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Verlosungsaktion anlässlich unser 3.000 Facebook-Abonennenten

Etwas mehr als ein halbes Jahr ist vergangen, seit wir im letzten Jahr die Idee hatten, ein Online-Magazin von Reitern für Reiter zu gründen. Ein halbes Jahr, in dem wir viel Herzblut, Zeit und Gedankenschmalz in unser kleines Projekt gesteckt haben und von euch viel positives Feedback bekommen haben.

Auf unserer Facebook Seite haben wir nun einen hübschen kleinen Meilenstein erreicht – 3.000 Menschen folgen der Seite und zeigen damit ihr Interesse an unserem Blog. Wir freuen uns wirklich sehr darüber, dass wir das Interesse so vieler Leser mit unseren Artikeln, Bildern und Videos wecken. Wir sind dabei nicht auf das bloße Sammeln möglichst vieler Likes und Klicks aus, dennoch ist es eben für uns eine tolle Bestätigung, die ihr Leser uns damit ausdrückt. Daher freuen wir uns über jeden eurer Kommentare, eurer Klicks und Likes, weil sie uns zeigen, ihr findet gut was wir hier schreiben oder aber lest es zumindest mit Interesse, auch wenn ihr eine andere Meinung vertretet, die ihr hier natürlich auch immer gern Diskutieren und Mitteilen dürft. Wir freuen uns, wenn wir mit einem unserer Artikel die Meinung unserer Leser treffen, mit anderen aber vielleicht auch eine kontroverse Diskussion hervor rufen und an dem ein oder anderen Punkt zu einem anregenden Austausch beitragen können.

Wir finden, es ist also mal wieder an der Zeit, Dankeschön zu sagen bei all unseren Lesern und möchten euch darum wieder mit einer kleinen Verlosung ein ganz besonderes Geschenk machen.

Die liebe Coco von Foxxteufelswild hat uns ein wie wir finden ganz wunderbares Dankeschön für euch zur Verfügung gestellt. Sie fertigt in liebevoller Arbeit aus alten Hufeisen Erinnerungsstücke, die ganz besondere Hingucker sind. Sorgfältig aufgearbeitet und nach persönlichen Wünschen dekoriert entstehen unter ihren Händen wunderbare Einzelstücke und echte Schätzchen.

Unter allen Lesern, die uns hier im Blog oder auf unserer Facebookseite bis Sonntag, 26. April unter dem Beitrag einen Kommentar hinterlassen, verlosen wir einen Gutschein von Foxxteufelswild. Der Gewinner des Gutscheins kann ein Hufeisen von seinem Pferd an Foxteufelswild schicken und es nach seinen ganz eigenen Wünschen verzieren lassen. Wir wünschen allen Teilnehmern viel Erfolg und hoffen, ihr bleibt uns weiterhin treu!

Die Außensaison ist eröffnet

Am Samstag haben Pepper und ich die Außensaison eröffnet und ich glaube, besser kann man diese nicht starten!

Aber fangen wir von vorne an, denn der Tag startete für Pepper erstmal unerfreulich: Sie durfte nicht mit ihren Stuten aufs Paddock! Dementsprechend schlecht war leider ihre Laune und dies zeigte sie mir auch deutlich durch hin und her laufen und keiner Minute, die sie still stand. Damit war es leider noch nicht getan, denn jeder, der selber einen Schimmel hat weiß, wie diese gerne aussehen: dreckig! Pepper musste also morgens auch noch gewaschen werden, kam dann aber unter das Solarium. Damit hatte sie sich dann arrangiert und sie beruhigte sich zusehends.

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Nach dem Einflechten und dem Einräumen der Reitsachen haben wir uns dann auf den Weg gemacht.

Dort angekommen hatten wir genug Zeit, uns zurecht zu finden und den Parcours abzugehen, bevor wir dann Pepper fertig gemacht haben. Da wir auf Gras gestartet sind gehörte dazu auch das Stollen eindrehen. Das macht Pepper mittlerweile sehr routiniert. Nach dem Satteln und Trensen konnten wir dann auch entspannt zum Abreiteplatz.

Beim Abreiten war Pepper schon sehr gut, sie trabte und galoppierte frisch vorwärts und auch die Sprünge waren sehr gut, immer aufmerksam und voll bei der Sache. Mein Gefühl war ebenfalls sehr gut und ich freute mich auf die Runde im Parcours.

Im Parcours machte Pepper genauso weiter wie beim Abreiten. Sie war aufmerksam, galoppierte frisch vorwärts und machte einfach Spaß! Und das war wohl nicht nur mein Gefühl, denn auch nach außen muss es überzeugend gewesen sein: 8,2 und der Sieg im L-Stilspringen! Mein erster L-Sieg! Vielen Dank Pepper!

Da meine Mama die Kamera eingepackt hat, könnt ihr euch meine Runde ebenfalls ansehen.

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Das erste Turnier fürs unerfahrene Pferd

Angeregt durch unsere Serie „Aufgabenreiten“ erreichte uns eine Nachricht einer Leserin, die fragte, wie man das erste Turnier mit einem jungen und/oder unerfahrenen Pferd am Besten angeht. Wir wollen versuchen euch hier ein paar nützliche Tipps zusammenzustellen:

  • „Die meisten Prüfungen gewinnt man Zuhause.“ So formulierte meine Trainerin es mal. Ihr solltet nur eine Turnierprüfung nennen, deren Niveau ihr und euer Pferd gewachsen seid. Das erste Turnier ist schon anspruchsvoll genug – wenn dann auch noch Dinge abgefragt werden, die noch nicht ganz sicher sitzen, wird es doppelt schwer. Bereitet euch auf die anstehende Turnierprüfung Zuhause bestmöglich vor, sodass ihr euch zumindest um die anstehenden Lektionen keine Sorgen machen müsst.
  • Zeigt eurem Pferd andere Vierecke und Hallen. Fremde Umgebung ist für jedes unerfahrene Pferd aufregend. Je mehr ihr euren Pferden fremde Plätze zeigt, desto normaler wird es für sie, dass sie sich auch dort entspannt bewegen können. Bestenfalls fahrt ihr sogar mal mit Stallkameraden mit zum Turnier und reitet euer Pferd einige Runden auf dem Abreiteplatz, damit es sich schon einmal an die Atmosphäre gewöhnen kann.

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  • Verladen üben! Nichts ist nerviger als ein Pferd, dass sich morgens um 6 Uhr weigert in den Hänger zu steigen. Auch hier lohnt es, frühzeitig anzufangen zu trainieren. Wer sich hier noch Anregungen holen möchte, kann in unserem Artikel über Verladetraining nachlesen. Ist das Verladen easygoing kostet es weder Nerven des Reiters, noch des Pferdes.
  • Mindestens einen erfahrenden Helfer dabei haben, der im Idealfall auch noch Ruhe ausstrahlt und euer Pferd kennt.
  • Alles rechtzeitig planen! Wer sich am Turniermorgen noch überlegen muss, wo die weiße Schabracke liegt und in welcher Ecke sich eigentlich die Transportgamaschen versteckt haben, kommt schnell in Stress. Dieser überträgt sich aufs Pferd und besonders unerfahrene Pferde brauchen auf dem ersten Turnier einen Reiter, der Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt. Lieber alles rechtzeitig zusammenpacken und alles ohne Hektik bewältigen. (Das gilt natürlich auch für Turnierstarts mit erfahrenen Pferden.)
  • Longe mitnehmen! Auch wenn euer Pferd Zuhause nicht mehr ablongiert wird, nehmt die Longe lieber mit zum Turnier. Viele Pferde sind in der ungewohnten Umgebung sehr angespannt. Durch kurzes Ablongieren kann man erreichen, dass zumindest die erste große Spannung ein bisschen nachlässt. Das Abreiten ist dann unter Umständen um einiges einfacher.
  • Selbstbewusst sein! Versucht in jeder Sekunde, die ihr auf dem Pferd sitzt, Selbstbewusstsein auszustrahlen. So wirkt ihr auch auf euer Pferd ganz anders ein, als wenn ihr selbst eurer Sache nicht so ganz sicher seid. Bereits auf dem Abreiteplatz habt ihr die Möglichkeit, eurem Pferd zu zeigen, dass alles gar nicht so schlimm ist. Macht nach Möglichkeit alles wie Zuhause. Im Idealfall besprecht ihr mit eurem Trainer vorab, wie ihr das Abreiten am besten angeht. Ansonsten macht euch rechtzeitig ein Konzept, das ihr dann auch einhaltet.

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  • Zeigt eurem Pferd das Viereck. Vor jeder Aufgabe hat man – zumindest bis Klasse L, meistens sogar bis M – die Möglichkeit vor dem Klingeln der Richter ein wenig im Viereck umher zu reiten. In dieser Zeit solltet ihr an Tribünen, Blumenkästen und vor allem bei den Richtern vorbeireiten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es oft auch gut ist, frontal auf die Richter zuzureiten, damit euer Pferd nicht die Flucht ergreift, wenn ihr nach der Grußaufstellung auf C zureiten wollt.

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Wir hoffen, dass ihr euch mit diesen Tipps ein bisschen besser auf die kommende Turniersaison vorbereiten könnt. Zwar ist jedes Pferd, das noch nie auf einem Turnier war, anders und alle reagieren unterschiedlich, aber am meisten hilft einfach die Routine. Meine eigene Erfahrung hat gezeigt, dass es manchmal auch sinnvoll ist, zwei Prüfungen an einem Tag zu reiten. In diesem Fall kann das Pferd zweimal das Viereck betreten und findet es beim zweiten Mal vielleicht nur noch halb so schlimm. Allgemein kann man sagen, dass Reiter und Pferd mit jeder gerittenen Prüfung an Erfahrung und Routine gewinnen. Übung macht schließlich den Meister!! Seid euch bewusst, dass hier auch jeder Profireiter am Anfang durch musste.

 

Springstunde – Eindrücke

Am Donnerstag hatte ich das erste mal auf dem Außenplatz Springstunde und da die Halle bei meiner Trainerin zum Fotografieren zu dunkel ist (oder ich dafür nicht das richtige Equipment habe) und ich unbedingt wieder Fotos haben wollte (der Winter war ja auch lange genug!), hat meine Mutter sich bereit erklärt, zu fotografieren.

Und diesmal sind einige Fotos dabei herumgekommen, die ich euch nicht vorenthalten möchte! Pepper, die momentan rossig ist und auch sehr mit der Wärme zu kämpfen hatte, war sehr gut drauf. Ich bin ja immer sehr froh, wenn sie mein unzureichendes Können ausbügelt 😉

Am Anfang hatte ich etwas mit meiner Distanzfindung zu kämpfen, das war mir jedoch von Anfang an klar, da ich immer Probleme mit der Umstellung Halle-Außenplatz habe. Diesmal jedoch ging die Umstellung recht schnell von Statten (hoffentlich bleibt das so!) und wir konnten am Ende noch etwas mehr auf die zukünftigen Aufgaben hintrainieren und ich denke, anhand der Bilder sieht man, dass wir auf dem richtigen Weg sind!

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Tipps zum Aufgabenreiten – Klasse M

In unserer Serie zum Thema Aufgabenreiten kommen wir nun zur Klasse M.

Der Sprung von L nach M ist nicht zu unterschätzen. Um den Schritt in die Klasse M zu erleichtern, gibt es seit dem Jahr 2012 die L** Dressuren. Diese sind bereits an eine M* angelehnt, es finden sich also bereits flache Traversalen und der Starke Schritt in der Aufgabe, jedoch wird noch auf den Fliegenden Wechsel verzichtet.

Im Detail kommen in der Klasse M folgende neue Lektionen hinzu:

  • Schulterherein: Dieses wird in allen M* Dressuren auf beiden Händen abgefragt. Hier ist es wichtig, dass ihr nicht zuviel Abstellung wählt, so dass die Vorhand in die Bahn geführt wird, bis der äußere Vorderhuf und der innere Hinterhuf in einer Spur sind. Außerdem soll das Pferd sich nicht verwerfen und das Genick soll der höchste Punkt bleiben.

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  • Traversalen: In den M* Prüfungen werden jeweils eine halbe Traversale in jede Richtung gefordert, in M** kommen dann Zick-Zack-Traversalen mit Richtungswechseln vor. Jede gelungene Traversale beginnt mit einer guten Einleitung über ein ganz leichtes Schulterherein. In der Traversale erhöhe ich etwas das Tempo, um genug Schwung und Ausdruck zu bekommen. Ganz wichtig ist es, das Pferd genug zu biegen, dabei aber die Hinterhand nicht voraus kommen zu lassen, denn dafür gibt es direkt Punktabzug von den Richtern.

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  • Starker Trab: Neben dem Mitteltrab wird ab M* auch der Starke Trab gefordert. Somit ist auch klar: Die Richter möchten eine Steigerung vom Mitteltrab sehen, man sollte also im Mitteltrab auf der einen Seite so viel zeigen, dass er als gut bewertet wird, auf der anderen Seite nicht übertreiben, weil sonst direkt im Protokoll steht: keine Steigerung erkennbar. Wichtig ist zudem, dass nicht nur die Verstärkung selbst, sondern auch die Übergänge bewertet werden. Dementsprechend sollten diese flüssig und deutlich erfolgen.

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Die unterschiedlichen Trablektionen habe ich im Artikel schon einmal ausführlicher beschrieben und mit Fotomaterial unterlegt den Artikel zum Nachlesen findet ihr HIER

  • Starker Galopp: Auch im Galopp wird in jeder M-Dressur zwischen versammeltem, Mittel- und Starkem Galopp unterschieden und auch hier gilt es: Unterschiede deutlich zeigen! Außerdem solltet ihr darauf achten, dass euer Pferd in der Verstärkung gerade bleibt und nicht mit der Hinterhand in die Bahn kommt. Im Übergang zur Versammlung sollte der Galoppsprung raumgreifend bleiben und nicht zu flach werden. Also immer ans Weiterreiten denken!

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  • Fliegende Wechsel: Während in L-Dressuren der einfache Wechsel gefragt ist, wird ab M der Fliegende Wechsel ins Programm aufgenommen. In M* Prüfungen werden in einer Aufgabe nur ein oder zwei Wechsel abgefragt und es werden große einfache Linien genommen. Ab M** kommen dann mehr Wechsel mit dazu und die Linien werden schwerer. Wichtig ist es zum Einen natürlich, den Wechsel korrekt zu zeigen. Um Extra Punkte zu bekommen, reitet ihr zum Wechsel jeweils ein bisschen nach vorn, so dass euer Pferd den Wechsel möglichst ausdrucksvoll nach oben springt. Nachspringen (wie im Video zu sehen) oder Nicht-reagieren auf eure Hilfe sorgen dagegen für Punktabzug.

Falls ihr an dieser Stelle noch einmal den Artikel lesen möchtet, wie euer Pferd am Besten die Fliegenden Wechsel erlernt – diesen findet ihr HIER.

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Insgesamt lässt sich sagen, dass in einer M-Dressur mehr Lektionen gefordert werden und diese auch schneller aufeinander folgen, insbesondere auf dem 40er Viereck. Außerdem finden sich im Bereich der Klasse M zunehmend qualitative Pferde und gute Reiter wieder. Es wird also umso wichtiger, nicht nur die geforderten Lektionen sauber zu reiten, sondern auch Ausdruck zu zeigen, auf Risiko zu reiten um herauszustechen und positiv aufzufallen.

Zum Abschluss zeige ich euch ein Video einer M* aus letzter Saison mit Püppi. Statt zu schreiben habe ich den Ritt für euch kommentiert.

Interview mit Anna Den

Anna Den ist mit mittlerweile fast 9.000 Abonnenten auf ihrem Youtube Kanal „Anna Den“ und über 26.000 Followern bei Instagram (@anny_smoothie) sicherlich einigen von euch ein Begriff. Bekannt geworden ist dadurch, dass sie mit wunderschönen Fotos und liebevoll gestalteten Videos die Entwicklung ihrer Pferde festhält und veröffentlicht. Mit ihrem Trakehner Wallach High Pleasure ist sie erfolgreich bis zur Klasse S im Dressurviereck unterwegs und mit dem 5-jährigen Paul steht ihr bereits ein hochtalentiertes Nachwuchspferd bereit. Anna hat jedoch weder eine Facebookseite noch einen Blog, weshalb wir bislang nur ihre tollen Fotos und Videos kennen.  Umso neugieriger waren wir, wer eigentlich hinter diesen Fotos steckt und wie es dazu kam, dass Annas Accounts eine solche Reichweite erlangt haben. Wir haben uns riesig gefreut, dass Anna mit uns zusammenarbeiten möchte und uns nicht nur dieses Interview gegeben hat, sondern demnächst sogar als Gastautor für uns tätig werden wird!

IMG_9210Wie alt bist du und was machst du derzeit beruflich?

Ich bin 24 Jahre alt und studiere im Bachelor Studiengang Business Administration.

Wie bist du zum Reiten gekommen?

Pferde ziehen mich schon mein ganzes Leben lang an, doch früher hatte ich nie die Möglichkeiten, um Reiten zu lernen. Mein Elternhaus hatte mit Pferden, allgemein mit Tieren, nichts am Hut, somit musste ich mich als Kind meinem Schicksal beugen und habe fast 10 Jahre lang intensiv Ballett getanzt, da meine Mutter aus dieser Sparte kommt. In den Ferien wurde ich von einer Freundin mit zur Reiterfreizeit genommen und seitdem habe ich meine Eltern so lange genervt, bis ich endlich in einem Reitverein Stunden nehmen durfte. Das war ungefähr im Herbst/Winter 2005, ich war (leider schon) Ende 15 und somit immer mit eines der ältesten Mädchen in den Anfängerstunden.

Wie bekommst du das Reiten mit deinem Studium unter einen Hut?

Es ist alles eine Frage der Organisation. Wenn man nicht gerade 5 Pferde am Tag reiten muss, ist es kein Problem. Vor Klausuren wird dann vielleicht mal etwas mehr longiert oder die Pferde haben frei. Ich muss aber auch sagen, ich bin keine Person, die 10 Stunden am Stück lernt. In den zwei oder drei Stunden Lernpause nutze ich die Zeit sinnvoll und fahre zu den Pferden.
Falls ihr in der glücklichen Lage seid, dass eure Eltern euch im Stall entlasten können, ist es umso einfacher :). Ich bin zwar auf mich alleine angewiesen und da bin ich weitaus nicht die Einzige aber wie man sieht, es klappt auch ;-).

Wie kamst du zu High Pleasure und Paul?

Highpi und Paul habe ich durch meine Trainerin gefunden, beziehungsweise sie hat mir die Pferde über ihre Bekannte vermittelt.

Was sind deine Ziele mit den beiden für die Saison 2015?

Eigentlich setze ich mir nie richtige Ziele, es sind eher Wünsche. Da wir mit Pferden arbeiten und nicht mit Autos, kann es immer anders kommen als man geplant hat, viele werden vielleicht wissen wovon ich spreche ;-).
Mit High Pleasure würde ich mich dieses Jahr gerne in S-Dressuren verbessern und routinierter werden und mehr in Inter I Prüfungen starten. Vielleicht kann er noch den ein oder anderen Grand Prix für Jungpferde mitlaufen. Da Paul gerade mitten in der Entwicklung steht, möchte ich mich nicht auf ein Ziel festlegen, denn gerade die jungen Pferde schwanken in ihrer Arbeit zwischen „alles super toll“ bis „geht gar nichts“. Er soll das gehen, was er gut kann und was ich nicht aus ihm herausprügeln muss, denn Zufriedenheit und Losgelassenheit steht bei mir an erster Stelle.

Wie gestaltest du das Training von High Pleasure? Wie viel reitest du selber und wie oft ist er in Beritt?

High Pleasures Training variiert ständig. Da er gerade dabei ist, den Sprung in den Grand Prix zu lernen, wird er zwei bis drei Mal die Woche mitgeritten, da ich ihm keinen Grand Prix beibringen kann. Vor Turnieren, das heißt in der Saison, reite ich ihn überwiegend alleine. Einen Tag in der Woche hat er immer frei und einen anderen Tag reite ich entweder ohne Sattel rum, was wir beide super gerne machen oder ich reite bei gutem Wetter aus oder gehe auf die Rennbahn (da bin ich jedoch sehr abhängig vom Wetter). Ansonsten geht er auf den Paddock (- wegen Frischgrasallergie/Unverträglickeit darf er nicht auf die Wiese).

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Was war der schönste Moment mit deinen Pferden, an den du dich gern zurückerinnerst?

HP hat mir im vergangenen Jahr total viele unvergessliche Momente ermöglicht. Einer davon war unser erster S-Sieg, an den ich mich sehr gerne zurückerinnere.

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Ein anderer, bedeutender Moment war die Teilnahme am TSF Dressurchampionat anlässlich des Trakehner Hengstmarktes.

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Paul war einfach die ganze Saison über super. Er ist mein erstes so junges Pferd, somit waren die Reitpferde- und Dressurpferdeprüfungen auch etwas Neues für mich. Der schönste Moment war wahrscheinlich sein letztes Turnier, an dem er mit einer Note von 8,3 als bester Vierjähriger die Dressurpferde-A gewonnen hat.

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Wie bist du zu Instagram gekommen?

Instagram kannte ich bis vor ein paar Jahr noch gar nicht und habe es mir von einer Freundin zeigen und erklären lassen.

Warst du überrascht davon, dass du bei Youtube und Instagram so bekannt geworden bist? Was glaubst du, woran das liegt?

Ja, ich war SEHR überrascht! Mit Youtube habe ich aus einem simplen Grund angefangen. Da ich Russin bin, habe ich einige Verwandte in Russland, unter anderem meinen Papa, der mich sehr unterstützt bei der Reiterei. Ich habe meine ersten M-Dressuren hochgeladen, damit sich meine Familie meine Prüfungen auch in Russland anschauen und sich ein Bild davon machen kann, was ich so treibe. Das ist eigentlich der einzige Grund, weswegen ich Videos hochgeladen habe, daran hat sich auch nichts geändert. Klar, mittlerweile sehen meine Videos auch fast 9000 Menschen mehr, das motiviert mich auch andere Formate hochzuladen, nicht nur Turnierprüfungen, aber wäre da nicht meine Familie am anderen Ende der Welt, wüsste ich nicht, ob ich überhaupt jemals einen Kanal eröffnet hätte.

So ähnlich war es auch bei Instagram, ich habe in einem kleineren Rahmen meine Trainigserfolge dokumentiert und einfach Bilder meiner Pferde hochgeladen und es wurden immer mehr und mehr Abonnenten. Ich muss zugeben, damals hatte ich noch nicht mal den Sinn hinter Instagram verstanden und wie es alles funktioniert und habe mich einfach aus Gruppenzwang angemeldet, weil meine Freundinnen es auch hatten. Im Prinzip bin ich eine von Millionen von Mädchen, die reiten, mehr nicht! Dass ich jetzt über 26.000 Abonnenten habe ehrt mich sehr und eine Antwort, woran es liegen könnte, habe ich nicht, denn ich verstehe es selbst nicht! Das müsste man mal die Abonnenten fragen.

Du hast keinen eigenen Blog oder eine Facebook-Seite, sondern teilst nur Fotos und Videos. War das eine bewusste Entscheidung?

Ich muss sagen ja, es war eine bewusste Entscheidung. Ich wurde so oft gefragt, ob ich nicht mal eine Facebook-Seite aufmachen könnte und ich musste eigentlich nie lange überlegen… Das kam für mich nicht in Frage. Meine Absichten waren NIE, viele Abonnenten zu erreichen, „bekannt“ zu werden oder sonstiges in diese Richtung. Ich habe mich schon immer ausschließlich auf meine Dressurarbeit und die allgemeine Arbeit mit den Pferden konzentriert und möchte davon auch nicht abkommen. Den Youtube Kanal und meinen Instagram-Account habe ich bewusst eröffnet, da stehe ich hinter, aber ein Blog oder eine Facebook-Seite wären nur die Folge des resultierenden Interesses aus den zuvor genannten Accounts. Selbstvermarktung, mehr Likes, Klicks und Follower sind für mich nicht von Bedeutung, dafür habe ich weder instagram, noch Youtube aufgemacht. Natürlich verändert man sein „Postingverhalten“ (ich weiß nicht, wie ich es anders nennen soll) bei steigender Abonnentenzahl, doch im Wesentlichen bleibt mein Kerngedanke immer gleich. Übertrieben ausgedrückt: Ich möchte durch meine sportliche Leistung und den Weg dorthin Anerkennung bekommen und nicht, weil ich schöne Bilder mit meinem Pferd vor einem Sonnenuntergang gemacht habe. Deswegen möchte ich nicht auf allen Plattformen, die es gibt, vertreten sein und die Menschheit mit meinen belanglosen Bildern zuspammen. Bei Instagram poste ich fast alles, was meine Pferde betrifft, auf einer Facebook-Seite würde ich sowieso nicht viel mehr veröffentlichen.
Zum Schluss ist es mir sehr wichtig zu erwähnen, dass ich keinen verurteile, der eine Facebook-Seite oder einen Blog oder sonstiges hat. Ich toleriere alles und jeden und akzeptiere jedermanns Entscheidungen. Das Beispiel mit dem Pferd vor dem Sonnenuntergang war nur eine Übertreibung, um meine Gedanken besser zu verdeutlichen. Fühlt euch bitte nicht angegriffen, falls ihr so ein Bild habt, ich liebe Sonnenuntergänge und hätte ich die Möglichkeit, würde ich auch solche Bilder machen lassen.
Tut mir leid, falls ihr diese Antwort als etwas verwirrend oder komisch empfunden habt, aber so bin ich eben manchmal, verwirrend und komisch, hahahaha!

Wirst du mittlerweile auf Turnieren etc. angesprochen, und wenn ja, ist das ein schönes Gefühl oder auch mal unangenehm?

Es ist tatsächlich vorgekommen, dass ich auf Turnieren angesprochen wurde. Das Gefühl war sehr eigenartig….. Wie soll ich es erklären? Ich bin ein stinknormales Mädchen und bekomme in dem Augenblick besondere Aufmerksamkeit, die man eigentlich nur bei wichtigen Menschen gewohnt ist. Ich stufe mich jedoch keines Falles nur annähernd als wichtig ein, somit geht es für mich in die Richtung beschämend, vielleicht auch unangenehm und sehr überraschend. Zwischen meinem Gefühlschaos fühle ich mich jedoch in erster Linie unbeschreiblich geschmeichelt.

Was aber super oft vorkommt, fast nach jedem Turnier, ist, dass ich Nachrichten bekomme, dass ich da und da gesehen wurde, man sich aber nicht getraut hat mich anzusprechen. Leute, ich verstehe euch voll und ganz, ich traue mich auch nie jemanden anzusprechen, hahaha! Somit sind wir dann schon zwei, die sich nichts trauen.

 

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Ist es schwierig eine Grenze zu ziehen zwischen dem, was man veröffentlicht und der Privatsphäre?

Nein, es ist für mich gar nicht schwer. Im Vordergrund steht die Arbeit mit meinen Pferden, das ,was ich angebracht finde, poste ich, was nicht, poste ich nicht.

Wie steht dein Umfeld zu Instagram etc.?

Mein Umfeld schenkt meiner Präsenz auf den sozialen Plattformen keine große Aufmerksamkeit. Manchen ist es egal, manche verfolgen es mit, manche belächeln mich und ziehen mich ab und zu damit auf. Ich komme mit allen Umgangsarten super klar.

Liebe Anna, vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast. Wir wünschen dir und deinen Pferden alles Gute für die Saison 2015 und freuen uns auf viele weitere tolle Bilder und Videos von dir!

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Neue Fotos vom Blondinchen

Da es bei uns nicht viel zu berichten gibt und wir uns einfach nur ungemein auf die Weidesaison freuen, gibt es diesmal nur einen kleinen Fotobeitrag vom letzten Shooting.

Wir haben die ersten Zeichen vom Frühling genutzt und uns mit der neuen Eskadron-Kollektion eingekleidet (Darknavy-pink). Ich habe das große Glück, dass der Hof auf dem Jeany wohnt, von vielen schönen Feldwegen umgeben ist, die wir auch bereiten dürfen. Das ist nicht nur für Fotos schön, sondern auch in der täglichen Arbeit eine super Abwechslung!

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Über den Traum vom Fohlen aus der eigenen Stute

„Mein absoluter Traum wäre ein Fohlen aus meiner eigenen Stute“ – Wer von euch hat dies auch schon mal gedacht oder gesagt? Viele Reiter kaufen sich gerade deshalb eine Stute, um die Möglichkeit zu haben, später mal ein Fohlen zu ziehen. Ich möchte in diesem Artikel all diejenigen ansprechen, die sich ernsthaft mit diesem Gedanken beschäftigen, denn bei diesem Unterfangen gibt es einige Dinge zu bedenken und zu beachten.

Da ich selbst aus einer kleinen Züchterfamilie stamme, bin ich damit groß geworden, dass in jedem Frühjahr ca. zwei bis vier, manchmal auch fünf Fohlen geboren wurden und möchte meine Erfahrungen gerne teilen. Zufälligerweise beschäftige ich mich selbst gerade mit der Hengstauswahl für meine Stute, die wegen eines Unfalls leider nicht mehr reitbar ist.

„Nicht mehr reitbar“ – eigentlich schon ein gutes Stichwort. Jeder Reiter möchte ein gesundes und „haltbares“ Pferd, es soll belastbar über viele Jahre hinweg sein und unter Umständen auch höheren Anforderungen gewachsen sein. Wichtig ist es daher, dass man keine Stuten zur Zucht einsetzt, die selbst eher „weich“ sind und zum Beispiel wegen wiederkehrender gesundheitlicher Probleme nicht sporttauglich sind. Dabei ist zu unterscheiden zwischen Krankheiten, die durch Unfälle o.ä. entstanden sind (z.B. ein Knochenbruch, der zwar gut verheilt ist, aber keiner größeren sportlichen Belastung standhalten kann) und Krankheiten, die ohne außerordentliche Beanspruchung entstanden sind. Bestes Beispiel hierfür sind Sehnenschäden – früher wurden nur Stuten zur Zucht eingesetzt, die sich vor Pflug und Wagen bewährt hatten, die also gesund und kräftig waren. Heutzutage ist es immer öfter der Fall, dass Stuten, die dem Sport nicht standhalten, in die Zucht gehen. Eine Tatsache, die meiner Meinung nach mit dem Ziel widerstandsfähige Sportpferde zu züchten schlecht vereinbar ist.

Wer aber eine gesunde Stute hat, kann schon einen Schritt weiter gehen! Wichtig ist, sich zunächst zu überlegen, was mit dem Fohlen passieren soll. Ist es für den Eigenbedarf und soll die Stute somit nur dieses eine Fohlen bekommen? Soll die Stute eine Pause haben, sei es weil der Besitzer ein Jahr im Ausland ist, selbst schwanger ist oder oder oder? Soll die Stute gänzlich zur Zuchtstute werden?

Wenn diese ganzen Punkte gegeben sind und eure Stute fit ist für eine Trächtigkeit, kann’s fast schon losgehen – fehlt nur noch der passende Hengst! „Passend“ – bedeutet, der Hengst soll nach Möglichkeit die Schwächen der Stute verbessern, die Stärken aber nicht vermindern. Dabei sollte man darauf achten, dass man nicht zwei Extreme miteinander vermischt. Man sollte also eine dressurtalentierte Stute, von der man sich ein Fohlen wünscht, dass auch ein gewisses Springtalent mitbringt, eher mit einem Hengst anpaaren, der sowohl einen guten Dressur- als auch einen guten Springindex hat, als mit einem reinen Springhengst. Meistens empfiehlt es sich, wenn man Beratung in Anspruch nimmt. In Frage kommen hierfür Zuchtverbände oder erfahrene Züchter. Diese können in der Regel die Qualität der Stute gut einschätzen und kennen sich meistens auch schon mit der Abstammung aus und wissen „welches Blut“ gut dazu passt. All diese Erfahrung, die diese Leute über viele Jahre hinweg gesammelt haben, ist auf keinen Fall von der Hand zu weisen und stellt eine große Hilfe bei der Entscheidung dar.

Bevor man Zuchtverbände, Berater oder Züchter kontaktiert, Hengstkataloge wälzt und sich Hengste anschaut, sollte man sich zunächst genau überlegen, welche Mängel die eigene Stute hat, also was der Hengst verbessern soll und welches Zuchtziel man erreichen möchte, damit man nicht von der schier unendlichen Auswahl übermannt wird.

Aufschlussreich kann es außerdem sein, sich die Hengste, die man bereits in der engeren Auswahl hat, live anzuschauen. Dazu bieten sich zum einen Hengstpräsentationen an, manchmal kann man sich die Hengste auch im Training ansehen. So bekommt man die Möglichkeit nochmal andere, persönliche Eindrücke zu sammeln, wie die Hengste sich in der Arbeit bzw. in der Öffentlichkeit präsentieren. Auf Fohlenschauen kann man sich außerdem Nachkommen von verschiedenen Hengsten anschauen und sich ein Urteil darüber machen, wie sie sich vererben, welche Eigenschaften der Mutter verbessert wurden usw. Hierbei muss man aber berücksichtigen, dass längst nicht alle Fohlen präsentiert werden.

Sofern das Fohlen nicht verkauft werden soll, sondern für den Eigenbedarf ist, kann man völlig unbefangen an die Hengstauswahl herangehen. Möchte man das Fohlen aber verkaufen, sollte man in Betracht ziehen, dass bestimmte Hengste oder Linien attraktiver auf Käufer wirken als eher unbekannte, nicht so populäre Vererber.

Darüber hinaus sind die Kosten, die eine Trächtigkeit mit sich bringt, auf keinen Fall zu vernachlässigen.

Neben den laufenden Kosten für die Stute wie Schmied, Impfen, Wurmkuren, Versicherung und Boxen- bzw. Weidemiete (sofern man nicht über einen eigenen Stall verfügt), kommt nämlich noch ein Haufen zusätzlicher Kosten hinzu.

Decktaxen für die Hengste beginnen bei den Warmbluthengsten bei ca. 500 Euro, nach oben hin ist die Grenze eher fern. Hengste, die bereits über einige gute Nachkommen verfügen, werden meistens um die 1000 Euro gehandelt. Wird die Stute mit Frischsamen besamt, muss man außerdem noch den Samenversand bezahlen (ca. 30 Euro) oder den Samen selbst abholen. Neben Besamung besteht noch die Möglichkeit, die Stute per Natursprung decken zu lassen. In der Warmblutzucht wird der Natursprung kaum noch praktiziert. Dieser bringt für die Stute, aber auch für den Hengst ein paar Risiken mit sich: Der Hengst kann durch Tritte der Stute beim Aufsprung verletzt werden, die Stute könnte durch die Hufe oder ggf. den Nackenbiss verletzt werden. Aus eigener Erfahrung kann ich aber berichten, dass ich bisher noch keine dieser Verletzungen mitbekommen habe. Bei uns hat sich aber mittlerweile die Besamung bewährt. Die Stute muss dafür meistens nicht zur Deckstelle gefahren werden, sondern kann Zuhause besamt werden. Da die Trächtigkeitsrate beim Natursprung höher ist, ist dieser eher für Stuten geeignet, die schwer tragend werden. Bei der künstlichen Besamung wird außerdem vermieden, dass ansteckende Krankheiten übertragen werden (z.B. ansteckende Gebärmutterentzündung). Übrigens: In der Vollblutzucht ist die künstliche Besamung verboten – man möchte verhindern, dass einzelne Hengste durch künstliche Besamung unverhältnismäßig viele Nachkommen zeugen.

Für Tupferprobe und Besamung durch den Tierarzt sollten insgesamt ca. 80-100 Euro kalkuliert werden. Danach folgen Follikelkontrolle und Ultraschalluntersuchungen, um festzustellen, ob die Stute „aufgenommen“ hat. Man untersucht in der Regel ab dem 15./16. Tag nach der Besamung, manchmal muss die Untersuchung auch mehrmals durchgeführt werden, da die Trächtigkeit in manchen Fällen erst um den 20. Tag herum festgestellt werden kann. Um die Trächtigkeit bestätigen zu lassen, sollte die Stute zwischen dem 30. und 40. Tag ein weiteres Mal untersucht werden. Diese Posten schlagen mit ca. 130 Euro zu buche.

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Viele von euch werden in der letzten Zeit außerdem vom Herpes-Virus gehört haben. In den meisten Fällen handelte es sich hierbei um den EHV-4 Virus. Bei Stuten kann neben dem EHV-4 Virus auch der EHV-1 Virus zum Abort führen. Um den Virusabort zu verhindern, sollte die Stute vor der Trächtigkeit grundimmunisiert sein und im 5., 7. und 9. Trächtigkeitsmonat geimpft werden. Die Kosten hierfür sind ca. 120 Euro.

Nicht zu vergessen ist außerdem, dass die Stute in ein Stutbuch aufgenommen werden muss, damit das Fohlen volle Papiere und somit auch den Brand bekommt. Dafür ist es nötig, dass die Stute in einem Zuchtverband eingetragen ist, für den der ausgewählte Hengst auch zugelassen bzw. anerkannt ist. Hat man z.B. eine Hannoveranerstute, ist es naheliegend diese im hannoverschen Stutbuch eintragen zu lassen. Der ausgewählte Hengst muss dann aber auch für die Hannoveranerzucht zugelassen sein. Die Eintragung der Stute kostet bis zu 150 Euro, das Ausstellen des Pferdepasses inkl. Abstammungsnachweis für das Fohlen nochmal etwa 100 Euro

Bevor das Fohlen überhaupt geboren ist, fallen also schon Kosten in Höhe von etwa 1700 Euro an.

Neben den Kosten müssen sich Zuchtneulinge unter Umständen damit beschäftigen, die Haltung zu ändern. Wer bisher ein Sportpferd hatte, steht in den meisten Fällen auch in einem Sportstall. Meistens gibt es hier nicht die Möglichkeit, so zu halten wie es für eine Zuchtstute optimal ist. In der Regel ist eine (erstgebährende) Stute bei zuchterfahrenen Menschen am besten aufgehoben, sie kann im besten Fall den Sommer in einer Stutenherde auf der Weide verbringen und wird im Winter vor der Geburt entsprechend mit Zusatzfutter versorgt. Spätestens zur Geburt sollte die Stute dann aber in einen Zuchtstall umziehen, damit man die Geburt optimal vorbereiten und überwachen kann. In Ställen, in denen man auf Fohlengeburten spezialisiert ist, gibt es in der Regel gut durchdachte Systeme, damit die Stute nicht allein fohlen muss, z.B. Geburtsmelder (Birth-Alarm) und Videoüberwachung.

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Wer sich dafür entscheidet, ein Fohlen aus der eigenen Stute zu ziehen und sich somit einen womöglich lang gehegten Traum zu erfüllt, sollte sich definitiv sicher sein, dass weder die Risiken (Resorption des Embryos, Aborte, problematische Geburten) noch die Kosten zu verkennen sind. Als Zucht-Neuling ist es darüber hinaus sehr ratsam sich einen erfahrenen Züchter zu suchen, der einem zur Seite steht, bei dem man die Stute vielleicht sogar auch untergebracht hat, und der einen unterstützt und bei Fragen und Sorgen weiterhelfen kann. Wer sich final für das Fohlen aus der eigenen Stute entschieden hat, dem können wir versichern, dass es etwas tolles ist, das eigene Fohlen aufwachsen zu sehen!

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Einen guten Leitfaden für Züchter bietet u.a. der Hannoveraner Verband. Ähnliche Broschüren findet man aber von nahezu jedem Verband, wenn man ein wenig recherchiert.

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Habt ihr Fragen zu diesem Thema oder spielen einige von euch vielleicht selbst gerade mit dem Gedanken, eure Stute decken zu lassen? Wenn Interesse daran besteht, bin ich gerne bereit eine Fortsetzung zum Thema „Das Fohlen ist da, was muss alles bedacht werden?“ zu schreiben.

Püppi hat Pause und wir testen den CEECOACH!

Es wird Zeit für ein Püppi-Update! Bei uns ist einiges passiert in den letzten Wochen, zusammenfassend kann man wohl von einem Wechselbad der Gefühle sprechen!

Die ersten beiden Turniere für Ende März waren schon genannt und ich war voller Vorfreude, aber Püppi ging zuletzt irgendwie schlechter, sie klemmte ein bisschen und zog einfach nicht mehr so gut aus der Hinterhand wie sonst und lief hinten auch unsauber. Da ich extrem vorsichtig bin was die Gesundheit angeht, sind wir deshalb vor 3 Wochen in die Klinik gefahren. Das war im Nachhinein auch eine gute Idee, denn auf hartem Boden und gebogener Linie offenbarte sich eine leichte Lahmheit vorne links. Auf weichem Boden konnte ich keinerlei Lahmheit erkennen, es war wirklich minimal. Also wurde eine Leitungsanästhesie gemacht. Hierbei werden bewusst bestimmte Nerven im betroffenen Bein ausgeschaltet, um zu erkennen, von welcher Stelle die Lahmheit ausgeht. Die Tierärztin arbeitete sich von unten nach oben, Hufrolle und Fesselkopf blieben anästesiert unverändert, daran lag es also schon einmal nicht. Aber als der Fesselträger anästhesiert war, war auch die Lahmheit weg. Als nächstes wurde also Ultraschall vom Fesselträger gemacht. Allerdings war auf diesem keinerlei Befund zu sehen, also keine Risse oder Auffaserungen oder sichtbare Reizungen. Ich war sehr erleichtert, weil Fesselträgerverletzungen, wie sicherlich viele von Euch wissen, immer sehr langwierig sind. Also handelt es sich wohl um eine ganz minimale Reizung, die noch nicht zu sehen war, weil wir direkt gehandelt haben. Wir sind dann erst einmal 2 Wochen Schritt geritten. Letzte Woche war dann noch meine Tierärztin da, die Püppi circa alle 6 Monate mit Akupunktur und Physio behandelt, sie hat einen ganzheitlichen Ansatz und arbeitet viel mit chinesischer Medizin. Ich habe wieder vorgetrabt, Püppi war zum Glück bereits wieder völlig lahmfrei aber lief hinten „eierig“. Sie hat dann starke Blockaden im Rücken entdeckt, wie ich es bereits vermutet hatte, weil der Sattel drückte. Durch die Blockaden hinten hat sie die linke Vorhand etwas überlastet, daher kommt wohl diese minimale Reizung. Sie konnte die Blockaden aber durch Akupunktur super lösen, man sah Püppi richtig an, wie sich sich zunehmend entspannte und wie locker der Rücken nach der Behandlung war.

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Nach der Behandlung sind wir noch eine Woche Schritt gegangen, heute durften wir dann das erste Mal wieder ein paar Runden Trab dazunehmen. Das dürfen wir ganz langsam steigern und in zwei Wochen steht ein weiterer Kontrolltermin an. Sofern dann alles gut ist, können hoffentlich wieder richtig antrainieren.

Also bin ich nun auch auf Sattelsuche. Das ist natürlich gar nicht so einfach, wenn man nicht richtig reiten kann! Zum Glück darf ich momentan einen gebrauchten Prestige Sattel testen, der gut liegt, vom Sattler bereits für passend befunden wurde und sich im Schritt sehr gut anfühlt. Ich bin total gespannt und hoffe, dass er auch beim Antrainieren weiter so gut bleibt bzw. Püppi gefällt.

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Ich bin natürlich traurig zum Einen weil Trainingspausen für das Pferd ja immer unschön sind und Püppi mir natürlich leid tut, zum Anderen, weil wir nun erst verspätet in die neue Saison starten können. Aber Hauptsache ist natürlich, dass Püppi schnell wieder fit wird und die Saison geht ja zum Glück noch ein bisschen länger. Also versuche ich positiv zu sein, reite fleissig Schritt und die paar Runden Trab und hoffe, dass wir in 2 Wochen das Go bekommen, wieder richtig loszulegen! Und damit wir ein Ziel vor Augen haben, habe ich zumindest mal eines meiner Lieblingsturniere Ende Mai vorgemerkt, in der Hoffnung dass wir dieses vielleicht als Saisonauftakt nutzen können!

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Soweit zu den schlechten Nachrichten – zum Abschluss habe ich aber auch noch tolle Neuigkeiten zu vermelden: Wir freuen uns wirklich riesig, dass sich die Firma Peiker bereit erklärt hat, uns für den Blog ein CEECOACH zur Verfügung zu stellen. Es handelt sich hierbei um ein ganz neues Coachphone für den Reitunterricht, bei dem Reitlehrer und Schüler per Bluetooth miteinander kommunizieren und das Schreien des Reitlehrers nicht mehr nötig ist 🙂 Wir haben ein Test-Phone bereits erhalten und werden dieses für Euch mit unterschiedlichen Pferden demnächst einem ausführlichen Praxistest unterziehen und darüber natürlich berichten. Zudem wird uns der CEECOACH über die Saison auch auf Turniere etc. begleiten. An dieser Stelle möchten wir der Firma Peiker ganz herzlich für das Vertrauen danken!

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Wir haben dem CEECOACH bereits einen ersten Schnelltest untezogen, aber werden es natürlich in der nächsten Zeit ausgiebig testen und Euch berichten, wie wir damit klar kommen.

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Tipps zum Aufgabenreiten – Klasse L

Weiter geht’s mit der Aufgabenserie: Heute befassen wir uns mit der Dressurprüfung der Klasse L*. Seit der letzten Änderung der LPO gibt es auch die Klasse L**. Diesen werden wir beim nächsten Beitrag zusammen mit der Klasse M* aufgreifen.

Von nun an sind Pferd und Reiter allein im Viereck unterwegs. Das kann je nach Gemüt des Pferdes Vor- und Nachteile mit sich bringen. Ausnahme ist die L1, die auch mit bis zu vier Pferde-Reiterpaaren hintereinander geritten werden darf.

Dressurprüfungen der Klasse L können sowohl auf Trense als auch auch Kandare geritten werden. Hier gibt es bezüglich der Startberechtigungen einen Unterschied: Auf Kandare darf erst ab Leistungsklasse 4 geritten werden, L-Dressuren auf Trense dürfen auch Reiter mit Leistungsklasse 5 reiten.

Das Video, was wir euch in diesem Artikel zeigen, zeigt eine über weite Strecken gelungene Aufgabe. Allerdings galoppiert das Pferd beim ersten einfachen Wechsel nicht richtig an. Geritten wird im Video die L2.

In Dressurprüfungen der Klasse L folgen die geforderten Lektionen schon viel schneller hintereinander als noch in der Klasse A. Außerdem werden zum ersten Mal die versammelten Tempi im Trab und Galopp gefordert werden. Das Pferd muss also schon so weit gefördert sein, dass es genügend Last aufnimmt, um diesen Anforderungen gewachsen zu sein.

Die L2 beginnt im Arbeitstrab, es ist also empfehlenswert, ein frisches Arbeitstempo vorzulegen, damit der Übergang zum versammelten Trab gut sichtbar ist. Nach der Grußaufstellung folgt zunächst noch im Arbeitstrab halbe Volte rechts und halbe Volte links. Hier muss das Pferd gut eingerahmt und durch den äußeren Schenkel begrenzt werden, damit die Hinterhand genau in die Abdrücke der Vorderhufe einspurt. Das Umstellen auf der Mittellinie, wo ihr eine Pferdelänge geradeaus reitet, soll geschmeidig und nicht „herumgeschleudert“ sein. Der neue äußere Schenkel muss also gleich nach dem Umstellen die Hinterhand wieder gut begrenzen. Achtet auch auf genügend Biegung innerhalb der einzelnen halben Volten.

In der L2 wird außerdem ein Übergang vom Arbeitstrab zum versammelten Trab gefordert. Der Reiterin im Video gelingt dieser Übergang leider nicht so perfekt, er ist kaum zu erkennen. Besonderes Augenmerk liegt auch auf den Übergängen vom Mitteltrab zurück zum versammelten Trab, das Pferd soll möglichst schnell wieder Last aufnehmen und sich versammeln ohne dabei kurze, schnelle Tritte zu machen.

Das Rückwärtsrichten in dieser Aufgabe wird bei X gefordert, ist also für die Richter perfekt einsehbar. Wichtig ist, dass das Pferd flüssig, gerade und diagonal zurücktritt und sich nicht gegen die Reiterhand wehrt. Aus dem Rückwärtsrichten wird direkt im Schritt angeritten, ohne dass das Pferd vorher hält. Aus dem Rückwärts muss also ein fließender Übergang folgen.

Danach ist es wichtig, dass die gesamte Schritttour raumgreifend und entspannt ist. Das Pferd im Video verfügt leider über einen begrenzten Schritt, kommt aber verhältnismäßig gut zum Schreiten und lässt den Hals gut fallen. Die Kurzkehrtwendung an der kurzen Seite bei A gelingt nicht besonders gut, der Kreis, den die Hinterhand des Pferdes beschreibt, ist zu groß. Die Wendung ist nicht zentriert genug.

Nach der Kurzkehrtwendung ist es wichtig, dass das Pferd noch bis nach der Ecke guten Schritt geht. Erst in der Ecke werden die Zügel verkürzt, das Pferd aufmerksam gemacht, um dann im versammelten Tempo anzugaloppieren. Die folgende lange Seite sollte der Reiter nutzen, um das Pferd gut geradezurichten und vor die treibenden Hilfen zu bringen, damit die folgende Lektion – Aus der Ecke kehrt – gelingen kann. Der Braune im Video springt in der Kehrtvolte fleißig weiter, die Volte könnte allerdings noch etwas kleiner geritten werden.

Der Übergang zum Schritt an der kurzen Seite gelingt zwar, der einfache Wechsel ist durch das falsche Angaloppieren allerdings trotzdem misslungen. Man kann auch gut erkennen warum: Die Reiterin richtet das Pferd im Schritt nicht genügend gerade. Als die Hilfe zum Angaloppieren erfolgt, ist das Pferd noch gar nicht richtig in die neue Richtung gestellt und gebogen. Die nächsten Lektionen erfolgen analog zur rechten Hand: Aus der Ecke kehrt und einfacher Galoppwechsel an der kurzen Seite. Damit das Pferd nicht traversartig zurück zum Hufschlag galoppiert, kann man leicht an Schultervor denken.

Danach folgt an der nächsten langen Seite der Mittelgalopp. Hier sollte zwar beherzt losgeritten und Rahmen zugelassen werden, allerdings nur so, dass der Übergang vor der Ecke harmonisch durchgeführt werden kann. Der Mittelgalopp sollte jedoch dennoch bis zum Ende der langen Seite geritten werden und nicht bereits in der Mitte abgefangen werden. Das Pferd muss kontrolliert zurückgeführt werden, da Mitte der kurzen Seite schon der Übergang zum versammelten Trab erfolgen muss. Wer sein Pferd also nach dem Mittelgalopp nicht schnell genug wieder zusammen hat, kann auch keinen schönen Übergang zum Trab erreichen. Als letztes kommt vor der Schlussaufstellung noch einmal Mitteltrab.

Zusätzlich zu einer L-Dressur auf Trense zeigen wir euch noch eine Dressurprüfung Klasse L auf Kandare, damit ihr euch auch hier einen kleinen Einblick verschaffen könnt. Geritten wurde in diesem Fall die L7; üblich sind im Normalfall auf Trense die Aufgaben L2-L4 (die L1 wird nur sehr selten ausgeschrieben), auf Kandare werden meistens die Aufgaben L5-L11 geritten, wobei L10 und L11 L**-Aufgaben sind.

Dieser Ritt ist ziemlich gut gelungen. Wer sich das Video bis zum Ende anschaut, hört auch noch den mündlichen Richterkommentar zum Ritt.

 

Knackpunkte in der Klasse L sind im Allgemeinen die Versammlung und die einfachen Galoppwechsel, wobei sich diese beiden Punkte gegenseitig bedingen, und oft auch die Kurzkehrt- bzw. Hinterhandwendungen. Wenn Pferd und Reiter diese Dinge sicher beherrschen, steht einem Start in einer Dressurprüfung Klasse L nichts mehr im Weg und wir hoffen, dass wir mit unserem Artikel ein paar wichtige Tipps liefern konnten.

Viel Erfolg!