Alle Artikel in: Pferde

Die Pferdewaage war da

Wie auch schon in den letzten zwei Jahren habe ich Jeany auch dieses Jahr wieder zum Wiegen bei dem Team der Pferdewaage angemeldet. Was für einige unter überflüssiger Schnick Schnack fällt, ist für mich eine ziemlich sinnvolle Sache. Das Gewicht seines Pferdes zu wissen, ist nicht nur praktisch um eine Entwicklung über die Jahre festzuhalten, sondern auch in medizinischen Dingen eine wichtige Information (z.B. bei der richtigen Dosierung der Wurmkur und Medikamenten, der Sedierung oder auch bei Mineralfutterzusätzen). Interessant ist es auch in unklaren Fällen bei Auto-Pferdeanhängerkombinationen, denn mit dem genauen Gewicht des Pferdes lässt sich natürlich auch exakt ausrechnen, ob man das zulässige Gesamtgewicht überschreitet. Natürlich ist es aber auch spannend zu sehen, wie sich so ein Pferdekörper entwickelt. Unten könnt ihr die ersten beiden Wiegepässe sehen. Bei dem ersten Wiegen war Jeany noch voll im Training, der zweite Pass stammt aus der Zeit, in der sie lange nicht richtig geritten wurde: Das sieht man nicht nur am Gewicht, sondern auch an den Vergleichsfotos, die das Team der Pferdewaage immer im Anschluss an das Wiegen knipsen. Der Ablauf ist …

Das Leben mit einem chronisch kranken Pferd

In meinem heutigen Kurzbericht möchte ich Menschen mit chronisch kranken Pferden Mut machen und etwas Einsicht in den Alltag mit meinen kranken Pferden geben. Sich für ein Leben mit chronisch kranken Pferden zu entscheiden, bedeutet nicht zwangsläufig, dass man sich persönlich einschränkt. Die Tiere sind zwar in den meisten Fällen unheilbar krank, aber es gibt etliche Möglichkeiten, mit diesen Tieren ein mindestens genauso abwechslungsreiches Miteinander zu führen wie mit einem gesunden Pferd. Man muss nur kreativ sein und den Mut haben, etwas umzudenken. Natürlich kommt es immer auf die Ausgangsdiagnose an. Voraussetzung ist natürlich ein Funken gesunder Menschenverstand und Rücksprache mit dem Tierarzt, was genau möglich ist, ohne dem Tier Schmerzen oder andere Probleme zu bereiten. Meistens merke ich schon bei der Begrüßung in der Box oder auf der Weide, wie es meinen Patienten so geht, spätestens weiß ich aber am Putzplatz wie das Befinden wirklich ist. Nicht selten plane ich Dressur zu reiten und merke aber ganz deutlich beim Putzen oder Satteln, dass es meiner Ponydame nicht so gut geht und entscheide mich dann …

Die Außensaison ist eröffnet

Am Samstag haben Pepper und ich die Außensaison eröffnet und ich glaube, besser kann man diese nicht starten! Aber fangen wir von vorne an, denn der Tag startete für Pepper erstmal unerfreulich: Sie durfte nicht mit ihren Stuten aufs Paddock! Dementsprechend schlecht war leider ihre Laune und dies zeigte sie mir auch deutlich durch hin und her laufen und keiner Minute, die sie still stand. Damit war es leider noch nicht getan, denn jeder, der selber einen Schimmel hat weiß, wie diese gerne aussehen: dreckig! Pepper musste also morgens auch noch gewaschen werden, kam dann aber unter das Solarium. Damit hatte sie sich dann arrangiert und sie beruhigte sich zusehends. Nach dem Einflechten und dem Einräumen der Reitsachen haben wir uns dann auf den Weg gemacht. Dort angekommen hatten wir genug Zeit, uns zurecht zu finden und den Parcours abzugehen, bevor wir dann Pepper fertig gemacht haben. Da wir auf Gras gestartet sind gehörte dazu auch das Stollen eindrehen. Das macht Pepper mittlerweile sehr routiniert. Nach dem Satteln und Trensen konnten wir dann auch entspannt zum Abreiteplatz. …

Das erste Turnier fürs unerfahrene Pferd

Angeregt durch unsere Serie „Aufgabenreiten“ erreichte uns eine Nachricht einer Leserin, die fragte, wie man das erste Turnier mit einem jungen und/oder unerfahrenen Pferd am Besten angeht. Wir wollen versuchen euch hier ein paar nützliche Tipps zusammenzustellen: „Die meisten Prüfungen gewinnt man Zuhause.“ So formulierte meine Trainerin es mal. Ihr solltet nur eine Turnierprüfung nennen, deren Niveau ihr und euer Pferd gewachsen seid. Das erste Turnier ist schon anspruchsvoll genug – wenn dann auch noch Dinge abgefragt werden, die noch nicht ganz sicher sitzen, wird es doppelt schwer. Bereitet euch auf die anstehende Turnierprüfung Zuhause bestmöglich vor, sodass ihr euch zumindest um die anstehenden Lektionen keine Sorgen machen müsst. Zeigt eurem Pferd andere Vierecke und Hallen. Fremde Umgebung ist für jedes unerfahrene Pferd aufregend. Je mehr ihr euren Pferden fremde Plätze zeigt, desto normaler wird es für sie, dass sie sich auch dort entspannt bewegen können. Bestenfalls fahrt ihr sogar mal mit Stallkameraden mit zum Turnier und reitet euer Pferd einige Runden auf dem Abreiteplatz, damit es sich schon einmal an die Atmosphäre gewöhnen kann. Verladen …

Tipps zum Aufgabenreiten – Klasse M

In unserer Serie zum Thema Aufgabenreiten kommen wir nun zur Klasse M. Der Sprung von L nach M ist nicht zu unterschätzen. Um den Schritt in die Klasse M zu erleichtern, gibt es seit dem Jahr 2012 die L** Dressuren. Diese sind bereits an eine M* angelehnt, es finden sich also bereits flache Traversalen und der Starke Schritt in der Aufgabe, jedoch wird noch auf den Fliegenden Wechsel verzichtet. Im Detail kommen in der Klasse M folgende neue Lektionen hinzu: Schulterherein: Dieses wird in allen M* Dressuren auf beiden Händen abgefragt. Hier ist es wichtig, dass ihr nicht zuviel Abstellung wählt, so dass die Vorhand in die Bahn geführt wird, bis der äußere Vorderhuf und der innere Hinterhuf in einer Spur sind. Außerdem soll das Pferd sich nicht verwerfen und das Genick soll der höchste Punkt bleiben. Traversalen: In den M* Prüfungen werden jeweils eine halbe Traversale in jede Richtung gefordert, in M** kommen dann Zick-Zack-Traversalen mit Richtungswechseln vor. Jede gelungene Traversale beginnt mit einer guten Einleitung über ein ganz leichtes Schulterherein. In der Traversale erhöhe ich etwas …

Neue Fotos vom Blondinchen

Da es bei uns nicht viel zu berichten gibt und wir uns einfach nur ungemein auf die Weidesaison freuen, gibt es diesmal nur einen kleinen Fotobeitrag vom letzten Shooting. Wir haben die ersten Zeichen vom Frühling genutzt und uns mit der neuen Eskadron-Kollektion eingekleidet (Darknavy-pink). Ich habe das große Glück, dass der Hof auf dem Jeany wohnt, von vielen schönen Feldwegen umgeben ist, die wir auch bereiten dürfen. Das ist nicht nur für Fotos schön, sondern auch in der täglichen Arbeit eine super Abwechslung!    

Tipps zum Aufgabenreiten – Klasse L

Weiter geht’s mit der Aufgabenserie: Heute befassen wir uns mit der Dressurprüfung der Klasse L*. Seit der letzten Änderung der LPO gibt es auch die Klasse L**. Diesen werden wir beim nächsten Beitrag zusammen mit der Klasse M* aufgreifen. Von nun an sind Pferd und Reiter allein im Viereck unterwegs. Das kann je nach Gemüt des Pferdes Vor- und Nachteile mit sich bringen. Ausnahme ist die L1, die auch mit bis zu vier Pferde-Reiterpaaren hintereinander geritten werden darf. Dressurprüfungen der Klasse L können sowohl auf Trense als auch auch Kandare geritten werden. Hier gibt es bezüglich der Startberechtigungen einen Unterschied: Auf Kandare darf erst ab Leistungsklasse 4 geritten werden, L-Dressuren auf Trense dürfen auch Reiter mit Leistungsklasse 5 reiten. Das Video, was wir euch in diesem Artikel zeigen, zeigt eine über weite Strecken gelungene Aufgabe. Allerdings galoppiert das Pferd beim ersten einfachen Wechsel nicht richtig an. Geritten wird im Video die L2. In Dressurprüfungen der Klasse L folgen die geforderten Lektionen schon viel schneller hintereinander als noch in der Klasse A. Außerdem werden zum ersten Mal die versammelten Tempi …

Winter ohne Decke

Es ist wohl heute in den meisten Ställen so üblich, dass die Pferde im Winter eingedeckt und oft auch geschoren werden. Das hat oft gute Gründe, ist manchmal aber auch eher Gewohnheit. Eigentlich wächst dem Pferd ein ausreichend wärmendes Winterfell und im Artikel „Wollen Pferde eine Decke tragen?“ ist eine Studie zitiert, die zu dem Ergebnis gekommen ist, dass Pferde bei freier Wahl eher keine Decke tragen möchten. Es muss doch also auch ohne gehen, oder? Die Krokusse sind schon fast wieder verblüht, es geht mit großen Schritten Richtung Ostern: Der Winter ist rum und ich ziehe Bilanz nach unserem ersten deckenfreien Winter. Doc konnte diesen Winter auf Grund seiner Wunden nicht eingedeckt werden. Ich hatte zwar in den letzten Jahren schon einige Male nicht geschoren sondern nur mit einer leicht gefütterten Decke eingedeckt, aber so ganz ohne stand er dann doch noch nicht. Im Herbst habe ich mir darüber noch recht wenig Gedanken gemacht. Die OP war unausweichlich, die Wunden ließen keine Decke zu, die Sache war ziemlich eindeutig und damit für mich vom …

Neue Serie: Dressuraufgaben

Die Turnierreiter unter uns werfen bereits den einen oder anderen Blick auf die FN-Neon Website und planen die ersten Starts, und auch viele von Euch planen bestimmt bereits fleissig: Die Saison 2015 steht direkt vor der Tür! Wir haben uns daher gedacht, dass wir eine neue Serie starten möchten. Hierfür werden wir eine Dressuraufgaben filmen und dazu schreiben, welche Fallstricke so eine Aufgabe mit sich bringt und an welchen Stellen ihr besonders punkten könnt. Vielleicht bekommt ihr auch das eine oder andere neue tolle Pferd zu sehen – ihr könnt also gespannt sein! Starten werden wir die Serie dieses Wochenende mit einem Bericht zur Klasse E und dann arbeiten wir uns Klasse für Klasse voran.

5 gute Gründe für die Haltung im Offenstall

Vielleicht habt ihr die Geschichte vom Zausel und mir schon ein bisschen nachverfolgt und wisst, dass er nicht mit der aller stabilsten Gesundheit gesegnet ist. Unter anderem leidet er unter einer chronischen Bronchitis, die mich dazu gezwungen hat, seine Haltung ziemlich umzukrempeln. Das Pferd musste irgendwie so schnell wie möglich von Heu und Stroh befreit werden und weil das auf einer üblichen Stallgasse kaum möglich ist, blieb uns nicht viel mehr anderes übrig als das Abenteuer Offenstall zu wagen. Ich will ganz ehrlich sein: Freiwillig wäre ich diesen Schritt wohl nicht gegangen und der Zausel würde immer noch wie viele andere Pferde auch in der Box stehen. Schon nach den ersten Tagen im Offenstall war ich von dieser Haltungsform aber so begeistert, dass ich heute auch ein gesundes Pferd nicht mehr anders halten wollen würde. Wer einmal die Vorteile eines (guten) Offenstalls genossen hat, möchte diese nicht mehr missen. Leider sind aber immer noch viele Pferdehalter der Ansicht, die Haltung im Offenstall ginge mit vielen Einschränkungen und Nachteilen für den Reiter einher und so richtig …