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Hufschuhe – echte Alternative zum Eisen

 

Ein Beschlag mit Hufeisen gehört – zumindest für die meisten Sportpferde – dazu wie der Deckel zum Topf. Aus eigener Erfahrung wird hier auch eher wenig über Alternativen nachgedacht. Das Hufeisen ist, wenn es sitzt, ein einfacher, verlässlicher Hufschutz. Es ist allerdings mittlerweile erwiesen, dass es durch Hufeisen zu einem Verlust der Blutzirkulation im Huf und zu einem Verlust der Stoßdämpfung kommt. Wer also die Hufeisen nicht benötigt, um z.B. im Springsport Stollen zu verwenden, damit die Rutschgefahr verringert wird, sollte sich über Hufschuhe als echte Alternative zum Eisen Gedanken machen.

Verwendet man Eisen, um zu starken Abrieb des Hufhorns zu verhindern, ist die Verwendung von Hufschuhen durchaus sinnvoll. Allerdings passt wie beim Menschen nicht jedem Pferd jeder Hufschuh. Es gibt viele verschiedene Modelle mit unterschiedlichen Funktionen. Die meisten Hufschuhe sind deutlich leichter als Eisen und sind unten geschlossen, so dass sie auch den Strahl und die Hufsohle schützen.

Wir wollen euch in diesem Artikel drei verschiedene bewährte Hufschuhe vorstellen.

Mittlerweile zum „Klassiker“ unter den Hufschuhen geworden ist der „Easy Boot“.

Ihn gibt es in verschiedenen Variationen. Das Modell 2012 würde ich als den klassischen EasyBoot bezeichnen. http://www.der-hufpflegeshop.de/shop_content.php?coID=25/ Wer für sein Pferd den Easy Boot verwenden möchte, sollte prüfen, ob das Pferd über genügend Trachtenhöhe verfügt, da das sogenannte Trachtenband hier greifen muss, damit der Halt gewährleistet ist. Der Halt des Easy Boots ist außerdem am besten bei Pferden, die nicht zu steile Seitenwände haben, da innen im Schuh seitlich Krallen angebracht sind, die in die Hufwand greifen und ebenfalls den Halt sichern. Für besonders sicheren Halt gibt es außerdem die Easy Boot Gamaschen. Ich selbst habe jahrelang diesen Hufschuh verwendet und habe sie sogar im Turniersport im Dressurbereich verwendet. Für den Springsport halte ich sie (und alle anderen Hufschuhe auch) für nicht empfehlenswert, da der Halt bei Verwendung von Stollen unter dieser Belastung nicht gewährleistet ist. Nachteilig beim EasyBoot ist, dass man in der Handhabung beim An- und Ausziehen Übung benötigt.

Der Easy Boot kann außerdem neu besohlt werden, wenn es erforderlich ist, was die Lebensdauer erheblich verlängert. Meine haben mittlerweile 6 Jahre auf dem Buckel und sind in der Zeit einmal neu besohlt worden.

Ebenfalls bewährt hat sich der „Swiss Horse Boot“ http://www.swisshorseboot.de/. Dieser ist im Gegensatz zum Easy Boot eher für Pferde mit steileren Seitenwänden geeignet. Die Handhabung ist etwas leichter und nicht so kraftaufwändig wie beim EasyBoot. Geschick ist dennoch gefordert, denn der Schuh muss richtig sitzen, sonst verliert man ihn schnell. Er verfügt über ein kleines Halteriemchen, was in der Fesselbeuge verläuft und nur im Notfall verhindern soll, dass das Pferd den Schuh verliert. Nachteilig ist hierbei allerdings, dass dieses bei empfindlichen Pferden in Kombination mit Sandböden Scheuerstellen verursachen kann. Zu beachten ist außerdem, dass bei den Swiss Horse Boots zwischen rechten und linkem Schuh unterschieden wird.

Während der EasyBoot und der Swiss Horse Boot „spezielle“ Hufformen benötigen, damit ein sicherer Halt gewährleistet ist, sitzt der neuartige „Renegade Hufschuh“ http://www.der-hufpflegeshop.de/shop_content.php/coID/32/product/Renegade-Hufschuhe an nahezu allen Hufen. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass dieser sogar an einem Bockhuf sehr gut sitzt! In der Handhabung unterscheidet er sich sowohl vom Easy Boot als auch vom Swiss Horse Boot dadurch, dass er wesentlich leichter an- und auszuziehen ist. Ideal ist dieser Hufschuh unter anderem für Pferde mit wenig Trachten. Der Renegade Hufschuh verfügt über einen flexiblen Ballenschutz, der durch einen Fesselriemen über dem Kronenrand an der Vorderseite des Hufes befestigt ist. Der Hufschuh an sich wird durch den Spannriemen gehalten. Der größte Pluspunkt dieses Schuhs ist definitiv die einfach Handhabung.

Allgemein muss man sich natürlich im Klaren darüber sein, dass kein Hufschuh immer zu 100% sicher sitzt. Aber ich denke jeder weiß, dass auch ein Eisen mal verloren geht. Und ein verlorenes Eisen erfordert mehr Aufwand als ein verloren gegangener Hufschuh – diesen kann man nämlich in der Regel schnell selbst wieder anbauen und muss nicht erst einen Hufschmied kommen lassen (und bezahlen…).

Preislich unterscheiden sich die Hufschuhe voneinander. Der Renegade Hufschuh ist von den drei hier vorgestellten der teuerste mit um die 200 Euro pro Paar. Den Easy Boot bekommt man ab ca. 130 Euro pro Paar und der Swiss Horse Boot liegt bei ca. 160 Euro für ein Paar.

In der Erstanschaffung sind Hufschuhe also deutlich teurer als ein Beschlag mit Hufeisen. Diese Kosten rentieren sich aber im Laufe der Zeit, da die Hufschuhe viel länger haltbar sind als Hufeisen.

Nutzt jemand von euch auch Hufschuhe? Wofür verwendet ihr sie? Berichtet doch mal von euren Erfahrungen!

 

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