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Vorstellung Anna & Püppi

Damit ihr einen Überblick bekommt, um wen es sich eigentlich in dieser Runde von schreibwütigen und reitwütigen Bloggerinnen handelt, werden wir uns nach und nach kurz vorstellen!

Und damit fange ich direkt einmal an. Ich bin Anna, (eigentlich ist das mein zweiter Name, aber da mein Vorname eher aussergewöhnlich ist (zumindest in Deutschland) und ich nicht über Google gefunden werden möchte, benutze ich hier eben meinen zweiten Namen.

Ich bin 31 Jahre alt und komme aus Hamburg. Ich komme aus einer Reiterfamilie, mein Großvater war passionierter Dressurreiter, meine Tante ritt Jagden, und mein Vater machte den Dressursport sogar zu seinem Beruf. So bin ich schon mit Pferden aufgewachsen und wollte seitdem ich denken kann unbedingt reiten. Mit 7 Jahren war ich dann zumindest groß genug zum Voltigieren und seit meinem 10. Lebensjahr gehört das Reiten zu meinem Alltag dazu.

Seit 2012 habe ich mit Püppi mein erstes eigenes Pferd, unsere Geschichte und auch meine reiterliche Laufbahn könnt ihr genauer hier nachlesen:

https://horsediaries.de/2014/08/wie-ich-zu-pueppi-kam/

In den letzten 4 Jahren schaffe ich es leider nicht mehr so häufig in den Stall wie zu Schulzeiten oder im Studium, weil ich mehr im Büro oder irgendwo in Deutschland unterwegs bin – ich arbeite in einer Bank und berate bundesweit Familienunternehmen. Dafür sind die Stunden im Stall aber umso kostbarer, und wenn ich unterwegs bin, ist Püppi in bester Ausbildung bei meinem Vater.

Damit genug der Worte, falls ihr Fragen habt, immer her damit. Nun gibt es noch einen kleinen Bilderschwung:

 

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Und so sehe ich aus, wenn ich nicht im Stall bin:

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Die Suche nach der richtigen Kandare

Man mag sie noch so sehr verachten, spätestens ab M* kommt man nicht mehr an ihr vorbei. Kauft sich das Lederzeug noch recht einfach (hauptsache Glitzer), gestaltet sich die Suche nach den passenden Gebissen schon schwieriger. Nachdem ich mir dieses Jahr LK 4 erritten hatte, wollte ich natürlich auch – endlich! – in L-Kandare und M starten. Die passende Kandare hing bereits seit Jahren bei mir zuhause, sodass nur noch die Gebisse fehlten. Für den Start lieh ich mir erstmal ein ganz normales Edelstahl Babykandarengebiss von einer Freundin. Das würde ich auch jedem empfehlen! Ein solches Gebiss kann man schon für um die 30€ kaufen und wenn das Pferd damit zufrieden läuft, gibt es meiner Meinung nach keinen Grund, ein Vermögen auszugeben.

Emmi lief mit der günstigen Kandare jedoch nur so semizufrieden, sodass ich mich entschied, noch mal etwas anderes zu probieren. Leider reiten bei mir im Stall nur wenig Leute auf Kandare, sodass ich auf externe Hilfe angewiesen war. Ich hatte vor einiger Zeit gelesen, dass man mittlerweile von Sprenger Gebisse ausleihen kann, um diese zu testen. Hier kann man seine Postleitzahl angeben, dann werden die Sprenger Fachhändler in eurer Nähe angezeigt. Dort ist auch vermerkt, ob sie das „Sprenger Test Center“ anbieten.

In den jeweiligen Läden gibt es dann eine Auswahl an Gebissen, die man (je nach Händler) für mehrere Wochen testen darf. Danach kann man sie einfach wieder zurückgeben oder eben kaufen. Ich war bei der Sattlerei Eggerstedt in HH-Nienstedten  und wurde dort sehr gut und nett beraten(Anm. der Autorin: die Sattelrei hat leider mittlerweile geschlossen). Ich entschied mich für die klassische HO-Kandare aus Sensogan mit 14mm Dicke und für die Bemelmanns Kandare in Aurigan mit 16mm Dicke.

Ich habe bei beiden Modellen wieder die „Babyversion“ mit kurzen Anzügen gewählt. Zwar wird an den Babykandaren manchmal kritisiert, dass die Hebelwirkung durch die kurzen Anzüge schneller eintritt. Ich finde es allerdings gerade für Kandaren-Anfänger wie mich sinnvoll, kurze Anzüge zu nehmen, weil die Hebelwirkung insgesamt schwächer ist. Wenn einem versehentlich der Trensenzügel durchrutscht und die Kandare strammer wird als gewollt, richtet man weniger Schaden an als mit den langen Anzügen.

Ich habe mir von vornherein am meisten von der Bemelmanns Kandare versprochen, da Emmi dazu neigt, zu sperren und mit der Zunge rumzuspielen. Durch die hohe weiche Zungenfreiheit soll die Bemelmanns Kandare gerade für Pferde mit solchen Problemen geeignet sein. Emmi lief dann auch von Anfang an sehr zufrieden mit dem Gebiss. Die HO-Kandare habe ich nur einmal getestet, fand sie damit aber nicht besser als mit der günstigen Babykandare. Sie legte sich aufs Gebiss und war insgesamt unzufriedener im Maul als mit dem anderen Gebiss. Das neue Material „Sensogan“ schien Emmi auch wenig zu beeindrucken. Ich habe mich also für die Bemelmanns Kandare aus Aurigan entschieden und bin damit bisher sehr zufrieden. Als Unterleggebiss habe ich ein schlichtes doppelt gebrochenes aus Sensogan, da habe ich aber keine Alternativen probiert.

Die Preise bei Sprenger sind zwar mittlerweile in astronomische Höhen geschossen, dafür wird aber komplett in Deutschland produziert und ich habe bisher nur positive Erfahrungen mit der Qualität gemacht. Meine Gebisse sind bis zu 10 Jahre alt und alle noch im Einsatz. Falls ihr euch auch für die Bemelmanns Kandare entschieden habt, am günstigsten gibt es sie aktuell hier. Ich habe sie allerdings bei dem Händler gekauft, wo ich auch getestet habe.

Wie sind eure Erfahrungen mit Sprenger? Findet ihr, es lohnt sich, in Gebisse zu investieren? Hat noch jemand das Bemelmanns Gebiss und kann die positive Kritik bestätigen?

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Aktuelles von Püppi

Nachdem ich Euch berichtet habe, wie ich zu Püppi kam und wie unsere bisherige Turnierbilanz ausschaut, hier ein kurzes Update vom aktuellen Training:

Nach unserem letzten Turnier Anfang September war ich viel beruflich unterwegs und habe zwei Wochen fast gar nicht geritten, jetzt zum Wochenende war dann wieder mehr Zeit. Wir machen es ohnehin meist so, dass ich einige Tage versuche am Stück zu reiten und dann wieder mein Vater eine Zeitlang mehr macht mit ihr, einfach, weil es ihr dann leichter fällt, sich auf uns einzustellen und sich nicht jeden Tag umstellen muss. Ich reite mittlerweile über 20 Jahre bei meinem Vater und wir sind sehr gut aufeinander abgestimmt, aber es bleibt natürlich ein unterschiedlicher Reitstil, allein aufgrund der physischen Unterschiede – sein Bein ist einfach mal 20 cm länger als meins und er kann viel mehr über den Sitz einwirken als ich mit meinen 47 kg. Das Schöne ist aber, dass Püppi immer super  läuft wenn er sie ein paar Tage allein gemacht hat und sich häufig z.B. Lektionen gefestigt haben, und ich somit direkt toll losreiten kann. So war es diesmal auch. Durch die letzten Turniere waren die Wechsel wieder etwas schlechter geworden, weil Püppi gern sich anspannt und dann einfach vor der Hilfe umspringt, gern dabei noch mit hohe Kruppe oder nachspringt, und einfach viel zu doll reagiert. Das ist jetzt in den letzten zwei Wochen viel besser geworden, und da momentan kein Turnier ansteht, habe ich auch die Wechsel zuletzt einfach mal wieder weggelassen und wieder mehr Aussengalopp geritten, und solche Dinge wie Diagonale Starker Galopp, dann wieder in die Versammlung und im AG bleiben. Sie springt nämlich gern im Starken Galopp oder in der Rückführung um. Es geht mir also um Gehorsam, Balance und Geraderichtung. Ausserdem versuche ich in der Galopparbeit am aktiven Durchsprung zu arbeiten, also erst einmal frisch vorwärts zu galoppieren, dann immer wieder zurücknehmen, dabei die Hinterhand aktiv und das Genick oben halten damit sie weiter bergauf springt und sich hinten setzt, und wieder nach vorne bevor sich der Galoppsprung verschlechtert. Ich finde das extrem anstrengend, aber der versammelte Galopp verbessert sich dadurch gefühlt von Woche zu Woche. Was auch gut hilft ist Schenkelweichen im Galopp von der Mittellinie aus auf beiden Händen, dabei die VH voraus zu lassen, etwas zulegen und dabei im Genick nicht abkippen lassen. Oder auch linke Hand, aus der Ecke kehrt, AG, Mitte der langen Seite rechts um, zulegen, aufnehmen, wieder rechts um, direkt halbe Diagonale zulegen, das gleiche auf der anderen Seite. Das ist so die Taktik, um den versammelten Galopp zu verbessern. Habt ihr vielleicht ähnliche Erfahrungen oder noch weitere Tipps?

Im Trab dagegen versuche ich noch feiner abzustimmen, wieviel vorwärts ich reiten muss, damit sie schön schwungvoll und kadenziert trabt, und wieviel ich sie dabei schon zurücknehmen kann, ohne dass die Kadenz und der Ausdruck verloren geht und sie die Versammlung von hinten tragen kann. Auch da haben wir die letzten zwei Tagen viel mit Seitengängen wie SW, SH, Travers, Renvers gearbeitet, und wenn ich sie dann gut vor mir habe und sie sich ganz leicht stellen und biegen lässt, reite ich meist eher am Ende der Einheit eine Traversale links und eine rechts. Die Traversalen gehören zu ihren absoluten Stärken, genau wie die Verstärkungen, und da ich der Meinung bin, dass Beides am stärksten auf die Beine geht, dosiere ich beide Lektionen sehr gering.

Ausserdem hat Püppi in den letzten Wochen viele Longen – und reine Weidetage gehabt, auch die nächste Springstunde steht diese Woche wieder an. Püppi springt unheimlich gern und auch für ein Dressurpferd wirklich ganz gut, und ist danach immer super locker. Ende Oktober und Anfang November habe ich nochmal je eine M* genannt, mal schauen ob wir losfahren, ich denke wir entscheiden spontan. Ansonsten steige ich momentan jeden Tag mit einem Glücksgefühl vom Pferd und freue mich einfach, dass sie sich so weiter entwickelt und vor allem darüber, dass sie gesund ist.

Von unserem Videodreh neulich habe ich noch ein paar Fotos, die euch nicht vorenthalten will:

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Urlaub mit dem Pferd – Teil II

Während der erste Artikel zum Thema Urlaub mit dem Pferd über das Urlaubsziel handelte, möchte ich hier ein bisschen darauf eingehen, welches Pferd ein guter Urlaubsbegleiter ist und welches vielleicht im heimischen Stall doch besser aufgehoben ist. Außerdem gebe ich euch ein paar Tipps, welche Ausrüstungsgegenstände ihr auf jeden Fall mitnehmen solltet.

Wer mit seinem Pferd in den Urlaub möchte, sollte bedenken dass dies für alle Beteiligten, also Pferd und Reiter, eine Ausnahmesituation ist. Hat man nicht gerade ein super routiniertes Turnierpferd, welches es gewohnt ist, jedes Wochenende in einem anderen Stallzelt zu übernachten, bedeutet die Umstellung in den Urlaubsstall Stress für das Pferd. Alles ist neu und anders, da kann man schon mal ein bisschen neben der Spur sein. Wer ein sehr stressanfälliges Pferd hat, welches in solchen Situationen möglicherweise sogar mit Koliken reagiert, sollte sich also gut überlegen, ob das Pferd nicht zuhause besser aufgehoben ist. Je nach Entfernung kann auch die Fahrt an den Urlaubsort schon zur Belastungsprobe werden. Der vierbeinige Urlauber sollte also fit und gesund sein, damit er die Strapazen, die mit so einem Urlaub einhergehen, gut wegsteckt. Auch Pferde mit sehr speziellen Haltungs- und Fütterungsbedürfnissen sind meist zuhause besser aufgehoben, weil diese am Urlaubsort oftmals nicht so gut berücksichtigt werden können wie zuhause. Das Pferd- und Reitergespann sollte außerdem schon ein bisschen zusammen gewachsen sein, damit es die Herausforderungen, die ein solcher Urlaub an beide stellt, sicher und mit Vergnügen meistern kann. Sonst wird der Urlaub schnell zur absoluten Zerreißprobe und richtiger Genuss will nicht so richtig aufkommen. Für ausgedehnte Ausritte und lange Galoppeinheiten empfiehlt es sich außerdem, die Kondition von Pferd und Reiter (!) auf den Urlaub vorzubereiten. Es wäre ja sehr schade, wenn man nach dem ersten Kilometer  schon schlapp macht und den Rest der Strecke im Schritt bewältigen muss.

Habt ihr aber ein gesundes, munteres und verlässliches Pferd, steht dem Urlaubsvergnügen nichts im Wege. Ihr solltet aber trotzdem im Hinterkopf behalten, dass Pferde wohl keinen Urlaub buchen würden, wenn man sie fragen würde. Während ihr so richtig schön ausspannen könnt, hat euer Pferd alle Hufe voll damit zutun, sich in der neuen Umgebung einzugewöhnen. Soll euer Pferd nach einer anstrengenden Saison ein bisschen Erholung genießen, ist es zuhause auf der Weide auch besser aufgehoben, als mit euch im Urlaub.

Hab ihr euch dann aber für einen gemeinsamen Urlaub mit dem Pferd entschieden, solltet ihr euch eine kleine Packliste machen, damit ihr am Abreisetag nichts Wichtiges vergesst. Denn an eurem Urlaubsziel ist es unter Umständen nicht so einfach, vor Ort die fehlenden Teile zu beschaffen, vor allem wenn ihr euch auf einer der beliebten Urlaubsinseln befindet. Neben den offensichtlichen Sachen wie Sattel, Trense, Reitausrüstung und Putzzeug, gibt es ein paar Dinge, die ihr zusätzlich dabei haben solltet, vor allem, wenn es ans Meer geht.

Notfallapotheke: Ungewohnte Umgebung, evtl. neue Pferdegruppe, etwas Aufregung und schwups ist es passiert: Ein Kratzer, ein kleiner Schnitt, etwas abgeschürfte Haut. Besser, ihr habt etwas zur Wundversorgung dabei, also etwas zum Reinigen der Wunde, eine Wundsalbe und etwas Verbandmaterial sowie eine Stallbandage. Ich drücke euch die Daumen, dass ihr sie nie benutzten müsst, aber besser man hat sie dabei. Außerdem mitnehmen solltet ihr Pflaster, denn ein langer Ausritt kann schon mal zu Blasen an den Händen oder wundgescheuerten Knien führen. Solltet ihr ein Pferd mit rosa Nase haben, nehmt Sonnencreme mit und vergesst nicht, euch davon etwas ins Gesicht und auf die Arme zu schmieren, sonst gibt’s leicht mal einen Sonnenbrand.

Telefonliste: Am besten lasst ihr euch vor Reiseantritt schon von jemandem vor Ort (zum Beispiel dem Stallbesitzer oder eurem Ansprechpartner in Urlaubsstall) alle wichtigen Nummern geben, also Tierarzt, Hufschmied, die nächste Klinik und dem Ansprechpartner im Stall. Diese Nummern speichert ihr am besten direkt ins Handy, damit ihr sie im Notfall sofort griffbereit habt. Solltet ihr auf eine Insel fahren, bedenkt dass der Hufschmied dort nur alle paar Wochen vorbei kommt und der Tierarzt erst vom Festland anreisen muss. Ihr solltet also nicht mit überfälligen Eisen in den Urlaub starten.

Beinschutz fürs Pferd: Der optimale Beinschutz hängt natürlich sehr von eurem Reiseziel und von eurem Pferd ab. Wer durchs Wasser reiten möchte, sollte unbedingt darauf achten, dass sich die Gamaschen nicht vollsaugen und dann rutschen oder verloren gehen könnten. Außerdem sollten sie eng am Bein anliegen, damit kein Dreck oder Sand in die Gamaschen kommt und anfangen kann zu scheuern. Möchtet ihr mit dem Pferd an den Strand, würde ich ganz von Gamaschen abraten, am besten lasst ihr die Pferdebeine wie Gott sie schuf. Die Gamaschen können noch so gut sitzen, hier ist so viel Sand im Spiel, davon kommt bestimmt etwas unter die Gamaschen und fängt dann an zu scheuern, das kann wirklich fiese stellen geben. Bandagen aus Wolle oder Fleece eignen sich überall, wo ihr durch Wasser reitet (und das gilt schon für Pfützen!) gar nicht, sie saugen sich voll Wasser, rutschen dann am Bein herunter und euer Pferd kann sich böse darin verheddern!

Fliegenschutz: Wenn euer Pferd auch im Urlaub etwas entspannte Zeit auf der Weide verbringen soll, nehmt auf jeden Fall einen Fliegenschutz mit, am besten eine gut sitzende Fliegendecke, die auch nicht anfängt zu scheuern, wenn euer Pferd sie viele Stunden (eben so lange wie es auf der Weide stehen soll) trägt und eine Fliegenmaske die natürlich auch nicht scheuern darf und genügend Abstand zum Auge hat. Am besten testet ihr den Tragekomfort schon einige Wochen vor abfahrt, sofern euer Pferd zuhause nicht ohnehin Fliegenschutz trägt. Achtung, auch an der See gibt es Fliegen und Bremsen! Dass dort keine sind, mag für den Strand direkt gelten, aber auf den Weiden etwas weiter im Hinterland sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Ihr könnt Glück haben und es gibt tatsächlich keine Insekten, vor allem wenn die Weiden recht trocken sind. Aber mit etwas Pech habt ihr genauso mit dem ungeliebten Viehzeug zu kämpfen wie zuhause.

Lederstiefel: Wenn ihr an die See fahrt, bleiben die besser zuhause. Denn Salzwasser mögen sie nicht wirklich und damit werden sie leider in Berührung kommen, wenn ihr am Strand reiten wollt. Nehmt am besten ein paar alte Gummireitstiefel mit, wenn ihr solche noch zuhause rumliegen habt. Oder ein paar alte, ausgediente Stiefel, die ihr eh nicht mehr benutzt. Solltet ihr nur das eine Paar Lederstiefel haben, pflegt sie auf jeden Fall bevor ihr losreitet und dann direkt danach wieder, damit ihr unschönen Salzrändern vorbeugen könnt. Zu jedem anderen Urlaubsziel könnt ihr sie natürlich mitnehmen.

Regendecke: Egal wie gut das Wetter ist, wenn ihr zuhause los fahrt und egal, welche sommerlichen Temperaturen der Wetterbericht verspricht – das Wetter kann sich vor allem an der See rasend schnell verändern und über Nacht kann ein Sturm aufkommen. Vor allem wenn euer Pferd seinen Urlaub draußen verbringen soll, ist eine gefütterte Regendecke unverzichtbar! Man unterschätzt den beständig wehenden Wind sehr leicht und schon ein Tag lang Regen in Kombination mit dem Wind kann eurer Pferde ganz schön auskühlen. Deckt darum unbedingt ein, sobald es mehr als einen kleinen Schauer von oben gibt und unterschätzt den Wind nicht. Die Pferde frieren sehr schnell und kühlen wirklich aus.

Lederpflege: Für alle Meeresurlauber unverzichtbar! Weil euer ganzes Lederzeug durch das Salzwasser und die salzige Luft extrem strapaziert wird, solltet ihr ihm ein bisschen Extrapflege gönnen. Am besten habt ihr eine pflegende Lederreinigung dabei, mit der ihr das Lederzeug nach dem Ritt abwaschen könnt und danach ein reichhaltiges Fett um für den nächsten Ritt gewappnet zu sein.

Martingal oder Halsriemen: In vielen Orten und Regionen muss man eine Reitplakette lösen, wenn man mit dem Pferd ins Gelände reiten möchte. Diese ist dann gut sichtbar am Pferd anzubringen. Konzipiert sind die Plaketten, um sie am Martingal zu befestigen. Reitet ihr ohne Hilfszügel, kann man einfach einen Lederriemen oder ein Band in entsprechender Stärke mitnehmen und die Plaketten daran befestigen. An die Trense kann man sie natürlich auch binden, das ist aber ein bisschen Friemelei.

Wenn ihr die genannten Gegenstände alle dabei habt, seid ihr gewappnet für den Urlaub und es kann eigentlich nicht mehr viel schief gehen!

Im nächsten Teil dieser Serie würde ich euch gern ein paar Tips zum Reiten am Strand mitgeben.

Eindecken und Scheren nur aus Faulheit?

„Habt ihr schon mal ein frei lebendes Wildpferd mit Decke gesehen?“

„Wer aus Zeitgründen schert, ist doch nur sportversessen!“

„Winterfell ist artgerechter! Außerdem steht mein Pferd im Offenstall!“

„Du vermenschlichst dein Pferd!“

Aber ist das wirklich so? Decken wir die Pferde nur aus Faulheit ein? Oder scheren wir die Pferde erst Recht deswegen? Und wie ist das mit den Pferden im Offenstall? Haben diese das Fell wirklich nötiger als andere Pferde, die im Stall leben?

Natürlich gibt es immer Leute, die ihr Pferd nur scheren oder eindecken, weil sie es schöner finden, aus Gruppenzwang oder weil sie keine Lust haben zu putzen. Aber genauso gibt es Pferde, die aus gesundheitlichen Gründen geschoren werden müssen, beispielsweise wenn sie Cushing haben.  Cushing ist kurz gesagt eine Stoffwechselerkrankung, bei der Pferde unter anderem ihr Fell nicht mehr auf natürliche Art und Weise verlieren können. Auch viele alte Pferde neigen dazu, nicht mehr genug Unterfell aufzubauen im Winter und frieren dann. Diese Pferde brauchen aus gesundheitlichen Gründen Decken. Und zu guter letzt gibt es die Pferde, die einfach kein Winterfell bekommen.

Aber wie ist das mit dem Rest? Ich gebe zu, zum Teil schere ich aus Faulheit. Wenn ich abends nach der Uni zum Stall fahre und trainiere, habe ich danach keine Lust noch 2 – 3 Stunden zu warten, bis mein Pferd trocken und wieder bettfertig ist.

Aber mein Pferd ist auch ein Sportpferd, sie geht während der Wintersaison Turniere, wird normal weitertrainiert und ich möchte meinem Pferd einen Gefallen tun. Pferde im Training schwitzen, auch wenn sie viel Kondition haben, da die Muskeln arbeiten müssen. Mit Winterfell schwitzen die Pferde noch mehr (vergleichbar wie joggen mit Pulli) und verlieren extrem viele Elektrolyte. Ein Elektrolyte-Mangel kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Des Weiteren ist der Fellwechsel  sehr belastend für den Kreislauf. Viele Pferde werden über den Fellwechsel hinweg matt im Fell und sind bei der Arbeit nicht mehr motiviert. Sie können einfach nicht mehr das geben, was sie sonst bereit sind zu geben. Und nicht jedem Reiter ist es möglich, sein Pferd für 1 – 2 Monate wegzustellen, ob nun aus finanziellen oder sportlichen Gründen sei dahingestellt.

Aus eigenen Erfahrungen kann ich sagen, dass auch Pferde im Offenstall (komplett) geschoren werden können. Den einzigen Unterschied den ich gemerkt habe war: Ich brauchte eine zweite regendichte (!) Decke, um auch mal zu tauschen, da die Decken bei Dauerregen und Schlamm sehr schwer werden und den Pferden somit unangenehm werden.

Je nach Arbeitsgrad im Winter gibt es verschiedene Arten, sein Pferd zu scheren. Oft angewandt bei Sportreitern ist die Vollschur, bei der nur die Sattellage stehen bleibt. Selbst Kopf und Beine werden geschoren, damit das Bild einheitlich bleibt. Viele lassen aber auch Beine und Kopf dran, da ihre Pferde noch auf Wiese kommen und das scheren dieser Körperpartien keinem Zweck dient. Wichtig ist hier, das Pferd dick genug einzudecken, da es keinen natürlichen Schutz mehr hat.

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Wird das Pferd nur gelegentlich trainiert oder schwitzt es unter täglicher Arbeit nicht so viel, dann kann man einem Pferd einen Deckenschnitt verpassen. Hier bleibt das Fell in der Sattellage und Nierenbereich stehen, es reicht also auch eine dünnere Decke.

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Wenn ein Pferd nur an bestimmten Stellen schwitzt, kann man ihnen auch nur dort das Fell nehmen. Beispielsweise können nur nur die Brust und die Vorderseite des Halses geschoren werden. Bei dieser Schur braucht ein Pferd keine besondere Winterdecke.

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Unsere Turnierbilanz – Teil II

Nachdem ich im ersten Teil über unsere Turniere 2012 und 2013 berichtet habe, möchte ich Euch von diesem Jahr berichten.

2014 – unsere erste Saison jenseits der Dressurpferde-Prüfungen, ich hatte mir vorgenommen, dieses Jahr deutlich mehr loszufahren damit Püppi mehr Routine bekommt und gelassener in den Prüfungen wird. Das erste Turnier war wieder Sülldorf, und wieder war Püppi extrem guckig und aufgeregt, so dass ich verzichten muss. Danach ging es aber zum Glück steil bergauf:

März 2014 – Wedel:

  • L Trense: Note 7,4 und Platz 2

  • L Kandare: Note 6,9  und Platz 7

April 2014 – Howe:

  • M* Dressur: Note 6,3 und Platz 6

April 2014 Hummelsbüttel:

  • M* Dressur: Note 5,8 und Platz 8

Mai 2014 – Sittensen:

  • Dressurpferde M: Note 6,8 und Platz 9 (3. Reserve, mein Highlight: 8,0 für den Trab)

Mai 2014 – Scharnebek:

  • M* Dressur: Note 6,6 und Platz 9

Juni 2014 – Reinfeld:

  • L-Kandare: Note 7,0 und Platz 4

  • M* Dressur: Note 67,8% und Platz 1

Juli 2014 – Nordpol:

  • L-Kandare: Note 6,5 und Platz 7

  • M* Dressur: Note 6,9 und Platz 2

September 2014 – Bergstedt:

  • M* Dressur: Note 7,0 und Platz 4

September 2014 – Stade:

  • M* Dressur: Note 64,5% und Platz 5

  • M** Dressur: 60,7% und Platz 11

Wenn ich die Saison zusammenfasse, war es so dass Püppi die ersten Prüfungen noch sehr guckig war und sich dann extrem gesteigert hat, bei den letzten drei Turnieren hat sie so gut wie gar nicht mehr geguckt und ließ sich sofort in alle Ecken steuern ohne anzuhalten. Leider haben wir in jeder Prüfung Punkte in der Galopptour liegen lassen, weil sie immer beim Angaloppieren anfing wie wild zu schnauben und damit auch nicht mehr aufhörte, dadurch kam sie mir natürlich zu tief und bergab. Am Anfang fand ich das Schnauben noch ganz gut weil es ja ein Zeichen für Entspannung ist, aber es hilft eben auch nicht wenn sie sich da so reinsteigert und so habe ich sie versucht zu ermahnen ohne dass man es so merkt. Die letzten beiden Turniere hat sie das Schnauben zum Glück sein lassen, die ganze Galopptour wurde dadurch deutlich besser. Zweites Manko sind einfach noch die Wechsel, bzw. insbesondere der Wechsel nach rechts, den springt sie leider noch häufig vor der Hilfe, nach oder mit hoher Kruppe. Ich bin aber sehr stolz, dass wir trotz der ganzen Fehler in der Galopptour in jeder M* in diesem Jahr platziert waren und es ist ja auch schön zu wissen, dass man das volle Potenzial noch nicht ausgeschöpft hat. Die erste M** für die wir uns in Stade qualifiziert hatten kam sicherlich noch ein bisschen früh, in den Aufgaben sind zu viele Wechsel die sie verspringen konnte 🙂 das machte sich dann sehr stark in den Punkten bemerkbar. Wir hatten in diesem Jahr eine Prüfung in der beide Wechsel gut waren, und die konnten wir dann auch gewinnen. So nehmen wir aus diesem Jahr bislang 4 L und 7 M* Platzierungen mit.

Ich hatte für die letzten Wochenenden zwei weitere Turniere genannt die ich nun ausfallen lassen habe, weil ich so zufrieden mit Püppi bin und mich gleichzeitig so ärgere, dass die Wechsel noch nicht sicher klappen. Aber jetzt hat es mich doch gepackt und ich habe noch zwei M* ganz in unserer Nähe Ende Oktober genannt. Mal schauen ob wir losfahren 🙂 Ansonsten werden wir ganz gemütlich in die Winterpause gehen, wo wir natürlich weiter an den Feinheiten und  insbesondere an der Wechseltour feilen werden.

Ein paar Eindrücke aus der Saison 2014:

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Unsere Schleifenausbeute 2014

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Wie ich zu Pepper kam… Teil I

Wie viele kleine Mädchen habe auch ich meine Eltern zu jedem Pferd gezogen, welches ich irgendwo gesehen haben. Ich wollte unbedingt reiten, Pferde streicheln und mein ganzes Zimmer war ausgestattet mit Pferdepostern. Anfangen durfte ich jedoch erst mit 10, meine Eltern wollten es so, und daran gab es auch nichts zu diskutieren.

Mit 10 durfte ich dann aber endlich Reitstunden nehmen, und kein halbes Jahr später zog dann auch unser erstes Pony, Bonita, ein. Bonita war zu dem Zeitpunkt 6 Jahre alt, kaum geritten, ziemlich hektisch und absolut nicht das, was man einem Reitanfänger kauft. Aber nun war diese Traber x Araber-Stute da und hat sich schon in unser Herz geschlichen.

Die Zeit mit Bonita, insgesamt 11 Jahre, war von vielen vielen Tiefen geprägt, von dem Richter-Kommentar „lebensgefährliches Pony“ bis zu „Tu die weg, die wird sich nie ordentlich reiten lassen.“ Aber wir haben uns zusammengerauft und wir wurden ein unschlagbares Paar. Wir haben unzählige A Springen (Stil + Fehler/Zeit) gewonnen, haben 3 Vereinsmeister-Titel gewonnen, waren Stadtmeister und auch in L Springen konnten wir einige vordere Platzierungen erreichen. Sie war nie einfach, hat aber viele meiner Vereinskollegen mit 8er Noten durch das Reitabzeichen getragen und genießt nun mit mittlerweile 22 Jahren die Rente, wird klassisch Dressur und im Gelände geritten.

Bonita

Weil es mit Bonita immer mal wieder Rückschläge gab, zog Nana ein, als ich 14 war. Mit ihr ritt konnte ich endlich Dressur reiten, gewann Reiterprüfungen, E-Dressuren und platzierte uns in A-Dressuren. Wir wurden Vereinsmeister der Jugend (E-Dressur/E-Stil Springen) und sie lehrte mich, Geduld zu haben. Nana ist auch heute noch erfolgreich in Kinderprüfungen und ich verdanke ihr einiges.

Nach Nana bekam ich mein erstes Großpferd. Mit Prevail hatte ich einige A Platzierungen und eine L Platzierung, leider wurden wir nie so richtig warm miteinander, er hat mir leider auch einiges an Vertrauen im Springen genommen.

Prevail

Prevail haben wir dann in gute Hände verkauft und ich hatte neben Bonita einige Pferde von Bekannten, die ich reiten konnte, und die mich reiterlich sehr geprägt haben.

Zum einen war dies Geronimo, immer mal etwas frech, aber mit viel Go ausgestattet. Mit Geronimo habe ich eine Saison lange A-Dressuren geritten, auf die ich, als Springreiter, sehr stolz bin. Wir gewannen in nur einer Saison 2 A-Dressuren, belegten 4 mal den 2. Platz und einmal den 3. Platz. Dreimal kamen wir ohne Note heraus, weil er die Prüfung komplett geschmissen hat. Im Großen und Ganzen also ansehnlich!

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Im Springen konnte ich Rassmus reiten. Ein Pferd, welches man zu Hause nicht springen konnte, und auf dem Turnier sehr ehrgeizig war. Mit ihm konnte ich einige A Springen gewinnen und im L mehrfach vorne platzieren. Ein tolles Pferd, leider aber sehr stark.

Rassmus

So schön die Zeit auch war, wollte ich dann doch wieder ein eigenes Großpferd, und sehr unüberlegt zog Romee ein. Sie kam aus nicht optimaler Haltung, hat bis heute noch Situationen wo sie sehr panisch reagiert, ich habe ihr aber sehr vertraut. Wir haben lange gebraucht, um zusammenzuwachsen, haben uns überschlagen, oft sind die Tränen geflossen, aber haben uns doch irgendwie zusammengerauft. In 2 Turnierjahren haben wir einige A Platzierungen im Springen erreicht, waren A-Dressur platziert und in ihrer großen Leidenschaft, der Vielseitigkeit, wurden wir Kreismeister auf A-Ebene. Leider waren Turniere für sie nervlich sehr anstrengend, und ihr zu liebe habe ich sie in sehr gute Hände verkauft, wo sie dem Turnierstress nicht mehr so ausgesetzt ist, wie ich es wollte.

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Während unserer 5-jährigen Zeit ging Bonita in Rente und ich wollte endlich ein Pferd haben, welches die Voraussetzungen erfüllen sollte, mehr als A und L Springen gehen zu können. Über ein Forum kam ich an Pepper, eine 2006 geborene Oldenburger Stute, zu dem Zeitpunkt 2 Jahre alt.

Im nächsten Teil gibt es einen Bilderrückblick von Pepper und unserer bisherigen Zeit. Außerdem ist ein Turnierrückblick von 2011 bis 2014 geplant.

Sommerfrische auf Sylt

Nach dem Bilderrückblick vom Jahr 2009 möchte ich euch gern mit ein paar aktuellen Bildern und Infos über den Zausel versorgen, die sind ja wahrscheinlich doch spannender als die alten Kamellen, die einige von euch ohnehin schon kennen 😉

Ich will nicht all zu weit ausholen, aber doch zumindest von unserem Sommer erzählen, den wir zu einem erheblichen Teil auf Sylt verbracht haben.
Für 5 Wochen sind wir mit beiden Pferden auf die Nordseeinsel gefahren und haben einen sagenhaften Sommer genossen. Aber von vorn:

Los ging es Mitte Juli, wir hatten die Pferde vorher mehrere Wochen viel ins Gelände geritten, um etwas Kondition aufzubauen und vor allem beim Zausel auch die Nerven zu trainieren. Mit Sack und Pack ging es dann zunächst auf den Autozug, den beide Pferde zwar irgendwie aufregend, aber ansonsten nicht weiter schlimm fanden. Da hatte ich schlimmeres befürchtet.
Die ersten beiden Wochen waren Doc und Sam dann auf dem Grünhof in Keitum untergebracht und waren dort auch wunderbar aufgehoben. Da der Zausel ja wegen seiner Allergie nicht in einer Stallgasse stehen kann und immer viiieel frische Luft braucht, haben beide einfach Tag und Nacht auf ihrer Weide verbracht. Leider waren doch ganz schön viele Bremsen unterwegs, so dass wir erstmal Fliegendecken aus Hamburg nachordern mussten. Mit den Decken standen die Pferde dann aber deutlich entspannter und konnten die Weidezeit auch etwas genießen.

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Den ersten Ausritt haben wir dann gleich am Tag nach der Ankunft unternommen. Schon der Weg einmal quer durchs Dorf war für beide Pferde eine echte Härteprobe, vorbei an wehenden Fahnen und Wipfeln, Kunstwerken und Staturen, unzähligen Touristen auf Rädern, in Autos, zu Fuß, in Cafés, Baustellen und Gärten mit spielenden Kindern und Hunden… Zum Glück waren beide so mit Staunen und Gucken beschäftigt, dass sie einfach nur vollkommen reizüberflutet artig voran gegangen sind. Als es dann runter zum Strand ging, war es aber doch alles etwas zu viel und beide Pferde standen wie angewurzelt und haben sich einfach gar nicht mehr bewegt. Motor aus wegen zu aufregend! Mit viel Quetschen und gutem Zureden haben wir uns dann mehr stockend als flüssig ein wenig am Strand fortbewegt, aber mehr als Schritt war einfach nicht drin. Da wir die kritischen Stellen am Strand noch nicht kannten, sind wir nur ein kleines Stück entlang der Wasserkante geritten und dann auch bald wieder umgedreht und nach Hause geritten. Für den ersten Tag war das allemal ausreichend Aufregung.

Den zweiten Ausritt haben wir dann in Begleitung eines geführten Ausrittes gemacht. So konnten wir uns die kritischen Schlickstellen am Strand und die optimalen Wege zeigen lassen und hatten routinierte Pferde dabei, die an den gruseligen Ecken vorweg gingen. Weil wir bei Hochwasser losritten, mussten wir auch ziemlich viel durchs Wasser reiten, bis zum Bauch ging es durch die Nordsee, was vor allem Sam sehr erfreute, die begeistert im Wasser planschte und alle um sie herum nass spritze. Vom Keitumer Watt ging es Richtung Munkmarsch, durch den Munkmarscher Hafen vorbei an Menschen, die auf Handtüchern lagen, Sonnenschirmen, badenden Kindern, Sandförmchen und Schaufeln, lauter hochgefährlichen Dingen, zumindest wenn man den beiden dem Nervenzusammenbruch nahen Pferden am Ende der sonst sehr entspannten Pferdekolonne glauben sollte. Als es dann in Munkmarsch vorbei an der Surfschule Richtung Braderup ging, war für beide Pferde das Maß zum überlaufen voll. Die am Strand liegenden Surfbretter, dicht am Strand schippernden Segelboote und einem Anfängerkurs Surfkinder im Wasser hat die beiden armen Esel derart in Rage gebracht, dass sie quer über den Stand tänzelten, Sam eifrig und schäumend durch den tiefen Sand piaffierte und der Zausel immer wieder zum Männchen machen ansetzte. Als dann auch noch ein im Neoprenanzug steckendes Kind aus dem Wasser rannte, konnten sie sich bei aller Bemühung um Contenance einfach nicht mehr zusammenreißen und haben beide die sofortige Flucht eingeleitet. Da wir uns am Schluss der Pferdekolonne befanden, wurde das Feld von hinter aufgeräumt. Die braven Touristenpferde mit überwiegend Kindern und Reitanfängern an Board stoben alle auseinander, weniger weil sie sich vom Fluchtplan der beiden Irren hätten anstecken lassen, sondern eher, weil sie den Verrückten Platz machen wollten, frei nach dem Motto: Hilfe, zwei Wahnsinnige, die rennen uns um! Dies wiederum wurde von den Kindern an Board mit hysterischem Kreischen kommentiert was zu weiterer allgemeinen Verunsicherung in dieser Situation führte. Die armen Irren fühlten sich in ihrem Fluchtplan bestätigt während die braven Touristenpferde plötzlich an die wertvolle Last auf ihrem Rücken erinnert wurden und schlagartig alle vier Hufe in den Boden rammten. Die Beifahrerkinder konnten so spontan beruhigt werden, die armen Irren fühlten sich in ihrem Fluchtplan sabotiert und trauten sich dann doch nicht, den nachhause Weg alleine anzutreten, schließlich lauerten dort wieder Menschen auf Badetüchern, Sandförmchen und ähnlich gefährliche Dinge. Nach kurzer Ordnung der Reinfolge entschied man sich dann doch, den weiteren Ritt zwar gesittet, aber nicht minder aufgeregt zurück zu legen. Also ging es tänzelnd und prustend an den Surfkindern und Segelboten vorbei Richtung Braderup. Hier kann man ein schönes Stück am Strand galoppieren, eigentlich optimal, um mal ein bisschen Dampf abzulassen, aber hinter den artigen Touristenpferden mussten wir doch arg auf der Bremse stehen so dass sich die armen Irren eher weiter heiß liefen anstatt sich zu entspannen. Nach einem kurzen Abstecher in die Braderuper Heide ging es dann wieder runter an den Strand zu auf gleichem Wege zurück Richtung Keitum. Immerhin konnte man diesen dann ohne auffällige Zwischenfälle zurück legen, auch wenn von Entspannung bis nach Hause nichts zu merken war.

Nach diesem wirklich aufregenden zweiten Ausritt hatten die beiden überforderten Esel dann erstmal einen Tag frei, um sich von den Eindrücken ein wenig zu erholen. Mit einem Tag Pause ging es dann auf gleicher Strecke beim nächsten mal in wieder in trauter Zweisamkeit los und dabei überraschte uns vor allem der Zausel, der sonst als aller erster die Flucht ergreift. An der Surfschule bewies er echten Mut und ließ sich von der hektisch tänzelnden Sam nicht beeindrucken. Mutig und beinahe entspannt, die gefährlichen Surfbretter fest im Blick, ist er ganz ohne sponte Flucht an der hochgefährlichen Stelle vorbei und wurde dafür mit einem frischen Galopp am Braderuper Watt belohnt. Nach dem beide dort mal richtig Dampf ablassen konnten, konnte man dann auf dem Rückweg auch wieder Schritt ohne Tänzeln gehen, so dass der Ausritt mit positiver Tendenz zu verbuchen war.

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Auch die folgenden Tage wechselten wir freie Tage mit Ritten am Strand ab, weiterhin mit durchaus positiver Tendenz was die Gelassenheit anging. Dennoch blieben der Weg durchs Dorf und das Stück an der Surfschule etwas heikle Stellen, durch die man die Esel schon recht souverän durchmanövrieren musste. Eigentlich wollte ich in diesem Urlaub auch ein paar mal mit meiner Cousine ausreiten, die zwar gut reitet, aber lange nicht mehr auf dem Pferd gesessen hatte. So ganz wohl war mir bei dem Gedanken noch nicht.
Von unserem Ferienhaus bis zum Grünhof nach Keitum mussten wir außerdem immer mit dem Auto fahren was das absolute Urlaubsidyll auch ein klein wenig trübte. Perfekt wäre es natürlich gewesen, wenn wir die Pferde irgendwo in Braderup auf einer Weide hätten unterbringen können, das wäre viel dichter vom Ferienhaus entfernt und außerdem auch schöner zum Ausreiten, weil man sich den Weg durchs Dorf und an der Surfschule vorbei sparen könnte und direkt durch die Braderuper Heide und von dort ans Watt reiten könnte. Aber leider hatten wir dort keine geeignete Unterkunft für die Pferde gefunden…

Direkt hinter unserem Haus befanden sich einige Pferdeweiden, wir hatten dort auch schon mal Leute angetroffen und diese nach einem Weideplatz gefragt, leider aber eine Absage bekommen. Als meine Mutter mit dem Fahrrad morgens unterwegs zum Brötchen holen war, sah sie auf der Weide direkt an unserem Garten jemand die Pferde versorgen. Obwohl sie eigentlich mit einer weiteren Absage rechnete, fragte sie trotzdem, ob man wohl im nächsten Sommer unsere beiden dort unterstellen könnte. Und überraschender Weise wurde diese Frage völlig unkompliziert mit einem „Ja, gar kein Problem, ich hab genug Platz!“ beantwortet. Ihr könnt euch vorstellen, dass die Freude natürlich riesig war, die Pferde direkt am Haus, nur der Gartenzaun dazwischen, das ist ja wohl der absolute Urlaubstraum! Leider aber erst im nächsten Jahr… Oder!?

Bevor ihr aber vom Lesen viereckige Augen bekommt, gibt’s an dieser Stelle eine kleine Unterbrechung und die Fortsetzung vom Urlaub kommt im zweiten Teil.

 

 

Mamis weltbester Pflaumenkuchen

Spätsommer ist Pflaumenzeit und bevor diese nun bald leider schon wieder rum ist, möchte ich euch das Rezept für den weltbesten Pflaumenkuchen verraten.
Dieses Rezept hat eine relativ lange Geschichte und es hat etliche Anläufe gebraucht, bis der richtige Teig für den perfekten Pflaumenkuchen gefunden war. Lange hat meine Mutter sich an einem Hefeteig versucht, der nicht zu stark aufgeht, damit der Kuchen so richtig schön saftig und ein klein bisschen matschig wird, bloß nicht zu trocken. Der Hefeteig ging aber einfach immer zu sehr auf, wurde dann zu dick und zu trocken und es war viel zu viel Teig für die Pflaumen oben drauf.
Letztlich lag die Lösung in einem ganz einfachen aber dafür auch ganz besonders leckerem Quark-Öl-Teig, um einen wunderbar saftigen, dünnen und oberleckeren Pflaumenkuchen zu zaubern.

Für den Teig braucht ihr die folgenden Zutaten:

150 g Magerquark

75 g Zucker

1 Prise Salz

1 Ei

6 EL neutrales Speiseöl (z.B. Sonnenblumenöl)

250 g Mehl

2 TL Backpulver

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Mehl und Backpulver vermischt ihr bevor ihr alle Zutaten in eine Schüssel gebt und sie mit den Knethaken eures Handrührgerätes zu einem gleichmäßigen Teig verarbeitet. Der Teig sollte fest und geschmeidig werden, ein bisschen klebrig darf er noch sein, zum Ausrollen braucht ihr dann noch etwas Mehl.

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Bevor ihr den Teig aber ausrollt, darf er zugedeckt oder in Frischhaltefolie gewickelt noch mal ca. 15 Minuten ruhen.

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In der Zwischenzeit könnt ihr die Pflaumen vorgebreiten. Für ein Blech braucht ihr gute 2 kg reife Pflaumen. Diese werden gewaschen und vom Stein befreit, dafür schneidet ihr die Pflaumen am besten mit einem scharfen Messer in Hälften und nehmt den Kern einfach raus.

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Nun könnt ihr euch wieder dem Teig widmen. Mit etwas Mehl wird der Teig noch mal per Hand kräftig durchgeknetet und dann aufgerollt. Das geht am besten auf so einer Silikonmatte, denn der Teig muss wirklich dünn ausgerollt werden. Den ausgerollten Teig legt ihr dann auf das mit einem Backpapier ausgelegte Blech und drückt den Teig an den Kanten ein kleines Stückchen hoch.
Die Pflaumen werden nun dicht und hochkant auf dem Teig verteilt. Bei guten zwei Kilo Pflaumen müsst ihr die Hälften richtig schön dicht aneinander stellen, so dass kein Teig mehr zu sehen ist. Die Pflaumen werden dann mit den Saft einer halben Zitrone beträufelt und mit Zucker und etwas Zimt bestreut.

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Der Kuchen ist nun fertig für den Ofen und geht bei 175° C für ca. 30 Minuten in den nicht vorgeheizten Ofen bei Umluft. Er ist gut wenn die Pflaumen schön weich sind und ordentlich Saft gelassen haben.

Am besten schmeckt er mit einem Löffel Schlagsahne! Guten Appetit!

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Unsere Turnierbilanz – Teil I

Unsere dritte Saison ist beendet, ein schöner Anlass, ein kleines Resümee zu ziehen und unsere Bilanz anzuschauen!

2012 war unsere allererste Saison, Püppi 5-jährig. Folgende Turniere sind wir geritten:

März 2012 Sülldorf – Drpf. – A: Das allererste Tunier in Püppis Leben, das Herz klopfte laut und weiter als bis X kamen wir nicht an die Richter heran. Also habe ich lediglich versucht, ihr in Ruhe das Viereck zu zeigen und natürlich verzichtet.

März 2012 Wedel – Drpf. –A: Püppi war immer noch sehr aufgeregt, aber ich konnte sie bereits halbwegs an den Richtern vorbeisteuern, so dass wir zumindest eine Note abholen konnten. Allerdings langte es aufgrund der Spannung nur zu einer 6,0 und dem 18. Platz.

Mai 2012 -Meckelfeld Drfp.-A: Die erste halbwegs vernünftige Prüfung und auch die erste Platzierung: Note 6,2 und Platz 5

Juni 2012 – Nordpol Drpf. A: Die beste Prüfung bis dahin, Note 7,3 und Platz 2

August 2012 – Neuenfelde Drpf.-A: Langsam kam Routine, Note 7,4 und Platz 3

August 2012 – Timmerhorn Drpf. -A – Das erste Mal los ohne meinen Vater, Püppi machte super mit, Note 7,3 und Platz 4

Nach 2 Testläufen und anschließend 4 vorderen Platzierungen am Stück waren wir super zufrieden und beendeten die erste Saison.

Hier sind ein paar Eindrücke von den Turnieren 2012:

Wedel

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Erste Platzierung in Meckelfeld

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Ein 4.Platz zum Abschluss in TimmerhornIMAG0774

2013 – unsere zweite Saison, Püppi war 6 jährig und ich hatte kaum Zeit. Daher fällt der Bericht recht kurz aus:

Juli 2013 – Ahrensfelde Drpf. L – Püppi benahm sich nach 11 Monaten Turnierpause vorbildlich und holte sich direkt die erste L Platzierung. Note 7,3 und Platz 6

August 2013 – Rausdorf – ein kleiner Rückschlag. Püppi war sehr guckig auf dem Viereck und wollte nicht mehr rückwärts.

Drpf. – L: Note 5,8 und unter ferner liefen unterwegs

Drpf. – M: Note 6,5 und 11. Platz

Da sie sich in der ersten M ordentlicher anstellte und ich so wenig Zeit hatte, beließen wir es dabei und ich nahm mir vor, 2014 mehr loszufahren, damit sie einfach mehr Routine sammeln kann.

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Im nächsten Teil schauen wir dann auf die gerade beendete Saison 2014!