Neueste Artikel

Leben und leben lassen… Oder auch, darf es noch etwas Glitzer sein?

Wie man vielleicht schon in einigen unserer Artikel erkennen kann, legen wir bei Horsediaries viel Wert auf Toleranz. Jeder Reiter darf sein und vor allem auch aussehen, wie er mag. Wir sind selbst in unserem Team schließlich völlig unterschiedlich – von der bandagierten Dressurpüppi bis zum entspannten Offenstallreiter. Leider erlebt man in großen oder auch kleinen Ställen häufig genau das Gegenteil dieser Toleranz. Da wird gelästert, gelacht und mit dem Finger gezeigt. Wie ich persönlich zu dem Thema stehe, wollte ich heute in einem kleinen Artikel mal niederschreiben.

Eigentlich haben wir alle mal klein angefangen. Auf einem Shetlandpony, in der Reitschule auf dem Dorf, bei Bekannten auf dem Acker… Die wenigsten werden in Reiterfamilien geboren. Und bei den wenigsten waren die Eltern von Anfang an begeistert vom großen Traum, dem Reitsport. Schließlich ist er teuer, ist nicht gerade ungefährlich und vor allem beansprucht er viiiel Zeit. Lange Rede kurzer sind: Sind wir dahingehend nicht also alle den gleichen Weg gegangen oder zumindest einen sehr ähnlichen?

Ich frage mich wirklich, wie es dann immer und immer wieder zu diesen Gruppenbildungen und Abgrenzungen im Stall kommen kann. Es fängt schon beim Thema Outfit an. Die eine Sorte belächelt die Menschen, die sich nicht so sehr um Outfit und Schick kümmern und denen man eindeutig ansehen kann, dass sie sich gerade im Reitstall und nicht in einer Boutique befinden,  während wiederum diese Sorte Reiter sich regelmäßig an den Kopf fässt, wenn ein perfekt ausgestattetes Pferd, mit einem perfekt durchgestylten Reiter in die Halle stolziert. Ich versteh’s leider nicht. Ist das Neid? Missgunst? Ekel? Kann man nicht einfach jeden so leben lassen wie er es für richtig und angemessen hält? Solange es dem Tier nicht schadet, ist in meinen Augen doch alles in Ordnung. Ich habe auch noch von keinem Vorfall wie „Reiterin stürzt, weil Pferd von zu viel blinkendem Strass geblendet wurde“ gehört. Ihr etwa? Also, warum stören sich so viele an Äußerlichkeiten? Ich habe das damals in der Schule schon nicht verstanden, wenn die Schüler ohne Buffalo-Plateau Schuhe ausgelacht wurden.

Mein Grad an Schickeria ist ehrlich gesagt tagesformabhängig. Mein Keller hängt zwar voller Eskiiiartikel, aber seit geraumer Zeit habe ich weder Lust zu Bandagieren, noch jeden Tag eine andere Schabracke mit in den Stall zu schleppen – kurzum sehen Fräulein Pony und ich momentan aus wie der letzte Lumpen im Stall. Vermutlich fragt sich da auch der Ein oder Andere wie sich diese komische Vogelscheuche wohl überhaupt ein Pferd leisten kann, wenn es nicht mal für anständige Schuhe reicht :D. Mir ist das zum Glück herzlich egal.

Ich gebe euch daher auch den Tipp: Steht einfach über den Dingen! Wenn ihr Lust habt, euer Pferd schick einzukleiden und euer Kleiderschrank es her gibt, dass ihr euch passend dazu anzieht, macht es einfach! Ebenso wenig solltet ihr euch für Lack, Strass und Glitzer schämen. Wenn die Leute sich darüber auslassen und ihr bekommt es mit, immer nett winken und euren Strass nochmal so richtig funkeln lassen.

Ihr seid das komplette Gegenteil und macht euch nichts aus Äußerlichkeiten? Dann ist das mindestens genau so gut! Werdet ihr belächelt oder öfter mal angesprochen, ob eure Schabracke auch schon mal bessere Tage erlebt hat? Auch da hilft immer recht freundlich bleiben und einfach „drauf scheißen“!

Solange ihr euch selbst treu bleibt, seid ihr nämlich so genau richtig!

Wenn Dressuresel mal ins Gelände gehen…

Herrlicher Sonnenschein im November, angenehme Temperaturen, trockene Wege und wunderbar verfärbtes Herbstlaub – wer bei solchen Bedingungen in der Halle oder auf dem Platz reitet, ist selbst Schuld. Das Wetter muss man ausnutzen, solange es noch geht. Also die Pferde gesattelt, aufgesessen und auf zu einem entspannten Ausritt!
Aber halt, wie war das? Entspannt? Die Rechnung habe ich ohne den Dressuresel gemacht.

Den Klischee-Dressuresel haben wir wohl alle vor Augen: Vier mal weiß Bandagiert, dazu Glocken in doppelter Ausführung, mit Lack und Glitzersteinchen, klar. Guckt schon schräg, wenn eine neue Jacke an der Bande liegt. Das Aussenviereck sieht er selten (weil er da immer so glotzt) und ins Gelände geht es höchstens mal zu einer kleinen Schrittrunde, die das arme Tier derart aus der Fassung bringt, dass es Augen rollend auf der Stelle tänzelt.

So einen Dressuresel habe ich ja zum Glück nicht, ich meine klar, es handelt sich laut Papier eindeutig um ein Dressurpferd, aber ansonsten ist der Zausel dem Klischee-Dressuresel so fern wie ein Shettlandpony. Er hat den gleichen Plüsch, bewohnt ebenfalls einen Offenstall, hat eine ähnliche Figur und genießt jede Menge freie Bewegung und allerlei Umweltreize. Außerdem beschränkt sich sein Bewegungsradius nicht nur aus Halle-Stallgasse-Halle sondern er darf sehr regelmäßig kleine und große Runden ins Gelände gehen. Man sollte annehmen, er hat sich auch gemütsmäßig an seine kurzbeinigen Kollegen angenähert und zeichnet sich ebenfalls durch einen ausgeglichenen Charakter und gute Nerven aus.

Wegen einer Impfung hatten er und seine schwarze Begleitung  das Wochenende pausiert und auf der Weide verbracht. Dieser Umstand ließ uns kurz stutzen, ob es wohl so eine gute Idee wäre, auszureiten, aber mal ehrlich, die Pferde standen das ganze Wochenende auf der Weide, kein Grund unentspannt zu sein, oder?

Kaum waren wir am Viereck vorbei geritten und auf den Weg Richtung Gelände abgebogen, fing des Zausels schwarze Begleitung an, nervös auf dem Gebiss zu nagen und auf der Stelle zu trippeln. Der Zausel ging zwar noch artig Schritt, legte aber ein derart übermotiviertes Tempo vor, dass ich wusste: Er singt im Kopf gerade: „Es geht los, es geht los, es geht loohhhoos!“

Nun ist ja ein Pferd, welches motiviert und fleißig ins Gelände marschiert, nicht das schlechteste, ich war also noch ganz frohen Mutes, dass das ein toller Ausritt werden würde und gebe zu: Ich habe auch ein bisschen mitgesummt „Es geht loohhhoos…“

Keine 500 m vom Hof entfernt habe ich mich dann allerdings das erste Mal gefragt, ob der Zausel eigentlich noch alle Latten am Zaun hat:  Auf einer Weide lag ein Pferd und schlief. Das sollte nun eigentlich für ein anderes Pferd kein Grund sein, in Panik zu verfallen. Erst recht nicht für einen Offenstallbewohner, der sehr regelmäßig, quasi täglich, von schlafenden Artgenossen umgeben ist. Dem Zausel sind allerdings beim Anblick des liegenden Pferdes fast die Augen aus dem Kopf gefallen und auch nach kurzer, intensiver Betrachtung des „ungewöhnlichen“ Anblickes hat er die Situation für so gefährlich eingestuft, dass er sich gezwungen sah, die sofortige Flucht in die entgegengesetzte Richtung einzuleiten. Es brauchte einige Überredungskunst, um den prustenden und glotzenden Zausel schließlich doch am friedlich schlummernden Artgenossen vorbei zu lotsen. Auf dem Weg durchs Dorf zuckte er dann noch mindestens 10 mal wegen höchst gefährlicher Dinge wie knackenden Ästen, raschelndem Laub, Steinen oder Baumstämmen am Straßenrand, weißen Big Packs und allerlei anderem zusammen und schlingerte mit großen Augen und vielen „Ohhhh“s und „Ahhhh“s im Slalom die Straße entlang.

Weil bei so viel Aufregung ja meistens Bewegung die beste Therapie ist, wechselten wir, sobald wir im Wald angekommen waren, in die nächst höhere Gangart, um ein bisschen Spannung abzubauen. Zausels schwarze Begleitung steppte so flott vorweg, dass der Zausel nach wenigen Metern einen Getriebeschaden erlitt: Der zweite Gang ging einfach nicht mehr rein. Als wäre er als Zweigänger auf diese Welt gekommen konnte er nur noch Schritt oder Galopp. Wobei so richtig funktionieren tat der Schritt eigentlich auch nicht mehr. Als wir einige andere Reiter auf ihren sehr gemächlich dahin schreitenden Haflingern, Friesen und Tinkern überholten, nagten beide Pferde wieder nervös auf ihren Gebissen und trippelten prustend an der gemütlichen Kolonne vorbei, um sogleich mit hochmotiviertem Anzuckeln zu signalisieren: Bahn frei, ab geht die Post!

Als Reiter fühlt man sich bei solchen Ausritten allerhöchstens als lästiger Bremsklotz und spießiger Spielverderber („Äh nein, wir können andere Pferde nicht im Galopp überholen! Und nur weil die Bodenverhältnisse es erlauben WÜRDEN hier zu galoppieren, heißt dass nicht, dass das die einzige Möglichkeit ist!“) Mit harmonischem Seele baumeln lassen, die Natur zusammen mit seinem Partner Pferd zu erleben, mal vom Alltag zu ENTSCHLEUNIGEN hatte das auf jeden Fall wenig zu tun, wenn gleich die werten Tiere durchaus ihr Vergnügen an unserem Ausflug hatten.

Wir sind letztlich heile wieder zuhause angekommen und konnten den Ausritt ohne große nennenswerte Aussetzer beenden.

Es blieb aber die Erkenntnis, dass bei aller Bemühungen, die Pferde zu entspannten Freizeitpferden zu machen, der bekloppte Dressuresel doch einfach drin steckt, Offenstall hin oder her. Ein Dressuresel bleibt eben doch ein Dressuresel, auch wenn er im Shettlandponyoutfit daher kommt.

Zeit sparen im Stall

Seitdem ich vor einigen Wochen mein erstes Staatsexamen abgeschlossen habe, hat sich mir eine völlig neue Welt eröffnet. Ich. habe. ZEIT. Ganz viel davon! Bis 10 Uhr schlafen, gemütlich frühstücken und danach ganz in Ruhe in den Stall. Das einzige, was mich hetzt, sind mein Magen (alle 3 Stunden braucht er neues Futter) und die Kuscheldecke zuhause auf dem Sofa… Ein Träumchen!

Die letzten Jahre hatte ich dieses Privileg jedoch nur äußerst selten, da ich immer für irgendetwas lernen musste, neben dem Studium gearbeitet habe und auch noch ehrenamtlich aktiv war. Die Studenten unter euch kennen sicher das Problem: Man hat eigentlich nie so richtig frei, denn selbst am Wochenende oder in den Ferien gibt es noch irgendetwas, was man eigentlich machen müsste und was einem ein schlechtes Gewissen beschert. Ich habe deshalb in stressigen Phasen versucht, meinen Tag möglichst gut durchzuorganisieren und die Zeit im Stall effektiv zu nutzen. Daher kommen hier meine Tipps, wie das Reiten auch mit kleinem Zeitfenster möglich wird, auch wenn man nicht wie unsere Autorin Theresa auf dem Foto „nur mal eben über die Weide galoppieren“ will, sondern trotz knapper Zeit ein bisschen mit seinem Pferd arbeiten möchte.

Plant eure Anfahrt

Wenn ihr wie ich in einer Großstadt lebt, kennt ihr das Problem… Abends ab 16:30 ist stadtauswärts kein Durchkommen mehr. Ich versuche deshalb, sofern möglich, immer antizyklisch zu fahren. Morgens bis früher Nachmittag oder spät abends sind die Fahrten viel entspannter und ich brauche tatsächlich nur die Hälfte der Zeit. Wenn ihr also Gleitzeit habt oder euch den Tag flexibel einteilen könnt, versucht die Stoßzeiten zu umgehen. Ich kenne einige Leute, die z. B. einmal die Woche eine verlängerte Mittagspause zum Reiten nutzen oder einen bestimmten Tag später mit der Arbeit anfangen, um morgens reiten zu können. Außerdem kann es viel Zeit sparen, sich im Büro/in der Uni umzuziehen und von dort aus direkt zum Reiten zu fahren. Auch wenn es etwas unbequem ist, kommt man doch schneller ans Ziel. Zumindest bei mir wird der Umzieh-Aufenthalt zuhause nämlich doch immer etwas länger als geplant…

Lasst das Handy im Auto

Simpel und sehr effektiv. Ihr kommt weder in Versuchung, Tante Ernas Anruf anzunehmen noch der besten Freundin zurückzuschreiben oder ein Selfie im neusten Pikeur Outfit zu schießen.

Kurze Wege, sichere Handgriffe

Ich habe seit meinem Stallwechsel festgestellt, dass es einen enormen Unterschied macht, was für Wege man im Stall zurücklegen muss. Im alten Stall hatte ich Sattel und Trense in der Sattelkammer, Putzzeug und Stiefel im Schrank, Futter auf dem Futterboden und das alles in verschiedenen Richtungen jeweils 50m von der Box entfernt. Das wirkt auf den ersten Moment zwar wenig, aber spätestens wenn man mal wieder vergessen hat, den Messbecher zurück in den Futtereimer zu legen und den ganzen Weg zum Futterboden wieder zurücklaufen muss, kommen einige Minuten zusammen.

Derzeit habe ich sowohl meinen Schrank mit allen Utensilien als auch das Zusatzfutter in der Sattelkammer direkt neben der Box. Alles hat seinen festen Platz und ist sofort verfügbar. Seitdem bin ich bis zu 30 Minuten schneller fertig und das heißt, mehr Zeit zum Kuscheln und Tüddeln! Der Standort der Sattelkammer und der Schränke ist daher auf jeden Fall etwas, das ich bei der Boxenauswahl berücksichtigen würde.

Hopp‘ aufs Pony!

Ich versuche immer, wenn ich im Stall angekommen bin, möglichst schnell aufs Pferd zu kommen, damit ich nach hinten raus mehr Zeit habe. Sachen wie Abäppeln, Lederzeug putzen oder Schweif verlesen mache ich grundsätzlich nach dem Reiten. Denn wer erstmal anfängt zu tüddeln, hört meistens so schnell nicht mehr auf… Ich gehe also schnurstracks zum Schrank, ziehe meine Stiefel an und lade alles, was ich brauche möglichst gleichzeitig auf die Arme und bringe es zur Box. Dann erst wird das Pferd begrüßt. Wenn ich sehr wenig Zeit habe, mache ich komplett in der Box fertig. Ich benutze nur einen Striegel und meine Lieblingskardätsche und kratze natürlich die Hufe aus. So sitze ich 15 Minuten nach Ankunft im Stall auf dem Pferd!

Effektive Lösungsphase

Anstatt eine Viertelstunde im Schritt am hingegebenen Zügel außenrum zu zuckeln, nutze ich bereits die Schrittphase zum Lösen. Schenkelweichen, Traversalen, Schritt-Halten und Renvers sind Lektionen, die man mit dem (gut ausgebildeten) Pferd auch bereits im Schritt erarbeiten kann. So hat man sich eine gewissen Stellung, Biegung und vor allem Schenkelgehorsam bereits vor dem ersten Antraben gesichert.

Konzentrierte Arbeitsphase

Wenn ihr wisst, dass ihr heute nur wenig Zeit zum Reiten habt, nehmt euch nicht zu viel vor, sondern konzentriert euch auf ein, zwei Sachen, die ihr üben möchtet! Nehmt dabei die Lektionen, die ihr und euer Pferd gut und sicher beherrscht in den Fokus und arbeitet lediglich an Feinheiten. Die Erarbeitung neuer Lektionen ist für einen schnellen Reittag nicht geeignet, da Zeit und Geduld hierfür enorm wichtig sind. Bringt euch nicht in die Gefahr, mit einem blöden Gefühl absteigen zu müssen, weil es nicht so geklappt hat wie ihr wollet, aber keine Zeit für weiteres Üben vorhanden war.

Schritt führen statt Reiten

Wenn ich weiß, dass ich wenig Zeit habe, führe ich nach dem Reiten lieber trocken. Es ist nicht nur angenehmer für das Pferd, sondern hat den Vorteil, dass man vorher absatteln kann. So kann im Sommer die Schabracke bereits in der Sonne trocknen, während ich noch Schritt gehe und im Winter kann das Pferd ohne Sattel deutlich schneller abschwitzen.

Nicht anquatschen lassen!

Das klingt jetzt vielleicht schrecklich unsympathisch, aber ich mag es wirklich gar nicht, wenn ich an stressigen Tagen im Stall noch vollgelabert werde. Die wenige Zeit im Stall gehört ausschließlich meinem Pferd und mir! Daher setze ich dann gerne den Tunnelblick auf, grüße natürlich freundlich lächelnd, aber versuche mir keine langen Gespräche aufzuhalsen. Kleiner Tipp dazu: Auf „Hallo, wie geht’s?“ bereits mit „Eigentlich super, ich habe nur total wenig Zeit heute… Wir sehen uns ja am Wochenende!“ antworten und weiterrennen. Dann wissen die anderen Bescheid und der zehnminütige Monolog über Cherrys Mauke und die schreckliche neue Reitlehrerin kommt im besten Fall gar nicht erst ins Rollen.

 

Zu guter Letzt jedoch das allerwichtigste: Tief durchatmen! Ihr seid am schönsten Ort der Welt und habt alles Recht, euch eine Auszeit vom Alltagsstress zu gönnen. Nehmt euch so viel Zeit wie eben möglich und genießt sie ganz bewusst.

Das waren also meine ganz persönlichen Tipps, wie man auch mit wenig Zeit möglichst viel vom Pferd haben kann. Vielleicht habt ihr noch Ergänzungen? Schreibt eure eigenen Tipps gerne in die Kommentare, ich würde mich freuen!

PS: Alle, die diese Probleme nicht haben und es vielleicht verwerflich finden, sich im Stall zu beeilen – ich beneide euch von ganzem Herzen!

 

Fotoserie Teil 2: Ein echter Klassiker – Fotos als Abzüge

Wir wollen die vielen wunderbaren Fotos, die in finsteren Ecken auf euren Rechnern schlummern, aus ihrem Dörnröschenschlaf befreien und zu Papier bringen. Denn diese kostbaren Erinnerungen an wunderbare Momente sind viel zu schade, um ungesehen in den hintersten Ecken eurer Festplatten zu schlummern. Darum widmet sich gleich eine ganze Artikelserie um die verschiedenen Möglichkeiten, digitale Fotos zu handfesten Schmuckstücken zu machen. Wir hoffen, euch ein bisschen Anregen und Inspirieren zu können und freuen uns sehr, wenn ihr eure Werke via Instgram mit dem Hashtag #Horsediaries_Lieblingsfotos präsentiert.

Wenn es einen echten Klassiker unter den vielen Möglichkeiten, seine schönsten Fotos zu präsentieren gibt, dann sind das wohl Fotoabzüge. Schon bei unseren Großeltern zieren Rahmen mit Fotos der Liebsten die Kommoden, Nachttische und Wände. Alles, was keinen Platz im Bilderrahmen gefunden hat, wurde mit liebevoller Sorgfalt in Alben geklebt und von dünnen Seidenblättern getrennt.
Abzüge sind Fotos zum Anfassen, zum Herumzeigen, zum an den Kühlschrank kleben, an den Spiegel heften, ins Portmonait stecken, Aufhängen, Wegsortieren, Drüberstreichen, an die Wange pressen, drauf küssen, … Ist ein Bild erstmal in einen Abzug verwandelt, ergeben sich schier unzählige Möglichkeiten, sie zu präsentieren, betrachten und zu schätzen. Oder aber auch sie zu zerreißen oder zu verbrennen. Klar, man kann auch Dateien auf dem Rechner löschen, aber ganz ehrlich, das ist doch nicht das gleiche, oder?

Der allererste und wohl auch einfachste Schritt ein digitales Bild zum Leben zu erwecken, ist einen Abzug davon zu erstellen.

Bei den meisten Anbietern kann man zwischen verschiedenen Papiersorten und Formaten auswählen. Die gängigsten Fotoformate sind 9 x 13 und 10 x 15, für Bilderrahmen bietet sich auch noch das etwas größere Format 13 x 19 an. Diese Formate haben ein Seitenverhältnis von 3:2 welches dem Bildverhältnis von analogen Kameras und digitalen Spiegelreflexkameras entspricht. Die meisten digitalen Kompaktkameras nehmen hingegen Fotos im Seitenverhältnis von 4:3 auf. Die meisten Fotoanbieter bieten aber neben dem klassichen 3:2 Format das entsprechende Äquivalent für Bilder im 4:3 Format an. Sollte man dennoch Bilder im 3:2 Format bestellen wollen, beispielsweise, weil man schon einen Rahmen hat, der ein entsprechendes Format vorgibt, sollte man darauf achten, dass das Bild so beschnitten wird, dass es keinen weißen Rand gibt. Das Bild aus der kompakten Digitalkamera ist nämlich etwas kleiner, als es das Seitenverhältnis 3:2 vorgibt. Bei den meisten Anbietern erfolgt diese Anpassung des Bildes automatisch und man kann sich durch anklicken auch bewusst dagegen entscheiden. Man sollte aber sicherheitshalber immer prüfen, ob der Anbieter diesen automatischen Zuschnitt vornimmt oder nicht.

Bilderrahmen gibt es in allen denkbaren Formaten, Farben, Materialien und Formen. Für jeden Geschmack ist da das richtige dabei. Von klitzekleinen Rahmen als Schlüsselanhänger über handliche Formate wie 9 x 13 cm und 10 x 15 cm bis hin zu riesigen Galerieformaten kann man alles rahmen, was einem lieb ist. In einem Rahmen zu stecken ist für ein Foto wie ein Ritterschlag: Nur die schönsten und liebsten Fotos werden hinter Glas geschützt und an einem besonderen Platz ausgestellt.

20151018_165650Wie das Bild nun in den passenden Rahmen kommt, hängt ganz davon ab, was zuerst da ist. Habt ihr einen schönen Rahmen gefunden, könnt ihr ein passendes Bild in der richtigen Größe entwickeln lassen. Oder ihr habt ein tolles Foto, welches gerahmt werden soll, und sucht dafür passend den richtigen Rahmen aus.
Weil man von digitalen Bildern beinahe alle Formate entwickeln lassen kann und so das Foto leicht an den Rahmen anpassen kann, empfiehlt es sich erst die Rahmen auszusuchen und dann die Fotos so entwickeln zu lassen, dass sie optimal in den Rahmen passen.
Dabei sollte man berücksichtigen, ob man das Bild mit oder ohne Passepartout einrahmen lassen möchte.

20151018_165640

Um Bilder rahmen zu lassen, empfiehlt es sich die Abzüge auf mattem Papier zu bestellen. Fotos auf Hochglanzpapier wirken zwar besonders brillant und intensiv, sie spiegeln aber auch stark. Besonders, wenn das Bild in der Nähe von Fenstern oder anderen Lichtquellen hängt, können diese Spiegelungen bei der Betrachtung des Bildes stören. Besser ist es, gleich eine matte Oberfläche zu wählen. Durch die Glasscheibe erhält das Bild dann ohnehin noch mal ein bisschen extra Brillanz.

20151018_165626

 

Gradezu nostaligisch wirken selbst geklebte Fotoalben. Wahrscheinlich, weil sich kaum noch einer die Mühe macht, alle Bilder einzeln einzukleben. Dabei gibt es kaum etwas schöneres als zwischen dem raschelnden Seidenpapier, welches die Bilder vor dem zusammen kleben schützen soll, in Erinnerung zu schwelgen.

20151018_165947

In einem selbstgeklebten Album kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen und bei der Anordnung der Bilder mit verschiedenen Größen und Zuschnitten spielen. Toll sind auch einige handgeschriebene Bildunterschriften, die einem in ein paar Jahren helfen, sich an Daten und bestimmte Situationen zu erinnern. 20151018_17004620151018_170025Ob man sich bei einem Fotoalbum für hochglänzende oder matte Bilder entscheidet ist eine reine Geschmacksfrage. Matte Bilder haben allerdings den Vorteil, dass man Fingerabdrücke nicht so schnell sieht. Auf Hochglanzbildern bleiben leider sehr schnell Spuren zurück, wenn man mit dem bloßen Finger darauffasst. Zum Einkleben und Festdrücken der Bilder kann man dünne Baumwollhandschuhe verwenden, um unschöne Tatscher zu vermeiden. Man sollte dann aber auch beim Durchblättern der Bilder darauf achten, nicht direkt auf die Bilder zu fassen.

20151018_16593420151018_165848

20151018_165912

Die tollen Beispiele für diesen Beitrag hat uns unsere Autorin Wiebke zur Verfügung gestellt. Einige der Bilder stammen von der Fotografin Juliane Fellner.

Habt ihr auch selbstgeklebte Fotoalben von euren Lieblingsmomenten mit Pferd? Oder zieren vielleicht die allerschönsten Bilder in Rahmen eure Wände und Kommoden? Dann zeigt sie uns in den Kommentaren auf Facebook oder auf Instagram unter dem Hashtag #Horsediaries_Lieblingsfotos

 

 

Testbericht Stübben Trense „Freedom“

Dies ist ein Gastbeitrag von Vanny, die mit ihrer Stute Pepper im Springsport bis Klasse M erfolgreich ist.

Vorab: Pepper gehört zu der rittigen Sorte Pferd. Sie will einem meistens alles recht machen und hat nur selten keine Lust oder stutige fünf Minuten. Und dennoch haben sich ein paar Dinge eingeschlichen, wegen der ich unsere Ausrüstung einmal überdacht habe. Es fing beim Trensen an, dass sie hin und wieder wegzuckte, obwohl keine Haut oder Fell eingeklemmt war. Dann ging es weiter beim Reiten, dass sie sich immer wieder mal gerne verkantete oder auch hier vor der Hand wegzuckte, so als würden die Zähne gemacht werden müssen. Das habe ich natürlich als erstes nachprüfen lassen – daher kam es nicht. Und dann war da noch etwas: Sie wurde im Laufe des Parcours gerade auf Turnier (beziehungsweise eigentlich nur da) ziemlich stark, so dass sie mir in einer Distanz schonmal die Entscheidung abzuspringen abnahm, ohne dass ich wirklich durchkommen konnte. In einem A oder L Springen geht eine Distanz zwar schon mal auf groß oder mit einem Galoppsprung weniger, aber ab M kann das langsam gefährlich werden. Da Pepper aber nicht dauerhaft stark war und eigentlich im Gegenteil ziemlich sensibel ist, kam für mich ein scharfes Gebiss nicht in Frage.

Nun war also guter Rat teuer. Was konnten wir ändern, damit Pepper sich wohler und zufriedener beim Reiten anfühlte und sie für mich im Parcours wieder einfacher zu händeln war?

Nach etwas Suche im Internet bin ich auf die Stübben Freedom Trense aufmerksam geworden. Eine Trense, die die neuralgischen Punkte (Hauptgesichtsnerv, Ohren, Sichtfeld sowie Ohren-, Nacken- und Halsmuskeln) entlastet und durch ihre besondere Form das Sichtfeld freilässt und außerdem eine völlige Bewegungsfreiheit der Ohren gewährleistet. Dies geschieht durch eine innovative Form, denn weder das Stirnband noch das Kopfstück der Freedom Trense kreuzen die 16 Ohrmuskeln des Pferdes (4 vordere und 4 hintere Muskeln an jedem Ohr), sodass kein Druck auf Nerven und Venen ausgeübt wird. Zudem werden die empfindlichen Bereiche im Nacken und Hals ausgespart, da die besondere Positionierung von Kopfstück und Kehlriemen diese Bereiche völlig freilässt.

Diese Vorteile fand ich für einige von Peppers und meinen Problemen passend und wollte die Trense daher unbedingt testen. Glücklicherweise ist die Gläserne Manufaktur in Kempen nur wenige Autominuten entfernt und so konnte ich mich direkt vor Ort beraten lassen. Nach einer kurzen Beschreibung unserer Probleme testete ich dann nicht nur die Trense, sondern auch die 2 in 1 Schenkeltrense und, da die Zügel bei der Trense nicht inbegriffen sind, die Gummizügel Slimline mit Zaumhaken. Zu guter Letzt fand auch noch das Brush On Mähnen-Schweif-Spray den Weg zum Stall, denn dies ist für mich als Schimmelbesitzer ein nicht wegzudenkendes Pflegeutensil.

Zugegeben ist die Form der Trense gewöhnungsbedürftig und gerade für mich als Glitzerliebhaber hätte ich gerne die Möglichkeit, Stirnriemen nach Lust und Laune auszutauschen. Aber immerhin etwas Glitzer ist dann doch dabei.

IMG_8951

Ich war natürlich gespannt, wie die Trense an Pepper wirkt. Würde die Form ihr schmeicheln oder ihr gar nicht stehen? Und ich muss sagen, ich bin positiv überrascht:

IMG_8960

Zum Gebiss lässt sich folgendes sagen: Das 2 in 1 Gebiss mit SWEET Kupfer-Mittelstück hat zwei Wirksamkeitsstufen durch einfaches Umschnallen.

  1. Verschnallt man die runde Seite des Gebisses Richtung Pferdezunge, erreicht man eine sanftere Einwirkung.
  2. Verschnallt man die eckigere Seite des Gebisses Richtung Pferdezunge, wirkt der Gebissdruck punktueller.
    So habe ich die Möglichkeit, Pepper auf Turnier durch das einschnallen der eckigen Seite etwas mehr bei mir halten zu können, ohne ein unmittelbar schärferes Gebiss zu nutzen. Die Schenkeltrense hat zudem die Vorteile, dass durch die langen Schenkel der Trense die Einwirkung von außen aufs Pferdemaul verstärkt wird und dies erleichtert die Anlehnung an den äußeren Zügel. Das SWEET Kupfer birgt einen angenehmen Geschmack für das Pferd und somit eine bessere Akzeptanz. Außerdem regt es die Speichelbildung an.
2 in 1 Gebiss

(c) Stübben

Normalerweise bin ich ein absolute Gurtzügel-Nutzer. Gummizügel waren mir immer zu dick, zu unhandlich und gerade bei einem schwitzenden Pferd immer zu glitschig. Die Slimline Zügel überzeugen mich jedoch, da sie total handlich sind, schön schmal geschnitten und auch bei Regen oder Schweiß nicht glatt werden. Meine nächsten Zügel werden definitiv wieder Zügel der Sorte Slimeline.

(c) Stübben

(c) Stübben

Bereits beim ersten Reiten war ich positiv überrascht. Pepper war von Anfang an total entspannt, kaute, war direkt sehr losgelassen und ihre Ohren wackelten locker hin und her. Wow!

Natürlich ist keines dieser Produkte ein Wundermittel und kein „schlecht“ gerittenes Pferd wird auf einmal super rittig und will einem alles Recht machen. Dennoch überzeugt mich die Trense und es fällt positiv auf, dass Pepper schneller loslässt und wesentlich weniger guckig ist als sonst. Dies ist für mich ein sehr wichtiges Pro-Argument für die Trense, denn ich habe das Gefühl, dass Pepper für sie gefährliche pepperfressende Monster durch die zurückgeschnittene Form schon früher entdeckt und dadurch gar nicht erst in Schockstarre verfällt. Sie lässt sich schneller und einfühlsamer überzeugen, mitzuarbeiten anstatt jedesmal wieder in eine Ecke reinzuschielen.

IMG_8952 IMG_8957

Generell läuft sie von Anfang an zufriedener und kaut schon nach den ersten paar Trabrunden zufrieden ab. Sie lässt sich schneller fallen und stellt sich nicht einfach nur hin. Die besondere Form im Genick, die durch die generelle Form der Trense kaum Druck auslöst, gibt mir das Gefühl, dass Pepper losgelassener läuft. Da bewahrheitet sich doch immer wieder der Spruch „Druck bewirkt Gegendruck“.

IMG_8979

Die Schenkeltrense bewirkt ebenfalls einen positiven Nebeneffekt. Pepper ist eingerahmter und ich komme besser durch. Natürlich habe ich die Trense auch mit einem normalen Wassergebiss getestet und dort ebenfalls eine positive Veränderung gemerkt, jedoch habe ich das Gefühl, dass Pepper die Schenkeltrense noch besser annimmt, daher verbleibe ich nun erstmal bei diesem Gebiss.

Pepper hatte immer wieder mal Druckstellen unterm Kopf an den Verschlüssen des Nasenriemens. Das kann bei der Stübben Freedom Trense definitiv nicht passieren, denn diese ist schön gepolstert.

IMG_8955

Das Leder der Trense ist top verarbeitet und überzeugt mich auf ganzer Linie. Ich kann die Trense jedem bedenkenlos empfehlen, denn ich sehe nur positive Sachen an der Trense und auch Pepper zeigt mir genau das.

IMG_8954 IMG_8956

Auch auf dem Turnier hat die Trense bereits erfolgreich überzeugt. Auf dem ersten Hallenturnier ist Pepper eigentlich besonders guckig – und dies ändert sich natürlich nicht durch eine Trense. Jedoch hatte ich auch hier das Gefühl, dass Pepper durch das bessere beziehungsweise vergrößerte Sichtfeld „gefährliche“ Sachen früher in Augenschein nehmen konnte und sich daher nicht so sehr hat ablenken lassen.

Auch der Wechsel des Gebisses zeigte sich als eine gute Entscheidung. Ich hatte zu jeder Zeit die Möglichkeit, Pepper zu regulieren, ohne dabei hart in der Hand werden zu müssen. Sie zog zu den Sprüngen, ich konnte aber in jeder Distanz eingreifen. Genau so hatte ich mir das auch vorgestellt!

Mein Fazit ist also, dass ich mit allen Produkten sehr zufrieden bin und sie uneingeschränkt empfehlen kann.

received_949332181790834received_949331295124256 received_949336385123747

Eskalation statt Romantik

Wer die ein oder andere Pferdefacebookseite geliked hat und verfolgt, wird in letzter Zeit eine Schwämme an romantischen Bildern im Sonnenuntergang von harmonisch kuschelnden Pferden mit ihren Besitzern zu sehen bekommen. Um den Kitsch auf die Spitze zu treiben, tragen die Mädels auf den Bildern gern Sommerkleidchen mit fließenden Stoffen, Spitze und in angesagten Pastellfarben. Meine Timeline ist auf jeden Fall voller dieser traumhaft schönen Bilder. Ist ja klar, dass man dann auch gern mal so richtig romantische Bilder von sich und den lieben Vierbeinern haben möchte. Solche die vor Kitsch wirklich nur so triefen und bei denen man gar nicht anders kann als ein entzücktes „Oh wie schööööön“ von sich zu geben.

Ich habe mich also verabredet mit meiner persönlichen Lieblingsfotografin, mein Anliegen geschildert, die beiden Pferde geschnappt und alle auf die Weide mitgenommen.
Nun liegt es in der Natur der Sache, dass ein Sonnenuntergang im Sommer abends stattfindet. Nach der eigentlichen Weidezeit, wenn alle anderen Pferde schon drinnen stehen. Es handelt sich also aus pferdischer Sicht um eine denkbar ungünstige Zeit, um sich auf der Weide aufzuhalten, was mir beide Pferde durch äußerst unwilliges Trödeln auf dem Weg zur Weide deutlich zu machen versuchten. Nicht dass im Paddock spannenderes passieren würde, das Futter ist dort auch nicht besser. Aber man ist sonst eben NIE so spät auf der Weide und außer der Verrückten, die sich das ausgedacht hat, einem Hund, einer weiteren Person mit komischem Klotz vor dem Gesicht und dem armen Kumpel, der am Halfter ebenfalls mit ins Verderben gezerrt wurde, ist auch sonst keiner bei gesundem Pferdeverstand auf der Weide, was nur bedeuten kann, dass es gerade ein sehr schlechter Ort ist, um sich dort aufzuhalten.
Vielleicht haben sie sich darum gedacht, die Aktion möglichst schnell beenden zu können, wenn sie einfach stoisch mit hängen Köpfen und Ohren neben mir stehen, mir abwechselnd zwecks Fliegenabwehr ihre Köpfe um die Ohren schlagen und penetrant die Nase ins Gras stecken. Sie waren derart unmotiviert, dass ich beinahe den Eindruck bekam, es handelte sich hierbei um einen ganz gezielten Boykott meines Vorhabens. Ich erkannte recht schnell, dass ich nicht zwei Pferde gleichzeitig zur Mitarbeit bewegen konnte und so irgendwie so gar keine Romantik zwischen uns aufkam.
Also dachte ich mir, ich knöpfe sie mir einzeln vor. Ein tiefer Blick von Angesicht zu Angesicht und es würde nur so knistern vor lauter Harmonie und Inniglichkeit zwischen uns.
Ich entschied mich, Sam vorerst zum Fressen auf der Weide zu entlassen und mit dem Zausel an einer gehörigen Portion Kitsch zu arbeiten. Noch während ich versuchte ihm meine Absichten zu erklären und für meine Kuschelattacken eher missmutiges Kopfschütteln erntete, torpedierte Sam von hinten mit einem schrillen Wiehern jegliche aufkeimende Romantik.
Wie von der Tarantel gestochen kam sie auf uns zugeschossen und läutete damit den Strategiewechsel ein. Anstatt das Fotoshooting durch Bocklosigkeit zu sabotieren, einigte man sich nun auf gemeinsames Ausrasten. Beiden wurde offenbar schlagartig bewusst, dass der frühabendliche Ausflug auf die Weide nicht nur ungewöhnlich, sondern auch eindeutiger Grund zur Beunruhigung war. Leicht hysterisch, laut brüllend und ziemlich schnell schoss Sam bockend um uns herum. Der Zausel nahm dies zum Anlass um seinerseits ebenfalls durchzustarten. Einziges Problem an der Sache: Ich hing noch an der Trense und hielt von seiner Idee recht wenig, immerhin pausierte er grade wegen kaputten Fuß und sollte nur Schritt gehen. Zu allem Überfluss entschied sich dann auch noch der Hund spontan in das lustige Spiel einzusteigen und jagte wild kläffend hinter der verrückt gewordenen Sam hinter.

Weil auf meine Lieblingsfotografin aber immer Verlass ist, bekam ich trotz aller Widrigkeiten mein gewünschtes Bild mit allen Vierbeinern. Nur das mit der Romantik, das üben wir bis zum nächsten Fototermin noch mal!

Tessa-28 Tessa Tessa-69 Tessa-68 Tessa-58 Tessa-49 Tessa-16 Tessa-10 Tessa-8 Tessa-31

Homöopathie am Pferd – alles Zauberei? Ein Erfahrungsbericht

Fast jeder hat zumindest schon einmal davon gehört: Homöopathische Behandlung von Pferden.

Ich möchte in diesem Artikel weder eine Lanze für die Befürworter noch für die strikten Gegner der Homöopathie brechen. Was hier zum Ausdruck gebracht werden soll, sind meine persönlichen – durchweg positiven – Erfahrungen mit homöopathischen Behandlungen von Pferden.

Die homöopathischen Behandlungsmöglichkeiten sind schier endlos. Ob kleines Hautekzem, Impfreaktionen oder Rückenschmerzen – scheinbar gibt es für jedes pferdische Wehwehchen eine Lösung. Wichtig zu beachten, und das sollte für jeden Pferdebesitzer selbstverständlich sein, ist aber, dass man bei langwierigeren Beschwerden des Pferdefreundes entweder einen Schulmediziner hinzuzieht oder ihm gänzlich die Behandlung überlässt! Ein guter Homöopath wird aber auch darauf hinweisen, wenn er der Meinung ist, seine Behandlung alleine reicht nicht aus und es wäre sinnvoll, einen Schulmediziner hinzuziehen.

Slider-012

Dass Homöopathie nicht bloße „Zauberei“ ist und nur funktioniert, wenn man daran glaubt, haben meine Pferde mehrfach widerlegt. Meine beste persönliche Erfahrung ist die Behandlung meines damals fünfjährigen Wallachs. Die Entwicklung seit der Behandlung lässt sich für mich nicht leicht in Worte fassen, aber ich will es mal versuchen.

Mein Pferd war bei der Arbeit nur schwer zu konzentrieren, immer recht unsicher und schreckhaft, sprang viel zur Seite, erschreckte sich vor Geräuschen in der Umgebung oder Zuschauern. Im Gelände war meistens gar kein Vorankommen möglich, weil er sich an Grashalmen, andersfarbigen Böden, Steinen o.ä. regelrecht festglotzte und sich immer mehr aufregte. Dieses Verhalten gipfelte auf Turnieren. Er war aber nicht immer so abgelenkt und unkonzentriert. Es gab durchaus gute Tage, an denen er super mitarbeitete. Ich habe damals eine klassische Homöopathin hinzugezogen. Diese hat sich erst lange mit mir unterhalten und viele Sachen über mein Pferd gefragt, ihn dann auch noch selbst kennen gelernt. Daraufhin hat sie uns eine Dosis eines homöopathischen Mittels da gelassen. Das waren 3 Globuli, die ich in einem Glas Wasser auflösen musste. Von dieser Menge hat er 20 ml ins Maul gespritzt bekommen. Der Rest wurde weggeschüttet. Kurz nachdem er die erste Gabe bekommen hat, waren wir auf einem Turnier und die erste riesige Veränderung, die ich bemerken konnte, war, dass ich „einfach so“ am Anhänger aufsteigen konnte und zum Abreiteplatz reiten konnte, ohne dass er zig mal umgedreht ist, ich mich führen lassen oder gar absteigen musste. Ich habe diese Veränderung zunächst auf einen Zufall geschoben – oder einfach einen guten Tag. Aber er wurde auch im Gelände zusehends entspannter, war zwar immer noch sehr unsicher, aber nicht mehr so hektisch und abgelenkt.

Er brauchte immer wieder eine Dosis von „seinem Mittel“. Meistens wurde er wieder seltsam, wenn er geimpft oder entwurmt worden ist – immer wenn in irgendeiner Form etwas chemisches in seinen Körper gelangt ist. So hatte er gerne z.B. Angst vor gelben Blümchen am Wegesrand beim Ausreiten und ging keine 10 m flüssig vorwärts. Zwei Tage und eine Gabe Globuli später war er wieder total umgänglich. Über die Jahre (die erste Gabe ist etwa 9 Jahre her) brauchte er immer seltener eine Gabe, scheinbar braucht er weniger Unterstützung. Für mich war und ist das Ergebnis dieser Behandlung sehr beeindruckend, denn wenn man beim Menschen oft sagt „Es hilft nur, wenn du dran glaubst“, kann man diesen Satz meiner Meinung nach nicht auf die Behandlung von Pferden bzw. Tiere im Allgemeinen ummünzen.

Ich könnte jetzt noch viele weitere Geschichten erzählen, aber ich denke, das würde hier den Rahmen sprengen. Für mich ist die Homöopathie ein sehr hilfreicher und nützlicher Begleiter im Alltag. Gerade kürzlich habe ich meinem Pferd z.B. drei Tage Arnika gegeben, weil ihm ein wenig die Hufe geschmerzt haben, nachdem der Schmied die Eisen abgenommen hat. Man kann somit viele Dinge erleichtern.

Slider-021

Wie sieht es bei euch aus? Was habt ihr für Erfahrungen mit Homöopathie am Pferd oder vielleicht an euch oder anderen Tieren gemacht und wie ist eure Meinung dazu? Wir freuen uns über viele Erfahrungsberichte!

Die erste Zeit im neuen Heim

Nun ist Jeany’s Umzug in den neuen Stall schon eine kleine Weile her und wir haben uns schon recht gut eingelebt. Jeany ist zwar nach wie vor eine Diva und möchte bitte unbedingt als erstes von der Weide, könnte ja sein, dass ihr irgendjemand ihr Heu wegschnabuliert… . Und wenn man nicht schnell genug ist, giftet sie ihren Ehemann (ja eigentlich haben die zwei sich lieb) in allerbester Giftzwiebelmanier vom Tor weg. Die Leute sind alle sehr nett, die Anlage ist ein Traum, top gepflegte Böden, tolle Futterqualität und dann erst dieses Gelände… . Wir hatten ja im alten Stall auch einen schönen Wald, allerdings musste man da mit Ponyschritten gute zwanzig bis dreißig Minuten hineiern, über Straßen und zwischen unheimliche Felder hindurch, wo oft große Maschinen ihr Unwesen trieben. Zuletzt hatten die Bauern unsere Stammrunde umgepflügt, sodass wir entweder auf die Straße oder einen fiesen Schotterweg ausweichen mussten. Ich bin ehrlich, dass hat keinen Spaß mehr gemacht. Umso größer war meine Vorfreude, auf die ersten Ausritte in der neuen Umgebung. Ich liiiebe es neue Wege zu erkunden, vor allem wenn es so schöne sind. Habe allerdings auch schnell gemerkt, dass man diese Erkundungstouren besser in die Morgenstunden verschieben sollte, es wird irgendwie echt schnell dunkel :-O

Relativ am Anfang habe ich meine Freundin geschnappt und wir sind mit Cassy, meinem Hund, als Begleitung zu unserer ersten gemeinsamen Runde aufgebrochen. Ein weiterer kleiner Vorteil, unsere Ponys teilen sich eine Wiese, kennen sich und verstehen sich inzwischen auch schon sehr gut. So machen die Ausritte also auch den Ponys doppelt so viel Spaß, wenn sie in bekannter Gesellschaft die Welt erkunden können.

hd6Beim Putzen kontrollierte ich natürlich zuerst die empfindliche Stelle am Hals, aber davon war nichts mehr über. Vielleicht war das laute Knacken bei der Dehnübung schon der Schlüssel zum Erfolg. Ich werde das definitiv weiter beobachten und im Auge behalten. Uns konnte also nun nichts mehr aufhalten, so dass wir voller Vorfreude sattelten und aufstiegen. Die Zuwegung zum Wald ist aus ganz feinem Kies, eingebettet in eine kleine Allee und somit ganz toll zu bereiten. Nach guten 5 Minuten erreichten wir dann auch schon den Wald und konnten unsere Seele baumeln lassen. Die Reitwege waren phasenweise wirklich sehr schön, an anderen Stellen musste man allerdings ordentlich aufpassen, da hatten Trecker ordentliche, sumpfige Stellen hinterlassen. Jaja, weil wir bösen Reiter es ja sind, die mit unseren wilden, wilden Pferden die Böden kaputt machen… .

hd3 hd7

Nach einer guten halben Stunden erreichten wir eine wundervolle Heidelandschaft und mein Herz machte Purzelbäume. Es war schon immer mal ein Traum von mir gewesen, mit meinem Pony die wunderschöne Heide zu bereiten und die endlosen Sandwege zu nutzen. Da konnte ich es mir auch nicht nehmen lassen, ein kurzes Stück am langen Zügel zu traben. Jeany wollte gern noch mehr, aber man muss es ja nicht am Anfang schon übertreiben. An die Jogger und Radfahrer auf den parallel Wegen muss Jeany sich allerdings erst noch gewöhnen. Vor allem wenn sie in der Ferne zu sehen waren, fand sie es dann doch sehr sonderbar und musste mit groooßen Augen gucken und überlegen, was da wohl am Horizont so lang rannte 😀

hd2hd9

Auf dem Rückweg bauten wir auch einen schönen Galopp ein. Dieses Pony ist einfach der Wahnsinn, 5 Monate nahezu Pause, fremdes Gelände, quasi fremde Begleitung und sie ist die Coolness in Pony… . Das sind dann die Momente wo ich es wirklich unendlich doll bedauere, dass sie nie mehr voll belastbar sein wird, sie tut einfach alles für mich.

hd4

Auch die vielen weiteren Ritte waren allesamt toll, es wird vermutlich noch eine gefühlte Ewigkeit dauern, bis ich mir einige Strecken merken kann (Ich bin ein Künstler im Verreiten), aber im schlechtesten Fall dreht man einfach wieder um. Schlecht ist es nur, wenn es bereits anfängt zu dämmern und man nicht mehr weiß, wie man aus dem Wald rauskommt und nur noch ein Umdrehen bleibt… Wenigstens weiß ich nach dieser Nummer nun, dass Jeany auch bei Dunkelheit cool bleibt 😀

hd1

Wir haben zwei sehr tolle Reithallen auf dem Hof und einen riiiesigen, tollen Dressurplatz. Ich muss zugeben, dass ich bisher nur ein einziges Mal in der Halle war und das ist auch schon fast einen Monat her. Jeany tickerte leider und irgendwie hat mir das einen ziemlich Dämpfer verpasst. Aber wir werden nun frohen Mutes in den Herbst und in den Winter starten und ihr werdet auf jedenfall auf dem Laufenden bleiben. Es steht nämlich noch ein Herbstshooting aus 🙂 Bis bald!

hd8

Fotoserie Teil 1 : Über den unschätzbaren Wert von Fotos

Ich bin ein Fotojunkie. Das mag für eine Fotografin naheliegend sein, aber fast alle anderen Reiter, die ich so kenne, haben ebenfalls eine beachtliche Anzahl an Fotos ihrer Pferde. Im Zeitalter der digitalen Bilder ist es selten mit einem Bild getan. Aus jeder Situation heraus wird gleich eine ganze Salve an Schnappschüssen geschossen. Während früher 36 Bilder auf einen Farbfilm passten, haben moderne Speicherkarten schier unerschöpfbare Speicherkapazitäten für neue Fotos. Fast jeder hat außerdem ein Smartphone mit integrierter Kamera, mit dem man die täglichen Momente festhält.

Wir machen Fotos, verschicken Fotos, teilen Fotos mit der ganzen Welt via Facebook, Instagram und anderen sozialen Netzwerken. Während man früher ein oder zwei gerahmte Bilder vom Vierbeiner auf dem Schrank stehen hatte, haben Pferde heute eigene Accounts auf den Plattformen sozialer Medien, auf denen täglich neue Bilder gezeigt werden.

Bildschirmfoto 2015-10-24 um 15.04.58

Dabei geht mitunter die Wertschätzung der Bilder und der einzelnen Aufnahmen verloren. Allzu leichtfertig gehen wir mit den Daten um – sie befinden sich irgendwo in den Tiefen der Rechner, Smartphones, auf verschiedenen Speicherkarten, in unübersichtlichen Ordnerstrukturen versteckt. Dann geht die Festplatte kaputt, das Handy wird durch ein Neues ersetzt, die CD auf der ein Teil der Bilder gesichert war, ist irgendwie unauffindbar. Und schwups sind sie weg, einfach so und unwiederbringlich. Die Erinnerungen an wunderbare Momente, einzigartige Zeiten, beeindruckende Entwicklungen, einfach für immer verschwunden im digitalen Nirvana.

Ich finde, Fotos haben etwas besseres verdient als auf irgendwelchen Festplatten zu versauern. Selbst wenn sie von dort nicht irgendwann unbeabsichtigt verschwinden, fristen sie ein ziemlich trostloses Dasein in den dunklen Ecken unserer Rechner. Denn mal ganz ehrlich – wie oft guckt man sich schon die Bilder aus den letzten Jahren an, wenn sie zu tausenden in unseren privaten Archiven schlummern?

Slider-031

Ich möchte euch alle dazu aufrufen, eure kostbaren Schätze vom virtuellen Dachboden zu holen, ihnen den Staub vom Antlitz zu pusten und ihnen einen gebührenden Platz zu verschaffen.

Welche Möglichkeiten es dafür gibt, das möchte ich euch anhand einiger Beispiele aufzeigen. Habt ihr vielleicht auch eine kreative Idee für die Präsentation eurer Lieblingsbilder? Schickt uns gern eure Ideen! Vielleicht fühlt ihr euch auch durch unsere Ideen angeregt und verschafft euren Lieblingsbildern endlich den passenden Platz in eurem Leben? Dann zeigt uns sehr gern eure Ergebnisse auf Instagram mit dem Hashtag #horsediaries_lieblingsbilder

Ordnung ist das halbe Leben

Wir wollen die vielen wunderbaren Fotos, die in finsteren Ecken auf euren Rechnern schlummern, aus ihrem Dörnröschenschlaf befreien und zu Papier bringen. Denn diese kostbaren Erinnerungen an wunderbare Momente sind viel zu schade, um ungesehen in den hintersten Ecken eurer Festplatten zu schlummern. Darum widmet sich gleich eine ganze Artikelserie um die verschiedenen Möglichkeiten, digitale Fotos zu handfesten Schmuckstücken zu machen. Wir hoffen, euch ein bisschen anregen und inspirieren zu können und freuen uns sehr, wenn ihr eure Werke via Instgram mit dem Hashtag #Horsediaries_Lieblingsfotos präsentiert.

Der erste Part unserer großen Fotoserie ist wohl der langweiligste – wer beschäftigt sich schon gern mit Ordnung? Oder wer räumt schon gern Dinge auf, die seit Jahren immer mehr im Chaos versinken? Ein durchdachtes System ist aber sehr hilfreich, wenn man Bilder sicher aufbewahren möchte, bestimmte Fotos wieder finden möchte oder sich für Abzüge für eine begrenzte Auswahl an Bildern entscheiden muss. Darum fangen wir auch erstmal mit ein paar hilfreichen Tipps an, wie ihr ein bisschen System in eure Fotos bekommt.

Es gibt da natürlich unzählige Möglichkeiten und Varianten, persönliche Vorlieben oder liebgewonnene Gewohnheiten. Ich möchte euch hier nur Anregung zum Thema Ordnerstrukturen, Sicherung und Sortierung der Bilder geben. Mein Weg ist aber natürlich nicht der einzig richtige. Wer seine Bilder anders sortiert und gut damit zurecht kommt – wunderbar, der kann gleich beim nächsten Kapitel einsteigen.

Das Problem fängt bei den meisten schon damit an, dass sich die Fotos auf verschiedenen Endgeräten befinden. Eine ganze Menge Bilder befindet sich auf unserem Handy, das haben wir immer dabei, damit knipsen wir den Alltag und all die schönen Momente im Stall. Dann gibt es vielleicht noch die Digitalkamera, die Spiegelreflex, einige Bilder sind im Rahmen eines Shootings entstanden und irgendwo fliegt die CD rum, die der Fotograf oder die liebe Freundin geschickt hat.

Ihr solltet euch einen zentralen Ort überlegen, auf dem ihr euch eine Art Bilderbibliothek anlegen möchtet. Am besten macht ihr das auf eurem Rechner/Laptop. Ich komme am besten damit zurecht, die Bilder chronologisch abzuspeichern. Jedes Jahr lege ich einen Ordner an, also 2013, 2014, 2015, etc. In diesem Ordner befinden sich Unterordner, zum Beispiel „Urlaub“, „Familie“,  „Pferd“, „Hund“. Innerhalb dieser Ordner wird dann chronologisch sortiert. Für jeden Monat lege ich einen weiteren Ordner an und in diese Monatsordner werden dann die Bilder gespeichert. Das klingt erstmal nach sehr vielen Unterordnern und einer richtigen Verschachtelung, aber das Ganze ist sehr übersichtlich und eindeutig. Da ich mit verschiedenen Geräten fotografiere und dabei unterschiedlich viele Bilder entstehen, unterscheide ich hier noch mal zwischen „Iphone“, „Digitalkamera“ und Shootings, die mit der Spiegelreflex entstehen. Mit dem Iphone und der Digitalkamera knipse ich über den Monat fortlaufend hier und da ein paar Bilder und ziehe sie am Ende des Monats rüber auf den Rechner. Mit der Spiegelreflex entstehen bei einem Shooting gleich sehr viele Bilder und ich ziehe sie direkt im Anschluss auf den Rechner. Deshalb erhält jeder Monat jeweils einen Unterordner mit den Bildern vom iPhone, denen von der Digitalkamera und dann noch den Shootings mit der Spiegelreflexkamera.

Für mich hat sich dieses System als besonders vorteilhaft bewährt, weil die chronologische Ordnung der Bilder die Archivierung deutlich vereinfacht. Mindestens einmal im Jahr, besser natürlich in engeren Abständen, wandern die monatlichen Ordner auf externe Festplatten und werden dort gesichert. Wichtig hierbei: Sichert eure Bilder jeweils doppelt. Wenn ihr wirklich auf Nummer sicher gehen möchtet, solltet ihr einen Satz Datenträger außerhalb eurer eigenen vier Wände aufbewahren. Im Falle eines Einbruchs, eines Feuer- oder Wasserschadens sind eure Daten dann noch einmal an einem anderen Ort gesichert, die Sicherung auf einer externen Festplatte ist nämlich im schlimmsten Fall mit dahin, wenn sie sich am gleichen Ort befindet wie euer Laptop/Rechner. Externe Festplatten sind in den letzten Jahren sehr erschwinglich geworden und selbst große Mengen an Datenspeicher sind verhältnismäßig günstig zu erwerben. Eine 1 TB große Festplatte ist bereits ab ca. 60 € erhältlich und kann viele viele Bilder beherbergen.

Eine weitere Alternative zur Datensicherung sind Clouddienste. Dort mietet man sich für einen monatlichen oder jährlichen Betrag einen bestimmte Menge Datenplatz auf dem Server des Anbieters. Vorteil dieser Variante ist, dass die Anbieter die Daten bereits auf vielen verschiedenen Serven speichert und damit die Sicherheit dieser Cloudsysteme als sehr hoch gilt. Großer Vorteil an diesen Systemen ist auch, dass man auf die Daten von allen Endgeräten, die über einen Internetzugang verfügen, zugreifen kann. Allerdings macht das nur Sinn, wenn die Internetverbindung auch schnell genug ist, um die Daten schnell hoch- oder runterzuladen.
Der Speicherplatz bei einem Cloudanbieter ist im Gegensatz zu physischen Speichermedien auch noch deutlich teurer und liegt bei ca. 9,99 € / Monat für 1 TB Speicherplatz. Vielen ist außerdem das Hochladen der persönlichen Daten ins Internet nicht ganz geheuer, weil die angebliche Verschlüsselung der Daten durch den Nutzer nur schwer zu kontrollieren ist. Hier empfiehlt es sich, die Daten vor dem Hochladen selbst zu verschlüsseln.

Unabhängig für welches System ihr euch entscheidet: Es lohnt sich, für die Sicherheit seiner Bilder ein paar Euro in die Hand zu nehmen und sie sicher aufzuheben. Nichts ist trauriger als der Verlust von über mehreren Jahren gesammelten Erinnerungen, weil der Laptop abhanden gekommen oder die Festplatte abgeraucht ist. Und das passiert leider gar nicht mal so selten. Mit der in diesem Artikel erklärten Ordnerstruktur behaltet ihr leicht den Überblick über eure Fotos und könnt vergangene Monate direkt auf die externen Medien überspielen und sichern.

Dich interessiert das Thema Fotos und die verschiedenen Möglichkeiten, sie von der Festplatte zu befreien und auch mal wieder in der Hand zu halten? Dann sei gespannt auf eine ganze Reihe von Artikeln und Beispielen, Aktionen und Inspiration rund um das Thema Fotos!

Dänemark mit Hund, geht das?

Endlose Weiten, von Norddeutschland aus zügig zu erreichen, freundliche Einheimische – eigentlich ist Dänemark ein Land zum Schwärmen. Leider gab es in den letzten Jahren einige Tumulte um das Hundegesetz, weshalb immer mehr enttäuschte und verängstigte Hundebesitzer dem Land den Rücken kehren und sich andere Reiseziele suchen.

d2

d4

lcdk

Ich gebe zu, ich hatte auch Angst und wie in meinem Urlaubsbericht aus der Bretagne  zu entnehmen, war ich auch wirklich sauer über die strengen und wirren Gesetze. Es hat sich allerdings einiges getan. Zum Beispiel darf die Polizei nicht mehr alleine entscheiden, ob ein Hund auf Grund eines Beißvorfalls eingezogen werden kann. Für solche Fälle darf man nun einen Gutachter hinzuziehen, der die gesamten Umstände beurteilt. Wenn ich so zurück blicke, hatte ich noch nie auch nur eine unangenehme Begegnung zwischen Hund und Gesetz im Land. Eigentlich habe ich Dänemark immer als sehr hundefreundliches Land empfunden. Seitdem ich denken kann, bereise ich mit meiner Familie Dänemark in den unterschiedlichsten Regionen und unsere Hunde waren immer dabei. Vom kleinen Beagle bis zum Schäferhund, in Restaurants im Außenbereich (im Innenbereich sind die Vierbeiner wegen der Hygieneverordnung verboten), an den Stränden, in den Städten, nie auch nur ein böses Wort oder ein böser Blick! Ganz im Gegenteil, an jeder Ecke findet man sogar Wassernäpfe.

002_k

leyladk1

Es gibt einige Dinge, die man trotzdem vor der Einreise mit Hund, wie in jedem fremden Land beachten sollte:

  • Chip oder Tätowierung (Für Tiere, die ab 3. Juli 2011 zum ersten Mal gekennzeichnet werden, ist der Mikrochip Pflicht.)
  • EU-Heimtierausweis
  • Gültige Tollwutimpfung*

*Es ist wichtig, dass die letzte Impfung bzw. Nachimpfung nicht älter als die Tätowierung oder das Einsetzen des Chips ist. Eine neue Impfung muss mindestens 3 Wochen vor der Einreise durchgeführt worden sein. Die Dauer des Impfschutzes richtet sich nach den Anweisungen der Impfstoffproduzenten.

  • An den Stränden besteht vom 1. April bis 30. September Leinenpflicht
  • In Wäldern besteht ganzjährig die Pflicht, den Hund an der Leine zu führen. Es gibt ausgewiesene Hundewälder, wo die Tiere ganzjährig ohne Leine laufen dürfen

Seit dem 01.07.2010 gilt die erweiterte Liste über verbotene Hunde in Dänemark. Diese Regeln, gelten auch für alle Touristen, die ihre Hunde in das Land einführen wollen. Die Haltung, Zucht und Einfuhr ist für folgende Rassen, die nach dem 17.03.2010 angeschafft wurden strengstens untersagt:

Pitbull Terrier, Tosa Inu, Amerikanischer Staffordshire Terrier, Fila Brasileiro, Dogo Argentino, Amerikanische Bulldogge, Boerboel, Kangal, Zentralasiatischer Ovtcharka, Kaukasischer Ovtcharka, Südrussischer Ovtcharka, Tornjak, Sarplaninac. Das Verbot gilt auch für Kreuzungen der betreffenden Hunderassen. Es obliegt dem Halter des Hundes, die Rasse oder den Typ zu dokumentieren, ebenso den Zeitpunkt der Anschaffung.

Cassy002_k 2 005_kd1d3

leyladk2

Auf den ersten Blick klingt das natürlich alles nach einem großen Brocken. Wenn man es aber genau nimmt, gibt es in jedem Land Regeln, an die man sich insbesondere als Hundebesitzer halten muss und auch sollte. Ich persönlich habe auch noch immer eine Kopie der Papiere dabei und kann so einen Nachweis über die Herkunft und Rasse vorweisen und fühle mich damit einfach sicherer, ganz gleich in welchem Land ich mich aufhalte.

Die Strände und das Küstenvorland sind kilometerlang und man trifft gerade im Herbst selten eine Menschenseele. Für mich gibt es nichts schöneres mit meinen Hunden. Bezüglich der Leinenpflicht kann ich sagen,  dass meine Hunde auch im Sommer ohne Leine gelaufen sind. Allerdings nur an menschenleeren Strandabschnitten und sie waren/sind immer und unter allen Umständen abrufbar. Angesprochen oder ermahnt wurde ich nie, sondern habe meistens noch sehr nette Einheimische getroffen und bin einige Kilometer mit ihnen gemeinsam am Strand gelaufen, während unsere Hunde ausgelassen tobten. In den Touristikzentren findet man auch reichlich Informationen über tolle „Hundewälder“. Eingezäunte, gekennzeichnete, große Waldabschnitte, wo die Hunde ganz legal ohne Leine laufen dürfen. Natürlich begegnet man dort auch manchmal Wild und man sollte als Hundebesitzer darauf eingestellt sein, falls der Hund ein Jäger ist. In der Hauptsaison trifft man natürlich regelmäßig Gleichgesinnte und ich hatte hier auch schon nicht ganz so schöne Begegnungen, aber wenn ich ehrlich bin, ist es wie in Deutschland auch. Es gibt eben rücksichtsvolle Hundehalter und natürlich auch diejenigen, die meinen, ihnen gehöre die Welt.

Cassy_001_k

Unterkommen kann man in unzähligen, tollen Ferienhäusern. Ob ein Hund gestattet ist, sieht man ganz leicht in den Hauskatalogen oder auf Nachfrage. Zwar muss man in solchen Unterkünften immer für Selbstversorgung sorgen, aber ich persönlich nehme das gerne in Kauf, wenn ich mit meinen Lieblingen entspannen kann.

Ich kann nur für mich sprechen, wenn man richtig informiert ist, ist Dänemark einfach ein Traum und wenn man dennoch unsicher ist, beantworten die gängigen Reiseveranstalter einem auch alle Fragen ganz ehrlich und offen! Gibt es hier noch ein paar gleichgesinnte Dänemark-Junkys?

C001_klr (1 von 1)