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RidersDeal Reithosen – Produktvorstellung zum Start in die Saison

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Nachdem ich sie nun mehrere Monate lang auf Herz und Nieren getestet habe, möchte ich sie euch endlich vorstellen: Die RidersDeal Reithose! Ursprünglich wollte ich die Turnierreithose auf meinem ersten Turnier dieses Jahr zeigen. Leider musste unsere Saison durch Emmis Lahmheit allerdings gecancelt werden… Daher habe ich zum Reiten nur die graue Reithose getragen, aber die weiße Reithose trotzdem für ein paar Fotos aus dem Schrank geholt.

Eine Reithose für 49,99€ – ich muss zugeben, dass ich sehr gespannt war, als RidersDeal mit der Anfrage auf mich zu kam, ob ich die Hosen gerne mal testen würde. Dass man für den Preis wirklich eine vollwertige und alltagstaugliche Reithose bekommt, konnte ich mir nicht wirklich vorstellen. Wie die Reithose im Praxistest wirklich abgeschnitten hat, erfahrt ihr nun in diesem Bericht!

Die RidersDeal Reithose in der Farbe „steelgrey“.

Wie ist das Tragegefühl der RidersDeal Reithosen?

Die bunten Reithosen haben einen dünnen elastischen Stoff und sind dadurch sehr bequem. Man hat durch den dehnbaren Stoff außerdem viel Bewegungsfreiheit, die Hosen sind also auch gut zum Springen oder fürs Gelände geeignet, wo man sich im Sattel etwas mehr bewegen muss. Vor allem für wärmere Temperaturen ist die Hose perfekt, da es darin nicht zu warm wird. An kälteren Tagen trage ich einfach eine Strumpfhose unter der Hose. Da das Material sehr elastisch ist, ist das gar kein Problem! Für die richtigen Frostbeulen unter euch gibt es die Hose für den Winter aber auch noch in einer Softshell-Version. Der Grip-Besatz ist ebenfalls angenehm zu tragen und bietet guten Halt, ohne dass man zu sehr am Sattel festklebt.

Ist die weiße Reithose blickdicht?

Die weiße Reithose ist aus etwas dickerem Stoff, um die Blickdichte zu gewährleisten. Die Vordertaschen zeichnen sich wie man auf den Fotos sieht, minimal ab. Ansonsten ist die Hose aber blickdicht, insbesondere auch am Po :-).

Wie sitzen die Hosen? Wie fallen die Größen aus?

Bei RidersDeal gibt es keine Langgrößen, sondern nur die normalen Größen 32-50. Die Reithosen sind daher grundsätzlich für alle Figuren passend und auch für kräftigere Reiterinnen geeignet, was ich total super finde. Die Gröpen fallen normal aus, ich trage die gleiche Größe wie bei anderen Marken (38). Normalerweise trage ich zwar immer die Langgröße, hier brauche ich sie gar nicht. Die RidersDeal Hosen sind genau so lang wie meine anderen Hosen in Langgröße.

Die Reithosen haben keinen Hochbund, sitzen aber auch nicht besonders tief auf der Hüfte, was ich persönlich nicht so gern mag, und sind daher angenehm zu tragen.

Besonders toll finde ich die seitlich angebrachte Handytasche. Ich nutze die total gerne und sie hält das Handy gut. Insbesondere bei der Turnierreithose finde ich sie sehr praktisch. Wenn man mal alleine losfährt, hat man das Handy so trotzdem immer griffbereit.

Zusätzlichen Stauraum für Kleinkram bietet die Reißverschlusstasche

Wie ist die Qualität der Reithosen? Bekommt man für 49€ wirklich eine gute Reithose?

Da ich die Reithose erst seit ein paar Monaten trage, kann ich dazu noch kein abschließendes Urteil fällen. Meiner Meinung nach kann man bei einem Preis von 49€ nicht die Verarbeitung einer Markenreithose mit einem Preis von 200€ aufwärts erwarten. Bisher ist die Qualität jedoch – für mich überraschend – sehr überzeugend. Ich habe sie bisher ungefähr 15 mal gewaschen. Es lösen sich keine Nähte auf und der Grip-Besatz ist auch noch unversehrt.

Eine Sache muss ich jedoch ehrlich zugeben – in dem Bereich an Po und Oberschenkeln, wo die Hose Kontakt zum Sattel hat, hat sich mittlerweile etwas Pilling am Stoff gebildet. Pilling sind kleine Knötchen im Stoff, die man zum Beispiel mit einem Fusselrasierer einfach abrasieren kann. Pilling hat nichts damit zu tun, dass die Qualität des Stoffs minderwertig ist, sondern entsteht natürlicherweise bei kurzfaserigen Stoffen handelt. Der Stoff zeichnet sich dadurch aus, dass er besonders dünn und atmungsaktiv ist und sich anfühlt wie eine zweite Haut. Bei Reibung und verstärkter Belastung werden die kurzen Fasern jedoch aufgerieben und es bilden sich kleine Knötchen am Stoff. Das Problem betrifft insbesondere den grauen Stoff der aktuellen Charge. Das RidersDeal-Team weiß um die Problematik und arbeitet derzeit daran, für die nächsten Reithosen, die im Herbst rauskommen, einen anderen Stoff auszuwählen. Dieser wird etwas fester sein, ähnlich wie der Stoff der weißen Reithose (dort gibt es die Problematik nicht) und daher auch nicht mehr anfällig sein für Pilling.

Solltet ihr aktuell das gleiche Problem bei einer RidersDeal Reithose haben, könnt ihr euch jederzeit an das Team wenden. Allerdings beeinträchtigt das Pilling die Funktionalität nicht weiter, sodass ihr es auch einfach abrasieren oder ignorieren könnt – ich habe mich für letzteres entschieden, da es mich ehrlich gesagt nicht stört.

Wo kann man die Hosen kaufen?

Die Reithosen gibt es bisher nur online zu kaufen. Wenn ihr bereits bei RidersDeal angemeldet seid, könnt ihr die Reithose derzeit hier bestellen für 49,99€ plus 5,99€ Versand innerhalb Deutschlands. Falls ihr RidersDeal bisher nicht kennt und euch nicht bei einer weiteren Plattform anmelden möchtet, könnt ihr die Hose auch bei Amazon kaufen. Dort kostet sie allerdings 59,99€, dafür ist der Versand bereits inklusive und als Amazon Prime Nutzer ist sogar der Express-Versand enthalten.

Fazit

Ich würde die Reithose jedem empfehlen, der eine günstige, aber trotzdem bequeme Reithose sucht, die nicht nach dem ersten Tragen auseinanderfällt. Vor allem ist sie für Reiter geeignet, die ein leichtes Tragegefühl und viel Bewegungsfreiheit mögen. Es gibt sie in vielen verschiedenen Farben und da sie ansonsten sehr schlicht gehalten ist, lässt sie sich super kombinieren. Ich hätte mir eine so günstige Reithose normalerweise nicht gekauft, weil ich skeptisch gewesen wäre hinsichtlich der Qualität, und ich trage sie nun wirklich sehr gerne und werde sie mir sicher auch noch in weiteren Farben zulegen!

Insbesondere bei der Turnierreithose finde ich es toll, dass es durch RidersDeal jetzt eine günstige Alternative zu teuren Markenreithosen gibt. Allen, die eine Hose für ihre Abzeichenprüfung brauchen oder vielleicht erstmal testen wollen, ob das Turnierreiten überhaupt etwas für sie ist, kann ich die Hose wärmstens ans Herz legen. Man bekommt für einen super günstigen Preis eine wirklich tolle Hose!

Fesselträgerschaden oder Wie ein Wort alle unsere Pläne zerstörte

Viele von euch haben es bestimmt schon auf Facebook oder Instagram gelesen – Emmi hat einen Fesselträgerschaden und fällt mindestens ein halbes Jahr aus. In diesem Blogpost möchte ich euch noch einmal genau darüber berichten, wie es dazu kam und wie die letzten Wochen für uns abliefen.

Das ganze Drama ging irgendwann Ende März los. Ich wollte nur schnell am Halfter longieren und merkte, dass Emmi nicht ganz sauber lief. Besonders auf der rechten Hand auf einem kleineren Zirkel war eine deutliche Lahmheit zu sehen. Erstmal war ich ganz positiv und dachte, sie hat sich sicherlich nur irgendwie vertreten. Schließlich war sie in den 11 Jahren, die ich sie habe, noch nie ernsthaft lahm. Daher habe ich ihr zunächst eine Woche Pause gegönnt. Als ich sie danach wieder an die Longe nahm und antrabte, war zwar noch eine Lahmheit zu sehen, aber wirklich nur minimal. Nach Rücksprache mit dem Tierarzt bekam sie ein entzündungshemmendes Pulver und eine weitere Woche Ruhe verordnet. Als ich sie 10 Tage später wieder longierte, schien alles wieder gut zu sein. Ich war sehr erleichtert und froh, dass es nichts ernsthaftes war.

Daraufhin stand dann zwei Tage Schritt und Trab unter dem Reiter an. Am dritten Tag hatte ich schon ein etwas merkwürdiges Gefühl in den Wendungen. Ich hatte aber keinen Spiegel zur Verfügung und dachte mir, ich würde es mir sicher nur einbilden. Danach hatte sie einen Tag frei und als ich am folgenden Tag wieder im Stall war, war es eindeutig: Emmi lahmte wieder. Daraufhin war mir klar, dass ich um eine umfangreiche Diagnostik nicht herumkommen würde. Ich rief also bei Herrn Dr. Rademacher an, der bei uns in der Region als absoluter Spezialist für Lahmheiten gilt. Leider ist er auch entsprechend gebucht, daher war die Terminvereinbarung schwieriger als gedacht. Wir sollten ungefähr zehn Tage auf unseren Termin warten. Leider wurde dieser langersehnte Termin dann von Herrn Rademacher kurzfristig abgesagt. Das war deshalb besonders blöd, weil ich direkt danach für zwei Wochen in den Urlaub geflogen bin. Da ich bei dem Termin gerne dabei sein wollte, bekam Emmi zwei weitere Wochen Schritt verordnet und wir machten einen neuen Termin für die Woche nach meinem Urlaub ab. Da Schrittpause bei einer Lahmheit grundsätzlich nicht schaden kann, hatten wir in dem Sinne keine Eile. Ich wollte aber natürlich endlich wissen, was los ist.

Während meines Urlaubs war Emmi dann schon wieder lahmfrei. Daher ritt ich die Tage nach meinem Urlaub vor dem Termin Schritt und auch ein paar Runden Trab. Den Termin wollte ich aber trotzdem durchziehen, da es ja nun schon zwei Mal so gewesen war, dass sie kurz lahmfrei war und es dann wiederkam. Zum Glück, denn einen Tag vor dem Termin lief sie wieder nicht klar und mir schwante mittlerweile, dass wir wohl keine harmlose Diagnose bekommen würden.

Als der Tierarzt dann endlich da war, mussten wir erst Vortraben auf weichem Boden und dann noch an der Hand auf hartem Boden. Anschließend wurde noch gebeugt. Es zeigte sich zwar eine leichte Lahmheit hinten rechts, aber vom klinischen Bild her nichts dramatisches. Anschließend stand dann Ultraschall auf dem Plan. Ein Röntgenbild des betreffenden Beins hatte ich schon Anfang Januar machen lassen, weil das Bein, seitdem ich Emmi reingeholt hatte, immer etwas angelaufen war. Nur einen Ultraschall hatten wir im Januar nicht gemacht – schließlich kam Emmi gerade von einer 1,5jährigen Weidepause und zeigte zu dem Zeitpunkt auch noch kein Anzeichen irgendeiner Lahmheit. Daher hielt ich eine Sehnenverletzung für sehr unwahrscheinlich. Tja lange Rede kurzer Sinn, der Ultraschall ging los, die Miene des Tierarztes wurde plötzlich ernster und da hatten wir auch schon unsere Diagnose – Fesselträgerschaden.

Meine schlimmste Befürchtung wurde wahr. Seit es dieses dicke Bein gab, hatte ich immer ein ungutes Gefühl. Ich (und auch meine Freunde) redeten mir allerdings ein, die Schwellung läge sicherlich an der alten Mauke-Stelle an dem Bein, die noch nicht richtig verheilt ist. Ich wollte das gerne glauben und weiß auch, dass ich eher zu Übervorsichtigkeit neige und mich bei solchen Dingen nicht verrückt machen darf. Trotzdem blieb irgendwie ein schlechtes Gefühl.

Der Tierarzt erklärte mir, dass es mehrere Schäden seien, sowohl ältere Verletzungen als auch eine neuere. Die älteren Verletzungen waren auf jeden Fall schon vor dem Antrainieren da und die neue sei vermutlich dabei dazu gekommen. Der Ursprung sei nicht betroffen, was schon einmal positiv sei. Grundsätzlich seien die Heilungsschancen gut, ich müsste jedoch mit 3-6 Monaten Pause rechnen. Für mich war eine Sache direkt klar – es wird keinen monatelangen Boxenknast für Emmi geben. Das tue ich weder ihr noch mir an. Der Tierarzt hatte dafür auch Verständnis und sagte, eine Weidepause sei in dem Fall eine gute Möglichkeit. Es gäbe auch die Möglichkeit eine Lasertherapie zu machen, damit habe er sehr gute Erfahrungen gemacht. Auch da war mir jedoch relativ schnell klar, dass ich das nicht möchte. Weder die 1800€ noch der mehrwöchige Klinikaufenthalt waren eine echte Option für mich.

Emmi ist kein 6jähriger Turnierkracher, den ich gerade für viel Geld gekauft habe und der Leistung bringen muss, sondern sie ist bereits seit 11 Jahren an meiner Seite und hat genug geleistet und durchgemacht in ihrem Leben. Entweder sie wird auf natürlichem Wege wieder gesund und belastbar oder eben nicht. Daher wusste ich also schnell, wie ich mit der Diagnose umgehen wollte. Das ändert jedoch nichts daran, dass ich sehr sehr traurig und enttäuscht war und die letzten Wochen für mich wirklich hart waren. Ich hatte mich so sehr gefreut, Emmi wieder anzutrainieren. Ich habe gemerkt, wie viel Spaß wir zusammen haben und wie gerne ich sie reite. Wir kennen uns in- und auswendig und ich kann mir mittlerweile kein besseres Pferd mehr vorstellen. Wir sind in den letzten Monaten enger zusammengewachsen als je zuvor und ich war einfach dankbar, so ein tolles Pferd an meiner Seite zu haben. Umso schmerzhafter war es dann, einzusehen, dass ich sie diesen Sommer definitiv nicht mehr reiten werde und vielleicht sogar nie mehr.

Mir war auch erstmal nicht danach, darüber so ausführlich zu schreiben. Daher hat dieser Beitrag etwas länger auf sich warten lassen. Natürlich habe ich mir auch Vorwürfe gemacht, dass ich nicht schon früher eine umfangreiche Untersuchung des Beins gemacht habe, obwohl es permanent leicht angelaufen war. Aber ich habe daraus gelernt und in Zukunft werde ich wieder vorsichtiger sein. Die Kosten für eine Diagnose stehen nämlich in keinem Verhältnis zu diesem ewigen Rumdoktern, das nicht nur an den Nerven zehrt, sondern auch mindestens genau so viel Geld kostet. Hätte ich direkt im Januar einen Ultraschall gemacht, ich hätte mir drei Monate teure Stallmiete, meinen neuen D1, diveres Zubehör und Unterrichtsstunden sparen können – eine große Menge Geld also.

Mittlerweile hatte ich zum Glück ein paar Wochen Zeit, um die Diagnose zu verdauen und zu verarbeiten und mir weitere Gedanken zu machen. Damit es hier nicht allzu lang wird, werde ich noch einen extra Blogpost darüber schreiben, wie es mir mit der aktuellen Situation geht und wie meine reiterlichen Pläne für die nächste Zeit aussehen.

Fremde Nasen in persönlichen Angelegenheiten…

…eine Reiterkrankheit?

Lang ist es her, dass ich für Horsediaries einen Artikel geschrieben habe. Allerdings kommen mir immer mal wieder Gedanken, die ich in einer ähnlichen Form vor langer Zeit schon ein mal hier mit euch geteilt habe, welche mich einfach nicht loslassen und mich dazu gebracht haben, ein paar Zeilen auf dem Blog nieder zu schreiben.

Manchmal glaube ich, dass in keinem anderen Sport, bei keinem anderem Hobby mehr über fremde Menschen geurteilt wird als im Reitsport. Da wird gemunkelt ob Familie Gänseklein im Lotto gewonnen hat oder ein illegales Nebengewerbe betreibt, um sich drei erfolgreiche Sportpferde in einem Vollpensionsstall zu leisten. Es wird an der Bande gestanden und darüber debattiert, wie klein Emma ihr Pferdchen doch viel besser versammeln könnte, so wird das schließlich nie was mit der L-Platzierung – ohne dass sie jemals um Tipps gebeten hätte natürlich. Es wird mit den Augen gerollt, wenn Martha mit einer dickeren Decke kommt und die nächste ihrem Pferd das xte Zusatzfutter bringt. Kurz um, einfach dutzende Reiter/innen stecken ihre Nasen in Angelegenheiten, in denen sie einfach nichts zu suchen haben. Je mehr Abstand ich zu der Reiterei bekomme, desto mehr Dinge fallen mir auf, über die ich früher geschwiegen habe.

Vielleicht kennen einige von euch dieses unangenehme Gefühl welches einen überkommt, wenn man die altbekannte Stallgasse betritt und man genau weiß, dass man anders ist als die anderen. In meinem Fall liegt das Gefühl daran, dass ich einfach kaum noch vor Ort bin. Ich weiß, dass ich nahezu die einzige bin, die so selten im Stall ist und ich weiß, dass es Menschen gibt, die darüber urteilen. Ohne überhaupt einen blassen Schimmer zu haben, wieso das so ist. Über Dritte wurde mir schon zugetragen, dass meine Pferde doch bei anderen Besitzern sehr viel besser aufgehoben seien als bei mir, da ich ja eh nie für sie da wäre und erst recht nicht mehr reiten würde.

Die Denkweise schockt mich, ich bin ehrlich. Ein Mensch der mich nicht kennt, sagt zu einem anderen Menschen der mich nicht kennt, ich solle doch meine Pferde verkaufen, weil sie es woanders besser hätten.

Weil diese anderen Leute liebend gerne chronisch kranke Pferde kaufen? Am besten noch, um sie zu reiten, obwohl sie krank sind?

Kein anderer ist mit meinen Stuten ihren Leidensweg gemeinsam gegangen außer mir. Niemand anderes hat gesehen, wie mein Pony 14 Tage lang in einer Klinik stand, vollgepumpt mit Chemie, leidend. Nach unterschiedlichsten Untersuchungen von unterschiedlichsten Ärzten und mit den Nerven am Ende. Auch kein anderer hat gesehen, wie ich in Tränen ausbrach, als mir mein damaliger Tierarzt offenbarte, dass meine große Stute nicht mehr belastbar sei, niemals mehr. Niemand, außer meiner Stute und mein Tierarzt.

Ich glaube daran, dass diese beiden Pferde ganz genau wissen, dass sie deshalb noch bei mir sind, weil sie bei anderen vermutlich als Zuchtstuten geendet wären, wohlmöglich auch in der Wurst oder im schlimmsten Fall einfach so weiter geritten worden wären, bis gar nichts mehr ginge. Nur deshalb freuen sich auch beide immer noch wenn sie mich manchmal auch nur einmal in der Woche sehen. Sie wissen, wer ich für sie bin und sie wissen auch, was wir bis hierhin alles gemeinsam erlebt, genossen und ausgehalten haben. Wenn man mir an dieser Stelle etwas anderes unterstellen mag, dann bitte. Aber ich bin ein Herzensmensch, ich weiß dass ich die Verbindung zu meinen Pferden nie verloren habe und andersherum genau so wenig, das reicht mir.

Ich kann verstehen, dass man sich fragt weshalb das Pony immer noch in Vollpension steht, vielleicht weil man nicht weiß, dass es nicht so leicht ist für super leichtfuttrige Pferde einen geeigneten Platz in einem Offenstall zu finden und weil es noch viel schwieriger ist, Stallbesitzer zu finden, auf die man sich blind verlassen kann.

Warum ich mich auf Stallbesitzer blind verlassen muss? Weil mein Leben nicht mehr so ist wie damals, als sich alles nur um meine beiden Pferde drehte, ich kontrollieren konnte, ob alle vier Beine noch dran sind, ob die Pferde vital sind, sie gutes und ausreichendes Futter bekommen und Auslauf haben. Deshalb ist es für mich wichtig, tolle Stallbesitzer zu haben auf die ich mich verlassen kann. Stallbesitzer, die auch in schwierigen Zeiten da sind und nach Möglichkeiten für einen suchen, obwohl sie es nicht müssten.

Jeder Mensch, dem das Schicksal schon mal begegnet ist, weiß, dass sich Dinge ändern können, dass sich Prioritäten verändern müssen und man sich in dem sicheren Glauben bewegt alles wendet sich irgendwann so, dass es niemand mehr nötig haben wird über einen fremden Menschen zu urteilen.

Manchmal wünschte ich mir, ich könnte für ein paar Tage meine Schuhe an jene verteilen, die meinen, sie wüssten es besser. Ich würde sie so gern ein paar Schritte mit meinen Schuhe laufen lassen, mit der Erfahrung und Erinnerung an Tage im Stall mit meinen Pferden, von denen sie nichts wissen, mit meinem Leben fernab von der Wendystallwelt. Ob sie es dann immer noch wagen würden ihre Nase in meine Angelegenheiten zu stecken? Zu urteilen? Oder würden sie verstehen…?

Ostwind 4 – Aris Ankunft // Gewinnspiel

Seit Donnerstag ist der neue Ostwind-Film in den Kinos!

Durch einen Zwischenfall werden Mika (Hanna Binke) und ihr Ostwind auf eine harte Probe gestellt. Mikas Großmutter, Sam und Herr Kaan versuchen unterdessen, Gut Kaltenbach am Laufen zu halten, wobei sie Unterstützung von der ehrgeizigen und scheinbar netten Isabell bekommen. Aber alles geht schief: Das Gestüt droht in fremde Hände zu fallen und Ratlosigkeit macht sich breit. Bis Fanny die impulsive und kratzbürstige Ari (Luna Paiano) nach Kaltenbach bringt und damit für mächtigen Wirbel sorgt. Ari fühlt sich sofort von Ostwind angezogen und scheint eine besondere Wirkung auf den berühmten Hengst zu haben. Ist es möglich, dass Ostwind und Mika eine weitere Seelenverwandte auf Gut Kaltenbach finden? Und wird Ari es schaffen, Ostwind vor dem skrupellosen Pferdetrainer Thordur Thorvaldson (Sabin Tambrea) zu schützen?

Anlässlich des Kinostarts habe ich wieder ein tolles Gewinnspiel für euch.

Es gibt DREI Pakete zu gewinnen, jeweils bestehend aus 2 Kinotickets, dem Roman zum Film sowie einem Filmplakat.

Wenn ihr am Gewinnspiel teilnehmen möchtet, hinterlasst einfach einen Kommentar unter diesem Beitrag und gebt eine gültige E-Mailadresse an, unter der ihr zu erreichen seid (wird nicht öffentlich angezeigt). Das Gewinnspiel läuft bis zum 7. März um 24 Uhr. Die Gewinner werden per E-Mail kontaktiert.

Ich wünsche euch allen viel Glück!

Teilnahmebedingungen: Teilnahmeberechtigt sind Personen mit einer gültigen Lieferanschrift in Deutschland. Minderjährige können nur mit dem Einverständnis ihrer Eltern teilnehmen. Es ist keine Barauszahlung möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die Preise wurden mir von Constantin Film kostenlos zur Verfügung gestellt.

Wenn Sportpferde älter werden…

Vielleicht kennen es einige – irgendwann beginnen die sogenannten „Alterswehwehchen“ auch bei den Vierbeinern. Bei nasskaltem Wetter dauert es lange bis die Pferde sich gerne bewegen oder sie sind generell etwas steifer. Extreme Hitze geht nicht mehr spurlos an unseren älter gewordenen Freunden vorbei oder es kommen vielleicht sogar körperliche Einschränkungen dazu. Dieser Artikel soll meine Erfahrungen mit euch teilen, vielleicht steckt der ein oder andere von euch gerade genau in der gleichen Situation oder hat bereits solche Erfahrungen gemacht.

Dies ist ein Gastbeitrag von Wiebke, der Besitzerin von Emmis Bruder Da Vinci.

Mein Pferd ist jetzt 18 Jahre alt und seit fast 14 Jahren in meinem Besitz. Über diesen ganzen Zeitraum bin ich seine ständige Reiterin und er mein permanenter Wegbegleiter. Es ist also wirklich nicht weit her geholt, wenn es heißt wir hätten ein „eheähnliches Verhältnis“ :D. Wir kennen uns wirklich sehr gut und ich denke das ist auch wichtig, um zu merken, wann das Pferd älter wird bzw. ob es langsam älter wird. Mit 18 ist mein Pferd sicher noch kein Pferd, das man komplett zum alten Eisen zählen muss – es gibt ja einige Pferde, die in dem Alter noch im hohen Sport gehen.

Das Älterwerden ist ein Prozess, den man erst erkennen muss. Mir ist das eine Zeit lang gar nicht unbedingt aufgefallen, weil sich viele Sachen schleichend verändern, die ich gar nicht mit dem Älterwerden in Verbindung gebracht habe. Manche Sachen sind vielleicht auch eher ein „reifer werden“. Mein Pferd ist zum Beispiel im Umgang „träger“ geworden, unter anderem trödelt er mittlerweile immer ein bisschen, wenn man ihn aus der Box holt. Als jüngeres Pferd war er außerdem immer extrem glotzig, das ist zunächst mit besser werdender Durchlässigkeit weniger geworden, aber irgendwann hat er es komplett abgelegt.

Richtige körperliche Einschränkungen hat er zum Glück gar nicht und darüber bin ich sehr, sehr froh. Er sieht außerdem top aus, die weißen Haare halten sich bisher gut versteckt unterm Schopf und er ist gesund, fit auf den Beinen und bleibt das hoffentlich auch noch sehr lange. Dennoch merke ich ihm beim Reiten an, dass sich in den letzten 1-2 Jahren schon etwas verändert hat. Vor allem bei nasskaltem Wetter ist er nicht mehr das „Immer-locker-Pferd“ von früher, sondern hält sich teilweise lange im Hals und Rücken fest. Alles in allem ist er trotzdem in einem guten Leistungszustand. Das liegt sicher auch daran, dass er über all die vergangenen Jahre immer im Training war. Er hatte glücklicherweise nie lange verletzungsbedingte oder anders begründete Pausen. Ich glaube, das macht viel aus, wenn es darum geht, ob ein älteres Pferd noch lange fit ist oder schon früher „in Rente muss“.

Dass er aber nicht mehr das Pferd ist, das immer direkt nach dem Aufsteigen von alleine locker ist, ist tatsächlich das, was mich persönlich am meisten „einschränkt“. Es gibt immer noch Tage, da ist er einfach von Anfang an locker, der Hals lässt sich bewegen, die Ganasche ist locker und er zieht vom ersten Tritt an ehrlich über den Rücken ans Gebiss. Aber gerade im Winter werden diese Tage mittlerweile weniger. Ich musste erst lernen, damit umzugehen. Dadurch dass ich (leider?) ziemlich ehrgeizig bin, fiel es mir wirklich schwer – auch wenn ich das Turnierreiten schon seit einiger Zeit (vorübergehend) an den Nagel gehängt habe – mein bis S ausgebildetes Pferd an „schlechteren“ Tagen 60 Minuten locker zu reiten, bis er endlich los ließ und den Rücken öffnete. Mir macht schon immer das Ausbilden und Besserwerden am meisten Spaß. Zu merken, dass man das hohe Leistungsniveau nicht mehr halten kann, war anfangs nicht so leicht für mich. Zwar reite ich neben meinem eigenen Pferd auch noch ein jüngeres Pferd mit viel Qualität, was mir auch viel Spaß bereitet, aber irgendwie ist es schon ein komisches Gefühl, wenn das eigene Pferd, was für mich unangefochten das beste und tollste ist, nicht mehr 100 % der Leistung bringen kann. Ich habe mich sogar oft undankbar ihm gegenüber gefühlt, weil ich nach dem Reiten unzufrieden abgestiegen bin. Dabei sollte ich doch eigentlich froh sein, dass er „nur“ ein bisschen steif ist. Es ist nämlich auch nicht so, dass man von unten denkt, dass das Pferd ein super steifes Schiff ist – nein, wenn man ihn nicht kennt und nicht genau drauf achtet, dann fällt einem glaube ich nichtmal auf, dass er anders läuft als vor 5 Jahren.

Ich habe mich dann mehr oder weniger zwingen müssen, meinen Ehrgeiz herunter zu schrauben und passe das Training nun an seine Bedürfnisse an. Als eine richtige Trainingsumstellung würde ich das nicht bezeichnen, aber wenn ich merke, dass er fest ist, setze ich mir andere Ziele und versuche nur ihn locker zu reiten, ohne mich an irgendetwas festzubeißen. Damit geht auch quasi zwangsläufig einher, dass ich insgesamt gesehen weniger Lektionen reite. Zwar bestand früher unser Training logischerweise auch nicht aus reinem Lektionsreiten, aber mittlerweile überwiegen die Tage, an denen ich ausschließlich Losgelassenheit und Durchlässigkeit erarbeite. Außerdem achte ich darauf, dass er immer kontinuierlich gearbeitet wird. Früher habe ich z.B. über den Winter immer das Training runter gefahren. Das mache ich jetzt nicht mehr, weil ich weiß, dass er besser drauf ist, wenn er regelmäßig was tut. Dazu zählt übrigens auch Longieren. Wenn er nämlich doch mal länger als zwei Tage Pause hatte, ist er mittlerweile doch ein richtiges kleines Steiftier und das möchte ich uns beiden ersparen. Allerdings reite ich zur Motivationserhaltung (und im Winter zur Vermeidung von Hallenkoller bei uns beiden) auch nicht öfter als fünfmal pro Woche.

Was mir aber auffällt: Die Tage, an denen er super gut drauf ist, an denen ich (fast) alle Lektionen abrufen kann und er einfach spitzenmäßig läuft, fallen viel mehr ins Gewicht als früher und sind irgendwie auch mehr wert.

Außerdem habe ich gemerkt, dass es besser ist, wenn ich nicht morgens reite bevor er raus kommt. Nach der Nacht in der Box braucht er immer ein bisschen, um seine Glieder in Schwung zu bringen. Wenn ich reite, nachdem er sich draußen schon stundenlang bewegt hat, ist er gleich viel lockerer! Für die Motivation hilft es uns beiden außerdem möglichst viel auszureiten – da möchte er aber dann bitte unbedingt auch nicht nur Schritt gehen. Und im Trab und Galopp vorne, ganz klar!! Da ist das Alter und die Erziehung manchmal ziemlich schnell vergessen :D.

Wie es die nächsten Jahre mit uns als Reiter-Pferd-Paar weiter geht, weiß ich noch nicht ganz genau. Aber der Gedanke, dass ich mittlerweile das ein oder andere Mal weniger Spaß daran habe ihn zu reiten als früher quält mich schon. Dadurch dass er mich über einen so langen Zeitraum begleitet hat und wir so viel gemeinsam erlebt haben, ist er wirklich besonders für mich und irgendwie komme ich mir fast ein bisschen verlogen vor, nun zu sagen „Ich habe keinen Spaß mehr daran ihn zu reiten.“. Fest steht auf jeden Fall, dass ich, solange er gesund und fit ist, dafür sorgen werde, dass er immer entsprechend fit gehalten und gymnastiziert wird. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass mein Nachwuchspferd inzwischen 3 Jahre alt ist und Ende dieses/Anfang nächsten Jahres in die Arbeit soll und ich ihn dann nach dem Anreiten auch zeitnah selbst reiten möchte. Dennoch hilft mir der Gedanke an das Nachwuchspferd ab und zu, wenn ich mal wieder ein bisschen geknickt bin, dass es mit meinem jetzigen Pferd nun keine Vorwärtsentwicklung mehr gibt und dass wir auch nicht mehr wieder auf das hohe Leistungsniveau zurückkehren, was wir schonmal hatten.

Alles in allem ist aber irgendwie auch schön, dass ich diese ganze Entwicklung miterlebe. Ich bin vor ungefähr 8 Jahren mit meinem Pferd in eine andere Region gezogen. Die Leute „von früher“ kennen ihn nur als oft ziemliches verrücktes Pferd und viele, die ihn lange nicht mehr gesehen haben, können sich kaum vorstellen, dass er so artig und umgänglich geworden ist, dass ich (fast) jeden auf ihn setzen könnte. Diese Veränderung seines Wesens gehört auch irgendwie zum Älterwerden dazu und ich freue mich, dass ich ihn schon so lange begleite und das alles mit erlebe. Da gehört dann eben jetzt mittlerweile auch dazu, dass ich mich ihm anpassen muss.

Geschicklichkeitsreiten auf dem Turnier – Unsinn oder sinnvolle Abwechlung?

Seit Einführung der WBO ist es amtlich: für Turniereinsteiger gibt es nicht mehr nur die klassischen Dressur- und Springwettbewerbe im unteren Bereich, sondern auch verschiedene Varianten des Geschicklichkeitsreitens. Was früher nur auf sogenannten Orientierungsritten, Reiterrallyes oder für Kinder bei den Mounted Games zu finden war, kann nun auch in Form verschiedener Wettbewerbe in der Halle oder auf dem Viereck stattfinden. Ob das eine gute Sache ist und wenn ja, warum, möchte ich gerne in diesem Gastbeitrag erörtern.

Sarah ist 30 Jahre alt und kommt aus dem schönen Allgäu. Mit ihren Ponys ist sie nicht nur erfolgreich in Dressurprüfungen bis Kl. L unterwegs, sondern nimmt auch regelmäßig mit ihnen an sogenannten Präzisions- und Actionwettbewerben teil. Auch gibt sie regelmäßig Kurse in diesem Bereich. Was es damit auf sich hat, wie sie dazu kam und welche Vorteile solche Prüfungen bieten können, lest ihr in ihrem Gastbeitrag. Einen zusätzlichen Einblick in ihre Arbeit mit den Ponys und ihren Reitschülern findet ihr auf ihrem Instagram Account sanoca_ponypower .Ich selbst kam über Umwege zu dieser Sparte des sogenannten Breitensports. Eigentlich empfand und empfinde ich mich als vielseitige Dressurreiterin und mit Pferdespielen hatte ich nur auf Orientierungsritten (auch genannt „O-Ritte“) Kontakt. An diesen nahm ich weniger wegen des Wettkampfgedanken teil – dafür konnte ich ja auf „richtige“ Turniere gehen, sondern weil ich dabei die Möglichkeit hatte, tolles Gelände zu erkunden und lange Galoppstrecken zu genießen. Mit den verschiedenen Geschicklichkeits- und „Schreckhindernissen“ befasste ich mich dann im Rahmen der Ausbildung meines jungen Nachwuchspferdes. Er war ein Exemplar, das trotz täglichen Weidegangs in der Herde bitte täglich beschäftigt werden wollte. Um ihn nicht zu oft körperlich zu belasten, baute ich also Bodenarbeit ein und gewöhnte ihn an Planen, Regenschirme, Flattervorhänge und, und, und. Als echtes Spielkind fand er daran großen Gefallen und so manches Spielutensil hat er inzwischen auf dem Gewissen.

Als er 6 Jahre alt war, nahmen wir zum ersten Mal an einem großen Breitensportturnier teil. Hier interessierte ich mich weniger für die Spieleprüfungen, als für Caprillitests, die Eignungsprüfung für Freizeitpferde und den GHP. Diese Prüfungen bereiteten uns beiden viel Vergnügen und die Spieleprüfungen, die ich beobachten konnte, gefielen mir sehr gut. Ich bedauerte, dass es so etwas nicht öfter gab. 3 Jahre später, im Jahr 2014, fand dann das Bundespferdefestival in Ellwangen statt und kurzerhand packten wir beide Turnierponys ein und meldeten verschiedene Prüfungen. Nach einer 1 im GHP und dem Sieg in unserem ersten Präzisionsparcours hatte ich endgültig Blut geleckt. Ich fing an, nach solchen Prüfungen Ausschau zu halten und mit meinem Verein auch selbst ein solches Turnier im kleinen Rahmen zu organisieren. Heute gibt es zumindest eine Handvoll solcher „Breitensportturniere“ in meinem Umkreis und ich nutze sie gerne als Abwechslung für meine Pferde und auch für Berittpferde, die aus dem einen oder anderen Grund (noch) nicht auf „normalen“ Turnieren starten können. Inzwischen darf ich mich auch Vizebreitensportbeauftragte meines Pferdesportkreises nennen und gebe hin und wieder Lehrgänge für interessierte Aktive.

„Die Brücke“ – Prüfstein für Vertrauen und Gelassenheit

In dieser Vorstellung fanden sich schon gute Argumente für das Geschicklichkeitsreiten – Spaß & Abwechslung. Doch warum sollte man das nicht einfach nur zu Hause machen? Sollte Turnierreiten nicht ein Leistungsvergleich sein?

1. Warum nicht nur zu Hause?

Das ist eine Frage, die ich am liebsten mit „du kannst auch nur zu Hause Dressur reiten und springen!“ beantworten würde. Diese Antwort wäre natürlich richtig, aber warum es im Gegenteil sogar GUT sein kann, auch so etwas auf Turnieren anzubieten, möchte ich zu einem späteren Zeitpunkt erklären.

2. Sollte Turnierreiten nicht ein Leistungsvergleich sein?

Selbstverständlich sollte es das, aber wo fängt die Definition von Leistung an? Wer das als Argument gegen Geschicklichkeitsprüfungen nimmt, müsste konsequenter Weise auch die Streichung aller Klassen unter A (oder sogar L?) fordern. Doch auch die Anfänger leisten bereits etwas und ihre Leistungen können untereinander verglichen werden. Außerdem kann jeder gerne einmal selbst probieren, wie gut er mit seinem Pferd durch einen Parcours mit Geschicklichkeits- und Gruselelementen kommt.  Wie so oft beim Reiten gilt auch hier: Je leichter es aussieht, desto mehr Arbeit steckt meistens dahinter.

Erst im vergangenen Jahr hatten wir einen alteingesessenen klassischen Richter auf unserem Breitensportturnier – und er war begeistert!

Doch es gibt noch viele andere gute Gründe für das Geschicklichkeitsreiten als Turniersport:

Keine Reitweisenbeschränkung

Wenn man einmal davon absieht, dass es gewisse Ausrüstungsregeln zu beachten gibt, kann einfach jeder mitmachen! Völlig egal ob FN-Reiter, Barockreiter, Gangpferdereiter, Westernreiter… gerade für Reitvereine mit gemischten Mitgliedern ist dies eine tolle Möglichkeit, alle „an einen Tisch“ zu bekommen und jedem etwas zu bieten.

Blick über den Tellerrand

Wie oft hört man die Lästereien über „willenlose Westernmaschinen“, „zusammengezogene Sportsklaven“, „Pferde, die nur Gangsalat können“, „schlurfende Hirschhalsfreizeitpferde“, „seitwärts krebsende Barockpferde ohne jeden Schwung“ etc. pp.?

Auf einem Breitensportturnier passiert häufig etwas ganz anderes!Der Westernreiter wird bewundert, wie sein Pferd am durchhängenden Zügel durch den Actionparcours flitzt; der Dressurreiter, weil er geschmeidig und elegant durch Labyrinth reitet und sein Pferd ja gar nicht so ein glotzender Fachidiot ist; der Isländer, weil er in 2 Sekunden von cooler Socke auf Flitzebogen umschaltet und wieder zurück; der Spanier, der um die Tonnen galoppiert, als würde die Reiterin gerade nebenbei Doma Vaquera üben; das Freizeitpferd, das sich einfach VOR GAR NICHTS fürchtet…  Es ist ein miteinander, man fragt nach Tipps und es macht einfach Laune!

Leistungsvergleich für „Jederpferd“

Oft hört man „Mit dem Pferd brauche ich mich gar nicht auf dem Turnier blicken zu lassen“. Häufig sagen das Reiter, die erst eine Weile nach dem Pferdekauf auf den Geschmack eines Wettkampfs gekommen sind, ihren geliebten Vierbeiner aber nicht austauschen möchten. Oder man würde eigentlich gerne eine Klasse höher starten, hat aber Angst, nicht mithalten zu können. Beim Geschicklichkeitsreiten brauche ich aber weder einen Lampenaustreter noch einen Hochhausspringer. Der kurzbeinige, rundbauchige Shetty-Araber-Kaltblut Mix kann genauso antreten wie ein Don Totilas-Hitmeier – und keiner der beiden ist benachteiligt! Es gibt zwei Varianten: Den Stil-Trail (meistens als Präzisionsparcours) und den Zeit-Trail (Actionparcours). Beim Stil-Trail geht es um ein harmonisches, gelassenes Überwinden der Hindernisse, beim Actionparcours um Fehler und Zeit. Brav über jedes Hindernis muss dabei jedes Reiter-Pferde Paar erst einmal kommen, egal ob groß oder klein, egal ob dick oder dünn, egal ob Rassepferd oder Wald-und-Wiesen-Mix und eben auch egal, ob es 1.000€ oder 100.000€ gekostet hat.

Mein absolutes Lieblingsargument für das Geschicklichkeitsreiten als Turniersport, das ich unter 1. schon andeutete, ist jedoch dieses: Es gibt dem sogenannten Freizeitreiter den Impuls, sich mit seiner und der Ausbildung seines Pferdes auseinander zu setzen. Viele nehmen nämlich in erster Linie aufgrund des Spaßfaktors an solchen Prüfungen teil und gewinnen dabei die ein oder andere Erkenntnis. Ich kenne sogar ein paar Reiter, die durch diese Prüfungen erst den Weg in den „normalen“ Turniersport gefunden haben!

Doch wie kommt man durch die Teilnahme an solchen Prüfungen auf die Idee, mehr für seine reiterliche Entwicklung zu tun?

Stil-Trail – Gruselhindernisse

Klar, zuerst einmal müssen die Pferde brav und artig über die verschiedenen Hindernisse gehen. Insbesondere Plane, Brücke und Flattervorhang sind sehr beliebte Hindernisse. Doch auch ungewöhnlichere Aufgaben, wie das Durchreiten einer Poolnudelgasse (das Pferd muss hierbei die Poolnudeln mit der Brust zur Seite drücken) können vorkommen. Viele Reiter nehmen dies zum Anlass, solche Aufgaben zu Hause zu üben. Meiner Erfahrung nach ist hierbei weniger die Gewöhnung der Pferde an „seltsame Dinge“ der eigentliche Erfolg, sondern dass der Reiter in geschützter Umgebung die Reaktion seines Pferdes kennenlernt. Er lernt so es besser einzuschätzen, angemessen und richtig zu reagieren und gewinnt so an Souveränität und Selbstvertrauen, was sich schlussendlich auf das Pferd auswirkt. Dies ist besonders für das Reiten im Gelände wertvoll – es wird auch in schwierigen Situationen kontrollierter und sicherer.

Ein solches Hindernis zu überwinden kostet viel Mut und Arbeit

Stil-Trail: Rittigkeitshindernisse

Ein Präzisionsparcours besteht grundsätzlich nicht nur aus GHP-Hindernissen, sondern auch aus Rittigkeitsaufgaben: Labyrinth, Slalom, Querpassage und Wendehammer sind hier sehr beliebt.

Hiervon möchte ich zwei Aufgaben näher beleuchten.

Beim Wendehammer reitet man in eine hammerförmige Gasse ein. Der Eingang ist sehr schmal, im „Hammerbereich“ wird gewendet und das Hindernis durch den schmalen Eingang wieder verlassen. Das Wenden soll harmonisch und flüssig erfolgen. Logisch, dass nur der Reiter, der die Aufgabe ohne Ziehen und Zerren schafft, eine ordentliche Note erhält (die Noten werden je Hindernis vergeben). Wenn derjenige die Aufgabe auch noch z.B. mit einer formschönen Kurzkehrtwendung absolviert,  dann werden die richtig hohen Noten gezückt.

Auch der Slalom ist ein gutes Beispiel: Teile ich diesen gut ein, sitze ich ordentlich und dosiere ich meine Hilfen angemessen, gibt es bestimmt die 6 oder 7. Geht mein Pferd dabei durchs Genick und stellt sich passend auf unsichtbare Hilfen um, sind wir dagegen ganz schnell bei der 9!

Spätestens, wenn es an die Rittigkeitsprüfung geht, ist jedoch schnell klar: Ganz vorne steht nur das gut gerittene Pferd mit einem gut sitzenden und harmonisch einwirkendem Reiter. Eine Rittigkeitsprüfung kombiniert eine kleine Dressuraufgabe (die auch Westernreiter reiten können!) mit Geschicklichkeitshindernissen. Reite ich saubere Hufschlagfiguren, die Übergänge am Punkt und sitze im Gleichgewicht ohne mein Pferd zu stören, ist die Note solide – aber super wird es eben erst im oben genannten Fall.

Im Labyrinth sind durchlässige und geschmeidige Pferde im Vorteil

Actionparcours

Ja, ich bin ehrlich: Im Actionparcours ist es wie im Springen. Es können auch die vorne sein, die gnadenlos durchheizen. ABER ich habe auch schon Leute mit stilistisch einwandfreien und trotzdem sauschnellen Ritten gewinnen sehen.  Doch hier ist der Sinn der guten Ausbildung leider „nur“, dass es für einen Pferdefreund selbstverständlich sein sollte, sein Pferd verschleißarm zu reiten. Da dies leider immer noch nicht jeder so sieht, hier ein kleiner Appell an die Veranstalter: Bitte schreibt nur die Variante „Fehler vor Zeit“ aus – zumindest, wenn ihr als Veranstaltungsort nur einen Rasenboden zur Verfügung habt. Manche nehmen den Spruch „lieber tot als Zweiter“ nämlich definitiv zu ernst.

Geschicklichkeitsreiten und Springen

In den meisten Wettbewerben, die ich bisher geritten bin, kam eine Variante eines kleinen Sprungs vor. Diese sind meistens nicht höher als 60cm, was dazu führt, dass sich eigentlich jeder überwindet. Ist bekannt, dass viele Kinder mit kleinen Ponys oder Shettys teilnehmen, gibt es für die Kinder auch gerne mal einen „Ponyhöhenausgleich“. Ein solcher Sprung lässt sich natürlich besser, sicherer, schöner und auch schneller (schneiden) überwinden, wenn man das zu Hause regelmäßig trainiert!

Ich denke, ich habe genug geschrieben, um zu erklären, warum ich diese Disziplin so schätze. Ich sehe mich immer noch als Dressurreiter, doch das Geschicklichkeitsreiten ist definitiv meine liebste Nebensparte geworden. Ich würde mich freuen, wenn nicht nur Freizeitreiter, sondern auch der ein oder andere klassische Turnierreiter durch meinen Text neugierig geworden ist und diese Sparte einmal mit seinem Pferd ausprobiert. Egal, ob es auf Anhieb klappt oder ihr fleißig üben müsst – ich wünsche euch und euren Vierbeinern viel Spaß dabei!

Text: Sarah Börner

Fotos: Stefanie Zimmermann

Eine eigene Reitsportmarke gründen – Interview mit Nele Obst von Kudamono

Ich freue mich sehr, euch heute einen neuen Partner für Horse Diaries vorzustellen, der mich als Bloggerin ab sofort unterstützen wird. Es handelt sich dabei um eine junge Hamburger Marke, die ich schon etwas länger beobachte – Kudamono. Vielleicht sind euch die Teile auf den Fotos aus dem Shooting mit Jurina Zwirner bereits aufgefallen.

Kudamono wurde 2016 von Nele Obst gegründet. Wir haben uns auf der Pferd & Jagd persönlich kennengelernt und festgestellt, dass wir nicht nur beide in Hamburg zuhause sind, sondern auch noch fast im gleichen Stadtteil leben. Ich hatte auf der Messe die Gelegenheit, mich von den Produkten persönlich zu überzeugen und auch schon das ein oder andere Teil anzuprobieren. Die Sachen von Kudamono haben mir schon im Online Shop gut gefallen und das hat sich dann auch in der Realität bestätigt. Daher freue ich mich riesig, dass wir von nun an zusammenarbeiten werden.

Reithose Sveja II Full Grip

Eine eigene Reitsportmarke zu gründen und Reitmode selbst zu designen, klingt für mich nach einem absoluten Traumjob. Vielleicht geht es euch ähnlich? Ich habe Nele, der Gründerin von Kudamono, einige Fragen zu diesem Thema gestellt.

Stell dich doch bitte einmal kurz vor! Wer bist du, woher kommst du und in welchem Bereich bist du als Reiterin aktiv?

Ich heiße Nele Obst, komme ursprünglich aus der Nähe von Frankfurt, habe dann viele Jahre in Süddeutschland gelebt und vor ca 6 Jahren hat es mich der Liebe wegen in den hohen Norden nach Hamburg verschlagen. Überzeugtes Ponymädchen bin ich schon von klein auf. Inzwischen bin ich in der Vielseitigkeit unterwegs, am allerliebsten bin ich draußen und auf dem Geländeplatz.

Wusstest du schon immer, dass du im Bereich Mode arbeiten möchtest? Was war dein Einstieg in die Modewelt?

Nicht wirklich, nach dem Abitur wollte ich eigentlich Kunst studieren. Nachdem ich ständig zu hören bekam, dass das eine brotlose Angelegenheit sei, habe ich mich entschlossen, als Alternative Modedesign zu studieren. Ich habe in München studiert, dann hatte ich meinen ersten Job bei der Firma Drykorn, danach bin ich zu Marc O’Polo gekommen. Schon bei Drykorn habe ich mein Lieblingsthema entdeckt: Denim! Ich liebe Jeansstoff in allen Facetten!

Wie bist du auf die Idee gekommen, eine eigene Reitsportmarke zu gründen?

Für Marc O’Polo habe ich viele Jahre die Jeanskollektion entworfen, dadurch habe ich sehr viel Zeit in Jeanswäschereien und vor Ort bei den Lieferanten verbracht, außerdem habe ich mich ganz intensiv mit dem Thema Passform auseinandergesetzt. Dann hat sich in letzter Zeit auf dem Markt der Stoffentwicklung viel getan, es gibt inzwischen hochelastische Stoffe, die nicht mehr ausleiern, aber trotzdem nach echtem Denim aussehen- ziemlich ideal für Reithosen!

Ich bin ein Fan von Jeansreithosen, habe aber nie die Perfekte gefunden, dadurch ist so langsam die Idee entstanden, mein Vorwissen zu nutzen und selbst welche zu produzieren.

Dazu kam, dass ich inzwischen in Hamburg lebte und jeden Montagmorgen nach München flog und Ende der Woche wieder zurück. Das war auf Dauer auch sehr anstrengend.

Was waren für dich persönlich die größten Herausforderungen bei der Unternehmensgründung?

Erstmal überhaupt den Mut aufzubringen, einen tollen Job mit großartigem Team für ein sehr ungewisses Projekt aufzugeben. Damit habe ich am längsten gehadert. Hinzu kommt, dass in Deutschland die Gründermentalität nicht besonders verbreitet ist, plötzlich ist man überall von Bedenkenträgern umgeben. Von einer Neugründung im Bereich Mode/Reitsport wird einem eigentlich überall abgeraten. Hier haben mir besonders meine Mitgründer geholfen: mein Bruder und mein Mann, die beiden unterstützen mich seelisch und mit Rat und Tat von Anfang an.

Für mich persönlich war es auch am Anfang sehr schwierig, so viel allein zu arbeiten. Ich komme aus einer großen Familie, in meiner alten Firma waren wir ein großes Team, ich war einfach nicht gewohnt, so lange alleine am Schreibtisch zu sitzen. Dazu kommt, dass es in einer großen Firma auch eine sehr gute Infrastruktur gibt, als Startup muss man sich aber plötzlich auch mit ganz banalen Themen, wie z.B. dem Produktversand mit UPS, auseinandersetzen. Das kostet alles sehr viel Zeit und man muss sich sehr gut organisieren, damit man die Prioritäten nicht aus den Augen verliert.

Woher kommt der Name Kudamono und was steckt hinter dem Logo?

Der Name ist ein bisschen aus der Not heraus entstanden, wir hatten eigentlich einen ganz anderen Namen im Sinn. Aber der erste Besuch beim Markenrechtsanwalt hat uns dann schnell auf den Boden der Tatsachen gebracht. Er ist nämlich ziemlich schwierig, einen Namen zu finden, der noch nicht in irgendeiner Form geschützt ist. Als wir schon sehr verzweifelt waren, sagte mein Mann, ich solle doch mal googlen, was Obst (unser Nachname) auf japanisch heißt. Er hat eine japanische Mitarbeiterin, die Ihn manchmal Mr. Kudamono nennt. Uns hat der Klang und das Schriftbild gefallen, geschützt war er auch noch nicht, so sind wir bei unserem Namen gelandet.

Unser Logo, unsere „horsefly“, ist eine stilisierte Pferdebremse. Das war die Idee unserer Grafikagentur. Wir wollten ein Logo, das hübsch ist, vielseitig einsetzbar und nicht unmittelbar sofort nach Reitsport aussieht. Als die Agentur die Bremse vorschlug, habe ich erstmal erklärt, wie sehr Reiter Pferdebremsen hassen. Das wusste die Agentur natürlich auch schon, aber sie haben mich trotzdem dazu gebracht, mir diese Tierchen mal genauer anzusehen. Und siehe da, die kleinen Biester mit ihrer symmetrischen Form sind aus der Nähe betrachtet eigentlich wirklich schön!

Das Logo von Kudamono

Was ist das Besondere an Kudamono?

Kudamono ist schlicht, hochwertig und cool. Wir nennen das „Premium Casual Equestrian Wear“. Unsere Outfits kannst Du problemlos den ganzen Tag tragen, zum Einkaufen im Supermarkt, im Büro… Aber auch wenn man es auf den ersten Blick nicht sieht: alle Teile sind so entwickelt, dass sie auch wirklich sehr gut zum Reiten funktionieren.

Wo werden die Teile produziert? Worauf achtest du bei der Auswahl der Produktionsstätten?

Unsere Teile werden fast alle in Italien produziert, in kleinen Betrieben, die auf hochwertige Verarbeitung spezialisiert sind. Mir ist sehr wichtig, alle Produzenten persönlich zu kennen um sicher zu gehen, dass sie nachhaltig und unter fairen Bedingungen arbeiten. Viele Partner kenne ich schon viele Jahre durch meine Arbeit für Marc O’Polo. Produktion in Europa ist natürlich deutlich teurer als in Fernost, aber wir sind überzeugt, dass auch für unsere Kunden dieser Aspekt immer wichtiger wird. Diesen Sommer haben wir sogar unser erstes Teil hier in Deutschland produziert!

Welches ist dein persönliches Lieblingsteil?

Das ist einfach: unsere Jeansreithose Sveja! Paßt einfach zu allem, ist super bequem, hab ich oft den ganz Tag an.

Als Designerin muss man sehr kreativ sein, funktioniert das immer auf Knopfdruck? Woher nimmst du deine Inspiration? Hast du Angst, dass dir irgendwann nichts Neues mehr einfällt?

An Ideen hat es mir noch nie gemangelt, nur die Zeit zur Umsetzung ist leider oft knapp. Ich reise sehr gern, bin viel in Städten und auf Ausstellungen unterwegs. Wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht, kommen die Ideen von überall. Ich habe immer ein Notizbuch dabei, dann kann ich mir schnell eine Skizze oder eine Notiz machen und vergesse die Idee nicht gleich wieder. Die meisten Ideen fallen mir übrigens abends im Bett kurz vor dem Einschlafen ein.

Wo siehst du dich und Kudamono in 5 Jahren?

Ich möchte, dass in 5 Jahren jeder, der an das Wort Jeansreithose denkt, sofort Kudamono im Kopf hat. Und ich hoffe sehr, dass ich meinen Job dann immer noch so sehr liebe wie jetzt!

Hoodie & Jeansreithose von Kudamono

12 Monate Pferdebesitzer – Frost und Freude im Januar

Emmis Januar

Hamburg, wenig Schnee und viele Wolken bei  +6 bis -7° C

Diejenigen von euch, die den Blog schon länger lesen, erinnern sich sicherlich noch an unser Projekt 12 Monate Pferdebesitzer. Unter diesem Motte haben wir im Jahr 2017 über jedes der damals vier Pferde jeden Monat einen Tagebuchbericht verfasst. Ich bin zwar mittlerweile größtenteils alleine hier auf dem Blog aktiv, würde das Projekt jedoch für mich gerne wiederbeleben. Denn es passieren viele kleine Dinge im Alltag, die schnell in Vergessenheit geraten. Ich finde es schön, sich am Ende des Monats noch einmal zurück zu besinnen, was in diesem Monat passiert ist und auch die kleinen, auf den ersten Blick unbedeutenden Momente festzuhalten.

Emmis Januar

Hamburg, wenig Schnee und viele Wolken bei  +6 bis -7° C

Besonders gefreut habe ich mich diesen Monat über:

Ganz viel Zeit mit Emmi. Ich hatte im Januar frei und konnte mich voll und ganz auf Emmi und das Antrainieren konzentrieren. Besonders gefreut habe ich mich, dass sie schnelle Fortschritte im Training macht und wir so viel Spaß dabei haben.

Darüber habe ich mir Sorgen gemacht:

Anfang des Monats habe ich mir Gedanken um Emmis rechtes Hinterbein gemacht. Es war seit Anfang Dezember dick und wurde zwar in der Bewegung dünner, aber schwoll nicht völlig ab. Daher habe ich mich Anfang Januar entschieden, das Bein einmal durchröntgen zu lassen. Ich war mir zwar zu 99% sicher, dass es nichts Schlimmes ist, aber das letzte Prozent Unsicherheit hat mich trotzdem beschäftigt. Daher war ich sehr froh, dass meine Vermutung bestätigt wurde: Emmi hat keinen Befund an dem Bein. Vermutlich stammt die Schwellung von einer alten Maukestelle, die nicht komplett verheilt ist. Wir behandeln die Maukestelle zwar, aber die Schwellung wird wahrscheinlich erstmal bleiben. Aber alles halb so schlimm, hauptsache es steckt nichts Ernsthaftes dahinter!

Zur Zeit arbeiten wir grade an:

Wir arbeiten aktuell noch vor allem an der Basis. Das bedeutet vor allem Takt und Losgelassenheit, aber auch Stellung und Biegung und ein wenig Geraderichtung. Im Galopp kann ich sie auch schon etwas zurücknehmen und setzen, das machen wir aber immer nur kurz, um sie nicht zu überfordern.

Schönstes Erlebnis diesen Monat:

Unsere erste gemeinsame Springstunde nach Emmis Babypause. Es war so schön zu sehen, wie viel Spaß Emmi daran hat und wie toll sie mitarbeitet. beim Springen kann ich mich zu 100% auf sie verlassen. Außerdem wurde ihre Manier von der Springtrainerin hoch gelobt, darüber habe ich mich auch riesig gefreut.

Dafür habe ich unerwartet Geld ausgegeben:

Für zwei Unterdecken. Die erste habe ich gekauft, weil Emmi trotz 370 Gramm Füllung in ihrer Decke sehr klemmig beim Reiten war. Daher wollte ich gerne noch mal 100 Gramm drauflegen. Leider habe ich ihr die Unterdecke ohne weitere Befestigung auf gelegt und sie in die Führmaschine gestellt. Die Decke war schneller kaputt als ich gucken konnte, sodass ich nach einem Tag (!!!) eine neue brauchte. Naja, ich habe daraus gelernt und werde in Zukunft in der Führmaschine immer alle Decken mit Gurten sichern.

Das habe ich diesen Monat falsch gemacht:

Ich habe Emmi komplett geschoren. Leider reagiert sie bei kälteren Temperaturen sehr empfindlich und ist dann beim Reiten so klemmig, dass es nur wenig Spaß macht. Mit vorherigem Longieren oder Freilaufen ist es deutlich besser, weil sie dann schon warm ist. Ich werde noch mal testen, ob es mit einem Halsteil vielleicht besser ist, habt ihr da Erfahrungen? Mir tut es jedenfalls sehr leid, dass ihr die Kälte so unangenehm ist und ich hätte im Nachhinein lieber nur eine Teilschur gemacht.

 Wenn Emmi noch etwas sagen könnte:

Ich freue mich, dass wir uns momentan so oft sehen! Allerdings sind die Möhren schon seit drei Tagen alle, das ging auch schon mal schneller….

Fotos: Jurina Zwirner

Meine Ziele für 2019

Ich hatte euch in meiner Instagram Story nach euren reiterlichen Zielen für 2019 gefragt und habe so viele tolle Antworten bekommen! Von Platzierungen in S-Dressur bis Working Equitation, Halsringreiten, A-Springen starten oder auch einfach nur die Zeit mit dem Pferd genießen war wirklich alles dabei. Das hat mich inspiriert, mir selbst auch Gedanken zu machen, was ich mir von 2019 wünsche. Hier sind meine Ziele, wobei ich es vielleicht eher Wünsche nennen würden, denn nicht alles davon liegt in meiner Hand.

  1. An allererster Stelle steht für mich, Emmi gesund und munter durch das Jahr zu bringen. Wenn das Pferd nicht gesund ist, ist alles andere wertlos…
  2. Mit Emmi aufs Turnier fahren und eine richtig gute Zeit haben. Egal, ob ich L-Trense starte oder doch noch mal eine M*, hauptsache die Pommes schmecken!
  3. Zuhause eine S* Aufgabe durchreiten. Ohne den Anspruch an Perfektion oder Turniertauglichkeit, einfach so für mich. Um ein Ziel vor Augen zu haben, auf das ich hinarbeiten kann.
  4. Regelmäßig Springen und wieder auf ein vernünftiges Niveau kommen. Toll wäre es, wenn ich einen A** Parcours ohne Angst überwinden kann. Emmi macht das ohne Probleme, aber ich hatte schon immer etwas Angst beim Springen, die sich nur durch regelmäßigen Unterricht bekämpfen lässt.
  5. Meine Sitzfehler bekämpfen, insbesondere knicke ich aufgrund meiner schiefen Wirbelsäule immer in der Hüfte nach links ein. Da ich das alleine nicht in den Griff bekomme und es mich (und vor allem Emmi) schon lange beim Reiten behindert, möchte ich physiotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen.
  6. Generell meinen Ehrgeiz nutzen, um eine bessere Reiterin zu werden. Hart an mir arbeiten, um so fein und korrekt wie möglich zu reiten.
  7. Meinen Ehrgeiz NICHT nutzen, um mich selbst oder Emmi durch überhöhte Ansprüche an uns zu blockieren.
  8. Mein Pferd wertschätzen und mich über jeden Tag freuen, den ich mit ihr habe.
  9. Fitter werden! Ich habe mich tatsächlich für einen Halbmarathon angemeldet, obwohl ich solche Laufwettkämpfe eigentlich sinnlos finde – warum zur Hölle sollte man Geld dafür bezahlen, dass einem Menschen dabei zuschauen, wie man sich so richtig quält?! Mein Freund wünscht sich allerdings schon länger, dass wir das zusammen machen und ich dachte, ein Wettkampf kann ein guter Anreiz zum regelmäßigen Training sein.
  10. Fürstino regelmäßig besuchen und unsere Bindung stärken.

Immenhof – Interview mit Regisseurin Sharon von Wietersheim

Am 17. Januar kommt die Neuverfilmung des Klassikers „Immenhof“ in die deutschen Kinos. Wenn ihr den Film gerne sehen wollt, schaut unbedingt auf meiner Instagram-Seite vorbei, denn dort gibt es aktuell 3 x 2 Freikarten sowie den exklusiven Immenhof Kaffeebecher zu gewinnen!

Ich durfte der Drehbuchautorin und Regisseurin des Films, Sharon von Wietersheim, ein paar Fragen zu dem Film stellen.

Haben sie die Immenhof Filme als Kind gesehen? Wenn ja, was hat Ihnen daran besonders gefallen?

Ich habe sie als Kind gesehen und bis heute liebe ich sie. Mir gefiel der Lebensstil. Einfach mit Pferden zu leben, in der Natur, das finde ich nach wie vor erstrebenswert. 

Sie haben sowohl das Drehbuch des neuen Films geschrieben als auch die Regie geführt. Hatten Sie beim Schreiben des Drehbuchs bereits alle Szenen klar vor Augen oder haben Sie einige Sachen während der Dreharbeiten noch verändert oder angepasst?

Es gibt Dinge, von denen weiche ich keinen Zentimeter ab. Sehe ich allerdings, dass sich etwas besser entwickelt oder sich eine neue Perspektive auftut, die spannend ist, kann ich das sofort zulassen. Natürlich weiss man auf welche Szenen es ankommt und diese Szenen bereitet man akribisch vor. Das jedoch immer wieder Dinge passieren, die man nicht vorhersehen konnte, muss man auch gut darin sein, schnell neue Lösungen zu finden. Im Großen und Ganzen habe ich in den Keypoint-Szenen die Größe der Bilder und die Emotionen erreicht, die ich mir gewünscht habe. Klar gibt es immer noch etwa, was noch besser hätte laufen können. 

In den früheren Immenhof Filmen geht es um die Erlebnisse rund um einen Ferienreithof. Im neuen Film geht es um die 16-jährige Lou, die mit ihren Schwestern und ihrem Vater auf dem Gestüt Immenhof lebt. Wenn man sich den Trailer des neuen Films ansieht, erkennt man auf den ersten Blick keinen Zusammenhang zu der Geschichte der Originalfilme. Gibt es überhaupt eine Verbindung zwischen den Filmen? Welche Elemente aus der Original Filmreihe werden wir in der Neuverfilmung wiede
rfinden? 

Die alten Filme handelten von einer Familie, die nicht komplett war. Die Neuverfilmung wird hier sogar noch radikaler, da bei uns auch Oma Janzen fehlt. Ich fand es spannender, die Jugendlichen ihre Probleme selbst lösen zu lassen, als dies von Erwachsenen erfüllen zu lassen. Die Geschichte hat sehr viel mit mir zu tun. Es geht um den Verlust eines geliebten Menschen, den man nicht wirklich überwinden kann. 

Das einzige, was Lou hilft, ist ihre Liebe zu den Pferden. Was ich versucht habe herauszuarbeiten sind keine Gemeinsamkeiten, sondern Gefühle. Ich finde es elementar wichtig, ein Zuhause zu haben. Einen Ort, wohin man sich zurückziehen kann. Ein Ort, an dem glücklich war, an den man wunderbare Erinnerungen hat. Ein Paradies, in dem man sich sicher und geborgen fühlt. Ein bisschen wie bei Scarlett O Hara die Plantage Tara ihr das Gefühl von Heimat gibt, wollte ich einen Ort zeigen, wo Menschen und Tiere in Liebe und gegenseitigem Verständnis miteinander leben. Immenhof als Heimat, als Zuhause zu zeigen, das einem vielleicht weggenommen wird, empfand ich als sehr starken Konflikt. Da viele Kinder in getrennten Familien aufwachsen, wollte ich das Thema „Verlust der Heimat“ der Heimat aufzeigen.  

Haben Sie privat Kontakt zu Pferden oder sind Sie als Kind geritte
n?

Ich fing mit fünf Jahren an zu reiten und kann es noch heute. Mein Vater hat mir Reitstiefel anfertigen lassen, da es die in dieser kleinen Größe nirgends gab. Ich liebe Pferde, alle Tiere und bin glücklich, ihnen nahe zu sein. 

War dies ihr erster Dreh mit Pferden am Set? Wie haben Sie die Arbeit mit den Pferden empfunden? Sind Pferde gute Schauspieler
?

Es war nicht der erste Dreh mit Pferden. Ich durfte in England schon mit dem Pferd drehen, das Mel Gibson in Braveheart geritten hat. Das war super. Ich habe den Dreh mit den Pferden sehr genossen. Ich musste geduldig sein, eine große Herausforderung für mich. Bei den Pferden klappt es, bei Menschen nicht immer. Pferde sind in der Regel keine Schauspieler. Man kann ja schlecht sagen, jetzt trabst du den Weg entlang und da vorne bei der Koppel bleibst Du stehen und blickst über den Zaun. Man muss sich auf das Pferd einlassen. Es gibt die Richtung vor. Unsere Pferde waren perfekt, wunderbar und haben all das gemacht, was ich mir gewünscht habe. Die Pferdetrainer waren sehr gut, wir haben uns immer abgesprochen, was geht und wie wir es am besten machen. Doch alles in allem, glaube ich einfach, dass ein Tier immer das macht, was Du Dir wünscht, wenn Du es liebst. Es spürt das Gefühl, fühlt sich sicher und vertraut Dir. Unsere Tiere wurden ja auch nach Strich und Faden verwöhnt und unsere Tiertrainer auch. Schließlich waren sie mit am Wichtigsten am Set. Heiner Lauterbach war komplett überrascht, was die Pferde täglich geleistet haben. Er sagte, er hätte schon oft mit Tieren gedreht, die hätten meist nie das gemacht, was sie sollten, unsere aber wären top. Ich habe allen am Set von Anfang an klar gemacht, dass die Pferde immer die Nummer 1 sind. „Horses first“ und „We make horses great again“  waren unsere Standardsätze und JEDER HAT SICH DARAN GEHALTEN. 


Woher kommen die Filmpferde und wie läuft die Zusammenarbeit ab? Kann man Filmpferde einfach mieten? Haben die Pferde eigene Trainer dabei, die bei den Dreharbeiten anwesend sind und auf die Besonderheiten der Pferde hinweisen können?

Wir haben zuerst die Trainer gefunden. Die sind super. Filmpferde.com. Sie haben das Drehbuch gelesen und dann Pferde vorgeschlagen. Dieses Auswahlverfahren dauerte Jahre und irgendwann sagte Gerd Grzesczak: „Sharon, Du musst Dich entscheiden! Wir brauchen auch noch Zeit, die Pferde vorzubereiten und sie zu trainieren!“ Bei den Pferden sind stets die Besitzer und die Trainer, also die Horsemaster, dabei. Faktisch kann man sie mieten, doch wenn man keine Beziehung zu ihnen hat oder aufbaut, bringt das nicht viel. Der Regisseur muss ja wissen, was das Pferd dem Zuschauer vermitteln soll und das geht nur mit Respekt dem Tier gegenüber. 

Das Gestüt Peterhof ist den meisten Reitern ein Begriff und sicherlich eine der schönsten Reitanlagen Deutschlands. Wie war es, dort zu drehen

Es ist sicherlich eines der schönsten Gestüte Deutschlands, vielleicht sogar Europas. Die Dreharbeiten waren ein einziger TRAUM. Die Stallungen, die Koppeln, die gesamte Anlage wurde von Arlette Jasper-Kohl konzipiert, gebaut und eingerichtet. Den Pferden geht es da besser, als vielen Menschen. Sie leben in großen Boxen, sind stundenlang täglich auf der Koppel, werden bewegt, gefüttert. Der Stall ist so sauber, man könnte vom Boden essen. Die Menschen, die sich dort um die Pferde kümmern, sind großartig. Wir haben sie und das Ehepaar Kohl ganz fest in unser Herz geschlossen. Wir haben Sezuan gesehen. So einen wunderbaren Hengst habe ich mein Leben noch nicht gesehen. Perfekt und er weiß, wie umwerfend er ist. Er ist ein großer Star. Ich liebe auch seinen Sohn Sam und seine kleine Tochter Sanzola. Sie ist ein Traum. 

Was sehr schade ist, ist dass die Besitzer der umstehenden Felder Windräder direkt neben dem Hof angebracht haben. Es ist unverständlich, dass so etwas genehmigt wurde. Die Windräder sehen so nah, dass sie Einfluss auf die Pferde haben. Eines wurde sogar massiv verletzt, es erschrak und wollte flüchten und hat sich dabei verletzt. Die Kohls kämpfen seit Jahren darum, dass die Windräder abgebaut werden. Es ist unverständlich, warum man sie ihnen direkt vor die Nase gesetzt hat. 

Mussten die Schauspieler vor den Dreharbeiten Reitstunden nehmen oder waren bereits Vorkenntnisse vorhanden?

Leia (Leia Holtwick, spielt die Hauptdarstellerin Lou, Anm. d. Red.) konnte Gott sei Dank reiten. Das war ein großer Glücksfall. Es wäre für mich als Reiterin ein Alptraum gewesen, meine Schauspielerin ständig mit von der Kamera abgewandten Kopf drehen zu müssen. Sie ist alle Szenen selbst geritten und hat natürlich zusätzlich am Set Reitunterricht von unseren wunderbaren Pferdetrainern erhalten.

Ist eine Fortsetzung des Films geplant
?

Sollten die Zuschauer unseren Film wertschätzen oder besser gesagt lieben, wäre es eine große Freude einen zweiten Teil zu drehen. Es war ein Abenteuer, ein großes und aufregendes. Wir haben viel von unseren Pferden gelernt.

Liebe Sharon, vielen herzlichen Dank für das ausführliche Interview! Ich freue mich schon sehr darauf, den Film im Kino zu sehen und bin sehr gespannt, wie er bei den Zuschauern ankommen wird!