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Emmis Zukunft

Wie geht es eigentlich mit Emmi nach dem Fohlen weiter? Diese Frage wurde mir vor allem während Emmis Trächtigkeit häufig gestellt. Ich schreibe jedoch bewusst erst jetzt darüber, weil ich lange unsicher war und die Entscheidung erst vor kurzem getroffen habe.

Ich bin nach Emmis Besamung erstmal davon ausgegangen, dass ich sie nicht wieder reiten würde. Schließlich wird sie bis zum Absetzen fast 17 Jahre alt sein und ganze 1,5 Jahre aus dem Training. Ich konnte mir nicht so richtig vorstellen, sie in dem Alter noch wieder anzutrainieren. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass ich ihr das nicht mehr zumuten könnte. Emmi hat zwei Kolik-OPs hinter sich, ist mit mir jahrelang auf Turnieren gestartet und hat mir jetzt auch noch ein Fohlen geschenkt – wie könnte ich noch irgendetwas darüber hinaus von ihr verlangen, geschweigedenn irgendeine sportliche Leistung, nachdem sie schon so viel für mich geleistet hat?

Eine Möglichkeit, die ich lange favorisiert habe, war daher, Emmi einfach in der Zucht zu lassen und sie direkt wieder zu besamen. Das nächste Fohlen hätte ich dann verkauft und für mich ein neues Pferd zum Reiten gekauft. Das Problem an der Sache: Da ich Fürstino gerne behalten möchte, hätte ich dann langfristig immer mindestens drei Pferde, somit auch die dreifache Verantwortung und das wollte ich eigentlich nicht. Außerdem müsste ich die nachfolgenden Fohlen dann wirklich verkaufen und ich bin ehrlich – ich habe noch nie in meinem Leben ein Pferd verkauft und ich weiß nicht, wie viel Freude mir das machen würde.

Daher habe ich mir den Winter über ziemlich den Kopf zerbrochen, wie ich dieses „Problem“ löse. Ich habe dann im März mit einer Freundin darüber gesprochen und sie sagte nur, ich solle mir nicht so viele Gedanken machen, sondern die Geburt abwarten und dann würde ich schon wissen, was richtig sei. Das würde man dann einfach fühlen, so sei es nach ihrem ersten Fohlen auch gewesen. Und ich hatte keine Ahnung, wie Recht sie haben sollte! Bei mir kam die Erkenntnis schon wenige Tage nach der Geburt. Spätestens als ich sie dann mit Fürstino auf der Weide traben sah, war mir klar: Ich möchte mein Pferd unbedingt wieder reiten!

Sie mag 16 Jahre alt sein und ein Jahr aus dem Training, aber sie sieht so gut und gesund aus, dass ich gar keine Bedenken habe, sie wieder anzutrainieren. Natürlich wird es eine Umstellung für sie von der Weide zurück auf eine Reitanlage, aber ich denke, dass sie das gut verkraften wird. Bei all den Vorteilen der Robusthaltung hatte ich trotzdem das Gefühl, dass ihr der Winter draußen auf der Weide ziemlich zugesetzt hat. Dadurch dass das Wetter so nass war, hatte sie sehr mit Mauke zu kämpfen, die erst jetzt langsam komplett abheilt. Auch dass Fürstino einen Monat nach dem errechneten Termin geboren ist und trotzdem noch so miniklein und schwach war, spricht meiner Meinung nach dafür, dass der Winter draußen sie einiges an Kraft gekostet hat. Vielleicht vermenschliche ich sie damit auch zu sehr, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass sie sich auch in einer Paddockbox mit täglichem Weidegang wieder wohlfühlen wird. Vor allem weiß ich, dass ich mich sehr wohlfühlen werde damit, sie wieder näher bei mir zu haben. Ich kann natürlich nicht ausschließen, dass sie nicht wieder zurück ins Training kommt und ich merke, dass es für sie besser wäre, zurück auf die Weide zu gehen. Dann wäre das auch völlig in Ordnung. Aber ich möchte es zumindest versuchen, denn Emmi ist und bleibt für mich ein ganz besonderes Pferd, das sich nicht so leicht ersetzen lässt!

 

 

Zurück im Sattel

Ich hatte euch ja versprochen, euch noch mehr über meine neue Reitbeteiligung zu erzählen.  Ich habe schon ein paar Wochen nach einem passenden Pferd für mich zum Mitreiten gesucht. Wir haben uns letztlich durch meine Suchanzeige bei Ebay Kleinanzeigen gefunden. Wie genau meine Suche nach einem Reitbeteiligungspferd ablief, werde ich noch mal in Ruhe erzählen, da das vielleicht einige interessiert, die ebenfalls eine Reitbeteiligung suchen.

Jetzt soll es aber erstmal um meine neue Reitbeteiligung Quira gehen: Quira ist eine 11jährige Oldenburger Stute von Quality aus einer Mutter von Grandero. Ihre Besitzerin hat Quira selbst gezogen. Genau wie ich hat sie sich damals ein Nachwuchspferd aus ihrer Stute gewünscht und sie daher decken lassen. Quiras Mutter ist jetzt 26 und die beiden stehen sowohl in ihren Boxen nebeneinander als auch zusammen auf der Weide. Quira ist bis L-Springen platziert. Dressurmäßig wurde sie nie vorgestellt, geht aber eigentlich alle M-Lektionen.

Vom Typ her ist Quira schon eher Springpferd, wie ihre Abstammung auch verrät. Eigentlich passte sie daher gar nicht unbedingt in meine Vorstellungen, allerdings macht sie sooo viel Spaß beim Reiten, dass ich eigentlich die ganze Zeit nur grinsen könnte. Ich hatte direkt beim ersten Reiten das Gefühl, dass es zwischen uns einfach passt. Sie war so leichtrittig und motiviert, fein an der Hand und einfach richtig schön zu reiten. Trotzdem habe ich nicht direkt fest zugesagt, da ich die erste Euphorie sacken lassen wollte und lieber noch ein zweites Mal ausprobieren, um mir ganz sicher zu sein. Aber auch beim zweiten Reiten habe ich mich direkt wieder zuhause gefühlt, sodass ich wirklich keine Zweifel mehr hatte, dass Quira das richtige Pferd für mich ist.

Heute hatten wir dann das erste Mal Unterricht und es lief schon ganz ordentlich. Ich würde sagen, dass sie vom Reitgefühl her Emmi ein bisschen ähnlich ist und das ist vielleicht auch der Grund, warum wir uns auf Anhieb so gut verstanden haben. Sie ist sehr angenehm und leicht in der Hand und ist auch bemüht alles richtig zu machen. Ihren Trab finde ich super bequem und toll zu sitzen, im Galopp hingegen katapulitiert es mich noch etwas aus dem Sattel. Wie die Reitlehrerin heute festgestellt hat, bin ich dadurch wohl zu fest im Knie und Oberschenkel, weil ich versuche mich festzuhalten und dadurch kommt sie mir dann etwas doll auf die Hand. Da fehlt mir vermutlich einfach noch die Körperspannung, um ganz entspannt sitzen zu bleiben und sie vor mir zu behalten. Das ist wahrscheinlich auch kein Wunder nach einem Jahr Pause. Ich bin aber guter Dinge, dass das alles bald zurückkommt, wenn ich fleißig weiter trainiere.

Ich reite Quira ab sofort an 2-3 Tagen pro Woche. Eventuell werden daraus irgendwann auch drei feste Tage, aber ich wollte gerne erstmal testen, wie sich das Reiten wieder in meinen Alltag integrieren lässt. Es sind schließlich jedes Mal 3-4 Stunden inkl. Fahrt, die ich wieder neu in meine Woche einplanen muss, nachdem ich so lange nicht mehr regelmäßig geritten bin. Zum Glück fahre ich nur 25 Minuten in den Stall, was für Hamburger Verhältnisse sehr harmlos ist. Netterweise hat mir Quiras Besitzerin erlaubt, euch hier über sie zu berichten, sodass ihr in Zukunft wohl öfter mal etwas von ihr hören werdet. Ich freue mich auf jeden Fall riesig, dass ich so ein tolles Pferd gefunden habe, mit dem es einfach richtig gut passt.

Das Pferd ganz oben auf dem Titelbild ist übrigens nicht Quira, sondern Da Vinci, Emmis Halbbruder. Von Quira habe ich natürlich noch keine Reitfotos, da wir uns gerade erst kennenlernen.

Ein Leben ohne Reiten?

Ziemlich genau ein Jahr ist es jetzt her, dass ich mit dem Reiten aufgehört habe. Emmi wurde am 9. Mai 2017 besamt, 18 Tage später wurde festgestellt, dass sie trächtig ist. Danach bin ich sie nicht mehr geritten. Trotzdem war ich vorerst noch fast täglich im Stall, um sie anderweitig zu bewegen und von der Weide reinzuholen. Ich wollte Emmi eigentlich schon im April zur Besamung in den Aufzuchtstall, in dem sie und Fürstino aktuell stehen, bringen. Dort wäre sie in professionellen Händen gewesen und ich hätte mich entspannt zurücklehnen können. Das war schließlich der Gedanke hinter dem Besamen – ich wollte mich auf mein Examen konzentrieren und Emmi gut versorgt wissen, ohne sie reiten zu müssen. Leider wurde daraus nichts, da bei uns im Stall Druse ausgebrochen war und wir den Hof nicht verlassen konnten. Das Ganze zog sich von März bis August, bis ich Emmi endlich guten Gewissens umstellen konnte.

Ab da war es dann endlich so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Das Pferd war weit weg, ich konnte meine Reitsachen auf dem Dachboden einmotten und bin einmal pro Woche zum Streicheln zu Emmi gefahren. Das mag jetzt furchtbar kaltherzig klingen, aber für mich war das so eine tolle neue Erfahrung. Ich wusste, dass es Emmi gut geht und sie endlich ein ganz natürliches Herdenleben führen konnte, bei dem ich für ihre Bewegung nicht mehr verantwortlich war. Im Oktober letzten Jahres konnte ich das erste Mal seit ich 12 Jahre alt bin, in den Urlaub fliegen, ohne dass ich vorher irgendetwas organisieren musste, was das Pferd betrifft. Plötzlich konnte ich ganz spontan am Wochenende wegfahren, ohne mich vorher mit meiner Reitbeteiligung abzusprechen oder eventuell noch eine Ersatzvertretung zu suchen. Für mich war das eine tolle neue Freiheit, die ich sehr genossen habe.

Im Dezember habe ich dann meine Examensklausuren geschrieben und direkt danach ging es bis Ende März dieses Jahres nach New York. Da das Examen in Verbindung mit den Vorbereitungen für NYC wirklich extrem zeitaufwendig war, war ich auch in dieser Zeit einfach froh, den Rücken frei zu haben und mich um alles Wichtige kümmern zu können. Während ich in New York war, habe ich Emmi natürlich vermisst. Der Druck des Examens fiel so langsam von mir ab und ich begann mehr und mehr darüber nachzudenken, wie es reiterlich weitergehen sollte. Zu diesem Zeitpunkt waren das natürlich rein theoretische Überlegungen, denn ich hatte weder Reitsachen dabei noch besonders viel Lust bei -10 Grad zwei Stunden im Zug durch die Gegend zu fahren, um am Stadtrand von NYC für 100 Dollar pro Stunde reiten zu gehen. Zum Glück hat die Stadt genug anderes zu bieten, sodass ich zwar viel an Emmi gedacht habe, aber das Reiten so weit weg war, dass ich es nicht akut vermisst habe.

Seit ich zurück in Deutschland bin, hat sich das deutlich verändert. Ich hatte Ende April noch meine mündliche Prüfung, auf die ich mich wiederum voll und ganz konzentrieren musste und seitdem ist mir klar, dass ich dringend wieder aufs Pferd muss. Zwar gehe ich (einigermaßen) regelmäßig ins Fitnessstudio, unternehme viel mehr mit Freunden als früher und genieße es auch, Ruhe und Zeit für mich zu haben. Trotzdem hat mir Reiten als Sport einfach lange Zeit so viel Spaß gemacht, dass ich es nicht für immer aufgeben möchte. Nichts fordert so viel Konzentration, Einfühlungsvermögen und Körperbeherrschung gleichzeitig wie Reiten. Es ist für mich der einzige Sport, den ich nicht mache, um fit zu werden oder gut auszusehen, sondern einfach nur, weil er mir Freude macht.

In den letzten Jahren kamen bei mir einige unschöne Umstände zusammen und die Kombination hat dazu geführt, dass ich Emmi und das Reiten oft mehr als Last denn als Hobby empfunden habe. Um die positiven Seiten wieder zu sehen, war es absolut richtig zum ersten Mal in meinem Leben so eine lange, bewusste Pause einzulegen. Umso schöner ist es auch, jetzt ganz deutlich zu spüren, dass es an der Zeit ist, diese Pause zu beenden und wieder neu anzufangen. Daher bin ich sehr froh, dass ich ab sofort wieder regelmäßig reiten werde. Dazu wird es in den nächsten Tagen jedoch noch mal einen extra Beitrag geben.

 

Anatomische Trensen im Test

Dies ist ein Gastbeitrag unserer Leserin Alessa. Alessa verbringt ihre Freizeit am liebsten mit ihrer Fuchsstute Fienchen, mit der sie vorwiegend im Dressurviereck oder im Gelände unterwegs ist. Darüber berichtet sie täglich auf Ihrer Instagram-Seite www.instagram.com/fuchs_teufelslieb.

Autorin Alessa mit ihrer Stute Fienchen

Das Wohl des Pferdes sollte für uns Reiter immer an erster Stelle stehen. Dahingehend hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Dies ist meines Erachtens selbstverständlich, denn der Reitsport steht bekanntlicherweise unter ständiger kritischer Beobachtung der Öffentlichkeit, nachdem Skandale um Rollkur und Co kein gutes Licht auf unseren geliebten Sport geworfen haben.

Umso wichtiger ist es, dass wir verantwortungsvoll mit unseren Vierbeinern umgehen. Auch die Reitsportindustrie hat dies erkannt, stellt alte Gewohnheiten in Frage und entwickelt sich immer mehr in Richtung pferdefreundlicher Produkte. Stübben ist ein hervorragendes Beispiel für die oben beschriebene begrüßenswerte Entwicklung. Seit 120 Jahren produziert das Unternehmen Pferdesportzubehör – seit wenigen Jahren nun auch innovative, stark anatomisch orientierte Produkte wie z.B. die Trense „Freedom“, die hier auf dem Blog bereits in diesem Beitrag vorgestellt wurde.

Im heutigen Beitrag geht um einen Vergleich von drei anatomischen Trensen, die aktuell auf dem Markt sind.

Ich war auf der Suche nach einem neuen Kopfschmuck für meine Stute Fienchen, die seit einiger Zeit ihren Unmut gegenüber des alten Modells geäußert hatte. Sobald sie schwitzte, wollte sie das Ding einfach nur noch loswerden. Durch Schubbern, wenn etwas Geeignetes in der Nähe war, oder sogar durch Treten in Richtung des Kopfes. Ich wollte wissen, ob es an Schnitt, Lederqualität oder Passform der alten Trense liegt, oder ob es einfach eine Unart ist, um angepasst auf ihr Verhalten reagieren zu können.

Da meine Stute generell sehr sensibel am Kopf (insbesondere im Genick) und auch fein im Maul ist, suchte ich nach sanften und anatomischen Trensen aus pflanzlich gegerbtem und nicht rundgenähtem Leder (auch wenn ich letzteres einfach wunderschön finde, führt es erwiesenermaßen zu stärkeren Druckpunkten).

Getestet wurden folgende Trensen

„Equitus Alpha“ von Schockemöhle  

 

„Paladin“ von PS of Sweden 

 

„Switch“ von Stübben
Herstellerbeschreibung
· anatomische Spezialtrense mit neuartiger Passform

· geschwungenes Reithalfter umgeht den Hauptgesichtsnerv

· weich unterlegtes Genickstück mit viel Ohrenfreiheit

· geschwungenes Stirnband mit extra-weiter Passform zur Vermeidung von Druck im Augen-Ohren-Bereich

· freie Atmung durch neu positionierten Sperrriemen

·  Nasenriemen mit maximaler Freiheit der Jochbeinleiste und den dort verlaufenden Nervenenden

· Abnehmbarer Sperrriemen

· Weit geschnittenes und gepolstertes Genickstück für maximale Bewegungsfreiheit der Ohren

· Backenstücke mit Elastikeinsatz an der Gebissaufhängung

· Stirnband kann mithilfe eines Druckknopfs ausgetauscht werden

·  2in1 Option: Umbaumöglichkeit zur Kandare (Sperrriemen und Kandaren-Backenstücke abnehmbar)

· zurückgeschnittenes, anatomisches Genickstück mit Spezialpolsterung zur Druckentlastung

· kombiniert geschweiftes Reithalfter mit doppelseitigem Verschluss und abnehmbarem Sperrriemen

·  Auf Wunsch inkl. Magic Tack Magnet-Stirnband Swing und Inlay einreihig Crystal

 

Passform & Größe

„Equitus Alpha“ von Schockemöhle ★ ★ ★ ✰ ✰
„Paladin“ von PS of Sweden ★ ★ ★ ★ ✰
„Switch“ von Stübben ★ ★ ★ ★ ★

Die Equitus passt generell sehr gut und die Größe WB entspricht auch einem Warmblutkopf, der Nasenriemen ist gut verstellbar. Abzüge gibt es, weil die Aufhängung des Gebisses am Nasenriemen befestigt und die Verstellmöglichkeit der Gebisshöhe dadurch eingeschränkt ist.  Außerdem hatte ich das Gefühl, dass die Zügelhilfe so nicht nur aufs Maul, sondern auch auf die Nase des Pferdes wirkt. Das führt bei meinem Sensibelchen dazu, dass sie zeitweise hinter die Senkrechte kam.

Schockemöhle Trense „Equitus Alpha“

 

Die Paladin passt insgesamt gut, die Größe WB fällt jedoch sehr klein aus, sodass sie an Fienchens zierlichem Warmblutkopf bereits in den unteren Löchern verschnallt war. Ich könnte mir vorstellen, dass die Verstellmöglichkeit bei normalen bis kräftigen Warmblutköpfchen an ihre Grenze stößt.

PS of Sweden „Paladin“ Trense

 

Die Switch passt sehr gut, lässt sich durchgehend und großzügig verstellen. Einen Stern Abzug gibt es, weil der Kehlriemen für mein Empfinden sehr lang ausfällt. Perfekt wäre es, wenn auch dieser beidseitig verstellbar wäre und man ihn 3-5 Finger breit kürzer schnallen könnte.

Stübben „Switch“ Trense

 

Qualität & Verarbeitung

„Equitus Alpha“ von Schockemöhle ★ ★ ★ ★ ✰
„Paladin“ von PS of Sweden ★ ★ ★ ★ ✰
„Switch“ von Stübben ★ ★ ★ ★ ★

Alle drei Trensen sind aus pflanzlich gegerbtem Leder. Das war mir persönlich sehr wichtig, um auszuschließen, dass der Juckreiz meiner Stute von chemischen Substanzen am Leder kommt.

Ich fand die Switch von der Lederqualität her am besten. Das Leder war sofort butterweich und sehr anschmiegsam – insbesondere der Nasenriemen hat mich überrascht – dieser ist wirklich mit großem Abstand der weicheste der drei Trensen. Das Genickstück gefällt mir sehr gut – das Polster ist an beiden Seiten des Genicks recht dick und verfügt mittig über eine Aussparung, um den Druck zu reduzieren.

Das Leder der Equitus ist auch recht anschmiegsam – wenn auch einen Tick weniger als das der Switch, das schmale Genickstück ist sehr weich unterlegt. Der Nasenriemen könnte für mein Empfinden noch etwas weicher unterlegt sein. Mir persönlich ist das Genickstück zu schmal.

Die Paladin hat mich von der Lederqualität her ein wenig enttäuscht. Nach vielen positiven Testberichten hatte ich große Erwartungen in PS of Sweden. Diese wurden leider nicht erreicht, denn ich  fand die Qualität eher der gehobenen Mittelklasse entsprechend. Bei einem Preis von 299€ hätte ich mir die Luxusklasse gewünscht. Was mir dennoch ganz gut gefallen hat, ist dass das Leder sehr schön glänzt. Man könnte meinen, es hat einen leichten Brushed-Effekt. Daher gibt es gerade noch so 4 Sterne.

PS of Sweden „Paladin“ – Es juckt immer noch

 

Preis

„Equitus Alpha“ von Schockemöhle ★ ★ ★ ★ ✰
„Paladin“ von PS of Sweden ★ ★ ★ ✰ ✰
„Switch“ von Stübben ★ ★ ★ ✰ ✰

Eins vorab: keine der drei Trensen ist günstig. Und da keine der drei Modelle mit Zügeln geliefert wird, obwohl alle zwischen 250 und 350€ kosten, konnten hier keine 5 Sterne vergeben werden.

Die Equitus ist mit einem UVP von 249€ die günstigste Trense. Im Mittelfeld reiht sich die Paladin mit 299€ UVP ein. Die teuerste Trense ist die Switch mit 349€. Nimmt man sie jedoch ohne den Magic Tack Stirnriemen, kann man 50€ abziehen und kommt auf den gleichen Preis wie bei der Paladin, nämlich auf 299€. Wenn man bedenkt, dass man sie sowohl als Kandare, als auch als Trense verwenden kann, relativiert sich der Preis etwas.

PS of Sweden „Paladin“

 

Fazit

Eins vorweg: Wie bei jedem Zubehör, sollte die Trense zu Pferd und Reiter passen. Da wir alle keine Maschinen sind, ist kein allgemeingültiges Urteil möglich, es gibt nicht DIE ultimative Trense und jeder muss das für sich und sein Pferd passende Produkt finden. Manche Pferde mögen breite Genickstücke lieber, andere schmale. Manche kommen mit mehr Druck auf dem Nasenriemen besser klar, andere nicht. Manche Reiter mögen lieber einen modernen Look, andere den klassischen…

Für Fienchen und mich ist die Gewinnerin unseres Tests mit Abstand die Stübben Switch! Obwohl wir diese eher unbekannte Trense nur durch Zufall entdeckt haben, hat sie uns sehr schnell durch ihre hervorragende Qualität und die weiche Polsterung in Kombination mit ihrer anatomischen Form – insbesondere an Genickstück und Nasenriemen – überzeugt. Dass sie dabei auch noch sehr klassisch-elegant aussieht, freut mich als Dressurreiterin natürlich sehr. Außerdem haben wir uns, falls wir irgendwann mal die Kandarenreife erreichen sollten, die Anschaffung eines entsprechenden Zaums bereits gespart.

Fienchen läuft sehr entspannt und locker im Genick mit dieser Trense. Insbesondere im Schritt ist sie gefühlt in der Anlehnung konstanter und zufriedener geworden. Wo mit der alten Trense schon mal der ein oder andere unzufriedene Schritt in Richtung Pferdekopf (oder der Kopf in Richtung Huf) ging, bleibt sie nun eher bei mir. Damit war das Projekt Trensenkauf durchaus erfolgreich. Die alte rundgenähte Trense aus nicht pflanzlich gegerbtem Leder wird uns verlassen müssen und wir heißen das neue Familienmitglied Switch herzlich willkommen.

Alessa, Fienchen & die neue Trense

Dieser Testbericht steht in keiner Verbindung zu PS of Sweden, Schockemöhle oder Stübben und stellt lediglich die ehrliche Meinung der Autorin dar. Weder haben wir die Produkte gesponsert bekommen noch werden wir für diesen Beitrag in irgendeiner Weise bezahlt.

Umzug auf die große Weide

Ich bin euch mal wieder ein Update vom kleinen Fürstino schuldig! Gesundheitlich ist er wieder voll auf der Höhe und topfit. Das ist natürlich das Wichtigste! Er ist am Wochenende auf die große Weide nebenan umgezogen und steht nun mit den ganzen älteren Fohlen und ihren Mamas zusammen. Ich hatte ja etwas Bedenken, ob er sich da behaupten kann. Das war allerdings völlig unbegründet, denn er ist frech wie eh und je und mischt auch die älteren Kollegen ordentlich auf. Bei der Hitze aktuell ist es tagsüber eher ruhig auf der Weide und abends geht es dann so richtig ab. Dieses süße Video habe ich gestern aus dem Stall bekommen:

Wie ihr seht, geht es ihm also prächtig und er wächst und gedeiht. Er versucht auch schon fleißig Gras zu fressen, was jedoch nur mittelmäßig gelingt. Ich bin so froh, dass er in so einer großen Herde aufwachsen kann und eine unbeschwerte Kindheit genießt. Apropos unbeschwert: Am 23. Juni stünde eigentlich die Fohlenschau an. Ich denke aber nicht, dass ich dorthin fahren werde. Fürstino ist noch immer ein ganzes Stück kleiner und schmächtiger als seine Kollegen und ich denke, das wird sich bis dahin auch nicht mehr ändern. Außerdem gibt es dort keine Fohlenprämie, sondern nur Siegerfohlen und sonst nichts. Da so eine Fohlenschau ja auch einen nicht unerheblichen Stress für Fohlen und Stute bedeutet und ich mein Fohlen sowieso nicht verkaufen will, muss ich mir also noch mal ganz genau überlegen, ob sich der Aufwand lohnt.

Emmi geht es ebenfalls sehr gut und sie ist total entspannt geworden. Am Anfang konnte der Kleine ihr keine 2 Meter von der Seite weichen, ohne dass sie sofort hinter ihm her getrabt ist. Das hat sich aber ganz schnell gelegt, sodass er jetzt durchaus mal 100m von ihr entfernt rumbockt. Während Fürstino herumtobt, frisst sie ganz in Ruhe und lässt ihn die Welt erkunden. Durch das fette Gras hat sie seit der Geburt schon einiges zugelegt. Aber ich denke, das kann sie die nächsten Monate auch gut gebrauchen, der Kleine will schließlich alle 10 Minuten trinken und die Milchproduktion verlangt ihr einiges an Energie ab.

Ansonsten gibt es momentan nicht viel Neues zu berichten. Ich arbeite langsam die ganzen Besucher ab. Seit der Geburt war ich eigentlich kaum noch allein bei den beiden. Alle meine Reiterfreunde, die Familie und irgendwie auch alle sonstigen Freunde wollen den Kleinen gern kennenlernen. Ich freue mich natürlich über das große Interesse und kann gut verstehen, dass jeder den kleinen Mann mal live erleben will. Trotzdem bin ich ganz froh, wenn ich bald mit allen wichtigen Menschen einmal dort war und wieder ein bisschen Ruhe einkehrt.

Kleine Sorgen um Fürstino

17 Tage ist der kleine Fürstino nun schon alt, es wird also dringend Zeit für ein Update! Wie ich euch auf Facebook und Instagram bereits berichtet hatte, hatte der kleine Mann mit ein paar gesundheitlichen Problemchen zu kämpfen. Zum Glück nichts Schlimmes oder Ungewöhnliches, aber ihr kennt mich ja und könnt euch sicher denken, dass ich trotzdem besorgt war.

Fürstino hatte letzte Woche Mittwoch etwas gelben Rotz in der Nase. Als der auch am Donnerstag noch nicht verschwunden war, habe ich sicherheitshalber den Tierarzt gebeten, ihn sich einmal anzusehen. Der Kleine hatte zum Glück kein Fieber. Auch die Lunge war beim Abhören unauffällig. Dennoch riet er mir dazu, Antibiotikum zu spritzen. Da bei dem Snap-Test festgestellt wurde, dass er nicht so viele Abwehrkräfte hat, wäre man damit auf der sicheren Seite. Man kann sicherlich diskutieren, ob das Antibiotikum wirklich nötig war oder ob man sich das für schlimmere Fälle aufsparen sollte. Allerdings war er nun gerade 10 Tage alt und wirklich nicht besonders kräftig. Und da er mein erstes Fohlen ist, bin ich lieber etwas vorsichtiger. Daher bin ich der Empfehlung des Tierarztes gefolgt und Fürstino hat 2x Antibiotikum bekommen. Nach der zweiten Spritze war der Rotz auch schon fast komplett weg.

Anfang dieser Woche dann der nächste Schreck: Sein kompletter Po war dreckig, weil er fürchterlichen Durchfall hatte. Meine erste Vermutung war, dass es am Antibiotikum liegen könnte. Ich bin aber nicht auf die Idee gekommen, nachzugucken, ob Emmi noch rossig ist. Die erste Rosse nach der Geburt tritt in der Regel 5-15 Tage nach der Geburt auf und wird Fohlenrosse genannt. Ich dachte eigentlich, dass Emmi mit der Rosse schon lange durch wäre. Viele Fohlen bekommen währenddessen Durchfall, aber wie genau beides zusammenhängt, ist anscheinend nicht eindeutig geklärt. Ich habe versucht das zu recherchieren und bin dabei auf die interessante Info gestoßen, dass auch mit der Flasche aufgezogene Fohlen in diesem Zeitraum zu Durchfall neigen. Daher vermutet man, dass es mit einer Umstellung der Damflora zusammenhängt, weil diese sich in dem selben Zeitraum stark verändert. Jedenfalls ist dieser Durchfall ganz normal und muss nicht behandelt werden.

Als ich ihn am Mittwoch besucht habe, waren zum Glück sowohl Rotz als auch Durchfall verschwunden. Außerdem hat der Kleine richtig gut zugelegt und vor allem am Po ordentlich Muskulatur aufgebaut. Bald ist er dann auch nich mehr der Kleinste auf der Weide 🙂

Ich habe es auch endlich geschafft, den Vlog von Fürstinos drittem Tag zu bearbeiten und hochzuladen. In dem Video seht ihr ein paar Impressionen von seinem ersten Weidegang. Ich bin mir momentan noch nicht sicher, ob ich die Vlogs weitermachen werde. Einerseits ist es eine schöne Erinnerung für mich selber, weil die Zeit gerade einfach total besonders ist. Auf der anderen Seite würde es mir dafür auch reichen, das Fohlen zu filmen und ich müsste nicht so viel in die Kamera reden. Das fällt mir nämlich noch schwer und ich finde es nach wie vor ziemlich affig. Außerdem hadere ich mit der Qualität und müsste mir dringend eine vernünftige Vlog-Kamera zulegen. Und einen Filmer, der nicht die Finger vor die Linse hält :D. Alles nicht so einfach! Was meint ihr, guckt ihr gerne mal Vlogs oder reichen euch die Beiträge völlig aus?

 

Wie viel kostet ein eigenes Pferd?

Neben Zeit und Nerven auch eine Menge Geld! Obwohl viele unserer Leser selbst Pferdebesitzer sind, gibt es auch einige unter euch, die kein eigenes Pferd haben. Es gibt tausend gute Gründe, sich kein eigenes Pferd zu kaufen. Einige entscheiden sich ganz bewusst gegen ein Pferd, weil ihnen die Zeit oder schlicht die Lust fehlt, jeden Tag in den Stall zu fahren. Der häufigste Grund, warum sich Reiter gegen ein eigenes Pferd entscheiden, ist aber eindeutig das liebe Geld.

Aber was kostet eigentlich ein Pferd? Die richtige Antwort darauf ist ein typischer Juristensatz: „Es kommt darauf an“. Denn man kann ein Pferd sowohl sehr günstig als auch sehr teuer kaufen und halten. Damit die unter euch, die noch überlegen, sich ein Pferd zu kaufen, etwas besser abschätzen können, was auf sie zukommt, soll dieser Beitrag die Kosten grob aufschlüsseln. Ich habe beim Verfassen dieses Beitrags nach vergleichbaren Infos rechechiert und dabei festgestellt, dass die angegebenen Preise sehr weit von meiner eigenen Erfahrung abwichen. Das liegt vermutlich entweder daran, dass die Seiten veraltet waren oder sich die Angaben auf sehr ländliche Regionen bezogen. Auch ich kann natürlich nur eine ungefähre Spanne aufzeigen. Die Angaben zu den laufenden Kosten basieren auf Hamburger Preisen, die von den Preisen anderen Regionen natürlich abweichen können.

 

Kaufpreis

Der Kaufpreis des Pferdes hängt von verschiedenen Faktoren ab. Bei einem reinen Freizeitpferd sind das etwa das Alter, die Rasse, ob das Pferd geländesicher ist und wie es sich im Umgang händeln lässt. Man kann sicherlich Glück haben und ein tolles Freizeitpferd für um die 3000€ ergattern, ich würde jedoch empfehlen eher im Bereich 4-6000€ zu suchen, um eine bessere Auswahl zu haben. Die laufenden Kosten für ein Pferd sind so immens hoch, dass es beim Kauf nicht auf tausend Euro mehr oder weniger ankommen sollte.

Bei einem Sportpferd sind vor allem die Qualität eines Pferdes sowie sein Ausbildungsstand und eventuelle Turniererfolge für den Preis entscheidend. Gerade bei Stuten kann auch die Abstammung eine Rolle spielen, da diese darüber entscheidet, ob eine Stute auch für die Zucht interessant wäre. Preislich bekommt man aktuell ordentliche gut angerittene 4jährige Pferde für 10-15.000€. Ein Pferd für den großen Sport kostet natürlich noch deutlich mehr, aber für den Durchschnittsturnierreiter, der auf ländlicher Ebene bis M reiten möchte, sollte sich in dem Budget definitiv etwas finden lassen. Wer ein weiter ausgebildetes Pferd haben möchte, muss entsprechend tiefer in die Tasche greifen. Jedenfalls so lange das Pferd noch jung ist. Ältere Lehrpferde ab 15 Jahren werden gerne mal aussortiert und für kleines Geld verkauft. Das kann eine tolle Chance sein, ein Pferd zu kaufen, von dem man viel lernen kann. Allerdings muss der Käufer bedenken, dass das Pferd eventuell nur noch einige Jahre voll belastet werden kann und danach als Rentner weiterhin versorgt werden möchte.

Zusätzlich zum Kaufpreis kommt eine eventuelle Ankaufsuntersuchung. Eine solche Untersuchung ist meiner Meinung nach auch bei einem günstigen Pferd sehr sinnvoll, da eventuelle Folgekosten bei einem kranken Pferd unabhängig von seinem Anschaffungspreis ehr teuer werden können. Man sollte sich natürlich bewusst sein, dass eine Ankaufsuntersuchung nur den aktuellen Stand abbildet und keine Garantie dafür bietet, dass das Pferd auch langfristig gesund bleibt. Denn eine eventuelle Neigung zu Koliken oder einen nicht belastbaren Sehnenapparat erkennt man bei einer Ankaufsuntersuchung nicht. Eine kleine AKU ohne Röntgen kostet ca. 150€-200€, eine große Ankaufsuntersuchung liegt je nach Anzahl der Röntgenbilder bei ca. 750-1000€.

Ausstattung

Ein vom Sattler angepasster neuer Sattel schlägt mit ca. 1300-4000€ zu Buche. Gebrauchte Sättel gibt es schon ab ca. 400€, hier sollte jedoch unbedingt ein fachkundiger Sattler hinzugezogen werden, der den Sattel begutachten und gegebenenfalls anpassen kann. Für Trense, Decken und sonstiges Zubehör kann man noch mal ca. 1000€ rechnen.

Für den ambitionierten Turnierreiten kommen natürlich noch ein Zugfahrzeug und ein Anhänger dazu. Meiner Erfahrung nach lohnt sich der Kauf eines gebrauchten Anhängers kaum, da diese sehr wertstabil sind und auch alte Anhänger noch verhältnismäßig teuer sind. Ich habe bisher zwei Anhänger auf Messen gekauft und damit gute Erfahrungen gemacht. Mittlerweile spart man dort auch keine riesig großen Beträge mehr, aber wenigstens ein bisschen Rabatt lässt sich bei Ausstellungsstücken mit Glück raushandeln.

Dressursattel Prestige D1 (Neupreis ca. 3800€)

 

Stallmiete

Der größte monatliche Posten ist bei den meisten Pferdebesitzern der Stall. Auch hier hängt der Preis natürlich von den Ansprüchen ab. Ein Selbstversorger-Offenstall ohne Halle, fließendes Wasser und Strom ist günstiger als der neu gebaute Dressurluxusstall mit Kronleuchtern und beheizter Sattelkammer. Ein stinknormaler Pensionsstall mit Boxen, Halle, Weideservice und Reitplätzen kostet in Hamburg ab ca. 400€ in Vollpension. Selbst innerhalb der Stadt variieren die Preise jedoch noch je nach Lage. Im Osten und im Süden ist es deutlich günstiger als im Norden und im Westen. Interessanterweise korreliert das auch mit dem Wohnungs- und Gründstückspreisen. Und je weiter man rausfährt aus der Stadt, umso günstiger wird es. Nach oben hin gibt es kaum Grenzen, die neu gebauten schicken Ställe rangieren in der Regel bei 550-750€ je nach Klientel und Ausstattung.

Wunderschöne Reitanlage ca. 30km von Hamburg (Boxenmiete 580€ monatlich)

Reitunterricht

Eine halbe Stunde Einzelunterricht kostet im Hamburger Raum ca. 25-40€, je nach Leistungsniveau des Reitlehrers. Bei zwei Stunden Unterricht pro Woche kommt man also auf 200-320€ monatlich.

Tierarzt

Die Tierarztkosten sind am schwierigsten kalkulierbar, daher sollte hier in jedem Fall ein Puffer eingeplant werden. Fixe Kosten sind in der Regel 3-4 Wurmkuren pro Jahr (ca. 100€) sowie bei einem Turnierpferd zwei Influenzaimpfungen jährlich für je ca. 55€ (alle zwei Jahre in Verbindung mit Tetanus). Ich würde empfehlen, für sonstige Tierarztkosten vor dem Pferdekauf eine Rücklage von 2000€ bereitzulegen. Auf die Jahre gerechnet komme ich bei Emmi auf ca. 100€ Tierarztkosten im Monat zusätzlich zu den Impfungen und Wurmkuren, das kann aber von Jahr zu Jahr extrem variieren.

 

Hufschmied

Die Kosten für den Hufschmied hängen davon ab, ob das Pferd Hufeisen trägt und wenn ja wie viele. Hufe ausschneiden kostet bei Hamburger Schmieden 35-40€, vier Eisen liegen bei 150-180€.

Versicherungen

Ich empfehle jedem Pferdebesitzer von ganzem Herzen, eine OP-Versicherung abzuschließen. Diese kostet bei ca. 25€ im Monat. Ich habe meine Versicherung bei zwei Pferden bereits für insgesamt vier Kolik-OPs (!) genutzt. Die Kosten, die ich ohne die Versicherung zu tragen gehabt hätte, liegen im fünfstelligen Bereich. Außerdem empfiehlt sich eine Tierhalter-Haftpflichtversicherung (ca. 1o€ monatlich) und gegebenenfalls eine Fremdreiterversicherung.

Es gibt auch die Möglichkeit, eine Krankenversicherung oder eine Lebensversicherung für das Pferd abzuschließen. Beide sind jedoch relativ teuer, sodass man sich im Einzelfall ausrechnen muss, ob sich das lohnt.

Sonstige Dienstleistungen

Sehr teuer können auch sonstige Dienstleister rund ums Pferd werden. Sattler, Osteopath, Physiotherapeut, Tierkommunikatorin und so weiter und so fort. Der Fantasie und den Ausgaben sind keine Grenzen gesetzt. Besinnt man sich auf das nötige, sollte man hier im Durchschnitt mit 500€ jährlich hinkommen.

 

Fazit

Man kann ein Pferd sehr günstig halten, man kann aber auch Unmengen an Geld ausgeben – am Ende kommt es auf die Bedürfnisse des Pferdes sowie die eigenen Ansprüche an. Wichtig ist nur, dass man im Vorfeld eines Pferdekaufs ehrlich zu sich selbst ist. Es nützt niemandem etwas, wenn man sich die ganze Geschichte vorher schön rechnet und am Ende im Winter im Offenstall mit der Kopflampe die Tränken enteist und dabei totunglücklich ist, weil man doch eigentlich lieber durch die beheizte Reithalle mit selbst bewässerndem Wattboden reiten würde und dabei den Blick aus der Fensterfront über den englischen Rasen des Landgutes genießen würde.

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir einen Kommentar da lasst, wie viel ihr monatlich für euer Pferd ausgeben müsst? Sind die Pensionsställe bei euch genau so teuer oder ist das ein Hamburger Phänomen?

Die erste Woche mit Fürstino

Vor mittlerweile 8 Tagen ist der kleine Fürstino geboren. Und es ist Wahnsinn, wie er sich schon in dieser kurzen Zeit entwickelt hat. Während er die ersten beiden Tage nur ein bisschen aufs Paddock durfte, ging es seit Donnerstag jeden Tag auf die Weide. Zunächst nur tagsüber mit einer anderen Stute und ihrem Fohlen, da er doch noch etwas schwächlich war und man ihn so besser überwachen konnte. Ich bin sehr froh, dass er so schnell auf die Weide konnte, da das Laufen auf hartem Boden für die Entwicklung des Bewegungsapperats und die korrekte Beinstellung sehr wichtig ist. Es gibt Ställe, in denen die Fohlen nach der Geburt wochenlang nur auf dem Paddock oder in der Halle laufen – das wäre für mich nicht in Frage gekommen.

Seit Montagmorgen stehen die beiden nun 24 Stunden draußen auf einer riesigen Weide mit vielen Bäumen und super viel Gras. Vorerst stehen sie auch dort mit nur einer anderen Stute zusammen, deren Fohlen erst letztes Wochenende geboren ist. Sie stehen aber schon direkt neben der großen Herde mit den anderen Stuten und den älteren Fohlen und können sich so schon mal aneinander gewöhnen. Die Stuten kennen sich ohnehin alle, da sie den ganzen Winter über zusammen in einer großen Herde standen. Aber durch die Fohlen muss sich natürlich alles noch mal neu sortieren und ich glaube für den kleinen Fürstino ist es ganz gut, nicht direkt ins kalte Wasser geworfen zu werden.

Am Montag Abend hatten wir dann unser erstes Fotoshooting mit der lieben Theresa. Die beiden haben das sehr gelassen über sich ergehen lassen. Ich bin wirklich beeindruckt, was für eine tolle Fohlenmutter Emmi ist. Sie lässt sich gerne streicheln, lässt uns ganz selbstverständlich ans Fohlen und passt andererseits total gut auf ihn auf. Wehe er entfernt sich mal weiter als zwei Meter von ihr, da trabt sie sofort hinterher. Auch gegenüber der anderen Stute schirmt sie ihn lieber ab. Das wird sich in den nächsten Wochen sicherlich noch verändern, aber momentan kleben die beiden noch komplett aneinander.

Fürstinos Selbstbewusstsein hat sich in den ersten Tagen schon ungefähr verzehnfacht. Anfangs schnüffelte er nur ganz zaghaft an mir, war aber durchaus schon sehr zutraulich und nicht ängstlich. Mittlerweile ist er schon richtig frech. Als ich mich am Montag vor ihn gehockt habe für die Fotos wollte er mir am liebsten auf den Schoß steigen und auch Theresas Kameratasche war nirgendwo sicher vor ihm. Am liebsten wäre er uns schon angestiegen, aber da gab es dann doch ein paar mahnende Worte und einen sanften Schubser. Ich bin mir sicher, dass Emmi in ihren 16 Lebensjahren nicht so frech war wie der Kleine mit 6 Tagen :D. Ihr werdet wahrscheinlich lachen, aber ich habe mir erstmal ein Buch über Fohlen- und Jungpferdeerziehung bestellt, damit ich weiß, wie ich damit am besten umgehe. In den letzten zehn Jahren hatte ich eigentlich immer nur Emmi um mich und die ist eben so brav, dass jegliche Erziehung nutzlos wäre. So ein kleiner wilder Junghengst ist da schon ein anderes Kaliber und bevor er mir mit steigender Kraft anfängt, auf der Nase herumzutanzen, will ich lieber von Anfang an alles richtig machen. Ich freue mich auch über Tipps von euch, wie man den kleinen Mann am besten in Schach hält, ohne dass er direkt Angst bekommt.

Emotional war die letzte Woche wohl eine der aufregendsten Wochen meines Lebens. Die ersten Tage konnte ich noch gar nicht fassen, was da passiert ist. Irgendwann habe ich dann realisiert „Wow, er ist wirklich da und du hast ab jetzt zwei Pferde.“ Das war ein komisches, aber auch sehr schönes Gefühl. Ich muss ehrlich sagen, dass ich von Anfang an nicht ausgeschlossen habe, das Fohlen gegebenenfalls zu verkaufen und mir stattdessen eventuell ein reitbares Nachwuchspferd zuzulegen. Seit Fürstino da ist, sind diese Gedanken aber ganz weit weg und ich kann mir nichts schöneres vorstellen, als das kleine Pferdekind aufwachsen zu sehen und seine Entwicklung zu bestaunen. Bereits die wenigen Tage mit ihm waren eine unglaublich bereichernde Erfahrung, die ich um keinen Preis der Welt missen wollte. Für mich ist es ein absolutes Wunder, dass Emmi mir den kleinen Mann geschenkt hat und ich bin ihr dafür wahnsinnig dankbar.

Das Fohlen ist da!

ER IST ENDLICH DA! In der Nacht von Montag auf Dienstag ist mit vier Wochen Verzögerung, aber dennoch überraschend, ein kleines Hengstfohlen geboren. Emmi hatte zwar Montag Morgen schon Harztropfen, aber das Euter war noch immer recht klein, sodass wir noch nicht ernsthaft mit einer Geburt gerechnet hatten. Um 12 war auch noch alles ruhig, aber – wie das immer so ist – nachts um 3 ging dann der Birth Alarm los. Ich konnte leider nicht dabei sein, aber das Stallteam hat den Kleinen natürlich begleitet und auf die Welt gebracht. Das Wichtigste vorab: Emmi und das Fohlen sind beide wohlauf. Er ist leider noch ziemlich klein und dünn, aber ich hoffe natürlich, dass er ganz schnell groß und stark wird. Emmi ist wie erwartet die perfekte Mama. Sie passt sehr gut auf ihn auf, unterstützt ihn beim Trinken und ist total entspannt, wenn man in die Box kommt und auch wenn man ihn anfässt.

Da Emmi wenig Biestmilch hatte, hat er gestern direkt ein Immunpräparat bekommen. Heute wurde dann eine Blutprobe genommen, um zu sehen, ob er genug Antikörper hat (Snap-Test). Wenn das nicht der Fall ist, kann eine Bluttransfusion mit Blut von einem älteren Pferd gemacht werden. Seine Werte waren direkt an der Grenze und da er noch so klein und zart ist, hat der Tierarzt entschieden, das Risiko einer Transfusion nicht einzugehen. Man weiß vorher nie genau, wie die Fohlen das vertragen und ob das Blut auch zu dem Fohlen passt. Ich bin ganz froh, dass uns das erstmal erspart bleibt und hoffe, dass sich sein Immunsystem gut von alleine aufbaut.

Ich bin insgesamt sehr glücklich, dass alles so gut verlaufen ist. Vor allem bin ich sehr erleichtert, dass Emmi die Geburt so gut weg gesteckt hat. Ehrlich gesagt habe ich mir darum am allermeisten Sorgen gemacht. Es ist einfach total verrückt, plötzlich dieses kleine Wesen neben ihr stehen zu sehen und zu wissen, dass das jetzt mein Fohlen ist. Es wird wohl noch einige Tage dauern, bis ich das so richtig realisieren kann. Wie immer bleibt natürlich ein kleines bisschen Restsorge übrig. Aber ich versuche das so gut wie möglich zu verdrängen und daran zu glauben, dass schon alles gut gehen wird.

Ich habe mich auch endlich für einen Namen entschieden – der kleine Mann wird FÜRSTINO heißen! Ursprünglich war es die Idee meines Freundes, ein Stutfohlen Fürstina zu nennen. Ich hatte ja ehrlich gesagt fest mit einer Stute gerechnet. Irgendwie hatte ich mich dann schon so an den Namen gewöhnt, dass wir ihn einfach umgewandelt haben.

 

Therapie in der Sole-Salzkammer

Seit dem letzten Zausel-Update sind wieder drei Wochen vergangen und es wird Zeit, euch mal wieder zu erzählen, wie es ihm geht.
An erster Stelle möchte ich meinen herzlichen Dank aussprechen für all die vielen lieben Kommentare, eure ehrliche Anteilnahme an Zauselchens Geschichte und eure langjährige Treue dem alten Patienten gegenüber. Die vielen mitfühlenden Worte und vor allem auch der rege Erfahrungsaustausch hier auf dem Blog oder bei Facebook sind unheimlich toll und in vielen Fällen auch sehr bereichernd. Es macht wirklich Spaß, unsere Geschichte mit euch zu teilen.

In meinem letzten Bericht habe ich euch ja erzählt, dass der Zustand des Zausels nicht so besonders rosig war und wir vom Kortison nicht so richtig runter kamen, obwohl das eigentlich dringend nötig gewesen wäre. Aber sobald wir unter einen gewissen Spiegel gerieten, verschlechterte sich sein Zustand wieder deutlich. Wir haben uns dann vor ein paar Wochen auf einem Niveau eingependelt, welches zumindest einen Zustand erhielt, der so einigermaßen okay war und irgendwie einen Balanceakt zwischen so-viel-wie-nötig und so-wenig-wie-möglich darstellte. Es war aber ehrlicherweise keine besonders gute Lösung, denn man merkte dem Zausel schon an, dass er nicht so richtig fit war. Gleichzeitig war die Dosierung des Kortisons immer noch zu hoch, als das man ihn damit ewig hätte behandeln können. Für den Moment war es aber zumindest ein Zustand, den man ein paar Wochen würde aushalten können und der mir ein bisschen Zeit verschaffte, einen anderen Weg zu finden.

Weil die Lunge immer wieder rebellierte, sobald das Kortison runtergesetzt wurde, wurde mir bewusst, dass es irgendetwas in seiner Umgebung geben musste, dass ihn immer wieder akut reizt. Was das genau war – das ist die große Frage, die man wohl nie so eindeutig beantworten kann. Beobachten konnte ich auf jeden Fall, dass es ihm bei regnerischem, kühlen Wetter besser ging, wohingegen mehrere Tage traumhaft schönes Frühlingswetter mit sommerlichen Temperaturen nicht so förderlich waren. Wir hatten über den ganzen Winter leider das Problem, dass der Mist nicht abgeholt wurde. In nur 25 m Entfernung zu seinem Offenstall türmte sich so über die Monate ein Misthaufen gigantischen Ausmaßes auf, der sich bis in den April auf die gesamte Länge des Außenvierecks erstreckte und bei beinahe ähnlicher Breite auch noch gute 3m in die Höhe ragte. Weil der Platz auf dem Hof immer weniger, der Mist aber verlässlich jeden Tag mehr wurde, wurde der ganze Haufen auch noch sehr regelmäßig zusammengeschoben, umgeschichtet, noch mehr aufgetürmt – kurzum einmal kräftig durchgewühlt und aufgewirbelt. Und das alle in unmittelbarer Nähe zum Offenstall des Zausels. Natürlich konnte ich es nicht mit Sicherheit sagen, aber ich vermutete, dass dieser Misthaufen mit verantwortlich für unsere Misere war, wenn nicht sogar DER Auslöser.

Was auch immer es war, ich hatte das Gefühl, der Zausel muss raus aus den Bedingungen, die ihn so krank machten. Ich wurde mir immer sicherer, dass ich als erste Maßnahme einen Ortswechsel durchführen muss, um überhaupt weiter eingrenzen zu können, was eigentlich genau das Problem ist und warum dieser Winter für uns so bescheiden lief, obwohl wir so viele Jahre vorher keine Probleme hatten. Außerdem erhoffte ich mir natürlich auch, dass es ihm an einem anderen Ort schnell besser gehen würde und ich von da aus dann weiter überlegen könnte, wie es weiter gehen könnte. Zunächst überlegte ich, ihn an die Nordsee zu stellen, auf Kur zu schicken und der Lunge in heilsamer Seeluft eine Auszeit zu gönnen. Ich hatte sogar schon ein Plätzchen, aber er wäre dann ganz schön weit weg und außerhalb meines besorgten Auges. Weil für ihn tägliche Bewegung sehr wichtig ist, war ich mit der Lösung nicht so ganz glücklich, ihn einfach für mehrere Wochen auf eine Wiese zu stellen und ganz auf die Selbstheilung zu vertrauen. Ich wurde dann im Zuge meines letzten Artikels hier auf dem Blog auf einer Facebookseite für eine Salzkammer für Pferde verlinkt. Ganz in unserer Nähe würde zum 01. Mai diese Kammer eingeweiht und ab dann Patienten zur Verfügung stehen. Der Post weckte sofort mein Interesse und ich habe mit der Eigentümerin dieser Salzkammer Kontakt aufgenommen.

Nach einem sehr netten und informativem Telefonat hatte ich das Gefühl, dass der Zausel dort wirklich gut aufgehoben wäre. Die Bedingungen auf dem Hof sind optimal für lungenkranke Pferde, er würde bei dem von mir angestrebten Ortswechsel weiterhin eng betreut, täglich bewegt und optimal versorgt werden, außerdem jeden Tag für eine halbe Stunde in der Sole-Salzkammer inhalieren. Die Solelösung ist noch deutlich höher dosiert als die Kochsalzlösung, mit der wir zuhause inhalieren, außerdem wird dem Dampf reiner Sauerstoff zugesetzt, was den Patienten besonders viel Energie gibt. Die Verneblungsleistung dieser Kammer ist ausgesprochen hoch und die Pferde können dort besonders tief und effektiv inhalieren. Die Erfahrungen mit diesen Kammern sind ausgesprochen positiv und haben schon vielen Lungenpatieten wieder auf die Beine geholfen. Begleitend werden die Pferde akupunktiert und bei Bedarf osteopathisch behandelt, weil das Husten und die schlechte Atmung zu erheblichen Verspannungen führen können.

Nach kurzer Bedenkzeit habe ich für den Zausel einen Aufenthalt von zwei Wochen gebucht, kein ganz günstiger Spaß, aber was tut man nicht alles, solange man noch ein wenig Hoffnung daran heften kann. Die Woche stationärer Aufenthalt mit 6 Besuchen in der Salzkammer, täglichem Longieren und voller Verpflegung kostet 350 €, zzgl. der begleitenden Behandlungen. Viel Geld für ein krankes Pferd, welches schon seit Jahren nicht mehr sportlich genutzt werden kann und es auch nie wieder wird. Aber bei dem Zausel geht es schon lange nicht mehr um Nutzbarkeit oder Erfolge sondern eben einfach um den Zausel, und dem soll es gut gehen, so gut es eben geht.

Am 01. Mai waren wir zur Eröffnung auf dem Hof und haben uns alles noch mal vor Ort angesehen und konnten uns davon überzeugen, dass die Pferde dort wirklich optimal aufgehoben sind und sehr kompetent versorgt und begleitet werden.

Am Mittwoch bringen wir ihn dort hin, er bleibt bis zum 21. Mai dort und dann sehen wir, wie es weiter geht. Wir dosieren grade das Kortison so weit runter, dass es während seines Aufenthaltes ganz abgesetzt werden kann. Zielsetzung der zwei Wochen ist in jedem Fall, ihn vom Kortison runter zu bekommen und dabei seinen Zustand mindestens so zu erhalten, wie er jetzt ist. Je nachdem wie er sich dort entwickelt und zeigt, entscheiden wir dann nach den zwei Wochen, wie es weiter geht. Der Plan ist, dass er wieder zurück nach Hause kommt und wir dann eventuell noch weiterhin begleitend ein oder zwei mal in der Woche in die Kammer fahren und ihn dann ambulant inhalieren lassen. Ob das in dem Umfang nötig sein wird, kann man aber erst sehen, wenn er wieder in seiner alten Umgebung ist.
Ich bin sehr gespannt, wie er sich jetzt in den nächsten drei Wochen entwickeln wird, natürlich auch, ob der Ortswechsel den gewünschten Erfolg bringt und wie er sich dann entwickelt, wenn er wieder in die alten Bedingungen zurück kommt. Es kann natürlich auch sein, dass er gleich wieder schlechter wird, sobald er zurück ist, dann müssen wir uns langfristig etwas anderes überlegen. Im aller schlechtesten Fall zeigen sowohl der Ortswechsel als auch die Therapie in der Salzkammer keinen Erfolg, aber das sind beides Szenarien, denen ich im Moment noch nicht so viel Raum geben möchte. Einen Plan zu haben und Hoffnungen da reinzustecken fühlt sich einfach besser an, also über Worst-Case-Szenarien nachzudenken.

Glücklicherweise hat sich der Zausel parallel zu den ganzen Planungen und Recherchen in den letzten drei Wochen gut entwickelt und befindet sich grade in einer ganz guten Situation. Wir haben das Kortison weiter runterdosieren können, ohne dass es ihm dadurch schlechter ging, im Gegenteil, während sein Zustand vor drei Wochen ja nur so ganz okay war, war er die letzten Wochen an den meisten Tagen richtig gut drauf, sehr spritzig im Gelände, hat sogar an mehreren Tagen gebuckelt und war sehr gehfreudig. Teilweise sogar wieder so sehr der Alte, dass ich überlegt habe lieber wieder mit Pelham rauszugehen. Wir haben angefangen das Training in Intervallen zu gestalten und haben vornehmlich auf der Galoppbahn trainiert. Das Intervalltraining bekommt ihm unheimlich gut und ist eine tolle Möglichkeit, die Kondition und die Kraft zu stärken, natürlich nicht nur für Lungenpferde, aber gerade für diese bietet sich der Wechsel aus Belastung und Pause grade zu optimal an. Über das Intervall-Training kann ich gern auch noch mal ausführlicher berichten, wenn das von Interesse ist.

Der Misthaufen wurde übrigens vor drei Wochen zum allergrößen Teil abgefahren und auf dem Hof liegt jetzt nur noch ein kleines „Häufchen“ Mist. Es ist bisher eben nur ein Verdacht, dass der Mist die Ursache für den Zustand des Zausels sein könnte, aber es passt schon verdammt gut zusammen. Die Probleme tauchten ungefähr zusammen mit dem gigantischen Misthaufen zusammen auf und scheinen nun auch zusammen mit ihm wieder zu verschwinden. Aber wie immer beim Rätselraten nach den Auslösern gibt es immer auch noch andere Umstände, die mit in die gleiche Zeit fallen. Es ist einfach schwer, einen einzelnen Auslöser auszumachen, weil sich oft einfach viele Dinge gegenseitig beeinflussen, zusammen auftreten, erst verzögert eine Wirkung zeigen, etc. In den letzten drei Wochen hat sich parallel zum abgeholten Misthaufen auch das Wetter deutlich lungenfreundlicher gezeigt, so dass es immer noch schwer ist, wirklich auszumachen, woran es liegt. Da kommen einfach immer viele Sachen zusammen.

Jetzt heißt es aber erstmal Daumen drücken für die Therapie in der Salzkammer, dass diese so anschlägt wie ich mir das im Moment erhoffe und es dem Zausel dann erstmal einfach wieder richtig gut geht. Was dann kommt, sehen wir dann in drei Wochen.

Wir freuen uns, wenn ihr auch unserem neuen Instagram Account folgt, wo ich regelmäßig kleine Updates zum Zausel poste: www.instagram.com/zauselundseinefrau