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12 Monate Pferdebesitzer – Der Januar mit Püppi

Pferdebesitzer sein, das ist für viele ein Traum, den sie sich unbedingt erfüllen möchten. Pferdebesitzer sein, das ist verbunden mit viel Verantwortung, Zeit, Geld, Sorgen, Überraschungen und natürlich ganz besonders viel Freude. Wir nehmen euch mit durch unser Jahr, immer Montags gibt es einen Monatsbericht über eins unserer vier Tagebuchpferde. Was hat uns bewegt, worüber haben wir uns gefreut und was bereitet uns Sorge? Begleitet uns durch ein spannendes Jahr und lest regelmäßig, was es für uns persönlich bedeutet, ein Pferdebesitzer zu sein.

Kalenderwoche 2 – Püppis Januar
Winterwetter und Schneematsch bei -3 – +2° C

Gerade zwei Wochen jung ist das neue Jahr, also berichte ich euch über den Zeitraum ab Mitte Dezember.

Besonders gefreut habe ich mich diesen Monat über:

Die Serienwechsel

Die Serienwechsel sind jetzt im Winter deutlich sicherer geworden. Püppi ist immer schnell übermotiviert, je mehr Wechsel man mit ihr reitet, und es hat eigentlich wirklich das ganze Jahr gedauert, bis sie während der Wechsel gelassener wurde. Nun kann ich ganz locker 4er, 3er und 2er Wechsel reiten und sie bleibt bei mir, ich kann das Tempo hoch halten oder sie auch versammeln, die Wechsel sitzen wie am Schnürchen. Ein gutes Beispiel dafür, dass es nicht an der Lektion selber liegt, Wechsel springt Püppi schließlich schon, seitdem sie 5 Jahre alt ist, aber es hat einfach Zeit gebraucht, bis sie gelernt hat, gelassen zu bleiben. Das I-Tüpfelchen war dann der 24.12., als mein Vater das erste Mal 9 Einerwechsel am Stück geritten ist!

Darüber habe ich mir Sorgen gemacht:

Den Paddockboden

Da bin ich wohl ein Stück weit typischer Dressurreiter und kann nicht ganz raus aus meiner Haut: Als wir Anfang Januar Blitzeis und Schnee bekamen, habe ich mir Sorgen um den Boden auf dem Paddock gemacht und Püppi durfte drei Tage nicht raus. Auf der anderen Seite mache ich mir dann immer Sorgen, dass sie zu unausgelastet ist, wenn sie dann wieder rauskommt, aber zum Glück ist sie sehr vorsichtig und hat gut auf ihre Beine aufgepasst.

Zur Zeit arbeiten wir gerade an:

Der Linkspirouette.

Die Pirouetten fallen Püppi nicht leicht, aber rechts hat sie mittlerweile richtig verstanden, was sie machen soll, kommt super zurück und springt schön unter, das sieht schon richtig nach einer guten Pirouette aus, sogar eine ganze klappt schon. Links ist das deutlich schwerer, und wir arbeiten daran, dass sie es auf dieser Hand genau so versteht.

Schönstes Erlebnis diesen Monat:

Cathy (von Emmi) hat uns besucht und ist Püppi geritten. Das hat super geklappt und ich war so stolz, wie gut Püppi unter ihr lief! Sie ist mittlerweile ein richtiges Lehrpferd geworden, wenn man im Galopp das Gewicht verlagert springt sie einfach Wechsel, aber sobald man klare Hilfen gibt und es „richtig“ macht, macht sie alles wie am Schnürchen. Ich habe mich total gefreut, dass sie so unkompliziert und toll unter einem fremden Reiter läuft, weil ich es ganz wichtig finde, dass das Pferd nicht nur unter dem eigenen Reiter gut geht. Ich habe die beiden auch gefilmt und Cathy wird in Kürze davon berichten.

Dafür habe ich unerwartet Geld ausgegeben:

Unerwartete Kosten hatte ich zum Glück nicht, im Dezember kam jedoch die jährliche Tierhalterhaftpflicht-Rechnung, die man ja gern vergisst, sie schlug mit knapp 100 Euro zu Buche.

Wenn Püppi noch etwas sagen könnte:

Paddock ist ja ganz ok, aber wann wird es endlich wieder warm? Ich will wieder auf meine Weide..

 

Produkttest: Spooks Reithose „Ricarda Full Grip“

Eine Rubrik, die wir bisher auf Horsediaries sehr vernachlässigt haben, sind Produkttests. Dabei google ich selber oft nach Erfahrungsberichten, bevor ich ein Produkt kaufe, gerade wenn ich es online bestellen will. Daher gibt es ab nun hoffentlich etwas häufiger mal Produkttests auf dem Blog zu lesen, wenn wir uns oder den lieben Pferden etwas Neues gönnen.

Los geht es heute meinen Erfahrungen mit der Spooks Reithose Ricarda Grip Full. Ich habe lange mit mir gehadert, ob ich sie bestelle oder nicht. Nicht zuletzt, weil ich über die Qualität von Spooks Reithosen nicht nur Positives gehört habe. Vielleicht geht es dem einen oder anderen von euch ähnlich und mein Erfahrungsbericht kann euch bei der Entscheidung helfen.

 

Bestellung & Versand

Ich habe die Hose direkt bei Spooks online bestellt. Es lohnt sich, dort öfter mal vorbeizugucken, da in dem Onlineshop oft einzelne Produkte reduziert werden. Wenn man etwas kauft, bekommt man manchmal auch Rabattgutscheine mit dem Produkt zusammen zugeschickt. Zum Originalpreis und ohne Gutscheincode kaufe ich daher nie Spooks Sachen, da es rausgeschmissenes Geld wäre.

Das Einkaufen bei http://www.spooks.de ist sehr einfach und unkompliziert. Es gibt viele verschiedene Zahlungsarten, unter anderem kann man auch auf Rechnung einkaufen. Die Zahlung per Rechnung wird über ein Partnerunternehmen abgewickelt (Klarna) mit dem ich bisher nur positive Erfahrungen gemacht habe. Der Versand erfolgt zügig und alles wird hübsch verpackt.

 

Passform & Größe

Ich habe lange gezögert, die Hose ohne vorherige Anprobe online zu bestellen, weil Reithosen nunmal möglichst gut sitzen müssen. Zumindest mir ist das sehr wichtig, denn eine unbequeme Reithose ziehe ich sowieso nicht an, mag sie noch so hübsch aussehen. Zum Glück passt mir die Spooks Ricarda Full Grip wirklich gut.

Die Größen fallen bei Spooks grundsätzlich eher klein aus. Ich trage Größe M und bin damit sehr zufrieden, sie ist auch lang genug. Ich bin 1,70m groß und trage in Pikeur Reithosen 76, bei Cavallo 72.

Der Stoff der Hose ist ziemlich dünn und sehr elastisch. Das finde ich persönlich sehr angenehm. Theresa hat die gleiche Reithose allerdings im Reitsportgeschäft anprobiert und sie gerade wegen des sehr dünnen Stoffs nicht gekauft. Sie fand die Hose zwar auch außerordentlich bequem, aber der Stoff war ihr dann doch etwas zu dünn und dadurch gerade an den Oberschenkeln nicht unbedingt vorteilhaft ;-). Das ist also Geschmackssache. Ich hatte bei meiner Bestellung auch die Ricarda Full bestellt, also das selbe Modell mit normalem Vollbesatz. Diese war komischerweise deutlich unbequemer, weshalb ich sie zurückgeschickt habe.

Durch den dünnen Stoff ist die Ricarda Full Grip Reithose nicht besonders warm, aber da der Stoff so dehnbar ist, kann man locker noch eine Strumpfhose unterziehen. Ich trage auf den Fotos selbst eine Strumpfhose drunter, da wir die Bilder bei -3 Grad gemacht haben ;-). Die Hose sitzt etwas tiefer als gewöhnliche Reithosen und dadurch mehr auf der Hüfte, woran ich mich erstmal gewöhnen musste.

 

„Kommst du so rauf?“ „Klar, kein Problem… Oder vielleicht doch? :D“

 

Qualität & Verarbeitung

Ich muss zugeben, dass ich Spooks nicht wegen der Qualität kaufe, sondern weil ich die Sachen einfach hübsch finde. Das ist allerdings das erste Mal, dass ich dort eine Reithose gekauft habe. Meine Erwartungen an die Qualität waren nicht besonders hoch. Bisher schlägt sich die Hose jedoch gut und ich bin positiv überrascht. Sollte sich im Laufe der Zeit daran etwas ändern, werde ich das hier im Beitrag aktualisieren.

Das Einzige, was etwas verstörend ist, ist die Waschanleitung. Man darf die Hose laut Hersteller nämlich nicht schleudern. Wie stellt sich Spooks das bitte vor? Ich wasche die Hose natürlich nicht einzeln und jetzt eine gesamte Maschine wegen einer Reithose nicht zu schleudern, ist mir auch zu blöd. Daher wasche ich sie ganz normal, ihren ersten Waschgänge mit Schleudern hat sie auch bereits problemlos überlebt.

 

Preis

Die Reithose Ricarda Full Grip kostet direkt bei Spooks 139,90€ plus Versand. Das ist kein günstiger Preis und man bekommt für das Geld sicher auch bei Pikeur oder Cavallo eine super Reithose. Allerdings gibt es wie schon erwähnt öfter Aktionen und Rabattcodes (z.B. 15€ bei Newsletter-Anmeldung) und dadurch kann man den Preis etwas drücken.

 

Fazit

Ich finde die Reithose einfach total schick, vor allem die weiß-blauen Aufnäher haben es mir sehr angetan. Außerdem ist sie sehr bequem und vor allem für den Sommer finde ich den dünnen Stoff toll.

Ich persönliche reite außerdem sehr gerne mit Grip-Besatz. Man klebt noch ein bisschen besser am Sattel als mit normalem Vollbesatz. Auch staut sich die Hitze beim Reiten bei Grip-Reithosen nicht so sehr wie unter Vollbesatzhosen. Dadurch, dass man nicht einen durchgängigen Besatz aus festem Stoff hat, sondern viele kleine Grippunkte, ist die Hose insgesamt elastischer. Allerdings nutzt sich der Grip nach meiner bisherigen Erfahrung mit Grip-Reithosen anderer Marken deutlich schneller ab als der klassische Vollbesatz aus Lederimitat.

Ob die Spooks Ricarda Full Grip ihrem Preis wirklich gerecht wird, wird sich daher erst in den nächsten Jahren zeigen, da sich eine gute Reithose meiner Meinung nach vor allem durch ihre Belastbarkeit auszeichnet.

 

Dieser Testbericht steht in keiner Verbindung zur Spooks GmbH und stellt lediglich meine ehrliche Meinung dar. Weder haben wir das Produkt gesponsert bekommen noch werden wir für diesen Beitrag in irgendeiner Weise bezahlt.

 

 

12 Monate Pferdebesitzer – Der Dezember mit Zausel

Pferdebesitzer sein, das ist für viele ein Traum, den sie sich unbedingt erfüllen möchten. Pferdebesitzer sein, das ist verbunden mit viel Verantwortung, Zeit, Geld, Sorgen, Überraschungen und natürlich ganz besonders viel Freude. Wir nehmen euch mit durch unser Jahr, immer Montags gibt es einen Monatsbericht über eins unserer vier Tagebuchpferde. Was hat uns bewegt, worüber haben wir uns gefreut und was bereitet uns Sorge? Begleitet uns durch ein spannendes Jahr und lest regelmäßig, was es für uns persönlich bedeutet, ein Pferdebesitzer zu sein.

Kalenderwoche 1 – Zausels Januar

Hamburg, Frost und Blitzeis bei  -10 – +2° C

Da wir hier den Anfang machen, ist grade einmal eine Woche im Januar vergangen und das Jahr  noch blutjung. Wir wollen hier immer über den Zeitraum von etwa einem Monat berichten, darum greife ich auch ein bisschen zurück in das letzte Jahr.

Besonders gefreut habe ich mich diesen Monat über:

Der Zausel ist fit und munter, das ist ja für uns schon Grund genug, eine kleine Party zu schmeißen. Ich konnte im Dezember fleißig reiten und der Zausel hat mir einige tolle Momente im Sattel bereitet! Besonders froh oder eher erleichtert war ich, als wir ein Mittel gegen das Kotwasser gefunden haben – darüber berichte ich demnächst noch in einem extra Beitrag.

Darüber habe ich mir Sorgen gemacht:

Über das oben schon erwähnte Kotwasser! Davon abgesehen, dass es echt unappetitlich und eklig ist, das ständige Waschen bei der Kälte nervt und das Pferd sowie sämtliches Zubehör widerlich stinken, bereitet es einem immer ganz schön Sorgen, wenn etwas mit den Pferden nicht stimmt. Da Kotwasser in der Regel eine langwierige Geschichte ist und viele Mittel nicht halten, was sie versprechen, hatte ich große Angst, dass das für uns zum frustrierenden Dauerthema wird. Außerdem hat die Haut vom Zausel – typisch Fuchs – sehr sensibel auf das aggressive Kotwasser reagiert und hatte bereits kahle Stellen an den Hinterbeinen. Außerdem habe ich ihm deutlich angemerkt, dass ihm das ständige Wasserlassen sehr unangenehm bis schmerzhaft war.

Zur Zeit arbeiten wir grade an:

Nach Weihnachten fing der Zausel an ein wenig  zu schwächeln, irgendwie war er nicht mehr so in Form, ließ sich beim Reiten ganz schön bitten, kam sehr auf die Hand und hatte die Leichtigkeit verloren, mit der ihm noch vor Weihnachten alles von der Hand ging. Vielleicht war es das nasskalte Wetter über Weihnachten oder er brauchte einfach ein bisschen Pause, auf jedenfall war er heute plötzlich wieder ausgesprochen gut drauf. Wir arbeiten nun wieder vorsichtig an der Durchlässigkeit, über Weihnachten und Neujahr hat er nicht so viel getan und scheint ein kleines bisschen eingerostet zu sein. Wichtiger ist aber erstmal, dass er so gut drauf wie heute bleibt und wieder locker flockig arbeiten mag.

Schönstes Erlebnis diesen Monat:

Wir sind an einem herrlich sonnigen Wintertag nur in Begleitung des Hundes eine Runde im Schritt raus gegangen und das Zauselchen war sowas von entspannt und artig und das ist für den Zausel wirklich beachtlich. Da gibts dann doch nichts schöneres als gemeinsam mit dem Pferd und dem Hund die Sonne zu genießen und eine ganz entspannte Runde im Schritt durch die Gegend zu spazieren! Alleine haben wir uns schon eine Ewigkeit nicht mehr wirklich vom Hof weggetraut, weil der Zausel das eigentlich nicht mag und dann schnell schrecklich hysterisch wird und mitunter einfach entscheidet, den Rückweg anzutreten, egal was sein Reiter davon hält. Die letzten drei Jahren waren wir dann eigentlich immer in Begleitung von Sam, der Stute meiner Mutter draußen und mit ihr zusammen hat er gelernt, auch entspannt vorweg zu gehen und ist mit der Zeit immer entspannter und verlässlicher geworden. Da ich eh fast immer mit meiner Mutter zusammen im Stall bin, gab es wenig Notwendigkeit, sich alleine weiter weg vom Hof als die obligatorische Runde um die Anlage zum Warmreiten zu wagen. Nun haben wir es einfach mal wieder gewagt und siehe da: Völlig problemlos! Das ist ein tolles Gefühl und macht einen noch unabhängiger.

Dafür habe ich unerwartet Geld ausgegeben:

Für den Tierarzt und diverse Mittelchen gegen das Kotwasser. Wir haben sowohl eine Blutprobe als auch eine Kotuntersuchung machen lassen, um dem Grund für das Kotwasser herauszufinden. Mit Laborkosten und Medikamenten kamen da mal eben 160 € zusammen. Und dann ist noch die Rechnung für die Zahnbehandlung im November eingetrudelt, das ist zwar nicht wirklich unerwartet, sondern fällt ganz planmäßig einmal im Jahr an, schlägt aber auch mit 150 € zu Buche.

Wenn Zausel noch etwas sagen könnte:

Schnee, Eis und Kälte sind mir echt egal, aber Regen hasse ich einfach wie die Pest. Kann man bei schlechtem Wetter nicht die Heuraufe in den Unterstand stellen? Sodass wir nicht mehr vor die Tür müssen?

 

Nie wieder Dressur?

Hallo ihr Lieben,

kaum zu glauben, dass mein letzter Bericht schon wieder über einen Monat her ist. Der Dezember ist wirklich schnell vergangen. Ich hatte euch das letzte Mal von den Problemen erzählt, die ich mit Emmi beim Reiten habe.

Deshalb war Anfang Dezember eine Osteopathin bei uns, die auch andere alternative Heilmethoden anwendet. Ich werde mal versuchen, euch die Behandlung aus meiner Sicht zu beschreiben, bitte entschuldigt, wenn ich mich dabei unfachmännisch ausdrücke ;-).

Die Osteopathin hat sich Emmi zunächst im Schritt angesehen und dabei direkt ihre Problemstellen gefunden. Anschließend hat sie dann die Muskulatur warm massiert und dabei schon einige Verklebungen der Muskeln behandelt. Danach hat sie sich um die Blockaden gekümmert. Emmi hatte einen Beckenschiefstand, den sogar ich als Laie erkennen konnte. Ich habe nur vorher nie darauf geachtet. Außerdem hatte sie einen schiefen Kiefer und Blockaden am Widerrist. Auch am Fesselträger vorne links war etwas nicht in Ordnung. Diese Probleme wurden alle osteopathisch behandelt. Außerdem wurde Emmi noch mit einem Matrix Gerät massiert, was ihr anfangs etwas suspekt war. Am Ende wurde sie noch mit einem Lasergerät akupunktiert und dann war die Behandlung nach gut 1,5 Stunden auch geschafft. Emmi war dabei wirklich sehr brav und hat sich toll darauf eingelassen.

Die ersten Tage danach durfte ich nur longieren und dann langsam wieder anfangen, vorwärts-abwärts zu reiten. Ich muss sagen, dass die Behandlung nicht den riesigen Durchbruch gebracht hat. Allerdings ist Emmi insgesamt etwas lockerer und macht einen zufriedeneren Eindruck. Insofern denke ich, dass die Behandlung ihr auf jeden Fall geholfen hat.

Leider hat sich bei mir in den letzten Wochen herausgestellt, dass mir die Dressurarbeit mit Emmi keinen Spaß mehr macht. Ich dachte immer, dass es daran liegt, dass wir momentan nicht weiterkommen. Daran, dass ihr bestimmte Lektionen einfach sehr schwer fallen. Daran, dass ihr vielleicht etwas weh tut. Und im Zweifel daran, dass ich einfach nicht hart genug trainiere, um die Leistung zu erbringen, die ich mir wünsche.

Ich habe daher versucht, mich mehr anzustrengen und mir vorgenommen, noch mehr Unterricht zu reiten. Öfter auf dem Pferd zu sitzen. Irgendwann allerdings kam der Punkt, dass ich nur noch genervt und frustriert war.  Jedes Mal habe ich mich mit den selben Problemen beschäftigt und sobald etwas schief ging, war ich innerlich auf 180. Ich habe es gehasst, dass ich jedes Mal so lange lösen muss. Dass ich jedes Mal 10 Trab-Galopp-Übergänge reiten muss, bis Emmi sich nicht mehr raushebt. Ich hatte sogar einen Hass auf ihren Bewegungsablauf, ich konnte nicht traben, ohne mich über Emmi zu ärgern. So schwarz auf weiß geschrieben klingt das furchtbar lächerlich und undankbar, aber so waren meine Gefühle einfach. Da habe ich gemerkt, dass es so nicht weitergehen kann. Dass mehr Training, mehr Druck und mehr Ehrgeiz mir ganz sicher nicht mehr weiterhelfen werden. Ich hatte mir schon viel zu viel Druck selbst gemacht. Und ich hatte einfach keine Lust mehr.

Daraufhin habe ich mit meiner Reitbeteiligung gesprochen und sie hat mir einen großen Teil meiner Tage erstmal abgenommen. Wenn ich doch im Stall war, habe ich longiert, bin gesprungen oder habe einfach nur geputzt. Dabei habe ich gemerkt, wie der ganze Druck so langsam von mir abgefallen ist. Es tut mir gerade so gut, all die Ziele und den sportlichen Ehrgeiz mal hinter mir zu lassen. Momentan habe ich gar kein Bedürfnis, Emmi zu reiten. Wenn ich doch mal drauf sitze, dann nur aus Verpflichtungsgefühl, damit sie bewegt wird. Das ist auf der einen Seite erschreckend, aber ich bin froh, dass ich mir das eingestehen konnte. Wie es mit Emmi weitergehen soll, weiß ich noch nicht genau. Aber wenn die Lust nicht wiederkommt und ich mich tatsächlich entscheide, sie erstmal nicht mehr zu reiten, wird sich sicher eine neue Lösung für uns beide finden.

Um mal zu gucken, ob es wirklich an Emmi liegt oder eher daran, dass mir insgesamt momentan nicht so nach Reiten ist, probiere ich morgen mal Püppi von Anna aus. Ich bin schon gespannt, wie es wird, nach Jahren mal wieder ein anderes Pferd zu reiten und noch dazu so ein gutes Pferd. Vielleicht gibt mir das wieder ein bisschen Perspektive und weckt meine Freude an der Dressur auf. Wir werden euch auf jeden Fall davon berichten.

 

Move it Baby

Der Zausel hat im Moment eine wahnsinnig gute Phase, so gut, dass ich mich eigentlich schon wieder gar nicht traue, davon zu erzählen, weil das bestimmt Unglück bringt…

Aber da der letzte Bericht schon wieder einige Wochen her ist, dachte ich, ich bin euch mal wieder ein Update schuldig.

Es ist jetzt gute 6 Wochen her, dass der Zausel nach wochenlanger Pause auf der Weide ganz offiziell gesundgeschrieben ist und ganz normal belastet werden darf. Wir haben also langsam wieder das Training aufgenommen, da gesundheitlich aber nicht zu besonderer Vorsicht geraten war, konnten wir recht schnell wieder richtig arbeiten.
Der Zausel hat die Pause erstaunlich gut weggesteckt und eigentlich war ihm schon bei den ersten Reiteinheiten kaum etwas von der langen Trainingsunterbrechung anzumerken. Ich glaube, das ist auch ein Verdienst des Offenstalls und dem ausgiebigen Weidegang. Er hat sich dadurch trotzdem recht viel bewegt und ist einfach nicht so eingerostet, sondern ist ganz locker flockig aus der Pause wieder ins Training gestartet.

Relativ schnell habe ich dann auch wieder den Unterricht aufgenommen, der einfach immer noch mal mehr Spaß bringt, als wenn man so für sich alleine durch die Halle reitet. Außerdem gestaltet sich dadurch natürlich auch das Training viel gezielter und anspruchsvoller und es stellen sich schneller Erfolge ein.

Der Zausel hat also in den letzten Wochen tolle Fortschritte gemacht und von der langen Pause im Sommer merkt man ihm nichts mehr an. Winter ist auch definitiv seine Jahreszeit, es plagt ihn der Husten viel weniger als im Sommer und irgendwie ist er auch sonst einfach besser drauf. Ich habe ihn dieses Jahr wieder nicht eingedeckt und so sieht er inzwischen aus die ein hochbeiniges Shettlandpony. Trotz dem dicken Plüsch ist er aber sehr motiviert und mit Freude an der Arbeit unterwegs und ist auch bei Frost und Schnee nicht verspannt oder klemmig. Er scheint sich im Moment rundum wohl zu fühlen und das sieht man ihm auch an.

Es ist schon lustig, aber mittlerweile kenne ich ihn so gut, dass ich ihm schon im Gesicht ansehe, wie es ihm geht. Er hatte vor ein paar Jahren wirklich unheimlich schlechte Phasen, in denen er nur ein Schatten seiner selbst war. Es gab Zeiten, da musste ich ihn mit der Peitsche anticken, damit er sich überhaupt in den Galopp bewegen ließ, selbst mit massivem Druck von Peitsche und Körpersprache war es nicht möglich ihn länger als eine Runde am Laufen zu halten. Kaum hat man den Druck weggenommen, fiel er in den Schritt oder blieb direkt mit hängendem Kopf stehen.
Das ganze war für mich eine Zeit voller Sorgen, Frustration und Zweifel, diverse Tierärzte fanden keinen wirklichen Grund für seine schlechte Verfassung und gleichzeitig wusste ich, dass da etwas sein musste.
Umso glücklicher macht es mich, ihn im Moment zu sehen, wo er mir immer freudig entgegen kommt, wenn ich ihn rufe (was möglicherweise auch den Möhrchen geschuldet sein könnte, die er dann immer bekommt), wo er mit wachem Blick und glänzenden Augen am Putzplatz steht, das Putzen ohne giften und angelegte Ohren duldet, beim Satteln ruhig stehen bleibt und unterm Reiter stehts locker und fleißig losläuft.
Und neulich habe ich ihn mal wieder an die Longe gehängt und er rannte und bockte um mich herum, dass es eine reine Freude war. Ab und an macht er sogar beim Reiten einen kleinen Freudenbuckler, für die meisten Reiter mag das wohl eher kein Grund zur Freude sein, aber mir kann er kaum ein schöneres Geschenk machen, als so deutlich zu zeigen, wie gern er sich wieder bewegt, wie viel Kraft und Energie er hat.

Im Unterricht bereitet er mir auch große Freude, weil ihm vieles einfach sehr leicht fällt und man recht schnell auch wieder an schwierigeren Aufgaben arbeiten kann. Er ist ein guter Lehrmeister, der einem nichts schenkt, wenn man sich als Reiter aber nicht ganz doof anstellt wahnsinnig schnell versteht, was man von ihm möchte und dann auch bereit ist, sich für seinen Reiter anzustrengen und richtig zu arbeiten. Das macht natürlich riesigen Spaß und ich merke in jedem Unterricht, was für ein tolles Pferd ich habe und das jede kleine und große Krise, durch die wir gemeinsam gegangen sind, durch dieses Reitgefühl entschädigt wird. Er ist einfach der beste Zausel weit und breit.

Bei allem überschwänglichen Lob wäre der Zausel aber natürlich nicht der Zausel, wenn er mir nicht auch in solchen Hochphasen ein kleines bisschen Sorgen bereiten würde.
Seit Monaten plagt ihn und auch unsere Stute fieses Kotwasser. Es begann im Frühjahr und ich vermute, dass die beiden die Heulage einfach nicht mehr so gut vertragen. Wir hatten deshalb auf Heu umgestellt, wodurch allerdings sofort der Husten so schlimm wurde, so dass wir doch wieder auf die Heulage zurückgreifen mussten. Während des Sommers war es dann durch die Weide besser, wenn auch nicht ganz weg. Seit die Weiden nun dicht sind, ist es ganz schlimm geworden und es ging den Pferden auch nicht besonders gut damit. Mal ganz abgesehen davon, dass es echt eklig ist, war es ihm auch sichtlich unangenehm und er trat immer nervös von einem Bein aufs andere wenn er wieder einen Strahl Wasser lassen musste.
Dem Pferd täglich die Beine und den Hintern waschen zu müssen ist im Winter auch kein Spaß, das Kotwasser reizt die Haut, durch die ständige Nässe vom Waschen wird das noch verschlimmert und ganz davon abgesehen ist ja auch ganz offensichtlich etwas im Verdauungstrakt nicht in Ordnung.

Als erste Maßnahme nahmen wir den jährlich anstehenden Zahnarztbesuch in Angriff und beide Pferde haben die Zähne gemacht bekommen. Erfreulicherweise warteten keine bösen Überraschungen und bis auf ein paar kleine Haken, die abgeschliffen wurden, musste nichts groß korrigiert werden. Die Zähne waren also in Ordnung und kein Grund für das Kotwasser, folglich brachte der Zahnarztbesuch auch keine Besserung.
Als nächstes fütterten wir ein vom Tierarzt empfohlenes Präperat zu, welches aber auch nicht wirklich Besserung brachte. Dann wechselten wir das Futter und konnten damit zumindest schon mal eine Besserung feststellen. Das Kotwasser ist nicht verschwunden, aber deutlich weniger geworden, es scheint beiden Pferden auch deutlich besser zu gehen und sie zeigen zumindest kein Unwohlsein mehr. Dennoch bleibt es ein Problem, welches ich in 10 Tagen mit seiner Tierärztin für alternative Heilmethoden angehen möchte. Ich hoffe, dass wir mit ihr gemeinsam einen Weg finden, die Ursachen des Kotwassers zu beheben.

Weil das ganze aber ein etwas Umfangreicheres Thema ist, wollte ich darauf noch mal in einem eigenen Artikel eingehen, wenn jemand von euch aber einen wertvollen Tipp hat, würde ich mich darüber natürlich sehr freuen.

 

 

 

Lebenszeichen von Püppi

Ich hoffe, ihr wisst noch wer Püppi ist? 🙂 Ja, ich habe wirklich viel zu lange nichts mehr berichtet über sie! Nach unserem letzten M-Sieg sind wir in die Winterpause gegangen und ich war auch nur wenig im Stall, weil ich beruflich sehr viel unterwegs war. Und wie das so ist, wenn man dann doch mal reitet, hat man keinen dabei, der einen filmen könnte etc. etc. und so vergehen die Monate.

Was ist also seit September passiert bei uns? Eigentlich gar nicht so furchtbar viel! Püppi läuft glücklicherweise total konstant gut, wann immer ich mal zwischendurch es doch in den Stall schaffe und sie reite macht sie wahnsinnig viel Spaß, in der Dressurarbeit hat sich der Galopp nochmal deutlich weiterentwickelt, besonders die Serienwechsel, in denen Püppi ja doch im Sommer noch sehr übereifrig war, sind viel gelassener und gleichmässiger geworden, und auch in der Pirouettenarbeit kommen wir sehr gut voran. Ansonsten haben wir den jährlichen Zahnarztbesuch, das Scheren, die Umstellung von Weide auf Paddock etc. hinter uns gebracht.

Am letzten Wochenende habe ich dann doch drum gebeten, 5 Minuten gefilmt zu werden, weil ich die Serienwechsel mal festhalten wollte. Was ich nicht wusste: 1) Mein Vater hatte in der Woche anscheinend zuviel Einerwechsel geübt und 2) der Vorfüreffekt schlug zu. Ich ritt einmal 4-er und einmal 3-er Wechsel, funktionierte alles wunderbar. Meistens höre ich dann direkt damit auf, wenn sie das so gut gemacht hat! Sollte ich wohl öfter mal nicht tun sondern noch ein paar hinterher reiten! Denn nun wollte ich ja vor die Kamera. Und plötzlich wurde Madame dann doch von Diagonale zu Diagonale heißer, zurück in alte Muster quasi.. Nun ja, das Ergebnis seht ihr auf dem kurzen Video, und wer genau hinschaut, findet die Einwechsel 🙂

Auf dem zweiten Teil des Videos findet ihr eine Zusammenfassung von Püppis letzten beiden Springstunden! Seit einigen Wochen haben wir wieder mit dem Springen begonnen, nachdem wir seit August eine Pause eingelegt hatten, und es zeitlich nicht reinpasste. Ich bin super stolz, dass Püppi von der ersten Stunde wieder dabei war, als hätte sie keine 3 Monate nicht gesprungen, mit gespitzten Ohren geht sie jeden Sprung an, hat sichtlich Spaß und ich finde, für ein Dressurpferd macht sie das richtig gut! Was meinen die Springreiter unter euch dazu? Man merkt auf jeden Fall, dass ihr das Springen gut tut, es ist eine schöne Abwechslung, es gymnastiziert sie und sie ist immer sehr locker und zufrieden am nächsten Tag.

Und hier findet ihr das Video:

Back to business – Theresa reitet wieder!

Einige von euch haben sicher die Sache mit dem Ei auf Zausels Bein in den letzten Monaten verfolgt. Zehn Wochen Pause hat sich der Zausel insgesamt gegönnt, bis meine Geduld mit ihm und seinem Bein am Ende war.
Angefangen hatte es Anfang August, als sich plötzlich nach dem Reiten eine Schwellung auf dem Bein zeigte. Mehrere Untersuchungen durch den Tierarzt brachten ein paar hübsche neue Bilder für das Röntgenalbum und die Ultraschallgalerie, aber irgendwie keine wirkliche Diagnose. So richtig was zu sehen war auf den Bildern nicht, außer, dass dort eine Schwellung vorliegt, das allerdings konnte man auch mit bloßem Auge erkennen.  Weil die Schwellung aber immer nur nach Belastung auftrat und nach einigen Stunden Ruhe wieder so gut wie verschwunden war, haben wir die Belastung mal ein paar Wochen weggelassen und den Zausel und sein Bein geschont.

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Man kann nicht behaupten, dass die Schonungsphase ergebnislos geblieben wäre, immerhin ist ein beachtlicher Weidebauch, plüschiges Winterfell und ein ausgeglichener und zufriedener Zausel aus ihr hervorgegangen, dem Bein hat es allerdings keinen bemerkenswerten Vorteil verschafft. Es wurde nach wie vor dick, sobald er Zausel zwei Runden getrabt war. Ich hatte das Gefühl, dass uns weitere Schonung irgendwie nicht voran bringen würde und nach 10 Wochen Pause ohnehin auch das meiste verheilt sein dürfte, was man sich so am Bein zuziehen könnte (Zerrungen, Dehnungen oder ähnliches). Also haben wir die Strategie geändert und einfach mal geschaut, was mit dem Bein passiert, wenn man es mehr als nur ein paar Runden belastet, ob es dann schlimmer wird, gleich bleibt oder vielleicht durch regelmäßige Bewegung auch doch besser wird, so wie es immerhin auch letztes Jahr war.

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Ich habe also den mit seiner Situation eigentlich durchaus zufriedenen Zausel von der Weide geholt, wieder mit einem Sattel ausgestattet und angefangen, ihn zu reiten. Auch wenn er darauf vielleicht nicht unbedingt gebrannt hatte, machte er doch recht motiviert und bemüht mit. Ich unternahm zwei Versuche, dem Ei am Bein mit Blutegeln beizukommen, aber so richtig Appetit auf die Beule hatten die nicht und die Schwellung kam weiterhin nach wenigen Trabtritten innen über dem Fesselkopfgelenk zum Vorschein. Das Bein zeigte sich aber immerhin auch von regelmäßiger Belastung recht unbeeindruckt, es wurde weiterhin dick. Nicht dicker als zuvor, aber auch kein Stück dünner. Immerhin machte es keinen Unterschied, ob ich viel oder wenig ritt und es war stets am nächsten Tag wieder dünn. Also fing ich auch an, ein bisschen Unterricht zu reiten. Irgendwie blieb aber doch immer ein ungutes Gefühl dieses anschwellende Bein einfach zu ignorieren, ohne eine eindeutige Diagnose zu haben. Nach ungefähr drei Wochen hatte ich den Zausel grade etwas aufgewärmt, als mein Trainer in die Halle kam. Er war sich nicht so ganz sicher, ob der Zausel wirklich ganz astrein trabte und auch ich hatte mir schon ein paar mal ein leichtes Nicken in der Anlehnung eingebildet. Wäre da nicht die Sache mit dem Ei auf dem Bein, hätte ich wohl nicht so ins Pferd hineingehört, aber so war dann doch das Bedürfnis groß, die Sache doch noch mal einem anderen Tierarzt (dem vierten dann) vorzustellen.

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Frei nach dem Motto – Wenn schon, denn schon – machte ich einen Termin in einer Klinik aus. Nun sollte das Bein aber bitte auch komplett auf den Kopf gestellt werden. Der Zausel  hatte dann bis zum Termin noch mal drei Tage frei, einen Tag vor dem Termin in der Klinik bin ich dann noch mal geritten, um zu wissen, ob ich da mit einem lahmen Pferd anreise oder nur mit einem Ei auf dem Bein.
Ich konnte aber absolut keine Lahmheit feststellen und so führen wir mit einem lahmfreien Pferd mit Ei auf dem Bein nach Bewegung los.

Die Nacht vorher war ich trotzdem besorgt, eigentlich wollte ich nur hören, dass die Schwellung harmlos war und ich damit einfach weiter reiten könnte. Immerhin tat nichts weh, er lahmte nicht, so viel konnte doch nicht gegens Reiten sprechen, oder? Oder eben doch, weil ein durch Bewegung anschwellendes Bein nie ein gutes Zeichen ist!? Eine Verlängerung der Reitpause wäre schade, aber zu verkraften, zumal der Winter vor der Tür stand und wer geht da schon gern in den Stall!? Was aber, wenn dem Zausel strikte Boxenhaft verordnet werden würde? Er operiert werden müsste? Alleine beim Gedanken daran bekam ich ein flaues Gefühl im Magen…

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Die Fahrt in die Klinik verlief problemlos und kaum abgeladen, benahm sich der Zausel vorbildlich, bis auf dass er unaufhörlich allen ins Ohr brüllte. Während der ganzen Untersuchung, keinen Satz konnte man sprechen, ohne von dem Brüllaffen unterbrochen zu werden. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr das nerven kann…

Der Tierarzt hat sich alle mitgebrachten Röntgenbilder angesehen und das Bein an sich untersucht,  dann den Zausel im Trab auf hartem Boden und in Wendungen angesehen und schließlich 10 min. in der Halle traben lassen. Die erste gute Nachricht: Der Zausel ist lahmfrei, kein nicken, kein hinken, kein humpeln.
Die zweite gute Nachricht: Das Ei entsteht durch einen alten Riss in der Gelenkskapsel, aus dem durch den erhöhten Druck während der Bewegung Gelenksflüssigkeit austritt und sich unter der Haut sammelt und dort zu diesem Ei führt. Damit hat der Zausel mal wieder ganze Arbeit geleistet, wenn es darum geht, Tierärzte mit möglichst seltenen Krankheiten herauszufordern. Mainstream kann ja jeder, der Zausel ist eher für etwas Extravaganz, wenn es um seine Wehwehchen geht. Solche Kapselrisse sind beim Pferd wohl ausgesprochen selten, so selten, dass der Tierarzt gleich seinen jungen Kollegen rief, um sich die Rarität an Zausels Bein anzusehen. Das ist für den jungen Kollegen und seine zukünftigen Patienten toll, ich bin mir aber nicht sicher, ob dem Zausel diese besondere Aufmerksamkeit so gut bekommt, nicht dass er sich davon angespornt fühlt, sich gleich die nächste seltene Krankheit anzulachen.

Die Sache ist auf jeden Fall schmerzfrei und stört auch sonst nicht weiter, man kann damit einfach weiter reiten und er kann damit ohne Probleme alt werden.
Sollte sich die Beule irgendwann noch viel weiter ausweiten, kann man den Riss in der Kapsel auch operativ verschließen, solange die Beule an sich aber so wenig Probleme bereitet, sieht der Tierarzt dazu keinerlei Veranlassung. Mit etwas Druck von außen in Form von Bandagen oder Gamaschen kann man die Beule etwas im Zaum halten und sie wird nicht ganz so dick, um das Gewebe zu schonen, sollte man das auch auf jeden Fall tun. Ansonsten hilft kein Schmieren, kein Salben, kein Punktieren und kein Besprechen, ich soll das Ei Ei sein lassen und den Zausel ganz normal belasten und bewegen.

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Diese äußerst erfreuliche Nachricht gabs Dank nicht benötigter neuer Röngtenbilder oder anderer teuer Diagnoseverfahren auch noch zum absoluten Schnäppchenpreis und wir sind glücklich und zufrieden nach Hause gefahren. Fast ganz zufrieden zumindest: Ein bisschen stellt man sich natürlich schon die Frage, warum die drei anderen Tierärzte keine passende Idee zu dem Befund hatten und anstatt dann einfach an einen netten Kollegen zu verweisen, aus Verlegenheit lieber das 8. Röntgenbild von dem Bein anfertigen. Aber man wird ja alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu: Besser gleich Nägel mit Köpfen machen und in die Klinik fahren als zuhause ewig rumzudoktern.

Die Hauptsache ist für mich, dass der Zausel nun offiziell gesundgeschrieben ist und ganz normal geritten werden kann. Das lasse ich mir ja nicht zwei mal sagen und reite schon wieder fleißig zwei mal die Woche Unterricht – wer weiß, wie lange mir das Vergnügen vergönnt bleibt, ehe sich der Zausel wieder was neues, seltenes ausdenkt.

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Vom Bloggen und dem echten Leben…

Sicherlich geht es nicht an euch vorüber,  dass es hier immer mal Phasen gibt, in denen wir viel posten und welche, in denen wir wenig posten. Zur Zeit ist grade so eine Phase, in der wenig passiert. Das liegt daran, dass wir keine hauptberuflichen Blogger sind, sondern bloggen, weil es uns Spaß macht.

Gibt es gerade etwas Spannendes zu erzählen oder bewegen uns Dinge, von denen wir meinen, sie könnten auch für euch interessant sein, dann schreiben wir einen Artikel und teilen unsere Erfahrungen mit euch. Manchmal passieren aber auch einfach nicht so viele Dinge, über die wir hier berichten könnten. Manchmal haben wir neben unseren Berufen und den 127 anderen Dingen, die man so tun muss (Steuererklärungen, Wäsche waschen, in den Urlaub fahren, Umziehen, Lernen, Geschenke besorgen, zum Arzt gehen…) keine Zeit oder irgendwie einfach keine zündende Idee für den nächsten Artikel.

Wir haben uns mehrfach zusammen gesetzt (eher virtuell in unserer Whatsapp-Gruppe, aber heutzutage zählt das ja auch) und haben uns vorgenommen wieder mehr zu posten. Weil wir fanden, damit der Blog professionell rüber kommt, muss hier jede Woche etwas passieren. Am besten mehrmals. Wahrscheinlich müsste es auch wirklich so sein, damit wir als professionell gelten, aber wenn wir ehrlich sind, können wir das gar nicht leisten. Dazu sind wir alle viel zu eingespannt im echten Leben. Und weil das hier alles nur Spaß und Freude ist, finden wir das mittlerweile auch total okay. Dann sind wir eben nicht so professionell, aber wenigstens authentisch und um gute Inhalte bemüht.
Wir hoffen, ihr habt ein bisschen Nachsehen in den Phasen, in denen nicht wöchentlich mehrere Artikel gepostet werden und bleibt uns dennoch treu. Das Gute ist, dass ihr dann auch mal Zeit habt, auf anderen Blogs zu lesen oder mal wieder eine echte Zeitschrift in die Hand zu nehmen. Das ist doch auf jeden Fall besser, als wenn wir eure Zeit verschwenden, indem wir inhaltsleere Beiträge produzieren, nur um überhaupt irgendetwas zu veröffentlichen, oder?

Und während ihr euch vielleicht anderen Lektüren hingebt (solltet ihr dabei auf besonders lesenswerte Seiten oder Bücher stoßen freuen wir uns auch über Empfehlungen!) lassen wir uns ein bisschen vom Alltag und den Pferden inspirieren und arbeiten schon an neuen Artikeln für den Blog.

Wir wünschen euch ein schönes Wochenende, genießt die Zeit mit euren Pferden und lasst das Handy und den Laptop vielleicht auch einfach mal ausgeschaltet. Manchmal braucht man das!

Turnierbericht M* und S*

Dieses Wochenende stand für Püppi und mich das vorletzte Turnier der Saison an, das letzte Turnier der Freilandsaison. Das Wetter war schon den ganzen September lang herrlich hier im Norden, so auch an diesem Wochenende, es waren 20 Grad und die Sonne schien, also perfekte Bedingungen!

Ich wollte gern nur einen Tag losfahren und hatte morgens eine M* auf 60-iger Viereck genannt und nachmittags eine S*. Die M* war die Aufgabe M5, die wir vor einigen Wochen gerade gewinnen konnten (den Bericht inkl. Video findet ihr HIER). Ich reite die Aufgabe ganz gern, die einzige Passage die uns nicht so liegt ist die Außengalopptour. Wir mussten leider schon ziemlich früh aufstehen, die Prüfung begann um 8 Uhr und wir waren 7. Starter. Püppi war motiviert und gut drauf beim Abreiten. Dann ging es in die Prüfungshalle, diese ist zum Glück ganz schlicht und nicht geschmückt, so dass ich mich direkt aufs Reiten konzentrieren konnte, weil Püppi problemlos überall langging. Die Aufgabe verlief soweit ganz gut, auf der rechten Hand kam sie mir in der Trabtour teilweise ein wenig zu eng, und leider hatten wir ein Missverständnis beim Angaloppieren, das war dann viel zu spät und ungenau. Ansonsten waren aber keine großen Fahler drin und ich hatte auch ein gutes Reitgefühl. Hinterher haben wir Püppi erstmal direkt auf den Hänger gebracht und dann nach dem Ergebnis geguckt: 64,6% und die Führung von bislang 8 Startern. Das war ja schon mal super, wobei mir bei dem Ergebnis klar war, dass es diesmal nicht zum Sieg reichen kann? Insgesamt waren 20 Starter in der Prüfung. So war es dann auch, am Ende wurden wir Dritter. Ich war total zufrieden, so konnte ich ganz beruhigt auf den Nachmittag schauen, wo es spannend wurde, weil ich unsere erst dritte S reiten wollte.

Vorher gab es aber noch die Ehrenrunde der M* Dressur auf dem grossen Springplatz:

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Mit neuem Frack haben Püppi und ich uns dann am Nachmittag in unsere dritte S Dressur gewagt. Die ersten beiden Starts in S waren ja noch sehr wackelig gewesen und dementsprechend im Ergebnis auch nur knapp bei 60% gelegen. Beim Üben ist die Aufgabe S3 aber schon viel sicherer mittlerweile und Püppi war auch gut drauf am Nachmittag, hatte noch genug Kraft und wurde zum Glück nicht müde.

Dann ging es los, und wir ritten um das Viereck. Das Viereck bei dem Turnier gehört aus meiner Sicht zu den guckigsten Vierecken im ganzen Norden, es sind überall Plakate, direkt daneben ist der Spielplatz, es ist wirklich viel zu sehen. Püppi war mit einem Schlag extrem aufgeregt und wir schlängelten uns vorsichtig an den Werbeplakaten vorbei, aber obwohl es ihr nicht geheuer war, zog sie und vertraute mir, dass sie überall vorbeigehen kann. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was für ein Glücksgefühl es in so einem Moment ist, wenn man merkt, das Pferd hat es verstanden und hat das Vertrauen, dass im Viereck nichts passiert und dass sie überall langgehen kann, ohne dass man super viel Druck machen muss oder ähnliches. Das wäre letztes Jahr noch nicht möglich gewesen, da musste ich doch das eine oder andere Mal eine Trainingsrunde aus der Prüfung machen, weil Püppis Nerven einfach nicht mitspielten. In S ist es ja umso schwieriger, da man woher nicht ins Viereck darf, sondern nur aussen rumreiten kann.

Zurück zur Prüfung, wir ritten also ein und es ging los. Die Trabtour lief super, das zeigte auch das Protokoll, wir bekamen fast durchgehend 7er und einige 7,5 er Noten bzw. eine 8 für Verstärkungen, Übergänge, Schulterherein, Traversalen. Die Schrittour war etwas durchwachsen, die Pirouetten etwas groß und im Starken Schritt hätte sie mehr übertreten können, aber sowie noch alles im grünen Bereich. Leider sind uns dann aber zwei dicke Fehler unterlaufen: nach den Schrittpirouetten ist Püppi falsch angaloppiert, ich musste über Schritt korrigieren, das gab dann natürlich nur 4en. Deutlich teurer war der zweite Fehler, ich habe im starken Galopp viel riskiert und beim Aufnehmen – ihr erinnert Theresas Bericht vom Probereiten? (KLICK) Zack – umgesprungen! Das war natürlich super ärgerlich, denn so bekamen wir deutliche Abzüge für die Verstärkung selbst, und ich habe es auch nicht geschafft, sie schnell wieder zurück springen zu lassen, damit ich den Wechsel noch zeigen kann, also gab es für den Wechsel eine 1 – nicht gezeigt! Der Rest war wieder super, die Pirouetten völlig in Ordnung für unseren momentanen Stand und für die Viererwechsel und Dreierwechsel gab es durchweg 7en.

Nach dem Ritt war ich einfach super zufrieden und glücklich, es fühlte sich an wie die erste „richtige“ S-DRessur, wo wir das zeigen konnten, was wir können. Umso mehr ärgerten mich natürlich aber auch diese unnötigen beiden Fehler, die am Ende über 20 Punkte gekostet haben. Wir landeten am Ende mit 63,15% auf Platz 11 und es waren am Ende genau 13,5 Punkte, die zur Platzierung gefehlt haben..

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Am Ende hilft hätte, wäre, wenn natürlich gar nichts, ich bin super zufrieden, hadere noch ein wenig mit mir selbst ob ich die Fehler hätte verhindern können und es nicht mehr versuchen müssen, dass sie wieder zurückspringt um den Wechsel noch zeigen zu können, denn allein der nicht vorhandene Wechsel waren ja 15 Punkte die wir liegen lassen haben. Auf der anderen Seite reite ich auch lieber auf Risiko und riskiere einen Fehler, den ich ihr mit ihren 9 Jahren auch verzeihen muss, als nur auf Nummer sicher zu reiten und dann mit einem 6er Protokoll aus der Prüfung zu kommen. Ich glaube wir sind gut gerüstet für 2017, ich muss mich selber dran erinnern, dass ich die ersten S nur mal so zum Antesten reiten wollte dieses Jahr und bin guter Hoffnung dass es dann nächstes Jahr auch nicht mehr an 13,5 Punkten hängt.. 🙂

Oh du schöner Offenstall – Die Heuraufe mit Netz im Test

In dem Artikel Oh du schöner Offenstall – Die perfekte Haureufe  hatte ich bereits einige unserer persönlichen Erfahrungen niedergeschrieben, die wir mit unterschiedlichen Heuraufen gemacht haben und welche Modelle mir gut oder weniger gut gefallen haben. Außerdem habe ich eine Art Checkliste zusammen getragen, die alle Eigenschaften aufführt, die unsere perfekte Heuraufe erfüllen müsste.

Da wir mit dem letzten Modell nicht so glücklich waren, haben wir uns Anfang des Jahres nach einer neuen Raufe umgesehen. Allerdings sind wir bei den gängigen, auf dem Markt erhältlichen Raufen nicht so wirklich fündig geworden. Vor allem die Kombination aus Heuraufe und Henetz ist gar nicht so einfach zu finden und die meisten angebotenen Lösungen sind eher schlechte Kompromisse, bei denen einfach in einer Heuraufe ein Netz miteingebaut wird, ohne dass die Raufe selbst dabei auf einige Probleme, die in Zusammenhang mit dem Netz stehen, eingehen würde.

Bei der Verwendung von Heunetzen in Kombination mit Rundballen hat man meistens das Problem, dass das Heunetz zwar um den neuen Ballen stramm sitzt, sobald die Pferde aber einen Großteil des Heus aufgefressen haben, liegt das Netz sehr locker um den Ballen herum, mitunter sogar auf dem Boden und birgt so ein hohes Verletzungsrisiko. Ich war also auf der Suche nach einer Raufe, die dieses Problem irgendwie geschickt lösen kann. Gleichzeitig sollte sie natürlich alle anderen mir wichtigen Kriterien erfüllen, die ich hier noch einmal aufzähle:

  • möglichst wenig Verlust an Raufutter
  • reduzierte Fressgeschwindigkeit durch Netze
  • Rundballenfütterung möglich
  • leichtes Befüllen, einfache Handhabe
  • gute Durchlüftung des Raufutters
  • Schutz vor Regen
  • mindestens vier Fressplätze
  • Fressen von mind. zwei Seiten möglich
  • leichtes Aufstellen
  • gute Stabilität
  • auch auf unbefestigtem Boden nutzbar
  • nicht zu groß, da der Paddock nicht super großzügig ist
  • nicht viel teurer als 1000 €

Unsere perfekte Raufe haben wir im April auf der Hansepferd gefunden. Zunächst als Eigenbau von Herrn Baum der Firma Weidehütten Robert Baum GmbH für die eigenen Pferde entwickelt, ist das Modell mittlerweile in Serie gegangen und wird von Herrn Baum über seine Internetseite und auf Messen vertrieben. Er hat die Raufe in seiner eigenen kleinen Offenstallgruppe lange Zeit erprobt, immer noch ein bisschen verbessert, bis schließlich eine Raufe entstanden ist, die sich perfekt für alle kleineren Pferdegruppen bis zu vier Pferden eignet. Natürlich kann sie auch bei größeren Gruppen verwendet werden, dann sollten allerdings mehrere Raufen aufgestellt werden, um allen Pferden ausreichend Platz zum Fressen zu bieten.

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Die Raufe wird als Selbstbausatz in mehreren Einzelteilen geliefert. Besonders wichtig bei der Entwicklung seiner Raufe war es Herrn Baum, dass sie auch von Pferdehaltern ohne eigenen Trecker aufgebaut und befüllt werden kann. Schon der Bausatz ist daher so konzipiert, dass er in einem Pferdeanhänger transportiert und mit einfachen Werkzeugen aufgebaut werden kann. Alle Einzelteile der Raufe sind nur so schwer, dass sie noch von zwei Personen ohne den Einsatz von Maschinen getragen werden können.

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Aus einem Edelstahlgitter entsteht ein Drahtkorb, der gerade so groß ist, dass ein Rundballen (max. 140 cm Durchmesser) hinein passt. Ein Dach auf dem Drahtkorb schützt das Heu vor Witterung und Regen. Durch einen Boden in der Raufe beschwert das Eigengewicht des Ballens die Raufe zusätzlich, so dass ein Umkippen der Raufe auch bei starkem Wind verhindert wird.

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Besonderer Clou der Raufe ist die Konstruktion, mit der das Heunetz in die Raufe gespannt wird. Das Heunetz wird an drei Stellen durch Eisenstangen rund um den Ballen fixiert. Ist der Ballen neu, ist das Netz gerade so ausgemessen, dass es den Ballen perfekt umschließt. Fressen die Pferde nun den Ballen runter, rutscht die obere Stange, die auf dem Ballen aufliegt, mit herunter. Durch einen Stopper wird sie allerdings auf ca. 2/3 der Höhe daran gehindert, bis auf den Boden durchzurutschen. Dadurch bleibt das Netz stets leicht auf Spannung und hängt nicht lose in der Raufe herum.

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Zum Beladen der Raufe kann einfach das vordere Gitter herunter geklappt werden, so dass man den Ballen vorwärts in die Raufe hinein rollen kann. Dies ist besonders für Pferdehalter ohne Trecker von großem Vorteil, weil der Ballen nicht wie bei vielen Modellen in die Raufen hineingehoben werden muss. Damit das Heunetz beim Befüllen nicht im Weg ist, wird die mittlere Stange oben in der Raufe fixiert und die vordere Stange an zwei kleinen Haltern außen an der Raufe hochgelegt. Ist der Ballen in die Raufe gerollt, wird die vordere Gitterklappe wieder hochgeklappt und verschlossen, die vordere Stange wird an der Klappe fixiert und die obere Stange aus ihrer Verankerung gelöst, so dass sie sich wieder zusammen mit dem Heu absenken kann.

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Wir haben die Raufe jetzt seit vier Monaten in einer Gruppe von vier Pferden stehen und sind mit dem Modell sehr zufrieden. Sie erfüllt tatsächlich alle unsere Kriterien: die Pferde fressen schön langsam, durch die gegenüberliegenen Fressmöglichkeiten haben alle Pferde genug Ruhe zum Fressen und das Befüllen ist tatsächlich sehr einfach und komfortabel. Dadurch, dass die Pferde das Heu von oben aus der Raufe heraus fressen, sind die Verluste an Heu, das beim Herausziehen auf den Boden fällt und im Sand zertreten wird, deutlich geringer als bei Modellen, bei denen die Pferde das Heu seitlich heraus ziehen.

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Während wir bei allen anderen Modellen immer Probleme hatten, die Netze wirklich sicher zu fixieren, ist dieses Problem bei unserer neuen Raufe wirklich sehr gut durchdacht und funktioniert einwandfrei. Endlich keine herumliegenden Heunetze bei fast leergefressenen Ballen mehr! Das Netz ist auch tatsächlich so bemessen, dass die Pferde gerade noch alles Heu vom Boden der Raufe aufnehmen können und den Ballen so tatsächlich bequem bis zum Ende auffressen können. Letzte Reste können dann vor dem Beladen mit einem neuen Ballen mit einem Besen ausgefegt werden.
Durch den Boden eignet sich die Raufe auch zum Aufstellen auf Sand oder Mutterboden, das Heu bleibt geschützt von Dreck und Sand. Die Auflagefläche der Raufe ist auch große genug, um ihr einen sicheren Stand zu geben.

Sollte man die Raufe einmal umsetzen wollen, kann man sie entweder mit einfachen Handgriffen auseinander bauen oder im leeren Zustand an der oberen Querstrebe mit einem Trecker oder Radlader hochheben und versetzen.

Man merkt der Raufe einfach an, dass sie von einem Praktiker entwickelt und durch den Gebrauch in der eigenen Haltung stetig verbessert wurde, bis ein Produkt entstanden ist, welches wirklich keine Wünsche an eine Heuraufe für kleinere Gruppen offen lässt.

Einziger kleiner Kritikpunkt ist eine fehlende Möglichkeit zur ausreichenden Fixierung der Stangen, an denen das Heunetz auf beiden Seiten um den Ballen gespannt wird. Unserer Pferde rupfen so doll an den Netzen, dass die bestehende Fixierung der Stangen nicht ausreicht und sie die Stangen aus ihrer Verankerung heraus ziehen. Wir haben mit kleinen Steinchen, die wir in die Haltung legen, Abhilfe geschaffen. Schön wäre es aber, wenn es an der Halterung eine Art Riegel oder Klappe gäbe, mit der man die Stange arretieren kann.

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Weil die Raufe sich auch bei uns in den letzten vier Monaten wirklich bewährt hat und es gar nicht so leicht ist, ein wirklich gutes Model neben den vielen eher unbefriedigenden Standartmodellen zu finden, kann ich für diese Raufe eine deutliche Kaufempfehlung aussprechen.

Wer näheres über die Raufe, Angebote und Lieferbedingungen erfahren möchte, kann sich direkt an Herrn Baum von der Firma Weidehütten Robert Baum GmbH wenden.

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Wir haben für unsere Heuraufe einen Rabatt für die Veröffentlichung eines Testberichtes erhalten. Dieser stand allerdings in keinem Verhältnis zu dem Urteil des Testberichtes, welches unserer persönlichen Erfahrung und Meinung entspricht.