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Ein Leben ohne Pferd

Anfang März 2009 habe ich meinen Hannoveranerwallach verkauft und bin mittlerweile seit über sechs Jahren „pferdelos“. Nach einigen wirklich tollen Reitbeteiligungen habe ich mich vor etwa einem halben Jahr entscheiden, die Reiterei und alles was dazu gehört aufzugeben.
Ich führe also seit einigen Monaten ein Leben ohne Pferde und das ist leichter gesagt als getan.
Auf meinem Weg von der Arbeit nach Hause komme ich an einem kleinen Stall vorbei. Jetzt, wo die Tage länger sind, kann ich immer mal einen Blick in die offene Stallgasse erhaschen und habe schon öfter ein junges Mädchen dabei beobachten können, wie sie ihr Pony sattelt.

Eine ganz normale „Stallsituation“ und eigentlich nicht erwähnenswert. Mich machen solche Situationen allerdings immer wieder sehr nachdenklich, denn dann wird mir noch einmal bewusst, dass ich mein Hobby aufgegeben habe und der Reitsport keine so große Rolle mehr in meinem Leben spielt, wie ich es gerne hätte.

Ein Leben ohne Pferde, ohne den Geruch von frischem Heu oder einfach nur ohne regelmäßig über die weichen Nüstern seines Lieblingspferdes zu streicheln – für viele Reiter eine undenkbare Vorstellung!

Leider gibt es Umstände im Leben eines Reiters, welche einen dazu veranlassen können, sein geliebtes Hobby aufgeben zu müssen und womöglich auch sein geliebtes Pferd abgeben zu müssen.
Hierfür kann es sogar zahlreiche Gründe geben. Sei es eine zeitlich begrenzte Auszeit während des Studiums oder während eines längeren Auslandsaufenthalts oder weil der Reitsport nicht mehr in die Lebensumstände passt oder eben auch weil gesundheitliche Gründe einen zur Aufgabe des Reitsports zwingen.

Ich musste vor einigen Jahren mein Pferd aus gesundheitlichen Gründen abgeben.
Die Monate danach waren unerträglich, ich hatte nicht nur mein geliebtes Pferd abgegeben, mit dem ich so viel erleben durfte. Nein, ich hatte das Hobby, welches ich seit Kindertagen ausübte zusammen mit meinem Pferd abgegeben.
Nach einer kurzen Reitpause von einigen Monaten wollte ich es allerdings nochmal probieren, meine Gesundheit auf die Probe stellen und konnte mit ganz wunderbaren Reitbeteiligungen wieder den Weg zurück auf den Pferderücken finden.

Die gesundheitlichen Probleme kamen vor einiger Zeit leider zurück und so musste ich auf meinen Körper hören und mir eingestehen, dass es wohl doch ein Leben ohne Pferde, den Reitsport und meine tägliche Auszeit im Stall geben muss.

Diese Erkenntnis kam nicht von heut auf morgen, sondern war ein wirklich langer und auch schmerzhafter Prozess. Ich konnte mir so lange nicht eingestehen, dass meine Gesundheit vor gehen muss und so viel wichtiger sein sollte als der Traum eines eigenen Pferdes, von Turniererfolgen oder dem Gefühl, wenn man in den Stall kommt und „mein Pferd“ vom Futter aufschaut und mir seine Nase entgegen streckt.

Nur was macht man, wenn man den Reitsport an den Nagel hängt und dies nicht tut, weil sich die eigenen Prioritäten im Leben verändert haben?
Ich hatte eigentlich geplant mein Reitbeteiligungspferd zu kaufen. Die Stute und ich passten so gut zusammen und ich habe jeden Cent beiseitegelegt, um diese tolle Stute in ein paar Monaten übernehmen zu können.

Da stand ich also mit geplatzten Träumen und einer Menge Zeit, in der ich noch viel mehr über meinen „Verlust“ nachdenken konnte.
Die Stallzeit war so fest in meinen Tagesablauf integriert, dass mir allein schon das Fehlen meiner täglichen Auszeit im Stall den ganzen Tag durcheinander geworfen hat und ich nicht so recht wusste, was ich mit mir anfangen sollte.
Zu Anfang hab ich diese Zeit mit all dem, was Zuhause liegen geblieben ist, gefüllt. Wenn man nach der Arbeit direkt in den Stall und dann fast direkt wieder ins Bett geht, bleibt doch so einiges im Haushalt liegen. Nachdem all das Liegengebliebene nach einigen Tagen erledigt war, hab ich meine „freie“ Zeit konsequent mit Arbeit gefüllt und eine Menge Überstunden gemacht und in der übrigen Zeit Freunde getroffen oder mit meinem Hund trainiert.

Ich fand die Vorstellung Zuhause auf dem Sofa zu sitzen, wenn ich zu dieser Zeit eigentlich auf dem Pferderücken saß, unerträglich traurig. Durch die viele Arbeit kam ich gar nicht mehr dazu wirklich viel über meine Aufgabe des Reitsports und meiner Reitbeteiligung nachzudenken.

Gerade wenn die Aufgabe des Reitsports nicht ganz freiwillig erfolgt, sollte man sich zu allererst Abwechslung suchen.
Man glaubt gar nicht wie viel Zeit man plötzlich hat, wenn man zuvor fast jeden Tag im Stall war. Diese Zeit Zuhause im stillen Kämmerlein zu hocken wird nur für die wenigsten hilfreich sein.

Erst einmal sollte man sich überlegen, was einem noch Spaß bringt oder was man schon immer mal ausprobieren möchte. Vielleicht wollte man schon immer einmal in die Tanzschule oder ins Fitnessstudio, hatte aber nie Zeit hierfür!? Oder aber man hat so lange seine „Nicht-Stall-Freunde“ immer wieder vertrösten müssen, weil neben dem Stall und einem Vollzeitjob keine Zeit zum Pflegen von Freundschaften außerhalb der Pferdewelt war!?

Dann sollte man jetzt die Chance ergreifen, bisher aufgeschobene Unternehmungen aufzuholen, anstatt in Selbstmitleid zu verfallen!
Ich treffe mich jetzt viel regelmäßiger mit meinen Freundinnen, mache mehrere Hundeschulkurse mit meinem Hund und merke wie sehr diese Dinge zuvor zu kurz gekommen sind und sie mir auch gefehlt haben.
Außerdem habe ich für mich eine andere Sportart entdeckt, die mir Spaß bringt und meinen gesundheitlichen Problemen entgegen wirkt.
Den Reitsport aufzugeben war für mich eine sehr traurige und schwierige Entscheidung und noch heute, fast ein Jahr nachdem ich meine Reitbeteiligung aufgeben musste, macht es mich sehr nachdenklich und traurig, wenn ich „meine“ Stute beim Gassi gehen vom Wald aus sehe, Stallfreunde besuche oder mit dem Hund im Wald spazieren gehe, wo ich zuvor immer schön ausgeritten bin.

Schlussendlich muss ich aber sagen, mein Leben geht weiter und es gibt noch viele tolle Hobbys und Unternehmungen, die Spaß bringen und mit denen ich gerne meine Freizeit verbringe.

Vorstellung Svenja

Auch ich möchte bei der Vorstellungsrunde nicht fehlen.

Mein Name ist Svenja, ich bin 26 Jahre alt und komme wie so viele der Horsediaries-Mädels aus dem schönen Hamburg.

Ich habe ein duales Studium im Bereich Steuerrecht gemacht und bin mittlerweile seit Oktober 2013 im Berufsleben angekommen.

Obwohl ich eine Hamburger-Deern durch und durch bin, hat es mich mittlerweile etwas außerhalb in Hamburgs grünen „Speckgürtel“ verschlagen. Dort genieße ich nach der Arbeit gerne die schöne Natur mit meinem mittlerweile fast dreijährigen Kleinspitzrüden „Ewok“.

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Ich kam mit fünf Jahren durchs Voltigieren auf den Pferderücken und wollte schnell mehr und so verschlug es mich wie so viele in eine Reitschule mit zahlreichen gütigen Schulpferden.

Nach einigen Reitbeteiligungen als Teenager bekam ich mit fünfzehn den großen Traum eines eigenen Pferdes erfüllt und so lernte ich mit meinem damals vierjährigen Hannoveranerwallach nicht nur viel, sondern machte neben allerhand Quatsch auch die ersten Turniererfahrungen.

Ich war lange im Dressur- wie auch Springsattel zuhause und wollte mich nach den ersten Erfahrungen im Geländeparcours eigentlich in die Richtung Vielseitigkeit orientieren.
Leider musste ich mich aber aus gesundheitlichen Gründen und schweren Herzens von meinem Pferd trennen und den Reitsport vorerst an den Nagel hängen.

Ich hielt es allerdings nicht lange ohne Pferde und Stallluft aus und so wollte ich es noch einmal versuchen und hatte das Glück ganz tolle Reitbeteiligungen mit super Besitzern zu finden.
Mit diesen tollen Pferden durfte ich einiges Lernen und war mir ganz sicher, dass irgendwann wieder ein eigenes Pferd bei mir einziehen dürfte.
Leider kam es dann doch anders als geplant und so kehrten im letzten Herbst meine gesundheitlichen Probleme zurück und zwangen mich trotz etlicher Träume, Wünsche und einer großen Portion Ehrgeiz mir einzugestehen, dass es auch ein Leben ohne Pferde und den Reitsport geben muss.

Mittlerweile verbringe ich meine Freizeit also nicht mehr im Stall, sondern viel eher mit meinem Hund im Wald oder auf dem Hundeplatz.
Seit mittlerweile einem Jahr mache ich mit Ewok Agility und möchte hier bei Gelegenheit auch etwas Turnierluft schnuppern, denn so ganz ohne Ehrgeiz scheint es dann doch nicht zu funktionieren.

Jeany, ein Wehwechen kommt selten allein.

Wie ihr ja im letzten Artikel gelesen habt, habe ich Jeany diesen Sommer eine Pause gegönnt. Nichtsdestotrotz besuche ich sie natürlich regelmäßig, sorge für ein sauberes Bettchen und habe ein Auge auf das äußere Wohlbefinden.

Jeany hat ja leider auch einen Hang zum Weichei. So hätte ich mir zum Beispiel denken können, dass das Abnehmen der hinteren Eisen zur Sommerpause keine gute Idee ist. Jeany bollert in ihrer Box leider Abends regelmäßig, das hat ohne Eisen nun dazu geführt, dass die hinteren Hufe total ausgebrochen sind. Ich überlege nun, ob ich es mal mit einer Keralit Behandlung probiere. Hat jemand von euch damit eventuell Erfahrungen? Falls ja, wie oft habt ihr das aufgetragen? Ich möchte eigentlich vermeiden, dass sie die Eisen hinten wieder drauf bekommt, so lange es nicht wirklich zwingend nötig ist.

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Kläglicher Versuch eines „Familienfotos“

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Als Jeany zu mir kam, hatte sie ja ziemlich doll Gurtdruck. Ich habe also schon immer versucht, alles gut abzupolstern, was hätte scheuern können und hatte bisher auch Ruhe. Nun habe ich letzte Woche leider entdeckt, dass das Weidehalfter stark scheuert, eigentlich an allen aufliegenden Stellen, am meisten jedoch auf dem Nasenrücken. Ich habe natürlich versucht zu erörtern, woher das kommt, denn sie stand ja nun 3 Jahre immer mit ähnlichen Halftern draußen und hatte das nie. Vermutlich liegt es aber einfach an dem feuchten, sehr schwülen Sommer. Schweiß, Dreck und Regen tun dann ihr übriges und es scheuert das empfindliche, weiße Näschen auf. Ich schmiere nun immer wenn ich da bin dick Bephanten drauf und sie trägt nun täglich einen riesigen Lammfellpuschel, ich hoffe es heilt schnell ab. Am schönsten wäre es natürlich, wenn die kleine Dickmadame ohne Halfter raus könnte, aber das ist auf unserem Hof leider nicht möglich.

Zum 1.09. zieht Jeany in eine neue Box, zwar stehen sie und meine andere Stute Wayana, dann nicht mehr nebeneinander, allerdings bekomme ich dann eine Randbox und Jeany hat nur noch eine Nachbarin und zwar ihre 30 jährige Busenfreundin. Ich erhoffe mir dadurch, dass das Rumgeboller aufhört, ihr gesamtes Knochengerüst etwas zur Ruhe kommt und sie im Winter den ganzen Tag mit ihrer Freundin zusammen sein kann. Ich werde natürlich vom Umzug berichten.

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Und zum Abschluss noch das Schönste vom ganzen Bericht: Jeany, Wayana und ich hatten am 26.07. Besuch von einer langen, langen Freundin, mit der ich auch einige Jahre in einigen Ställen zusammen gestanden habe. Wir haben eigentlich immer viele, tolle Sachen erlebt und sind oft stundenlang gemeinsam ausgeritten oder haben Wochenende um Wochenende gemeinsam im Stall die Zeit vertrödelt. Gute alte Zeit, deshalb habe ich mich riesig gefreut, als sie mal wieder einen Sonntag mit uns im Stall verbringen wollte und auch ein paar schöne Fotos von uns machte. Das Wetter war eigentlich als Sonne- Wolkenmix angesagt, allerdings wechselte es von Sonne zu starkem Regen, nicht so wirklich witzig. Nachdem ich erst schön ausgiebig geputzt habe, wollten wir eigentlich auf dem Feld ein paar „Familienfotos“ machen, das war aber so gut wie nicht möglich, Jeany war total wuschig, es war schließlich soooooo windig und auf dem Weg zum Feld, waren da wieder ihre gehörnten Freunde mit oder ohne Euter… Als dann der nächste Schauer kam, sind wir zurück zum Stall geflohen, nützt ja nichts… Wir hatten aber Glück und die Longierhalle war frei. So konnte die kleine Pummelfee ihre Anspannung von den Kühen und dem bösen Wind ablassen und ich konnte hinterher noch ein paar Lektionen am Boden abfragen. Da wir das auch schon länger nicht gemacht haben, war sie natürlich übereifrig und hatte viel Spaß. Anschließend habe ich dann nur noch schnell das Halfter gewechselt und es ging zurück zu ihren Mädels auf die Wiese, da war der Sturm natürlich nur noch halb so gefährlich…. Typisch Jeany! Hauptsache Fressen!

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Getrennte Wege: Über das Tabuthema Pferdeverkauf

Das Thema Pferdeverkauf ist in aller Munde. Viele Pferdebesitzer haben schon mal ein Pferd verkauft und es gibt sehr viele, die sich die skurrilsten Ausreden dafür einfallen lassen. Pferdeverkauf gehört sich nicht! Warum der Verkauf eigentlich nichts negatives ist, versuche ich in meinem heutigen Artikel zu ergründen.

Fast jeder Reiter, der ein eigenes Pferd besitzt, stand schon einmal vor der Frage „Verkauf oder nicht?“, aber die wenigsten würden es zugeben. Ich selber habe auch schon Pferde verkauft und kein einziges Mal fiel es mir leicht. Ich erinnere mich heute noch an die vielen bösen Zungen im Stall: „Die kriegt den Hals nicht voll!“ „Hat es doch gar nicht richtig probiert.“ Besonders als Jugendliche war das wirklich nicht leicht.

Unter den Reitern gibt es verschiedene Parteien: Die, die alles für ihr Pferd geben und jedes kleine bisschen hinterfragen; die, die Turniersport betreiben wollen und von ihrem Pferd in gewissen Maßen einen Nutzen haben und die, die es einfach nur genießen wollen in Gesellschaft von Gleichgesinnten zu sein und einfach so wie es das Pferd gerade anbietet zu reiten. Die Einen mit mehr, die Anderen mit weniger Plan. Jede dieser Parteien hat unterschiedlichste Gründe sein Pferd zu verkaufen: Zu wenig Leistungsmöglichkeiten, die Chemie stimmt nicht, unberechenbar im Gelände, chronisch krank… Es ließe sich unendlich fortsetzen. Jeder entscheidet für sich selbst, wieso ein bestimmtes Pferd für sich und seinen Nutzen nicht mehr tragbar ist und ich finde das auch verdammt richtig so.

Die Pferde sind eine Leidenschaft, ein Hobby, ein Sport. All diese Dinge sollen Spaß machen und ein Leben erfüllen. Ich finde nicht, dass man es jemandem vorwerfen kann, danach zu streben und wenn man dafür den Partner Pferd austauschen muss, dann ist das absolut in Ordnung. Nicht, weil man sein Tier „einfach so“ verkaufen kann, sondern weil es mit Sicherheit irgendwo einen besser passenden Deckel zum Topf gibt. Eine damalige Bekannte sagte vor dem Verkauf meines ersten Ponys zu mir, dass es sicher noch jemanden gibt, bei dem er es besser hat als bei mir und damit hat sie auch Recht gehabt. Da sind die Zweifel, die man täglich mit in den Stall bringt und dem Pferd ein schlechtes Gefühl vermitteln, sicher nur das kleinere Problem. Ein Pferd in eine Form pressen zu wollen, obwohl es gar nicht dazu in der Lage ist, ist ein viel größeres Problem. Für meinen Geschmack ist es da nur realistisch und fair, wenn man als Reiter und Besitzer hinterfragt und rechtzeitig feststellt, dass das Pferd einfach nicht zu einem passt und man ihm unrecht tut, wenn man täglich mit quälender Dressur um die Ecke kommt, obwohl das Pferd einfach deutlich zeigt, dass es keinen Spaß daran hat.

Natürlich ist es jenseits der Wendynorm, ein Pferd abzugeben. Die wenigsten haben allerdings das Glück und die Möglichkeiten „ausgesonderte“ Pferde weiterhin zu unterhalten. Dafür ist dieses Hobby einfach zu kostspielig. Ebenso ist es für Reiter, die im Sport erfolgreich sein wollen, einfach nicht realistisch ein Pferd zu behalten, welches zum Beispiel wiederkehrend krank ist, oder einfach nicht belastbar ist. Selbstverständlich setze ich mit meinen Thesen voraus, dass das Pferd vor dem Kauf ausreichend getestet und untersucht worden ist, denn viele Verhaltensmuster, Vorlieben oder Krankheiten zeigen sich einfach erst im Laufe der Zeit im heimischen Stall, dafür ist der kurze Einblick beim Proberitt einfach kein anständiger Maßstab.

Lange Rede kurzer Sinn – ich bin der Meinung, dass man vor einem scharfen Urteil von fremden Angelegenheiten immer noch einmal nachfragen sollte. Denn in den meisten Fällen ist ein Verkauf einfach sinnvoll, nicht nur für den Reiter, sondern in erster Linie für das Pferd.

Wie steht ihr zu dem Thema? Musstest ihr selbst schonmal ein Pferd verkaufen?

Ein Traum wird wahr

Ich glaube jeder kennt es, diese geheimen Träume, die man eigentlich nicht aussprechen mag, aus Angst, ausgelacht zu werden oder Höhenflüge nachgesagt zu bekommen.

Bei mir war das zumindest so. Lange stand ich in einem reinen Sportstall, in dem Turniere jeder Klasse geritten worden sind. Heimlich habe ich oft gedacht: über M reiten würde ich auch gerne mal. Und vielleicht springt ja irgendwann auch einmal eine Platzierung bei raus, das wäre so das i-Tüpfelchen.  Aber lange war das halt auch nur ein Traum, denn durch einige Stürze und Vertrauensverluste in den vergangenen Jahren hatte ich dann auch immer Angst, sobald der Sprung höher als 1,15m wurde. Dabei bin ich mit meinem Pony früher weit höhere Sprünge angeritten.

Dank vertrauensaufbauender Maßnahmen meiner Reitlehrerin wurde diese Angst aber immer weniger, und zugegebenermaßen ist Pepper ja auch ein Pferd, die es mir auch leicht macht, da sie keine Angst vor höheren Sprüngen hat und meine Fehler oft genug verzeiht.  Alleine macht sie die ganzen Sachen dann aber dennoch nicht.

Durch einige private Veränderungen habe ich dann im Frühjahr den Trainer gewechselt und seitdem einen „Vertrauens-Schub“ bekommen und auch wenn der Respekt noch immer mitspringt, machen mir hohe Sprünge nun richtig, richtig Spaß. Und je mehr ich mir und meinem Pferd vertraue, desto mehr zeigt Pepper mir, dass wir es gemeinsam schaffen.

Die Saison war bisher ein einziger Traum. In meinen ersten vier M-Springen gab es direkt vier Platzierungen (6., 4., 2., 4.) und auch in den L Springen sind wir konstant null und platziert. Zum Anfang der Saison hatte ich das Ziel, bzw. den Traum, einmal ein L zu gewinnen und in ein M rein zu reiten. So zum Ende der Saison hin. Der erste L Sieg kam dann schon Mitte April. Die erste M-Platzierung Ende April. Die nächsten L- Siege folgten im Mai. Gut, besser hätte die Saison dann nicht laufen können und meinen neuen Traum behielt ich dann doch eher für mich: Einen Sieg im M Springen. Aber ich wollte nicht abgehoben klingen, nach ein paar M Platzierungen, also sprach ich diesen Wunsch nicht aus.

Auf den Kreismeisterschaften lief dann zunächst auch alles vom Feinsten. 1. Wertungsprüfung L Springen einen schönen 5. Platz, und in der Mannschaftsdressur eine 7,0 (wenn auch leider ohne Platzierung).

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Sonntag lief es dann aber nicht mehr so gut. Ich nehme mir viele Sachen sehr zu Herzen und habe dementsprechend schlecht in der 2. Wertungsprüfung geritten. Kein Rhythmus, keine Harmonie, und am letzten Sprung kam dann dafür die Quittung: Ich habe mich falsch entschieden, Pepper hatte kein Vertrauen in meine Entscheidung und unsere Wege trennten sich. Mein Selbstvertrauen war arg geknickt.

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Es ist immer leicht gesagt, sich nicht alles zu Herzen zu nehmen, aber wenn man dann in der Situation ist, ist dies dann nicht so einfach. Meine Freunde und Familie haben mich dann aufgebaut und mich überredet, dieses Wochenende wieder Turnier zu reiten. Zu Hause habe ich dann etwas gesprungen, zunächst sehr unharmonisch mit schlechtem Distanzgefühl, zum Ende hin wurde es etwas besser.

Samstag hatten wir dann L-Stil und Mannschafts-A genannt. Im L war Pepper sehr stark, reagierte kaum auf meine Hilfen und mein Gefühl war auch lange nicht gut. Daraus resultierte dann auch ein Fehler und wir waren 2. Reserve. Im Mannschaftsspringen war es etwas besser, und unsere Mannschaft konnte sich auf den 3. Platz rangieren.

Sonntag war dann Punkte L und M genannt. Ich wechselte vorher das Gebiss (eine Art Apple Mouth Oliv-Kopf-Gebiss) und ich ritt beim abreiten schon etwas energischer. Im L war ich an sich schon sehr zufrieden, leider hatten wir einen Fehler am vorletzten Sprung. Ich nehme gerne Fehler auf meine Kappe, aber diesmal war ich wirklich etwas enttäuscht von Pepper und die Selbstzweifel kehrten zurück. War ich wirklich nicht gut genug?

Mein Freund und meine Freundin bauten mich etwas auf und überredeten mich, das M auch noch zu reiten, für meinen Kopf und um zu zeigen, dass wir es können. Ich lieh mir andere Sporen, zeigte etwas mehr Biss und Grundgalopp und versuchte einfach nur, Grundgalopp und Rhythmus zu halten. Das M war nicht bis ans Ende hochgezogen, aber die Linienführung war nicht ganz einfach und es gab kaum Zeit zu verschnaufen, da alles sehr schnell aufeinanderfolgte.

Über Sprung 1 sprang Pepper schon nach rechts weg, warum auch immer. Ich buffte sie dann einmal an und versuchte dann einfach nur meine Harmonie zurückzufinden und mein Ding zu machen. Von Sprung zu Sprung machte es dann mehr Spaß, in einer Kombination rettete sie mich dann, da ich viel zu groß reingeritten bin und sie sich dann richtig zusammenziehen musste, um null rauszuspringen. Und als dann auch der letzte Sprung fehlerfrei überwunden worden ist, fiel ich Pepper erstmal um den Hals. Sie ist halt doch einfach die Beste, und so schlecht konnte ich das ja alles dann doch nicht machen!

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Den Parcours überwanden nur 4 Reiter fehlerfrei und somit war mir der 4. Platz sicher! Der erste Reiter im Stechen war schnell, aber hatte einen Fehler. So einfach war der Stechparcours nicht. Ich wollte zügig reiten, aber nichts riskieren, dafür fehlte uns dann ja doch die Erfahrung. Da Pepper aber so aufmerksam war, konnte ich überall vorne rumreiten. Es machte einfach so so Spaß! An einem Steilsprung riskierte ich etwas zu viel, dort fiel leider die Stange, dennoch war ich schneller als die erste Reiterin. Wow.

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Danach wurde es noch spannend. Die dritte Reiterin hatte einen Steher und einen Fehler, der 2. Platz war mir sicher! Die letzte Stechreiterin ist eigentlich bekannt dafür, null zu reiten. So war auch ihr Plan, eine sichere Nullrunde zu reiten. Tat sie auch. Sammelte dabei aber so viele Zeitfehler… das es für Pepper und mich den Sieg bedeutete!! Meine Freundin und ich schauten uns mit Tränen in den Augen an und ich war und bin so so so glücklich! Unsere bzw. meine erste M Saison und dann direkt so erfolgreich und dann auch noch einen Sieg? Unfassbar!

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Diese Saison kann einfach nichts mehr toppen. Mein Traum, mein Ziel und mein geheimer Traum wurden erfüllt. Dafür kann ich nur danke sagen!

Wie geht es Pepper?

Manchmal möchte man so viel mit anderen teilen, hat Ideen und Vorstellungen und doch funktioniert es nicht immer so, wie man es sich vorstellt. Nun habe ich aber endlich einige wichtige Dinge erledigt und habe Zeit für ein Pepper-Update!

Im Training läuft alles wie immer. Ich versuche viel Abwechslung reinzubringen und gehe daher ohne einen konkreten Trainingsplan zum Pferd. Wenn das Wetter schön ist, dann gehen wir ausreiten, bei schlechterem Wetter oder aber, wenn mein Kopf mit anderen Dingen voll ist, wird longiert, und natürlich kommt auch das Dressurtraining nicht zu kurz. Im Normalfall fahren wir einmal die Woche zum Springunterricht. In letzter Zeit hat es studienbedingt nicht immer dafür gereicht, aber in der Turniersaison ist auch die Pepper nicht traurig, wenn wir zusätzlich zum Turnier nicht noch mal springen fahren 🙂

Auf Turnieren läuft es bisher sehr gut, wir haben uns aus den A-Springen verabschiedet, fassen Fuß in L-Springen und können auch bisher in M-Springen gut mithalten. Nächstes Jahr sind wir somit bereits schon in LK3 unterwegs, was für mich ein unglaubliches Gefühl ist. War doch mein Ziel, irgendwann mal ein M zu reiten und von einer Platzierung habe ich immer nur geträumt. Das wir das so schnell schon schaffen ist einfach unfassbar und ich bin meinem Pferd dafür einfach nur unglaublich dankbar. Pepper ist für mich nicht nur ein Sportpartner, sondern ein Familienmitglied und immer für mich da. Als Seelentröster, Zuhörer, Aufmunterer oder „zur Besinnung“-Bringer. Sie ist meine Freundin.

Da ich einiges aufarbeiten muss, gibt es für euch hier heute viele viele Bilder. Ich hoffe sie gefallen euch!

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Saisonauftakt 2015 – aller Anfang ist schwer!

Seit gut sechs Wochen ist Püppi nun wieder im Training und läuft von Woche zu Woche wieder besser. Also habe ich im Juli und August viele Turniere genannt, damit sie wieder Prüfungsroutine sammeln kann. Im letzten Jahr war sie zu Saisonbeginn sehr guckig, daher war mir klar, dass wir etwas brauchen werden, damit sie wieder souverän durch die Prüfungen läuft. Der letzte Turnierstart war immerhin ein Dreivierteljahr her.

Vor zwei Wochen war dann der erste Start angesetzt, wobei ich bis zur letzten Minute nicht sicher war, ob wir losfahren sollen, weil es am Samstag, dem Tag vorher, selbst hier im hohen Norden so extrem heiß war. Zum Glück sah es am Sonntag jedoch besser aus und als wir auf dem Turnierplatz ankamen, fing es sogar an zu regnen – endlich Abkühlung. Ich hatte eine einfache M* Prüfung auf 60iger Viereck genannt. Allerdings werde ich in diesem Jahr leider immer in die Abteilungen mit mehr Ranglistenpunkten und damit besserer Konkurrenz eingeordnet, weil wir im letzten Jahr doch einige Ranglistenpunkte gesammelt haben.

Das Abreiten lief soweit gut, dann ging es auch schon ins Viereck. Die positive Erkenntnis: Püppi lief sofort anstandslos durch alle Ecken (das war im letzten Jahr noch anders, wenn sie eine Ecke gruselig fand, hielt sie gern erstmal an und wollte gar nicht dorthin oder lief rückwärts). Allerdings war sie schon sehr aufgeregt, hielt sie sich sehr im Rücken fest und ich hatte mit einem Schlag auch sehr viel in der Hand. Außerdem musste ich uns teilweise etwas in Aussenstellung „durch die Ecke schummeln“, weil Püppi die dann doch gruselig fand. Die Prüfung verlief dann auch nicht fehlerlos, das Kurzkehrt war deutlich zu groß, die Traversale nach links viel zu wenig gekreuzt, der Wechsel nach rechts leider nicht durch (was mich soooo ärgerte, im Training springt sie die mittlerweile zu 100% sauber) und beim Antraben auf der Mittellinie galoppierte sie mir zweimal an. Wir bekamen dann eine 6,1 und wurden damit 6. – leider nur ein undankbarer Reserveplatz. Die Plätze vor uns hatten 6,2 / 6,3 und 6,4, es war also alles sehr dicht beieinnder. Ich habe mich natürlich über die unnötigen Fehler geärgert, aber  war trotzdem zufrieden mit Püppis Leistung, vor allem, dass sie direkt brav überall hingegangen ist, hat mich sehr gefreut.

Aus der Prüfung habe ich diese Bilder für euch mitgebracht:

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Letztes Wochenende hatten wir erneut eine M* genannt, diesmal bei normalerem Wetter. Leider war irgendwie der Wurm drin. Beim Abreiten zog Püppi schon nicht so gut wie sonst, mein Gefühl wurde immer schlechter und ich habe schon überlegt, ob ich überhaupt in die Prüfung reinreiten soll. Aber es hilft ja nichts, also Augen zu und durch.. Die Prüfung fing dann noch gut an, Einreiten und erste Trabverstärkung liefen super. Dann mussten wir an den Zusschauern vorbei, was Püppi nicht behagte, und daraus ins Schulterherein. Tja und was soll ich sagen, ab dem Momemt habe ich sie überhaupt nicht mehr vor den Schenkel bekommen, sie passagierte nur noch… Gefragt war aber leider versammelter Trab 🙁  Das hielt leider die ganze Trabtour an, starker Trab war wieder top, aber nur mit Verstärkungen gewinnt man auch keinen Blumentopf. Auch im Schritt zog sie nicht wie sonst an die Hand heran und trat entsprechend auch nicht genug über. Die Galopptour war etwas besser aber der Wechsel nach rechts war wieder kaputt 🙁 Naja also insgesamt hatte ich wirklich ein sehr schlechtes Gefühl. Ich habe verzichtet und die Richterinnen riefen mich dann noch nach vorne und fragten, wie alt Püppi sei. Sie waren beide extrem begeistert von ihr und meinten, was für ein Wahnsinnspferd sie sei. Sie sagten, dass ja leider heute keine Passage gefragt war und ich sie mehr vor mir halten müsse, aber auf jeden Fall dran bleiben solle und sie ein Riesenpotential habe. Das hat mich natürlich riesig gefreut, aber ich war trotzdem ziemlich geknickt. Normalerweise zieht Püppi in der Prüfung nämlich gut und ich fand, dass sie letztes Jahr richtig verstanden hatte, dass es im Viereck drauf ankommt und es selbst alles richtig machen will.

Aber wir bleiben dran, ich reite jetzt erstmal wieder ein paar Tage auf Trense und schaue, dass sie wieder besser an die Hand heran zieht. Und das Passage-Training wird erstmal wieder gestrichen! Ist ja schön, dass sie es so anbietet, aber wenn sie sich darüber entzieht, ist das natürlich nicht der Sinn der Sache!

Am Wochenende steht dann eine M* und auch die erste M** an. Ich hoffe, dass wir langsam wieder zur alten Form finden und dann auch eine Schleife mitnehmen können!

Jeany macht Urlaub

Nun war es schon eine ganze Weile ruhig um uns, daher wird es höchste Zeit einen kleinen Bericht zur aktuellen Lage zu schreiben. Ich habe mich recht kurzfristig dazu entschieden, Jeany und mir eine Sommerpause zu gönnen. Der Winter war lang und durch ständige Rückschläge anstrengend für uns beide, meine Motivation sank immer weiter, irgendwas musste ich ändern…  Deshalb darf Jeany nun mit ihren Mädels den Sommer auf der Weide genießen und dreht dann und wann eine kleine Schrittrunde mit mir durchs Gelände. Mal abgesehen von ihrer riiiesigen Graskugel, geht es ihr damit sehr gut und mir auch!

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Ich habe nämlich seit Mitte Mai tierischen Nachwuchs: Diese kleine Lady hält mich ziemlich auf Trab und fordert meine gesamte Energie und Aufmerksamkeit. Insofern passte uns die Reitpause momentan sehr gut. Ein paar Möhrchen- und Putzbesuche sind natürlich die beste Gelegenheit einen Welpen an Pferde zu gewöhnen.

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Von meiner letzten Geländerunde möchte ich euch allerdings trotzdem berichten:

Nachdem ich einige Wochen nicht geritten war, überkam mich spontan die Reitlust. Also habe ich die kleine Leyla kurzerhand bei meiner Oma geparkt und bin mit Cassy, meinem anderen Hund, in den Stall gedüst. In Jeans und Stallbotten das verwunderte Pony gesattelt, aufgestiegen und mit Jeanys bester Freundin im Gepäck zu einer kleinen Waldrunde im Schritt aufgebrochen. Es war herrlich. Wenn man lange Pausen hat, genießt man doch jedes bisschen Ruhe auf dem Pferderücken, vor allem, wenn es mit dem vierbeinigen Freund so problemlos und entspannt geht wie mit Jeany.

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Auf dem Weg in den Wald müssen wir immer an einem Ansaatfeld vorbei, wo während unseres Ausritts gerade Feldarbeiter den Salat ernteten und auf der anderen Seite einige Leute Paletten stapelten, Planen zusammenfalteten und große Trecker mit Planen umherfuhren. Mir wurde kurz etwas mulmig, vielleicht hätte ich doch die Reithose mit Ganzlederbesatz anziehen sollen um etwas Halt zu haben? In so einer Jeans kann es doch recht rutschig werden… Aber nein, Jeany blieb cool, sah sich alles genau an und hoffte vermutlich insgeheim, dass so ein Salatkopf direkt in ihren immerhungrigen Ponybauch fliegen würde. Im Wald hätte Jeany gerne Gas gegeben, aber untrainiert gibt es eben nur Schritt, das ist gesünder für alle Beteiligten! Die Bremsen sind schon sehr angriffslustig und ich war froh, als wir nach einer kleinen Schleife zurück auf dem Feldweg waren.

Ich bin wirklich unheimlich stolz auf mein Ponykind. Genau so sollte mein Traumpony immer sein, abgeklärt, cool und mindestens genauso spontan wie ich! Wenigstens das hat geklappt!

Also dann, bis zum nächsten mal!

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Pflegetipp: Blonder Schweif

Viele Pferdemädchen sowie auch gestandene Reiterinnen bekommen große Herzchenaugen, wenn sie ein hübsches Pony mit einem vollen, blonden, leicht gelockten Schweif sehen – wie damals Barbies „Leckermaul“. Ich gebe zu, auch ich habe immer geschwärmt, bevor mein kleines Blondinchen bei mir einzog. Dass der blonde Schweif aber in Wirklichkeit viel Arbeit, Pflege und vom Wasser aufgeweichte Hände bedeutet, bedenken wahrscheinlich die wenigsten.

So toll ein blonder bzw. weißer Schweif auch aussieht, im Alltag ist er eine echte Herausforderung.  Als ich Jeany bekam, fand sie Wasser ziemlich blöd und ich konnte den Schweif quasi den ganzen Winter über so gut wie gar nicht waschen.

Nach fleißigem Üben und dem Eintreffen des Frühlings versuchte ich also den inzwischen schwarzen und verdreckten Schweif wieder weiß zu bekommen. Normalerweise wasche ich nur mit klarem Wasser und das Langhaar mit Babyshampoo. Ich wusch und wusch und wusch, aber nichts passierte. Der Schweif wurde einfach nicht wieder sauber. Klar war das tiefe Schwarz verschwunden und der Schweif war auch wieder heller, aber so richtig strahlend weiß habe ich ihn nicht mehr bekommen.

Ich habe dann im Internet recherchiert und bin auf das Gallop Shampoo von der Marke Carr & Day & Martin gestoßen.

Ich war zunächst skeptisch und hatte etwas Angst, dass meinem Pony die Schweifhaare ausgehen oder sie sich sonst irgendwie verfärben. Nachdem ich mich ob meiner Verzweiflung endlich getraut habe, das Shampoo zu testen, war das Resultat zum Glück echt super. Ich habe den Schweif zunächst mit klarem Wasser ausgespült und in einem Wassereimer eingeweicht und danach 2-3 Mal mit Shampoo einshamponiert und ausgewaschen. Hinterher sah der Ponyschweif tatsächlich aus wie neu! Mittlerweile gibt es auch noch einige andere Shampoos, die den selben Effekt versprechen, ich habe sie allerdings bisher nicht ausprobiert, da ich mit dem Gallop Colour wirklich sehr zufrieden bin. Es gibt aus der Serie auch noch das „Gallop Colour – grey“ ist mindestens genauso super geeignet und ich benutze es auch regelmäßig, je nachdem welches ich gerade da habe!

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Nach dem ersten Einweichen.

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Wenn der Schweif schön angetrocknet ist, kommt noch eine großzügige Ladung Schweifspray drauf, dafür benutze ich am liebsten das Mähnen- und Schweifspray  MANE & Tail von CANTER, da es den Schmutz gut abhält.

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Anschließend ist es wichtig, die Haare gründlich zu verlesen. Danach flechte ich den Schweif immer noch locker ein, so habe ich wenigstens für die nächsten paar Tage einen schönen, blonden Schweif! Bis der nächste Regen und mit ihm auch das nächste Matschloch kommt…

Unsere Autorin Vanny ist mit ihrer Schimmelstute ähnlich gestraft wie ich, was die Schweifpflege angeht hat noch einen Extra-Tipp. Sie benutzt für Pepper den Tail Bag.

Der Tail Bag hält den Schmutz vom Schweif noch etwas besser ab als ein Schweifspray. Nach dem Waschen flechtet man den Schweif locker ein, legt ihn in den Tail Bag und knotet diesen unterhalb der Schweifrübe zusammen. Die Erfahrung bei Pepper zeigt, dass der Schweif zwar früher oder später doch wieder dreckig wird, allerdings reicht es damit, einmal monatlich zu waschen und nicht, wie ohne Tail Bag, wöchentlich! Falls ihr Vannys Tipp auch mal testen wollt, gibt es den Tail Bag hier günstig zu kaufen.

 

Zurück im Training

Es ist eine ganze Weile her, dass ich zuletzt von Püppi berichtet habe. Sie hatte insgesamt ca. 2 Monate Trainingspause und wurde in der Zeit ganz langsam Stück für Stück wieder aufgebaut. Zum Glück hat sie die Zeit gut überstanden, war auch sehr artig und seit Mitte Mai konnten wir dann das Training sukzessive hochfahren. Ende Mai durfte sie zum Beginn der Weidesaison in unserem Stall auch wieder auf die Wiese und mittlerweile sind wir wieder auf einem normalen Trainingsstand. Natürlich muss sie den Trainingsrückstand noch ein wenig aufholen, sie ist muskulär noch nicht ganz wieder auf dem alten Stand. Die Lektionen hat sie zum Glück überhaupt nicht verlernt, Seitengänge und Wechsel sitzen mittlerweile wirklich sicher, sie springt mittlerweile auch schon schöne Serien und auch 4-6 Einerwechsel.

Außerdem hatte ich berichtet, dass wir auf Sattelsuche waren. Wir haben zuerst einen Prestige D1 testen dürfen, den ich auch super fand, aber leider passte er nicht optimal und stellte sich auch als zu klein für meinen Vater heraus. Dann habe ich durch Zufall einen Cobra testen können, und der hat sich als rundum optimal herausgestellt. Er passt Püppi super, meinem Vater passt er auch, und für mich ist er auch in Ordnung, also ein guter Kompromiss.

Jetzt habe ich im Juli und August einige Turniere genannt, damit wir noch etwas von der Saison haben und hoffe, dass wir gut hinein finden.

Von dem letzten Shooting mit dem Ceecoach habe ich euch noch einige Fotos mitgebracht:

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