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Fliegende Galoppwechsel erarbeiten

 

Was man mit dem jungen Pferd bereits spielerisch erarbeiten kann, wird beim Sprung von Dressurprüfungen der Kl. L zu Kl. M erst richtig relevant. Hier nennen wir einige Tipps zum Erlernen von fliegenden Galoppwechseln, die auf unseren eigenen Erfahrungen beruhen.

Voraussetzungen: Der Galopp sollte schon einen ausreichenden Versammlungsgrad haben. Das Pferd sollte energisch bergauf weit unter den Schwerpunkt springen. Auch einfache Wechsel und der Außengalopp sollten schon recht durchlässig klappen. Den Außengalopp sollte man jedoch nicht zu sehr festigen, da dies später Probleme beim Erlernen des fliegenden Wechsels mit sich bringen kann. Dies ist allerdings von Pferd zu Pferd unterschiedlich und man sollte hier nicht versuchen einen generellen Grundsatz zu manifestieren. Wie schnell ein Pferd den fliegenden Wechsel erlernt, ist in den meisten Fällen abhängig von der Grundqualität des Galopps. Hat man ein Pferd, dem es von Natur aus schwer fällt, im Galopp aktiv und schnell abzufußen, wird ihm der Wechsel wahrscheinlich eher schwerer fallen. Pferde, die von sich aus mit einer guten Frequenz und einem aktiven Hinterbein ausgestattet sind, tun sich meistens weniger schwer beim Erlernen des fliegenden Wechsels.

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Schwierig wird es natürlich innerhalb der laufenden Turniersaison, wenn man schon Wechsel reitet, auf dem Turnier jedoch in L-Dressuren startet: In diesem Fall also besser  keine fliegenden Wechsel kurz vor dem Turnier üben!

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Hilfengebung:

„Die Hilfe zum fliegenden Galoppwechsel wird direkt vor der freien Schwebe gegeben. Der Reiter bleibt im Oberkörper unverändert ruhig sitzen. Der bisherige verwahrende äußere Schenkel gleitet an den Gurt und der bisherige innere Schenkel wird verwahrend hinter den Gurt gelegt. Durch das Umlegen der Schenkel wird beim ausbalanciert und losgelassen sitzenden Reiter die neue innere Hüfte automatisch etwas nach vorne geschoben. Ein geringfügiges Umstellen des Pferdes erfolgt unmittelbar vor dem fliegenden Wechsel. Der neue innere Zügel muss etwas nachgeben, so dass das innere Hinterbein genügend durchspringen kann. Der Reiter behält aber gleichzeitig eine weiche Verbindung zum Pferdemaul. In welcher Stützphase die Hilfe gegeben wird, kann je nach Pferd verschieden sein. (Richtlinien Reiten und Fahren, Band 2)“

Lernt auch der Reiter gerade erst den fliegenden Wechsel, ist es besonders schwierig, die Theorie umzusetzen und eine korrekte Hilfe zu geben. Für den Reiter ist es erfahrungsgemäß zunächst schwierig, die Vielfalt der geforderten Hilfen gleichzeitig umzusetzen. In vielen Fällen wird der Fehler begangen und das Pferd wird während der Wechselhilfe zu stark in die neue Richtung umgestellt. Wie oben beschrieben, kann das neue innere Hinterbein dann nicht vorspringen und der Reiter verhindert in diesem Moment sozusagen ein korrektes Umspringen. Das Vorschieben der neuen inneren Hüfte ist häufig schwierig umzusetzen. Zwar wird die Wechselhilfe hauptsächlich über den Schenkel geritten, die Gewichtshilfe, und damit auch das Vorschieben der Hüfte, ist aber nicht zu vernachlässigen. Leichter vorstellen kann man sich diesen Vorgang unter Umständen, wenn man versucht mit der neuen inneren Hüfte einen „Schubser“ in Richtung Pferdeohren auszuüben. Um mir diesen „Schubser“ besser vorstellen zu können, wurde ich von meinem Trainer auf den Boden geholt und musste selbst fliegende Wechsel „zu Fuß“ springen. So in etwa muss die Hüfte während der freien Schwebe des Galopps vorschwingen.

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Es gibt sehr unterschiedliche Herangehensweisen für das Erlernen von fliegenden Wechseln, daher stellt dieser Beitrag auch nur einige dieser Methoden dar. Zunächst sollte festgestellt werden, auf welcher Hand das Pferd besser galoppiert. Galoppiert das Pferd, wie im Fall meiner Stute, linksherum besser, so übt man zunächst den Wechsel von rechts nach links, also zur besseren Hand hin.

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Die Linie ist gerade zu wählen, da das Dressurpferd den Wechsel nicht nur mit einem Richtungswechsel verbinden sollte. Die gerade Linie fördert außerdem das gerade Umspringen. Daher empfiehlt sich folgende Linie: Man reitet eine sehr große Kehrtvolte am Ende der langen Seite. Beim Abwenden sollte das Pferd nicht im Galoppsprung „abbrechen“, sondern auch durch die Wendung aktiv weiter galoppieren (ein Problem, welches ich häufig bei meiner Stute beobachtete). Hilfreich ist es, den Galoppsprung nun, sobald sich das Pferd auf der freien, geraden Linie befindet, etwas zu vergrößern, so dass auch die Schwebephase länger wird. Nun gibt der Reiter die Wechselhilfe. Sollte er merken, dass das Pferd nicht genügend unter den Schwerpunkt springt, heiß wird oder nicht aktiv genug in die Hand springt, ist die Übung mit einer Volte zurück zum Hufschlag im Handgalopp leicht abzubrechen.

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Shaida-63Ähnlich empfehlenswert ist diese „Phantasie-Linie“: Im Handgalopp Mitte der langen Seite abwenden und eine kurze Diagonale zur Mitte der kurzen Seite reiten und auf dieser Linie wie bereits oben beschrieben eventuell den Galoppsprung etwas vergrößern und dann den Wechsel auslösen. Vorteil bei dieser Linie ist zum Einen, dass sie in keiner Aufgabe vorkommt, zum Anderen kann man bei einer nicht gelungenen Vorbereitung, z.B. wenn das Pferd heiß wird oder klemmt, im Handgalopp weiterreiten.

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Gut hat auch der Wechsel auf dem zweiten Hufschlag vom Hand- zum Außengalopp funktioniert. Allerdings tat sich meine Stute auf dem 40iger Viereck schwer, besser klappt es auf größeren Reitplätzen/Hallen.

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Weitere Möglichkeiten sind z.B. den Wechsel aus einer Galopptraversale, sofern diese schon gefestigt sind, zu reiten. Springreiter trainieren den Wechsel häufig über eine am Boden liegende Stange. Dies ist für Dressurpferde jedoch nicht zu empfehlen, da die Pferde so das Umspringen mit hoher Kruppe erlernen. Außerdem können die Pferde über der Stange nur in zwei Phasen umspringen, es besteht also die Gefahr, dass sich ein „Nachspringen“ auf Dauer einschleicht.

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Probleme: Nachdem der Wechsel von rechts nach links bei meiner Stute nach zwei Wochen „installiert“ war, dauerte der Wechsel andersherum ein geschlagenes halbes Jahr. Was also tun, wenn das Pferd nicht korrekt umspringt?

Pferd reagiert nicht auf die Wechselhilfe: Die Durchlässigkeit muss verbessert werden. Häufig reagieren phlegmatisch veranlagte Pferde nicht auf die Hilfe. Hier muss der Reiter das Pferd nun etwas mehr fordern durch schnelle einfache Wechsel und viele Tempiunterschiede innerhalb der Gangart. Oft hilft es hier bereits, das Angaloppieren aus dem Schritt zu verbessern. Das Pferd soll dabei auf die kleinste Hilfe prompt angaloppieren und im Fluss weiterspringen. Bei manchen Pferden hilft es sie auf dem Weg zum Wechsel ein bisschen „wach zu machen“, damit sie besonders aufmerksam sind. Im Moment des Wechsels unterstützt ein vorsichtiges Kitzeln mit der Gerte, um zunächst einmal eine Reaktion einzufordern. Wichtig hierbei: Ist die Reaktion erfolgt: LOBEN! Auch wenn der Wechsel zunächst nachgesprungen wird.

Pferd springt in den Kreuzgalopp: Meine Stute sprang beim Wechsel von links nach rechts hinten nicht mit um. Nachdem ich ein paar Mal versuchte, den Kreuzgalopp zu korrigieren (ohne Erfolg), parierte ich nach dem misslungenen Wechsel lieber zum Schritt durch und ritt die selbe Linie noch einmal. Ein kurzer Impuls mit der Touchiergerte von unten durch meinen Trainer half ebenfalls in der Lernphase.

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Pferd stürmt nach dem Wechsel los: Die Wechselhilfe sollte dosierter gegeben werden. Auf keinen Fall darf man das Pferd mit seinem eigenen Gewicht „umschmeißen“ wollen.

Pferd springt nach: Ein Wechsel ist nachgesprungen, wenn das Pferd entweder zuerst vorne den neuen Galopp beginnt und erst nach ein paar Phasen hinten auch in den neuen Galopp wechselt oder umgekehrt. Meistens besteht das Problem, dass das Pferd hinten nachspringt. Dieses Problem entsteht oft, wenn der Galopp nicht aktiv genug von hinten herangeschlossen ist und das Pferd dazu neigt ein bisschen „lang“ zu werden. Oft ist dies bei eher phlegmatischen Pferden der Fall. Dieses Problem schließt sich oft an bei Pferden, die zunächst gar nicht auf die Wechselhilfe reagiert haben. Hier hilft nur weitermachen wie oben beschrieben und die Reaktion auf die Schenkelhilfe durch Übergänge und Verbesserung des Galopps zu verfeinern.

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Springt das Pferd vorne nach, ist oft die Reiterhand etwas zu stark und hält das Pferd fest, so dass es nicht umspringen kann. Dies kann z.B. dann passieren, wenn der Reiter das Pferd zu früh umstellt. Hier hilft es manchmal, den Wechsel auf einer Diagonalen zu reiten und den Galopp vorm Wechsel etwas schultervor-artig zu reiten. Der Reiter kommt bei dieser Übung nicht so sehr in Versuchung das Umstellen dem Wechsel vorweg zu nehmen.

Bei allen Problemen gilt aber zunächst: Lieber erst mal einen Schritt zurück gehen. Der Galopp und die Durchlässigkeit sollte durch viele Tempiwechsel, einfache Wechsel, Galoppvolten (z.B. in Verbindung mit Schritt-Galopp Übergängen) oder aufeinander folgenden halben Volten mit einfachen Wechseln gefördert werden. Das kann auch schon mal mehrere Wochen/Monate dauern. Ungeduld und das zu häufige Trainieren von fliegenden Wechseln empfiehlt sich nicht. Bei meiner Stute habe ich zwischendurch 2 Monate gar keinen Wechsel von links nach rechts geritten, in der Zeit den Galopp gefestigt und schon beim ersten Versuch nach dieser Zeit funktionierte der Wechsel.

Nach dem gelungenen Wechsel sollte das Pferd ausgiebig gelobt werden. Z.B. beim Zügel aus der Hand kauen lassen, im leichten Sitz oder in einer Schrittphase. Trainiert man den Wechsel am Ende der Stunde, kann man mit so einem Erfolgserlebnis die Trainingseinheit positiv beenden.

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Gewinner der Verlosung

Letzte Woche haben wir anlässlich der 1.000 Facebook-Fans ein kleines Gewinnspiel veranstaltet, bei dem ihr uns euer lustigstes Pferdebild einsenden konntet. Wir haben uns sehr über die zahlreiche Teilnahme gefreut und haben fast 75 wirklich tolle Schnappschüsse von euch bekommen. Die Auswahl der besten 5 Bilder ist uns alles andere als leicht gefallen und ihr habt dann das Bild mit den meisten Likes zum Gewinner gewählt.

Zu Gewinnen gab es das tolle Halfter Set mit passendem Strick, das Püppi auf dem Bild präsentiert.

Die Abstimmung gewonnen hat dann Aileen mit diesem wirklich grandiosem Schnappschuss:

Gewinnerfoto

Liebe Aileen, vielen Dank für deine Teilnahme am Gewinnspiel! Wir wünschen dir ganz viel Spaß mit deinem Gewinn!

Die anderen Top-5 Bilder möchten wir hier aber natürlich auch gerne zeigen, wir finden sie alle so gut, dass eigentlich jedes von ihnen einen Preis verdient hätte und doch zumindest hier verewigt werden sollen!

2.Platz 3. Platz 4.Platz 5.Platz

2 Tage Athen

Ich habe einen Beruf, der relativ viel Reisen mit sich bringt. Meistens beschränken diese Reisen sich auf Deutschland, ich steige morgens in den Flieger und komme abends wieder zurück. Als ich aber vor einiger Zeit die Anfrage bekam, ob ich bei einer Veranstaltung in Athen teilnehmen kann, habe ich sofort zugesagt und mich gefreut. Nicht nur, dass mir das Format gefiel (es handelte sich um ein Mittagessen mit ca. 100 griechischen Unternehmerinnen), auch war ich vorher noch nie in Griechenland gewesen. Nun bietet eine Geschäftsreise natürlich nur eine sehr eingeschränkte Möglichkeit, Land und Leute kennenzulernen, aber für einen ersten Eindruck finde ich es eine tolle Möglichkeit.

Über München flog ich also 2 1/2 Stunden nach Athen und fuhr dann vom Flughafen ganz unkompliziert ca. 30 Minuten mit der Metro in die Innenstadt. Zum Glück sind alle Beschriftungen doppelt, denn die griechischen Buchstaben könnte ich nicht entziffern!

Im Hotel angekommen suchte ich nach einem ruhigen Ort, an dem ich meine Begrüßungsrede für die Veranstaltung vorbereiten konnte. Ich fand ihn an meinem zukünftigen Lieblingsort im ganzen Hotel – dem Panorama-Restaurant mit Dachterasse im 8. Stock des Hotels, mit einem 360 Grad Blick über die ganze Stadt und auf die nahe gelegene Akropolis. Einfach der Wahnsinn!

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Am Abend ging ich gemeinsam mit meinen Kollegen in ein kleines griechisches Restaurant. Ein echter Insidertipp, das Restaurant hätte ich so niemals gefunden. Meine griechische Kollegin bestellte jede Menge einheimische Köstlichkeiten. Nun bin ich nicht die einfachste Esserin und kenne die griechische Küche auch so gut wie gar nicht, aber ich war begeistert, habe alles probiert und für gut befunden. Nach dem klassischen Glas Ouzo zum Start gab es frische Salate mit Feta und Oliven, eine Art Nudelrisotto mit Pilzen, eine Creme aus einer bestimmten Nuss, die mich an Kichererbsen erinnerte, frischen Pulpo, überbackene Auberginen und zum Nachtische eine milchartige Creme mit Rosensirup. Der Abend klang aus mit einem Glas Mastiha-Likör, das ist ein Harz, welches aus dem Mastix-Pistazienbaum gewonnen wird, welcher nur auf der Insel Chios wächst. Der Saft ist sehr gesund und hat einen Geschmack, den man nicht beschreiben kann – mann muss es einfach probieren.

Der nächste Tag stand dann natürlich im Zeichen der Veranstaltung. Das Mittagessen war ein voller Erfolg und ich stellte fest, dass die griechischen Frauen nicht nur eine besondere Schönheit und Eleganz besitzen, sondern auch wahnsinnig freundlich, offen und herzlich sind. So bekam ich nicht nur mehrere wertvolle Tipps, welche der rund 2000 griechischen Inseln ich bereisen sollte, sondern auch viele Kontaktdaten und Einladungen, mich zu melden, wenn ich wieder nach Athen komme. Ich war von der offenen und herzlichen Art wirklich beeindruckt – so etwas erwartet man (gerader als Norddeutscher) einfach nicht.

Nach dem Event hatte ich dann noch Etwas Zeit, und nun wollte ich die Stadt nicht mehr nur von oben sehen. Also setzte ich mich in einen roten Touristenbus und fuhr 90 Minuten durch Athen, an allen Attraktionen vorbei und das mit sprachlicher Untermalung. Im November gibt es kaum Touristen in Athen, daher hatte ich den Bus fast für mich. So klischeehaft das auch sein mag, aber für mich gibt es keine bessere Möglichkeit, um eine Stadt schnell und kompakt zu erkunden. Ich fand es sehr interessant, die verschiedenen Ecken zu sehen, teilweise sehr heruntergekommene Gegenden mit sehr viel Leerstand, aber auch teure Wohngegenden mit tollen Altbauten und schicken Geschäften. Und immer wieder uralte Kirchen und besondere antike Bauwerke.

imageDas Panathinaiko-Stadion: das erste olympische Stadion der Neuzeit 1886 aus weißem Marmor

 

imageArchäologisches Nationalmuseum

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Als Allein-Reisender bleibt einem nur das gute alte Selfie 🙂

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Blick auf das Hotel

Am nächsten Morgen blieben mir dann noch 90 Minuten Zeit, bevor es wieder zum Flughafen ging. Also schnappte ich mir Sportschuhe und lief durch die engen Gassen bis zur Akropolis. Bei schönster Sonne ist es auch im November in Athen angenehm warm, die Straßen sind gesäumt von Orangenbäumen und selbst mitten in der Stadt riecht es mediterran. Ich habe gehört, dass momentan viele Geschäfte schließen, und dafür Cafés eröffnen – die Arbeitslosigkeit ist immer noch sehr hoch und die Rezession in Griechenland hält an, aber die Griechen sind sehr gesellig und vertreiben sich die Zeit daher häufig in Cafés oder kleinen Restaurants. Und tatsächlich sind diese an jeder Ecke zu finden und sind sehr individuell und liebevoll gestaltet, eine schöne Abwechslung zu Starbucks und Co., die man sonst in großen Städten überall findet.

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Auf der Akropolis bietet sich der schönste Blick über die Stadt in ihrem ganzen Ausmaß und man sieht plötzlich, wie groß Athen wirklich ist (mit 10 Mio. Einwohnern immerhin nach London und Paris die drittgrößte Stadt Europas!) der Blick geht bis Piräus und an das Meer, einfach wunderschön. An der Akropolis selber wird unheimlich viel gebaut und es ist voll von Touristen (wie muss das erst im Sommer sein?!), aber es ist einfach beeindruckend diese Riesensäulen zu sehen und sich zu überlegen, wie wahnsinnig alt sie einfach sind.

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Nach meinem Ausflug ging es dann zurück zum Flughafen. Ich nehme einen unheimlich tollen ersten Eindruck von Athen mit und habe fest vor, wiederzukommen! Dann im Sommer und verbunden mit einer Reise auf eine der griechischen Inseln. Der einzige Wermutstropfen: trotz meiner vielen Fragen habe ich einfach nicht herausfinden können, welches die schönste der griechischen Inseln ist! Ich bekam zu viele unterschiedliche Antworten. Mykonos, Kreta, Rhodos, Santorini – ich werde es einfach selbst herausfinden müssen…

Urlaubsziel Lüneburger Heide – zu Besuch bei den Heidschnucken

Eines der beliebtesten Urlaubsziele für Reiter in Norddeutschland ist die Lüneburger Heide. Schier endlose Sandwege, leicht hügeliges Gelände durch Wälder, Wiesen und Heide lassen das Reiter (und Pferde) -herz höher schlagen. Die Lüneburger Heide verfügt über ein Reitwegenetz, das seinesgleichen sucht – über 1000 km Reitwege sind hier ausgewiesen!

Weitere Informationen über das Reitwegenetz sowie eine empfehlenswerte Karte gibt es hier .

Die Lüneburger Heide ist nicht nur für Pferdefreunde ein beliebtes Urlaubsziel. Man sollte sich also bewusst sein, dass während der Urlaubszeit zur Heideblüte im August zum Teil auch viele Touristen unterwegs sind. Das heißt aber auf keinen Fall, dass alles vollkommen überfüllt ist! Die Touristen tummeln sich in der Regel auf den „Hauptverkehrswegen“ und sind dort zwar in Scharen unterwegs, aber wenn man sich etwas abseits von diesen aufhält, kann man die Ruhe und die Weite der tollen Reitwege mit seinem Pferd in vollen Zügen genießen.

In der Heide 011Meine Familie und ich sind seit über 10 Jahren dem Urlaub in der Lüneburger Heide treu. Unser Urlaubsziel ist jedes Jahr aufs neue Undeloh. Undeloh ist neben Wilsede, einem alten Heidedorf, das man nur zu Fuß, mit dem Rad oder per Heidekutsche, nicht aber mit dem Auto erreichen kann, quasi der Mittelpunkt der Lüneburger Heide. Daher trifft man hier in der Urlaubssaison natürlich auch auf viele weitere Urlauber. Vorteil ist hier aber, dass man in alle Himmelsrichtungen reiten kann und so super viel Abwechslung geboten bekommt was die Ausritte angeht. Man muss hier außerdem nicht über verkehrsreiche Straßen reiten, um ins Gelände zu gelangen. Wenn man Undeloh als Reiseziel wählen möchte, sollte das Pferd allerdings „kutschensicher“ sein oder es sollten zumindest ein oder zwei andere sichere Pferde dabei sein, denen die Heidekutschen nichts ausmachen, denn die trifft man hier zur Genüge!

Rund um Undeloh und Wilsede gibt es noch diverse weitere Dörfer, die ins Reitwegenetz eingebunden sind. Genannt seien hier z.B. Döhle, wo übrigens der Vielseitigkeitsreiter Andreas Dibowski beheimatet ist, Ollsen, Handeloh, Sudermühlen oder Meningen. Diese Orte sind kleiner (und dadurch ruhiger was Tourismus während der Urlaubszeit anlangt) als Undeloh.

In der Heide 010Die Lüneburger Heide reizt neben den tollen Reitwegen zusätzlich mit einem Badeteich in Sudermühlen und mehreren kleineren Wasserdurchritten durch kleine Flüsschen. Wer in seinem Urlaub ein bisschen in die Welt der Vielseitigkeitsreiterei hineinschnuppern möchte, kann dies in der Reitmetropole Luhmühlen tun!

Als Reiter und Pferdebesitzer sollte man sich überlegen, welche Jahreszeit für sich und das Pferd am günstigsten ist. Möchte man in den Genuss der Heideblüte kommen, bietet sich die Zeit ab August an. Um diese Jahreszeit sowie in den Monaten Juni und Juli könnte es allerdings wirklich warm werden und wer ein Pferd hat, was damit nicht so gut zurecht kommt, sollte vielleicht lieber auf Frühling oder Herbst ausweichen. Im Sommer gibt es in der Heide außerdem Fliegen – die sind allerdings wirklich aushaltbar und mit Fliegenspray gut zu bekämpfen! Ein nicht so freundlicher Zeitgenosse, der in der Heide immer wieder auftaucht ist der Hirschlauskäfer. Er ist für Pferde zum Teil wirklich unangenehm, weil er sich gerne unter die Schweifrübe setzt und sich dort festbeißt und die Pferde zur Weißglut treiben kann.

In der Heide 013Im Frühling und Herbst muss man natürlich mit etwas unbeständigerem Wetter rechnen. Wer aber jetzt Angst hat, dass dann vielleicht durch Regen die Reitwege völlig aufgeweicht sind, der irrt. Der Sandboden schluckt Massen an Wasser ohne Matsch zu produzieren. Hier entstehen im Zweifelsfall Pfützen, durch die man mit Vollspeed durchgaloppieren (oder die man im Schritt durchqueren oder umrunden) kann.

Auf der Suche nach Unterkünften hilft Dr. Google einem gerne. Hier sollte man allerdings beachten, dass „Lüneburger Heide“ ein weiter Begriff ist und von Celle bis südlich von Hamburg reicht. Die eigentlich Heide ist nur ein Bruchteil dieser Gegend und das Reitwegenetz befindet sich größtenteils im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. Dieses beginnt nördlich von Soltau und erstreckt sich bis Hanstedt im Norden, westlich reicht es bis Schneverdingen, östlich bis Egestorf.

Hat man sich für einen Ort entschieden, gilt es hier eine passende Unterkunft für Ross und Reiter zu finden. Auch hier bietet das Internet viel Hilfe. Oft haben die Orte eigene Homepages, auf denen die Unterkünfte in den Dörfern angegeben sind. In der Regel kann der Reiter sich zwischen einer Ferienwohnung oder einem Zimmer entscheiden. Was die Pferdeunterkunft bietet, sollte mit dem jeweiligen Anbieter abgeklärt werden.

Zausels Jahr 2011

Es ist mal wieder Zeit für einen weiteren Jahresrückblick des Zausels und ich kann euch schon mal vorwarnen: 2011 war nicht unbedingt unser bestes Jahr. Im Nachhinein bin ich geradezu etwas erschrocken, wie schlecht 2011 eigentlich war, aber fangen wir von vorne an.

Angelaufene Backen und Gamaschen

Angelaufene Backen und Ganaschen

Das Halfter drückt ein und hinterlässt richtige Abdrücke

Das Halfter drückt ein und hinterlässt richtige Abdrücke

Kurz vorm Jahreswechsel gelang es dem Zauselchen, sich irgendwie die Lippe aufzureißen. Natürlich musste das an einem Sonntag Nachmittag bei Eiseskälte passieren und ich hatte meine liebe Mühe, einen Tierarzt zu organisieren. Die Verletzung war nicht besonders dramatisch, musste aber genäht, der Zausel im Zuge dessen sediert und vorher abgehört werden. Dabei fiel der Tierärztin ein Herzgeräusch auf, welches sie für höchst bedenklich hielt. Parallel zur aufgerissenen Lippe hatte der Zausel auch einen seltsam angelaufenen Kopf, Backen und Ganaschen waren deutlich verdickt und das Halfter schnitt richtig ein. Die Tierärztin brachte diese Wassereinlagerungen mit dem Herzgeräusch in Verbindung und riet mir, das Pferd umgehend in einer Klinik vorzustellen und einen Herzultraschall durchzuführen. Andernfalls könne man nicht das Risiko eingehen, das Pferd zu reiten, da bei einem solch starken Herzgeräusch auch mit einem plötzlichen Zusammenklappen unter Belastung gerechnet werden müsse.

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Dass Doc ein leichtes Herzgeräusch hatte, war uns bekannt – dies wurde bereits in Hannover untersucht und als unbedenklich eingestuft. Da sich so ein Befund aber durchaus auch verändern kann, waren wir natürlich in Alarmbereitschaft. Leider hatten wir wirklich tiefsten Winter mit Eis und Schnee. Eine Fahrt in die Klinik gestaltete sich daher als ziemlich schwierig. Der Zausel bekam also erstmal reitfrei und wurde nur leicht an der Longe bewegt.

In dieser Zeit zeigte er sich sehr sehr schlecht an der Longe, war unglaublich matt und lurig, kaum zum Vorwärtsgehen zu bewegen, sein ganzes Bewegungsbild hat sich extrem verschlechtert und er lief phasenweise wirklich so schlecht, dass wir dachten, er kann  nur noch als Salami Karriere machen.

Es folgte dann eine kleine Odyssee an Klinikbesuchen, in denen sich stets das gleiche Muster abzeichnete: In der Klinik war das Pferd das blühende Leben, lief fröhlich Runde um Runde und machte so gar keinen kranken Eindruck. Zuhause bekam er dann wirklich keinen Fuß vor den anderen, war nur unter massivem Peitscheneinsatz überhaupt in Bewegung zu bekommen und machte mir viel Kummer und Sorgen. Das Herz zeigte sich unverändert, zwar mit leichtem Mitralklappenfehler, aber unter Belastung unauffällig. Die Lunge machte für einen chronischen Huster einen super Eindruck und war für seine Verhältnisse absolut unauffällig. Seine Blutgassättigung lag bei 100 % und auch Beugeprobe und Lahmheitsuntersuchung blieben komplett ohne Befund. Weil er aber zu Hause weiterhin so dramatisch schlecht lief, wurde er ein weiteres Mal in der Klinik durchgecheckt, der Rücken geröntgt, der Magen gespiegelt, das Blut auf mehrere Krankheiten (Borreliose, Herpes, Cushing, EMS) untersucht, alles blieb ohne Befund.

So verging der Winter mit viel Kummer, wilden Spekulationen, was dem Zausel fehlen könnte, hohen Tierarztrechnungen und schließlich der Erkenntnis, dass das Pferd klinisch gesund war.

Das Frühjahr nutzten wir dann, um Doc ohne allzu große Rücksicht auf seine Befindlichkeiten im Gelände anzutrainieren, die Kondition zu steigern, den Kreislauf in Gang zu bringen und vielleicht so wieder etwas Leben und Bewegungsfreude in das Pferd zu bekommen. Auch wenn der Zausel uns dies nicht gerade leicht machte, weil er die ersten Wochen täglich an die dutzend Male im Gelände umdrehte und die Flucht ergriff, stellte sich langsam, aber sicher eine leichte Besserung ein.

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Rasurstelle im Fell für den Herzultraschall

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Im März bereits vereinzelt gute Tage

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Über den Winter hatte er ganz schön abgebaut und startete so recht schmal in die Weidesaison. Wir tauschten den baumlosen Westernsattel gegen einen Dressursattel und begannen langsam auch wieder, ihn auf dem Platz zu arbeiten. Er hatte gute und schlechte Tage, richtige Sternstunden und dann wieder deutliche Einbrüche, aber über einen längeren Zeitraum betrachtet machte er Fortschritte, nahm wieder zu, seine Kondition steigerte sich und die Bewegungsfreude kehrte zurück.

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Im Mai dann besuchte  mich Yvi zum Fotos machen. Da sah er schon wieder richtig gut aus, ließ sich zum Toben und Rennen animieren und zeigte sich generell ganz anders als noch im Winter.

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Ich ritt ein paar mal Unterricht bei einer lieben Freundin, die extra zu uns gekommen war. Langsam kam der Zausel tatsächlich in Schwung.

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Weil sich das Maigrün so herrlich für Fotos anbot, kam Yvi gleich noch ein zweites Mal. Die Bilder zeigen natürlich keinen großen Unterschied, aber weil sie so schön sind, möchte ich sie euch trotzdem zeigen.

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Weil er sich auch auf dem Viereck gut entwickelte, wurde Doc wieder eine anständige Frisur verpasst und so sollte aus dem Weidezausel langsam wieder ein Dressurpferd werden. Aus irgendeinem Grund sträubt er sich allerdings immer wieder erfolgreich dagegen, entsprechend seines ursprünglichen Verwendungszweckes genutzt zu werden und wusste sich auch diesmal geschickt aus der Affäre zu ziehen…

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Über den Sommer wurde er dann vom Schmaltier zur richtigen Wuchtbrumme – das Gras schmeckte wohl einfach zu gut. So dick wie in diesem Sommer war er bisher nie wieder und er gefällt mir auf den Bildern richtig gut, weil er endlich mal richtig rund und gesund aussieht. Sonst ist er immer so an der Grenze zu „etwas mager“ und tut sich sehr schwer damit, mal ein bisschen was anzusetzen und Muskulatur aufzubauen.
Während der Zausel also fleißig Tag und Nacht das Gras in sich hineinschaufelte, hatten wir mit ständigen Unpässlichkeiten zu kämpfen. Der gekaufte Sattel passte doch nicht, er hatte plötzlich 4 Schlundverstopfungen in Folge, woraufhin mal wieder ein Besuch in der Klinik folgte, der wieder mal ohne Befund endete. Die Schlundverstopfungen verschwanden zum Glück genau so schnell, wie sie gekommen waren – dafür riss er sich ein Eisen so unglücklich ab, dass der halbe Huf zerstört war. Kurz darauf folgte eine Lahmheit, die auf Grund seiner neuerlich erworbenen Leibesfülle gleich zu einem Reheverdacht führte, zum Glück aber nur eine Lederhautentzündung war. Wir überbrückten die Zeit mit ein bisschen Juxen auf der Weide und dem Grasplatz, sofern es denn Füße und Eisen zuließen.

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Außerdem machte Yvi eins meiner absoluten Lieblingsbilder vom Zausel, welches hier natürlich auch nicht fehlen darf:

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Obwohl der Zausel zum Herbst hin seine vielen Wehwehchen weitestgehend überwunden hatte, kamen wir nur schleppend wieder zum Reiten, weil sich die Nutzung der Anlage gegenüber als immer schwieriger gestaltete. Immer neue Einschränkungen, Verbote und Tyranneien verdarben mir leider ziemlich den Reitspaß. Ich fühlte mich dort extrem unwohl und versuchte mich, so weit es ging, unsichtbar zu machen. Leider brachte der beginnende Winter aber auch immer kürzere Tage und ich konnte nicht einmal mehr aufs Gelände ausweichen. Wir suchten recht verzweifelt nach anderen Alternativen, um den Zausel unterzustellen, fanden aber leider nichts Geeignetes. Und so starteten wir recht gesund in den Winter 2011/2012, kamen aber trotzdem nicht so wirklich zum Reiten.

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Das Jahr 2011 hat mich wirklich unglaublich viele Nerven gekostet und war von viel Kummer und Sorgen geprägt. Oft habe ich mich komplett überfordert gefühlt, unsere Situation als ziemlich aussichtslos empfunden und immer wieder hilflos vor dem kränkelnden Pferd gestanden, für das sich einfach keine Diagnose finden lassen wollte. Weil wir schulmedizinisch einfach zu keinem Ergebnis kamen, haben wir ab Mitte des Jahres begonnen, ihn alternativ zu behandeln. Ich hatte das Gefühl, dass sich endlich etwas tat, ihm vor allem die Akupunktur wirklich geholfen hat. Wichtiger war wohl aber im Nachhinein auch der psychologische Aspekt: Ich fühlte mich endlich ernst genommen! Zusammen mit seiner Tierheilpraktikerin haben wir einen Behandlungsplan erstellt, von Behandlung zu Behandlung gesteigert und ich hatte endlich das Gefühl, etwas unternehmen zu können, was ihm hilft.

Da er im Gelände leider nicht besonders verlässlich war, habe ich auch unter den schwierigen Reitbedingungen gelitten. Ich hatte ein Pferd, welches nicht in einem normalen Pensionsstall stehen konnte, als Freizeitpferd aber absolut ungeeignet war. Mehrfach sind meine Reitbeteiligung und ich im Gelände vom Zausel runtergefallen, weil er urplötzlich auf dem Absatz kehrt machte und in die entgegengesetzte Richtung davon stürmte. Hatte er seinen Reiter verloren, setzte er seine Flucht unbeirrt alleine fort und stürmte im wilden Galopp bis nach Hause. Wir hatten großes Glück, dass weder uns, noch ihm oder einem unbeteiligten Dritten auf diesen kopflosen Fluchten etwas passiert ist. Natürlich hatte ich ursprünglich ganz andere Pläne mit dem Zausel, wollte erfolgreich Dressur reiten und nun stand er in einem Offenstall ohne fließend Wasser und Strom, mitten in der Natur und ziemlich ab vom Schuss. Zu Anfang war ich noch sehr zuversichtlich, trotzdem mehr oder wenig sportlich orientiert reiten zu können, musste aber immer mehr einsehen, dass dies unter den gegeben Bedingungen einfach nicht machbar war. Den Zausel abzugeben oder ihn anderweitig wegzuorganisieren und mir ein neues reitbares Tier zu kaufen kam zwar nie in Frage, wenn ich ehrlich bin war ich aber schon recht frustriert und unglücklich über unsere Situation.

Da es dem Zausel aber im Offenstall einfach sehr gut ging und er unter den Umständen wirklich so gar nicht zu leiden hatte, war für mich klar, dass ich mit den Abstrichen die ich machen musste, eben leben musste. Ich lernte mich also mit der ein oder anderen Unannehmlichkeit zu arrangieren und viel wichtiger: Ich lernte diese Haltungsform nicht nur schätzen, sondern erkannte, dass sie trotz aller Unbequemlichkeiten, die man in Kauf nehmen musste, die einzig artgerechte Haltungsform war. Trotz meiner eigenen Unzufriedenheit hat mich Tag täglich das Bild der zufrieden grasenden Herde gegen allen Frust entschädigt. Ich konnte mich noch so sehr am anstrengenden Wassereimer schleppen und mühsamen abäppeln stören, das Pferd in einem so freien und artgerechtem Umfeld zu erleben entschädigte wirklich fast alles. Auch wenn ich mir für mich oft etwas anderes gewünscht habe, wusste ich, dass es für den Zausel genau das richtige war. Und der Offenstall brachte ja auch dem Reite neue Freiheiten: Ich musste mir keine Gedanken machen, ob er ausreichend bewegt würde, brauchte mich nicht mehr über im Winter verschlossene Stallfenster zu ärgern, konnte die Fütterung selbst beeinflussen und konnte mir Problemlos auch selbst mal einen zauselfreien Tag genehmigen, weil ich wusste, dass es ihm an wirklich gar nichts fehlte und er mich ohnehin nicht vermissen würde. Denn auch das lernt man mit einem Pferd in Offenstallhaltung: Seine Herde und die Weide genügten ihm vollkommen zum glücklich und zufrieden sein, einen Reiter brauchte er dafür nicht, wenn gleich er mich natürlich trotzdem geduldig für eine Stunde durch die Gegend trug, ehe er wieder zu seinen Homies zurück durfte.

Glücklicherweise haben sich dann im nächsten Jahr ungeahnte Möglichkeiten ergeben, die viele unserer Probleme gelöst haben, sodass die folgenden Jahre deutlich weniger sorgenbelastet und frustrierend waren.

DIY-Montag: Pferdeleckerlies

Auch die Vierbeiner sollen bei unserem do-it-yourself-Montag nicht zu kurz kommen. Heute bekommt ihr also eine Anleitung, wie ihr günstig eigene Pferdeleckerlies herstellen könnt, die nicht nur dem Pferd, sondern auch euch selber oder den Hunden schmecken!

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Die Zutaten sind einfach:
500g Haferflocken
1 Esslöffel Milch
3 geriebene Möhren
2 geriebene mittelgroße Äpfel
1 Esslöffel Honig
3 Esslöffel Zuckerrübensirup

Achtet darauf, dass eure Schüssel groß genug ist!

Zuerst habe ich die Möhren und die Äpfel gerieben.

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Danach verührt ihr die Haferflocken mit der Milch bis ein zäher Brei entstanden ist.

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Dann gebt ihr die geriebenen Möhren und Äpfel dazu und verührt den Brei nochmal.

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Zu guter Letzt wird der Honig und der Zuckerrübensirup untergemischt.

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Den Teig gebt ihr dann auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech und streicht ihn glatt. Danach habt ihr genug Zeit, die Küche wieder aufzuräumen, denn der Teig soll bei 180° ca. 1,5 Stunden backen bis er braun und kekshart geworden ist.

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Wenn er gut abgekühlt ist, könnt ihr den Teig in Stücke schneiden (oder brechen, der Teig wird stellenweise sehr hart). Danach solltet ihr ihn noch 1-2 Tage unverschlossen stehen lassen.

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Viel Spaß beim Backen!

Hallo, ich bin Cathy.

Puh, nun bin ich also dran mit der unliebsamen Vorstellung. Man kann sich ja nicht wirklich vorstellen, dass sich jemand dafür interessiert, aber vielleicht wollen ja doch ein paar Leute wissen, wer hier hinter welchem Beitrag steckt?

Ich bin also Cathy… 24 Jahre alt und wohne in Hamburg. Aufgewachsen bin ich in einem kleinen Dorf in Schleswig-Holstein. Zwischen 5000 Menschen, 2000 Kühen und vielen Hunden und Pferden bin ich recht behütet groß geworden. Mein Dorf bot zumindest eine Disko, H&M war nicht allzu weit und auch ein wundervolles kleines Programmkino war in unserer Nähe – dennoch träumte ich alsbald vom glamourösen Großstadtleben. So zog ich nach dem Abi schnellstmöglich aus, um fortan mein Leben in der angeblich schönsten Stadt der Welt fortzuführen.

Tja, was soll ich sagen? Nach vier Jahren Großstadt weiß ich zwar all die Vorteile noch immer zu schätzen, kenne aber auch die Nachteile nur allzu gut. Ich stehe in einem der stadtnähsten Ställe, aber im Feierabendverkehr brauche ich trotzdem 40 Minuten dorthin – zuhause waren es 5 1/2 Minuten (Feierabendverkehr? Was soll das sein?). Wildes Nachtleben ist so lange wunderbar, wie man nicht selber schlafen will. Und ausgiebig shoppen macht nur noch halb so viel Spaß, wenn der Parkplatz 2€ pro halbe Stunde kostet oder man sich alternativ mit seinen Tüten in den vollgestopften Bus quetschen kann. Trotzdem fühle ich mich hier eigentlich rundum wohl, vor allem weil ich so viele wahnsinnig liebe und tolle Menschen kennengelernt habe, ohne die mein Leben wohl furchtbar langweilig wäre.

Wo wir gerade bei langweilig wären, fast hätte ich vergessen zu erwähnen, was ich eigentlich den ganzen Tag so mache. Es nennt sich Jurastudium und ist natürlich wahnsinnig aufregend. Nachdem ich im Herbst letzten Jahres endlich mein erstes Examen in der Tasche habe, geht es in ein paar Monaten mit dem Referendariat weiter. Bis dahin genieße ich die freie Zeit und beschäftige mich mit den schönen Dingen des Lebens.

Als in unserer Gruppe im Sommer 2014 die Idee aufkam, einen Blog von Reitern für Reiter zu gründen, war ich sofort Feuer und Flamme und freue mich, jetzt Teil des Projekts zu sein. Wenn ihr sonst noch etwas wissen wollt oder Anregungen zu Artikeln habt, schreibt mir gerne.

Unterwegs mit Urmelchen

Unterwegs mit Urmelchen

Zitat des Monats November

Habt ihr eigentlich schon unser Zitat des Monats entdeckt? Das befindet sich etwas versteckt unten rechts auf der Blogseite.
Damit es zukünftig nicht mehr übersehen werden kann, wird ab sofort jedes neue Zitat des Monats mit einem kleinen Beitrag und einem passenden Bild gewürdigt.

 

Útreiðar á Íslandi

Ein Erlebnis der besonderen Art war für mich ein Urlaub auf Island, der schon einige Jahre und damit viel zu lange her ist. Wir diskutierten damals lange, wohin es für meine Eltern, meinen Bruder und mich in den Sommerferien gehen sollte. Wandern in Norwegen, an den Strand auf Fuerteventura oder doch an die Mecklenburger Seenplatte? Als alle schon etwas genervt waren, kam mir die Idee: Island! Ein paar Fotos von der Insel im Internet gesucht und schon hatte ich alle mit der Idee angesteckt.

Mit 50% pferdeverrückten Menschen in der Familie liegt natürlich nichts näher als eine Unterkunft auf einem Pferdehof zu suchen. Auf der Halbinsel Snæfellsnes fanden wir schnell den kleinen, familiär geführten Bauernhof Lýsuhóll.

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Wir sendeten eine Anfrage für den von uns angepeilten Zeitraum und machten uns auf die Suche nach den passenden Flügen. Ernüchterung. Die Flüge mit der Lufthansa sollten für uns zusammen mehrere tausend Euro  kosten. Wir wollten die Unternehmung Island schon zu den Akten legen, als uns die Antwort aus Lýsuhóll erreichte. Das Bungalow war nicht nur für den gewünschten Zeitraum zu haben – auch der Hinweis, dass wir mit Icelandair ab Hamburg fliegen sollten, war in der Mail enthalten. Tatsächlich, mit Icelandair konnten wir für etwa 40% des Lufthansapreises nach Island fliegen. Buchen, geduldig warten, Sachen packen, losfahren. Hallo Island!

Die Insel ist unglaublich. Sie sieht von oben im Landeanflug schon völlig anders aus als Deutschland: riesige grüne Flächen, fast keine Bäume und viele Berge, nicht so von Straßen und quadratischen Feldern zerstückelt. Untergebracht waren wir in einem kleinen Bungalow, von dem wir auf weitläufigen Weiden die Herden des Hofes beobachten konnten.

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Wir hielten uns im Südwesten der Insel auf, besuchten den Geysir und seinen kleinen Bruder Strokkur, imposante Wasserfälle, Felsschluchten und die Küste, badeten in warmem Wasser, das direkt aus der Erde sprudelt.

Dunkel wurde es praktisch nicht. So konnte man manchmal, wenn die Sonne kurz hinter dem gletscherbedeckten Vulkan Snæfellsjökull verschwand, die Herden im goldroten Sonnenlicht wandern sehen.

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Ein Highlight des Urlaubs sollte ein Ausritt werden. Der Hof bietet ein- oder mehrstündige sowie ein- oder mehrtägige Touren durch die wundervolle Natur der Insel. Wir entschieden uns für eine zweistündige Tour.

Die Hufe der uns zugeteilten Pferde sahen doch äußerst gewöhnungsbedürftig aus, teilweise lang und ausgebrochen, sonst wirkten die Tiere aber gepflegt, gut genährt und gesund. Als eingeschworener Warmblutreiter musste ich mich mit den kleinen Islandponys erstmal anfreunden. Spätestens nach der Hälfte der Strecke war ich allerdings restlos begeistert von diesen Pferden. Die stapften völlig sicher und unbeeindruckt über unwegsames Vulkangestein durch die riesigen Lavafelder, trotzten dem teilweise starken Wind und trabten fröhlich am Strand aus grobem Kies entlang. Ich bin überzeugt, dass sich meine durchaus geländeerprobten Pferde auf dieser Strecke jeweils mindestens ein Bein gebrochen hätten. Am Ende des Ausritts gab es noch einen kleinen Galopp und den Versuch, Tölt zu reiten. Dazu musste man die Pferde dazu bringen, den Kopf relativ frei und hoch zu tragen und dabei etwas treiben, und schon gings los im Tölt. Das Ganze ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber durchaus nicht unbequem.

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Nach zwei Stunden kehrten wir wieder auf dem Hof ein und unsere Pferde durften sich wieder in ihre Herde mischen. Der Ausritt auf Island sowie die ganze Insel selbst bleiben mir als außergewöhnlich, eindrucksvoll und absolut empfehlenswert in Erinnerung. Da fahre ich ganz sicher mal wieder hin und dann gibt es bestimmt auch wieder den ein oder anderen Ausflug auf dem Pferderücken!

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Jeany, Träume werden eben doch wahr! III

Auch im dritten und letzten Teil unserer vergangenen Geschichte durchlebten wir einige Höhen, aber auch ein ziemlich herbes Tief. Was genau passierte lest ihr jetzt:

Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber ich empfinde Ungewissheit und vor allem ständige Geduld und Warterei als unglaublich anstrengend, nervenaufreibend und irgendwie auch deprimierend.
Während meine Stallgemeinschaft in die Winterarbeit überging, saß ich meistens in der Box von meinem Pony und fragte mich, was ich wohl falsch gemacht haben könnte. Eigentlich wollte ich doch immer nur das Beste für meine Pferde und das beinhaltete ganz sicher keine andauernden Krankheiten, ständige Boxenruhe und ewiges Antrainieren…

Mein Papa begleitete uns auf dem Weg in die Klinik. Ich packte Jeanys sieben Sachen zusammen, denn es stand ja nun ein ungewisser, längerer Klinikaufenthalt bevor. Es war noch dunkel als ich an meinem Anhänger einen Glücksbringer fand und gleichzeitig eine Nachricht einer lieben Freundin auf meinem Handy aufleuchtete „Toi, toi, toi – Ich denke an euch und der Glücksbringer passt auf Jeany auf, solang sie in der Klinik ist.“ Ich musste losheulen und mein Kopf fuhr Achterbahn. Einerseits hoffte ich, dass sie ohne schlimmen Befund blieb, andererseits wünschte ich mir nichts sehnlicher, als ENDLICH eine behandelbare Diagnose und dass ich schon bald mein gesundes, dynamisches Ponykind wieder hätte.
In der Klinik angekommen bekamen wir eine Box zugeteilt. Ich organisierte meiner kleinen Dickmadame noch etwas Heu, erkundigte mich nach dem genauen Ablauf und verabschiedete mich dann mit einem ziemlich schlechten Gefühl und einigen Tränen in den Augen.

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Wir ließen den Hänger an der Klinik stehen und fuhren nach Hause. Auf dem einstündigen Rückweg sprachen wir beide kein Wort, Papa informierte nur meine Mutter über das weitere Vorgehen der Ärzte und danach schwiegen wir wieder. Meine Eltern haben nicht viel Ahnung von Pferden, aber nach all den Jahren, in denen mich beide im Stall, mit den Tieren und im Sport unterstützen,  wissen sie, dass ich mein Herz an meine Pferde verloren habe und sie wissen vor allem auch, wie viel Hoffnung ich in Jeany gelegt hatte und was ich mir für unsere gemeinsame Zukunft wünschte…

Am nächsten Tag schleppte ich mein Handy auch mit aufs Klo, nur um den Anruf der Klinik nicht zu verpassen. Mir kam kaum ein Tag länger vor und kaum eine Warterei unerträglicher. Abends um halb neun kam dann der Anruf, während der Szinti ergaben sich keine Auffälligkeiten, die Beine waren in Ordnung, ebenso die Hufe. Der Doktor spritzte weitere Punkte ab, die in Frage kämen, aber alles blieb ohne Befund, sie würden weiter forschen. Der nächste Tag lief gleich ab und auch der Tag darauf war ähnlich unerträglich und ergebnislos, allerdings war ich endlich etwas mehr bei Bewusstsein und ordnete an, dass sie doch bitte das gesamte Pony szintigrafieren sollten. Mir war vorher gar nicht bewusst das man nur Teilbereiche ablichten konnten. Mittlerweile war mir auch die Endsumme egal, ich wollte doch nur mein Pony wieder und das am liebsten gesund. Am nächsten Tag bekam Jeany dann noch etwas Kontrastmittel nachgespritzt und wurde am gesamten Körper durchleuchtet. Dabei fiel eine kleine Stelle an der rechten Genickseite auf, ebenso an der Schulter. Beides aber relativ unscheinbar und hätte man andere Anhaltspunkte, wären sie an dieser Stelle auch nicht weiter auf Forschungstour gegangen. In den nachfolgenden Tagen wurde sie also weiter auf den Kopf gestellt. Die beiden Bereiche durchgeröntgt, sie wurde longiert und die Schulter abgespritzt… Bis dann an Tag 6 Abends um halb zehn mein Handy klingelte… Eigentlich laufen solche Gespräche immer wie in Filmen ab, es wird mit „Sie haben wirklich ein tolles Pony, sie hat super mitgemacht…“ angefangen und hört mit einem „…Aber…“ auf. Sie hatten bei der täglichen Arbeit an der Longe festgestellt, dass Jeany wesentlich besser im Takt lief, wenn Hals und Kopf im Vorwärts-Abwärts waren, nahm sie den Kopf hoch um zu gucken, fing das Takten wieder an, auch nachdem sie die Schulter abgespritzt hatten. Sie wurde trotzdem noch mal geröntgt und dabei fanden sie einen kleinen Punkt im Schultergelenk, der eventuell schon ausreichte, um ein mechanisches Problem auszulösen. Ebenso haben sie auch das Genick geröntgt und fanden da leider sehr unschöne, starke Veränderungen an der rechten Genickseite. Alles weitere sollte dann vor Ort besprochen werden. Der Arzt wollte noch die Zustimmung zum Anspritzen beider Punkte und verabschiedete sich dann bis zum nächsten Tag, wo wir meine Kleine dann endlich abholen durften und alles weitere erfahren sollten.

Der erste Weg am nächsten Tag ging direkt zu Jeany, welche mir nach sieben Tagen untypischerweise sehr laut entgegen wieherte. Sie hatte abgebaut und ich musste etwas schlucken als ich die rasierten Stellen am Genick und an der Schulter sah. Ich hatte am vorigen Tag leider doch nicht geträumt… In dem Gespräch erklärte mir der Arzt anhand der Bilder alles sehr genau und verständlich, das einzige was ich aber noch wirklich im Kopf habe, sind eigentlich nur noch Fetzen des abschließenden Satzes: „Wir werden sehen ob die Spritzen anschlagen… Anhaltende Belastbarkeit ungewiss… Ataxie gefährdet… Leichte Arbeit… Langer Zügel… Wahrscheinlich keine Turniere mehr wegen anhaltendem, ungleichmäßigem Gangwerk…“

Mein Papa war sehr zuversichtlich, immerhin wüssten wir nun was es ist. Ich wollte aber doch lieber eine Diagnose wie bei einem Sehnenschaden? Einige Monate Schrittführen auf hartem Boden, oder eine Weideauszeit, aber doch keinen Totalschaden ohne Aussicht auf Besserung? Womit hatte ich das verdient und womit hatte Jeany das verdient? Sie war doch erst 5 Jahre alt…

Ich packte Jeany schnell in ihr Transportoutfit und ging mit ihr zum Parkplatz. Ungebremst stiefelte sie auf den Anhänger und machte mir unmissverständlich klar, dass sie jetzt ziemlich schnell nach Hause wollte. Wie in Trance telefonierte ich alle ab, die über den Ausgang benachrichtigt werden wollten und dann begann eine Stille in meinem Kopf, die in gewissem Maße bis heute anhält.

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Ein Tier zu besitzen erfordert vollste Verantwortung, man entscheidet für es, mit bestem Wissen und Gewissen und stellt in den meisten Fällen seinen eigenen Anspruch zurück, jedenfalls handhabe ich das so. Niemals würde ich dieses Pony weggeben, nur weil es meinen Ansprüchen nicht mehr entspricht, besser gesagt nicht entsprechen kann. Der Arzt sagte mir in unserem Gespräch quasi, dass der Traum vom erfolgreichen Dressurpony geplatzt ist. Ich war tottraurig, weinte Tag und Nacht und konnte nicht wirklich begreifen, mit welcher Ungerechtigkeit das Schicksal seine Wege wählt. Es lag nun an mir, das Beste aus der wirklich schlechten Ausgangslage zu machen und meinem Blondinchen, mit ihrem mechanischen Problem, einen angemessenen Trainingsplan zusammenzubauen. Ich wartete die zehn Tage geduldig, ging fleißig spazieren und stieg am 15. Tag nach der Spritze das erste Mal auf. Sie lief sich ein, die ersten Minuten waren schlecht und dann wurde es immer besser und „tragbar“.

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So schlugen wir uns durch den Winter und hofften, dass es in der wärmeren Jahreszeit besser werden würde. Ich kaufte Zusatzfutter, was die Gelenke unterstützte und ging so viel Schritt wie möglich vor dem Reiten oder dem Longieren. Ich arrangierte mich und erinnerte mich an meine Leidenschaft fürs Ausreiten zurück und durchstreifte im Schritt das Gelände.

Es wurde wärmer und Jeany ging es zusehend besser. Für ungeübte Augen war Jeanys Ungleichmäßigkeit im Gang nicht mehr zu erkennen und ich fing an sie für kurze Reprisen aufzunehmen und in Anlehnung zu reiten. Wir hatten beide unheimlich Spaß, waren wir doch eingefleischte „Dressurler“. Ich steigerte das Training und folgte ganz meinem Bauchgefühl. An schlechten Tagen ritt ich Schritt und Trab am langen Zügel, machte Bodenarbeit oder longierte, an besseren machte ich so viel sie zu ließ…

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Auch die Weidezeit ging wieder los und ich entschied mich wie im Jahr zuvor sie so lang wie möglich draußen zu lassen. Durch häufigere Pausen und den vielen Ritten auf Sparflamme wurde Jeany natürlich wieder extrem dick, nicht selten hörte ich mir Sprüche über ihre Figur an, aber auch das war mir egal. Viel Bewegung brauchte sie nun und ich merkte ihr an wie gut ihr die Wiese tat.

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Inzwischen habe ich mich mit Jeanys Diagnose abgefunden, ich danke meinen engsten Freunden und Eltern von Herzen, dass sie mir in dieser unglaublich schweren Zeit so viel Kraft gegeben haben und auch immer noch geben, alleine für sie werde ich die Hoffnung, dass Jeany und ich weiterhin ein Team bilden und auch reiterlich Fortschritte machen, niemals aufgeben. Es wird vermutlich alles länger dauern und jede Menge Geduld erfordern, aber mir ist in den letzten Monaten sehr bewusst geworden, wie oberflächlich die Reiterei eigentlich ist, es ist alles sehr leistungsorientiert und vieles steht und fällt mit Erfolgen. All das war mir plötzlich nicht mehr wichtig, als ich mir bewusst gemacht habe, was für ein unglaubliches Glück mich getroffen hat, dass ich überhaupt zwei Pferde besitzen darf. Ganz egal, ob gesund oder unheilbar krank, es sind eben einfach Pferde, majestätisch und voller Kraft, sensibel und hochintelligent, sie wurden nicht geboren um mich wie ein Clown in der Manege zu unterhalten, sie sollen einfach leben und ich bemühe mich stets, ihnen das Leben so schön wie möglich zu machen. Wenn Jeany eines Tages nicht mehr reitbar sein sollte, dann ist das unser Schicksal und ihr wird es sicher auch als Pferd ohne Reiter sehr gut gehen.

Aber nun schauen wir nach vorne und warten geduldig was uns die Zukunft so bringt, ihr dürft natürlich dabei sein, wenn ihr wollt!

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