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Zausel Update – leider ein kleiner Rückschlag

Seit der Operation sind nun schon wieder ganze vier Wochen vergangen und bisher heilen die Wunden eigentlich alle recht gut. Die etwas problematische Wunde zwischen den Hinterbeinen zeigt zum Glück nur Wachstum wilden Fleisches. Wir hatten zunächst befürchtet, es könnte sich an dieser Stelle wieder um tumoröses Gewebe handeln. Nach einer Gewebeprobe konnte dies aber Gott sei Dank ausgeschlossen werden.

Seitdem wird die Wunde mit Lotagen betupft und eingesalbt und wird nun auch zusehends kleiner. Zweimal am Tag muss der Zausel im Moment verarztet werden und lässt das nach wie vor sehr artig über sich ergehen.

Seit letzter Woche hat er leider etwas angefangen zu husten. Das viele Rumstehen und Nicht-bewegt-werden tut seiner Lunge natürlich nicht wirklich gut. In Absprache mit dem Tierarzt sollte er dann täglich für fünf Minuten an der Longe bewegt werden, damit er zumindest einmal am Tag abhusten kann.
Gleich der erste Versuch, ihm etwas Bewegung zu Gute kommen zu lassen, hat uns aber leider gleich noch mal einige Wochen zurück geworfen: Eine der Wunden am Hals ist aufgerissen. Weil er natürlich den ein oder anderen Bocksprung gemacht hat, kam ordentlich Spannung auf die Haut und die leider nicht so elastischen Wundränder sind eingerissen. Obwohl er gerade mal drei Minuten an der Longe war, zeigte auch die Wunde zwischen den Hinterbeinen schon deutliche Reizungen und begann, wund zu werden. Für ein langsames Antrainieren ist es also definitiv noch viel zu früh und damit können wir wohl frühestens im neuen Jahr beginnen.

Der Zausel nimmt es aber gelassen und entspannt derweil einfach noch ein bisschen auf dem Paddock. Er ist guter Stimmung und scheint gegen seine Pause nicht so viel einzuwenden zu haben.

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DIY-Montag: Ofenhandschuhe

Bald ist Weihnachten und was gibt es denn schöneres als selbstgebastelte Geschenke? Um euch dafür ein bisschen Inspiration zu geben und euch zu zeigen, was wir alles so machen, wenn wir gerade nicht im Stall sind, gibt es jetzt bis Weihnachten jeden Montag einen do-it-yourself-Tipp mit Anleitung zum Nachmachen!

Den Auftakt macht ein etwas aufwändigeres Projekt – noch ist ja viel Zeit bis Weihnachten. Es geht um selbstgenähte Ofenhandschuhe!

Was ihr dafür braucht:

  • Baumwollstoff, entweder 35*140cm von einem oder jeweils die Hälfte von zwei verschiedenen Stoffen (hier 10€/Meter, also 3,50€)
  • Thermolan, Volumenvlies oder Moltoneinlage 60*140cm (hier Thermolan, 6€/Meter, also 3,60€)
  • Nähgarn 200m (ca. 3€)
  • Tipp: Wenn die Einlage etwas dünner ist, könnt ihr noch ein altes Handtuch mit einnähen. Ich hab das gemacht, weil ich mit dem Füllmaterial keine Erfahrungen habe und gelesen habe, dass zwei Lagen Thermolan für manche Hände nicht genug isolieren.
  • Schablone. Ihr könnt einfach eure Hand auf ein Stück Papier legen und großzügig mit 4-5 cm Abstand drumherum malen und ausschneiden.

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Schritt 1: Schablone auflegen und grob mit 2-3cm Zugabe ausschneiden. Das hat den Vorteil, dass ihr noch etwas Reserve habt, sollten sich die einzelnen Stofflagen im nächsten Schritt etwas gegeneinander verschieben. Mit ein paar Stecknadeln zusammenstecken.

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Schritt 2: Absteppen. Mit einem einfachen Geradstich in ca. 3cm Abstand diagonal Linien aufnähen. So kann die Füllung später nicht verrutschen. Ihr könnt auch Karomuster oder Schlangenlinien aufnähen. Da mein Stoff sehr gemustert ist, habe ich mich für einfache Linien entschieden.

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Das müsst ihr für einen Handschuh zweimal machen.IMG_5985

Schritt 3: Schablone auflegen, anzeichnen und ausschneiden. Achtung: Wenn ihr für innen und außen verschiedene Stoffe ausgesucht habt, müsst ihr darauf achten, einen rechten und einen linken „Handschuh“ auszuschneiden.

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Schritt 4: Als nächstes näht ihr im Zickzackstich einmal außen rum. Das erleichtert später das Zusammennähen, weil nichts verrutschen kann und alles schön flach ist.

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Schritt 5: „Schrägband“ zuschneiden. Hierfür könnt ihr entweder Schrägband kaufen oder wie ich einen 4cm Breiten Streifen, etwas länger als der Handschuh breit ist, aus dem Handschuhstoff zuschneiden. Diesen dann wie auf den folgenden Bildern zu sehen bügeln, feststecken und annähen.

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Schritt 6: Der Aufhänger. Um den Handschuh später aufhängen zu können, schneidet ihr einen etwa 10cm langen und 3-4 cm Breite Streifen zu, bügelt diesen genauso wie das Schrägband, näht ihn an der offenen Seite zu und befestigt ihn am Handschuh (natürlich nur an einem der beiden Teile).

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Schritt 7: Jetzt werden die beiden Hälften zusammen gesteckt und mit 0,5cm Nahtzugabe vernäht. Ich war etwas skeptisch, ob das nicht zu dick für die Maschine ist, allerdings hat meine günstige Discountermaschine ohne Probleme da durch genäht, also gehe ich mal davon aus, dass das alle gängigen Maschinen schaffen.

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Schritt 8: Einschneiden und wenden. Damit sich später alles schön wenden und ausbeulen lässt, müssen die Ränder an den Rundungen des Handschuhs eingeschnitten werden. Ich mache das im Abstand von 1,5-2cm. Vorsicht: nicht die eben genähte Naht durchtrennen! Danach den Handschuh wenden (das geht ziemlich schwer und man muss etwas Kraft anwenden und gegebenenfalls mit einem Kochlöffel nachhelfen) und am Ergebnis erfreuen!

IMG_6018 IMG_6022 IMG_6024 IMG_6025 IMG_6026Viel Spaß beim nachnähen und verschenken!

Vielen Dank!

Wir haben an diesem Wochenende, genau genommen am Samstag gegen 15 Uhr, das tausendste Like auf unserer Facebookseite bekommen und uns darüber natürlich riesig gefreut.

Wow, 1000 Menschen da draußen gefällt unsere kleine Schnapsidee hier. Wenn wir ehrlich sind, haben wir uns natürlich erhofft, dass wir den ein oder anderen geneigten Leser ein bisschen unterhalten können. Dass sich aber innerhalb der ersten zwei Monate gleich so viele Leser hier auf unserem Blog und der Facebookseite einfinden und uns auch noch ein Zeichen geben, dass sie das, was wir hier schreiben und zeigen, gut finden, das hätten wir so niemals erwartet.

Noch mehr als die 1000 Likes bei Facebook freuen uns die täglich durchschnittlich 400 Besuche hier auf dem Blog. In den ersten zwei Monaten seit Horse Diaries Gründung haben sich so unglaubliche 40.000 Besucher auf unserem Blog eingefunden. Das ist eine Zahl, die man sich beim besten Willen nicht mehr bildlich vorstellen kann.

Wir sind überwältigt von eurem Interesse und möchten ganz herzlich DANKE sagen.
Dazu haben wir uns eine kleines Gewinnspiel für euch überlegt. Zu gewinnen gibt es das wunderschöne Eskadron Set mit Halfter und Strick aus der aktuellen Kollektion, welches Püppi für euch Probe getragen hat. Selbstverständlich ist das Set neu und mit Etikett. Die Größe ist WB.

Was ihr tun müsst: Sendet uns euer lustigstes oder peinlichstes Bild von eurem Pferd. Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Hauptsache ihr bringt uns zum Lachen. Teilnehmen könnt ihr entweder über unsere Facebookseite oder ihr schickt uns euer Foto mit dem Betreff „Gewinnspiel“ an hallo@horsediaries.de.

Wir wählen die schönsten 5 Bilder aus allen Einsendungen aus und überlassen euch dann die Wahl des Gewinners. Das Bild mit den meisten Likes gewinnt das Eskadron Set.

Wir wünschen euch viel Spaß und drücken jedem von euch die Daumen für eine erfolgreiche Teilnahme am Gewinnspiel!

  • Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt ihr euch mit der Veröffentlichung des eingesendeten Bildes auf unserer Facebookseite und hier auf dem Blog einverstanden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Einsendeschluss ist der 21.11.2014

Wollen Pferde eine Decke tragen?

Der Winter steht vor der Tür und man kommt als Pferdebesitzer um dieses Thema einfach nicht drum rum: Eindecken oder nicht? Friert das Pferd bei nasskaltem Wetter oder haben wir doch noch echte Naturburschen im Stall stehen, die sich ohne Decke doch am wohlsten fühlen?

Im aktuellen St. Georg-Magazin von November 2014 ist ein sehr interessanter Artikel zu dem Thema, der meiner Meinung nach wirklich wichtige Erkenntnisse zum Thema Wohlbefinden unserer Pferde liefern kann und das nicht nur in Bezug auf das Thema Eindecken.

SONY DSCEine Forschergruppe rund um die Norwegerin Cecilie Mejdell hat eine Studie entwickelt, bei der Pferden mit Hilfe von Symbolplatten ermöglicht wird, mit dem Menschen zu kommunizieren und ihm seine Vorlieben mitzuteilen. Die teilnehmenden Pferde unterschiedlichster Rassen und Altersklassen lernten in mehreren Trainingseinheiten die Bedeutung von drei verschiedenen Symbolplatten kennen. Erfahrene Tiertrainer haben so drei verschiedene Symbole für die Handlung „Decke anziehen“, „Decke ausziehen“ und „kein Deckenwechsel“ bei den Pferden etabliert. Auf den weißen Schildern war jeweils ein dicker Längsbalken, ein dicker Querbalken und kein Symbol abgebildet. Die Pferde konnten die Schilder so gut auseinander halten und haben gelernt, dass nach deutlichem Kontakt mit der Nase an einem der Schilder eine Aktion mit der Decke folgte. Je nach Schild eben „Decke ausziehen“, „Decke anziehen“ oder „kein Deckenwechsel“. Hatten die Pferde im ersten Trainingsschritt die verschiedenen Symbole eindeutig mit der dazugehörigen Handlung verbunden, wurde ihnen im nächsten Schritt eine Wahl ermöglicht. Dazu wurden  sie nach kurzer Eingewöhnung und Akklimatisierung im Paddock mit den Symbolen aufgefordert, auszuwählen, ob sie eine Decke tragen möchten oder nicht. Mit ihrer Wahl mussten die Pferde dann die gesamte Dauer ihres Paddockfreiganges leben, ein späteres Tauschen der Decke war nicht mehr möglich. Die Pferde lernen so auch die Konsequenzen ihrer Wahl kennen.

101221__Reindeer_19Erstaunlicherweise ist es jedem der 23 teilnehmenden Pferde gelungen, die komplexe Transferleistung der Auswahl zwischen drei verschiedenen Optionen zu leisten. Das Erlernen der einzelnen Trainingsschritte dauerte zwar bei dem ein oder anderen etwas länger, schließlich waren aber alle Pferde in der Lage ihre persönliche Präferenz bezüglich der Kleiderwahl mit dem Menschen anhand der Symboltafeln zu kommunizieren.

Das Ergebnis des Projektes war, dass die Vorlieben je nach Pferd sehr stark variieren können und das Kälteempfinden offensichtlich sehr unterschiedlich ist. Bei nasskaltem Wetter oder sehr kalten Temperaturen im zweistelligen Minusbereich haben sich die meisten Pferde für eine Decke entschieden. Die teilnehmenden Kaltblüter wollten öfter ohne Decke stehen als ihre warmblütigen Kollegen. Eine pauschale Aussage über das Eindecken von Pferden konnten die Wissenschaftler auf Grund der sehr unterschiedlichen Präferenzen jedes einzelnen Pferdes nicht ableiten. Die meisten Pferde entschiedenen sich aber überwiegend ohne eine Decke den Freigang zu genießen. Leider fehlt die Information, ob die Pferde geschoren oder ungeschoren an dem Projekt teilgenommen haben.

Viel interessanter als die Erkenntnis, dass die meisten Pferde, wenn sie die Wahl haben, nur bei nasskaltem Wetter oder wirklich strengem Frost eine Decke tragen wollen, finde ich die Tatsache, dass Pferde über Symbole mit dem Menschen kommunizieren können und ihre Vorlieben mitteilen können. Wie oft habe ich schon vor dem Zausel gestanden und ihm mit einem tiefen Blick in die Augen zugeflüstert „Wenn du mir doch bloß sagen könntest, was du möchtest“. Und da bin ich bestimmt nicht die einzige Pferdebesitzerin, die ihrem Pferd den ein oder anderen Wunsch quasi an den Ohren versucht abzulesen. Bisher nur leider ohne wirklichen Erfolg.110305_Doc_Weide_17

Was das Forscherteam aus Norwegen mit ihrer Studie geleistet hat, bringt die Pferdewelt bezüglich der Vorlieben und Präferenzen der Pferde sicherlich in einigen Punkten weiter und wird hoffentlich dazu genutzt, die tatsächlichen Wünsche der Tiere in Bezug auf Haltung, Training und Pflege in Zukunft zu erforschen und dann auch in der Praxis zu berücksichtigen. Vielleicht ist grade die Erkenntnis, dass sich pauschale Aussagen in Punkto Befindlichkeiten und Vorlieben nicht treffen lassen und jedes Pferd seine ganz eigenen Vorlieben und Bedürfnisse hat, die wichtigste Erkenntnis, die wir im Umgang mit unseren Pferden, aber auch Tieren im Allgemeinen, gewinnen können.

Die Vorstellung, das Tiere mittels einer Wahloption mit uns so konkrete Dinge wie „Decke anziehen“ oder „Decke ausziehen“ kommunizieren können, finde ich auf jeden Fall eine wirklich spannende Entwicklung in der Beziehung zwischen Mensch und Tier und hoffe, dass zukünftig immer mehr wissenschaftliche Forschungen belegen und unterstützen, dass Tiere genauso fühlende Individuen mit persönlichen Vorlieben und Abneigungen sind, wie wir Menschen auch.

Wer den Artikel über die Forschungsgruppe noch mal genauer nachlesen möchte, kann dies in der aktuell erhältlichen Ausgabe der St. Georg von November 2014 tun.

Pepper Teil III

Das nächste Jahr in unserer gemeinsamen Geschichte war 2012. Pepper, gerade 6-jährig, fing dieses Jahr genauso gut an wie sie das letzte aufgehört hatte: Mit einem Sieg in einer Springpferde-L – und das gegen große Konkurrenz wie beispielsweise Ahlmann oder Ehning.20120106_110041

Der Februar und der März waren eher ruhige Monate. Wir sind viel ausreiten gegangen. Pepper stand in einem Stall bei uns zu Hause gegenüber und aus privaten Gründen haben wir uns dazu entschlossen, Pepper zu meiner Reitlehrerin zu stellen. Dort hatte ich mehr und auch bessere Bedingungen, Pepper zu trainieren.

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Im April begann dann die Freilandsaison. Das erste Turnier draußen hieß direkt: Sichtung Bundeschampionat. Und auch wenn die 6jährigen keine direkten Babys mehr waren, diese Quali war viel zu hoch und viel zu schwer. Pepper beendete diese mit einem Fehler, sprang die Dreifache aber sehr souverän. Und auch ich hatte mein erstes Turnier mit Pepper: Es gab einen 3. Platz im A Stil.

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Im Mai war Pepper sowohl mit mir als auch mit meiner Trainerin unterwegs. Ich konnte zwei weitere Schleifen in A-Springen mitnehmen. Für Pepper war der Mai ein weiterer wichtiger Monat Richtung Bundeschampionat. Im 300km entfernte Zeiskam ging sie die zweite Sichtung mit. Diese Sichtung war schwer, aber fair gebaut und Pepper überraschte uns alle! Trotz gerissenem Vorderzeug konnte sie die Quali mit einer 8,6 gewinnen! Ich heulte vor Glück, sie sprang einfach so souverän da durch.

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http://www.st-georg.de/news/detail.php?objectID=12457&class=6

Auch der  Junianfang war erfolgsverwöhnt. Mit einer 8,7 gewann sie die nächste Springpferde-M und mit mir zwei Hunter-Springen. Der Traum Warendorf rückte immer näher. Aber wie so oft schlug dann das Schicksal zu und Pepper wurde auf der Wiese getreten. Der Traum Warendorf geplatzt. 6 Wochen absolute Boxenruhe, da sich Pepper das Bein wieder angehauen hatte. Erst Mitte Juli durfte ich langsam antrainieren.

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Die Narbe hat sie heute noch und richtig dünn geworden ist es leider auch nie wieder. Aber es ist zum Glück nur noch ein Schönheitsfehler!

Der August war dann Kraftaufbau, kleine Sprünge und für mich ein Turnier anstatt Warendorf. Aber dieses Turnier wird mir wohl auch noch in 10 Jahren in Erinnerung bleiben. Zunächst gab es einen 2. Platz in einer Eignungsprüfung. Danach ritten wir noch ein A Stil Springen, ganz ohne Erwartung, einfach nur eine lockere Runde. Aber anscheinend wollten die Richter genau das sehen, denn sie gaben uns eine unglaubliche 9,0!!

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Zwei Turniere lief sie noch mit meiner Reitlehrerin, die sie mit Siegen und 2. Plätzen in Springpferde L und M beendete. Das hieß dann auch Ende der Springpferdetour, wie ich finde sehr erfolgreich.

 

Insgesamt hatte sie 2012 30 Platzierungen. Davon 7 Platzierungen mit mir (3 Siege).

Mit meiner RL war sie dementsprechend 23 mal platziert:

3 Siege in Springpferde L
3 Siege in Springpferde M

Im nächsten Teil werde ich 2013 und 2014 zusammenfassen!

Sommerfrische auf Sylt – Teil II

Die Pferde direkt am Haus stehen haben, morgens beim Blick aus dem Fenster gucken, ob es allen gut geht, die Möhrchen über den Gartenzaun reichen, das ist für mich der Inbegriff von Urlaubsidylle. Aber wo hat man das schon? Und es macht ja auch eine ganze Menge Arbeit, die Pferde am Haus stehen zu haben, oder?

Wir waren mit unserer Unterkunft auf dem Grünhof eigentlich rundum zufrieden, aber die Fahrerei dorthin war schon ein kleiner Downer, vor allem an den Tagen, wo man vor dem Trip zum Strand nur kurz nach Wasser schauen und die Weide absammeln wollte. Aber es war schwer genug, eine Unterkunft zu finden, bei der beide Pferde Tag und Nacht draußen stehen konnten. Die meisten Höfe vermieten nur Gastboxen und nutzen die Weiden meist für die eigenen Pferde – maximal können die Gastpferde dann nur einige Stunden am Tag raus. Daher waren wir sehr dankbar, dass der Grünhof uns so unkompliziert und freundlich aufgenommen hatte.

Der Gartenzaun unseres Ferienhauses grenzte an Pferdeweiden und auch rundherum gab es viele Weiden mit Pferden. Wir hatten bereits mehrere Leute gefragt, ob sie weitere Pferde aufnehmen würden, aber immer ablehnende Antworten erhalten – durchaus aus verständlichen Gründen (nicht genug Fläche, zu hohes Risiko für 5 Wochen neue Pferde in die Gruppe einzugliedern, keine Möglichkeit zur Abtrennung einer kleinen Fläche). Morgens beim Brötchenholen hat meine Mutter dann aber zufällig jemanden auf der Weide direkt hinter unserem Haus gesehen und dort noch mal nachgefragt, auch wenn sie eigentlich wieder mit einer Absage rechnete.

Überraschenderweise wurde ihre Frage, ob für den nächsten Sommer vielleicht die Möglichkeit bestünde, unsere Pferde dort unterzustellen, aber ganz unkompliziert mit einem „Ja, gar kein Problem!“ beantwortet. Besser noch: Wir konnten die Beiden sogar noch in diesem Sommer umstellen, es müssten nur ein paar Zäune umgesteckt und ein weiterer Wasserbottich besorgt werden.

Einen Tag später haben wir dann unsere Sachen im Hänger verstaut und die Pferde von Keitum rüber nach Braderup geritten und auf die Weide gelassen. Beide fühlten sich von der ersten Minute an sehr wohl und sind gemächlich ihr neues Zuhause abgeschritten. 1407_Sylt_-374 1407_Sylt_-377 1407_Sylt_-386 1407_Sylt_-393 1407_Sylt_-424 1407_Sylt_-478 1407_Sylt_-480 1407_Sylt_-486 1407_Sylt_-492 1407_Sylt_-498 unbenannt_-12 unbenannt_-34 unbenannt_-39 unbenannt_-44

Bekanntschaft mit den neuen Nachbarn musste natürlich auch gemacht werden, doch obwohl sich der Zausel wirklich ins Zeug gelegt hat, um bei seiner Sam und natürlich auch den neuen Freunden Eindruck zu machen, kam er gegen das spanische Temperament der Zaunnachbarn nicht wirklich an. Sam war dann doch mehr von dem schönen Schimmel angetan.

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Von Braderup aus haben wir herrliche Ausritte unternommen und konnten auf sehr direktem Wege die schönen Reitwege durch die Heide und runter an den Strand nutzen, ohne den langen Ritt durchs Dorf in Kauf nehmen zu müssen. Die Pferde direkt hinter dem Haus stehen zu haben, war in der Tat genau so herrlich, wie ich es mir immer vorgestellt habe – zumindest im Sommer! 😉 Morgens vor dem Frühstück einen wunderbaren Strandritt unternehmen, die Pferde zurück auf die Wiese stellen, Sattel und Trense in den Hänger räumen und durch den Gartenzaun direkt an den Frühstückstisch schlüpfen, besser geht es ja wohl nicht! Oder abends im letzten Sonnenlicht die Pferde besuchen und ihnen eine gute Nacht wünschen? Beim Grillen in einer lauen Sommernacht das zufriedene Kauen und Schnauben der eigenen Pferde hören? In den frühen Morgenstunden vom Feiern nach Hause kommen und bevor man ins Bett schlüpft noch mal auf der nebeligen Weide vorbeischauen und den Beiden einen Apfel vorbeibringen? Das klingt alles so kitschig, dass es beinahe aus einem Pferdemädchenfilm stammen könnte, aber genau so haben wir unseren Sommer verbracht und haben es wirklich sehr genossen.

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Leider haben dann beide Pferde jeweils ein Eisen verloren. Die waren auch schon mehr als überfällig, aber der Schmied hatte keine Zeit, uns dazwischen zu schieben, so dass sie dann eine gute Woche Pause hatten, ehe sie neu beschlagen wurden. Leider kam dann nach fast vier Wochen bestem Sommerwetter ein Sturmtief über die Insel gefegt, welches sich recht hartnäckig ebenfalls eine gute Woche hielt und für sehr viel Regen, Wind, Gewitter und kühlere Temperaturen sorgte. Bei tagelangem Dauerregen fiel das Reiten natürlich auch flach und der Zausel und Sam mussten im Unwetter auf der Weide ausharren. Sam machte das Wetter eher weniger zu schaffen, der Zausel hat leider trotz Regendecke ganz schön gefroren und hätte sich gern in einen gemütlichen Stall verkrochen.

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Aber auch der hartnäckigste Sturm geht irgendwann vorüber und die letzten Tage unseres Urlaubs wurden wir noch mal mit besserem Wetter verwöhnt und konnten noch einige abschließende Strandritte mit neuen Eisen unternehmen.

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Nach guten 5 Wochen Sommerfrische ging es dann gut erholt und hustenfrei, aber trotzdem mit Vorfreude zurück nach Hamburg, wo die beiden schon mehr als sehnsüchtig erwartet wurden.

 

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Trainingsvideo zum 2-jährigen Jubiläum

Heute haben Püppi und ich unser 2-Jähriges! Am 9.11.2012 habe ich den Kaufvertrag unterschrieben und kam völlig unerwartet zu meinem ersten eigenen Pferd. Damals hatte Püppi eine schwierige Phase, ein unpassender Sattel und Rückenblockaden machten uns zu schaffen, sie war damals 5 und auf Dressurpferde-A Niveau. Ich fand Püppi ganz gut, aber war eigentlich der Meinung, dass sie nicht an Ludwig heranreichen kann. In den letzten zwei Jahren hat sie sich so toll entwickelt, ist erwachsen geworden, wir haben in diesem Jahr unsere ersten M* Dressuren sehr erfolgreich gemeistert und tasten uns jetzt ganz langsam Richtung M** und S. Ich freue mich jetzt schon riesig auf die nächste Saison und hoffentlich viele weitere gemeinsame, gesunde und glückliche Jahre!!!

Zur Feier des Tages ist mein Freund heute mit in den Stall gekommen und hat ein bisschen gefilmt, damit ihr einen Eindruck davon bekommt, wie unser Training so aussieht. Auch wenn Püppi momentan rossig ist, was bedeutet, dass sie meinen Schenkel blöd findet und etwas zickig und pinselig ist, habe ich ein bisschen etwas zusammengeschnitten und hoffe, es gefällt euch!

 

Vorstellung Carina

Ihr lieben Leser, ich bin auch eine von den vielen Autorinnen und Besitzerin des neuen Tagebuch-Ponys Jeany. Ich heiße Carina, bin 28 Jahre alt und wohne im schönen Hamburg. Seit März 2012 bin ich Kommunikationsdesignerin mit dem Schwerpunkt Editorial und Fotografie. Allerdings arbeite ich hauptberuflich im Betrieb meiner Eltern mit und übe meinen gelernten Beruf nur nebenbei aus.
Als die Mädels mich eingeladen haben, als Autorin am Horsediariesprojekt mitzuwirken, habe ich mich sehr gefreut. Ich schreibe für mein Leben gerne und das Ganze noch mit schönen Fotos untermalen zu können, macht es gleich noch mal besser!

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In meiner Freizeit verbringe ich meine Zeit gerne draußen in der Natur, am liebsten natürlich mit Jeany (Deutsches Reitpony, 8), meinen Hunden Cassy (Miniature Australien Shepherd, 4)und Leyla (Miniature Australien Shepherd, 1), mit Familie und Freunden und natürlich ist meine Kamera auch stets ein sehr treuer Begleiter.

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Ich reite eigentlich schon seitdem ich denken kann und das, obwohl ich der einzige Reiter in meiner Familie bin. Den Traum von meinem ersten eigenen Pony erfüllte mir meine Mutter als ich 6 war. Dieser kleine, braune, schwer kranke Shettywallach hat damals dafür gesorgt, dass ich unheilbar vom „Bazillus Cavallus“ befallen wurde und mir ein Leben ohne Pferd bis heute nicht mehr vorstellen möchte. Ich kann gar nicht genau erklären, wieso diese Tiere mein Leben so beeinflussen, ich weiß nur, dass sie mir unheimlich viel Kraft geben und mein Tag, nach einigen Stunden im Stall, schon vollkommen gelungen und erfüllt ist. Dabei ist es mir völlig egal, ob ich Dressur reite, eine ausgiebige Runde durch Wald und Felder drehe oder aber einfach nur dem gleichmäßigen Kauen meiner Pferde lausche.

Ich freue mich sehr auf die kommende Zeit im Horsediaries-Team und stehe euch natürlich gern für Fragen oder Anregungen zur Verfügung!

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Konsequenter Umgang – Teil 1: Sozialverhalten

Wir haben zum Verladeartikel (http://t1p.de/5qrh) einige Fragen dazu erhalten, was und wie nun konkret zum Erfolg geführt hat. Da das ein längerer Prozess war, haben wir uns dazu entschieden, eine Serie zum Thema „Konsequenter Umgang mit dem Pferd“ zu verfassen. Zum Einstieg geht es in diesem Artikel um das Miteinander unserer Pferde und darum, wodurch ihre Lebensweise bestimmt ist.

Pferde sind Herdentiere. Das Leben in der Gruppe sichert wild lebenden Tieren das Überleben. In einer natürlichen Umgebung voller Fressfeinde bietet die Herde dem einzelnen Pferd Schutz und Sicherheit. Abwechselnd wird die Umgebung von einzelnen Tieren überwacht, während die anderen grasen oder sich ausruhen.

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Zur Verteidigung bleiben Pferden nur ihre Zähne und Hufe, gegen Raubtiere sind sie also weitestgehend unbewaffnet. Zum schnellen, ausdauernden Laufen geboren, ergreifen Pferde in Gefahrensituationen lieber die Flucht, als auf eine Konfrontation einzugehen. Dabei ist es überlebenswichtig, dicht beisammen zu bleiben und gemeinsam zu fliehen. Von der Herde separierte Tiere sind leichte Beute, Familienmitglieder können bei einer wilden Flucht verloren gehen und von anderen Hengsten gestohlen werden. Um dies zu vermeiden, ist eine gute Kommunikation zwischen den einzelnen Tieren und eine ausgeprägte Sozialstruktur nötig. Rangniedrige Pferde bringen ihren ranghöheren Artgenossen blindes Vertrauen und Respekt entgegen, die ranghohen Tiere erwarten bedingungslose Folgsamkeit. Zur Kommunikation verwenden Pferde fast ausschließlich Körpersprache. Lautsprache wäre für ein Beutetier zu auffällig und kommt nur im Ausnahmefall zum Einsatz.

Auch wenn unsere Hauspferde nicht mehr von Fressfeinden bedroht werden und eher selten in ausgeprägten Herdenverbänden mit Leitstuten und Hengsten leben, haben sie noch viel mit ihren wild lebenden Artgenossen gemeinsam. Beobachtet man Pferde mal einige Stunden miteinander auf der Weide oder sieht beim erstmaligen Aufeinandertreffen sich unbekannter Pferde zu, kann man sich schon ein recht gutes Bild von der Kommunikation zwischen den Tieren machen.

Treffen zwei fremde Pferde aufeinander, beschnuppern diese sich intensiv Nase an Nase. Diese Situation dauert manchmal einige Sekunden – bis das rangniedrige Tier die Situation auflöst, indem es sich abwendet. Oft wird es vom dominanteren Pferd durch das typische quietschen und weitere Drohgebärden dazu animiert. Oft ist die Rangfolge zwischen diesen beiden Tieren damit schon klar.

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In Fluchtsituationen lässt sich beobachten, dass die rangniedrigen Tiere den ranghohen folgen, nur selten zerstreut sich die Herde in einem Schreckmoment in verschiedene Richtungen. Die Gruppe vertraut der Entscheidungskompetenz des Leittieres.

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Futter und Wasser oder ein schattiger Platz auf der Weide stehen dem Leittier grundsätzlich zuerst zu und diesen Anspruch setzt es in der Regel auch konsequent durch. Meistens kann man beobachten, dass die rangniedrigen Tiere von allein weichen, wenn ein ranghohes Tier auf sie zu kommt. Tun sie das nicht, verfügt das ranghohe Tier über eine ganze Bandbreite von Aggressionszeichen bis hin zum körperlichen Angriff. Dabei wird man nur sehr selten beobachten können, dass ein Pferd direkt zum körperlichen Angriff übergeht, wenn es darum geht, einen Artgenossen in die Schranken zu weisen. Vielmehr kann man beobachten, wie das Pferd sanft mit dem Kopf in die Richtung des anderen deutet, zur Verdeutlichung des Anliegens die Ohren anlegt, eventuell Zähne zeigt oder auch mal in den Hals des anderen zwickt. In der Regel reichen diese harmlosen Gesten aus, nur selten kommt es bei Auseinandersetzungen tatsächlich zum Kampf. Pferde wissen so immer, was sie von ihrem Gegenüber zu erwarten haben. Folgen sie einer sanften Aufforderung nicht, riskieren sie härtere Maßnahmen, nie jedoch würde ein Pferd sofort und unangekündigt die körperliche Konfrontation suchen.

Den ranghohen Tieren vertrauen zu können, ist für die Herde elementar. Deshalb werden die Leittiere beim kleinsten Anzeichen von Schwäche oder mangelnder Führungskompetenz auf die Probe gestellt, die Rangordnung wird regelmäßig durch Rangkämpfe überprüft und neu geordnet. Das kann man oft beobachten, wenn junge Hengste in der Herde ihre Kräfte miteinander trainieren und dann versuchen, sich mit den Leittieren zu messen.

Trotz aller Hierarchie und Strenge im Familienverband der Pferde, sind sie sehr soziale Tiere, die sich auch mal gegenseitig bei der Fellpflege behilflich sind. Das kann man auch zwischen stark verschieden hoch im Rang stehenden Tieren beobachten. Dabei kann man allerdings erkennen, dass das rangniedrige Tier niemals ungefragt in den persönlichen Bereich des ranghöheren eindringen würde. Die Einladung erfolgt immer durch das ranghohe Pferd.

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Da Pferde stark von ihren Instinkten getrieben sind, sind ihre Verhaltensweisen diesbezüglich und somit auch dem Menschen gegenüber kaum zu verändern. Das ist auch gar nicht nötig – viele Dinge im Umgang müssen nicht die Pferde lernen, sondern wir. Achten wir auf unsere Körpersprache und setzen diese gezielt ein, lässt sich gewohntes Sozialverhalten beim Pferd abrufen, was wir uns im Umgang mit dem Tier zunutze machen können.

Schlüsselelemente sind hierbei die Bereitschaft des Pferdes, einem ranghohen Tier zu folgen, auf Druck durch ein ranghohes Tier durch weichen zu reagieren, der persönliche Bereich eines jeden Tieres und die Bereitschaft, die Rangfolge zu hinterfragen und neu zu ordnen.

Wie wir uns diese Grundprinzipien im Zusammenleben unserer Pferde im Alltag zunutze machen können, könnt ihr dann im nächsten Teil lesen.

Tierarztbesuch beim Zausel

Um euch nicht gleich zu verschrecken, starten wir mit einem Bild aus besseren Zeiten.

Nun aber zu dem aktuellen Zustand des Patienten:

Heute Nachmittag hat der Tierarzt beim Zausel vorbei geschaut, um sich ein Bild von den Wunden zu machen.  Die Wunde zwischen den Hinterbeinen unterscheidet sich deutlich  von den anderen Wunden. Ich hatte dort in den letzten Tagen beunruhigendes Wachstum festgestellt.

Ich hatte mir gestern noch mal die Bilder vom frisch operierten Zausel angesehen und dann mit Erstaunen festgestellt, dass sich die Wunden schon deutlich verkleinert hatten. Im Stall war mir das noch nicht so stark aufgefallen, weil ich damit gerechnet hatte, dass sich zunächst rosa Ränder um die Wunden bilden, die erst mit der Zeit nachdunkeln und vor allem noch eine ganze Weile haarlos bleiben würden. Rund um die Wunden ist aber ganz normales Fell, es ist mehr als würden sich die Wunden langsam aber sehr stetig einfach nach innen zusammen ziehen.

Einzig die Wunde zwischen den Hinterbeinen bereitete mir in den letzten Tagen Sorge. Durch den Laser wurden mehrere Hautschichten großflächig abgetragen, so dass regelrecht Löcher in der Haut entstanden, welche man als deutliche Vertiefung sehen und auch beim Einsalben spüren konnte. Bei der großen Wunde zwischen den Beinen war das wunde Fleisch erst auf das gleiche Niveau wie die übrige Haut angewachsen und wucherte nun blumenkohlartig weiter, so dass bereits eine flächige Erhebung von einigen Millimetern entstanden war.

Dem Tierarzt hatte ich Bilder von der Wunde geschickt und auch dieser war beunruhigt über das Wachstum des Gewebes und wollte sich die Sache gern vor Ort ansehen, äußerte aber schon den Verdacht, dass es sich wieder um Tumorgewebe handeln könnte und er gern das Chemotherapeutikum unterspitzen wollte.

Entsprechend besorgt war ich natürlich heute um den Zausel, als der Tierarzt dann nachmittags kam. Nach eingehender Untersuchung der Wunde kam er aber Gott sei Dank zu dem Schluss, dass es sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um wildes Fleisch, also gutartig wucherndes Gewebe, handelt. Hervorgerufen wird dies durch die ständige Reibung auf der Wunde durch das aneinander Reiben der beiden Oberschenkel.

Er hat zur Sicherheit eine kleine Gewebeprobe entnommen, die ins Labor geschickt wird. Wir müssen die Wunde nun mit einer ätzenden Substanz betupfen, danach kommt das gleiche Präparat, allerdings weniger hoch dosiert, noch mal als Salbe auf die Wunde. Damit die gegenüberliegende Seite nicht zu sehr in Mitleidenschaft gezogen wird, müssen wir diese immer vorher dick mit einer Zinksalbe einschmieren. Zwei mal täglich soll die Tinktur aufgetragen werden, immer jeweils bis sich das rosa fleischige Gewebe gräulich verfärbt. Da es schon zu einer flächigen Erhebung gekommen ist, muss dort evtl. noch mal mit dem Skalpell etwas abgetragen werden, dafür muss aber erst sicher gestellt werden, dass es sich tatsächlich nicht um tumoröses Wachstum handelt.

Auch wenn dieses wuchernde Fleisch an dieser Stelle schlecht zu behandeln ist und unter Umständen die gesamte Heilung der Wunde ziemlich lange hinaus zögern kann, bin ich natürlich sehr erleichtert, dass bisher allem Anschein nach nichts vom Tumor wieder kommt.

Sobald es Neuigkeiten gibt, werde ich euch hier natürlich berichten, jetzt heißt er erstmal ein bisschen aufatmen und weiter fleißig waschen, salben und tupfen, damit der Zausel bald wieder ohne Löcher im Pelz dasteht.

Nachfolgend gibt es einige Bilder von der problematischen Wunde. Wer keine Wunden sehen kann, sollte nicht weiter gucken.

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Im Vergleich zeige ich euch hier die anderen Wunden. Man erkennt deutlich, dass diese sich immer weiter zusammen ziehen.

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