferd, dass mittags gerne einen „Powernap“ macht, tief und fest auf der Seite liegt und schnarcht!

Das Antrainieren im Aquatraining muss, um den gewünschten Effekt zu erzielen, regelmäßig erfolgen. Die Dauer über den Aufenthalt im Rehastall können die meisten nicht aufs Datum genau absehen, da jedes Pferd das Training im Wasser unterschiedlich gut annimmt. Es gibt Pferde, dort sieht man nach 1-2 Wochen schon Verbesserungen im Schritt bezüglich des Übertretens und der Hinterhand Muskulatur, manchmal dauert es nach einer schweren Operation und einer sehr langen Stehphase auch mehrere Wochen, wenn nicht sogar mehrere Monate. Doch in dieser Zeit gibt man dem Pferd eine Chance, sich vollständig und auf natürliche Art und Weise durch das Wasser zu Regenerieren und sich auch psychisch zu erholen, denn viele Pferde stresst der Aufenthalt und die Boxenruhe in der Tierklinik sehr. Folglich sind die Pferde umso entspannter, wenn sie im Trainer laufen und auch anderweitig beschäftigt werden dürfen. Nachdem das Pferd aus seinem Reha Zuhause abgeholt wird, sollte nach Möglichkeit das Aquatraining ein weiterer fester Bestandteil des Trainings bleiben. Hierbei sollte die Fütterung und ergänzende Arbeit genau auf jedes Pferd individuell abgestimmt werden. Auch bei gesunden (Sport-)Pferden ist das Aquatraining eine sinnvolle Möglichkeit das tägliche Training zu unterstützen. Es stärkt die Muskulatur, trägt zum Konditionsaufbau bei und entlastet die Sehnen und Bänder. Gleichzeitig bietet das Wasser einen kühlenden Effekt, gerade auch für Hufpatienten. Das Wasser wird stets häufig gereinigt und etwas Wasserstoffperoxid beigefügt, somit kann es zu keinen Krankheiten wie Mauke oder Strahlfäule kommen. Rokko litt ebenfalls im Herbst unter leichter Strahlfäule, doch seit dem Aquatraining ist diese komplett weg. Wenn ihr einen Aufenthalt zum Aquatraining für Ihr Pferd in Betracht ziehen, kann ich dies aus meinen persönlichen Erfahrungen nur empfehlen. Mein Pferd stand im Reitstall am Rothenbach in Warendorf und ich war dort sehr zufrieden – ein besonderes Dankeschön geht an Frau Richter, die uns dort super betreut hat.
Ein herzliches Dankschön geht ebenfalls an Cathy von Horsediaries.de, die mir die Möglichkeit gibt, meine Erfahrungen in diesem Gastbeitrag mit anderen Lesern zu teilen!

Wir bedanken uns ebenfalls ganz herzlich bei Lina dafür, dass sie uns ihren Erfahrungsbericht zur Verfügung gestellt hat und wünschen ihr und Rokko alles Gute für die Zukunft. Habt ihr auch schon Erfahrungen mit Aquatraining gemacht? Dann lasst uns gern einen Kommentar da, wir sind sehr gespannt, von euch zu hören! Fragen an Lina könnt ihr gerne in den Kommentaren stellen, sie wird euch dann dort antworten.

Anna und Püppi – Unser Jahr 2017

Das Jahr 2017 war ein ganz besonderes Jahr für Anna und Püppi! Es war das Jahr, wo Anna am Wenigsten geritten ist, und trotzdem den größten sportlichen Erfolg bisher feiern konnte! Alles über das Jahr 2017 findet ihr zusammengefasst im neuen Jahresrückblickvideo!

 

Der hat doch was – Zausels Dezember

 Kalenderwoche 52 – Zausels Dezember

Hamburg, es regnet gefühlt seit November ununterbrochen und während ganz Deutschland sich über Schnee und Winter freut, schwimmt hier alles davon

Nach ein paar wenigen trockenen Tagen war der Paddock kurzfristig ganz gut abgetrocknet

Nach einem komplett verregneten Weihnachten sieht der Paddock nun leider wieder so aus

Darüber habe ich mir Sorgen gemacht:

Der Dezember war ehrlich gesagt nicht so toll oder zumindest nicht besser als der November. Der Zausel ist lustlos bis matt, hat keine Lust auf Arbeit und Training, eigentlich will er kaum noch die Halle betreten. Das Reiten habe ich eigentlich im ganzen Dezember schon deutlich eingeschränkt, habe ihn nur leicht bewegt, Unterricht abgesagt, weil er einfach nicht gut genug drauf ist, oft habe ich mich auch gar nicht erst drauf gesetzt sondern ihn nur ein bisschen im Schritt an der Hand bewegt oder in der Longierhalle ein bisschen joggen lassen. Es ist irgendwie der Wurm drin, aber ich weiß nicht so richtig, was es ist. Wir haben den Sattel kontrollieren und etwas aufpolstern lassen, eine Wurmkur gegeben, wir haben zwei mal ein Blutbild machen lassen, er hat Akupunktur bekommen, außerdem habe ich ihn eingedeckt und er bekommt ein etwas Hafer zugefüttert. Vor allem die letzten beiden Punkte stehen eigentlich im Kontrast zu meinen Überzeugungen, aber da alles andere auch keine Wirkung zeigte, habe ich mich doch dazu durchgerungen, auch hier nichts unversucht zu lassen. Leider bisher ohne wirklichen Erfolg. Vielleicht braucht er einfach eine Winterpause und ihm schlägt auch das Wetter aufs Gemüt. Zu Zausels eher schlechten Verfassung kommt noch der elende Matsch im Paddock und der ein oder andere Punkt im Stall hinzu. Obwohl wir im Herbst noch ein paar last-minute Matschmaßnahmen vorgenommen haben, hilft bei dem aktuellen Wetter glaube ich eh gar nichts mehr. Es hört einfach nicht auf zu regnen und es vergeht seit Wochen glaube ich kein Tag, an dem es nicht zumindest mal kurz und kräftig schauert. Da kann natürlich nichts abtrocknen und der Matsch wird immer mehr. Immerhin die Gehwegplatten rund um die Raufe haben einiges für die Pferde verbessert, dort stehen sie trotz Matsch rings um trocken, so dass wir auch die Mauke wieder gut in den Griff bekommen haben.
In den nächsten Tagen werde ich noch mal etwas ausführlicher über Zausels Gesundheitszustand berichten.

Schönstes Erlebnis diesen Monat:

Das ist definitiv eine Frage, über die ich etwas nachdenken muss, so viel tolles ist bzgl. des Zausels leider nicht passiert. Gefreut habe ich mich aber immer, wenn er zwischen durch plötzlich mal einen super guten Tag hatte und richtig albern und fröhlich war. Das waren zwar nur ein paar wenige Momente, aber dafür waren sie dann umso schöner!

Daran arbeiten wir zur Zeit:

An Arbeit ist zur Zeit nicht zu denken, ich habe das Gefühl seit September nur irgendwie zu versuchen, den Traingsstand vom Sommer wieder irgendwie herzustellen, aber statt dass wir wieder dort ankommen, wo wir im Sommer waren, ging es die letzten Wochen immer nur weiter bergab. Im Dezember war dann an Arbeit wirklich nicht mehr zu denken und es wurde mir klar: Irgendwas ist da wieder im Busch. Leider weiß ich nicht was und alle versuche, der schlechten Phase entgegen zu wirken, sind bisher im leeren verlaufen. Vielleicht fehlt ihm einfach Sonne und Licht und frische Frühlingsluft.

Dafür habe ich unerwartet Geld ausgegeben:

Anfang des Monats wurde der Sattel aufgepolstert, das waren ca. 35 €, außerdem wurde der Zausel akupunktiert, bekommt chinesische Kräuter angemischt und wir haben noch mal ein Blutbild machen lassen. Die Rechnung habe ich noch nicht bekommen, aber ich schätze es werden wohl so 250-300 € sein.

Wenn Zausel noch etwas sagen könnte:

Winterpause! Ich will einfach nur eine Winterpause, es ist alles so nass und ungemütlich, ich bleibe einfach in meinem Unterstand bis der Frühling da ist.

Grüße vom Neujahresspatziergang