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Ein Fohlen für Püppi?

Eigentlich bin ich kein Stuten-Typ. Wir haben immer Wallache gehabt und ich bin wenig Stuten geritten. Bis Püppi vor mittlerweile fast vier Jahren durch Zufall zu mir kam (unsere Geschichte könnt ihr hier nachlesen)! Seitdem reite ich also eine Stute, mit all ihren Stärken und Schwächen. Püppi ist dazu noch eine richtige Stute, das stellt mich immer wieder vor Herausforderungen. Man kann sie zu nichts zwingen, wenn man sie aber auf seiner Seite hat, macht sie alles für einen. Sie ist schon sehr speziell und hat einen starken Charakter.

Eine der wenigen Vorteile, die ich an Stuten immer gesehen habe, ist natürlich die Tatsache, dass sie Fohlen bekommen können. Welcher Reiter träumt nicht heimlich davon, eigenen Nachwuchs zu züchten? Die Geburt des eigenen Fohlens mitzuerleben, zu sehen wie das Kleine sich immer prächtiger entwickelt und nach einigen Jahren in die Fußstapfen als Reitpferd treten kann, weil es einfach rundum gelungen und ein Spitzenpferd ist, ja das haben wir im Kopf wohl alle mal durchgespielt. Darüber haben wir hier auch schon mal einen Artikel veröffentlicht: Über den Traum vom Fohlen aus der eigenen Stute

Leider sieht die Realität meist etwas anders aus. Viel zu häufig wird gezüchtet, weil die eigene Stute gesundheitlich ausfällt oder unreitbar wird, und das, ohne dass die Eignung der Stute als Zuchttier wirklich objektiv festgestellt worden ist. Da mag der ausgewählte Hengst noch so herausragend sein – die Gene der Mutter sind eben mindestens genau so entscheidend dafür, welche Qualität am Ende dabei rauskommt. Die Pferdezucht verbessert sich bestimmt nicht durch das emotionale Vermehren von Privatleuten und es gibt wohl wenig Ausnahmefohlen, die hierdurch entstehen.

Auch wirtschaftlich macht Züchten eigentlich keinen Sinn, sofern man nicht gerade eine eigene Anlage mit entsprechenden Aufzuchtmöglichkeiten hat. Wie viel kann passieren, bis ein selbst gezogenes Fohlen groß ist, wie viel Kosten können produziert werden… es ist sicherlich deutlich vernünftiger, sich ein Nachwuchspferd einfach 3 oder 4-jährig zu kaufen. Auch da bleiben noch genug Risiken, bis das Pferd gesund und ausgebildet ist, aber zumindest der Grundstock ist zum Kaufzeitpunkt gelegt.

Vielleicht erinnert ihr auch noch Carinas Erfahrungsbericht über das Ziehen eines eigenen Fohlens, der sehr ehrlich und kritisch war (Traum vom eigenen Fohlen?- Nein danke!).

Aber auch wenn so viel dagegen spricht – die Versuchung bleibt, und auch ich kann mich dieser Versuchung nicht entziehen. Püppi hat keine Stutenleistungsprüfung abgelegt und ist nicht im Stutbuch eingetragen, aber mittlerweile hat sie M* gewonnen und ist bis M** gut platziert und auf dem Wege zur S* Dressur. Das ist aus meiner Sicht eine Eigenleistung, die es rechtfertigt, über eine Nachzucht nachzudenken. Selbst wenn der Hengst am Fohlen nichts verbessern kann und quasi ein Mini-Me von Püppi entsteht, so könnte ich nicht glücklicher über ein Nachwuchspferd sein, denn Püppis Qualität ist für mich super und mehr als ausreichend. Natürlich gibt es trotzdem Dinge, von denen ich mir wünsche, dass der potenzielle Hengst diese beim Fohlen verbessert: Der Grund-Schritt könnte noch raumgreifender sein, etwas mehr „Aufsatz“ wäre schön und die Winkelung der Hinterhand für einen besseren Untersprung im Galopp wäre schön. Und ganz heimlich, das gebe ich zu, träume ich von einem Rappfohlen mit großer Blesse und vier weißen Beinen.

Nachdem die Frage des „ob“ beantwortet ist, stellt sich aber direkt die nächste ganz große Frage: und zwar die nach dem „wann“?! Wann ist ein guter Zeitpunkt für Nachwuchs? Wie ich es drehe und wende, kein Zeitpunkt erscheint mir wirklich gut. Püppi ist jetzt 9 Jahre alt, sie geht diese Saison die ersten M** und S* Dressuren, das war immer mein Minimalziel, damit man an eine Nachzucht denken kann. Aber jetzt, wo ich endlich S reiten kann, worauf ich die ganze Zeit der Ausbildung gewartet und hin gefiebert habe, möchte ich das ja auch ausnutzen und etwas davon haben! Ich habe kein anderes Pferd, also heißt ein Fohlen für mich auch eine Reitpause. Ich weiß auch nicht, wie es sein wird, wenn ich Püppi nach einem Fohlen wieder antrainiere. Wird sie genau so zu reiten sein wie vorher? Wie lange wird es dauern, bis sie wieder auf dem Trainingsstand wie jetzt sein wird? Auf der anderen Seite darf ich sicherlich auch nicht zu lange warten. Irgendwann ist sie einfach zu alt, ältere Stuten nehmen nicht mehr so gut auf, das Risiko steigt etc.

Ich habe die Frage des „wann“ noch nicht abschließend für mich beantworten können. Aber der Wunsch nach einem Fohlen ist nach wie vor da, damit verbunden aber auch tausend Fragen: Welchen Hengst nehme ich? Wo stelle ich Püppi hin? Wo kann das Fohlen aufwachsen? Welche Kosten kommen auf mich zu? Wie lange fällt Püppi dann aus?

Wie seht ihr die Sache mit dem Fohlen züchten? Kennt ihr diese Fragen, und wie habt ihr euch entschieden? Wann ist aus eurer Sicht der geeignete Zeitpunkt?

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  1. Pingback: Welcher Hengst für Püppis Fohlen? | Horse Diaries

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