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Welcher Hengst für Püppis Fohlen?

Im Sommer letzten Jahres habe ich euch HIER darüber berichtet, dass ich überlege, zu einem passenden Zeitpunkt ein Fohlen aus Püppi zu ziehen. Der Gedanke ist mal mehr und mal weniger präsent bei mir, aber mittlerweile habe ich mich ein wenig konkreter damit auseinander gesetzt und möchte euch heute deshalb mal auf den neuen Stand bringen.

Auch wenn die große Frage des richtigen Zeitpunkts noch nicht endgültig geklärt ist, habe ich mich in den letzten Monaten ausführlicher mit der Frage beschäftigt, welcher Hengst denn der richtige für mein Traumfohlen aus Püppi wäre. Hierfür ist es aus meiner Sicht auch nie zu früh, schließlich kann man die potenziellen Kandidaten so unter die Lupe nehmen und die Nachzucht verfolgen etc. Immerhin bin ich vollkommen zuchtunerfahren und somit blutiger Anfänger!

Mein erster naiver Ansatz war es, auf den Websites der einschlägigen Gestüte Videos anzuschauen und zu überlegen, welcher Hengst meiner Idealvorstellung am Nächsten kommt. Außerdem habe ich mich ein wenig im Züchterforum Horsegate umgeschaut (www.horsegate-forum.de)  und dort einiges über Anpaarungen gelesen und über Erkenntnisse, welcher Hengst sich wie vererbt.

Relativ schnell kam bei mir also die Erkenntnis, dass es mir nicht so viel bringt, wenn ich den Hengst toll finde, sondern vielmehr danach schauen muss, welches Blut gut zu Püppis Abstammung passt, was der Hengst genau verbessern oder sichern soll beim Fohlen und dann einen Hengst danach zu beurteilen, wie er sich bisher vererbt hat und ob er eben auch genau die Dinge vererbt, welche ich verbessern möchte bzw. die mir wichtig sind beim Fohlen. Leider ist es viel schwieriger, dies alles herauszufinden zu beurteilen, als schöne Videos von tollen Hengsten anzuschauen, die spektakulär zu dramatischer Musik dahertraben 🙂

In Püppis Stammbaum finden sich alle vier der großen Zuchtlinien wieder: Donnerhall, Sandro Hit, Rubinstein und Weltmeyer. Zu Beginn dachte ich, dass ich deshalb einen Hengst finden muss, der alle diese „Stempelhengste“ nicht im Pedigree hat. Mittlerweile habe ich aber gelernt, dass man in der Zucht sogar bewusst z.B. die Donnerhall-Linie mehrfach haben möchte, oder wie es im Züchterdeutsch heisst: Auf Donnerhall zurückführt. Das erleichterte mir die Auswahl deutlich, denn es gibt gar nicht so viele Hengste, die auf keine der vier Linien zurückgehen, vor allem Donnerhall findet sich einfach immer und immer wieder im Pedigree vieler Hengste wieder.

Aber es gibt noch eine fünfte Linie, die in Püppis Pedigree nicht zu finden ist: Die F-Linie, welche auf den Hengst Florestan zurückgeht. Diese Linie habe ich mir ausgeguckt, die Pferde sollen ein tolles Interieur haben und sehr nervenstark sein und es gibt einige Hengste aus dieser Linie, die mir sehr gut gefallen.

Eine Grundsatz – Frage, die man sich natürlich auch stellen muss: möchte ich einen älteren Hengst, der bereits viele Jahre deckt und somit schon eine große erprobte Nachzucht hat? Oder wähle ich einen jüngeren Hengst, der vielleicht aktuell auch auf Bundeschampionaten etc. zu sehen ist, aber bei dem die Nachzucht noch jung und evtl. noch nicht geritten ist? Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass es ein jüngerer Hengst sein darf, der aber zumindest bereits einige Fohlenjahrgänge haben sollte.

Hilfreich für die Hengstauswahl ist auch die jährliche Zuchtwertschätzung der FN, die ein Ranking der Hengste erstellt, in welches Eigenleistung und Leistung der Nachkommen einfließen.

Dann geht es mir wie gesagt darum, wie sich der Hengst vererbt, bzw. was er bei Püppis Fohlen verbessern sollte. Püppi hat eine tolle Vorderhandmechanik, die sie gern exakt an ihr Fohlen weitergeben darf. Sie hat auch eine aktive Hinterhand, allerdings ist diese etwas steiler gewinkelt, weshalb es ihr schwer fällt, in der Versammlung genug unterzutreten. Diese Winkelung der Hinterhand dürfte der Hengst also verbessern. An den GGA habe ich eigentlich nichts zu verbessern, wenn ich auf hohem Niveau jammern möchte, dürfte der Hengst den Übertritt im Schritt noch ein wenig verbessern. Und der Hengst darf sich nicht zu „fein“ vererben, da Püppi bereits blutgeprägt ist, eher wünsche ich mir etwas mehr Rahmen für das Fohlen.

Nun habe ich euch alles über meine Kriterien erzählt, also möchtet ihr bestimmt auch wissen, welche Hengste es nun anhand meiner Überlegungen in die Endauswahl geschafft haben:

Favorit I: Fürst Romancier

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Fürst Romancier ist ein schon etwas älterer Hengst (Jahrgang 2004), der bereits viele Fohlenjahrgänge aufweist. Er selbst als Hengst gefällt mir sehr gut, außerdem hatten bereits bewiesen, dass die Anparung mit Sir Donnerhall Stuten gut passt: mit dem gekörten Hengst For Romance und und der prämierten Stute Fasine gibt es bereits zwei herausragende Nachkommen aus dieser Verbindung. Er soll den Schritt, den Rahmen und den Halsansatz verbessern, das sind alles Punkte, die passen würden. Zu ihm passen eher feine blutgeprägte Stuten, auch das trifft bei Püppi zu. Seine Nachkommen gelten als freundlich, neugierig und nervenstark. Die Risiken sind aus meiner Sicht die Größe des Hengstes, zu dem scheint er nicht allen seinen Fohlen die Ganggewaltigkeit mitzugeben, es gibt auch durchaus recht „normale“ Nachkommen.

Favorit II: Follow Me

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Follow me ist ein etwas jüngerer Hengst (Jahrgang 2010). Er entstammt ebenfalls der F-Linie, hat Fürstenball zum Vater und geht mütterlicherseits auf Donnerschwee und Alabaster zurück. Der Hengst gefällt mir wahnsinnig gut, ich habe ihn in Aachen bei der WM während einer Hengstvorführung auch einmal live gesehen und war wirklich hin und weg. Auch er hat schon gekörte Hengste und viele herausragende Fohlen in der Nachsucht vorzuweisen. Allerdings sind seine Nachkommen natürlich noch etwas jünger, daher ist das ganze noch nicht so aussagekräftig. Der erste Jahrgang ist jetzt 3-jährig und wird somit erst angeritten. Außerdem sehe ich als Fragezeichen die wirklich häufige Inzucht auf Donnerhall.

Favorit III: Fürstenball

Quelle: www.schockemoehle.com

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„Gefällt dir der Sohn, nehme den Vater“ – so heißt ein Züchterspruch, und der Vater von Follow Me gefällt mir ausgesprochen gut. Fürstenball ist selbst sporterprobt und kann viele erfolgreiche Nachkommen vorweisen. Er ist Jahrgang 2006 und somit ein eher älterer, erprobter Hengst. Ein Gerücht, was sich hartnäckig hält, besteht darin, dass er evtl. eine weiche Fesselung vererben soll. Allerdings hat Püppi hier keine Veranlagung, also weiß ich nicht, ob das wirklich ein Risiko ist.

Ihr merkt, so ganz entschieden bin ich noch nicht, aber zumindest auf die F-Linie bin ich doch mittlerweile echt festgelegt und der Überzeugung, dass die Linie gut zu Püppi passt. Was haltet ihr von der Hengstauswahl und welchen Hengst würdet ihr auswählen?

5 Kommentare

  1. Denise sagt

    Hey liebe Anna,

    Ich würde Fürstenhof wählen. Er geht auch auf Florestan I zurück und mütterlicherseits auf Weltmeyer
    Ein toller Hengst, den ich auch persönlich kenne! Leider wird ihm die Vorstellung auf der Seite des Landgestüts nicht gerecht…

    Ganz liebe grüße
    Denise

    • Anna sagt

      Liebe Nicki, vielen Dank für den Tip! Der Hengst gefällt mir sehr gut, kannte ihn noch gar nicht.

  2. sammy sagt

    Hallo Anna,
    ich selbst reite einen Fürstenball-Nachkommen und kann das Gerücht um die weiche Fesselung leider bestätigen…natürlich hat aber auch mein Pferd eine Mutter 😉 ebenso habe ich mit einem schlechter gewinkelten Hinterbein zu kämpfen.
    was ich aber absolut bestätigen kann ist ein perfektes Interieur: Rittigkeit und Arbeitswillen, dabei immer gelassen aber dennoch elektrisch!
    Ich würde mich immer für Fürstenball oder aber (mit Blick auf das Hinterbein) für einen seiner Söhne entscheiden!

    • Anna sagt

      Hallo Sammy, vielen Dank für deinen Kommentar! Ich habe das mittlerweile auch öfter gehört und denke, ein Fürstenballsohn ist in dem Punkt dann die sicherere Wahl!

Wir freuen uns immer über eure Kommentare :-)