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Getrennte Wege: Über das Tabuthema Pferdeverkauf

Das Thema Pferdeverkauf ist in aller Munde. Viele Pferdebesitzer haben schon mal ein Pferd verkauft und es gibt sehr viele, die sich die skurrilsten Ausreden dafür einfallen lassen. Pferdeverkauf gehört sich nicht! Warum der Verkauf eigentlich nichts negatives ist, versuche ich in meinem heutigen Artikel zu ergründen.

Fast jeder Reiter, der ein eigenes Pferd besitzt, stand schon einmal vor der Frage „Verkauf oder nicht?“, aber die wenigsten würden es zugeben. Ich selber habe auch schon Pferde verkauft und kein einziges Mal fiel es mir leicht. Ich erinnere mich heute noch an die vielen bösen Zungen im Stall: „Die kriegt den Hals nicht voll!“ „Hat es doch gar nicht richtig probiert.“ Besonders als Jugendliche war das wirklich nicht leicht.

Unter den Reitern gibt es verschiedene Parteien: Die, die alles für ihr Pferd geben und jedes kleine bisschen hinterfragen; die, die Turniersport betreiben wollen und von ihrem Pferd in gewissen Maßen einen Nutzen haben und die, die es einfach nur genießen wollen in Gesellschaft von Gleichgesinnten zu sein und einfach so wie es das Pferd gerade anbietet zu reiten. Die Einen mit mehr, die Anderen mit weniger Plan. Jede dieser Parteien hat unterschiedlichste Gründe sein Pferd zu verkaufen: Zu wenig Leistungsmöglichkeiten, die Chemie stimmt nicht, unberechenbar im Gelände, chronisch krank… Es ließe sich unendlich fortsetzen. Jeder entscheidet für sich selbst, wieso ein bestimmtes Pferd für sich und seinen Nutzen nicht mehr tragbar ist und ich finde das auch verdammt richtig so.

Die Pferde sind eine Leidenschaft, ein Hobby, ein Sport. All diese Dinge sollen Spaß machen und ein Leben erfüllen. Ich finde nicht, dass man es jemandem vorwerfen kann, danach zu streben und wenn man dafür den Partner Pferd austauschen muss, dann ist das absolut in Ordnung. Nicht, weil man sein Tier „einfach so“ verkaufen kann, sondern weil es mit Sicherheit irgendwo einen besser passenden Deckel zum Topf gibt. Eine damalige Bekannte sagte vor dem Verkauf meines ersten Ponys zu mir, dass es sicher noch jemanden gibt, bei dem er es besser hat als bei mir und damit hat sie auch Recht gehabt. Da sind die Zweifel, die man täglich mit in den Stall bringt und dem Pferd ein schlechtes Gefühl vermitteln, sicher nur das kleinere Problem. Ein Pferd in eine Form pressen zu wollen, obwohl es gar nicht dazu in der Lage ist, ist ein viel größeres Problem. Für meinen Geschmack ist es da nur realistisch und fair, wenn man als Reiter und Besitzer hinterfragt und rechtzeitig feststellt, dass das Pferd einfach nicht zu einem passt und man ihm unrecht tut, wenn man täglich mit quälender Dressur um die Ecke kommt, obwohl das Pferd einfach deutlich zeigt, dass es keinen Spaß daran hat.

Natürlich ist es jenseits der Wendynorm, ein Pferd abzugeben. Die wenigsten haben allerdings das Glück und die Möglichkeiten „ausgesonderte“ Pferde weiterhin zu unterhalten. Dafür ist dieses Hobby einfach zu kostspielig. Ebenso ist es für Reiter, die im Sport erfolgreich sein wollen, einfach nicht realistisch ein Pferd zu behalten, welches zum Beispiel wiederkehrend krank ist, oder einfach nicht belastbar ist. Selbstverständlich setze ich mit meinen Thesen voraus, dass das Pferd vor dem Kauf ausreichend getestet und untersucht worden ist, denn viele Verhaltensmuster, Vorlieben oder Krankheiten zeigen sich einfach erst im Laufe der Zeit im heimischen Stall, dafür ist der kurze Einblick beim Proberitt einfach kein anständiger Maßstab.

Lange Rede kurzer Sinn – ich bin der Meinung, dass man vor einem scharfen Urteil von fremden Angelegenheiten immer noch einmal nachfragen sollte. Denn in den meisten Fällen ist ein Verkauf einfach sinnvoll, nicht nur für den Reiter, sondern in erster Linie für das Pferd.

Wie steht ihr zu dem Thema? Musstest ihr selbst schonmal ein Pferd verkaufen?

22 Kommentare

  1. Sonja Grünert sagt

    Ich bin geteilter Meinung zum Verkauf von Pferden. Ich persönlich schaffe mir „eigentlich“ (da haben wir es wieder) kein Tier an, um es irgendwann abzugeben, aber manchmal geht es eben nicht anders. Ich handle nach der Maxime: Alt und krank verkauft man nicht. Ich würde nie meinen Alten verkaufen, der mich so viele Jahre durch Regen und Sonnenschein getragen hat. Jetzt ist er eben alt und krank und kostet, aber so ist das halt als Team, er tat so viel für mich, jetzt tue ich viel für ihn.
    Jedes andere Pferd kann man verkaufen, so meine Meinung. Denn hat jeder Pferdebesitzer sein Pferd in der Wildnis oder am Laternenpfahl angebunden gefunden? Die Gründe sind da nebensächlich.

  2. Mimi sagt

    Danke viel mal für diesen Artikel! Ich stehe momentan leider genau an dem Punkt im Leben, wo ich mein Pferd verkaufen muss, da ich wegen des anstehenden Studiums nicht mehr genügend Zeit und Geld zur Verfügung habe wie bis anhin. Es war eine schwere Entscheidung für die ich lange gebraucht habe um sie zu treffen, jedoch ist es das einzig richtige für meinen Schatz 🙁

  3. Carmen sagt

    Hallo,
    Ich stimme dir voll zu das man beim Probereiten nie das Pferd unter sich hat, dass später im Stall steht. Da ist es voll und ganz berechtigt sagen zu dürfen, ich Verkauf diese Pferd wieder und such mir eins das besser zu mir und meinen Bedürfnissen passt. Damit es Pferd und Reiter gut geht.
    Aber viele (ich sage nicht alle) die heute ihr Pferd verkaufen sagen nicht den waren Grund.
    Wird ein Tunierpferd ausgemustert und soll seinen Lebensabend auf einer Koppel verbringen ist nichts verwerfliches daran.
    Sehe ich aber dann die Anzeigen mit 23 oder 24 jährigen Pferden die wegen Krankheit ein neues Zuhause suchen fange ich zweifeln an. Solche Pferde waren jahrelange Begleiter und werden diese alt und krank kann man sie nicht mehr gebrauchen.
    Aussagen wie kann mir den Stall nicht mehr leisten hört man dann oft. Anstatt einfach zu zugeben das es für sie selbst keine Option ist ein krankes Tier zu versorgen. Seien es Kostengründe oder der wünsch auf ein reitbares jüngeres Pferd.

  4. Jenny Schaab sagt

    Ich selbst habe noch nie ein Pferd verkauft. Allerdings kenne ich in meiner Umgebung viele Ställe die Pferde kaufen und dann nach ein bis zwei Monaten wieder verkaufen, aus unerklärlichen Gründen. Und immer wieder bricht es den Schülern das Herz wenn das Lieblingspferd verkauft wird. Ich finde man sollte ein Pferd mehrfach Probereiten bevor man es kauft, damit es nicht gleich wieder weg muss. Ich finde es auch nicht schlimm ein Pferd zu verkaufen, aber man sollte einen Guten Grund haben…

  5. Franca N. sagt

    Ich bin zur Zeit auch am überlegen ob ich meine verkaufen soll oder nicht. Ich bin bin unsicher ob es noch passt vom reiten her oder ob wir noch zusammen passen. Es gibt Momente in denen ich so glücklich mit ihr bin aber wir haben auch sehr viele Tiefs. Und dann ist da noch die Sache mit dem Kauf eines neuen pferdes, ob es dann besser passt ist auch nicht sicher oder ob da noch andere Komplikation auftreten. Und das alles bereitet mir sorgen. Ich weis nicht was ich machen oder handeln soll.

    • Steffi sagt

      Hi, genau vor so einer Situation stand ich auch für 8 Wochen. Ich hatte eine Hafi mit dem ich überhaupt nicht harmoniert habe und wir am Schluss nur noch Kämpfe hatte und wir beide total unglücklich miteinander waren. Hab mich dann entschlossen ihn zu verkaufen und hab auch ein ganz tolles neues Zuhause gefunden für ihn. Jetzt habe ich mein absolutes Traumpferd gefunden und gemerkt das es das richtige war. Klar gibt es keine Garantie das es beim neuen Pferd besser wird, aber wenn du Unglücklich bist macht das auch keinen Sinn.

  6. Sandra sagt

    @all Also ich hab meine Pferde nicht, um Kutsche zu fahren oder irgendwelche Turniere zu gehen, sondern ich fahre, weil ich Pferde habe und ihnen viel Abwechslung bieten möchte (neben div. Bodenarbeit, Clickern, Langzügel etc.). Alle meine Tiere sind keine austauschbaren Sportgeräte sondern wertvolle, völlig gleichberechtigten Familienmitglieder. Meine Beiden nehme ich so an, wie sie sind, mit all ihren Schwächen und Stärken. Hat man ein Kind geboren, kann man es auch nicht um der Leistungs Willens in die Babyklappe schieben, nur weil es die Anforderungen für das Gymnasium nicht schafft. Ein Pferd erwerben heißt eben auch dass man Verantwortung für das Tier bis an das Lebensende übernimmt.

    Klar das Leben läuft nicht immer rund und es kann Situationen geben die einen Verkauf erforderlich machen. Zeitliche oder finanzielle Gründe.

    ABER: Nur ein Pferd verkaufen, weil man nicht seine eigenen Schwächen sehen möchte, Unwillens oder Unfähig ist, an seinen eigenen Schwächen zu arbeiten (ja, auch Ponys können Dressurlektionen der hohen Schule gehen, auch wenn ihr Gangvermögen an Anmut und Raumgriff vermissen lässt oder eben den Anforderungen der höheren Klassen im Turniersport nicht mehr genügt), davon halte ich nichts. Augen auf! Wer einen Sehnenschaden durch eigenes Verschulden herausgefordert hat, glaubt ihr im Ernst dass die Pferdemassen überall glücklich als Beisteller enden oder der Tierschutz sich freut? Turnierpferde „ausmustern“ als Freizeitpferd … Absolutes No-Go

  7. Birte sagt

    Ich danke dir sehr herzlich für diesen Artikel zum jetzigen Zeitpunkt. Ich habe gerade letzte Woche beschlossen das der weg mit meinem kleinen zu ende ist und ich ihn verkaufen muss,und diese Entscheidung ist mir weder leicht gefallen noch fühle ich mich wohl dabei. Aber einerseits bin ich finanziell vollkommen am Ende,er hat leider ziemlich viel mitgenommen in den letzten Jahren, und bei mir sind jetzt gar keine Reserven mehr vorhanden. Was ich dem Pferd gegenüber auch nicht fair finde, ich möchte schon so abgesichert sein finanziell das ich jederzeit für ihn einstehen kann.
    Ausschlaggebend war nun aber ein Sturz vom Pferd vor drei Wochen der mir sowohl den oberarmkopf als auch den Oberarm zertrümmert hat. Ich bin schon operiert,es wird aber mindestens ein Jahr dauern bis der Arm wieder voll einsetzbar ist,und auch nur wenn alles gut verläuft. Seit drei Wochen lasse ich mein Pferd nun bereiten, was der finanziellen Situation ja auch nicht gut tut, aber nur rum stehen soll er ja auch nicht. Und dann ist es eben nun zu dieser endgültigen Entscheidung gekommen.
    Aber es waren genau diese Gedanken: sowas tut man nicht. Das Pferd kann nichts dafür das du pleite bist oder krank. Und der Spruch aus dem kleinen Prinzen den ich immer im Hinterkopf habe: du bist zeitlebens für das verantwortlich was du dir vertraut gemacht hast. Aber es geht einfach nicht mehr, ubd ixh finde es dann auxh dem Pferd gegenüber fairer eine neue Chance zu haben als einen Besitzer der nachts schon nicht mehr schlafen kann weil er sich nur noch Gedanken macht wie es weitergehen kann

  8. Marie sagt

    Seht es doch mal so die ein Pferd besitzen. Habt ihr eures gekauft oder ist es vom Himmel gefallen? Und seit ihr nun glücklich damit? Denn irgendjemand hat es euch verkauft, mit einem Grund. Also ich stimme dem Artikel voll zu.

  9. Stella sagt

    @Sandra: Mit einem Baby würde ich das jetzt nicht vergleichen aber mit einem Partner schon. Und wenn es mit dem nicht funktioniert und man sich zu zweit nur quält, dann sollte man es lassen. Da sind dann Trennungen auch in Ordnung. Bei Pferd und Reiter nicht?
    Was ist denn daran so schlimm das Pferd zu verkaufen? Nur so, kam manch einer zu seinem Traumpferd. Durch ein „abgelegtes“ Pferd, was zu einem anderen Menschen vielleicht nicht gepasst hat.
    Ich finde es eher egoistisch ein Pferd zu behalten und dessen Anforderungen nicht gerecht zu werden (warum auch immer) und es schlimmsten Fall – wie du sagst – zu verletzen. Unfassbar eigentlich.
    Dann lieber in Hände geben die im Gut tun. Ich musste auch schon verkaufen, weil ich es mir nicht leisten konnte. Ein Hengst bückste aus und „schwängerte“ meine Stute. Sollte ich das Fohlen behalten und mich deswegen in den Ruin stürzen? Zwei Pferde waren damals einfach nicht tragbar. Und ja, ich hab trotzdem Rotz-blasen geheult.
    Und es gibt bereits Pferdeklappen. Weil sich Leute übernehmen und erst später erwachen. Auch menschlich?!
    Ich musste leider schon mit ansehen, wie jemand sein Pferd krank und kaputt geritten hat, weil der Reiter mehr wollte als das Pferd geben konnte. Verkauf kam für den Reiter nicht in Frage, da es eben so verpönt ist?! Ich weiß es nicht. Aber einsichtig war der Reiter leider nicht. Nach seinen empfinden, war alles in Ordnung. Pferd war aber völlig kaputt und Tierarzt fast wöchentlich da.
    Ich habe auch ein altes Pferd, das nur bedingt bewegt werden kann. Es bleibt auch bei mir und wird bis es hoffentlich friedlich einschläft, liebevoll umsorgt und gepflegt. Aber ich kann sehr gut verstehen, dass man auch verkauften will, da ich auch oft an meine Grenzen kam und diese Überlegung hatte. Ist mein Pferd nicht mit jemand anderen doch besser dran? Oft hab ich mich das gefragt.
    Von daher…… so lange es den Pferden dabei gut geht. Egal ob behalten oder verkauft wird.

  10. Vic sagt

    Ich habe mein (erstes) Pferd mittlerweile sechs Jahre und ich habe schon verdammt viel Mist erlebt mit ihm…Beim Probereiten auch ein unkomplizierter Fall… In echt aber ein ewig Hengstgebliebener, der sich jeder (und damit meine ich wirklich, dass ich und viele andere Leute, die es besser wussten, bereits ALLES ausprobiert haben) Erziehungsmethode konsequent verweigert. Er wird für immer ein Rüpel sein, er wird wohl auch immer wieder testen…manchmal mit beeindruckender Ausdauer.
    Wenn dir auf dem Longierplatz dann die Tränen kommen…wenn wieder mal jemand einen völlig unbrauchbaren Tipp in unangemessenem, an deinen Fähigkeiten zweifelnden Ton hatte…wenn du nach der Arbeit an drei oder vier Abenden in der Woche einfach nur etwas SCHÖNES, Ruhiges, Entspannendes machen willst, ohne mit verschmierter Schminke und Kopfschmerzen wieder vom Stall weg zu fahren…Wenn du aufs Pferd steigst und die Angst immer mit reitet…

    Dann frage ich mich wirklich, ob man sich keine eigene Schwäche zugestehen darf? Darf ich mir nicht eingestehen, dass das einstige Traumpferd und ich zusammen zuviel erlebt haben?

  11. Isabel sagt

    Ich habe im Frühjahr meinen geliebten Wallach verkaufen müssen, aus Zeitgründen meiner Tochter zuliebe. Ich dachte, nette Hände gefunden zu haben und gab ihn schweren Herzens ab. Seitdem gehe ich durch die Hölle! Die gute ritt ihn drei Wochen und was dann passierte weiß ich nicht. Sie meldete sich nicht mehr, ging nicht ans Telefon. Im Juni kam ein Brief vom Anwalt, ich hätte Mängel verheimlicht, wie Rehe und Hahnentritt!!! Das Pferd hatte ich zwei Jahre, der hatte nie was, hab ihn bis L ausgebildet und war 2014 in fast jeder Dressur mit ihm platziert, die Richter waren wohl alle blind. Sie wollte auch keine AKU, ich hab damals als ich ihn kaufte aber eine gemacht, ohne jeglichen Befund.
    Na ja, auf jeden Fall versuche ich grad mit meInem Anwalt den kleinen Kerl zurück zu bekommen und wir warten nun seit 4 Wochen auf Nachricht von der Gegenpartei….seitdem hab ich mir geschworen, ich verkaufe nie wieder ein Pferd! Ich geh hier durch die Hölle! Und wir haben in der Vergangenheit schon mal das ein oder andere Pferd verkauft und wir haben immer alles ehrlich gesagt, haben mit jedem Käufer guten Kontakt und auch wir pflegen mit Verkäufern, die uns ihr Pferd anvertrauen, ebenso den Kontakt. Für mich war das immer sehr wichtig, wenn schon verkaufen, dann in die passenden Hände.
    Leider bin ich nun mal voll auf die Nase gefallen! Also für mich gilt, wenn möglich nie wieder ein Pferd verkaufen!!!

  12. Tia sagt

    Ich finde es absolut legitim ein Pferd zu vekaufen, wenn man merkt, dass es einfach nicht passt oder man dass, was man sich wünscht mit diesem Pferd nicht realisieren kann, ob im Freizeit- oder Turnierbereich. Sicher gibt es dann einen passenden Menschen, der mit genau diesem Pferd total happy wird und das wird das Pferd auch merken. Schwieriger finde ich immer Verkaufsanzeigen, wenn Pferde um die 18 Jahre ++ verkauft werden mit dem Zusatz „gern im Tausch mit jüngerem Pferd“, das finde ich persönlich respektlos. Wenn ein Pferd viele Jahre treuer Begleiter war, dann sollte er bis zum letzten Atemzug auch bleiben dürfen, das finde ich ist man dem Tier/Familienmitglied einfach schuldig .

  13. Melanie sagt

    Ich war leider mal in der Situation ein Pferd verkaufen zu müssen, da ich eine tragende Stute gekauft hatte. Leider wusste ich nicht, dass sie tragend war und dann waren es plötzlich zu viele Pferde. Also habe ich meinen braven Wallach zum Verkauf angeboten. Aber ich war ein grottenschlechter Verkäufer, ich habe niemanden für gut genug befunden… Zu meinem großen Glück hat ihn dann meine Reitbeteiligung übernommen, ihr habe ich ihn dann geschenkt, weil ich wusste, dass er bei ihr ein tolles Leben hat 🙂

  14. Eddi sagt

    Also ich finde schon, dass es durchaus Gründe gibt, ein Pferd wieder zu verkaufen. Pferde sind nun mal teuer! Und Tierarztkosten können schnell mal durch die Decke schießen… Ein Prof von der Vet Uni Wien hat mal klipp und klar gesagt, dass man sich von Haus aus kein Pferd zulegen sollte, wenn man nicht innerhalb kürzester Zeit ca 8000 € (zusätzlich) hinlegen kann – Kosten für Kolik OP… Dachte mir solange nichts dabei, bis mein Pferd wegen einer Kolik in die Klinik musste… operiert werden musste er glücklicherweise nicht, hätte er bekommen wenn nötig… Daneben stand jedenfalls ein Pferd mit einer schweren Kolik, das eig eine OP gebraucht hätte. Besitzer hatten kein Geld für OP od fürs Einschläfern. Da wirds einem anders… Wie die Geschichte ausgegangen ist weiß ich nicht – manchmal behält die UNI dann die Pferde, wenn die Besitzer sich was nicht leisten können…
    Zu meinem Pferd: der war ein totales Problempferd, aber ich hatte ich in ihn verliebt… helfen im damaligen Stall konnte mir keiner! Ich kam jeden Tag verheult heim. Solange bis ich beschloss andere Reitweisen und Wege auszuprobieren… Heute bin ich froh und unheimlich dankbar für dieses Pferd und den Weg den wir gegangen sind… Soooo viele Abenteuer und Situation in der mir nicht nur einmal geholfen hat! Ich liebe ihn aus tiefstem Herzen jeden noch immer mehr (hab ihn jetzt seit 14 Jahren)… Zum Thema Verkauf: Da er sich absolut mit niemanden sonst arrangieren (Menschen!) will, niemanden sonst auf seinem Rücken haben will (er weiß noch genau wie man wen los wird), ist er quasi unverkäuflich! Ehrlich gesagt wüsste ich nicht, was ich machen würde, wenn ich plötzlich in eine finanzielle Katastrophe käme… ich würde alles für ihn tun- nur was, wen das mal nicht geht?

  15. Hi!
    Ein sehr polarisieren des Thema! Ich denke, dass es allgemein dafür kein gut oder schlecht gibt. Jede einzelne Situation muss hier für sich betrachtet werden.

    Klar ist aber das solche Entscheidungen nicht leicht fallen sollten und nicht leichtfertig. Dann ist nichts verwerfliches daran.

    Leider gibt es aber sehr oft die negativ Beispiele. Wo das Pferd ein austauschbares Sportgerät darstellt oder im alter einen Klotz am Bein! Die ich persönlich nicht in Ordnung finde, weil wir einfach über Lebewesen reden…

    Von daher sollte man bei einem Verkauf nicht vorschnell urteilen!

    Lg Claudia

  16. Kirsten sagt

    Ich finde es mehr als legitim ein Pferd auch zu verkaufen. Wir überlegen auch grade. Das Leben geht weiter, man entwickelt sich weiter und wenn man merkt, dass das Pferd zeitlich oder finanziel überhaupt nicht mehr ins Leben passt, dann muss man Entscheidungen treffen. Es gibt immer noch jemanden, bei dem es das Pferd auch gut hat. Der vielleicht sogar besser mit ihm auskommt.

  17. Jennifer Luebben sagt

    Hallo um kurz was zu mir zu sagen ich verkaufe Pferde im Auftrag von Besitzern , gerne von Züchtern aber auch von normal sterblichen diese Pferde werden meistens zu mir gebracht weil sie angeblich nicht reitbar sind… Dies ist eigentlich noch nie der Fall gewesen sondern es sind die meistens die Reiter die nicht die Zeit und Lust haben das Pferd 3 Monate reiten zu lassen und auf sich anpassen zu lassen oder an sich zu arbeiten. Ich biete das gerne an denn es funktioniert wenn man sich an den plan hält und auch später komm ich gerne zur Hilfe. Die die es ausprobiert haben sind sehr glücklich das sie es versucht haben da es klappt . Manchmal sag ich auch von Anfang an : ok es passt nicht !, auch das passiert aber dann bin ich so ehrlich und sage es . Nun generell habe ich nix dagegen sein Pferd zum Verkauf anzubieten generell meine ich nur es versuchen auch viel zu wenige sich wirklich mit Problemen zu beschäftigen .. IN DENN MEISTEN FÄLLEN LIEGT ES NÄMLICH AM REITER UND NICHT AM PFERD …UND DARAN LIEBE LEUT KÖNNEN WIR ARBEITEN . Wenn das Pferd von können und gangwerk einfach nicht der Qualität entspricht der der Reiter benötigt ist das was anderes dann wird es halt Freizeit Pferd das ist völlig in Ordnung man nimmt ja auch kein trabi in der Formel 1 . So viel Spass noch am Umgang mit euren lieben.
    Liebe grüße j. Lübben

  18. Aileen Sindlinger sagt

    Sehr schöner Artikel. Ich bin auch gerade in einer Situation wo ich mein Pferd verkaufen muss… Sie ist mit mir die letzten zwei Jahre durch dick und dünn gegangen, aber aufgrund mehrerer Verletzungen ist das finanziell nicht mehr möglich sie weiterhin zu halten und sie in dem Sport weiter zu reiten. Ich muss mir im klaren sein was ich will und das war nunmal der Turniersport und weiter kommen und nicht zum Wald und Wiesen Reiter zu werden. Die Entscheidung fiel mir schwer und bis jetzt weiß ich auch noch nicht ob es das richtige war. Ich hoffe einfach nur das sie in gute Hände kommt und ich sie noch sehen kann. Vielleicht hat sie es ja bei dem neuen Beseitzer viel besser als bei mir und galoppiert jeden Tag fröhlich über die Koppel…Seitdem die Enteschiedung gefallen ist fällt es mir extrem schwer noch glücklich und fröhlich im Stall zu sein, da ich weiß das es die letzten Wochen sein werden und sie es eigentlich nicht verdient hat zu gehen, aber was soll man machen. Das Leben geht weiter. Man muss nach vorne denken.

  19. Miri sagt

    Ein sehr heikles Thema, was mich derzeit auch immer wieder belastet.
    Ich habe meine Stute nun seit 2,5 Jahren und mache tatsächlich ALLES, um ihr iwie gerecht zu werden. Ich habe ein Pferd, das muss ich ganz klar sagen, um Sport zu reiten. Ich liebe Turniere und möchte dies auch unbedingt weiter machen. Leider findet meine Stute das alles uncool. Sie ist super dominant und haut mich sehr oft in die unterschiedlichsten Sprünge. Ich weiß nicht, wann wir das letzte Mal einen Parcours beendet haben. Ich habe die unterschiedlichsten Trainer in Dressur und Springen gehabt, Bereiter…etc…. unter einem Mann springt sie auch alles ohne zu zucken. Ich habe 4 Monate gar nicht mehr gesprungen und dann nur andere Sachen gemacht aber nichts soll scheinbar funktionieren.

    Nun bin ich mittlerweile das 2. Mal am Überlegen, ob ihr es woanders nicht besser geht und der Gedanke daran zerreißt mich 🙁

    • Carina sagt

      Liebe Miri,
      ich kann die Situation sehr gut nachvollziehen. Gerade wenn man sportlich orientiert ist, lebt man täglich mit dem Zwispalt zwischen Herz und Verstand und ich kann dir aus persönlicher Erfahrung sagen, dass es manchmal gar nicht so verkehrt ist auf seinen Verstand zu hören.
      Denn es ist tatsächlich so, dass du für einen Augenblick dein Wollen bei Seite schieben solltest und mal nur das Wohl von deinem Pferd siehst. Sie zeigt dir sehr deutlich, dass sie deinem Wunsch nicht nachkommen kann aus welchen Gründen auch immer, sie wird immer teile in dir nicht zufriedenstellen können. Ich denke, es gibt da draußen sicher jemanden, der genau auf so ein Pferd wartet, andere Ziele vor Augen hat und somit eine Chance auf ein viel noch erfüllteres Leben als bei dir haben kann. 🙂
      Ich wünsche dir einen klaren Kopf und eine Entscheidung, die für dich und auch für deine Stute langfristig gut und zufriedenstellend ist. 🙂
      Liebe Grüße,
      Carina

      • Miri sagt

        Liebe Carina,
        Deine Antwort war echt super und hat mir bei meiner Entscheidung tatsächlich geholfen.
        Ich hab mich dazu entschlossen, meine Stute meiner Reitbeteiligung zur Verfügung zu stellen, denn das ist tatsächlich IHR Mensch.
        Die beiden mögen einander so sehr und das ist auch sehr deutlich zu spüren.
        Für mich ist es die schönste Lösung und ich hätte gar nicht gedacht, dass es mal so kommen könnte!

        Natürlich muss man trotz alldem mit einigen Kritikern klar kommen aber da kann ich zum Glück fein drüber hinweg sehen, denn ich weiß ich hab das Richtige für mein Pferd getan!

        Liebe Grüße
        Miri

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